Wissen, das man im Leben bestimmt nie braucht.

„Munter / fit / gesund sein wie ein Fisch im Wasser“
Bedeutung:
Gesund und munter sein.

Herkunft: Die Redewendung bezieht sich auf das angebliche Wohlgefühl, das der Fisch empfindet, wenn er sich in seinem Element befindet.

Dazu muß aber auch bedacht werden, daß man früher - im Gegensatz zu heute - wohl niemals kranke Fische zu sehen bekam, weil sie von Raubfischen gefressen wurden. Auch sieht man niemals schlafende Fische, so daß der Eindruck großer Munterkeit und Lebenskraft sich redensartlich verdichtet hat.
 
„Kalt wie ein Fisch sein“
Bedeutung:
Emotionslos / gefühllos / hart / ungerührt / berechnend sein. Seine Gefühle nicht zeigen. Sich nicht erregen lassen. Keine menschliche Regung zeigen.

Herkunft: Die Kälte des Fisches, seine Stummheit und Flinkheit, sind in verschiedenen Redensarten als Vergleiche herangezogen worden, um das entsprechende Verhalten von Menschen zu charakterisieren.

Wir finden den Vergleich bereits 1777 in einem Lustspiel von Johann Gottlieb Stephanie: "...und dachte auch eben so wenig, oder wenigstens so kalt, wie ein Fisch. (...) Daher entstand also auch der steife Satz bey mir: mich nichts mehr um mich zu bekümmern, sondern mich ganz dem Schicksal zu überlassen".
 
„Wie im Elysium sein“
Bedeutung:
Sehr glücklich sein, in Hochstimmung sein.

Herkunft: Diese Redewendung stammt aus der griechischen Mythologie. Der Begriff "Elysium" ist die lateinische Form von "Elysion", das Gefilde der Seligen, wo (nach Homer) ewiger Frühling herrscht.

Die Verwendung als Redensart ist äußerst selten und dürfte aus der "Zauberflöte" von W. A. Mozart stammen:

"Ein Mädchen oder Weibchen / Wünscht Papageno sich! / O so ein sanftes Täubchen / Wär' Seligkeit für mich! – / Dann schmeckte mir Trinken und Essen; / Dann könnt' ich mit Fürsten mich messen, / Des Lebens als Weiser mich freu'n, / Und wie im Elysium seyn". Der Text der Oper, die 1791 uraufgeführt wurde, stammt von Johann Emanuel Schikaneder
 
„Im Argen liegen / sein“
Bedeutung:
Etwas ist problematisch / verbesserungswürdig / ist übel. Sich in einer ungeordneten Lage befinden.

Herkunft: Das Adjektiv "arg" bedeutet zunächst "schlimm, böse", wird heute allerdings verstärkt als bloßes Beiwort der Verstärkung gebraucht (z. B. "Das ist arg übertrieben").

Die Formel "im Argen" wird schon in der Bibel verwendet:
"Wir wissen, daß wir von Gott sind und die ganze Welt im Argen liegt. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen".
(1. Johannes / 5)
 
„Der Knüppel bleibt im Sack; den Knüppel im Sack lassen“
Bedeutung:
Auf Gewalt / Strenge / harte Maßnahmen wird verzichtet.

Herkunft: Diese Redewendung stammt aus dem Märchen "Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack" der Gebrüder Grimm.
 
„Jedem / allen Menschen / Leuten Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“
Bedeutung:
Man kann nicht alle Menschen gleichzeitig zufriedenstellen. Egal, welche Entscheidung man trifft, einem passt sie mit Sicherheit nicht.

Herkunft: Dieser Sinnspruch enthält eine Weisheit, die wohl jeder schon erlebt hat:

Wie ich bereits desöfteren hier geschrieben habe:
Besonders hier bei Klamm bekommt man IMMER bei den Kommentaren in den "News" mindestens eine negative und äußerst unfreundliche Antwort (… oder einem wird das Wort verdreht, weil der Angreifende keine richtigen Argumente finden kann!) – der Grund, weshalb ich dort absolut nichts mehr schreibe! Ich brauche es nicht unbedingt, daß ich ständig angegriffen werde - da ist mir meine knappe Freizeit einfach zu kostbar! Berechtigte Kritik (mit Argumenten "gewürzt") - gerne. Freundliche Hinweise auf meine Fehler ebenfalls gerne. Aber Unfreundlichkeit und Angriffe sind einfach Vorfälle, die ich nicht brauche!
Früher – als das Kommentieren der Nachrichten noch wesentlich freundlicher war habe ich eigentlich immer gerne auch die Ansichten der anderen User gelesen. Oft genug bekam man dann neue Gesichtspunkte und Argumente, die einem nicht geläufig waren. Häufig habe ich dann meine Meinung auch bei guten Argumenten geändert - denn man lernt ja nie aus.
Aber heute wird man – sobald man eine abweichende Meinung hat nur noch unfreundlichst angegriffen.) Inzwischen ist es bei mir soweit, daß ich diese News überhaupt nicht mehr lese. Ich hole die Nachrichten lieber aus anderen Quellen, zumal ich zu oft gewisse Nachrichten bei Klamm vermisst habe.
Eigentlich schade, daß im Allgemeinen die ganzen Foren immer unfreundlicher werden. Das gerade hier bei Klamm schreibende User (die mehr als einzeilige Antworten schreiben) von den Anhängern der Verschwörungstheorien, "Querdenkern", "Hatern" und "Trollen" verdrängt worden sind oder verdrängt werden. Das sich auch hier schreibende User gar nicht mehr anmelden wollen.
:unsure:

In der bekannten Anekdote "Seltsamer Spazierritt" von Johann Peter Hebel (1811) wird auf scherzhafte Weise aufgeführt, welch absurde Folgen es haben kann, wenn man es versucht, es allen Leuten Recht zu machen. Allerdings dient das Sprichwort auch als Rechtfertigung dafür, dass man sich keine Mühe gegeben hat - oder gar als Beruhigung dafür, wenn man keine Lust hat, auf die Bedürfnisse anderer einzugehen.
Er ist seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schriftlich belegt
 
Zuletzt bearbeitet:
„(Alles) im Lot sein“
Bedeutung:
In Ordnung / im Gleichgewicht sein.

Herkunft: Das Lot im geometrischen Sinn ist eine in einem Punkt einer Kurve oder Fläche senkrecht stehende Gerade. Die etwa seit Anfang des 20. Jahrhunderts geläufige Redensart bezieht sich auf das im Bauhandwerk gebräuchliche Senkblei, mit dem die Senkrechte bestimmt wird. Eine korrekt danach erstellte Mauer ist "im Lot" - also in Ordnung.
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Die Übertragung dieser Wendung auf den Menschen entspricht im Rahmen der anthropologischen Semantik der positiven Bewertung der Senkrechten gegenüber der Horizontalen, die mit der liegenden Position des Kranken und Toten assoziiert wird.
 
„Freunde in der Not gehen tausend / 1000 / hundert / 100 auf ein Lot“
Bedeutung:
In der Not hat man wenig Freunde; In schweren Zeiten findet man nur wenige, die einem beistehen; Erst in einer Notsituation zeigt sich, wer die wahren Freunde sind.

Herkunft: Die Formulierung „Lot“ besitzt mehrere Bedeutungen:

Das Lot steht heute neben dem „Senkblei“, mit dem man z. B. im Bauwesen den senkrechten Verlauf einer Mauer - oder im Seewesen die Wassertiefe überprüfen kann.
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Hier wird ein Lot an einer Wurfleine in das Wasser abgelassen. Anhand der Knoten
(die in einer bestimmten Entfernung an der Leine gemacht sind) läßt sich die
Wassertiefe ablesen.
„Wassertiefe 12 Faden (12 Knoten [MArkierungen] in der Wurfleine)“
Die Länge eines „nautischen Fadens“ (auch Klafter genannt) ist je nach Nation unterschiedlich.
Nach der deutschen Normung (Hamburger Faden) entspricht 1 „HF“ 6 Fuß (1,718919Meter).
Demnach sind „12 Faden“ auf einem deutschen Schiff genau 20,6270352Meter.

;)
Ähnlich, wie anhand der Knoten (anstatt eines Senklotes aus Blei mit einem „Schwimmer“) einer Leine die Geschwindigkeit abgelesen werden kann:
„Geschwindigkeit 7 Knoten“ (Geschwindigkeit: 1 Knoten = eine Seemeile / 1852 Meter) das wären dann 12,9 Km/h.


Daraus abgeleitet bedeutet "Lot" in der Mathematik / Geometrie eine Gerade, die im rechten Winkel (senkrecht) auf einer anderen Geraden steht.

Es kann aber auch ein Metall oder eine Metalllegierung bezeichnen, mit der man Metalle miteinander verbinden (verlöten) kann (z. B. „Lötzinn“).

Alle diese Bedeutungen stehen jedoch nicht für diese Redewendung:
Früher bedeutete "Lot" auch für ein bestimmtes "Gewicht" (abgeleitet aus einem Bleistück mit einem festgelegten Gewicht) und ist in dieser Bedeutung mit dem englischen "load" (Ladung, Last) verwandt. So gab es den Ausdruck "falsches Loth und Maß haben" (falsches Gewicht und Maß).
Das Lot stand also auch für ein bestimmtes Gewicht, nämlich etwa 1/32 eines Pfundes.

Das Sprichwort meint also, dass echte Freunde, auf die man sich auch in Notzeiten verlassen kann, "leichtgewichtig", also sehr selten sind. Wir finden es schon 1657 bei dem Satiriker Johann Balthasar Schupp - hier sind es noch 25, die auf ein Lot gehen. Varianten sind jedoch noch älter - so bei Hans Sachs (1494-1576) und im "Narrenschiff" von Sebastian Brant (1494).
 
„Auf Anschaffe gehen; anschaffen gehen“
Bedeutung:
Der Prostitution nachgehen.

Herkunft: "Sich etwas anschaffen" bedeutet "sich etwas kaufen oder zulegen".
Demnach wäre "anschaffen gehen" im Sinne von "Geld verdienen" zu verstehen, ist in dieser Redewendung aber eingeengt auf die Prostitution. Es liegt eine typische Verhüllung vor, in der der eigentliche Sachverhalt nicht genannt wird.
 
„Auf dem Zahnfleisch gehen / kriechen / laufen“
Bedeutung:

a): nur unter Schmerzen / großer Anstrengung gehen können
b): erledigt / erschöpft / krank sein, (wirtschaftlich / körperlich / gesundheitlich) ruiniert sein.

Herkunft: Das rote Zahnfleisch, das zudem leicht blutet, wird in dieser Redensart mit der wund gelaufenen Fußsohle verglichen und steht damit für Abnutzungserscheinungen, Erschöpfung oder einen allgemein schlechten Zustand. Die Redensart ist erst im 20. Jahrhundert belegt, doch bereits Wander nennt sie in einer etwas anderen Bedeutung, die als Zwischenstadium auf dem Weg zum heutigen Sinnbild (zunehmende Metaphorisierung) angesehen werden kann: "Auf dem Zahnfleisch laufen: Wenn jemand die Sohlen von den Schuhen verloren hat oder verliert". Für das Niederländische wird sie in dieser Bedeutung bereits 1858 beschrieben: "Hij loopt op zijn tandvleesch".
 
„Auf Nummer sicher gehen“
Bedeutung:
kein Risiko eingehen, sich absichern, vorbeugen.

Herkunft: Die Redewendung, die seit Anfang des 19. Jahrhunderts geläufig ist, leitet sich ab von der Redensart "auf / in Nummer sicher sein" für jemanden, der im Gefängnis sitzt. Dabei spielte auch die Nummerierung der Gefängniszellen eine Rolle.
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„Den Karren / die Karre einfach laufen lassen“
Bedeutung:
Sich um etwas nicht kümmern, (trotz Probleme) untätig bleiben.

Herkunft:
Karren: Von Nutztieren (Pferde, Ochsen Eseln …) gezogene Wagen. Entweder zum Transport von Waren oder als militärische Streitwagen. Erste „Karren“ gibt es mindestens seit 3000 v.Chr. (Sumerer).

Das Wort „Karren“ hat eine keltische Wurzel und verweist auf die hohe Pferd- und Wagenkultur des Volkes. Die Germanen entlehnten das Wort von den Römern, die es vorher in Gallien übernommen hatten. Ableitungen der Grundform finden sich in allen romanischen und germanischen Sprachen: engl. car (Wagen, Auto), franz. charrue (Pflug) und natürlich das Lehnwort Karosse. Zur keltischen Wurzel "karr" gehört auch das spätlateinische Verb carricare (laden, beladen), das über ital. caricatura (eigentlich: das Überladene, das Übertriebene) dem Wort Karikatur (übertriebene Darstellung) zugrunde liegt.

Schließlich gehört hierher noch die Sippe franz. charger / engl. charge mit ihren vielen Ableitungen wie Chargendarsteller, chargieren, Chargenbezeichnung usw. Über spanisch cargo (Fracht) ist dann auch das internationale Schifffahrtswort Kargo im Deutschen gebräuchlich geworden. Im englischen Raum soll noch der carpenter (Zimmermann, Schreiner) erwähnt werden, der sich aus spätlat. carpentarius (Wagen-/Stellmacher) entwickelt hat.

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Sumerischer Transportkarren:
Die „Standarte“ (Holzkasten) aus dem Grab Nr. 779 auf demKönigsfreidhof von Ur.
(2850-2350 v. Chr) Die Standarte ist an den Längs- und Stirnseiten mit drei untereinander angeordneten Friesen verziert. Das Bildwerk ist eine Einlegearbeit von Muschel- (teilweise graviert) und Sandstein auf einem Grund von Lapislazuli. Es zeigt Menschen sowohl im Frieden wie auch im Krieg, unter anderem Abbildungen von Eselgespannen. Auf einer Seite, der „Kriegsseite“, wird ein Kampfgeschehen gezeigt. Man sieht den Einsatz vierrädriger Kriegswagen, ein Handgemenge und wie die Gefangenen vor den übergroß dargestellten König geführt werden. Auf der anderen, der „Friedensseite“, gibt es eine Symposions- oder Festszene, die der Kriegsszene entspricht. Wahrscheinlich wird hier das überregionale Verhältnis der sumerischen Kleinstaaten gezeigt. Die Funktion des Objektes selbst ist unbekannt. Ausgräber/Finder: Leonard Woolley, nach 1920. Es befindet sich heute im Britischen Museum in London.
 
„Die Karre / der Karren ist verfahren“
Bedeutung:
Die Situation ist schwierig. Die Lage erscheint aussichtslos.

Herkunft: Das Adjektiv "verfahren" (eine verfahrene Situation) hat sich im 19. Jahrhundert aus dem Verb "verfahren" in der alten Bedeutung "irrefahren, versehentlich in eine falsche Richtung fahren" (heute nur noch reflexiv: sich verfahren) gebildet. Unsere Redewendung verwendet zur Vermittlung einer schwierigen Lage dementsprechend das Bild eines Karren, der vom Weg abgekommen ist und festsitzt.

Sie wurde im 19. Jahrhundert geläufig. Ein historisches Beispiel finden wir in der Badener Zeitung von 1898, das mehrere Sinnbilder kombiniert: "Jetzt soll diese Industrie, diese Handelswelt nun eingespannt werden, um den von diesen Staatskutschierern in den Koth verfahrenen Karren wieder herauszuziehen"
 
„Die Achillesferse sein“
Bedeutung:
Der wunde Punkt sein. Die empfindliche / verwundbare / Stelle sein. Die Schwachstelle sein.

Herkunft: Die Redewendung stammt aus der griechischen Mythologie. Der griechische Held Achilles wurde als Kind von seiner Mutter Thetis in den Unterweltfluss Styx getaucht und dadurch unverwundbar. Nur die Ferse, an der Achilles gehalten wurde, wurde vom Wasser nicht benetzt und blieb dadurch ungeschützt. Vor Troja war Achilles der schnellste und stärkste Held der Griechen. Erst Paris gelang es, Achilles durch einen Pfeilschuss in die Ferse zu töten.
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„Das / Die Sache ist geritzt!“
Bedeutung:
Wird gemacht! Einverstanden!

Herkunft: Die Herkunft der Redensart ist unklar. Da mit "ritzen" meist kleine Verletzungen der Haut bezeichnet werden, könnte ein Bezug zum Bluteid vorliegen. Die ursprüngliche Bedeutung der Redensart wäre dann: Der Beschluss ist durch Bluteid besiegelt.
 
„Fertig ist die Kiste!“
Bedeutung:
Geschafft! Erledigt!

Herkunft: Aus lat. cista (Kasten), das die Germanen kurz nach der Zeitenwende zusammen mit der Sache übernahmen, bildeten sie althochdeutsch "kista".

Kiste ist heute ein Allerweltswort mit der vagen Bedeutung Angelegenheit, Sache usw. Daneben kann mit Kiste jedes ältere Fahrzeug (Flugzeug, Auto usw.) bezeichnet werden, dessen Tauglichkeit man nicht ganz traut. Andere Bedeutungen von Kiste sind: Sarg (schon mittelhochdeutsch!), Gefängnis und Fußballtor.
 
„Fertig ist der Lack!“
Bedeutung:
Es ist geschafft.

Herkunft: Aus der Zeit, als Briefe noch zusammengefaltet und dann mit Siegellack verschlossen wurden – fertig war der Lack.
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Mit dem "Siegellack" versiegelter Brief (oft wurde der Siegellack auch mit einem
Siegel-Ring oder mit einem Metallstempel auf dem Lack mit einem unverwechselbaren
und persönlichen Motiv versehen)
 
„Jemandem Brief und Siegel (auf etwas) geben“
Bedeutung:
Jemandem etwas eindringlich versichern / garantieren. Ssich verbürgen. Jemandem die Verbindlichkeit / Gewissheit zusichern.

Herkunft: Mit dem Siegel wurden früher Briefe und andere Dokumente verschlossen um sicherzustellen, dass kein Unbefugter die Botschaft las. "Brief" kommt von lat. "brevis" (kurz) und bezeichnete ursprünglich kürzere Schriftstücke, Urkunden oder Befehle, die zur Rechtskräftigkeit eines Siegels bedurften. Diese alte Bedeutung hat sich in Wendungen wie "verbrieftes Recht", "Frachtbrief" oder "Meisterbrief" erhalten.
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Die heutige Bedeutung wird im frühen Neuhochdeutschen durch das genauere "Sendbrief" umschrieben. Daher leitet sich auch der Titel von Luthers "Sendbrief vom Dolmetschen" (1530) ab.

Der Briefkasten war demnach zunächst eine Urkundentruhe. Die heutige Bedeutung ist erst mit dem Aufbau des Postwesens im Jahr 1824 eingeführt worden. Der Briefträger war im 14. Jahrhundert ein Bote, der gerichtliche Schreiben überbrachte. In England wurde 1840 die Briefmarke erfunden, die in Deutschland zunächst als "Freimarke" bezeichnet wurde, weil die Briefe damit "freigemacht" (zur Sendung bestimmt) waren.
 
„Jemandem eins auf die Glocke hauen / geben“
Bedeutung:
Jemandem einen Klaps / Schlag auf die Finger geben. Jemanden züchtigen / zurechtweisen.

Herkunft: Diese Redewendung ist relativ neuen Datums. Der Schlag auf die Kirchenglocke dürfte zu diesem scherzhaften Vergleich von Kopf und Glocke geführt haben. Die Redensart soll 1967 in der Sprache der Rocker entstanden sein. Der erste schriftliche Beleg findet sich 1982 in einem Interview des "Spiegel" über Stadionkrawalle und Jugendgangs.
 
„Das gibt Mord und Totschlag!“
Bedeutung:
Das wird heftigen Streit auslösen.

Herkunft: Mord und Totschlag sind rechtlich zwar unterschiedliche Tatbestände, in dieser Zwillingsformel werden sie jedoch als synonym behandelt und (obwohl der Mord schwerer wiegt als der Totschlag) im Sinne einer Steigerung miteinander verknüpft