Wie steht ihr zu behinderten Menschen?!

Schön zu lesen das es wohl doch noch tolerante Menschen gibt.

@ saxxon: du meinst wohl, meine Schrift ist zu klein?! Das werde ich die nächsten Tage dann ändern ;)

Ja, ich werde auch bald umziehen, wahrscheinlich wieder nach NRW, Ba-Wü ist nichts für mich :D

Zu den Diskriminierungen in der öffentlichkeit muss ich sagen:
Die Busfahrer rund um Heidelberg sind sehr schlimm.
wenn dort die Rampe am Eingang nicht funktioniert, fahren sie einfach weiter, und helfen die 2 Minuten nicht einmal, manuell die Leute im Rollstuhl in den Bus zu befördern, was keine große Sache wäre. Ärgerlich wenn man dann eiskalt stehen gelassen wird, und 20 Minuten auf den nächsten warten muss.

Einmal bin ich vor dem Bus wegen der Rampe auch gestürzt, der Busfaher blieb sitzen, erst ein Mitfahrer kam zu mir und hat mir geholfen.

Die Busfahrer sind wirklich alle relativ unfreundlich, leider.

Mein bisheriger schulischer Weg verlief normal. Normaler Kindergarten, Grundschule, Mittlere Reife. Meine Ausbildung praktiziere ich in einem Berufs-Bildungs-Werk, wo Behinderte und Nicht-Behinderte die Ausbildung zusammen machen, und auch in Internaten zusammen wohnen.

Eine Frage habe ich allerdings noch, bzw eine kleine Anmerkung:
In meinen 2 1/2 Jahren die ich nun im BBW wohne habe ich sehr viele Krankheitsbilder kennen gelernt. Am Anfang war es sehr schwer für mich, mit Leuten klar zu kommen, die sich nicht richtig artikulieren können. Ich rede von Spastikern, die eben aufgrund Spastiken im E-Rolli sitzen, sich kaum bewegen und nicht richtig reden können.

Ich habe bemerkt wie intelligent diese Menschen eigentlich sind, und ich finde es schrecklich, wenn der Körper nicht so will, wie der Geist. Mittlerweile habe ich mich auch an die Erkrankung gewöhnt.

Ich denke, es ist eine Gewöhnungssache, ich habe kein Problem damit, wenn Leute mich anschauen, aber mir wäre es auch lieb, wenn sie mal fragen würden, anstatt nur zu schauen. Kinder sind da so offen, die fragen direkt wenn auch nur ihre eltern, aber dann kommt von den eltern immer "Die Frau kann nicht laufen und jetzt SHHH!" womit den Kindern schon eine abgeneigte Haltung anerzogen wird, leider.
 
Ich habe sowohl positive als auch negative Erfahrungen in meinem Umgang mit behinderten Menschen gemacht. Das liegt natürlich daran, dass sie genau wie alle anderen, total verschieden sind, und auch total verschieden auf den Umgang mit ihnen reagieren und jeweils ganz andere Erwartungshaltungen an den Gegenüber haben.

Ich versuche ohne Vorbehalte mit allen Menschen umzugehen, dabei spielt für mich keine Rolle ob sie behindert sind, oder eben anders.
Vollkommen peng, denn wenn ich helfen will mach ich dass und wenn nicht dann nicht.
Hilfsbereit sollte man immer sein, egal was für Gebrechen ein anderer hat.

Ich denke das es wichtig ist den anderen wahrzunehmen, und ihn so zu "verbrauchen" wie er ist.
Etwas Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit kann niemals schaden.

Eine explizit besondere Art mit behinderten Menschen habe ich von daher nicht, denn darauf reagieren manche halt nicht so gut, was ich in viele Dingen auch nachvollziehen kann.

Mein Mitleid nützt keinem etwas, egal ob er behindert ist oder einfach nur Problem hat.
Hilfestellung kann man immer geben, natürlich nur, wenn der andere es zulässt.

Ich hoffe das klingt nicht zu krass, aber ich händel es so in meinem Leben.
Und genau so erziehe ich meine Kinder.

Jeder von uns ist etwas besonderes, doch keiner ist etwas besseres!

Wenn man danach lebt, so finde ich, ist es eine gute Lebenseinstellung.
Das hilft jedem in meinem Umfeld, egal ob eingeschränkt oder nicht.

Achso:
Da ich aus Idealismus und vor allem Willen (ich bin ja schon ganz schön alt ;)) und vor allem aus eigener Erfahrung, eine neue Ausbildung beginne, die natürlich wie kann es anders sein, in einem Krankenhaus von statten geht, bin ich recht gut in der Lage mit Menschen umzugehen, die schlecht sprechen oder sich bewegen können, die auf Grund Ihrer Krankheit oft ungehobelt und herrschsüchtig wirken. Aber das gehört zu ganz vielen Krankheiten dazu.
Ich hoffe das ich durch mein Ausbildung und dem danach folgenden Weg, genau diesen Menschen etwas geben kann. Etwas das jeder Mensch, der Krank oder alt ist und dadurch neben den Kindern, das schwächste Glied in unserer Gesellschaft darstellt, dringend benötigt.
Halt, Zuwendung und gute Versorgung.....u.v.m

Im übrigen:
wenn ein Mensch in meinem Beisein, ein solches Verhalten an den Tag legt wie z.B der Busfahrer von dem Du geschrieben hast....dann hat er ein Problem....mich und mein Mundwerk und meinen ganz heftig ausgeprägten Gerechtigkeitssinn....der kann im Grunde gleich kündigen.
 
Das Schärfste war ja noch, das er am Ende einen Spruch abließ, von wegen ich solle das nächste mal nicht mit so schwerem Gepäck reisen, und mich dumm angegrinst hat.

Einer hat mir mal diese Schranke vorne am Ausstieg ins Gesicht geschleudert, nachdem ich versucht habe, sie manuell nach hinten zu schieben, da der Herr das wohl verpeilt hatte. Blafft mich an, dass es automatisch geht und haut mir das Ding ins Gesicht. Beim Ausstieg habe ich ihm dann eiskalt gesagt, wenn ihm sein Job keinen Spaß macht, soll er sich was anderes suchen.

Ich denke, man sollte immer freundlich bleiben, auch wenn man die Hilfe als Behinderter manchmal nicht braucht.
Ich würde es mir beim nächsten mal wirklich überlegen, nochmal jemanden zu fragen ob er Hilfe braucht, wenn ich schon mal deswegen angeblafft wurde.

Es gibt schon Rollifahrer, wo ich selbst gedacht habe: Ohje
Die fahren über Füße, drängeln sich vor usw... Auch sie müssen lernen, das sie keine Sonderwürste kriegen. Auf der einen Seite will man in die Gesellschaft integriert sein, auf der anderen dann doch Sonderwünsche.

Ihr seht, ich nehme das auch alles etwas kritisch auf. Aber ich versuche vernünftig zu bleiben.

Genau so kenne ich viele, die garnichts aus sich machen, insbesondere die Mädchen. Ungepflegt, ungeschminkt, strahlen keine Lebensfreude aus.
Kann ich nicht verstehen. Ich achte auf mein Aussehen, weil es mein Recht ist, mich auch "schön zu machen". Ich verstehe nicht, wie viele sich so einfach aufgeben können...
 
Ich wüsste nicht wieso man mit behinderten Menschen nicht leben kann. Helfen kann man übrigens allen Leuten, wenn man sieht da geht was schwerer... (z.B. Kinderwagen beim Einstieg,...)

Ich weiß noch das eine mal, da hat nen geistig Behinderter an der Bushaltestelle irgend son Croisant gegessen und sich dabei ziemlich vollgeschmiert um den Mund rum. Dann war er fertig mit essen und sah halt immer noch vollgeschmiert aus, also hab ich ihm einfach drauf hingewiesen das er da um den Mundwinkel noch Schoko hat...
Er hat sich bedankt und ich glaube die Mehrheit der Leute hätte ihn so weiter laufen lassen... ;)


Bei normal erscheinenden Menschen würde ich das natürlich nicht machen, die werden wohl klug genug sein und außerdem würde ich mir dabei schon komisch vorkommen ^^
 
Bei normal erscheinenden Menschen würde ich das natürlich nicht machen, die werden wohl klug genug sein und außerdem würde ich mir dabei schon komisch vorkommen ^^
Jap genau das ist allerdings der Punkt, wo ich sagen würde: ob behindert oder nicht, da sollte man keinen Unterschied machen! Behinderte auch geistig Behinderte bekommen meist mehr mit als wir denken! Tw provozieren sie auch! Also z.B. schmieren absichtlich rum um zu merken, dass jemand helfen will! Das macht sie glücklich! Das habe ich einmal erlebt!

Aber ich finde die Reaktion muss man immer von der Situation abhängig machen! Ich sehe Behinderten häufig an, was sie können und was nicht! Wenn ich merke, die haben bemerkt, dass sie vollgeschmiert sind, dann sage ich nix ansonsten schon!

Generell gilt: Behinderte sind nicht anders, sie können meist nur nicht so wie sie eigentlich wollen!

Gruß QuArK007
 
wie kommste auf son Unsinn ? find ich doch nen bissl arg verallgemeinert
Wieso Unsinn?? Du hast eine Behinderung, wenn du etwas nicht machen kannst, was du eigentlich gerne würdest! Weil es dich behindert das zu tun! Was ihr unter Behinderung versteht ist dan eine weitere Stufe! Dann bekommt man auch nen BehindertenAusweis! Aber erst ab glaube 20%?? bin mir da net sicher, aber auch krumme Beine sind eine Behinderung!

ok etwas zu stark verallgemeinert ist es, geb ich ja zu :oops: Aber ich denke so kommt raus, was Behinderung wirklich ist! Im Prinzip nichts krankes sondern einfach eine Einschränkung im Leben!

Gruß QuArK007
 
Zum Glück hatte ich eine offene Erziehung. Meine Eltern haben versucht mir ein normales Leben zu bieten und mir alles zu ermöglichen.

Ich denke so eingeschränkt bin ich nicht, ich kann eigentlich alles tun, was ich will, wenn auch manchmal nur mit Hilfe anderer.

Das wichtigste für mich ist jedoch mein Selbstbewusstsein gewesen. Das überrascht sehr viele Menschen. Und wirkt sich positiv aus.
 



Unsinn deshalb weil das "meist" einfach nicht hinhaut

Du hast eine Behinderung, wenn du etwas nicht machen kannst, was du eigentlich gerne würdest! Weil es dich behindert das zu tun!

wen also jemand so stark geistig behindert ist das er gar nicht auf die Idee kommt das ihm etwas fehlt, ist er also nicht behindert ?


ok etwas zu stark verallgemeinert ist es, geb ich ja zu :oops: Aber ich denke so kommt raus, was Behinderung wirklich ist! Im Prinzip nichts krankes sondern einfach eine Einschränkung im Leben!

Gruß QuArK007

aber wer legt das fest was ne Einschränkung im Leben ist ? was dem einen völlig egal ist, ist für nen anderen sehr wichtig ?

Im Grunde ist meine größte Einschränkung im Leben das ich täglich arbeiten muss, bin ich dann auch Behindert ? :mrgreen:
 
Zu den Diskriminierungen in der öffentlichkeit muss ich sagen:
Die Busfahrer rund um Heidelberg sind sehr schlimm.
wenn dort die Rampe am Eingang nicht funktioniert, fahren sie einfach weiter, und helfen die 2 Minuten nicht einmal, manuell die Leute im Rollstuhl in den Bus zu befördern, was keine große Sache wäre. Ärgerlich wenn man dann eiskalt stehen gelassen wird, und 20 Minuten auf den nächsten warten muss.

Einmal bin ich vor dem Bus wegen der Rampe auch gestürzt, der Busfaher blieb sitzen, erst ein Mitfahrer kam zu mir und hat mir geholfen.

Die Busfahrer sind wirklich alle relativ unfreundlich, leider.

Gut, daß ich da nicht im Bus war, der Busfahrer hätte aber richtig Ärger bekommen:evil:
Solche Dinge würde ich aber schriftlich mal an die Geschäftsleitung der Busgesellschaft weiterleiten. Und zusätzlich an die Lokalredaktion Eurer Zeitung. Hat sich bei uns sehr bewährt!

Inzwischen gibt es hier immer mehr Niederflurbusse, die abgesenkt werden können, doch auch dazu sind manche Busfahrer zu faul.

Das Schärfste war ja noch, das er am Ende einen Spruch abließ, von wegen ich solle das nächste mal nicht mit so schwerem Gepäck reisen, und mich dumm angegrinst hat.

Einer hat mir mal diese Schranke vorne am Ausstieg ins Gesicht geschleudert, nachdem ich versucht habe, sie manuell nach hinten zu schieben, da der Herr das wohl verpeilt hatte. Blafft mich an, dass es automatisch geht und haut mir das Ding ins Gesicht. Beim Ausstieg habe ich ihm dann eiskalt gesagt, wenn ihm sein Job keinen Spaß macht, soll er sich was anderes suchen.

Ich denke, man sollte immer freundlich bleiben, auch wenn man die Hilfe als Behinderter manchmal nicht braucht.

Uhrzeit, Linie etc. merken und Brief an die Gesellschaft schreiben.

...strahlen keine Lebensfreude aus.
Kann ich nicht verstehen. Ich achte auf mein Aussehen, weil es mein Recht ist, mich auch "schön zu machen".

Gelingt Dir übrigens gut! Ganz tolles Gesicht mit strahlenden Augen...:oops:;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Du wirst lachen, das habe ich auch vor. Ich werde das nächste Mal einen netten Brief an die Busagentur schreiben. Denn sowas kann nicht angehen.

Und übrigens Danke für das Kompliment :biggrin: