Original: Das Zimmermädchen und der Millionär
Regie: Andreas Senn
Darsteller: Philipp Sonntag, Thomas Sarbacher
Laufzeit: 90min
FSK: ???
Genre: Drama, Komödie, Romanze (Deutschland)
Filmstart: 12. Oktober 2004
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Eigentlich hat Johannes Heinrich (Mišel Matičević), genannt Jo, alles erreicht. Der Name Heinrich steht für eine beeindruckende Karriere, ein millionenschweres Investmentunternehmen und für einen Mann, der sich alles leisten kann: Sportwagen, Luxusvillen, Karibiktrips, schöne Frauen. Wäre da nicht ab und zu der kleine Teufel, der Jo zwickt und ihm das Gefühl gibt, dass ihm etwas Entscheidendes im Leben noch fehlt ...
Heute ist so ein Tag, und der Teufel zwickt ihn wieder mal - ausgerechnet während eines Achtzig-Millionen-Deals. Wie aus einer Laune heraus beleidigt Jo Alain Tavernier (Thomas Sarbacher), der das von der Heinrich-AG sanierte Berliner Ritz-Carlton-Hotel übernehmen soll - der Deal platzt. Auch auf der rauschenden Party, die seine Schwester Susanne (Angela Roy) für ihn anlässlich der Verleihung der Auszeichnung als "Manager des Jahres" ausgerichtet hat, benimmt sich Jo nicht gerade wie ein Mann von Welt. Gegen seine Art wimmelt er sogar die attraktiven weiblichen Gäste ab. Einzig um seinen lieben, aber geistig zurückgebliebenen Bruder Arnold (Waldemar Kobus) kümmert er sich wie immer zärtlich - ehe er von seiner eigenen Party flieht ...
Jo fährt ins Ritz-Carlton-Hotel. Achtzig Millionen, die er nun an der Backe hat. Hemdsärmelig schlendert Jo durch die luxuriöse Lobby - und wird durch einen Zufall mit dem Aushilfs-Zimmerkellner verwechselt. Eine junge Waiterin, Sophie (Lisa Martinek), zieht ihn auf den Betriebsflur. Und scheißt ihn erstmal wegen der Verspätung zusammen. Jo ist amüsiert - und von Sophie auf Anhieb angetan. So hat lange niemand mit ihm gesprochen. Kurzerhand lässt er sich auf den Geburtstagsnacht-Spaß ein, Zimmerkellner in seinem eigenen Hotel zu spielen. Natürlich unterlaufen "Hannes", wie Jo sich nennt, in dieser turbulenten Nacht viele Patzer - doch gerade seine Unbeholfenheit bezaubert Sophie, die selbst tougher Profi ist. Zum Feierabend will Jo seine Maskerade lüften, noch während der Schicht bucht er eine Suite für Heinrich. Als Sophie und er die Suite für Heinrich herrichten, sieht "Hannes" den Moment gekommen, sich zu outen - in Erwartung, Sophie wie jede andere damit ins Bett zu kriegen. Aber ehe er dazu kommt, macht Sophie klar, was sie von Männern wie Heinrich hält. Und ganz plötzlich hält Jo es für geraten, seinen Mund zu halten, wenn er diese schöne Nacht mit Sophie nicht kaputtmachen will ...
Am nächsten Tag ist Jo zur Erleichterung aller gewillt, den Affront gegen Tavernier auszuräumen, den Millionen-Deal zu retten. Er ist wieder Jo Heinrich - bis er Sophie trifft. Sophie freut sich, "Hannes" zu sehen. Jo kann nicht widerstehen, das Spiel fortzusetzen, lässt sich vom Management seines Hotels als Waiter einstellen. Und so taucht "Hannes" abends erneut im Ritz-Carlton auf. Sophie ist gar nicht begeistert, weil sie ihn nun für einen Betriebsspitzel hält. Jo hat alle Mühe, seine Maskerade aufrechtzuerhalten. Erst als der ältere Chefkoch Gernot (Philipp Sonntag) "Hannes" tatsächlich kennt und für den "Prachtjungen" bürgt (Jo hat in seiner Jugend bei Gernot gekellnert und wurde damals noch "Hannes" genannt), ist Sophie besänftigt. Wieder will Jo die Maskerade lüften, hat dazu die Suite vom Hausdienst in ein Tropenparadies verwandeln lassen. Aber eh es zum Geständnis kommt, äußert Sophie in ihrer direkten Art, was sie von dieser Art gekaufter "Romantik" hält. Sie sei typisch für Menschen wie Heinrich, für den sie nur Verachtung übrig hat. Jo beschließt, die Maskerade aufrechtzuerhalten, um Sophie als "Hannes" zu erobern. Zumal er sich als "Hannes" eigentlich sehr glücklich fühlt...
Die beiden verbringen einen abenteuerlichen Morgen in der Stadt und liegen sich schließlich in den Armen. Aber während Jo zum ersten Mal ahnt, was ihm immer gefehlt hat - macht Sophie schon in der nächsten Nacht einen Rückzieher.
Sie hat andere "Pläne", wird nach Frankreich ziehen und als Assistant Manager in einem Hotel arbeiten. Zu dem ist sie verlobt. Jo findet schnell heraus, mit wem: ausgerechnet Alain Tavernier. Nun kann und will er Sophie noch viel weniger sagen, dass "Hannes" eine Mogelpackung ist ...
Während die Firma Heinrich durch den geplatzten Deal zunehmend unter Druck gerät und auch Arnold ohne seinen Bruder nicht zurechtkommt, kämpft Hannes im Hotel seinen zunehmend existenziellen Kampf um Sophie. Immer weiter entfernt sich Jo von "Heinrich", der Firma droht der Zusammenbruch. "Hannes" scheint Sophies Herz zu erobern. Doch als er den schönsten Tag mit ihr verbringt und glaubt, sie endgültig gewonnen zu haben, muss er erkennen, dass es nur ein Abschied war. Sophie erklärt, dass sie trotz tiefer Zuneigung zu ihm an ihren Plänen festhalten wird, auch aus Fairness gegenüber Alain. Sophie verlässt "Hannes", um nach Frankreich zu fliegen. "Hannes" zögert, sagt Sophie aber nicht mehr, wer er wirklich ist. Denn das ist jetzt ganz egal. Egal wer er ist, das einzige was zählt, ist, dass er Sophie liebt. Und das kann sie nicht von ihrem Entschluss abhalten. Jo ist am Boden zerstört - und er weiß jetzt, was ihm in seinem Leben gefehlt hat ...
Jo kehrt verändert in die Firma zurück. Er entschuldigt sich im letzten Moment ernsthaft bei Tavernier und verkauft dem Mann, der Sophie gewonnen hat, das Ritz-Carlton zu einem fairen Preis - er selbst tritt von "Heinrich" zurück und vermacht den Großteil seines Vermögens der Firma und seiner Schwester. Gemeinsam mit Arnold will er die Stadt verlassen. Aber da eröffnet ihm Alain Tavernier, der Jos Doppelspiel längst durchschaut hat, das Sophie nicht nach Frankreich gefahren ist - sondern die ganze Stadt nach einem Zimmerkellner namens Hannes absucht ...
Jo und Sophie stehen sich gegenüber. Als Sophie erfährt, wer er ist - läuft sie wütend davon. Aber nicht sehr weit. Denn das ist letztlich auch egal. Denn egal, wer er ist, das einzige was zählt ist, dass sie ihn liebt ...