Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Wofür brauchen wir eigentlich die ganzen Stromnetze? Um zentralisiert produzierten Strom quer durch Deutschland zu leiten? Warum produzieren wir dann den Strom nicht einfach dezentral?

Marty
 
[...] Warum produzieren wir dann den Strom nicht einfach dezentral?
Na vermutlich weil wir dann einen Teil unserer Abhängigkeit von den Stromkonzernen aufgeben würden. Schließlich würden vermutlich nicht wenige Vermieter überlegen, vielleicht ein kleines Kraftwerk in den Keller zu stellen und auch hier nochmal abzukassieren. Das wäre der Anfang vom Ende für die Stromkonzerne. Das wollen sie natürlich nicht und machen all ihren Einfluss in der Politik geltend...
 
Na vermutlich weil wir dann einen Teil unserer Abhängigkeit von den Stromkonzernen aufgeben würden.
Das war mehr eine Frage, warum WIR das nicht tun. Warum Stromkonzerne was dagegen haben ist mir doch klar. Ich würde mir wünschen, dass grosse Wohngebäude mit mehr als 50 Wohneinheiten solche BHKWs einsetzen. Dadurch würde der Strom und die Wärme für die Bewohner sogar günstiger. Firmen könnten das auch einführen, aber die werden ja meist mit Dumpingpreisen der Stromversorger geködert.

Marty
 
Ja, aber da stellt sich bei mir bei der von den Geräten erzeugten Wärme die Frage: Wohin damit im Sommer? Für ein EFH zuviel...

Marty

schonmal etwas von einem Eisspeicher gehöhrt?

Mal ganz nebenbei, auch ein EFH braucht im sommer die Heizung, alleine wegen Warmwasser.

Fakt ist doch nunmal das + Energiehäuser schon lange machbar sind.

Ich warte immer noch auf die EU was die Steckdoseneinspeisung betrifft, das wäre EIN TEIL für die
Energiewende von unten.

Sobald das geregelt ist wäre es für JEDEN ( auch für Mieter ) mit z.B. Balkon machbar Strom selbst kostengünstig zu "erzeugen" und auch selbst zu "verbrauchen"
 
Das war mehr eine Frage, warum WIR das nicht tun.
Da ist die Frage, wer WIR ist.

WIR die Einfamilienhausbesitzer, die im Grunde fast die freie Auswahl haben, ob sie ein Windrad im Garten, Solarzellen auf dem Dach, BHKW im Keller oder von mir aus auch buddeln, bis sie Erdwärme nutzen können.

Oder WIR die Mieter in Mehrfamilienhäusern, die wegen jedem Pfurz wie im Kindergarten ihren Vermieter um Erlaubnis fragen müssen - ob man Geranien auf die Fensterbank stellen darf oder ob es Primeln sein müssen, sofern überhaupt erlaubt.

Oder meinst Du WIR, die Vermieter, die mit einer Investition auch noch beim Strom abkassieren könnten? Da wäre es die Frage, ob das mit dem Gesetz geht. Denn dann würde der Vermieter dem Mieter ja die Möglichkeit nehmen, sich frei einen Anbieter auszusuchen und dort hin zu wechseln.

Am Ende ist die Lösung nur für Leute mit Eigentum halbwegs praktikabel. Ideal: Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen. Problem ist wohl, dass sich alle (oder zumindest die Mehrheit) einig sein müssen, solch eine Investition zu tätigen anstatt das Geld für die nächste (Dach-) Sanierung liegen zu lassen. Ansonsten eben nur Firmen, wobei der Industriestrom ja ohnehin schon billiger ist. Ob sich da die Investition lohnt, weiß ich nicht.

Aber ich sage es mal ganz ehrlich: Ich als Mieter habe so gar kein Interesse daran, dass mein Vermieter den spärlichen Kellerraum zum Aufstellen eines BHKW nutzen würde und mir das Ding samt Öl, Gas, Pellets oder was weiß ich noch alles auf die Miete aufschlägt. Vielleicht käme ich damit sogar ein paar Euro günstiger, könnte aber dann nicht mehr jährlich meinen Stromanbieter wechseln (und die Wechselprämie einstreichen), müsste anteilig noch viel mehr das Wärmebedürfnis meiner versifften Nachbarn mit tragen und letztlich vielleicht sogar gänzlich auf den ohnehin sehr kleinen Stauraum im Keller verzichten.

Anders sähe es sicher aus, wenn ich ein Häuschen hätte. Da würde ich sogar bestrebt sein, mich unabhängig von allem zu machen, so weit es geht. Und da ist Unabhängigkeit vom Stromnetz sogar noch die einfachste Sache von allen. Hab' ich aber nicht...
 
Vielleicht sind Kombinationen da sinnvoll. Woher den Solarstrom im Winter und wohin mit der vielen Wärme bei BHKW im Sommer
Kombinationen sind sicher sinnvoll. Im Sommer Solarstrom und -wärme, zusätzlich Luftwärmepumpen. Im Winter BHKWs. Problem dabei ist, dass ein BHKW nur für den Winter zu teuer ist. Man müsste sich mit den Nachbarn zusammentun, das darf man aber nicht, derzeit.

schonmal etwas von einem Eisspeicher gehöhrt?
Nein, muss ich mal lesen.

Mal ganz nebenbei, auch ein EFH braucht im sommer die Heizung, alleine wegen Warmwasser.
Ja, aber ein BHKW liefert nun mal ein paar kw Wärme und um es sinnvoll zu betreiben muss es ja möglichst lange laufen. Aber für das bisschen Warmwasser im Sommer braucht ein BHKW nicht mal 1 Stunde Laufzeit pro Tag.

Fakt ist doch nunmal das + Energiehäuser schon lange machbar sind.
Ja. Aber heute wird unter Plusenergie ja der Gesamtenergiebedarf auf das Jahr gerechnet. Und diese Häuser produzieren im Sommer deutlich mehr Energie als im Winter.

Ich warte immer noch auf die EU was die Steckdoseneinspeisung betrifft, das wäre EIN TEIL für die
Energiewende von unten. Sobald das geregelt ist wäre es für JEDEN ( auch für Mieter ) mit z.B. Balkon machbar Strom selbst kostengünstig zu "erzeugen" und auch selbst zu "verbrauchen"
Ich bin da zu wenig Fachmann, was Energie angeht um die geäusserten Bedenken nachvollziehen zu können. Ich verstehe aber, dass irgendwer für die Spannung im Netz verantwortlich sein muss. Wenn man das selber in den eigenen vier Wänden wäre und nach aussen abgeschottet, dann könnte man sich ja max. selber ide Geräte zerstören.

WIR die Einfamilienhausbesitzer, die im Grunde fast die freie Auswahl haben, ob sie ein Windrad im Garten, Solarzellen auf dem Dach, BHKW im Keller oder von mir aus auch buddeln, bis sie Erdwärme nutzen können.
Ja, dieses WIR.

Oder WIR die Mieter in Mehrfamilienhäusern, die wegen jedem Pfurz wie im Kindergarten ihren Vermieter um Erlaubnis fragen müssen - ob man Geranien auf die Fensterbank stellen darf oder ob es Primeln sein müssen, sofern überhaupt erlaubt.
Ja, auch dieses WIR, obwohl das für Mieter deutlich schwerer ist. Es muss von den Vermietern kommen.

Oder meinst Du WIR, die Vermieter, die mit einer Investition auch noch beim Strom abkassieren könnten?
Verstehe ich nicht. Der Vermieter speist ins Netz ein und kassiert dafür die EEG. Der Mieter bezieht seinen Strom immer noch, von wo er will. Der Vermieter könnte den Strom auch seinen Mietern verkaufen. Bei der aktuellen Vergütungslage sogar billiger als jeder Grossanbieter, auch das würde gehen.

Ansonsten eben nur Firmen, wobei der Industriestrom ja ohnehin schon billiger ist. Ob sich da die Investition lohnt, weiß ich nicht.
Da lohnt es sich eben nicht, weil der Privatunde den Industriestrom subventioniert. Und das ist Teil der Lobbyarbeit. Die Industrie dazu bringen, nichts zu tun.

Aber ich sage es mal ganz ehrlich: Ich als Mieter habe so gar kein Interesse daran, dass mein Vermieter den spärlichen Kellerraum zum Aufstellen eines BHKW nutzen würde und mir das Ding samt Öl, Gas, Pellets oder was weiß ich noch alles auf die Miete aufschlägt.
So ein Ding ist nicht grösser als eine normale Heizungsanlage, je nach Größe des Hauses. Die für Enfamilienäuser sind so gross wie eine Kühltruhe. Und auf die Miete kann er nur den Teil aufschlagen, den er für die Heizung nutzt, er muss den Ertrag aus der Stromerzeugung dagegen rechnen. Woher stammt Deine Befürchtung, das wäre so wahnsinnig teuer für den Mieter? Der Vermieter kann auch keine Solaranlage auf das Dach setzen, die den Mietern berechnen und selber die Erträge kassieren.

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du meinst, dass ein Mieter nur noch den Strom seines Vermieters abnehmen darf zu dessen gewollten Preisen, das ist aber falsch.

Marty
 
So ein Ding ist nicht grösser als eine normale Heizungsanlage, je nach Größe des Hauses. Die für Enfamilienäuser sind so gross wie eine Kühltruhe. Und auf die Miete kann er nur den Teil aufschlagen, den er für die Heizung nutzt, er muss den Ertrag aus der Stromerzeugung dagegen rechnen. Woher stammt Deine Befürchtung, das wäre so wahnsinnig teuer für den Mieter? Der Vermieter kann auch keine Solaranlage auf das Dach setzen, die den Mietern berechnen und selber die Erträge kassieren.

Irgendwie habe ich das Gefühl, Du meinst, dass ein Mieter nur noch den Strom seines Vermieters abnehmen darf zu dessen gewollten Preisen, das ist aber falsch.
Gut. Also so ein Vermieter stellt so eine Anlage auf, verkauft den Strom an das Netz oder seine Mieter und versorgt sie mit Wärme. Und seine Einnahmen daraus ist das Geld je kWh, der an der Strombörse gezahlt wird, also etwa 1 bis vielleicht 3 Cent pro kWh. Bei einem Anschaffungspreis von 20.000 Euro für ein Mikro-BHKW braucht es da schon einige Jahrzehnte, bis das Geld wieder drin ist (wobei die Erzeugung je kWh ja auch Geld kostet).

In meinem und den meisten umliegenden Häusern sind je Aufgang 20 WE. Ein Haus sind 4 Aufgänge, also 80 Familien. Da reicht wohl so ein Mikro-Ding nicht mehr aus. Also über welche Größenordnung reden wir hier für Anschaffung und Installation? 200.000 Euro? 400.000 Euro? Oder geht es schon an die Million? Und das je Haus. Das mag vielleicht für einen Neubau noch über die Zeit rentabel sein; die Häuser hier wurden aber allesamt zwischen 1973 und 1983 gebaut. Ob sich das noch lohnt, weiß ich nicht.

Also ich weiß nicht, ob es sich für jeden Vermieter rechnet. Falls dem so wäre, hätten wir sicher schon so ein Ding irgendwo stehen. Meine Gesellschaft ist sowieso notorisch pleite (zumindest sagt sie das bei jeder Gelegenheit, wenn sie irgendwas sanieren muss *g*). Aber mal abgesehen davon glaube ich nicht, dass es ohne staatliche Subventionen geht. Und dass die nicht kommen werden, dafür wird wohl schon ein jeder Stromkonzern sorgen...
 
Gut. Also so ein Vermieter stellt so eine Anlage auf, verkauft den Strom an das Netz oder seine Mieter und versorgt sie mit Wärme. Und seine Einnahmen daraus ist das Geld je kWh, der an der Strombörse gezahlt wird, also etwa 1 bis vielleicht 3 Cent pro kWh. Bei einem Anschaffungspreis von 20.000 Euro für ein Mikro-BHKW braucht es da schon einige Jahrzehnte, bis das Geld wieder drin ist (wobei die Erzeugung je kWh ja auch Geld kostet).
...

Interessant welchen günstigen Strompreis du an der Börse veranschlagst. Aber deine Rechnung ist glaube falsch zum einen weil die Kosten für die reguläre Heizungsanlage die ja sonst anfallen würde gegen gerechnet werden muß. Und würde man sowas nicht als reine Eigenverbrauchsanlagen konzeppieren? Also müßtest du die Ersparniss rechnen, die man sonst dem Versorger zahlen würde also 25 cent je kw/h ?
 
Interessant welchen günstigen Strompreis du an der Börse veranschlagst.
Oh, da war mir was anderes im Gedächtnis. Musste gleich mal nachschauen. Also schön, gehen wir von durchschnittlich 5 Cent pro kWh aus. Bei einem Mikrokraftwerk kostet die Erzeugung von 1 kWh schon um die 2 bis 3 Cent. Bei einem BHKW für so ein großes Mehrfamilienhaus relativiert sich das auf vielleicht 0,7 bis 1 Cent pro KWh. Dann macht der Betreiber also so um die 4 Cent Gewinn vor Steuer...

Aber deine Rechnung ist glaube falsch zum einen weil die Kosten für die reguläre Heizungsanlage die ja sonst anfallen würde gegen gerechnet werden muß.
Bei einem Neubau, ja. Aber Berlin ist ja schon voller Häuser. Da ist bereits alles drin. Das muss erstmal raus und was neues rein. Die Entsorgung der alten Anlage schlägt ja noch zusätzlich zu Buche. So gesehen wird das noch teurer...

Und würde man sowas nicht als reine Eigenverbrauchsanlagen konzeppieren? Also müßtest du die Ersparniss rechnen, die man sonst dem Versorger zahlen würde also 25 cent je kw/h ?
Das ist ja das, was ich sage: Als Eigenheimbesitzer oder Wohnungseigentümer ist so einiges möglich. Da rechnet man dann auch den Preis dagegen, den man bezahlen muss, wenn man Strom kauft. Und dann sieht die Rechnung schon besser aus. Dann rentiert sich so eine Anlage schonmal, je nach Verbrauch, nach ein paar Jahren.

Ich rechne mal mit Deinen 25 Cent, einem Anschaffungspreis von 25.000 Euro und einem Erzeugerpreis von 3 Cent. Dann spart man je kWh 22 Cent. So ein Haus frisst schonmal 5000 kWh im Jahr, denke ich. Je nach Anzahl Personen und so weiter. Also spart man da pro Jahr schonmal 1.100 Euro. Angenommen man hat das BHKW bar bezahlt (also muss keine Kreditzinsen zahlen) und wenn wir die Zinsen, die das Geld auf dem Konto erwirtschaftet hätte vernachlässigen, ergibt sich hier, dass sich die Anlage bereits nach knapp 23 Jahren amortisiert hat. Das ist gut, wenn man heute ein Haus neu baut. Zieht man jetzt noch den Preis ab, den eine Ölheizung kosten würde (also nur der Kessel mit Installation, den Rest braucht man so ja auch) von vielleicht durchschnittlich 8.000 Euro, dann bleiben da nur noch 17.000 Euro übrig und die hat man bereits nach gut 15 Jahren wieder raus. Das lohnt sich richtig.

Aber als Vermieter, der seinen Strom an der Strombörse verkauft für einen Appel und ein Ei, nicht. So lange, bis er das Geld raus hat, steht das ganze Haus nicht. Er kann es also nur an die Mieter verkaufen zu einem Preis irgendwo zwischen Erzeugerpreis und billigstem Tarif eines Drittanbieters. Wenn er das tut und das Haus noch halbwegs neu und gut in Schuss ist, dann geht die Rechnung sicherlich schon nach ein paar Jahrzehnten auf. Aber bei älteren Häusern und bei bereits installierten, funktionstüchtigen, vielleicht sogar erst vor kurzem sanierten Heizanlagen, wird sich das ganz sicher nicht mehr rechnen.
 
Bei einem Neubau, ja. Aber Berlin ist ja schon voller Häuser. Da ist bereits alles drin. Das muss erstmal raus und was neues rein. Die Entsorgung der alten Anlage schlägt ja noch zusätzlich zu Buche. So gesehen wird das noch teurer...

Es kann ja aber nicht alles unendlich lange halten. Also irgendwann muß jede Analage gegen eine neue getauscht werden, auch in Berlin. Die Entsorgung ist vernachlässigbar, da die auch bei einen normalen Heizungstausch anfallen würden.

Hier redet man von 5 Jahren und in üngünstigen Fällen von 8 Jahren....
https://www.ingenieur.de/Politik-Wi...gswirtschaft-Waerme-Strom-an-Mieter-verkaufen
 
@Marty, nein, die Geräte zerstörst Du nicht mit solchen sachen.
Diese waren in D-Land sogar erlaubt, aber nur solange wie die 4 Großen das mitbekommen hatten und per "neuer Vorschriften" verboten hatten.
In Holland ( und die haben auch ein Stromnetz ) hat fast jeder zweite ein solches Gerät, und da bricht die Versorgung auch nicht zusammen !

Aber hier in D-Land sieht die EU handlungsbedarf, leider ist die EU sehr langsam :(

Damit du weist von was ich rede:

https://www.mastervoltsolar.de/solar/produkte/soladin-600/

oder

https://www.minijoule.com/
 
Gut. Also so ein Vermieter stellt so eine Anlage auf, verkauft den Strom an das Netz oder seine Mieter und versorgt sie mit Wärme. Und seine Einnahmen daraus ist das Geld je kWh, der an der Strombörse gezahlt wird, also etwa 1 bis vielleicht 3 Cent pro kWh.
Derzeit ist der Base-Preis knapp 7 Cent pro kw/h, dazu kämen 5,4 Cent KWK Vergütung und ca 0,8 Cent Vergütung für die Netzentlastung. Und dabei solltest Du immer im Auge haben, dass ein BHKW niemals nur Stromlieferant sein soll. Er finanziert sich nicht aus dem Stromertrag, er ersetzt die Heizung und Warmwasserbereitung.

Und dann sollte man bei einem 80-Parteien Haus schon mal so einen 30 kw - Ölbrenner dagegen rechnen. Dann rechnet sich das auch. Vor allem, wenn man anders herum rechnet. Für jede kw/h Strom, die produziert wird, spart man zur Zeit knapp 22 Cent, die man an einen Lieferanten zahlen muss und bekommt zusätzlich den KWK-Bonus. Die Effizienz bei der Wärmeerzeugung noch gar nicht mitgerechnet. Die steuerlichen Möglichkeiten noch nicht gerechnet.

So ein BHKW produziert bei 30 kw Wärmeleistung ca. 10 kw Strom zusätzlich. Bei 5.000 Betriebsstunden pro Jahr bekommt man da knapp 50.000 kw/h Strom raus. Verkauft man den, erzeitl man ca. 6.500 Euro Einnahmen, verbraucht man ihn selber (oder die Mieter), spart man geschätzt 13.500 Euro pro Jahr. Und das ist nur der Strom, der höhere Heizwirkungsgrad ist noch nicht berechnet.

Ein BHKW zur reinen Stromerzeugung ist natürlich Blödsinn und wenn man die Kostenbetrachtung nur singulär auf den Verkauf von Strom bezieht, dann ist das schlichtweg falsch.

Übrigens: Ein Viessmann Vitoblock mit 81 kw Wärmeleistung und bis zu 50 kw Stromleistung kostet Listenpreis 135.000 Euro. Was kostet denn eine vergleichbare Gasheizung für solch einen Wohnblock?

Marty
 
Es kann ja aber nicht alles unendlich lange halten. Also irgendwann muß jede Analage gegen eine neue getauscht werden, auch in Berlin. Die Entsorgung ist vernachlässigbar, da die auch bei einen normalen Heizungstausch anfallen würden.

Hier redet man von 5 Jahren und in üngünstigen Fällen von 8 Jahren....
https://www.ingenieur.de/Politik-Wi...gswirtschaft-Waerme-Strom-an-Mieter-verkaufen
Und sie reden vor allem davon, dass er sich das BHKW fuer seine Autowerkstatt angeschafft hat und nebenbei zusaetzlich erzeugten Strom verkauft. Er rechnet also ganz anders, denn fuer ihn muss sich die Anlage ja schon lohnen, wenn er sie nur fuer sich nutzt. Was sie auch tun wird, denn da rechnet er ja den Preis der kWh dagegen, den er bei einem Versorger bezahlen muesste. Den restlichen ueberschuessigen Strom verkauft er dann auch noch verhaeltnismaessig teuer und kommt so schon nach 5 oder 8 Jahren auf seinen Preis.

Anders bei Vermietern, noch ganz anders bei Eigenheimbesitzern mit entsprechend klein dimensioniertem BHKW. Wenn allerdings der Strompreis weiter steigt, dann wird so ein BHKW vielleicht schon sehr schnell fuer jeden sehr rentabel.

Ich bin ja auch gar nicht gegen BHKWs. Im Gegenteil bin ich der Ansicht, dass nur eine dezentrale Stromversorgung die Zukunft sein kann. Besonders wenn sich der Bedarf noch weiter erhoeht und wir gleichzeitig vom Atomstrom weg wollen. Aber ich meine, dass es derzeit ohne Subventionen nicht machbar ist und dass die nie kommen werden. Wenn man im Fernsehen Eigenheimbesitzer sieht, die sich so ein Ding eingebaut haben (meist aeltere Herrschaften), ist immer davon die Rede, dass sie wahrscheinlich nicht mehr erleben werden, dass sich die Anlage amortisiert. Aber sie tun es "der Umwelt zuliebe" und "der Unabhaengigkeit" wegen. Also augenblicklich noch immer ein Luxus, den man sich erstmal leisten koennen und wollen muss...

Derzeit ist der Base-Preis knapp 7 Cent pro kw/h, dazu kämen 5,4 Cent KWK Vergütung und ca 0,8 Cent Vergütung für die Netzentlastung. Und dabei solltest Du immer im Auge haben, dass ein BHKW niemals nur Stromlieferant sein soll. Er finanziert sich nicht aus dem Stromertrag, er ersetzt die Heizung und Warmwasserbereitung.
Also dann gibt es ja bereits eine "Subvention"? Ausserdem wird ja nicht der Basispreis von 7 Cent bezahlt, so weit ich weiss...

Und dann sollte man bei einem 80-Parteien Haus schon mal so einen 30 kw - Ölbrenner dagegen rechnen. [...] Ein BHKW zur reinen Stromerzeugung ist natürlich Blödsinn und wenn man die Kostenbetrachtung nur singulär auf den Verkauf von Strom bezieht, dann ist das schlichtweg falsch.
Ok, sehe ich ein. Nun entstehen aber noch Kosten fuer Anschaffung einer neuen und Entsorgung der alten Anlage, die ja noch funktioniert und - so weit ich gelesen habe - im Gegensatz zum BHKW weniger Wartungsaufwand hat. Und wenn das BHKW mit Oel betrieben wird (was ja wohl auch moeglich ist), dann hat man ja nur noch den Vorteil der Stromerzeugung und leicht gesunkenem Verbrauch, wegen eines hoeheren Wirkungsgrades, richtig?

So gesehen bleibt es wohl doch nur attraktiv fuer Neubauten...

Übrigens: Ein Viessmann Vitoblock mit 81 kw Wärmeleistung und bis zu 50 kw Stromleistung kostet Listenpreis 135.000 Euro. Was kostet denn eine vergleichbare Gasheizung für solch einen Wohnblock?
Ja, weiss ich nicht :) Nur der Kessel? Ich denke, das weisst Du besser als ich. Aber vielleicht 20.000 Euro?
Dazu kommt ja, dass der Einbau auch noch sehr teuer ist. Beim Neubau (wo wir wieder beim Thema sind), spielt das nur eine untergeordnete Rolle, weil ja auch jeder andere Heizer irgendwie rein muss. Nachruestung sieht aber ganz anders aus. Dann sind es keine 135.000 Euro mehr, sondern vielleicht 175.000, eher mehr...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, sehe ich ein. Nun entstehen aber noch Kosten fuer Anschaffung einer neuen und Entsorgung der alten Anlage, die ja noch funktioniert und - so weit ich gelesen habe - im Gegensatz zum BHKW weniger Wartungsaufwand hat.
Bestehende, funktionierende Anlagen zu ersetzen ist Blödsinn. Man ersetzt etwas Bestehendes nur aus zwei Gründen:

1. Es ist abgenutzt, defekt oder zu fehleranfällig.
2. Es ist unwirtschaftlich. Simple Rechnung, ist das Neue günstiger, wird ersetzt.

Und wenn das BHKW mit Oel betrieben wird (was ja wohl auch moeglich ist), dann hat man ja nur noch den Vorteil der Stromerzeugung und leicht gesunkenem Verbrauch, wegen eines hoeheren Wirkungsgrades, richtig?
Naja, das "leicht" kann gerne bis zu 20% mehr Wirkungsgrad ausmachen, bei ganz alten (unwirtschaftlichen oder fehleranfälligen) Anlagen auch mehr. Und 20% auf eine Ölrechnung ist auch Geld.

Ja, weiss ich nicht :) Nur der Kessel? Ich denke, das weisst Du besser als ich. Aber vielleicht 20.000 Euro?
Vermutlich weniger.
Dazu kommt ja, dass der Einbau auch noch sehr teuer ist.
Warum? Wo siehst Du gravierende Unterschiede zu einem "normalen" Ölbrenner, der das "sehr teuer" macht? Einen Kamin wird es wohl schon geben, den Anschluss an die Heizungsverteilung auch. Käme noch ein Wechselrichter und ein Zähler für Strom dazu.

Nachruestung sieht aber ganz anders aus. Dann sind es keine 135.000 Euro mehr, sondern vielleicht 175.000, eher mehr...
Hast DU Dir mal angesehen, wie die Dinger aussehen? Was soll da 40.000 Euro an Einbau kosten? Eine Goldlegierung auf dem Boden brauchen die nicht. :D

Die Wirtschaftlichkeitsrechung eines BHKWs kann an drei Faktoren festgemacht werden. Einmal an der Grösse, je grösser, desto günstiger der Preis pro kw Leistung, also frühere Amortisation. Zum Zweiten die jährliche Betriebszeit, je länger es läuft destor mehr wird produziert und trägt zur Deckung der höheren Finanzierungs- und Wartungskosten bei (im Vergleich zu Gas-, Öl-, Pelllet oder Wärmepumpe). Zum Dritten muss möglichst viel erzeugter Strom selber verbraucht werden. Das spart bei jeder nicht Kw/h, die nicht gekauft werden muss, für 25 Cent Einsparung.

Vergleichsrechner zeigen, dass Betriebszeiten von 4.500 - 5.000 Stunden im Jahr ausreichend sind, um ein BHKW wirtschaftlich zu betreiben, das heisst, die Gesamtkosten sind vergleichbar hoch. Jede Stunde mehr verbessert die Situation.

Marty
 
Und sie reden vor allem davon, dass er sich das BHKW fuer seine Autowerkstatt angeschafft hat und nebenbei zusaetzlich erzeugten Strom verkauft.

Achja? Wo steht das denn?
Zitat:"Bei einer Komplettsanierung im Jahr 2010 ergänzte er die Wohnanlage um ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das aus Erdgas gleichzeitig Strom und Wärme produziert."

Zitat:"Aus dem BHKW beliefert Kasselmann seine Mieter nun nicht nur mit Wärme für Warmwasser und Heizung, sondern auch mit Strom, den er preisgünstiger anbietet als der örtliche Grundversorger."

Zitat:"Neben dem Klimaschutz verfolgt er vor allem das Ziel, die Wohnungen durch niedrige Nebenkosten attraktiv zu machen und so vollständig vermieten zu können."

Wo steht da was das er dieses BHKW für seine Werkstatt einsetzt? Von der Werksatt ist im ganzen Artikel in Verbindung mit einem BHKW nicht ein einzigstes mal die Rede

Aber es ist auch egal ab ca. 20000 kw/h wärmebedarf im Jahre rechnet sich ein BHKW. Je mehr ,desto schneller.
 
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Aber es ist auch egal ab ca. 20000 kw/h wärmebedarf im Jahre rechnet sich ein BHKW. Je mehr ,desto schneller.
Ohne den Nutzen eines BHKW in Frage stellen zu wollen, aber wie kommt man von einem Wärmebedarf auf den wirtschaftlichen Nutzen? Je höher der Wärmebedarf, desto teurer das BHKW. Der wirtschaftliche Nutzen errechnet sich weitestgehend aus der jährlichen Betriebsdauer und dem Eigenverbrauch an Strom.

Marty
 
Ohne den Nutzen eines BHKW in Frage stellen zu wollen, aber wie kommt man von einem Wärmebedarf auf den wirtschaftlichen Nutzen? Je höher der Wärmebedarf, desto teurer das BHKW. Der wirtschaftliche Nutzen errechnet sich weitestgehend aus der jährlichen Betriebsdauer und dem Eigenverbrauch an Strom.

Marty

Naja der jährliche Wäremebedarf hängt direkt mit der Nutzungsdauer zusammen und damit man das leichter versteht und vergleichen kann geben Hersteller und auch unterschiedliche Berater das so an.

Aber du hast recht das geben die bei Beratungsgsprächen für Einfamilienhäuser an....

Wobei die Werte dennoch eigentlich immer passen müßten hat man mehr Wärmebedarf fällt die Anlage zwar teurer und größer aus, aber eben produziert man dann auch mehr Strom. Ist sicher nicht 100% korrekt
 
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