Original: Haevnen | In a Better World
Regie: Susanne Bier
Darsteller: Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm
Laufzeit: 113min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama (Dänemark)
Filmstart: 17. März 2011
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Der Schwede Anton (Mikael Persbrandt) arbeitet als Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingslager. Als Mitglied eines internationalen Teams behandelt er unter einfachsten Bedingungen selbstlos und bis zur Erschöpfung unzählige Kranke, rettet Leben und kämpft engagiert gegen den nicht versiegenden Strom hilfsbedürftiger Menschen, die vor seiner provisorischen Praxis aus Zeltplanen um Hilfe bitten. Als eines Tages eine junge Frau mit aufgeschlitztem Unterleib als Notfall zu ihm gebracht wird, hört er erstmals von „Big Man“, dem mächtigsten Verbrecher der Region, der für die Verstümmelung unschuldiger, meist schwangerer Frauen verantwortlich gemacht wird.
Daheim in Dänemark kümmert sich Antons Frau Marianne (Trine Dyrholm) um die gemeinsamen Söhne Elias (Markus Rygaard) und Morton. Elias ist ein auffällig introvertierter Junge, der in der Schule oft aufgezogen und beschimpft wird. Er wehrt sich nicht, nimmt seine Frustration mit nach Hause und beschimpft immer häufiger die besorgte Mutter und den kleinen Bruder. Die Ehe der Eltern kriselt seit einem Seitensprung von Anton, den Marianne nicht verzeihen kann. Kurz nach Antons Rückkehr zieht sie ins Sommerhaus der Familie.
Der zwölfjährige Christian (William Jøhnk Nielsen) hat gerade seine Mutter verloren. Mit seinem Vater Claus (Ulrich Thomsen) zieht er nach der Beerdigung zur wohlhabenden Großmutter auf ein herrschaftliches Gut. Als Christian sich ein eigenes Zimmer aussuchen darf, entscheidet er sich für den kleinsten, als Abstellkammer genutzten Raum. Seinem trauernden und hilflosen Vater gegenüber verweigert er jegliches Gespräch über den familiären Verlust, verschließt sich vor ihm und sucht die Einsamkeit.
An seinem ersten Tag in der neuen Schule beobachtet Christian, wie Elias von einer Bande Halbstarker um den gewaltbereiten Sofus traktiert wird. Christian beschützt Elias und die Jungen werden Freunde.
Als Christian erneut mitbekommt, wie Elias gehänselt und bedroht wird, greift er ein, schlägt Sofus in einer abgelegenen Schultoilette brutal zusammen und bedroht ihn mit einem Messer. Bei der folgenden Polizeiuntersuchung leugnen Christian und Elias, dass ein Messer im Spiel gewesen sei und haben somit keine juristischen Konsequenzen zu befürchten. Claus, der Christian von der Polizei abholt, erfährt auf der Heimfahrt, dass sein Sohn seine Tat als Selbstverteidigung versteht: Er habe so aggressiv gehandelt, um weitere Übergriffe auf ihn und Elias durch die Demonstration von Macht und das Schüren von Angst verhindern zu können.
Bei einem Ausflug mit Christian und seinen Söhnen schlichtet Anton eine Sandkasten-Prügelei zwischen Morten und einem fremden Jungen, dessen Vater Lars (Kim Bodnia) ihn daraufhin attackiert und ohrfeigt. Während Christian, fordert, die Polizei zu rufen, will Anton eine Eskalation vermeiden, indem er dem Konflikt aus dem Weg geht. Elias und Christian sind wütend. Elias verlangt von seinem Vater, sich zu wehren und kein Schwächling zu sein. Dass Anton sich selbst zu einem Idioten mache, wenn er wie Lars einfach zuschlage, lässt Elias als Argument nicht gelten. Als Christian die Idee hat, Lars Auto mit einer selbst gebastelten Bombe in die Luft zu jagen, um ihm eine Lektion zu erteilen, willigt Elias nur zögerlich ein. Doch er will seinen einzigen Freund nicht verlieren. Gemeinsam machen sich die Jungen an die Vorbereitungen.
Anton reist ein weiteres Mal nach Afrika und macht diesmal die unfreiwillige Bekanntschaft mit „Big Man“, als dieser sich wegen einer schweren Infektion in ärztliche Obhut begeben muss. Anton behandelt das „Monster“, wie der Verbrecher von seinen Teamkollegen genannt wird.
Als „Big Man“ mit pietätlosen, barbarischen Bemerkungen den Tod einer Patientin kommentiert, verliert er den Schutz des Arztes. Anton zerrt ihn aufgebracht von der Krankenstation und überlässt ihn den vielen Feinden im Camp und seinem tödlichen Schicksal.
Anton ist erschöpft, fassungslos und sprachlos ob der Brutalität und Gewalt und fast überrascht von seiner Entscheidung, einen Menschen so auszuliefern. Ihn quält die Frage, ob das was passiert ist Gerechtigkeit ist oder einfach nur Rache.
Als Elias seinem Vater in einem Telefonat von dem geplanten Anschlag berichten will, kann er die Not und die Angst seines Sohnes gar nicht zur Kenntnis nehmen. Und damit beginnt die Bombe zu ticken…