Der weiße Rabe - Max Mannheimer

Original: Der weiße Rabe - Max Mannheimer
Regie: Carolin Otto
Darsteller: Max Mannheimer
Laufzeit: 82min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Biografie, Dokumentation (Deutschland)
Verleih: Barnsteiner Film
Filmstart: 10. Dezember 2009
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Max Mannheimer bezeichnet sich selbst als "weißen Raben". Er ist einer der letzten Überlebenden des Holocaust. Einer, der darüber reden kann. Carolin Otto liefert das beeindruckende Porträt eines Mannes, der Auschwitz, Warschau, Dachau und Mühldorf überlebte. Am 6. Februar 1920 wird Max Mannheimer im heutigen Tschechien, damals Sudetendeutschland, geboren. Er erlebt eine glückliche Kindheit. Doch die Reichskristallnacht vernichtet die Unbeschwertheit. Auf der Flucht vor den Nazis zieht man an die ungarische Grenze. Max schlägt sich als Arbeiter durch, heiratet und gründet eine Familie. 1943 folgt die Deportation über Theresienstadt nach Auschwitz. Die Familie Mannheimer wird getrennt, Max sieht Vater, Mutter, Schwester und Frau nicht wieder. Nur er und sein Bruder Edgar überleben Auschwitz, Warschau, Dachau und Mühldorf. Nach der Befreiung durch die Amerikaner fühlt Max nur Euphorie, die Euphorie des Überlebenden. Er heiratet wieder, bekommt eine Tochter und zieht mit der neuen Familie nach München. Tagsüber arbeitet er beim "Zentralkomitee der befreiten Juden", abends geht er ins Kino, sucht die Betäubung. Auch die Malerei hilft ihm, das Grauen wenn nicht zu verwinden, so zu verdrängen. Aber es meldet sich immer wieder zurück – in Alpträumen und Depressionen. Doch Max Mannheimer spricht nicht, will niemanden belasten. Seine Frau stirbt an Krebs. Und wieder überlebt Max Mannheimer, heiratet ein drittes Mal, wird ein drittes Mal Vater. Doch die Zeit im Lager vergräbt er weiter in sich. 1986 bei einer Amerikareise zur Familie seiner Frau, beim Anblick eines Hakenkreuzes, bricht der Wall. Er erleidet einen Nervenzusammenbruch. Für Max Mannheimer wird dieser Zusammenbruch zur Katharsis. Er beginnt über die Vergangenheit zu sprechen, wird Zeitzeuge und Vortragsreisender in Sachen Erinnerung an den Holocaust, macht sich das Wachhalten daran zur Aufgabe. Sein drittes Leben beginnt. Max Mannheimer bezeichnet sich selbst als "weißen Raben". Denn heute gibt es kaum noch Überlebende des Holocaust, noch viel weniger, die darüber reden können. Für ihren Film begleitete die Filmemacherin Carolin Otto den Vortragsreisenden und Zeitzeugen. Aus Mannheimers Begegnungen mit den Menschen, die sie 2008 und 2009 miterlebte, aus Filmmaterial, das sie bei ihrem ersten Treffen 1991 gedreht hatte, und aus alten S-8-Familien Filmen montierte Carolin Otto dieses eindringliche Porträt eines charismatischen Menschen, der drei Leben lebte.

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