Contralicious
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- 11 Juni 2013
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Wenn die Energieerzeuger ihren Strom nicht mehr abgenommen bekommen, müssen sie abbauen - Arbeitsstellen, Kraftwerke und so weiter. Viele Stromtrassen sind dann völlig überdimensioniert, müssen aber trotzdem instand gehalten oder abgebaut werden. Und letztlich muss sich das Geschäft für die Energieerzeuger auch noch irgendwie lohnen, weil man ja eben kein Kraftwerk so einfach schrumpfen lassen kann. Also wird dann die Kilowattstunde ... 23 Euro kosten? Unter diesen Umständen würde sich natürlich jedes dezentrale Kraftwerk rechnen. Da könnten die Hersteller dieser Kraftwerke sogar den Preis verdoppeln und wären noch immer billig. Vor allem aber werden die Preise auf diejenigen abgewälzt, die keine Möglichkeit haben, ihren eigenen Strom zu erzeugen - wie ich etwa.
Und was der Kollege gerade nicht erklärt hat: Wenn EON und Co. Stellen abbauen müssen, weil ihre BAler und BIler versäum haben, den Markt zu deuten und einen Trend rechtzeitig aufzudecken, dann ist der Stellenabbau willkommen. Wir brauchen keine alten Riesen, die meinen die Welt dreht sich um sie herum. Wer mit dem Fortschritt nicht mithalten kann, der wird so wie immer einfach ausselektiert.
Das mag sich zwar hart anhören, wenn man aber um die Ecke denkt ist das in der mittleren Frist kein Drama. Szenario:
Die Stromversorger erhöhen ihre Preise auf 23 €/ KWh. Wir erreichen endlich ein Strompreisniveau, das den Leuten genug Schmerz bereitet. Seien wir ganz ehrlich: Die 100%ige Steigerung des Strompreises durch Steuererhöhungen und Rohstoffkosten ist ein Grund zum Meckern aber die wenigsten unternehmen wirklich was. Als Fazit kann nur stehen bleiben: Die Kosten sind noch nicht hoch genug, um den signifikanten Teil der satten deutschen Bevölkerung so zu stören, dass sie Maßnahmen ergreifen.
Bei 23€ sieht das anders aus. Die Menschen werden sich nach Alternativen zum zentralen EVU umsehen. BHK sind ein Teil davon. Sie kaufen sich BHKs und die dazugehörigen Dienstleistungen und kündigen im Gegenzug ihre Verträge bei den EVUs. Ein Schritt, der sich auch heute schon sehr schnell lohnen kann.
Im Nachlauf muss das EVU entsprechend Stellen kürzen. Diese Stellen entstehen in gleicher oder höherer Zahl in Geschäften wie der Produktion/Verkauf/Vermietung/Wartung von z.B. BHK.
Stellen die bei EVUs wegbrechen sind nicht verloren sondern werden im Laufe der Volkswirtschaft einfach woanders wieder entstehen.
Ich freue mich ehrlich gesagt über jeden Tag, an dem die Regierung wieder verkackt und die Strompreise steigen. Ich hoffe, dass Schmerzgrenzen bald erreicht sind und endlich jeder Zeit findet, über seinen Tellerrand hinaus zu sehen. Raubbau und fossile Brennstoffe sind Vergangenheit. Lernt das endlich. Wie viele Kriege müssen noch geführt werden, damit ihr nicht mehr Stromkosten habt? Guckt euch das Elend und die Toten in rohstoffreichen 3. Weltländern dieser Welt an und fragt euch, ob ihr das mit eurem alltäglichen Verhalten und eurer Einstellung zu den Dingen nicht maßgeblich unterstützt.
auf der Straße sind die Menschen viel zu sehr von Emotionen begleitet. Und gerade bei so wichtigen Themen wie Energie sollte man rationaler an die Sache rangehen.