Also ich denke, es bezweifelt niemand, dass die Euro-Krise nach wie vor andauert, obgleich Politiker das Gegenteil behaupten.
Die Euro-Krise dauert so lange an bis wieder ordentliche Zinsen gezahlt werden. Die Niedrigstzinspolitik der EZB beweist das Fortdauern der Krise, denn das billige Geld soll vor allem zur Refinanzierung der maroden Euro-Staaten dienen - es fließt von der EZB an die Banken und dann zum Staat. So lange diese Quelle sprudelt braucht man kaum Angst vor Enteignungen haben, auch wenn es den Haltern von Griechenbonds und Bankkunden in Zypern nichts geholfen hat.

also bevor in ein paar Monaten die Hölle los bricht - jedenfalls laut Dirk Müller
Wenn man im Medienbereich erfolgreich sein will, muss das schon etwas überspitzen - Sensationen, Attraktionen.
 
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[...] Die Niedrigstzinspolitik der EZB [...]
Gestern abend, als ich las, dass die EZB den Zins weiter auf 0,5% gedrückt hat, bin ich mal wieder albern geworden und habe mir gewünscht, eine Bank zu sein. Ich habe geträumt, ich würde mir nur 10 Millionen Euro auf Pump holen und sie in eine beliebige Aktie eines DAX (oder MDAX)-Unternehmens investieren. Noch am gleichen Tag dürfte der Kurs schwindelerregend werden, sich vielleicht sogar verdoppeln, woraufhin ich auch gleich wieder verkaufe. Ich zahle am gleichen Tag die 10 Millionen zurück, führe ordnungsgemäß meine 25% Kapitalertragssteuer ab und lebe von knapp 7,5 Millionen Euro, die ich auch gleich wieder halbwegs werterhaltend investiere, glücklich bis an das Ende meiner Tage. :ugly:

Ok, genug gealbert: Fakt ist doch, dass die EZB kaum noch Spielraum hat. Wenn jetzt bald der "Motor" nicht nachhaltig "anspringt", dann hat sie noch ein paar Zehntel Luft, dann ist Schluß. Und dann? Vermutlich erst eine kurze Phase der Deflation, die dann in Hyperinflation endet. Es wird langsam wirklich Zeit, dass sich die Staaten der EU wirklich Gedanken machen, wie viel ihnen der Euro wert ist.

Wir steuern auf eine Massenarbeitslosigkeit zu, die natürlich in sozialen Unruhen gipfeln wird. Wie man schon vor einigen Monaten anhand von Amazon gesehen hat, sind sich ja inzwischen europäische Akademiker nicht mehr zu fein, für einen Hungerlohn irgendwo in Deutschland Krimskrams zu verpacken. Und das unter Bedingungen, bei denen jeder Deutsche vor Gericht gehen würde. Ich möchte nicht wissen, wieviele ausländische Ingenieure inzwischen Erdbeeren pflücken und Spargel stechen.

Irgendwie bin ich ganz froh, so eine arme Sau zu sein :)
 
Ich habe geträumt, ich würde mir nur 10 Millionen Euro auf Pump holen und sie in eine beliebige Aktie eines DAX (oder MDAX)-Unternehmens investieren. Noch am gleichen Tag dürfte der Kurs schwindelerregend werden, sich vielleicht sogar verdoppeln, woraufhin ich auch gleich wieder verkaufe.
Und an wen verkaufst Du dann zum doppelten Kurs? Wenn das so einfach wäre, könnten Banken und Vermögende das heute schon täglich machen.

Und selbst vom kleinsten DAX-Wert (Lanxess) sind heute morgen in der ersten Stunde schon für 2 Mio. Euro Aktien gehandelt worden. Und das ist wenig. Bei der SAP waren es für 8 Mio. Euro. Und die Kurse haben sich nicht bewegt.

Fakt ist doch, dass die EZB kaum noch Spielraum hat. Wenn jetzt bald der "Motor" nicht nachhaltig "anspringt", dann hat sie noch ein paar Zehntel Luft, dann ist Schluß.
Warum ist dann Schluß? Es gab auch schon negative Zinsen, die Japaner haben es vorgemacht.

Wir steuern auf eine Massenarbeitslosigkeit zu, die natürlich in sozialen Unruhen gipfeln wird.
Weil die Zinsen niedrig sind? Den Zusammenhang verstehe ich nicht.

Marty
 
Wir steuern auf eine Massenarbeitslosigkeit zu, die natürlich in sozialen Unruhen gipfeln wird. Wie man schon vor einigen Monaten anhand von Amazon gesehen hat, sind sich ja inzwischen europäische Akademiker nicht mehr zu fein, für einen Hungerlohn irgendwo in Deutschland Krimskrams zu verpacken. Und das unter Bedingungen, bei denen jeder Deutsche vor Gericht gehen würde. Ich möchte nicht wissen, wieviele ausländische Ingenieure inzwischen Erdbeeren pflücken und Spargel stechen.

Also überall wo ich hinschaue ist Fachkräftemangel wobei sich das dummerweise nicht/kaum auf die Gehälter auswirkt. Das Fachkräfte bei uns so billig und gleichzeitig produktiv sind, aber dafür der Markt leer geräumt ist ist nun sicher auch kein Zufall.

Ich habe letzten Sonntag 3 Bewerbungen fertig gemacht und im Laufe der letzten Woche 3 Einladungen für Vorstellungsgespräche bekommen. Heute habe ich dann einen Vertrag unterschrieben für einen Job der recht mies bezahlt ist, aber bei dem ich super Arbeitsbedingungen habe, noch was lerne, was für "die gute Sache mache" und fast komplett freie Hand bei der Gestaltung meiner Arbeit habe. Aber bei 20 h Traumjob pro Woche ist das Gehalt auch zweitrangig :)

Bei meiner Frau lief es auch ähnlich gut, aber die ist so verrückt 40 h pro Woche zu arbeiten und noch an ihrem eigenen Gewerbe nebenbei arbeiten zu wollen.
 
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Und an wen verkaufst Du dann zum doppelten Kurs? [...]
Naja, albern halt.

Weil die Zinsen niedrig sind? Den Zusammenhang verstehe ich nicht.
Nein, das hat wohl nichts mit den Zinsen zu tun. Auch die Zinsen sind ja nur die direkte Reaktion auf die Wirtschaftslage und den Versuch, den Zusammenbruch nochmal weiter weg zu schieben.

Momentan kommt mir Europa langsam so vor, wie ein Tier, dass sich in einer Falle dreht und windet um ihr noch zu entkommen. Entweder es klappt und es entkommt schwer verletzt oder es verendet halt darin.


Also überall wo ich hinschaue ist Fachkräftemangel [...]
Tja, keine Ahnung. Die Zahl der Arbeitslosen steigt aber europaweit auch immer mehr an. Also entweder die Zahlen sind falsch, die Arbeitslosen sind keine Fachkräfte (oder wenigstens keine, die man brauchen kann) oder aber das Gefühl täuscht.

Aber wenn bei uns die Zahlen geschönt werden (und trotzdem relativ zum Vorjahr steigen!), in anderen Ländern das gleiche Trauerspiel ist, dann wird wohl der "Aufschwung" noch nicht bei uns angekommen sein. Da schwingen sich wohl nur andere daran auf...

[...] Heute habe ich dann einen Vertrag unterschrieben für einen Job [...]
Glückwunsch :)

Bei meiner Frau lief es auch ähnlich gut, aber die ist so verrückt 40 h pro Woche zu arbeiten und noch an ihrem eigenen Gewerbe nebenbei arbeiten zu wollen.
Ja, kenne ich. Habe ich auch so gemacht. Aber ich würde es nicht nochmal machen :) Trotzdem: Alles Gute und nehmt euch auch mal eine Auszeit. So ein BurnOut kommt schleichend und die ersten Herzinfarkte sind meist unbemerkte stille Infarkte. Also immer schön relaxed bleiben, Gesundheit ist nicht käuflich ;)
 
Tja, keine Ahnung. Die Zahl der Arbeitslosen steigt aber europaweit auch immer mehr an. Also entweder die Zahlen sind falsch, die Arbeitslosen sind keine Fachkräfte (oder wenigstens keine, die man brauchen kann) oder aber das Gefühl täuscht.
Es gibt vor allem eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, also jungen Menschen die nicht viel Können oder Wissen. In Deutschland wird das durch Weiterbildungskurse etwas verschleiert - man schickt die Leute zur Schule statt sie als arbeitslos zu führen.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/...job.925bd412-4e04-4e74-b4dd-58e3bd12a3d1.html
Offiziell ist die Quote bei etwa 25%, denke aber dass es noch eine hohe Dunkelziffer gibt, wenn man sich die Krisenländer mit 50-60% anschaut.

Warum ist dann Schluß? Es gab auch schon negative Zinsen, die Japaner haben es vorgemacht.
Die Japaner machen auch Harakiri.
 
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Tja, keine Ahnung. Die Zahl der Arbeitslosen steigt aber europaweit auch immer mehr an. Also entweder die Zahlen sind falsch, die Arbeitslosen sind keine Fachkräfte (oder wenigstens keine, die man brauchen kann) oder aber das Gefühl täuscht.

Aber wenn bei uns die Zahlen geschönt werden (und trotzdem relativ zum Vorjahr steigen!), in anderen Ländern das gleiche Trauerspiel ist, dann wird wohl der "Aufschwung" noch nicht bei uns angekommen sein. Da schwingen sich wohl nur andere daran auf...
Ich denke wirklich das die Jobaussichten für die Allgemeinheit in Deutschland wirklich gut sind, was natürlich mit den sinkenden Reallöhnen und der künstlich niedrigen Währung zu tun hat.
Für Spezialisten sind sie in vielen Bereichen sowieso hervorragend weil der Markt einfach leergefegt ist.

Danke, das dumme ist nur ich habe jetzt zwei Jobs bis der erste zu Ende ist :ugly:

Ja, kenne ich. Habe ich auch so gemacht. Aber ich würde es nicht nochmal machen :) Trotzdem: Alles Gute und nehmt euch auch mal eine Auszeit. So ein BurnOut kommt schleichend und die ersten Herzinfarkte sind meist unbemerkte stille Infarkte. Also immer schön relaxed bleiben, Gesundheit ist nicht käuflich ;)
Es wird von allein dazu kommen das die Frau mit ihrem Gewerbe nur ganz langsam voran kommt. Und ich arbeite sowieso nur noch wenig, aber dafür mache ich das was ich mache richtig und nur noch Jobs die ich als richtig und wichtig empfinde. Das gibt dann auch wie von allein gute Arbeitszeugnisse die dann die neuen Jobs mit sich bringen. Ich finde Arbeit lohnt sich einfach nicht genug um sich dabei selbst zu vernachlässigen.
Wozu denn auch? Um viele Steuern zu bezahlen? Dreimal im Jahr in den teuren Pauschalurlaub? Für ein eigenes Haus? 100 mal im Jahr essen gehen? Braucht doch alles kein Mensch...

Ich gelte in zwei Bereichen als gesuchte Fachkraft habe ich gehört, wenn ich netto auch so bezahlt werden würde könnte ich auch nochmal drüber nachdenken etwas mehr zu arbeiten :ugly:

Die Japaner machen auch Harakiri.
Wenn dann Seppuku was unwissende Langnasen gern als Harakiri bezeichnen...stilvoll sterben hat schon etwas mehr Respekt verdient ;)
 
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Ich denke wirklich das die Jobaussichten für die Allgemeinheit in Deutschland wirklich gut sind, was natürlich mit den sinkenden Reallöhnen und der künstlich niedrigen Währung zu tun hat.
Für Spezialisten sind sie in vielen Bereichen sowieso hervorragend weil der Markt einfach leergefegt ist.
Das mag ja stimmen. Aber wenn sich Europa nicht insgesamt erholt, wird das nicht viel nutzen. In meiner Branche arbeiten inzwischen etwa genauso viele Ausländer, wie Inländer. Vor allem Leute aus China und Vietnam, aber auch aus dem europäischen Ausland. Hier hat der Zulauf von Fachkräften längst begonnen. Außerdem werden viele Aufträge nach Indien und Rumänien ausgelagert. deren Ergebnisse inzwischen nicht mehr viel schlechter sind, als die deutschen. Nur sind sie trotz des massiven Kommunikationsoverheads letztlich noch immer preiswerter.

Will heißen, dass sich schneller Leute aus dem Ausland importieren lassen, als eventuelle Bildungsmaßnahmen greifen. Und wenn (falls) sie greifen, ist der Markt bereits weitestgehend gesättigt. Auch das ist eine Folge der Globalisierung. Weiß gar nicht, wer da noch immer ein Fan von ist...

Danke, das dumme ist nur ich habe jetzt zwei Jobs bis der erste zu Ende ist :ugly:
Ist na nicht auf ewig. Hast ja einen Horizont in Sicht und außerdem: Alles ist vergänglich, auch lebenslänglich :)

Ich gelte in zwei Bereichen als gesuchte Fachkraft habe ich gehört, wenn ich netto auch so bezahlt werden würde könnte ich auch nochmal drüber nachdenken etwas mehr zu arbeiten :ugly:
Also ich beneide Dich etwas darum, dass Du Dir aussuchen kannst, wie lange Du arbeiten willst. Ich könnte das nur über die Selbstständigkeit tun, allerdings habe ich da erfahrungsgemäß entweder weit mehr gearbeitet oder gar nicht (und dann leider auch gar nichts verdient).

Ich finde außerdem die Verfahrensweise, 2 Jobs zu á 20 Stunden/Woche zu haben, gar nicht so schlecht. Würde ich auch gern mal probieren, so sich die Gelegenheit böte. Zumal man damit auch das Risko des Jobverlustes "splittet". Darüber hinaus hat man die Chance, von beiden Arbeitgebern ein Angebot für eine volle Stelle zu bekommen, wovon man sich die bessere aussuchen und sie dann sogar ohne Probezeit antreten kann - quasi also gleich einen gewissen Kündigungsschutz genießt. Ich würde es machen, so lange es geht :)
 
Also ich beneide Dich etwas darum, dass Du Dir aussuchen kannst, wie lange Du arbeiten willst. Ich könnte das nur über die Selbstständigkeit tun, allerdings habe ich da erfahrungsgemäß entweder weit mehr gearbeitet oder gar nicht (und dann leider auch gar nichts verdient).

Ich finde außerdem die Verfahrensweise, 2 Jobs zu á 20 Stunden/Woche zu haben, gar nicht so schlecht. Würde ich auch gern mal probieren, so sich die Gelegenheit böte. Zumal man damit auch das Risko des Jobverlustes "splittet". Darüber hinaus hat man die Chance, von beiden Arbeitgebern ein Angebot für eine volle Stelle zu bekommen, wovon man sich die bessere aussuchen und sie dann sogar ohne Probezeit antreten kann - quasi also gleich einen gewissen Kündigungsschutz genießt. Ich würde es machen, so lange es geht :)

2 Stellen a 20 h sind ziemlicher Mist, soweit ist mir das jetzt schon klar...was ich dafür ab nächste Woche sinnlos durch die Gegend gurke und oft am selben Tag bei beiden Arbeitgebern sein muss--> das macht auf keinen Fall Spaß.

Ich sehe einen Jobverlust auch nicht als Risiko, eher als eine Möglichkeit mal neu anzufangen und was von meinen Geldern aus der Arbeitslosenversicherung zurückzubekommen. Auch das ewige "Wenn man erstmal raus ist aus dem Job ist wird es schwer" halte ich eher für ein Gerücht, das war ich jetzt mache habe ich auch seit knapp 4 Jahren nicht mehr gemacht :ugly:

Man muss da einfach positiv denken und immer wieder neu/alt anfangen.
 
[...] Ich sehe einen Jobverlust auch nicht als Risiko, eher als eine Möglichkeit mal neu anzufangen und was von meinen Geldern aus der Arbeitslosenversicherung zurückzubekommen. [...]
Naja, eine Chance ist es, das ist wahr. Aber erstmal hat Vader (Rechtschreibfehler beabsichtigt) Staat dafür gesorgt, dass man nie zu viel aus der Arbeitslosenversicherung zurück bekommt. Egal, wie lange man eingezahlt hat, höchstens 1 Jahr kommt bekanntlich zur Auszahlung (ja, kurz vor dern Rente auch 2 Jahre, aber egal). Also einen großen Reibach macht man damit nicht - schon gar nicht, weil das auch nur 60% vom letzten Verdienst ist. Ich denke, eine Privatversicherung würde wohl diese Policen nur sehr schwer verkauft bekommen, auch weil satte 6% vom Brutto bezahlt werden müssen.

Allerdings geht es ns hier gar nicht so schlecht. Ehrlich gesagt zahle ich lieber 6% vom Brutto und weiß, dass ich im Falle einer Kündigung nicht völlig im Arsch bin, als die 6% im Monat mehr zu haben, die ohnehin nur für einen Schnulli drauf gehen würden. Und das würde mich im Zweifel auch davor bewahren, irgendwo in Deutschland oder im europäischen Ausland nach schlecht bezahlten Scheißjobs zu suchen, nur um überleben zu können...
 
Naja, eine Chance ist es, das ist wahr. Aber erstmal hat Vader (Rechtschreibfehler beabsichtigt) Staat dafür gesorgt, dass man nie zu viel aus der Arbeitslosenversicherung zurück bekommt. Egal, wie lange man eingezahlt hat, höchstens 1 Jahr kommt bekanntlich zur Auszahlung (ja, kurz vor dern Rente auch 2 Jahre, aber egal). Also einen großen Reibach macht man damit nicht - schon gar nicht, weil das auch nur 60% vom letzten Verdienst ist. Ich denke, eine Privatversicherung würde wohl diese Policen nur sehr schwer verkauft bekommen, auch weil satte 6% vom Brutto bezahlt werden müssen.

Einen großen Reibach macht man damit sicher nicht, aber der Beitragssatz ist doch auch nur 3%?!

Aber eigentlich ist mir auch nur wichtig das meine Fixkosten gedeckt werden und ich nicht plötzlich 300 Euro im Monat für meine Krankenversicherung selbst bezahlen muss. Ich glaube für die Rentenversicherung bringt die Sache sogar auch noch was - irgendwie muss man ja für seinen luxuriösen Lebensabend bei 43% vom ohnehin schmalen netto vorsorgen :ugly:
 
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Einen großen Reibach macht man damit sicher nicht, aber der Beitragssatz ist doch auch nur 3%?!
3% Arbeitnehmer + 3% Arbeitgeber.

[...] Ich glaube für die Rentenversicherung bringt die Sache sogar auch noch was - irgendwie muss man ja für seinen luxuriösen Lebensabend bei 43% vom ohnehin schmalen netto vorsorgen :ugly:
Ja, wenn Du (nach heutigem Stand) mindestens 40 beitragspflichtige Arbeitsjahre nachweisen kannst, hättest Du zumindest Anspruch auf die Mindestrente von derzeit 850 Euro. Das entspricht etwa dem Hartz IV-Satz, wenn man davon eine Miete von knapp 500 Euro abzieht.

Ich für meinen Teil war 10 Jahre selbstständig und insgesamt rund 2 Jahre arbeitslos - beide Zeiten ohne Rentenversicherung. Mir fehlen also jetzt schon 12 Jahre und ich käme nach heutigem Stand nicht mal auf 850 Euro. Also die Rente habe ich für meinen Teil schon mehr oder weniger abgeschrieben. Ich muss darauf hoffen, dass ich mir noch etwas beiseite legen kann, das nicht von einer möglichen Inflation in den kommenden Jahren oder Hartz IV vernichtet wird und meine mickrige Rente mir dann einen Teil meiner Fixkosten deckt. Oder eben von Hartz IV (vermutlich dann Hartz V oder VI) aufgefangen zu werden.

Alternativ kann ich darauf hoffen, dass bis zu meiner Rente die EU eine gemeinsame Regierung bekommt, die dann für eine bedingungslose Grundrente sorgt, von der man auch leben kann. Oder dass in Deutschland spätestens in 20 Jahren die Linke die Wahl gewinnt. Ansonsten bleibt noch ein Lottogewinn nach der Inflation, Auswandern in ein Land, in dem ich mehr für mein Geld bekomme oder eben die gute alte Brücke, unter der es sich auch leben lässt (Berlin hat ja wohl mehr Brücken als Venedig). Aber ich denke halt immer, dass Altersarmut nicht nur bei mir ein Thema sein wird, sondern weit mehr Menschen betrifft (in allen Ländern der gesamten EU), als wir es uns heute denken. Gerade auch unter dem Stern der hohen Jugendarbeitslosigkeit. Irgendwas muss man sich einfallen lassen.
 
3% Arbeitnehmer + 3% Arbeitgeber.

Nöp.
3,x% in Summe.
Vor zehn Jahren waren es 6,5% oder so.

Ich für meinen Teil war 10 Jahre selbstständig und insgesamt rund 2 Jahre arbeitslos - beide Zeiten ohne Rentenversicherung. Mir fehlen also jetzt schon 12 Jahre und ich käme nach heutigem Stand nicht mal auf 850 Euro. Also die Rente habe ich für meinen Teil schon mehr oder weniger abgeschrieben.

Sehr seltsame Rechnung.

Diese ganzen Rechnungen mit Jahren und Rente und so beziehen sich i.d.R. auf ein Durchschnittsgehalt o.ä.
Verdienst Du auf die nächsten dreißig Jahre überdurchschnittlich viel, kann Deine Rente auch entsprechend hoch ausfallen.

gruss kelle!
 
Nöp.
3,x% in Summe.
Vor zehn Jahren waren es 6,5% oder so.
Bis 2010 war es so. Habe ich gerade nachgelesen. Kinder, wie schnell sich doch Gesetze ändern. Naja, kommt bald wieder auf 6%, abwarten :D Bis dahin korrigiere ich: 3%, richtig und noch immer keine Option für eine private Versicherung.

EDIT: Ach, jatzt habe ich erstmal richtig gelesen. Der ist ja seit Jahren gesunken.
Tschuldigung, nehme alles zurück.


Und jetzt erinnere ich mich auch, wie es laut durch die Medien schallte ob der 1,75%, die man angeblich mehr in der Tasche haben sollte :D Das war dann wohl diese Senkung, wa?

Sehr seltsame Rechnung.
Diese ganzen Rechnungen mit Jahren und Rente und so beziehen sich i.d.R. auf ein Durchschnittsgehalt o.ä.
Verdienst Du auf die nächsten dreißig Jahre überdurchschnittlich viel, kann Deine Rente auch entsprechend hoch ausfallen.
Das nenne ich aber mal eine seltsame Rechnung :)

Also ob und wieviel ich noch arbeiten werde, weiß ich nicht. Arbeite ich noch 30 Jahre, bin ich 70. Als Raucher, ein stattliches Alter. Aber davon abgesehen weiß ich nicht, was ich noch einzahlen kann und werde. Ich weiß nur, was ich bis dato eingezahlt habe. Sollte ich entgegen aller Erwartungen doch noch Bundespräsident wider Willen werden, dann brauche ich mir auch keine Sorgen mehr um meine Rente zu machen. Verbeamtet werde ich jedenfalls nicht mehr. Und das mit dem Lottogewinn wird mangels Spielschein und der Tatsache, dass ich so weit der Wahrscheinlichkeitsrechnung mächtig bin, auch nix.

Also meine Renteninformationen, die ich jedes Jahr bekomme, sehen mich derzeit bei unter 300 Euro. Klar, sollte ich nochmal mehr verdienen als der liebe Gott, steigt auch die Altersrente. Aber bevor ich davon ausgehe, jemals eine dermaßen gesuchte Fachkraft zu sein, dass mir jemand unverschämt viel Geld für meine Arbeit bezahlt und ich das Geld nicht durch die dann aktuelle Regierung gleich wieder abgenommen bekomme, rechne ich lieber mit der weitaus wahrscheinlicheren Zukunft: Rente um die 800 Euro, wieviel das dann auch immer noch wert sein wird.

Ich meine, Halbzeit in meinen Arbeitsjahren habe ich ja bald. Und arbeitslos kann man im Grunde jeden Tag werden. Nur wird es eben auch immer schwieriger, Arbeit zu finden. Sowohl als Angestellter, als auch als Führungskraft. Kurz: Die zweite Hälfte könnte beschwerlicher werden als die erste. Mich trägt noch ein wenig die Hoffnung, dass es in anderen Ländern Europas noch schlimmer aussieht und die Leute ja auch irgendwie leben müssen und alt werden. Wenn es knallt, dann hier vielleicht zuletzt...
 
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Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ist doch passend, auch für den Einzelfall.

Bei 3% Einzahlung mal als Beispiel jemand mit 3.000 Euro brutto, Stkl. 1:

Zahlung jeden Monat 90 Euro.
Anspruch auf Arbeitslosengeld für max. 12 Monate: ca. 1.150 Euro (60% vom Nettolohn)

Auf 12 Monate also ein Gesamtanspruch von 13.800 Euro. Dafür muss man schon 154 Monate eingezahlt haben.

Und zu Deiner erwarteten Rente: Wer von erzielbaren 45 Beschäftigungsjahren 10 Jahre selbstständig war und in der Zeit nichts einzahlt (was ja freiwiliig möglich wäre), der sollte doch in der Zeit zusätzlich privat vorgesorgt haben, das ist für Selbstständige eigentlich unabdingbar.

Marty
 
Und zu Deiner erwarteten Rente: Wer von erzielbaren 45 Beschäftigungsjahren 10 Jahre selbstständig war und in der Zeit nichts einzahlt (was ja freiwiliig möglich wäre), der sollte doch in der Zeit zusätzlich privat vorgesorgt haben, das ist für Selbstständige eigentlich unabdingbar.
Das habe ich. In der Hauptsache in einen Immobilienfond. Leipzig-West-AG. Die haben sich von meinem Geld ein schönes Leben gemacht. Wenn ich Glück habe, bekomme ich noch um die 5% der Einlagesumme zurück. Davon kann ich mir dann ein Eis kaufen, vielleicht auch zwei.
 
Das ist ja aber dann nicht die Schuld der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Ausgestaltung derselben, sondern einzig und alleine eine Folge Deiner Fehlentscheidung.

Gruss
Marty

PS: Es heisst "Fonds", auch bei Einzahl, ein "Fond" ist ein Suppentopf
 
Das ist ja aber dann nicht die Schuld der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Ausgestaltung derselben, sondern einzig und alleine eine Folge Deiner Fehlentscheidung.
Ich will ja auch nicht der deutschen Rentenversicherung die Schuld geben. Ich erwarte ja auch gar nicht, dass der Staat einschreitet und mir meine Verluste ausgleicht, bin ja schließlich keine Zockerbank. Trotzdem muss ich mir darüber Gedanken machen, wie ich mit meinen bis dato 250 oder 300 Euro Rente im Monat klar komme. Und da klingen 1000 Euro Mindestrente schon verlockend für mich. Aber nicht, wenn man dafür mindestens 40 Jahre beitragspflichtig angestellt gewesen sein musste.

Aber insgesamt bin ich recht guter Dinge. Ich gehe fest davon aus, dass wir innerhalb der nächsten Jahre einen Zusammenbruch der Währungsunion erleben werden, vielleicht sogar den Zusammenbruch Europas. Und im schlimmsten Fall sogar Krieg. Auch wenn ich persönlich einen Krieg für unwahrscheinlich halte, ist der keineswegs angesichts der aktuellen Zustände mehr ausgeschlossen.

Zumindest werde ich nicht allein verhungern.

PS: Es heisst "Fonds", auch bei Einzahl, ein "Fond" ist ein Suppentopf
[/quote]
Hast recht.
 
Das habe ich. In der Hauptsache in einen Immobilienfond. Leipzig-West-AG. Die haben sich von meinem Geld ein schönes Leben gemacht. Wenn ich Glück habe, bekomme ich noch um die 5% der Einlagesumme zurück. Davon kann ich mir dann ein Eis kaufen, vielleicht auch zwei.
Man muss genau prüfen wem man sein Geld gibt und was damit gemacht wird. Mit den Banken habe ich auch solche Erfahrungen, wo dann solche komischen Fonds empfohlen werden, die man selbst gar nicht prüfen kann und dann noch horrende Gebühren verursachen. Man muss dann darauf vertrauen, dass die Bank das prüft und ob das gemacht wird ist fraglich, denn schliesslich fungiert die Bank nur als Vermittler und hat demnach gar keine Prüfpflichten.
Ich hab sogar ein Problem damit mein Geld einer Bank zu geben, weil die ihre Bilanzen gar nicht mehr veröffentlicht - früher bekam man ein dickes Buch, wo alles haarklein aufgeführt war und heute gibt es nur noch so eine nichts sagende kurze Zusammenfassung. Aber wenn ich einen Kredit von der Bank will muss alles vorlegen! Und wehe ich vergesse was! Ein normaler Bankkunde kann das Risiko einer Bank gar nicht abschätzen - reines Lotteriespiel.

Dieses Leipzig-Weg-AG Ding hört sich nach einem Ponzi-Schema an, die man schon öfter gesehen hat. Die Leute fallen aber immer wieder drauf rein.

Der Imperativ ist hier: Man steckt kein Geld in was, was man nicht versteht oder auch nur glaubt es zu verstehen.
 
Der Imperativ ist hier: Man steckt kein Geld in was, was man nicht versteht oder auch nur glaubt es zu verstehen.
Absolut richtig. Die Anteile wurden aber auch nicht als "hochriskant" ausgegeben, sondern als "sicher" bewertet - bei einer durchschnittlichen Verzinsung von damals 6,5%. Das war die Zeit, wo sogar noch Sparbücher 3% Zinsen abwarfen. Also es war wirklich keine Kamikaze-Investition.

Letztlich ist es bei fast jedem Fonds so, dass man eben das Geschick in die Hände von Fondsmanagern legt. Die ziehen sich ja auch auch irgendwas zwischen 0,5 und 2% vom Gewinn ab, dafür dass ich mich eben nicht mit jedem Detail beschäftigen und laufend den Markt beobachten muss. Nur schade, wenn es Verbrecher sind und diese Tatsache in deren Prospekt nicht erwähnt wird. Das ist eigentlich nochmal eine ganz andere Geschichte, als die Immobilienblase in den USA, denn da war von Anfang an klar, dass es hochriskate Investitionen sind.

Da ich die Betreiber des Schneeballsystems der Leipzig-West-AG leider weder töten, noch verprügeln oder verstümmeln darf, beruhige ich mich damit, dass das Geld sowieso weg gewesen wäre, wenn ich im Alter - aus welchen Gründen auch immer - Hartz IV hätte beziehen müssen und ich dann staatlich gezwungen gewesen wäre, mein angespartes Vermögen aufzubrauchen (Aktien und Fondsanteile zu verkaufen, evtl. Lebensversicherungen aufzulösen, ...). Und in Zypern hat man ja gesehen, dass auch Gelder unter 100.000 Euro grundsätzlich nicht so sicher sind, wie man den Leuten gern erzählt. Und Spanien und Italien (vielleicht auch bald Frankreich) zeigen uns, wie sicher die Renten sind, obwohl wir das ja auch schon ansatzweise in Deutschland erlebt haben.

Angesichts so vieler Klippen, die uns in Deutschland und in Europa im Weg stehen bis zur Rente: Wo ist denn das Geld wirklich sicher, damit man keine Angst vor dem Alter haben muss?