Gäbe es bei einem allgemeinen Zinsverbot denn eine Inflation?Und wenn ich erst 30 Jahre sparen soll, bevor ich mir ein Haus kaufe, wie stellt man sicher, dass die Inflation das Geld nicht in der Zwischenzeit auffrisst?
Ein Vermieter hat doch nicht nur Rechte, er hat doch auch Pflichten. Erbringt also für den Mieter Leistungen. Warum sollte er die nicht in Rechnung stellen dürfen? Der Mehrwert für den Mieter besteht in der investierten Arbeitskraft des Vermieters.Ach so, bei der Vermietung darf man also durchaus Gewinne erzielen, also einen Zins aus seinem Kapital ziehen, ohne das dadurch wirtschaftlich ein Mehrwert entsteht?
Ich glaube die grundsätzliche Idee hinter einem Zinsverbot ist ein stärkerer Fokus auf die Vermarktung von Gütern und Arbeitskraft, statt der ausufernden Vermarktung von Geld. Mag sein, dass sich bei einzelnen Phänomenen in der Theorie nicht viel ändert, aber ob es in der Praxis ähnliche Ausmaße annehmen würde?
Ich glaube es würde schon einiges verbessern, wenn es ab einem gewissen Zeitpunkt immer unattraktiver werden würde, Geld zu sparen und zu behalten und mit wachsender Menge progressiv mehr Sinn machen und bequemer sein würde es einfach zu verkonsumieren. Das eigentliche Problem ist doch nicht, dass Reiche reich sind, sondern dass sie praktisch automatisch reicher werden und das Geld gar nicht mehr den Eigentümer wechselt, sondern dauerhaft die Zinslast der restlichen Bevölkerung erhöht.
Wenn ich in einem Mikrokland mit 3 Einwohnern einen Bauernhof gründe und dafür einen Kredit aufnehme, bin ich darauf angewiesen, dass auch der Kreditgeber mit seinem Gewinn meine Kartoffeln kauft (oder die Produkte des dritten). Tut er aber nicht. Ich tausche nur mit dem dritten meine Waren hin und her und der Kreditgeber verkonsumiert höchstens einen Bruchteil der Zinsen. Damit ist er nicht nur dauerhaft an meiner Arbeitskraft beteiligt, sondern auch mit wachsendem Anteil.
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