[...] Wir haben bereits Ghettos in Berlin. In Paris gibt es sie auch, woraus sich die Neger ja auch mehr als einmal erhoben haben und halb Paris in Brand steckten. Das sind doch alles keine illegalen Zuwanderer! Diese Ghettos und Slums sind vor allem durch Parallelgesellschaften entstanden. Weil eben auch Menschen freiwillig immer ihresgleichen gesucht haben und so bald nur noch eine bestimmte Ethnie in einem Bezirk wohnt. [...]

Sind die Menschen tatsächlich völlig freiwillig in diese "Ghettos" gezogen? Oder lag es vielleicht auch an ihren finanziellen Mitteln und an der Art und Weise, wie sie bei der Wohnungssuche Erfolge erzielen konnten?
 
Ich bin in 2 Monaten arbeitslos, weil mein Chef die Kosten nicht mehr stemmen kann. Soll ich auch dorthin ziehen, weil ich es mir anders nicht mehr leisten kann?
 
Wenn Du Dir keine andere Wohnung mehr leisten kannst, wirst Du wohl müssen... ;)

Oder aber Du suchst Dir eine schöne ruhige Gegend auf dem Land. Dort könnte es aber vielleicht schwerer sein, wieder einen Job zu finden (selbst wenn man keine landesuntypische Hautfarbe hat).
 
Ich bin in 2 Monaten arbeitslos, weil mein Chef die Kosten nicht mehr stemmen kann. Soll ich auch dorthin ziehen, weil ich es mir anders nicht mehr leisten kann?

Gegenfrage: Wer soll Dir die teurere Wohnung finanzieren, wenn du sie dir nicht mehr leisten kannst? Das ist nicht persönlich gemeint, sondern grundsätzlich. In der Regel lebt jeder da, wo er sich es leisten kann, kann er es sich nicht mehr leisten, zieht er weg.

Und es ist mitnichten so, dass die Banlieux von Paris bewusst zu Ghettos gemacht wurden - weder von der Gesellschaft noch von den Bewohnern. Nur sind die Bewohner heute stigmatisiert und haben keinerlei Perspektive - das gilt im übrigen auch für die dort lebenden "Ureinwohner" französischer Herkunft.

Wo ist der Thread?

:arrow: https://www.klamm.de/forum/f2/allgemeine-diskussion-zu-newskommentaren-442631.html
 
Ich möchte gerade so einigen hier in den Hintern treten... die mir mehr oder weniger nahelegen, in ein Ghetto zu ziehen.

Wieso kriege ich nicht solch eine Unterstützung wie unsere geliebten Zuwanderer? Dann könnte ich problemlos da bleiben, wo ich bin.

Ich bin eine Fachkraft und werde wieder was neues finden, auch in meinem Alter. Aber sooo einfach, wie es von unseren Medien vermittelt wird, wird es wohl eher nicht werden.
Weil ich vom Gehalt gerne leben möchte.
Aber das ist natürlich eine sehr hohe Anforderung, die die heutigen Arbeitgeber eher abschreckt. Nicht umsonst werden bei Stellenangeboten Gehaltsvorstellungen gefordert, um die Fachkräfte, die "zu viel" verlangen, gleich aussortieren zu können. Wer will schon jemanden für ein akzeptables Gehalt einstellen, wenn er jemand für 8,50 bekommen kann, der schon so verzweifelt ist, daß er ALLES annimmt. Und vielleicht findet man ja sogar jemanden aus dem Ausland, der sogar für 5 Euro arbeitet und vor den Behörden dann 8,50 angibt... Aber immerhin, der Wirtschaft geht es gut.
 
Sind die Menschen tatsächlich völlig freiwillig in diese "Ghettos" gezogen? Oder lag es vielleicht auch an ihren finanziellen Mitteln und an der Art und Weise, wie sie bei der Wohnungssuche Erfolge erzielen konnten?
Das wird sich vermutlich auch von Fall zu Fall unterscheiden. Viele der Randalierer sind jedenfalls inzwischen dort schon geboren worden.

Machen wir doch mal ein Gedankenexperiment. Wir nehmen an, es kämen 4 Flüchtlinge. Die Grenzen sind offen, also latschen sie einfach durch und werden von einem freundlichen PRO ASYL-Mitarbeiter in Empfang genommen. Die Personalien werden festgestellt (wir gehen jetzt mal davon aus, dass die korrekt sind und alles stimmt). Der erste ist/war ein syrischer Herzchirurg. Hat bis zum Schluss in einem Lazarett als Notfallmediziner gearbeitet und verwundete behandelt bis das Lazarett zerstört wurde und er fliehen musste. Der zweite hat, wie sein Vater auch schon, auf dem Bau gearbeitet. Er ist in dem, was er tut, ziemlich gut und schnell. Der dritte hat sein Studium gerade abgeschlossen, möchte aber nicht in seinem Land unter diesen Umständen arbeiten und steht jetzt mit in der Schlange. Der vierte kann gar nix, hat keinen Berufs- und keinen Schulabschluss und ist auch sonst nicht sonderlich begabt - also etwa vergleichbar mit etwa der Hälfte unserer deutschen Hartzies.

So, der Herzchirurg kann Glück haben, dass jemand mit seinem Wissen und Erfahrungen gebraucht wird. Immer mal vorausgesetzt, dass nicht schon jeder zweite Herzchirurg in Deutschland Taxi fährt. Findet er eine Anstellung in einem Krankenhaus, wird er gleich gut bezahlt. Von seinem Gehalt kann die ganze Familie leben und er wird so schnell wie möglich aus die ihm zugewiesene Wohnung ausziehen. Womöglich ein Haus in bester Lage bauen und sich von Anfang an bemühen, mit seinen Nachbarn ein gutes, ja freundschaftliches Verhältnis zu pflegen. Geldsäcke unter sich eben ;)

Der Bauarbeiter hat es schon etwas schwerer. Überall auf dem Bau spricht man, wie einst beim Turmbau zu Babel, unterschiedliche Sprachen. Aber Arbeit gibt es kaum; gut bezahlte schon gar nicht. Er wird aber irgendwann die Möglichkeit haben, irgendwo Probe arbeiten zu können. Er zeigt, was er kann und bekommt einen Saisonjob. Eventuell muss er auch auf Montage fahren, aber das stört ihn nicht. Er lernt auf Arbeit wieder andere kennen, womöglich wechselt er schon bald den Arbeitgeber und wird besser bezahlt. Letztlich wird er seine Familie mit dem Einkommen kaum durch bekommen, sie werden entweder auf ergänzende Leistungen angewiesen sein oder die Frau/Kinder finden auch eine Arbeit. Wie auch immer, der wird sich mit der Zeit ebenfalls integrieren und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden.

Der Student hat es noch schwerer. Natürlich abhängig von seinem gewählten Studium ist sein Beruf mehr oder weniger nachgefragt. Jedenfalls wird sein Abschluss hier wahrscheinlich nicht gleichwertig anerkannt. Er wird vorher einen Sprachkurs machen müssen, um mindestens C1 zu erreichen, um Zugang zur Hochschule zu erhalten. Dauer, wenn er von Null anfängt, etwa 1,5 Jahre, sofern er alle Prüfungen schafft und keine wiederholen muss. Dann geht auf die Uni, nochmal ein paar Monate und muss dann auch hier seine Prüfung ablegen. Dann ist er vermutlich Bachelor und das ist inzwischen beinahe wertlos geworden in den letzten Jahren. Er muss also noch 1 oder 2 Jahre dran hängen, um den Master zu machen. Bis jetzt bezahlt das alles der Staat. Über sein Praktikum hat er das Glück, in einer Firma zu überzeugen und findet eine furchtbar unterbezahlte Stellung, auf die sich allerdings auch 12 Deutsche beworben haben, die jetzt erstmal arbeitslos sind. Der wohnt derweile in einem Heim oder der billigsten Wohnung, die er finden kann.

Der ungelernte hat es zweifelsfrei am Schwersten. Der kann nix, ist nix, will aber haben. Machen wir es kurz: Wenn er es in seiner Heimat ohne Sprachbarriere zu nichts gebracht hat, dann sieht es in einem anderen Land noch viel viel dusterer aus. Den werden wir also am Arsch haben und nicht mehr los werden. Im Grunde ist er ein importierter Hartzi, nur dass er noch wesentlich geringere Aussichten auf eine Ausbildung und Arbeit hat, als ein einheimischer. Das Amt wird ihn vermutlich auch dazu zwingen, eine preislich angemessene Wohnung zu beziehen. Und die wird er sich mit fast 100%-iger Sicherheit in einer Gegend suchen, wo schon seinesgleichen wohnt. Über die Jahre wird er gezwungen werden, auf deutsches Steuergeld eine Aus- und Weiterbildung zu machen, die aber auch nicht zu dem Erfolg führen, wie es sich vielleicht ein Integrator wünschen würde. Eventuell werden seine Kinder anders, aber wer es ihnen so vorlebt und dazu (typisch für das Präkariat) passend auch reich an Anzahl welche hat, steht eben in der Chancenliste noch hinter jedem deutschen Hartzi.

Keine Ahnung, ob ich jetzt einen guten oder schlechten Querschnitt durch die Flüchtlinge und Zuwanderer getroffen habe. Aber ich behaupte nach wie vor, dass wir es uns nur leisten können (und folglich auch sollten), Menschen aufzunehmen, die zumindest absehbar einen Mehrwert für unser Land darstellen. Hingegen brauchen wir aber niemanden, der sich noch "uff Amte" mit dem einheimischen Präkariat zankt, wer nun auf der sozialen Leiter noch weiter unten steht... Deswegen: Aussieben!

EDIT: @Texaner - Darf ich Dich bitte fragen, welchen Beruf Du gelernt hast und ausübst?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte gerade so einigen hier in den Hintern treten... die mir mehr oder weniger nahelegen, in ein Ghetto zu ziehen.

So ein Unsinn. Ich habe lediglich gesagt, dass Du womöglich dorthin ziehen musst, wenn Du Dir keine andere Wohnung mehr leisten kannst. Eine Alternative habe ich sogar auch noch aufgezeigt... :roll:


Wieso kriege ich nicht solch eine Unterstützung wie unsere geliebten Zuwanderer? Dann könnte ich problemlos da bleiben, wo ich bin.

Die wirst Du wohl auch bekommen, wenn Du sie beantragst. Und vermutlich wirst Du dann noch nicht einmal Deine Wohnung verlassen müssen.
 
Keine Ahnung, ob ich jetzt einen guten oder schlechten Querschnitt durch die Flüchtlinge und Zuwanderer getroffen habe. Aber ich behaupte nach wie vor, dass wir es uns nur leisten können (und folglich auch sollten), Menschen aufzunehmen, die zumindest absehbar einen Mehrwert für unser Land darstellen. Hingegen brauchen wir aber niemanden, der sich noch "uff Amte" mit dem einheimischen Präkariat zankt, wer nun auf der sozialen Leiter noch weiter unten steht... Deswegen: Aussieben!

herrlich, ich empfehle folgende Artikel des Grundgesetzes, vor allem im Hinblick darauf, dass du (ausgerechnet!) Syrer als Beispiele genommen hast:

Art. 1.1 und 1.2, Art 2.1, Art 3.3 und Art 16a
 
Die wirst Du wohl auch bekommen, wenn Du sie beantragst. Und vermutlich wirst Du dann noch nicht einmal Deine Wohnung verlassen müssen.

Dummerweise habe ich in den letzten Jahren Ersparnisse angehäuft, die nach der aktuellen Gesetzgebung für ein paar Jahre ausreichen. Bevor ich vom Staat (nach dem Arbeitslosengeld) auch nur einen Cent sehe, muß ich mit meinen Ersparnissen erstmal viele Jahre auskommen.

Ich habe mein ganzes Leben lang zurückgelegt, um für die Rente vorzusorgen. Es war nie gedacht, um ggf. auszusorgen, falls ich mal länger arbeitslos bin. Da ist ne nette Summe zusammengekommen. Und jetzt soll ich die in einem Jahr ausgeben, um anschließend Hartz IV zu bekommen? Da hätte ich doch besser alles sofort verprassen können, dann müßte ich mir jetzt keine Sorgen machen und könnte einfach weiterleben wie bisher.
 
Ich möchte gerade so einigen hier in den Hintern treten...
Das solltest du nur in Betracht ziehen, wenn du ein kräftiges Echo vertragen kannst... :evil:

die mir mehr oder weniger nahelegen, in ein Ghetto zu ziehen.
weder mehr noch weniger, sondern gar nicht.

Wieso kriege ich nicht solch eine Unterstützung wie unsere geliebten Zuwanderer? Dann könnte ich problemlos da bleiben, wo ich bin.
Welche da wären? Und verwechsele nicht "Zuwanderer" mit "Asylsuchenden"! Solche Anfängerfehler sollten langsam aussterben. :p
 
[...] Und jetzt soll ich die in einem Jahr ausgeben, um anschließend Hartz IV zu bekommen? Da hätte ich doch besser alles sofort verprassen können, dann müßte ich mir jetzt keine Sorgen machen und könnte einfach weiterleben wie bisher.

Das ist Deine Entscheidung. Ich würde das vermutlich nicht tun.

Ich bin übrigens auch kein großer Freund von Hartz IV, allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass diese Regelungen auch nicht abgeschafft würden, wenn wir gar keine Emigranten mehr im Land hätten.
 
Dummerweise habe ich in den letzten Jahren Ersparnisse angehäuft, die nach der aktuellen Gesetzgebung für ein paar Jahre ausreichen. Bevor ich vom Staat (nach dem Arbeitslosengeld) auch nur einen Cent sehe, muß ich mit meinen Ersparnissen erstmal viele Jahre auskommen.

Ich habe mein ganzes Leben lang zurückgelegt, um für die Rente vorzusorgen. Es war nie gedacht, um ggf. auszusorgen, falls ich mal länger arbeitslos bin. Da ist ne nette Summe zusammengekommen. Und jetzt soll ich die in einem Jahr ausgeben, um anschließend Hartz IV zu bekommen? Da hätte ich doch besser alles sofort verprassen können, dann müßte ich mir jetzt keine Sorgen machen und könnte einfach weiterleben wie bisher.

Ich glaub', du hast dich im Thread geirrt. Dein Beitrag gehört in diesen Thread.
 
herrlich, ich empfehle folgende Artikel des Grundgesetzes, vor allem im Hinblick darauf, dass du (ausgerechnet!) Syrer als Beispiele genommen hast:
Ja, war vielleicht doof. Aber auch nur, weil ich einen guten syrischen Spezialisten kenne und in Behandlugn war...

Da lese ich aber nirgends, dass sich das deutsche Volk und der deutsche Staat selbst opfern muss, um anderen in Not zu helfen. Wo steht das?

So lange wir nicht wissen, wieviele da kommen wollen und werden (die geweissagten Zahlen werden ja beinahe jeden Monat nach oben korrigiert), muss ich davon ausgehen, dass wir womöglich von einigen Millionen Menschen während der nächsten Jahre sprechen. Menschen, die absolut nichts mehr zu verlieren haben und sich auch notfalls mit Gewalt Zugang verschaffen werden. Hier angekommen können wir überhaupt nicht automatisch davon ausgehen, dass sie dereinst wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden. Wir können auch gar nicht allen Menschen den Weg ebnen, so wie wir es schon seit Jahrzehnten nicht für jeden einheimischen Arbeitslosen machen konnten. Wir können nur hoffen, dass ein möglichst hoher Anteil der Leute keine Doofbratzen sind. Super.

Die einen fordern, alle aufzunehmen und hier zu behalten (womöglich gleich einzubürgern). Augen zu und durch, Gott wird uns schon beistehen. Die anderen wollen keine Flüchtlinge aufnehmen. Immer weniger Menschen scheinen diskutabel zu sein. Man bohrt sich linksaußen oder rechtsaußen fest und belegt sich mit immer neuen Schimpfworten. Auch super.

Mal abgesehen von der Finanzierbarkeit, die ich nach wie vor für nicht realisierbar halte, bringen die Leute doch ihre Probleme mit hier her. Ein Haus, in dem ein Jude und ein Araber friedlich Tür an Tür wohnen, ist doch eher die Ausnahme als die Regel. Ich habe in Berlin Straßenschlachten zwischen Kurden und Türken gesehen. Wann schlachten sich Schiiten und Sunniten ab? Ist es so weit her geholt? Selbst ganz unten angekommen, prügeln sie sich in den Auffanglagern. Das soll sich alles ändern, wenn sie eine Wohnung haben? Wie denn - göttliche Intervention etwa?

Daher nochmal die Frage: Wie auf Dauer? Verdammt, macht sich da niemand, der stur das Grundgesetz rezitiert, Gedanken darüber? Oder wird vorausgesetzt, dass die Polizei, die jetzt schon nicht der Lage mehr vollumfänglich Herr wird, uns schützen kann? Und nach wie vor: Wer bezahlt die Integration - Kurse, Tests, Aus- und Weiterbildungen, ...? Wieviele Menschen können wir aufnehmen, bevor selbst der merkwürdige Taschenrechner von Schäuble nur noch "ERROR" anzeigt? Wenn diese Maximalgrenze erreicht ist, was machen wir dann? Darüber hinaus: Es geht zum Winter. Warten wir jetzt, bis die ersten Flüchtlinge mit dem Arsch festgefroren sind und teilen dann Spitzhacken aus oder wie soll es werden? Wie verfahren wir mit Ländern wie etw Ungarn, die jetzt schon ihre Grenzen dicht machen? Aus der EU raus schmeißen können wir sie ja nicht. Zur Aufnahme verpflichten allerdings irgendwie auch nicht. Wie können wir sicherstellen, dass die Identität aller Personen, denen wir Asyl gewähren, zweifelsfrei geklärt ist? Bloß gut, dass Bin Laden nicht mehr lebt, denn der könnte wohl dieser Tage recht problemlos auf Rügen Urlaub machen...

Schade, dass man diese Diskussion öffentlich kaum noch führen kann, denn inzwischen sitzen sich ja die beiden Lager Pro und Contra Asyl nur noch gegenüber und denken sich neue Schimpfworte aus. Zumindest konnte ich in diversen Blogs, bei Facebook, Zeitungen und auch bei Klamm meinen Wortschatz erweitern. "Linksgrünversiffte Gutmenschen" hat mir gut gefallen :) Die Antwort "xenophober Rassist" war nicht ganz so originell, eher altbacken. Aber egal. Mal schauen, wenn es die nächsten Ausfälle gibt, denn an eine guten, konstruktiven Dialog glaube ich nicht mehr wirklich.
 
Meine Auffassung dazu mag ja vielleicht weltfremd sein, aber...

Entweder man muss die Probleme vor Ort lösen (helfen), oder eben mit den Folgen hier fertigwerden. Und wenn man es mit der Menschenwürde ernst meint, kann das eigentlich nicht "Schotten dicht" bedeuten. Zumal das ohnehin nicht wirklich funzt (siehe Mexico <> USA).

Mir persönlich (und vermutlich auch den Flüchtlingen ;) ) wäre Variante 1 wesentlich lieber. Aber ich fürchte, bis sich die westlichen Staaten dazu durchringen können, muss noch deutlich mehr passieren als augenblicklich.
 
Herrmann: Taschengeld für Asylbewerber vom Balkan «Zumutung»

Folgende News wurde am 17.08.2015 um 11:28:02 Uhr veröffentlicht:
Herrmann: Taschengeld für Asylbewerber vom Balkan «Zumutung»
Top-Themen

Berlin (dpa) - Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert, das Taschengeld für Asylsuchende aus den Balkanstaaten drastisch zu kürzen. «Die Zuwendungen für diese Gruppe sind eine Zumutung für die deutschen Steuerzahler», sagte der CSU-Politiker der Zeitung «Die Welt».
Diese Zahlungen seien ein Anreiz für viele Menschen vom Balkan, nach Deutschland zu kommen und das Geld mit nach Hause zu nehmen.
Herrmann plädierte dafür, das Leistungsniveau für alle Asylbewerber zu überprüfen. «Wir müssen uns fragen, ob sich der deutsche Sozialstaat die jetzige Großzügigkeit noch leisten kann», sagte er. Sachleistungen sollten Vorrang vor Geldleistungen haben. «Echte Flüchtlinge wollen auch nur in Sicherheit leben, eine Unterkunft haben, täglich verpflegt und etwas zum Anziehen haben.»
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, Asylbewerbern eher Sachleistungen als Bargeld zu geben. Bisher bekommen sie in den Erstaufnahme-Einrichtungen ein Taschengeld von 143 Euro im Monat.
De Maizière will in dieser Woche eine neue Prognose abgeben, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr in Deutschland erwartet werden. Bisher wurde mit 450 000 gerechnet, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher sein.
 
Herrmann: Taschengeld für Asylbewerber vom Balkan «Zumutung»

Folgende News wurde am 17.08.2015 um 15:13:26 Uhr veröffentlicht:
Herrmann: Taschengeld für Asylbewerber vom Balkan «Zumutung»
Top-Themen

Berlin (dpa) - Die Forderung aus der CSU nach Leistungskürzungen für Asylbewerber vom Balkan stößt bei der Opposition und Flüchtlingsorganisationen auf heftige Kritik. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verlangte, das Taschengeld für Asylsuchende aus Balkan-Staaten drastisch zu kürzen.
«Die Zuwendungen für diese Gruppe sind eine Zumutung für die deutschen Steuerzahler», sagte er der Zeitung «Die Welt». Diese Zahlungen seien ein Anreiz für viele Menschen vom Balkan, nach Deutschland zu kommen und das Geld mit nach Hause zu nehmen. Linke und Grünen rügten den Vorstoß als rechtspopulistisch. Die Organisation Pro Asyl klagte, solche Vorschläge schürten Vorurteile. Rechtlich gibt es ebenfalls Bedenken.
Wer in Deutschland um Asyl bittet, bekommt neben anderen Leistungen auch Bargeld ausgezahlt. In den ersten Wochen - bis maximal drei Monate -, in denen Asylbewerber in der Erstaufnahmeeinrichtung eines Bundeslandes untergebracht sind, bekommen Flüchtlinge vorrangig Sachleistungen.
Daneben gibt es aber auch Bargeld für persönliche Bedürfnisse - eine Art «Taschengeld». Für Alleinstehende sind das 143 Euro im Monat. Wenn Asylbewerber nicht mehr in diesen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind und damit in der Regel Essen und andere Sachleistungen wegfallen, gibt es mehr Bargeld.
Herrmann plädierte dafür, das Leistungsniveau für alle Asylbewerber zu überprüfen. «Wir müssen uns fragen, ob sich der deutsche Sozialstaat die jetzige Großzügigkeit noch leisten kann», sagte er. Sachleistungen sollten Vorrang vor Geldleistungen haben. «Echte Flüchtlinge wollen auch nur in Sicherheit leben, eine Unterkunft haben, täglich verpflegt und etwas zum Anziehen haben.»
Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, Asylbewerbern eher Sachleistungen als Bargeld zu geben. Im Innenministerium gibt es Überlegungen, die gesetzlich vorgeschriebene Höchstdauer für den Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu verlängern - und damit auch den Zeitraum, in dem Asylbewerber vorrangig Sachleistungen bekommen.
Eine Kürzung des «Taschengeldes» halten Juristen dagegen für schwierig. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2012 geurteilt, dass auch Asylbewerbern ein menschenwürdiges Existenzminimum zu gewähren sei. Die Leistungen für sie wurden danach angehoben.
Grünen-Chefin Simone Peter mahnte, nach dem Karlsruher Urteil gehöre die Diskussion ein für alle Mal vom Tisch. «Flüchtlingen das wenige Geld zum Leben kürzen oder streichen zu wollen, ist schäbig», rügte Peter. Vorschläge dieser Art nannte sie rechtspopulistisch.
Linksparteichefin Katja Kipping warf Herrmann vor, er sei der «parlamentarische Arm des rechtspopulistischen Stammtischs». Auf Abschottung und Abschreckung zu setzen, sei nicht nur unmenschlich und verfassungsrechtlich höchst fragwürdig, sondern auch wirkungslos. «Denn wer vor rassistischer Verfolgung, vor Not oder Elend flieht, der lässt sich auch durch Taschengeldentzug nicht davon abschrecken.»
Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl erklärte, eine Kürzung des Bargeldes für Asylbewerber hieße, dass das Existenzminimum unterwandert würde. Dies dürfe nicht passieren, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt der dpa. Außerdem sei schon das Wort «Taschengeld» beschönigend, klagte er. Schließlich gehe es um eine minimale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, was mit diesen Zahlungen schon kaum gelinge.
 
Und nach wie vor: Wer bezahlt die Integration - Kurse, Tests, Aus- und Weiterbildungen, ...? Wieviele Menschen können wir aufnehmen, bevor selbst der merkwürdige Taschenrechner von Schäuble nur noch "ERROR" anzeigt?
Jahrelang stecken wir tief in den roten Zahlen, ohne dass es groß jemanden juckt und jetzt wo Menschen tatsächlich mal tief in der K*cke sitzen machen wir einen auf vorbildlichen Sparfuchs, damit man 2017 was zum Prahlen hat. Ja, wir sprechen über große Summen, aber wir haben auch ein großes Problem, an dessen Eskalation die finanzpolitische Zurückhaltung auch nicht ganz unschuldig ist. Bürgerkrieg in Syrien ist ja nicht erst seit gestern, vorbereitet hat sich aber niemand. Und ganz egal für welchen Lösungsweg man sich am Ende entscheidet, es wird so oder so ordentlich Knete kosten. Militäreinsatz und Aufbauhilfe gibts schließlich auch nicht für Lau.
 
Jahrelang stecken wir tief in den roten Zahlen, ohne dass es groß jemanden juckt
Jedes Jahr hat mindestens der Bund der Steuerzahler dem jeweiligen Finanzminister die rote Karte gezeigt. Jedes Jahr habe wenigstens ich mich über die Verschwendungssucht meiner Volksvertreter aufgeregt - und nicht nur innerlich. Nur leben wir nicht in einer perfekten Demokratie. Einmal gewählt, machen die Herren so, wie es ihnen dünkt. Mehr und mehr Schulden, wer es zahlt ist egal. Mir aber nicht, weil ich es - ganz im Gegensatz zu meinen verblödeten Volksvertretern - tatsächlich erarbeiten und somit bezahlen muss. Also "es juckt niemanden" stimmt so gar nicht.

Ja, wir sprechen über große Summen, aber wir haben auch ein großes Problem, an dessen Eskalation die finanzpolitische Zurückhaltung auch nicht ganz unschuldig ist.
aessitt, mein Problem bei der Sache ist, dass weder Du, noch ich, noch überhaupt irgendjemand auch nur im Ansatz abschätzen kann (oder will), über wieviel Geld wir überhaupt reden. Wir wissen nicht, wieviele Menschen wir für wie lange aufnehmen wollen oder müssen und was dann mit ihnen geschehen soll. Es kann sein, dass wir über 100 Millionen Euro pro Jahr reden, aber ebenso gut können es auch 10 Milliarden sein. Keiner traut sich an den Taschenrechner und keiner will sagen: "Ok, wir können uns pro Jahr eine Gesamtzahlt von X Flüchtlingen leisten. Mehr geht nicht."

Zu sagen, wir nehmen alle auf, egal wieviele, weil es ihnen schlechter geht als uns, ist Selbstmord auf ganzer Linie. Das ist auch völlig weltfremd, denn es kann ja nicht das Ziel sein, uns zu ruinieren, damit die Flüchtlinge freiwillig weiter ziehen.

Bürgerkrieg in Syrien ist ja nicht erst seit gestern, vorbereitet hat sich aber niemand.
Bei anderen Kriegen in Afrika haben sich die Leute ja auch fein säuberlich gegenseitig abgeschlachtet, da ist ja im Vergleich zu heute kaum jemand geflohen (beim Massaker in Ruanda waren es gerade mal 2 Millionen Menschen, die auch nicht nach Europa wollten, sondern in Nachbarstaaten Schutz gesucht haben). Heute reden wir von über 60 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Wir reden von einem völlig destabilisierten Mittlern Osten - Danke nochmal, Herr Bush! Wenn ich mal ehrlich sein darf, dann sollten die USA die Hauptlast von Flüchtlingen aufnehmen. Die haben genug Platz, sind von Anfang an ein Einwanderungsland, haben unbegrenzte Möglichkeiten und die große Freiheit. Darüber hinaus sprechen die gebildeten unter den Flüchtlingen mindestens schon englisch, brauchen also weit weniger Integrationsaufwand. Na, Barack, wie wär's?

Und ganz egal für welchen Lösungsweg man sich am Ende entscheidet, es wird so oder so ordentlich Knete kosten. Militäreinsatz und Aufbauhilfe gibts schließlich auch nicht für Lau.
Ist richtig. Aber dafür ist die Lösung vermutlich nachhaltiger als jede andere. Zumal wir hier auch nicht alle Perlen unter den Flüchtlingen aussieben können, da die in ihrer Heimat viel dringender benötigt werden als hier - sofern eine militärische Intervention erfolgreich verläuft. Aber die sollte nach Möglichkeit bitte nicht von den USA geleitet werden, das geht meistens schief...
 
aessitt, mein Problem bei der Sache ist, dass weder Du, noch ich, noch überhaupt irgendjemand auch nur im Ansatz abschätzen kann (oder will), über wieviel Geld wir überhaupt reden. Wir wissen nicht, wieviele Menschen wir für wie lange aufnehmen wollen oder müssen und was dann mit ihnen geschehen soll. Es kann sein, dass wir über 100 Millionen Euro pro Jahr reden, aber ebenso gut können es auch 10 Milliarden sein. Keiner traut sich an den Taschenrechner und keiner will sagen: "Ok, wir können uns pro Jahr eine Gesamtzahlt von X Flüchtlingen leisten. Mehr geht nicht."
Ich kann dir aber sagen was die USA für den Irak ausgegeben haben und, dass sie daran beinahe bankrott gegangen sind. Ich mag mich irren, halte es aber für extrem unwahrscheinlich, dass uns Syrien, Irak und womöglich bald noch Afghanistan zusammen billiger kommen werden. Da waren wir noch gar nicht in Nordafrika.

Was du auch immer für einen Flüchtling in Deutschland ausgibst, fließt in den Binnenmarkt.
Ob du jetzt Wohnungen baust, die Strom verbrauchen, du denen Taschengeld gibst oder du Sachbearbeiter, Lehrer, Ärzte und Polizisten einstellst, das Geld bleibt im Land.
Ich weiß dagegen schon was du sagen wirst, wenn es in Syrien irgendwann von deinen Steuergeldern bessere Straßen gibt als hier, gebaut von chinesischen Bauunternehmen.