Original: Kjærlighet
Regie: Dag Johan Haugerud
Darsteller: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen
Laufzeit: 119min
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Drama, Romanze (Norwegen)
Filmstart: 17. April 2025
Bewertung: 7,0 (1 Kommentar, 1 Vote)
Marianne (Andrea Bræin Hovig) ist im Grunde eine sachlich und rational denkende Ärztin, die jedoch nur wenig mit klassischen Beziehungsmodelle anfangen kann. Ganz ähnlich geht es Tor (Tayo Cittadella Jacobsen), einem einfühlsamen Krankenpfleger, der sich ebenfalls nicht an so manche gesellschaftliche Norm gebunden fühlt. Eines Abends treffen sich die beiden zufällig auf einer Fähre, wo sie rasch in ein tiefgründiges und überraschend offenes Gespräch eintauchen. Tor erzählt Marianne von seinen nächtlichen Fahrten mit der Fähre, die er bewusst für flüchtige Begegnungen mit Männern nutzt. Er schildert unter anderem seine Erlebnisse mit spontaner Intimität. Seine unkonventionelle Herangehensweise an Nähe und Beziehungen fasziniert Marianne. Sie beginnt sich zu fragen, ob auch sie sich auf eine derartige Form der Intimität einlassen könnte – eine, die frei von Erwartungen und Verpflichtungen ist.
Oslo-Stories: Liebe ist Teil einer Trilogie des norwegischen Regisseurs Dag Johan Haugerud. Alles dreht sich um die Frage, inwieweit Liebe und Sex voneinander getrennt und in einer modernen Gesellschaft unabhängig voneinander befriedigt werden können. Die Handlung ist offensichtlich konstruiert, bleibt aber plausibel. Besonders im Mittelteil ist der Film sehr dialoglastig. Komplexe emotionale Fragen und die innere Zerrissenheit der Figuren werden offen diskutiert und dem Publikum direkt präsentiert. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und lässt den Film mitunter zäh wirken.