Original: Tengri
Regie: Marie-Jaoul de Poncheville
Darsteller: Albina Imasheva, Elim Kalmouratov
Laufzeit: 98min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Romanze (Deutschland, Frankreich)
Filmstart: 20. August 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Seit das unvermeidliche Austrocknen des Aralsees das Leben des Fischers Temür ruiniert hat, probiert er alles Mögliche aus: Bergwerksarbeiter, Bauarbeiter auf den großen Wasserstromkraftwerken, Schmuggler auf den Straßen in Zentralasien. Geleitet vom Elan der mongolischen Anstürme auf den Westen hatte er gar eine Reise nach Europa gewagt, aber schon nach kurzer Zeit wurde er wieder nach Almaty in Kasachstan abgeschoben. Mit 30 Jahren, vom Leben mitgenommen und gebeutelt, hat der junge Kasache noch nicht alle Hoffnungen aufgegeben. Es bleibt ihm eine letzte Hoffnung: das Dorf in den kirgisischen Bergen aus dem sein Vater stammt. Obwohl er dort nie gelebt hat, hofft er im Hochgebirge Arbeit zu finden und ein neues Leben beginnen zu können.
Die Geschichte beginnt mit seiner Ankunft auf dem Aïl (einem Dorf bestehend aus mehreren Filzzelten). In dieser von den Männern (die entweder als Söldner in Afghanistan leben oder in den großen Städten als Arbeiter ihr Geld verdienen) verlassenen Siedlung hat Temür Schwierigkeiten aufgenommen zu werden. Durch die junge Dorfbewohnerin Amira, die seit ihrer Kindheit auf der Jailoo (Zeltdorf, in dem überwiegend Kinder und Frauen leben und das von alten Männern regiert wird) lebt, findet er langsam Anschluss an die Gemeinschaft. Sie ist 18 Jahre alt und unglücklich mit einen Mudschaheddin - Kämpfer verheiratet und noch ohne Kinder. In dieser durch Traditionen geprägten und aussterbenden Dorfgemeinschaft sieht sie sich als Frau in einer unglücklichen Ehe ohne Perspektiven.
Aber das Überleben auf der Aïl benötigt all ihre Kräfte und erlaubt keine Zweifel. So müssen sie und Taïb, ihr junger Schwager in dieser fast männerlosen Gesellschaft die härtesten Arbeiten erledigen. Temür hilft ihnen und so reisen sie regelmäßig zu den Märkten ins Tal, in die Städte, wo sie ihre Produkte (Wolldecken, Stickereien, Rhabarber, Fuchs- und Schafhäute) verkaufen. Und dort kaufen sie auch alles, was die Dorfgemeinschaft nicht produzieren kann. Auf den Fahrten in die Städte und durch die gemeinsame Arbeit kommen sich Temür und Amira immer näher und verlieben sich ineinander. Eine Liebe, die sie aber nicht offen leben können und dürfen. Als Amiras Ehemann vom Krieg zurückkehrt und beschließt bei seiner Ehefrau zu bleiben, entscheiden die Beiden nun endgültig zu fliehen.
Auf ihrer Flucht will das frisch verliebte Paar bei ihren Eltern Zuflucht suchen. Doch als. sie im elterlichen Dorf ankommen, spüren die sie, dass sie dort weder von den Eltern, noch von der Dorfgemeinschaft erwünscht sind. Temür und Amira suchen auf ihrer abenteuerlichen Flucht nach einem Ort oder einer Nische, wo sie zusammen leben können. So folgen sie hartnäckig dem Fluss, der früher in den Aralsee floss (Temürs alte Heimat und früherer Arbeitsplatz). Der riesige See trocknete in den letzten Jahren Stück für Stück durch den wasserintensiven Baumwollanbau fast komplett aus und zerstörte damit alle Lebensgrundlagen. In der Nähe eines Gebirgssee entdecken sie schließlich ein seltsames Paradies, vom Rest der Welt ignoriert und aber von Menschen bevölkert, die Amira und Temür ähneln, da auch sie Allem entflohen sind.