Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„jemandem das Feld streitig machen“
Bedeutung: Man tritt gegen einen Rivalen an. Man versucht die alteingesessene Konkurrenz mit allen Mitteln zu verdrängen.

Herkunft: Wie so oft kommt diese Redewendung aus dem Militär: Diese Redewendung tritt ein, wenn ein Heer den Schlachtort bereits aus strategischen Überlegungen für den Kampf ausgesucht und besetzt hat. Wenn dieser Streitmacht das feindliche Militär zur Schlacht gegenüber tritt.
Das bedeutet, z.B. daß der neu angekommene Feind einen Hügel stürmen mußte. Gegen die fertigen Stellungen / Reihen der Soldaten nach oben anstürmen mußten. (Die Geschosse aus der besseren oberen Stellung reichten weiter, als die der hochstürmenden Truppen.) Die hochstürmenden Truppen sind schon durch den Aufstieg mit den ganzen Unebenheiten erschöpfter, als die relativ ausgeruhten Truppen auf dem Gipfel der Anhöhe. Unter dem Hügel – wo die Neuankömmlinge sich einrichten müssen ist es meist feuchter – matschiger. Hier sind mehr Mücken und andere „Plagegeister“. Der Feind oben auf dem Hügel hatte bereits Zeit, seine Stellungen zu befestigen. Hatte bereits das beste Baumaterial und den Proviant im Umkreis geplündert / erbeutet / beschlagnahmt …
Die neu angekommenen Truppen mußten nun versuchen, einen gut vorbereiteten Feind zu schlagen, seine Stellungen zu erobern. Trotz aller Widrigkeiten auf dem Schlachtfeld zu siegen. Die neu angekommene Streikraft versuchte also den Feind „das Feld streitig zu machen“.
 
„Front gegen jemanden machen“
Bedeutung: Etwas gegen jemanden unternehmen, gegen ihn angehen. Sich anfeinden. Gegen jemanden vorgehen.

Herkunft: Genau wie schon immer. Damals – genau wie heute:
"Früher": Wenn sich ein Regent ein Staatsoberhaupt meinte, daß es „Zeit wird, auch Kolonien zu bekommen“ und damit Bodenschätze und billige Arbeitskräfte zu erhalten. "Damals wie heute": Wenn das Staatsoberhaupt aus politischen Gründen, um Gebiete zu erobern, neue Geldquellen zu finden, aus persönlicher Abneigung, aus rassistischen oder religiösen Gründen, … einen Krieg vom Zaun brechen wollte ... Dann hatte das andere Land sein Land beleidigt, die Grenze angeblich verletzt (Sender „Gleiwitz“) oder etwas anderes „verwerfliches“ angestellt. Es brauchte einen Grund, damit das Volk den Krieg auch wirklich befürwortete - damit ein Haß auf den Feind aufkam. Gut, wenn der Feind schon öfter und schon länger im Krieg mit diesem Land gewesen ist. Wie zwischen Frankreich und Deutschland – die bekannte „Erbfeindschaft“. Oder ein „neuer“ Feind – jemand, der ganz anders ist, als man selber. Ein anderes Aussehen, eine andere Kultur, ein anderer Glaube. (Sklaverei, Kreuzzüge, Indien, Nord- und Südamerika (Indianer, Inka), Kongo, Vietnam, Afghanistan …)
Der Regent erklärte dem feindlichen Land den Krieg – „machte Front gegen den Feind“. Erst die „Stimmungsmache“ – den Haß schüren – dann kräftig mit dem Säbel rasseln – und schließlich die richtige Front mit unzähligen Toten!
 
Zitat:"Wie geht's mit dem Ein-Mann-Show hier?"
Oh,ich bin ganz zufrieden: Die Beiträge werden geklickt, schon 14 Likes - was will man mehr?
Es wär zwar schön, wenn auch andere etwas brauchbares posten würden - muß aber nicht sein.
So lange ich noch etwas finde werde ich auf jeden Fall weitermachen.
;)
 
„für jemanden eine Lanze brechen“
Bedeutung: Sich für eine andere Person einsetzen, jemandem beistehen. Für jemanden da sein. Ihn unterstützen.

Herkunft: Im Mittelalter – traten die Ritter in Turnieren (Tjost *1) gegeneinander an. Die Tjost waren Zweikämpfen mit abgestumpften Lanzen. Die Lanzen waren eine Weiterentwicklung des Wurfspeeres für die Reiter. Man ritt auf den Feind zu und rammte die Spitze der Lanze dabei in den Gegner.

Die Tjost war eine der Übungen für den richtigen Krieg. Zudem eine Möglichkeit, herauszufinden, wer der Beste ist. Während die Ritter aufeinander zuritten traf die Lanze den Ritter und zersplitterte dabei an Sollbruchstellen, damit die Trost nach Möglichkeit nicht zu tödlich wurde.

In einer „Fehde“ – einem Streit – hielt man ein Gottesgericht ab. Aus dem Wettstreit im Trost wurde ein Rechts-Streit. Gott sorgte schon dafür, daß der Rechtschaffende siegen würde. War einer der Kontrahenten zu alt, gebrechlich, krank … konnte er von einem Familienmitglied vertreten werden. Dieses Familienmitglied „brach für den Verhinderten die Lanze“.

Zudem war die Tjost eine Möglichkeit, andere zu beeindrucken. Man widmete den Kampf einer Person – kämpfte nur für sie. Den Regenten, einen Adeligen - um positiv aufzufallen, ein größeres Ansehen zu bekommen, aufsteigen zu können. In der Zeit der Minnesänger, der aufkommenden Romantik galt es auch, um eine Frau zu „freien“. Sie zu beeindrucken, um sie zu werben. Einige Siege in ihren Namen konnte einen da schon weiterbringen. Ob es nun galt einen Adeligen oder seine zukünftige Frau zu beeindrucken – man „brach die Lanze“ für diese Person.

*1: siehe „jemanden ausstechen“: „Tjost“
https://www.klamm.de/forum/f5/wissen-das-man-im-leben-bestimmt-nie-braucht-481123-3.html#post8113983
 
„auf Vordermann bringen“
Bedeutung: Man versetzt einen Gegenstand, einen Plan, eine Person … in einen guten Zustand. Man bringt die Person dazu, diszipliniert und ordentlich aufzutreten.

Herkunft: Im Formaldienst, während eines Marsches und beim Appell sollten die Soldaten einer Einheit auch einheitlich auftreten. Man reiht sich in mehreren geraden Linien hintereinander auf. Die Männer sauber nebeneinander und hintereinander aufgereiht. Um die geraden Linien einzuhalten richtet man sich auf den jeweiligen Vordermann aus. Nur auf diese Art bilden sich die perfekten Reihen (hintereinander) und Linien (nebeneinander). Die Reihen sind durch die vor einem befindliche Person „auf Vordermann gebracht“ – in einem guten, disziplinierten, ordentlichen Zustand versetzt.
 
„jemandem den Marsch blasen“
Bedeutung: Man verleiht einer Person den „Antrieb“, eine Tätigkeit wie erwartet zu erledigen. So wird eine träge oder widerspenstige Person mit einem Befehl, einer Anordnung oder einer Zurechtweisung „auf Vordermann gebracht“. Die Person erledigt nun seine Arbeit in einer erwarteten Geschwindigkeit und in einer guten Qualität. Er gibt nun sein Bestes.

Herkunft: Beim Militär wurde auf den Befehl der Offiziere für das Wecken, das Essen fassen, den Angriff, den Rückzug … durch den Hornisten mit unterschiedlichen Signalen der Trompete angezeigt. Eine Trompete und eine Trommel hört man in einem Gefecht besser, als einen mündlichen Befehl. Wer den Befehlen der Kommandierenden (dem Trompetensignal) nicht folgte hatte mit erheblichen Strafen zu rechnen.
Wenn der Kommandant den Abmarsch befahl gab der Trompeter das entsprechende Signal - er „blies der Einheit den (Ab-)Marsch“.
 
„sich ein Bild machen“
Bedeutung: Sich nicht auf andere Personen verlassen, kein Theoretiker sein. Sich selber von einer Lage überzeugen.

Herkunft: Sowohl imZivilleben – als auch im Militär macht man sich erst ein Bild von der Situation. Bevor man einen Betrieb kauft überprüft man erst einmal, in wie weit dieser Betrieb für eine Produktion geeignet ist. (Lage, Zustand, Anschlüsse an Bahn und Autobahnen, Zulieferer … „Man macht sich ein Bild“, bevor man den Betrieb kauft.

Bevor ein Feldherr mit einer Streitmacht in den Krieg zieht sieht kümmert er sich schon in den Friedenszeiten um den Zustand der Truppen. In wie weit beherrschen die Soldaten ihr Handwerk? Wie sieht die Ausrüstung aus. Wie gut sind die feindlichen Truppen. Wie stehen die Chancen? Wie viel wird der Krieg voraussichtlich kosten … Der Regent „machte sich erst ein Bild“, bevor er in den Krieg zog.
Der Soldat hingegen „macht sich erst ein Bild“, bevor er sich zum Militär meldet. Wie sieht das Leben beim „Barras“ wirklich aus. Wie weit ähnelt die Propaganda der Wirklichkeit?
 
„Barras“
Bedeutung: Das Wort „Barras“ steht für das Militär. Für Soldaten in der Wehrpflicht.

Herkunft: Der Ausdruck „Barras“ steht seit ca. 1870 in der Soldatensprache für das Militär. Bis vor kurzer Zeit wurde das Wort „Barras“ vor allem von Österreichern, Ruhrdeutschen, der bayrischen, pfälzischen, schwäbischen Bevölkerung verwendet. Eben den Bereichen, die für die französischen Truppen Napoleons in die „Grande Armée gezwungen wurden. Für die Bundeswehr wurde das Wort eigentlich seltener verwendet, da „Barras“ vor allem mit dem dritten Reich (mit der Wehrmacht) in Verbindung gebracht wird.
Da das Wort mit der Wehrpflicht in Verbindung steht – und die Bundeswehr nicht mehr der Wehrpflicht unterliegt ist das Wort nun gar nicht mehr im Gebrauch.
Der Begriff kommt durch den Franzosen Paul Francois Jean Nicolas Vicomte de Barras. Dieser stand mit 4 „Direktoren“ der französischen Republik vor. Durch ihn wurde 1797 in Frankreich die „Wehrpflicht eingeführt. Davor wurden die Soldaten (wie in den meisten Staaten) entweder durch Werber angeworben oder in Kneipen „schanghaid“ (Nach der chinesischen Stadt Schanghai benannt. Das gewaltsame Rekrutieren von Seeleuten und Soldaten, die betrunken aufgegriffen, entführt und ins Militär gezwungen wurden)
Eine zweite Erklärung kommt aus dem Jüdischen: Hier steht das Wort „baras“ für ein Fladenbrot. Ein Fladenbrot ist eine kostengünstige Brotsorte, mit der meistens die Soldaten verpflegt wurden. Demnach wäre der „Barras“ der Ort, wo sich ein Soldat sein "täglich Brot" verdient.
 
„Komiss“
Bedeutung: Genau wie „Barras“ steht „Kommiss“ für das Militär. Jedoch zuätzlich auch für alle Alltagsgegenstände, die dem Soldaten zur Verfügung gestellt werden: Kommissbrot, Kommissstiefel, Kommissrock … Zusätzlich für einen Militaristen der Begriff „Kommisskopf“.

Herkunft: Seit 1561 (Brandenburg) – der Zeit des 30jährigen Krieges mit den „Landsknechten“ gibt es den Begriff, der sich sehr schnell in der deutschsprachlichen Bevölkerung und bei den Soldaten durchsetzte. Der Begriff kommt aus dem lateinischen „committere“ (beauftragen, übertragen). Über die „Kommissioniereung (Lieferauftrag), in dem die Bevölkerung die benötigten Waren für die Soldaten zu liefern hatten, entstand der Begriff „Kommiß“ (nach den ganzen Rechtsschreibe-Reformen „Kommiss“)
 
"Alles in Butter"
Bedeutung:
Alles ist gut, alles ist in Ordnung.

Herkunft:
Zerbrechliche und kostbare Ware wurde im Mittelalter in Fässer mit flüssiger Butter gelegt. Nachdem die Butter erstarrte, konnte man die Ware auf dem Landweg transportieren, ohne dass sie zerbrach oder Schaden nahm.
 
Kein Problem:
"Irren ist menschlich" sagte der Igel und stieg von der Bürste.

Es ist mir lieber, einer macht einen Fehler, als wenn keiner etwas schreibt.
;)

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„jemandem eine goldene Brücke bauen“
Bedeutung: Sein Gegenüber soll es ermöglich werden, sich zurückzuziehen – ohne daß er sein Gesicht verliert. Wenn sich herausstellt, daß man eine Person in einer Diskussion, einem Kampf … besiegt hat verhält man sich großzügig und läßt den Gegner sein Ansehen und seinen Stolz.

Herkunft: Die Quelle dieser Regelwendung ist das Militär: In einer alten Kriegsregel setzte man einen besiegten Feind, der flüchtete nicht nach. Man baut ihm „eine goldene Brücke“. Eigentlich dient dieses Verhalten nicht nur der „Ritterlichkeit“. Man will dem besiegten Feind den Flucht weg nicht abschneiden. Ansonsten bleibt dem eigentlich schon besiegten Feind nichts anderes übrig, als in einer „Verzeiflungsschlacht“ sich noch einmal zum Kampf zu stellen. Es ist bereits öfter passiert, daß diese „Verzweiflungsschlachten“ den ganzen Krieg gewendet haben (Schlacht bei Tannenberg: 1410, im ersten Kreuzzug die Schlacht bei Antiochia: 1098 …)

Nicht zu vergessen: Wer seinen Gegner gut behandelt darf damit rechnen, später bei anderen Konflikten ebenfalls gut behandelt zu werden. Einem für seine Gnadenlosigkeit berüchtigten Despoten und einem barbarischen Volk wird man wohl kaum eine Gnade gewähren.

Jedoch zählt es „eine goldene Brücke zu bauen“ auch zu den moralischen Gründen. Es sind „kleine“ Regeln, die bis heute gelten (auch wenn sich heute kaum einer daran hält). Die wohl bekanntesten Gesetze: Man schießt einen besiegten Flüchtenden einfach nicht in den Rücken! Man schießt nicht auf Sanitäter! (… die einem besiegten angeschossenen Soldaten helfen)

Auch „kleine“ Gesten aus den Kriegen trugen zu dem falschen Bild der „Ritterlichkeit“ bei: Im ersten Weltkrieg beobachteten die Soldaten in den Schützengräben oft bei den Kampfflugzeugen in der Luft „ritterliche Verhaltensweisen“, die ein falsches Bild vom Krieg schufen: Es geschah oft, daß bei den Kampffliegern das Bord-Maschinengewehr ausfiel („Ladehemmung“). Mitten in einem Luftkampf ist das für einen Piloten ein sicheres Todesurteil. Es ist mehrfach vorgekommen, daß der eigentlich siegreiche feindliche Pilot dem unterlegenen Piloten „eine goldene Brücke baute“: er sallutierte (militärischer Gruß) kurz und drehte ab. Er schenkte dem Pechvogel das Leben. Das hatte aber in Wirklichkeit nichts mit „Ritterlichkeit“ zu tun. Es ging um das „Ego“ der Piloten. Sie wollten wissen, wer wirklich der bessere Kampfflieger – wer das wirkliche „Flieger-As“ - war. Man wollte nicht durch das Pech oder das Glück einen Sieg erlangen. Man wollte wirklich durch sein Können der bessere Flieger sein. So wurde der Luftkampf bis zur nächsten Begegnung verschoben. Im Laufe der Jahre und dem steigenden Haß auf den Gegner wurde diese Geste bald aufgegeben. Grund war, daß man schnell merkte, daß der verschonte Pilot etliche Kameraden und Freunde des großzügigen Piloten abschoß.
 
„ins Wasser fallen“
Bedeutung: Etwas Geplantes fällt aus, findet nicht statt.

Herkunft: Der Begriff kommt aus dem Militär: Zur Zeit des 30jährigen Krieges ein relativ oft geschehener Vorfall: Eine Schlacht wird vorbereitet. Das Schlachtfeld ist ausgesucht. Die Truppen beider Seiten haben sich eingerichtet. Die Zelte sind aufgebaut, der Nachschub steht. Die Stellungen sind ausgebaut, die Geschütze stehen bereit. Die Truppen bauen sich zum Kampf auf. … Dann öffnet sich der Himmel. Ein langer Platzregen macht den Befehlshabern einen Strich durch die Rechnung: Die bereit stehenden Vorräte des Schießpulvers sind beinahe alle naß geworden. Die nassen Geschütze lassen sich nicht abfeuern, die Musketen und die abgewogenen Pulvermengen an den Musketieren sind ebenfalls zu naß, um sie abzufeuern. Selbst die Pikeniere und die Kavallerie bleiben im Schlamm stecken. Die Schlacht wird im gegenseitigen Einvernehmen "abgeblasen" – sie „fällt“ im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser“.

(siehe: „etwas auf der Pfanne haben“)
https://www.klamm.de/forum/f5/wissen-das-man-im-leben-bestimmt-nie-braucht-481123-8.html#post8134469
 
"Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts."

Bedeutung:
Es wird so getan, als hätte man keine Ahnung von einem Thema.

Herkunft:
Das Sprichwort geht zurück auf einen Studenten namens Viktor Hase. 1854 stand dieser vor Gericht, weil er einem Kommilitonen mit seinem Studentenausweis zur Flucht verholfen hatte. Bei der Vernehmung sagte er nur: "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts."
 
„im Bilde sein“
Bedeutung: Etwas wissen, etwas kennen, erkennen. Man findet sich zurecht, hat sich orientiert, ist informiert. Man ist in einer Sache „bewandert“.

Herkunft: Wie so oft kommt der Begriff vom Militär. Ein Offizier hat sein „Handwerk“ in der Militär-Akademie bzw. von erfahrenen Offizieren „von der Pike auf“ *1 gelernt. Er muß immer die richtigen Schlüsse ziehen. Wer die militärische Lage nicht erfaßt kann sich „kein Bild“ von den Zusammenhängen „machen“. Nur wer die Übersicht behält kann „im Bilde sein“. Ein guter Offizier ist „im Bilde“, wenn er alles Notwendige erkannt und berücksichtigt hat. Das Schlachtfeld ist (im besten Fall) nicht zufällig genommen worden. Es wurde nach taktischen und strategischen Bedingungen ausgesucht: Hat man einen Fluchtweg, genügend Trinkwasser, … *2 Wie sieht es mit meinen Truppen aus, wie stark ist der Feind. Wieviel Munution steht zur Verfügung, wie gut sind die Truppen …

*1: Von der Pike auf:
https://www.klamm.de/forum/f5/wissen-das-man-im-leben-bestimmt-nie-braucht-481123.html#post8111564
*2: Strategische und taktische Bedingungen des Schlachtfeldes:
https://www.klamm.de/forum/f5/wissen-das-man-im-leben-bestimmt-nie-braucht-481123-9.html#post8135370
 
„Potemkinsche Dörfer“
Bedeutung: Man zeigt eine „Scheinwelt. Es werden anderen falsche, geschönte „Tatsachen“ vorgetäuscht. Die triste Realität wird verschwiegen.

Herkunft: Die„Potemkinschen Dörfer“ kommen von einer Diffamierung durch mißgünstige Adelige und Höflinge am Hofe der Zarin "Katharina II.":
Der Adelige Grigori Alexandrowitsch Potjomkin war ein Vertrauter und Liebhaber der Zarin. Der Major hatte 1776 gerade im siebten Türkenkrieg das Krimgebiet (Odessa, Sewastopol, Nikolajew, Jekaterinoslaw … ) erobert und hatte es dabei zum Generalleutnant gebracht. Hier wurde er zum Grafen erhoben, zum Geliebten Katharinas II. und erreichte schnell Einfluß in der Politik der Kaiserin. Schnell wurde zum Generaladjutanten der Zarin.
Am Zarenhof kam von den Neidern daraufhin schnell das Gerücht der „Potemkinschen Dörfer“ auf, das sich über das ganze Land und in der Welt verbreitete. Das Gerücht wurde nie korrigiert – gilt aber bis heute für alle „Scheinwelten“.

Das Gerücht der "Potemkinschen Dörfer":
Nach der Eroberung des Krimgebietes kündigte die Zarin Katharina II. ihren Besuch in eben diesen Gebieten an. Sie wollte sich „ein Bild machen“, wie es um die neuen Gebiete steht. Potemkin wollte der Zarin das verwüstete und geplünderte Gebiet mit der hungernden Bevölkerung nicht „zumuten“. Die Armut und Zerstörung sollte der Zarin auf keinen Fall in Erinnerung bleiben. Überall an der Wegstrecke stellte er bemalte Kulissen und gesunde, wohlgenährte und gutgekleidete Komparsen auf. Diese Kulissen waren natürlich nur Attrappen – eine schöne Illusion.

"Potemkinsche Dörfer" heute:
Diese „Potemkinschen Dörfer" gibt es noch heute: In Hollywood wird in den Filmen nur eine "Realität" gezeigt, in der die Welt nur von schönen, gutgebauten, braungebrannten blonden Mädchen wimmelt. Muskulöse gutgekleidete Männer. Heldenhafte, ehrliche immer lächelnden Polizisten, Feuerwehrmänner, Privat-Detektive, Soldaten, Cowboys und auch Hilfsarbeiter, die alle in großzügigen und sehr gut ausgestatteten Häusern wohnen. Denn an den Straßen stehen ja nur Villen. Nur wenn es die Story erfordert wohnt ein Amerikaner in einer Bruchbude! Neben diesen strahlenden Helden, denen gleich reihenweise die Frauen zu Füßen liegen kommen die sofort zu erkennenden häßlichen, finster drein guckenden bösen Verbrecher. (Gut = "Sexy" - Böse = Häßlich - verantwortlich für "Der Verbrecher sah aber gar nicht so aus". Früher zu Beginn der "Flimmerfilme" waren in Western die Helden weiß gekleidet und auf Schimmeln - Verbrecher schwarz gekleidet und auf Rappen)
Wenn in einer Serie eine neue Figur eingebaut wird – dann ist sie nach spätestens 15 Minuten tot. Während dessen gerät die Hauptfigur in eine Schießerei nach der anderen. Immer mit dem selben „coolen“ Spruch: „Keine Angst, Baby – es ist nur ein Streifschuß!“
Von den Armuts-Ghettos, den Arbeitslosen wird kaum eine Serie oder ein Spielfilm gedreht. „Heile Welt“ ist angesagt. Gezeigt werden in den Zeitschriften, den Berichten im TV eigentlich nur die erfolgreichen Stars. Daß es in Hollywood unzählige unentdeckte Schauspieler gibt, die sich mit Komparsen-Rollen und mehreren Jobs so eben über Wasser halten ist kaum die Rede. Wenn man die Hauptstraßen verläßt sieht man den Dreck, den Abfall und die Obdachlosen. … und selbt der Hollywood-Boulevard ist bei genauem Hinsehen oft voller Dreck und Unrat!

Wenn in der DDR (bei anderen Diktaturen, bei Monarchien und eigentlich bei jedem „Staatsbesuch“) ein Bonze sich für einen Besuch anmeldete wurde die Route in der ausgewählten Stadt gut vorbereitet. Die Regale in den Geschäften füllten sich, die Häuser wurden frisch gestrichen. Die Straßen waren auf einmal in Ordnung. Die durch die Industrie-Emissionen abgestorbenen Pflanzen und Bäume wurden neu gesetzt. An der Straße stand das „jubelnde und glückliche Volk“ und schwenkte die kleinen Wink-Elemente (Fähnchen). … und „Erich“ war begeistert, wie gut alles im Staate funktionierte. Wie groß die Errungenschaften des Sozialismus waren. Von den Stasi-Mitarbeitern am Wegrand merkte er nichts. Jeder, der nicht „begeistert“ war wurde fotografiert und erhielt bald "netten Besuch“.
 
„seinen Senf dazugeben“
Bedeutung: Das machen Leute, die sich gerne ungefragt und ohne jeglichen Grund in ein fremdes Gespräch einmischen. Wenn man seine seine Meinung ungefragt anderen aufdrängen will. Vor allem bei Leuten, die das gar nicht interessiert.

Herkunft: Das ist eine Redewendung aus dem 17. Jahrhundert. Senf war damals äußerst wertvoll. Wenn zu einem Gericht Senf gereicht wurde, dann war das etwas ganz besonderes. Man zeigte, wie gut es einem ging. Für alle Gäste ein „Status-Symbol. (Etwa wie hundert Jahre vorher das neue Gewürz Pfeffer. Hier wurde soviel Pfeffer auf ein Gericht gegeben, daß man nichts anderes mehr schmeckte.)
Einige Wirte wollten dieses Senf dafür nutzen, sich mit ihren Wirtshäusern von den anderen Wirtshäusern abzusetzen. Besser zu sein, als alle anderen. Man ging dazu über, zu wirklich jedem Essen Senf zu reichen. Natürlich paßt Senf nicht zu jedem Gericht. Es schmeckt einfach nicht zu einem Stück Kuchen! Der Wirt gab einfach unangemessen und ungefragt „seinen Senf dazu“! Die Wirte lernten aus ihren Fehlern. Ihre Gäste hingegen drängten weiter ihre Ansichten in fremde Gespräche, die sie gar nichts anging – der Sinn der Redewendung war geboren. Noch heute gibt es diese „Exemplare“, die sich ungefragt in fremde Gespräche einmischen.
 
„kotzen wie die Reiher“ / „Reihern"
Bedeutung: Man muß sich heftigst und wiederholt ständig übergeben.

Herkunft: Wenn nach der Sperrstunde die Gäste, die „zu tief ins Glas gucken“ nach Hause wanken und schwanken dann gibt es für sie nur eines: „kotzen wie die Reiher“.
Der Spruch kommt wohl daher, daß Reiher ihre Jungen mit dem vorverdauten Nahrungsbrei ernähren. Ständig landen sie auf dem Nest, wo sie die Nahrung hervorwürgen.
(Dabei holen sich die Jungen ihre Nahrung aus dem Kropf der Eltern)