Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„schweres Geschütz auffahren“
Bedeutung: Diese Redewendung wird heute in der Umgangssprache dafür verwendet, daß man sich jemandem heftig entgegenstellt, gewichtige (Gegen-)Argumente vorbringt.

Herkunft: Die Redewendung kommt aus dem militärischen Bereich und ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Als „schweres Geschütz“ bezeichnet man Artillerie mit einem größeren Kaliber. "Schweres Geschütz auffahren" bedeutet, daß man diese Geschütze in Stellung bringt - für das Abfeuern aufstellt.
 
„auf Tuchfühlung gehen“
Bedeutung: Heute wird diese Redewendung für alltägliche Situationen gebraucht. Sowohl bei der körperlichen – als auch bei der geistigen Annäherung. Generell ist aber gemeint: Wenn man eine Person kennenlernt, geht man mit dieser Person erst „auf Tuchfühlung", ob man sich überhaupt mag. (Ob als Freunde, Arbeitskollegen oder als Partner.)
Oder im romantischem Sinne, wenn man den engen Körperkontakt zu einer anderen Person sucht. "Auf Tuchfühlung gehen" gibt es auch beim Tanzen. Hier kommt man z.B. bei Standard-Tänzen (oder bei romantischer Musik bei einem "Schmusetanz" / "Stehblues") dem Tanz-Partner körperlich näher.

Herkunft: Beim Militär stehen die Soldaten beim Antreten oft so dicht nebeneinander, daß sich die Tücher der Ärmel berühren. Sie gehen – wenn auch nicht im romantischen Sinn - „auf Tuchfühlung“.
 
„Quartier machen“
Bedeutung: Wenn sich eine Person oder eine Gruppe eine Unterkunft besorgt. Wenn man sich einmietet, ein Zimmer im Hotel nimmt oder in einem Ausnahmefall (Krieg, Katastrophe, Seuche …) eine Unterkunft beschlagnahmt.

Herkunft: Der Ursprung liegt im Latainischen: „quartarius“, dann „quartus“, „Quart“. Das Wort „Quartier“ im Deutschen wurde aus dem Französischen – der Sprache der Diplomatie - übernommen. Quartier ist ursprünglich ein Viertel von etwas. Zum Beispiel: der „Quarter“ ist ein viertel Dollar oder das „Viertel“ einer Stadt … („Armutsviertel“). Das „Quartier“ ist eigentlich auch ein Teil eines Heerlagers. „Quartier machen“ bedeutet, daß man für eine Person oder die Truppe eine Unterkunft für die Zeit der Anwesenheit fertig macht.
 
„Karo einfach“
Bedeutung: „Karo Einfach“ bedeutet „einfache Speisen“. Essen mit wenigstem Aufwand und am billigsten herhestellt. Kann aber auch bedeuten, daß das Essen aus regionalen Produkten gemacht worden ist – ohne die Zutaten mit großem Aufwand importiert zu haben.

Herkunft: Diese Redewendung stammt aus der Soldatensprache des 1. Weltkrieges. Hier kam es durch die Blockade der Allierten in Deutschland zu einer Verknappung der Lebensmittel. Sowohl bei der Zivilbevölkerung zu Hause als auch bei den Soldaten an der Front wurden die Lebensmittel rationiert. Als die Soldaten teilweise als Tagesration nur eine trockene Scheibe Brot bekamen tauchte die Redewendung auf. Dabei wurde auf das Skatspiel angespielt: Ein "Karo einfach" ist das Spiel mit der geringsten Anzahl an Punkten (18 ).
 
„das rote Telefon“
Bedeutung: Eine ständige Verbindung während des Kalten Krieges zwischen den USA und der U.d.S.S.R. um einen Atomkrieg zu verhindern.

Herkunft: Während des Kalten Krieges (ca. 1947 bis 1989) wurde aus Angst vor einem Atomkrieg nach der „Kuba-Krise 1962 eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml installiert. Aber im Gegensatz zu dem Namen „rotes Telefon“ (auch als „Heißer Draht“ [engl.: „Hotline“] war das „Telefon“ lediglich eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Über 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges richteten Russland und die NATO 2015 wieder eine direkte Verbindung zwischen ihren Generalstäben ein.
 
„sturmfreie Bude“
Bedeutung: Ein Zimmer oder eine Wohnung, die nicht kontrolliert werden können. In denen man ungehindert Besuch empfangen kann.

Herkunft: Der Begriff "Sturmfreiheit" bezeichnete ursprünglich, dass eine Burg gegen einen Angriff abgesichert war. Frei nach dem Motto: Mit den Waffen der Zeit war die Burg nicht einzunehmen – der Feind konnte nicht eindringen.
Aber- wie immer: Bei jeder Modernisierung von Waffen oder einer Entwicklung von Defensiv-Systemen kommt immer eine Gegenentwicklung. Vereinfacht: Zuerst wurden um die Gebäude Mauern gebaut – worauf die Belagerer Leitern benutzte. Daraufhin wurden Wassergräben um die Burg geschaffen. Der Feind grub der Burg das Wasser ab (siehe „jemandem das Wasser abgraben) …
 
„Gewehr bei Fuß“
Bedeutung: Wer „Gewehr bei Fuß“ steht ist bereit für eine sofortige Aufgabe – für was auch immer.

Herkunft: Diese Redensart ist der Militärsprache entnommen. Hier war früher „Gewehr bei Fuß“ ein Befehl aus dem „Formaldienst“ (das Exerzieren). Heute noch gibt es Befehle, wie „Gewehr über“, Präsentiert das Gewehr“ oder „Gewehr ab“.
Früher (bei den Vorderladern) war die Ausübung von „Gewehr bei Fuß“ aus dem Formaldienst auch im Gefecht üblich: Der Soldat, der mit dem Nachladen der Waffe fertig und wieder schußbereit war stellte sein Gewehr „bei Fuß“. Die Offiziere sahen so, wer für die nächste Feuersalve wieder bereit war.
 
„gut in Schuß“
Bedeutung: Wenn etwas nicht abgenutzt oder verschlissen ist. Wenn man einen gepflegten Eindruck macht. Zudem auch für einen guten Gesundheitszustand und die körperliche Fitness.

Herkunft: „Gut in Schuß“ – da gibt es gleich zwei Ursprünge: Die Waffen – die Gewehre und die Kanonen – können nur dann richtig funktionieren, wenn sie auch gut gewartet und gepflegt sind – eben „gut in Schuß" gehalten werden.
Zudem gibt es noch die Waffe selber: Eine Waffe muß auch heute noch erst „eingeschossen“ werden. Das heißt, daß der „Haltepunkt“ der Waffe festgestellt werden muß. Auf der Waffe gibt es die Kimme und den Korn. Über diese beiden Zielpunkte richtet man die Waffe auf das Ziel aus. Da aber der wahre Haltepunkt nur selten genau über Kimme und Korn liegt stellt man fest, wie weit das Ziel „ausreißt“. Beispiel: Der wahre „Haltepunkt“ ist Links oben – die Waffe muß also weiter rechts unten zielen, um ein Ziel zu treffen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Die teurere und arbeitsaufwendige Lösung (z.B. „Luxuswaffen“ für die Jagd) ist, Kimme und Korn zu korrigieren. Das geht natürlich nicht bei „Massenwaffen“. Hier wird einem nur der Haltpunkt mitgeteilt. Mit dem richtigen Haltepunkt gilt die Waffe als „eingeschossen“. Man kann mit dieser Waffe auch wirklich treffen. Die Waffe ist „gut in Schuß“.
 
„am Drücker sein“ / „am Drücker sitzen“
Bedeutung: „Am Drücker sein“ / „am Drücker sitzen“ bedeutet „die Macht haben“. Es sitzt der am Drücker, der bestimmt, was zu geschehen hat – wer „das Sagen“ hat.

Herkunft: Wieder gibt es gleich zwei Ursprünge: Zuerst die nicht militärische Quelle. Hier geht es um die für „Normalsterbliche verschlossene Tür: Es geht um die Person, die die Macht hat, eine wichtige Tür zu öffnen – oder für andere verschlossen zu halten. Gemeint ist z.B. eine Tresor-Tür, den Zutritt zu Königsschlössern, „Fort Knox“ …
Die militärische Quelle bezieht sich auf dem „Drücker“ – dem „Abzug“ - am Gewehr, durch dessen Betätigung der Schuß abgegeben wird. Wer zuerst „am Drücker sitzt“ ist klar im Vorteil (solange er trifft).
Besonders in der Zeit der atomaren Rüstung: Hier gilt: „Wer zuerst schießt stirbt als Zweiter“ (Damit ist gemeint, daß die Raketen des Zweiten später einschlagen als derjenige, der zuerst „am Drücker war“. Wobei es jedoch keine Sieger gibt. Einen Atomkrieg wird bei über 13.000 Atomwaffen keiner auf der Erde überleben!
 
„aufs Korn Nehmen“ / „im Visier haben“
Bedeutung: Man hat eine Person unter einer besonders aufmerksamen und kritischen Beobachtung, ähnlich, wie „auf die Finger sehen“ oder „auf dem Kieker haben“. Auch in der Satire und im Kabarett werden Leute gern „aufs Korn genommen“. Verdächtige geraten „ins Visier“ der Polizei.

Herkunft: Beide Redewendungen kommen aus dem Bereich des Militärs und der Jägersprache. Für beide Sprüche und beide Ursprungsquellen gilt, daß man erst genau zielen muß, um erfolgreich einen Schuß auf ein Ziel abzugeben.
 
„Den Spieß umdrehen“
Herkunft: Die Rolle tauschen - eine nachteilige gegen eine vorteilhaftere Stellung oder Position tauschen. Ein Benachteiligter ergreift die Initiative und besiegt den Kontrahenten mit dessen eigenen „Waffen“ (Argumente, Verhalten).

Herkunft: Wer früher seinem Gegner den todbringenden Spieß entreißen konnte, gelangte aus der Rolle des Angegriffenen in die des Angreifers. Verwandte Redewendungen: „der Jäger wird zum Gejagten“, „jemandem etwas mit gleicher Münze heimzahlen“, „jemanden mit den eigenen Waffen schlagen“.
 
„Sein Schwert in die Waagschale werfen“ / „Etwas in die Waagschale werfen“
Bedeutung: Hier wird eine Entscheidung gefällt: Es wird ein Argument auf eine Balancewaage gelegt, um herauszufinden, ob ein Pro- oder Contra-Argument schwerer wiegt.

Herkunft: Als die Gallier 390 v. Chr. in der Schlacht von Allia (Nebenfluß des Tiber in der Nähe von Rom) die Römer besiegt hatten, forderten sie den hohen Tribut von 1000 Pfund Gold. Als sich die Römer beschwerten, daß die Gallier das Gold mit manipulierten Gewichten abgewogen hatten warf der Gallierkönig Brennus auch noch sein Schwert in die Waagschale. Dazu sprach er noch die berühmten Worte: "vae victis" (Wehe den Besiegten).
 
„Drakonische Strafe“
Bedeutung: Noch heute sprechen wir von "drakonischen Strafen", wenn wir besonders harte Strafen meinen.

Herkunft:
Harte Strafen werden nach dem griechischen Gesetzgeber Drakon (7. Jahrhundert v. Chr.) benannt. Um die Blutrache und die Selbstjustiz abzuschaffen trug er von nun an gültige Gesetze zusammen. Als erster unterschied er zwischen Mord und Tötung ohne Vorsatz (der heutige „Totschlag“). Damit niemand behaupten konnte – nichts von den Gesetzen gewußt zu haben (Auch heute noch gilt: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“) wurden die Gesetze auf Holztafeln auf dem Markt öffentlich ausgestellt. Diese von Drakon verfaßten Gesetze waren so streng und so grausam, daß Plutarch schrieb, sie seien "mit Blut und nicht mit Tinte geschrieben".
 
„Eine Tatarennachricht (erhalten)“
Bedeutung: Eine unglaubwürdige Botschaft – eine „Ente“ – eine Falschmeldung. Etwas was man heute gerne als „Fake News“ oder als „alternative Fakten“ (Trump) bezeichnet.

Herkunft: Die Redewendung beruht auf einer wahren Begebenheit: Berittene tatarische Kuriere brachten während des Krimkriegs die Nachricht nach Bukarest, daß Sewastopol gefallen sei. War es in Wirklichkeit noch gar nicht, aber die Nachricht übte nachhaltigen Einfluß auf Politik und Börse aus.
 
„Jemandem die Stange halten“
Bedeutung: Jemandem die Stange halten bedeutet sowohl heute, als auch früher: jemandem beistehen, volle Unterstützung, treu bleiben.

Herkunft: Ursprünglich kommt diese Redewendung aus dem militärischen Bereich: Die Feldzeichen, Standarten und Flaggen befanden sich auf Stangen, damit sie gut sichtbar übers Feld getragen werden konnten. So signalisierten sie dem Feldherrn, jedem Soldaten und natürlich dem Nachschub, welche Einheit sich wo befand. Nach dem Durcheinander der Schlacht sammelte sich die Truppe und versprengte Soldaten wieder bei dem Feldzeichen seiner Einheit. Fiel während der Schlacht der „Fähnrich“ landete das Feldzeichen in den „Dreck“. Das galt es zu verhindern. Ursprünglich diente diese Tradition, daß die Zeichen während der gesamten Schlacht noch gut zu erkennen sind. Eine mit Matsch verschmierte Flagge ist schwer zu identifizieren. Daraus wurde die Tradition, daß es „die Ehre der Einheit beschmutzt“, wenn die Fahne den Boden berührt. Es galt also, die Zeichen der Einheiten sofort wieder aufzunehmen (oder am besten es zu verhindern, daß die Fahne den Boden berührte), wenn der Fahnenträger verwundet wurde, fiel oder aus anderen Gründen schwächelte. Man „hielt“ also seiner Einheit „die Stange“.

Im mittelalterlichen Recht gab es die Sitte, jedem Ehernmann / Ritter im gerichtlichen Zweikampf („Gottesurteil“) einen Sekundanten zur Seite zu stellen, der eingreifen mußte, wenn die Regeln es erforderten (Eine Methode, die bis zu den Duellen (Pistolen, Degen…) bis in die Neuzeit beibehalten wurde.) Er "hielt seinem Mann die Stange", unterstützte ihn also während des Duells.
Im Landrecht des "Schwabenspiegels" gab es den Passus:
"Ir ietwederm sol der rihter einen man geben, der ein stange trage, die soll der über den haben, der da gevellet."
Bei Turnieren gab es den "Grieswart", auch "Stängler" genannt. Er hatte die Aufgabe den Kämpfern beizuspringen, die aufgeben wollten. Wer "die Stange begehrte", wollte aufgeben.
 
„kein Geld, keine Schweizer“
Bedeutung: Es gibt nichts ohne Gegenleistung – ohne Bezahlung. Eine andere verwandte Redewendung: „Ohne Moos nichts los“.

Herkunft: Bei den "Schweizern" handelt es sich um die Gardesoldaten, die an vielen europäischen Höfen dienten. Sie galten in der Zeit des 30jährigen Krieges als beste Söldner und als sehr tapfer. Selbst in aussichtslosen Lagen blieben sie ihrem Dienstherren treu – aber nur solange sie für ihre Leistungen auch pünktlich bezahlt wurden. Blieb der Sold (die Bezahlung eines Söldners und der Ursprung für den Begriff Soldaten) aus brachen sie schon mal einen Krieg ab. Zum Beispiel bei der Belagerung Mailands durch Franz I. (1521). Heute leistet sich nur der Vatikan eine Schweizer Garde.
Der Papst ist das letzte Staatsoberhaupt, für den eine "Schweizer Garde" dient.
 
„Wie ein Berserker wüten“
Bedeutung: Ohne jegliche Rücksicht – selbst gegen die eigene Person – voller Wut einen Disput oder einen Kampf austragen. Der Ursprung für „blinde Wut“.

Herkunft: Als Berserker wird in mittelalterlichen skandinavischen Quellen ein im Rausch kämpfender Mensch bezeichnet, der keine Schmerzen oder Wunden mehr wahrnimmt. Berserker war eine Elitetruppe der Wikinger, die auf der Seite verschiedener germanischer Stämme kämpften. Im altnordischen bezeichnete man jemanden voller ungezügelter Angriffswut als Berserker. Eigentlich meinte man damit anfangs nur das Bärenhemd, das der durchschnittliche skandinavische Krieger trug (serkr = Hemd, ber= Bär). Die „Recken“ wollten damit die Kraft des getöteten Tieres auf sich übertragen. „Berserker“ wurden später die Männer genannt, die durch die Fellklamotten so furchterregend aussahen, daß man von ihnen sagte, sie könnten kurzzeitig die Bärengestalt annehmen, so ähnlich wie Werwölfe. Allerdings ist auch eine etwas andere Herleitung möglich, und zwar aus den Begriffen „ber“ = „bar, bloß“ und „serkr“ = „Hemd, Waffenrock“, also jemand der „ohne Hemd“, d.h. ohne Rüstung in den Kampf zieht.
Zuvor steigerten sie sich in eine animalische Raserei und Wut. Ihre Kampfeslust war ungeheuerlich und kaum zu kontrollieren. Andere Wikinger waren gut beraten, den Rasenden aus dem Weg zu gehen. In ihrer Wut gingen sie unkontrolliert auf jeden los, der sich in ihnen in den Weg stellte. In der Schlacht waren sie kaum zu kontrollieren und kämpften bis zum Tod, auch schwere Verletzungen führten nicht dazu, dass sie das Gefecht aufgaben.
Für eine intelligente Kriegsführung mit komplizierten Manövern einzelner Soldaten, wie sie die Römer kannten, wären die gefährlichen Verrückten kaum zu gebrauchen. Aber im frühen Mittelalter waren sie eine Waffe, die Schlachten entscheiden konnten. Bei den damaligen Gefechten war es entscheidend, dass die Kämpfer eine lange Linie auf dem Schlachtfeld bildeten, die sich gegenseitig mit ihren Schilden deckten. Die Seite, deren Schildwall aufgerissen wurde, musste meist hohe Verluste einstecken und die Schlacht verloren geben. Die Berserker sollten mit ihrer Wut den Gegner in Panik versetzen und den Durchbruch erzwingen, koste es, was es wolle. Sie verwandelten sich dabei „in wilde Tiere“. Sie heulten wie die Wölfe und bissen vor Wut auf ihre Schilde. Ihr Körper wurden vom Schüttelfrost gepackt, aber sie galten als unempfindlich gegenüber Eisen - Schwerter - und Feuer. Die fürchterlichen Krieger waren auch im Frieden Sonderlinge und Einzelgänger, denn sie starteten auch in ungeplante Amokläufe, wenn sie in die falsche Stimmung kamen.
Der Aberglaube, daß als Droge der Fliegenpilz diente hat sich inzwischen als falsch herausgestellt. Dieser hätte den Berserker kampfunfähig gemacht. Heute weiß man, daß die Berserker Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) einnahmen. Aus dem Kraut machten sie einen „Tee“, legte es in Alkohol ein oder stellte eine Salbe her. Ungefährlich war das nicht, da das Kraut durchaus giftig ist, wenn man sich in der Dosierung irrt. Die Anwendung führte zu einer starken Abnahme des Schmerzempfindens. Die Krieger wären dabei "unberechenbar und höchst aggressiv". Sie verloren alle Hemmungen und "den Kontakt zur Realität. Das Kraut hat eine ganze Reihe von weiteren Nebenwirkungen wie Sehstörungen und manische Episoden. Typisch für die Wirkung des Krauts ist die Unfähigkeit, Gesichter erkennen zu können. Und die Berserker waren dafür bekannt, im Kampf nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können.
 
„Sich etwas auf die Fahne schreiben“
Bedeutung: Das ist wohl die Redewendung, die am besten bekannt ist. Sie zeigt an, dass jemand von etwas so überzeugt ist, dass er für die Durchführung kämpft.

Herkunft: Bei dieser Redewendung ist die Herkunft bekannt. In früheren Zeiten war es üblich, Inschriften auf Fahnen zu sticken. Zu der Zeit wurden die Fahnen immer gut sichtbar gezeigt. (Beispiel die berühmte Flagge der Kontinentalarmee im amerikanischen Freiheitskrieg: „Gadsden Flag“ (Gelbe Flagge mit einer Schlange und dem Text: DON´T TREAT ON ME“) oder während der französischen Revolution die Trikolore (Blau, Weiß und Rot mit den Worten: LIBERTÉ – ÉGALITÉ – FRATERNITÉ).
Dementsprechend konnte das Gestickte besonders gut gesehen werden. Das bedeutet, dass das, was auf die Fahne geschrieben wird, weithin sichtbar ist. Also das, wofür jemand steht oder einsteht.

Auch unsere Flagge ist mit der Farbgebung etwas, was man sich auf die Fahne geschrieben hat: Das „Schwarz“, „Rot“ und „Gelb“ (Eigentlich: Schwarz, Rot, Gold!) mit einer sehr langen Geschichte: Die Farbgebung ist im Gegensatz zu den meisten Flaggen nicht nach den Gesetzen der Heraldik enstanden (siehe „Böses im Schilde führen: https://www.klamm.de/forum/f5/wissen-das-man-im-leben-bestimmt-nie-braucht-481123-3.html#post8114882). Die Farbgebung Schwarz-Rot-Gold war ein Code, den nur verstehen konnte, der die Geschichte hinter den drei Farben kannte. … und zu jener Zeit kannte jeder die drei Farben deuten: (1813: die Flagge der Burschenschaft von Jena - Napoleon 1813 bis Waterloo (1815) - und danach , 1832: „Hambacher Fest“ - die niedergeschlagene Revolution von 1848 - und 1849 die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche). Es ging um die Unabhängigkeit,es ging um ein einheitliches Deutschland.

(Ein weiteres Argument der dreiteiligen Farbgebung ist das Vorbild von "Belgien" (1831). Belgien, das für eine Unabhängigkeit von den Niederlanden eine Trikolore in "Schwarz-Gelb-Rot" wählte. Diese Flagge wiederum wurde nach dem Vorbild der Trikolore von Frankreich entwickelt. ... und diese frz. Trikolore beruht wohl auf der ältesten Trikolore für Unabhängigkeit: Die Flagge der Niederlanden (1581) bei der Unabhängigkeit von Spanien. Hier war die ursprüngliche Flagge Orange Weiß Blau - eine der Quellen für "das niederländische / holländische "Orange" - heutige Flagge: "Rot-Weiß-Blau")

Bei unserem "Schwarz-Rot-Gold ging es also auch (wie bei den Niederlanden, Frankreich und Belgien) um ein einiges und unabhängiges Deutschland. (Nach der Wiedervereinigung der BRD und der DDR ein relativ aktuelles Thema.) Vor Napoleon war Deutschland ein Flickenteppich von Königs-, Fürsten-, und Bischofs-Staaten mit den Hansestädten und den "Freistaaten". Nach der Eroberung Napoleons war Deutschland von Frankreich total abhängig. Nach dem Niedergang (1812 - Rückzug von Moskau) begehrten die Länder Europas wieder für ihre Freiheit auf. Einer der Truppen war das „Lützower Freikorps“, das mit einer „Asymetrischen Kampfführung (Guerillakampf) große Erfolge hatte. Da aus finanziellen Gründen keine Uniformen für die Freiwilligen zur Verfügung standen färbte diese Truppe ihre Straßenkleidung SCHWARZ, die Aufschläge ROT und die Knöpfe GOLD. [Das waren die Farben des „Heiligen römischen Reiches“ (Gelber Untergrund, schwarzer Adler mit roten Krallen und Schnabel)]
Das „Schwarz-Rot-Gold“ war somit ein Zeichen für ein einheitliches und unabhängiges Deutschland. Nach dem „Hambacher Fest“, der 1848 Revolution und der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche (… und später der Weimarer Republik) eine Hoffnung. Man schrieb sich mit „Schwarz, Rot, Gold“ den Kampf für „EIN Deutschland“ und die Demokratie auf die Fahne. Eine Bedeutung, für die auch heute noch unsere Flagge steht.
 
„die Fahne hochhalten“
Bedeutung: Die Fahne hochhalten: Diese Redewendung wird genutzt, wenn jemand bis zum Schluss übrig bleibt. Sie wird auch genutzt, wenn jemand aufrichtig bleibt oder sich bekennt.

Herkunft: "Die Fahne hochhalten" ist eine Redewendung aus dem Militär. Geschichtlich spielten Fahnen im älteren Kriegswesen eine große Rolle: Sie dienten in der Schlacht als Orientierungspunkt für die Soldaten und half dem Feldherren, den Fortlauf der Schlacht zu planen. Der Fahnenträger (Fähnrich) musste „die Fahne hochhalten“ (im wahrsten Sinne des Wortes), damit von weiten zu sehen war, wo die Einheit stand. Seit dem Ersten Weltkrieg (1914-1918 ), als nicht mehr in geschlossener Formation gekämpft wurde, sind Truppenfahnen ohne militärische Bedeutung und nur noch von symbolischem Wert.
Im Mittelalter hatte die Fahne oder das Banner eine herausragende Bedeutung, sie war das Kennzeichen einer bestimmten Gruppe, z.B. eines Heeres, das in die Schlacht zog. Die Fahnenträger waren in der Regel besonders mutige Soldaten, denn sie mussten die Fahne hochhalten, solange es ging. Fiel die Fahne, war die Schlacht verloren. Nach dem Mittelalter übernahm der nächste das Tragen der Flagge – die Schlacht ging weiter. (Siehe „Jemandem die Stange halten https://www.klamm.de/forum/f5/wissen-das-man-im-leben-bestimmt-nie-braucht-481123-7.html#post8129400) Natürlich waren Front-Offiziere und Flaggenträger bevorzugte Ziele. In einer Schlacht waren das dadurch schon immer die am stärksten gefährdeten Ränge. Wenn man diese Schlachten überlebte hatte man einen Ruf erworben und die besten Chancen für weitere Beförderungen.

Die Fahne an sich steht dafür, daß man zum Heimatland steht und das gilt auch heute noch, wenn an Feiertagen die Nationalflagge gut sichtbar an den Häusern präsentiert wird. Wenn bei einer WM die Fahne an Autos, an den Wangen, an Hüten und überall gezeigt wird. Wenn nach dem Sieg bei der WM das Stadion ein „Meer der Flaggen“ ist.
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Zuletzt bearbeitet:
„mit fliegenden Fahnen“, „mit wehenden Fahnen“
Bedeutung: Die Bedeutung dieser Redewendung ist einfach. Sie deutet einen Wechsel des Standpunkts an. Jemand ändert seine Ansichten oder wechselt auf eine andere Seite.

Herkunft: Diese Redewendung kommt von der „Wetterfahne“ her. Wetterfahnen sind „Windrichtungsgeber“. Entweder einfache Fahnen, „Windsäcke“, Wetterhähne (oder auch jede andere denkbare Figur, wie Wappen, Schiffe, … Je nachdem welchen Beruf oder welche Interessen der Hausbesitzer hat.) Meist sind auch die Himmelsrichtungen angebracht – aus den Zeiten, als ein Kompass nicht verbreitet war, als es keine Smartphones gab. Je nachdem, wo der Wind herkommt dreht sich die Wetterfahne in die aktuelle Richtung.

Eigentlich geht jeder dabei davon aus, daß die Person genau wie die Windrichtung ständig seine Meinung ändert - ohne richtigen Grund. Aber das muß nicht unbedingt negativ behaftet sein. Wenn man für die „Windrichtung“ Argumente nimmt – dann ist das nicht mehr eine Frage der „Labilität“ – es wird eine Frage der Logik. Denn es gibt drei Sorten von Menschen: 1) Es gibt Leute, die ständig ihre Ansichten ändern (labil sind). Je nachdem, mit wem man gerade redet, paßt man „seine“ Meinung an. („ja nicht anecken“, immer versuchen, beliebt zu sein) 2) Es gibt Leute, die nicht „verbohrt“ sind. Leute, die den besseren Argumenten nach ihre Meinung ändern / verbessern können (etwas dazulernen können). 3) …und es gibt Leute, die ihre Meinung nie ändern. Wo der geistige „Kompass“ niemals seine Richtung ändert. Frei nach dem Motto: „Verwirrt mich nicht mit Argumenten – ich habe meine Meinung!“