Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Wenn die Energieerzeuger ihren Strom nicht mehr abgenommen bekommen, müssen sie abbauen - Arbeitsstellen, Kraftwerke und so weiter. Viele Stromtrassen sind dann völlig überdimensioniert, müssen aber trotzdem instand gehalten oder abgebaut werden. Und letztlich muss sich das Geschäft für die Energieerzeuger auch noch irgendwie lohnen, weil man ja eben kein Kraftwerk so einfach schrumpfen lassen kann. Also wird dann die Kilowattstunde ... 23 Euro kosten? Unter diesen Umständen würde sich natürlich jedes dezentrale Kraftwerk rechnen. Da könnten die Hersteller dieser Kraftwerke sogar den Preis verdoppeln und wären noch immer billig. Vor allem aber werden die Preise auf diejenigen abgewälzt, die keine Möglichkeit haben, ihren eigenen Strom zu erzeugen - wie ich etwa.

Und was der Kollege gerade nicht erklärt hat: Wenn EON und Co. Stellen abbauen müssen, weil ihre BAler und BIler versäum haben, den Markt zu deuten und einen Trend rechtzeitig aufzudecken, dann ist der Stellenabbau willkommen. Wir brauchen keine alten Riesen, die meinen die Welt dreht sich um sie herum. Wer mit dem Fortschritt nicht mithalten kann, der wird so wie immer einfach ausselektiert.

Das mag sich zwar hart anhören, wenn man aber um die Ecke denkt ist das in der mittleren Frist kein Drama. Szenario:
Die Stromversorger erhöhen ihre Preise auf 23 €/ KWh. Wir erreichen endlich ein Strompreisniveau, das den Leuten genug Schmerz bereitet. Seien wir ganz ehrlich: Die 100%ige Steigerung des Strompreises durch Steuererhöhungen und Rohstoffkosten ist ein Grund zum Meckern aber die wenigsten unternehmen wirklich was. Als Fazit kann nur stehen bleiben: Die Kosten sind noch nicht hoch genug, um den signifikanten Teil der satten deutschen Bevölkerung so zu stören, dass sie Maßnahmen ergreifen.
Bei 23€ sieht das anders aus. Die Menschen werden sich nach Alternativen zum zentralen EVU umsehen. BHK sind ein Teil davon. Sie kaufen sich BHKs und die dazugehörigen Dienstleistungen und kündigen im Gegenzug ihre Verträge bei den EVUs. Ein Schritt, der sich auch heute schon sehr schnell lohnen kann.
Im Nachlauf muss das EVU entsprechend Stellen kürzen. Diese Stellen entstehen in gleicher oder höherer Zahl in Geschäften wie der Produktion/Verkauf/Vermietung/Wartung von z.B. BHK.

Stellen die bei EVUs wegbrechen sind nicht verloren sondern werden im Laufe der Volkswirtschaft einfach woanders wieder entstehen.

Ich freue mich ehrlich gesagt über jeden Tag, an dem die Regierung wieder verkackt und die Strompreise steigen. Ich hoffe, dass Schmerzgrenzen bald erreicht sind und endlich jeder Zeit findet, über seinen Tellerrand hinaus zu sehen. Raubbau und fossile Brennstoffe sind Vergangenheit. Lernt das endlich. Wie viele Kriege müssen noch geführt werden, damit ihr nicht mehr Stromkosten habt? Guckt euch das Elend und die Toten in rohstoffreichen 3. Weltländern dieser Welt an und fragt euch, ob ihr das mit eurem alltäglichen Verhalten und eurer Einstellung zu den Dingen nicht maßgeblich unterstützt. :evil:
 
Seien wir ganz ehrlich: Die 100%ige Steigerung des Strompreises durch Steuererhöhungen und Rohstoffkosten ist ein Grund zum Meckern aber die wenigsten unternehmen wirklich was. Als Fazit kann nur stehen bleiben: Die Kosten sind noch nicht hoch genug, um den signifikanten Teil der satten deutschen Bevölkerung so zu stören, dass sie Maßnahmen ergreifen.
Erzähl das mal der Rentnerin über mir, dem Arbeitslosen unter mir und dem Studenten nebenan.

In einem Land mit völlig unterschiedlichen Einkommens-/Eigentums-/Energieverhältnissen gibt es keine pauschalen Lösungen. Man muss schon ein wenig differenzieren und gezielt Belasten und Entlasten, damit nicht plötzlich Millionen Haushalte im Kalten und/oder Dunkeln sitzen. Die Probleme sind heute schon groß genug. *
 
Ich bin weit davon entfernt, einem Schlechtverdiener gut Ratschläge geben zu wollen. Aber wieviel Strom muss man benötigen, um sich den Strom, der lebensnotwendig ist, nicht mehr leisten zu können?

1.000 kw/h liegen bei ca. 300 Euro pro Jahr, also 25 Euro pro Monat. Welcher Gehaltsklasse muss man angehören, um sich das nicht mehr leisten zu können und was bezahlen diese Menschen von ihrem Geld zuerst, das kein Geld mehr für Strom übrig ist?

Marty
 
1.000 kw/h liegen bei ca. 300 Euro pro Jahr, also 25 Euro pro Monat. Welcher Gehaltsklasse muss man angehören, um sich das nicht mehr leisten zu können und was bezahlen diese Menschen von ihrem Geld zuerst, das kein Geld mehr für Strom übrig ist?

Wir haben ca. den doppelten Verbrauch. (2 Erwachsende und ein 10 Monate altes Kind). Das macht dann schon 50 euro + Grundgebühr. Is ne schöne Summer als Student und ner Frau in Elternzeit. Und ich muss sagen das wir nciht gerade verschwenderisch sind und schon darauf achten das nix ohne Grund an ist.

@Contralicious, en bissl Realitätsfern bist du nciht, oder ?
 
[...] 1.000 kw/h liegen bei ca. 300 Euro pro Jahr, also 25 Euro pro Monat. Welcher Gehaltsklasse muss man angehören, um sich das nicht mehr leisten zu können und was bezahlen diese Menschen von ihrem Geld zuerst, das kein Geld mehr für Strom übrig ist?
Es ist ja nicht nur der Strom, sondern die Kosten für Energie im Allgemeinen steigen rasant. Strom, Gas, Benzin. Nur die Grillkohle ist wohl weniger schnell im Preis gestiegen.

Ich bin den ganzen Tag arbeiten und zahle für Strom aus dem Atom derzeit einen Abschlag von 67 Euro monatlich. Ich darf an grünen Strom nicht mal denken...
 
Wir haben ca. den doppelten Verbrauch. (2 Erwachsende und ein 10 Monate altes Kind). Das macht dann schon 50 euro + Grundgebühr. Is ne schöne Summer als Student und ner Frau in Elternzeit. Und ich muss sagen das wir nciht gerade verschwenderisch sind und schon darauf achten das nix ohne Grund an ist.
Das kann ich verstehen, dass man die Kosten merkt. Aber darf man deshalb auf Kosten des Kindes heute die Kosten niedrig halten? Wenn man keine Kinder hat, können einem zukünftige Generationen egal sein, sind sie es dir auch?

Wenn diese unsinnige Förderung für Solarenergie nicht mehr so hoch wäre, wäre auch Solarstrom erschwinglich. Immerhin hat der Staat den Preis fast vollständig unter Kontrolle. Es ist ja nicht so, dass Solarstromerzeuger einfach hohe Preise fordern können, der Staat schmeisst ihnen das Geld quasi hinterher.

Es ist ja nicht nur der Strom, sondern die Kosten für Energie im Allgemeinen steigen rasant. Strom, Gas, Benzin.
Schokolade ist auch teurer geworden...

Ich bin den ganzen Tag arbeiten und zahle für Strom aus dem Atom derzeit einen Abschlag von 67 Euro monatlich. Ich darf an grünen Strom nicht mal denken...
Dann vergleiche doch mal auf einem Vergleichsportal, wieviel kostet der billigste Ökostromanbieter?

Hatte ich erwähnt, dass hier mit Strom geheizt wird?
Nein. Wo ist denn "hier", dass es "hier" keine anderen Heizungen gibt?

Marty
 
Nein. Wo ist denn "hier", dass es "hier" keine anderen Heizungen gibt?
Einer von ~1,5 Millionen Haushalten, die diese Dinger noch nutzen und eine andere Heizung gibt es sicherlich, aber auf absehbare Zeit eben nur in Verbindung mit einer anderen Wohnung und indem man den schwarzen Peter an den Nachmieter weiterreicht.
 
Das kann ich verstehen, dass man die Kosten merkt. Aber darf man deshalb auf Kosten des Kindes heute die Kosten niedrig halten? Wenn man keine Kinder hat, können einem zukünftige Generationen egal sein, sind sie es dir auch?

Gerade weil ich an unsere Nachfolgenden Generationen denke halte ich einen Atomausstieg für falsch. 30 oder 40 Jahre alte Reaktoren abschalten und dafür neue Reaktoren bauen.
Und ein überstürzter Atomausstieg hält später auch keine Kosten niedrig. Wenn man jetzt mal vom schlechtesten Fall der Endlagerung ausgeht dann ist es egal ob man 10000 Tonnen oder 100000 Tonnen lagert. (möchte jetzt aber nicht weiter über den Atomausstieg diskutieren, denn der ist leider beschlossene Sache in Deutschland)

Abgesehen davon, wenn die Kosten weiter steigen und energieintensive Betriebe (Chemie, Metal etc.) auch noch die EEG Umlage zahlen müssen dann sieht's für unsere nachfolgenden Generationen auch nciht gerade rosig aus. Dann haben wir zwar erneuerbare Energie aber keine Jobs mehr die uns den Wohlstand ermöglichen den wir haben. Günstige Energie ist halt ein großer Faktor für Wohlstand.
 
Siehst Du, am Ende ist es gar kein Problem der Energieerzeugung, sondern einzig und alleine die heute überflüssige Förderung der erneuerbaren Energien.

Warum schimpft man auf die erneuerbaren Energien, wenn es doch bloss um die Abgabe dafür geht?

Marty
 
[...] Schokolade ist auch teurer geworden...
BluRay-Player hingegen billiger...

Bevor wir das Spiel durch alle Warengruppen hindurch fortsetzen, möchte ich nur anmerken, dass ich gut und gerne ohne Schokolade und BluRay-Player leben kann. Ohne Strom wird es deutlich schwieriger. Und ich kaufe auch keine Bio-Schokolade, auch nicht wenn sie aus 100% handgestreichelten Kakaobohnen hergestellt wurde.

[...] Dann vergleiche doch mal auf einem Vergleichsportal, wieviel kostet der billigste Ökostromanbieter?
Ich habe es inzwischen aufgegeben, Strompreise zu vergleichen. Ein paar Freundschaften von mir kassieren jedes Jahr diese Wechselprämie und wechseln den Stromanbieter. Aber nachdem die ersten Anbieter schonwieder pleite sind, weil das wohl die Mehrzahl ihrer Kunden so macht, wird es die Wechselprämie wohl auch nicht mehr lange geben.

Davon abgesehen - ich will mal auf Deine Frage antworten. Habe gerade mal bei Check24 rein geschaut. Also der günstigste Ökostromanbieter wäre nur rund 60 Euro pro Jahr teurer (dafür aber 12 Monate Bindung und der Neukundenbonus wurde auch noch mit rein gezählt). Immerhin. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da war die Spanne größer. Bin direkt positiv überrascht, auch wenn es für mich nicht in Frage kommt.
 
Erzähl das mal der Rentnerin über mir, dem Arbeitslosen unter mir und dem Studenten nebenan.

In einem Land mit völlig unterschiedlichen Einkommens-/Eigentums-/Energieverhältnissen gibt es keine pauschalen Lösungen. Man muss schon ein wenig differenzieren und gezielt Belasten und Entlasten, damit nicht plötzlich Millionen Haushalte im Kalten und/oder Dunkeln sitzen. Die Probleme sind heute schon groß genug. *

Pffff, erzähl das mal dem Türken auf dem Taksim Platz... Wenn der Schmerz groß genug ist, gehen ALLE auf die Straße. Nicht nur einzelne Gruppen... Und nur dann kommt auch was in Bewegung.
 
Wir haben ca. den doppelten Verbrauch. (2 Erwachsende und ein 10 Monate altes Kind). Das macht dann schon 50 euro + Grundgebühr. Is ne schöne Summer als Student und ner Frau in Elternzeit.
50 € (wieso eigentlich plus Grundgebühr!?) sind aber ein Durchschnittspreis. Da gibt's günstigere Angebote, mit Bonizahlung sogar deutlich günstigere Angebote. Auch atomstromfrei.
 
50 € (wieso eigentlich plus Grundgebühr!?) sind aber ein Durchschnittspreis. Da gibt's günstigere Angebote, mit Bonizahlung sogar deutlich günstigere Angebote.

Link seh da keinen billigeren. Mein Anbieter ist auch billiger weil ich 20% wieder bekomme am ende diesen Jahres, aber solche Bonuszahlungen rechne ich nicht mit rein.

Auch atomstromfrei.
Das lass ich einfach mal so stehen ^^
 
Pffff, erzähl das mal dem Türken auf dem Taksim Platz...
Ich bezweifle, dass der sich momentan für die deutsche Energiepolitik interessiert. :roll:
Wenn der Schmerz groß genug ist, gehen ALLE auf die Straße. Nicht nur einzelne Gruppen... Und nur dann kommt auch was in Bewegung.
Politik soll gar nicht auf der Straße gemacht werden. Es gilt genau das zu verhindern, indem man nach vernünftigen Lösungen sucht und sich mit Missständen differenziert auseinandersetzt, bevor sie unbeherrschbar werden, statt sie gezielt unbeherrschbar zu machen.
 
Ich muss mich mal korrigieren. Ich habe eine Verbrauch von 2500Kwh und zahle 63 eus im monat.

Ich bezweifle, dass der sich momentan für die deutsche Energiepolitik interessiert. :roll:

Politik soll gar nicht auf der Straße gemacht werden. Es gilt genau das zu verhindern, indem man nach vernünftigen Lösungen sucht und sich mit Missständen differenziert auseinandersetzt, bevor sie unbeherrschbar werden, statt sie gezielt unbeherrschbar zu machen.

:renoyg: auf der Straße sind die Menschen viel zu sehr von Emotionen begleitet. Und gerade bei so wichtigen Themen wie Energie sollte man rationaler an die Sache rangehen.
 
Strom wird viel teurer: Schuld sind Befreiungen für große Unternehmen (Update)

Folgende News wurde am 01.07.2013 um 20:07:00 Uhr veröffentlicht:
Strom wird viel teurer: Schuld sind Befreiungen für große Unternehmen (Update)
Shortnews

Wie ShortNews bereits berichtete, wird Strom für Endverbraucher im kommenden Jahr in Deutschland wohl nochmals deutlich teurer werden. Einer der Hauptgründe blieb dabei aber ungenannt: Die Befreiung großer Unternehmen von den Netzentgelten, denn deren Anteil wird auf die privaten Verbraucher umgelegt. Paradox dabei: Die Preise für die Stromerzeugung sinken. Ebenso fällt der Börsenpreis für Strom. Doch diesen Preisvorteil geben die großen Unternehmen nicht an ihre Endkunden weiter.
 
Was gibt es für die Regierung Schöneres, als Unfrieden zu stiften, um die eigenen Kniffe zu verschleiern, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der neueste Kniff: Die Abgabe zur Förderung erneuerbarer Energien. Dazu kommen die "üblichen Verdächtigen" Ökosteuer und Umsatzsteuer. Eventuell noch Brennelemente-Steuer, Abgabe für die Nutzung der Netze(danke EU) .... Der Politiker-Fantasie zur Erfindung neuer Abgaben ist in der Energiewirtschaft keine Grenze gesetzt.

Der Preis für Strom in Deutschland ist so hoch, dass energieintensive Unternehmen in Deutschland nicht überleben könnten, würden sie nicht von einem Teil der öffentlichen Abgaben befreit. Diese Befreiung diente bisher dazu, Arbeitsplätze zu sichern. Wenn die energieintensiven Unternehmen (z.B. Stahlindustrie) bei uns dicht machen, wieviele Menschen würden ihren Arbeitsplatz verlieren?

Würde die Abschaffung der Energie-Steuererleichterung für energieintensive Unternehmen wirklich den Strompreis für die Normalverbraucher senken? Wohl kaum.
 
Würde die Abschaffung der Energie-Steuererleichterung für energieintensive Unternehmen wirklich den Strompreis für die Normalverbraucher senken? Wohl kaum.
Das würde den Preis für den Normalverbraucher sogar erhöhen.

Der Grund für den hohen Preis ist die EEG-Umlage, die genauso steigt wie der Börsenpreis fällt. Die Ökostrom-Produzenten bekommen ja ihren garantierten Preis, also muss entsprechend mehr Umlage gezahlt werden wenn der Strom billiger verkauft wird. Deshalb hat der Börsenpreis gar keinen Einfluss auf den Strompreis der Endverbraucher.
(Steht übrigens auch in der Quelle)

Der Preis für Erzeugung, Transport und Vertrieb hat sich seit 1998 nur geringfügig erhöht, wahrend sich die Steuern, Umlagen und Abgaben mehr als verdoppelt haben.
Hier hilft auch kein Anbieterwechsel.
 
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