Filmkritik - Dead Birds: Haus des Grauens (2004)
 
 

Dead Birds: Haus des Grauens

DVD / Blu-ray :: IMDB (5,7)
Original: Dead Birds
Regie: Alex Turner
Darsteller: Henry Thomas, Michael Shannon
Laufzeit: 87min
FSK: ???
Genre: Horror (USA)
Filmstart: 13. Februar 2005
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Fairhope, Alabama 1863. Ein kleines Nest im tiefsten Süden der im Bürgerkrieg blutenden Vereinigten Staaten von Amerika. Immerhin eine Stadt mit einer wohl organisierten und sicheren Bank. Hier wollen Soldaten der Südstaaten-Armee auf Befehl ihres Offiziers Säcke mit Goldmünzen in sichere Aufbewahrung geben. Doch noch während die Formalitäten im Schalterraum abgewickelt werden, erreichen vier verwegen aussehende Reiter die Main Street. Den Wachsoldaten vor der Bank bleibt wenig Zeit für Misstrauen. Die Ereignisse überschlagen sich, und binnen Minuten vollzieht sich ein eiskalt und gnadenlos durchgeführter Überfall. Die Neuankömmlinge werden dabei von Annabelle, einer jungen hübschen Frau, unterstützt, die ihr Messer präzise einzusetzen weiß. Im Kugelhagel verbluten und sterben die Soldaten, das Bankpersonal und einige Kunden. Die Angreifer verschwinden wild um sich feuernd. Ein kleiner Junge auf dem Gehsteig wird tödlich getroffen und stirbt in den Armen seiner verzweifelten Mutter. Unter der Führung von William und seiner Geliebten Annabelle ziehen die erfolgreichen Bankräuber Joseph, Clyde, Sam und Todd durch das von Kriegswirren gezeichnete Hinterland, wo Einheimische die Leichen der getöteten Soldaten fleddern und mit Deserteuren, wie sie es auch sind, kurzer Prozess gemacht wird. Doch William hat einen Tipp bekommen, wo er sichere Zuflucht finden könnte. Im Hollister-Haus, einem großen, verlassenen Farmhaus mit der Anmutung eines Südstaaten-Landsitzes, will er mit Belle und den Männern warten, bis sich die erste Aufregung über den dreisten Raub gelegt hat und die Truppen der Südstaatler ihre Suche nach dem geraubten Gold aufgegeben haben. Es ist bereits später Nachmittag, als William und seine Leute das große Maisfeld erreichen, hinter dem düster und eindrucksvoll das Hollister-Haus zu erkennen ist. Entschlossen macht man sich auf den Weg und hat schon nach kurzer Zeit das verstörende Erlebnis eines Angriffs durch eine Kreatur, die hautlos und unheimlich wie eine klauenbewehrte Kreuzung aus Mensch und Tier erscheint. Cool und gelassen wird das Mördervieh mit gezielten Schüssen erledigt. Die Männer sind nur wenig beeindruckt. Sie haben in den Jahren des Krieges Schlimmeres gesehen. Und doch erscheint ihnen der Angriff wie eine Warnung. Ebenso die große Vogelscheuche inmitten des Maismeeres. Sehr unheimlich, fast menschlich und mit verhülltem Gesicht. Annabelle ist seltsam berührt, als sie die Gestalt am Kreuz betrachtet. Doch William und die anderen drängen weiter. So erreicht man das Haus noch vor der Dunkelheit und hat Quartier gemacht, als die Nacht und der große Regen beginnt. Während sich William und Annabelle in eines der Schlafzimmer im ersten Stock zurückziehen, nachdem die Wunden der Männer versorgt sind, beginnen die Übrigen ein Kartenspiel, die prall gefüllten Goldsäcke immer im Blick. Richtig konzentrieren können sie sich nicht. Unüberhörbar sind die Liebesgeräusche von oben und Annabelles Stöhnen. Der dicke Joseph, immer noch in seiner alten Uniform, geht nach draußen, um die Pferde zu versorgen. Überrascht vernimmt er Kinderstimmen aus der Tiefe des Brunnens. Er lässt den Eimer herunter und bietet an, das gefangene Kind nach oben zu ziehen. Doch die Last ist weit schwerer als erwartet. Unerwartet auch die weiße Krallenhand, die ihn plötzlich kraftvoll über den Rand in die Tiefe zieht. Auch Sam wird von einer seltsamen Unruhe erfasst. Ihm scheint, ebenso wie Todd, dass irgendetwas Seltsames mit diesem Haus ist. Er beginnt die Zimmer zu durchsuchen und findet ein Buch mit seltsamen Zeichnungen und beunruhigenden Texten. Ein Bericht, wie mit Blut geschrieben. Fassungslos erfährt Sam von den Ereignissen, die sich hier vollzogen haben, und er wird schon bald von Erscheinungen heimgesucht, die wie Menschen aus Fleisch und Blut durch die Zimmer gehen. Ein alter Mann, verstörte Kinder, die sich in Bestien verwandeln, wenn man ihnen zu nahe kommt, enthäutete Menschen in Blutlachen und eine einsame Frau auf einem Bett. Todd hat ähnliche Erlebnisse, als er mit der Laterne in der Hand einen anderen Flügel des Hauses erkundet. Er entdeckt blutrote Abdrücke von Stiefelsohlen auf dem Fußboden. Abdrücke, denen er folgt und die sich in die Tatzen eines riesigen Tieres verwandeln. Im Stall findet er eine an den Boden gefesselte schwarze Frau, die um Hilfe fleht. Doch als er sich ihr nähert, frisst sich ein wahres Monster aus ihrem Leib ans Licht. In Panik weicht Todd zurück. Er ist vor Entsetzen nicht mehr Herr seiner Sinne. Werden hier all seine Ängste gegen ihn verwendet? Was für ein böser Geist herrscht über das Haus, und gibt es überhaupt auch nur den Hauch einer Chance, ihm lebendig zu entkommen? In der Haupthalle haben sich die Ereignisse inzwischen überstürzt. William hat entdeckt, dass Clyde und die Säcke mit den Goldmünzen verschwunden sind. Er beginnt mit gezogenen Revolvern das Haus auf den Kopf zu stellen. Ein paralysierter Sam und eine erschreckte Annabelle sind zurückgeblieben. Während Annabelle versucht Sam wieder Mut und Leben zurückzugeben, erfährt sie aus seinem Mund die grässliche Wahrheit dieses verfluchten Hauses. Der alte Farmer hatte nach dem Tod seiner Frau den Verstand verloren. Mit Hilfe uralter Blutrituale, denen zuerst seine Sklaven und Sklavinnen, schließlich gar die eigenen Kinder zum Opfer fielen, hat er die Dämonen der Hölle beschworen und eine Tür geöffnet, die dem unvorstellbarem Grauen die Möglichkeit gab, das Haus in Besitz zu nehmen. Nachdem Sam dies alles Annabelle berichtet hat, erliegt er seinen Verletzungen, die, wie eine entsetzte Annabelle feststellt, nicht von den Kugeln stammen, die er sich bei dem Überfall auf die Bank zugezogen hatte. Als William nach ergebnisloser Suche wieder erscheint und auch ein panischer Todd von seinen Beobachtungen berichtet, begeben sie sich in das nächtliche und regengepeitschte Maisfeld, um dort nach Clyde und dem Gold zu suchen. Schon bald stellen sie fest, dass sie nicht allein in der Nacht sind und gejagt werden. Doch erst nachdem Todd seinem Schicksal begegnet ist und Annabelle mit William den entsetzlich verstümmelten, von innen zerfressenen Clyde am Kreuz der Vogelscheuche gefunden haben, ergreift der Wahnsinn und die Furcht auch den coolen William. Das wird Annabelle zum Verhängnis und William muss allein um sein Leben laufen, bis sich sein Schicksal erfüllt. Denn nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen hätte er gedacht, dass er sich in den Augen seiner erhofften Retter bereits derart verwandelt hat, dass er selbst wie ein Geschöpf der Grauens erscheint.

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