"Bio"-Sprit E10

Werdet Ihr E10 tanken

  • Nein, ich habe Angst um Auto und Geldbeutel

    Stimmen: 8 80,0%
  • Ja, ich will die Erdölvorkommen schonen

    Stimmen: 1 10,0%
  • Vielleicht E10, Super, Super Plus ist doch alles gleich teuer

    Stimmen: 1 10,0%

  • Umfrageteilnehmer
    10
  • Umfrage geschlossen .
Langfristig wollen "wir" doch eh von "Brückentechnologien" wie Verbrennung und Kernenergie weg hin zu sauberen, regenerativen Energien. Bis dahin ist das noch ein weiter Weg, aber die Ansätze finde ich bisher sehr gut. Zum Beispiel das "Zurückgewinnen" von Energie, welche beim Bremsen verloren gehen würde. Reicht immer mal wieder für ein paar "gratis" Kilometer, summiert sich aber in der Masse auf. Aber das dauert noch einige Jahre, bis das wirklich in der Gesellschaft angekommen ist.

(Und fossile Rohstoffe zu verbrennen, um Strom daraus zu machen ist damit natürlich auch nicht sehr sinnvoll. Aber es gibt ja bereits etliche Möglichkeiten für uns Strom anders zu produzieren.)

Ganz meine Meinung! Ich empfehle für den Alltag, bis es denn endlich flächendeckend zu den regenerativen Energien kommt, diese Tipp-Liste von ecogood.de um täglich etwas CO2 einzusparen. Auch alternative Stromprojekte, wie z.B. Windenergie in der Türkei und in Taiwan, Energie aus Ernteresten in Indien und ähnliches unterstützt die Organisation.
 
Weil E10 von Autofahrern gut angenommen wird: Nächstes Jahr kommt E20

Folgende News wurde am 01.04.2013 um 14:30:00 Uhr veröffentlicht:
Weil E10 von Autofahrern gut angenommen wird: Nächstes Jahr kommt E20
Shortnews

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Peter Altmaier (CDU) haben sich jetzt zum Thema Energiewende und den Beitrag der Autofahrer dazu zusammengesetzt. Das Ergebnis wird Autofahrern nicht gefallen. Denn ab dem kommenden Jahr wird der Biokraftstoff E10 an den Tankstellen verschwinden und flächendeckend durch E20 ersetzt werden. Die Betreiber sollen dazu verpflichtet werden. Laut Angaben aus dem Bundesverkehrsministerium sind die befürchteten Schäden durch E10 ausgeblieben. Deshalb sei die Akzeptanz des Biosprits durch die Autofahrer mittlerweile gegeben.
 
Bloß weil Schäden ausbleiben spricht man von einer Akzeptanz? Klasse!

Ich werde E20 genauso tanken wie E10, nämlich garnicht.
 
Selbst am 1.04. gibts es nicht soviel Biomasse, die mal eben genutzt werden kann. Mittlerweille importiert Deutschland ja Nahrungsmittel summa summarum...
 
Und während Deutschland noch über E10 lästert, fährt Brasilien schon längst mit E85/E100. Aber Brasilien ist ja ein Entwicklungsland und wir die Herren der Hochtechnologie :roll:
 
Und während Deutschland noch über E10 lästert, fährt Brasilien schon längst mit E85/E100. Aber Brasilien ist ja ein Entwicklungsland und wir die Herren der Hochtechnologie :roll:

Gibt es denn hier passend umgerüstete Autos dafür? Und woraus sollte das Ethanol bei uns hergestellt werden? Oder importieren wir dann aus Brasilien unseren Sprit?

Marty
 
Gibt es denn hier passend umgerüstete Autos dafür?
Ich hab mal eine Reportage aus Schweden gesehen. die "Umrüstung" besteht aus dem Austausch des Kraftstofffilters und einer angepassten Motorsteuerung. Dauerte eine dreiviertel Stunde... ;)
Und woraus sollte das Ethanol bei uns hergestellt werden? Oder importieren wir dann aus Brasilien unseren Sprit?
Die deutlich wichtigere Frage. Zum Teil könnte man es wohl aus dem Fusel herstellen, den der Staat von jedem gewerblichen Schnapsbrenner dank des Brandweinmonopols ohnehin abnehmen muss...
 
Die deutlich wichtigere Frage. Zum Teil könnte man es wohl aus dem Fusel herstellen, den der Staat von jedem gewerblichen Schnapsbrenner dank des Brandweinmonopols ohnehin abnehmen muss...

Die Deutschen trinken ca. 1 Mrd Liter reinen Alkohol im Jahr da könnte man auch um die 1 Mio Autos von fahren lassen - da muss doch was bei gleichzeitiger Krankenkassenentlastung zu machen sein :D
 
Die Deutschen trinken ca. 1 Mrd Liter reinen Alkohol im Jahr da könnte man auch um die 1 Mio Autos von fahren lassen
Und die anderen 42 Mio? Und die ganzen LKW?

Ich soll also auf meinen Wein und mein Bier verzichten (und zwar komplett), um damit 2,5% meiner Fahrstrecke zu bestreiten... Nöööö....

Marty
 
Und die anderen 42 Mio? Und die ganzen LKW?

Ich soll also auf meinen Wein und mein Bier verzichten (und zwar komplett), um damit 2,5% meiner Fahrstrecke zu bestreiten... Nöööö....

Marty

Ach was, wir erheben nur die Steuern auf trinkbaren Alkohol um den Konsum zu drücken. Das 30 Cent Flaschenbier verdreifacht seinen Preis und wird damit seltener konsumiert und Deine Flasche Wein kostet halt 1 Euro mehr - was Dich nicht abhalten wird.

Nur die richtigen Suffis die es sich nicht mehr leisten könnten werden aufs trockene gesetzt, das übliche :mrgreen:
 
Gibt es denn hier passend umgerüstete Autos dafür?
Kann nicht das Problem sein. VW baut in Brasilien Autos, und alle anderen deutschen Hersteller verkaufen dahin.
Und woraus sollte das Ethanol bei uns hergestellt werden?
Alles, was Stärke/Zucker enthält, lässt sich brennen. Woraus man Schnaps machen kann, daraus kann man auch Ethanol machen. Das geht bei Zuckerrüben und Mais los, geht über Kartoffelschalen und endet bei "Unkraut".
 
Kann nicht das Problem sein. VW baut in Brasilien Autos, und alle anderen deutschen Hersteller verkaufen dahin.
Das war mir klar. Aber im Gegensatz zu E10 gibt es derzeit wohl nur einen Bruchteil Autos, die E85 vertragen würde. Eine Einführung würde also nur Sinn machen, wenn man gleichzeitig die Nachfrage ankurbeln kann.

Alles, was Stärke/Zucker enthält, lässt sich brennen. Woraus man Schnaps machen kann, daraus kann man auch Ethanol machen. Das geht bei Zuckerrüben und Mais los, geht über Kartoffelschalen und endet bei "Unkraut".
Das war mir auch mehr oder weniger klar. Aber haben wir auch den Platz, um nennenswert zusätzliche Ackerflächen für den Anbau dieser Produkte zu schaffen? Brasilien arbeitet da wohl mit riesiegen Zuckerrohrplantagen, wo kann man ähnliches in Deutschland (oder Europa vorstellen), um auch nur einen bemerkbaren Anteil E85 zu schaffen?

Marty
 
Eine Einführung würde also nur Sinn machen, wenn man gleichzeitig die Nachfrage ankurbeln kann.
Geht am einfachsten über den Preis, indem man das Methanol von der Mineralölsteuer ausnimmt. Wenn E85 nur 50 % und E100 nur 40 % des normalen Sprits kosten, werden die Leute E tanken wollen.

wo kann man ähnliches in Deutschland (oder Europa vorstellen), um auch nur einen bemerkbaren Anteil E85 zu schaffen?
228.000 ha sollten ein bißchen was hergeben. Wie gesagt, man muß ja nicht mal was wirklich anbauen, das dort wachsende Unkraut reicht schon. Wieviel Biosprit aus diesen Flächen nun genau rausholbar wäre, kann ich aber nicht sagen. Dazu fehlen mir technische Kenntnisse im Raffinerie-Sektor einerseits und landwirtschaftliche/biologische Kenntnisse andererseits.
 
Bevor das hier weiter geht und wirklich noch jemand auf die Idee kommt, dass es sinnvoll sein könnte landwirtschaftlich nutzbare Flächen mit Monokulturen für die Ethanolerzeugung vollzuballern, hätte ich noch alternative Gedanken... Man denke nur mal an die riesigen Maisfelder, die nur angebaut werden, damit die subventiuonierten BioGas-Anlagen auch was zutun haben... Hirnverbrannter Unsinn.

Gedankenspiel: Wir stellen weiter fleissig Windräder auf, gerne auch auf See, und schaffen es im südlichen Europa ebenfalls Wind- und Sonnenenergie in großem Umfang zu nutzen. Die riesigen Strommengen, die auch noch relativ unkontrolliert in die Netze strömen könnte man dann nutzen um mit dem "überflüssigen" Teil Power-to-Gas-Anlagen zu betreiben. Neben dem Effekt, dass diese - wie auch die Stromerzeugung - in wirtschaftlich schwachen Regionen stehen würden, könnte man auch gleich das gewonnene Methan in das schon vorhandene Gasnetz einspeisen. Neben der Nutzung als Heizstoff, wäre aber auch die Nutzung als Treibstoff für PKW unproblematisch. In vielen Ländern fahren schon massenhaft Erdgasautos und auch deutsche Hersteller haben schon Modelle im Programm. Herstellung - Speicherung - Verteilung - Nutzung... alles schon vorhanden bzw. zumindest technisch erprobt.

Das gleiche Modell ließe sich noch mit Wasserstoff denken, allerdings wäre dann Speicherung und Transport nicht so einfach und auch die Brennstoffzellen-Modelle der Autohersteller sind bisher nicht serienreif.
 
Ich finde, das hört sich durchdacht und sinnvoll an. Die Frage ist, warum verschenken wir unseren Ökostrom so gerne statt in so umzuwandeln?

Marty
 
Ich finde, das hört sich durchdacht und sinnvoll an. Die Frage ist, warum verschenken wir unseren Ökostrom so gerne statt in so umzuwandeln?

Marty

Weil Strom zu billig ist (nur nicht für den Endverbraucher) und sich bei den Wirkungsgraden*
keine sehr großen Investitionen lohnen um das wenige Geld zurückzugewinnen. Man müsste also erstmal Anreize für die Energieerzeuger setzen sowas im großen Maßstab auch umzusetzen.

"Wird EE-Gas als Stromspeicher eingesetzt, dann beträgt der Wirkungsgrad von Strom zu Strom zwischen 30 % und 44 %"
https://de.wikipedia.org/wiki/EE-Gas