Regie: Bernard Rose
Darsteller: Rhys Ifans, Chloë Sevigny
Laufzeit: 121min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Komödie (Großbritannien)
Filmstart: 23. Juni 2011
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Howard Marks kommt aus einfachen Verhältnissen und ist ein unscheinbarer Schüler: gute Noten, keine Freunde. Wenn auch ohne selbst so recht an seinen Erfolg zu glauben, bewirbt er sich – unterstützt von seinen Lehrern – an der Elite-Universität in Oxford. Und wird genommen.
Berauscht von seinem Erfolg, steigt er zum Helden in dem kleinen walisischen Dorf Kenfig Hills auf und hält Einzug in die intellektuelle Elite des Landes. Er studiert Physik und hält, was sich die Lehrer seines Dorfes einst versprochen hatten: Howard Marks ist der neue Stern am Wissenschaftshimmel, ein Genie, dessen einzigartige Begabung auch in den altehrwürdigen Mauern der britischen Gelehrsamkeit zu überzeugen weiß. Howard lernt auch schnell, sich zu sozialisieren und steckt bald mittendrin im College-Leben der 60er Jahre: eine Welt des Aufbegehrens, des Widerstands und – der Drogen.
Er stürzt sich in die aktive Szene, erlebt eine Zeit wilder Parties und hemmungsloser Orgien, verliebt sich in Ilze, die wie er eine Lehrerlaufbahn anstrebt. Schnell begreift Howard, dass mit kleinen Dealereien in kurzer Zeit viel Geld zu machen ist. Der Heroin-Tod eines Freundes lässt ihn jedoch zweifeln, ob er auf dem richtigen Weg ist. Er konzentriert sich auf die Uni, macht seinen Abschluss, heiratet Ilze und versucht, sich ganz auf das bürgerliche Leben einzulassen. Drogen gehören da nicht dazu.
Doch die Welt um Howard und Ilze dreht sich weiter und vor allem: schneller. Drogen sind aus dem gesellschaftlichen Leben der jungen Generation nicht mehr wegzudenken und nur allzu schnell gerät Howard erneut in Versuchung. Auf einer Party trifft er auf Judy, die ihn mit sicherem Gespür zu verführen weiß. Als ein Freund von ihm an der deutsch-schweizerischen Grenze mit 500 Kilo schwarzem Afghanen unter der Rückbank geschnappt wird, soll Howard nach Deutschland reisen. In einer Garage in Wiesbaden steht ein zweites Auto voll mit Haschisch, das er nach Großbritannien fahren soll – ein irres Unternehmen, dem unzählige Grenzübergänge, Drogenhunde und Zollbeamte im Weg stehen. Doch Howard bringt das Auto und die Drogen heil und unbeschnüffelt nach London – und berauscht sich ein weiteres Mal am Erfolg, das Unmögliche geschafft zu haben. In London vertickt er die gesamte Ladung in Rekordzeit: Die Auftraggeber sind schwer beeindruckt von Howards Effizienz. Deren Problem ist nicht, genug Stoff in Pakistan mit dem Flugzeug starten zu lassen, sondern es in Großbritannien wieder auf den Boden zu bekommen. Howard verfällt auf eine kühne Idee: die IRA, in Person von Jim McCann, um Hilfe zu bitten.
Mit der Hilfe von IRA-Mitgliedern und Sympathisanten, die auf dem Flughafen in Dublin arbeiten, wollen sie den Stoff über Irland nach Großbritannien bringen. Howard fährt selbst nach Afghanistan, um die Hersteller der Ware kennenzulernen. Zurück in London, verschafft er sich eine Möglichkeit, um das illegal verdiente Geld sauber zu bekommen: Er eröffnet für seine Freundinnen Anna und Belinda eine – erstaunlich gut laufende – Boutique. Kurz darauf besucht ihn ein alter Freund aus Studententagen, Mac, der mittlerweile für die britische Regierung arbeitet. Mac macht ihm ein faszinierendes Angebot: Als Agent soll Howard für den MI6 arbeiten, weil er in Kreisen verkehrt, die für den Geheimdienst schwer zu infiltrieren sind. Und falls er mal in Schwierigkeiten sein sollte, dann gibt es da natürlich eine Telefonnummer, die er anrufen könne.
Unterdessen kommt die erste Lieferung in Irland an und wird gleich per Auto weiter nach Großbritannien geschafft. Howard ist es gelungen, eine funktionierende Infrastruktur zu installieren. Das Geschäft beginnt sich im großen Stil zu lohnen.
Die Verlockung, mit diesem Stoff nun auch den amerikanischen Markt zu erobern, ist für Howard zu groß. Versteckt in den Lautsprecherboxen einer imaginären Band, die auf eine imaginäre Amerika-Tour gehen soll, schickt er 500 Kilo hochkonzentriertes Haschisch über den großen Teich. Doch beim Umladen am JFK-Airport in New York wird einer der Lautsprecher vergessen und der ganze Transport fliegt auf. Howard wird von der der amerikanischen Drogenbehörde DEA verhaftet und nach Großbritannien überführt. Doch nur einen Anruf beim MI6 später reicht die simple Hinterlegung einer Kaution, um wieder frei zu kommen. Um die von den Eltern bezahlte Kaution nicht aufs Spiel zu setzten, inszeniert Howard seine Entführung und taucht unter. Allerdings nur um an seinem großen Coup zu feilen: Von Karatschi (Pakistan) über Frankfurt und Shannon (Irland) schmuggelt er reinstes Haschisch nach New York. Die nächsten sechs Jahre machen ihn unglaublich reich und unter seinem Pseudonym MR. NICE verbringt Howard so die besten Jahre seines Lebens.
Doch er ist immer noch Englands meistgesuchter Krimineller und so kommt es zwangsläufig zu seiner Verhaftung und Anklage. Seine hanebüchene Geschichte, die Drogen im Auftrag des MI6 und des mexikanischen Geheimdienstes geschmuggelt zu haben, bringt ihm jedoch – entgegen aller Wahrscheinlichkeit – den Freispruch.
Er siedelt mit seiner Familie auf die Insel La Palma über und führt das Leben eines braven Bürgers. Aber genau zu dieser Zeit heftet sich der DEA-Agent Craig Lovato an seine Fersen und beginnt Howard rund um die Uhr zu überwachen. Für Lovato ist es eine Frage des Prinzips, und er täuscht sich nicht. Schnell wird Howard das Leben als braver Bürger zu langweilig, er steigt wieder in den Drogenhandel ein. Als Lovato glaubt, ausreichend belastende Beweise zusammenzuhaben, schlägt er zu und verhaftet ihn. Howard wird an die USA ausgeliefert und dort zu 25 Jahren verurteilt. Nach sieben Jahren wird er auf Bewährung freigelassen und nach England abgeschoben.