News USA/Todesstrafe: Deutscher durch Giftspritze hingerichtet

Wir hatten vorher schonmal ein paar Argumente genannt - Dazu gehört auch, dass die Vollstreckung und die Prozesskosten vor dem Urteil um ein vielfaches höher sind, als einen Verbrecher/Mörder in einem Gefängnis zu versorgen...

Ganz ehrlich, ich kann diese Aufstellung echt nicht nachvollziehen. Wie kann eine Betreuung - vom Bau und Instandsetzung der Gefängnisse über Personalkosten und Verpflegungskosten für den Insassen - teuer sein, als eine kurzfristige Vollstreckung des Todesurteils?
Dass die Verurteilen teilweise noch jahrelang in den Gefängnissen sitzen ist für mich auch nicht nachvollziehbar.

Viele Menschen stellen sich das Gefängnis vielleicht auch irgendwie "toll" vor...

Nein tue ich nicht. Ich habe viele Berichte und Reportagen gesehen, ob die nun der Wahrheit entsprechen entzieht sich auch meiner Kenntnis, denn am eigenen Leib hab ich es noch nicht erlebt und auch viele hier, die mit diskutieren auch nicht, also kann keiner von uns sagen, wie es wirklich ist.

Ich habe auch nicht gesagt, dass man die Todesstrafe unbedingt und immer durchsetzen sollte, einführen sollte oder verstärken sollte, sondern ich habe lediglich gesagt, dass ich zumindest ganz tief im Inneren mitunter schon bei einigen Straftaten mir gedacht habe, der hätte die Todesstrafe verdient. Und dabei kommt es mir nicht darauf an, ob ich nun Rache will oder nicht, sondern einfach, dass ich mir zwischendurch überlege, welche Strafe wäre wohl angebracht?

Mir ist auch das Leben heilig, jedes Leben im Grunde, nur ich frage mich wirklich ernsthaft, was ist mit den Menschen, denen das Leben anderer völlig scheißegal ist? Die foltern und morden nur um der Lust willen oder was weiß ich, was für Gründe sie haben? Was ist mit denen? Meine Achtung, Respekt und Toleranz gegenüber allen Menschen hat auch ihre Grenze und irgendwann ist diese erreicht, genauso wie Strafen verhängen.
Vorbeugen wäre besser nur wir kennen doch alle die Menschen, es wird immer Einzelne geben, da ist Hopfen und Malz verloren.
 
Mir ist auch das Leben heilig, jedes Leben im Grunde, nur ich frage mich wirklich ernsthaft, was ist mit den Menschen, denen das Leben anderer völlig scheißegal ist? Die foltern und morden nur um der Lust willen oder was weiß ich, was für Gründe sie haben? Was ist mit denen? Meine Achtung, Respekt und Toleranz gegenüber allen Menschen hat auch ihre Grenze und irgendwann ist diese erreicht, genauso wie Strafen verhängen.

Was macht es besser, wenn es mit staatlicher Duldung oder Billigung passiert? :think:
 
bei einigen Straftaten mir gedacht habe, der hätte die Todesstrafe verdient

Ich nutze den Satz mal aus Aufhänger für eine provokante Frage: Ist der Tod wirklich für jeden die schlimmst mögliche Strafe und was haben wir eigentlich davon? Wäre es nicht für denjenigen viel schlimmer ihn bis an sein Lebensende bis an sein körperliches Limit schuften zu lassen? Und dazu nützlicher für die Gesellschaft? Damit ließe sich sogar seine Unterbringung refinanzieren denn bezahlen muss man ihn ja nicht und damit wäre sogar der Kostenaspekt neutralisiert, das wäre doch was? Käme für jemanden mit so einer Strafe der Tod nicht sogar als Erlösung daher?


Disclaimer: Ist nur eine bewusst provokante Frage, soll nicht heißen dass ich das so gut finden würde. ;)
 
Gab es nicht vor ein paar Wochen den Fall, das in den USA ein Todeskandidat nach einem Selbstmordversuch erst hochgepäppelt wurde, damit er dann mit Giftspritze hingerichtet werden kann?

In meinen Augen ist das doch ein klares Zeichen dafür, das es nur um die Befriedigung von Rachegelüsten ging...
 
In meinen Augen ist das doch ein klares Zeichen dafür, das es nur um die Befriedigung von Rachegelüsten ging...
Oder es geht ums Prinzip: Das Gericht hat gesagt, er stirbt durch die Spritze, also darf er nicht vorher an was anderem abnippeln.
 
Gibt doch ne ganz einfache Lösung, bei Vergewaltigungstätern:
Man müsste sie einfach kastrieren, danach werden sie wohl keinen mehr vergewaltigen können. Jedenfalls nicht mit ihren eigenen Genitalien :)
 
Gibt doch ne ganz einfache Lösung, bei Vergewaltigungstätern:
Man müsste sie einfach kastrieren, danach werden sie wohl keinen mehr vergewaltigen können. Jedenfalls nicht mit ihren eigenen Genitalien :)

Bist du Befürworter der Sharia?

Dann könnten wir auch gleich das Abhacken der Hände für Diebstahl einführen...
honk.gif
 
Ich nutze den Satz mal aus Aufhänger für eine provokante Frage: Ist der Tod wirklich für jeden die schlimmst mögliche Strafe und was haben wir eigentlich davon?

Gute Frage. Das geht mir schon die ganze Zeit durch den Kopf seit ich hier mitlese. Also ich kann mir schlimmeres vorstellen als nen paar Jahre sterile Isolationshaft und dann einen humanen Tod. Wäre ich angehöriger/bekannter eines Opfers, würde ich ganz andere Dinge fordern, aber den vorzeitigen Frieden würde ich ihm nicht gönnen wollen.
 
Gute Frage. Das geht mir schon die ganze Zeit durch den Kopf seit ich hier mitlese. Also ich kann mir schlimmeres vorstellen als nen paar Jahre sterile Isolationshaft und dann einen humanen Tod. Wäre ich angehöriger/bekannter eines Opfers, würde ich ganz andere Dinge fordern, aber den vorzeitigen Frieden würde ich ihm nicht gönnen wollen.

"DU" bist aber nicht der Staat. Der hat objektiv und Rational zu urteilen, ohne Vergeltungswillen, und ohne Rachegelüste.

Und BTW: Jede Form von Selbstjustiz sollte in meinen Augen ebenso hart bestraft werden wie die Tat selber!
 
Was macht es besser, wenn es mit staatlicher Duldung oder Billigung passiert? :think:

Wo bitte hab ich denn jemals gesagt, dass es "besser" ist, wenn es ein anderer tut?

Meine Fragestellung bzw. meine Überlegung geht im Grunde in eine ganz andere Richtung. Ihr alle hängt euch daran auf, was man tun sollte - die Todesstrafe abschaffen.
Meine Frage war eher in die Richtung: denkt wirklich jeder so, der die Todesstrafe ablehnt? Gibt es nicht manchmal wenn man von Verbrechen liest oder hört eine klitzekleine Regung im Inneres, ein kleiner Gedankenblitz im Sinne von "hängt ihn"?
Das ist meine Frage.
Wenn ich offiziell Stellung beziehen sollte, dann bin ich gegen eine Todesstrafe, weil ich mir in meiner Naivität einbilde, es sollte auch anders gehen. Und trotzdem denke ich mir, bin ich nicht zu naiv? Wäre es vielleicht nicht abschreckender Weise besser? Und wo ziehe ich persönlich die Grenzen, wenn überhaupt ich die Todesstrafe fordern würde? Denkt ihr niemals auch nur eine Sekunde mal über die andere Seite nach?

Ihr alle hier gebt ein offizielles Statement ab. Schick.
Mich würde jedoch echt interessieren, was ihr wirklich denkt. ;) Mal so abgesehen von den gegebenen Dingen und was wie wo überhaupt umsetzbar sein würde.
Ich meine, wünschen sich viele nicht ein schönes Utopia, wo die Menschen friedlich nebeneinander her leben, die Tiere und Natur achten, wir schön im Einklang miteinander leben können? Diesen Wunsch hab ich, so weltfremd er auch immer sein mag, dies niemals umzusetzen sein wird und dergleichen. Also warum nicht auch seine ehrliche Meinung gegenüber Todesurteilen zu Ausdruck bringen?

Ich nutze den Satz mal aus Aufhänger für eine provokante Frage: Ist der Tod wirklich für jeden die schlimmst mögliche Strafe und was haben wir eigentlich davon? Wäre es nicht für denjenigen viel schlimmer ihn bis an sein Lebensende bis an sein körperliches Limit schuften zu lassen? Und dazu nützlicher für die Gesellschaft? Damit ließe sich sogar seine Unterbringung refinanzieren denn bezahlen muss man ihn ja nicht und damit wäre sogar der Kostenaspekt neutralisiert, das wäre doch was? Käme für jemanden mit so einer Strafe der Tod nicht sogar als Erlösung daher?

Haben wir das nicht schon? Abgesehen davon, das wir hier in Deutschland z.B. keinen Steinbruch haben, wo wir die Gefangenen schuften lassen, aber auf die Welt gesehen? Ist doch schon da.
Gefangene werden gefoltert, mißbraucht und als Sklaven oder Versuchstiere behandelt. Also wo ist der Unterschied?
Und heiße ich das gut? Nein, definitiv nicht.

Ich kann auch die Frage nicht beantworten, weil und das versuche ich ja hier zu erklären, ich selbst ja auch keine klare Antwort für mich finde. Und wenn ich mir selbst die Frage stelle, Todesstrafe ja oder nein oder überhaupt wie gehe ich mit einem Verbrecher um, der andere Menschen auf dem Gewissen hat, dann komme ich wirklich ins Straucheln. Letztendlich bin ich froh, dass ich das nicht entscheiden muss und ich niemals - wie in USA üblich - ein Geschworener werden könnte, der über sowas zu befinden hat, denn dann hätte ich auf jeden Fall eine Gewissenskrise.
Nichts anderes wollte ich hier mal aufgreifen.

Jeder ist pro oder kontra. Ich irgendwie nicht.

"DU" bist aber nicht der Staat. Der hat objektiv und Rational zu urteilen, ohne Vergeltungswillen, und ohne Rachegelüste.

*seufz* Der Staat sollte vieles, macht er aber nicht. Irgendwann kommen wir wieder auf das raus, was ich immer zu hören kriege: der Staat besteht auch nur aus Menschen und dann kommen wir zu dem: du wählst die Menschen doch etc. usw. usf.

Menschen wollen Rache, sie wollen Vergeltung. Unsere gesamte Erdgeschichte ist voll davon. Selbst hier in unserer niedrigen Umdrehung des Forenerdballs sind die Geschichten mit: "wie du mir so ich dir" voll.
Und da willst du mir erzählen, was man von einem Staat verlangen sollte?
Gerade wo ich meine Naivität gerade ablege, dass leider nicht jeder Bürger vor dem Gesetzt gleich ist und das im Grunde in jedem Staat? Das der Staat korrupt und egoistisch ist im Grunde weil der Mensch es nun mal in sich trägt, sich selbst immer am nächsten zu sein?
Bevor wir bei der Strafverteilung anfangen, dem Staat sagen zu wollen, wie objektiv und rational er da zu handeln hat, sollten wir vielleicht mal damit anfangen, wie wir unsere Kinder behandeln bzw. welchen "Staat" wir aufbauen, damit sie darin leben, aufwachsen und Werte erfahren können, denn da fängt das doch meistens schon an und die nächste Generation von Straftätern ist geboren.

Und BTW: Jede Form von Selbstjustiz sollte in meinen Augen ebenso hart bestraft werden wie die Tat selber!

Yupp meinetwegen. Wenn ich durchdrehen "sollte" und übe Selbstjustiz, dann nehme ich die Strafe gerne auf mich. Denn wenn ich sowas tue, dann hab ich mit meinem Leben eh abgeschlossen.
 
Mich würde jedoch echt interessieren, was ihr wirklich denkt. ;) Mal so abgesehen von den gegebenen Dingen und was wie wo überhaupt umsetzbar sein würde.

Ich meine, wünschen sich viele nicht ein schönes Utopia, wo die Menschen friedlich nebeneinander her leben, die Tiere und Natur achten, wir schön im Einklang miteinander leben können? Diesen Wunsch hab ich, so weltfremd er auch immer sein mag, dies niemals umzusetzen sein wird und dergleichen. Also warum nicht auch seine ehrliche Meinung gegenüber Todesurteilen zu Ausdruck bringen?
Ich bin der Vater zweier Töchter. Mein Standpunkt ist, dass ich, sollte eins meiner Kinder ein Verbrechen zum Opfer fallen, weder selbst die Sache in die Hand nehme noch von irgend eine Staatlichen Stelle erwarte oder verlange, es für mich zu tun - bezogen auf eine "finale" Vergeltungsaktion. Warum? Weil ich es meinen Kindern schuldig bin, besser zu sein als ihre Peiniger. Und wenn ich sie schon nicht verteidigen konnte, dann werde ich mir sicherlich nicht die Blöße geben, im Nachhinein selber zum Monster zu werden. Das haben sie nicht verdient.

Jeder ist pro oder kontra. Ich irgendwie nicht.
Das ist zwar einfach, aber ehrlich gesagt feige. Eine Meinung zu haben heißt nun mal auch, Verantwortung zu tragen.

Menschen wollen Rache, sie wollen Vergeltung. Unsere gesamte Erdgeschichte ist voll davon. Selbst hier in unserer niedrigen Umdrehung des Forenerdballs sind die Geschichten mit: "wie du mir so ich dir" voll.
Und da willst du mir erzählen, was man von einem Staat verlangen sollte?
Wir können uns auch weiterhin gegenseitig dir Köppe einhauen, Aber ich erwarte von einem vernunftbegabten Lebewesen "Mensch", das er mal seinen Arsch hoch bekommt und den nächsten Evolutionsschritt schafft.

Gerade wo ich meine Naivität gerade ablege, dass leider nicht jeder Bürger vor dem Gesetzt gleich ist und das im Grunde in jedem Staat? Das der Staat korrupt und egoistisch ist im Grunde weil der Mensch es nun mal in sich trägt, sich selbst immer am nächsten zu sein?
Bevor wir bei der Strafverteilung anfangen, dem Staat sagen zu wollen, wie objektiv und rational er da zu handeln hat, sollten wir vielleicht mal damit anfangen, wie wir unsere Kinder behandeln bzw. welchen "Staat" wir aufbauen, damit sie darin leben, aufwachsen und Werte erfahren können, denn da fängt das doch meistens schon an und die nächste Generation von Straftätern ist geboren.
Jau, toll gesprochen. Und eine Gesellschaft, die Vergeltung organisiert und von über geordneter Stellung rechtssicher durchführen lässt ist VIEEEL besser als ein albanischer Bauernclan, der die Vendetta als Natürliches Recht ansieht.

Deine frommen Wünsche können nur dann Realität werden, wenn du selber was tust - im Konkreten Fall: Stellung beziehen! Wenn du Rache, Hass, Vergeltungswünsche und deren Ausführung durch staatliche Gewalt - sagen wir mal - zumindest nicht ausschließen kannst, wie willst du denn was ändern? Eine neue Moral muss gelten, ohne Ausnahmen und konsequent. Und zwar zuerst für Dich selber. Nur dann kannst du solche Werte auch weitergeben.
 
Letztendlich bin ich froh, dass ich das nicht entscheiden muss und ich niemals - wie in USA üblich - ein Geschworener werden könnte, der über sowas zu befinden hat, denn dann hätte ich auf jeden Fall eine Gewissenskrise.
Ein Geschworener entscheidet nur über schuldig oder nicht schuldig. Das Urteil fällen die Richter, damit hat der Geschworene nichts zu tun.


Ich bin der Vater zweier Töchter. Mein Standpunkt ist, dass ich, sollte eins meiner Kinder ein Verbrechen zum Opfer fallen, weder selbst die Sache in die Hand nehme [...]
Das sagst du jetzt so schön, aber wenn du den Typen noch über deine tote Tochter gebeugt siehst, mit runtergezogener Hose, dann wirst du nicht ruhig dastehen.
 
Letztendlich bin ich froh, dass ich das nicht entscheiden muss und ich niemals - wie in USA üblich - ein Geschworener werden könnte, der über sowas zu befinden hat, denn dann hätte ich auf jeden Fall eine Gewissenskrise.
In Deutschland kannste Schöffe werden. Ist sogar noch mehr Verantwortung als in den USA die Geschworenen haben, denn Schöffen entscheiden gemeinsam mit dem/den Richter(n) auch über das Strafmaß.

Normalerweise wird man nur freiwillig Schöffe, aber man kann auch dazu verpflichtet werden.
 
Das ist zwar einfach, aber ehrlich gesagt feige. Eine Meinung zu haben heißt nun mal auch, Verantwortung zu tragen.

Ich glaube nicht, dass ich feige bin. Und ich habe eine Meinung. Aber ich gebe auch zu, dass ich mitunter auch Gedanken habe, wo ich mich frage, ob es nicht besser "wäre" und was wir dadurch gewinnen, wenn wir solche Täter ein Leben lang einsperren, ist das denn besser?
Wenn die Gewalt und das Menschen Menschen töten, Folter oder mißhandeln eine neuere Entwicklung wären, würde ich wahrscheinlich darüber gar nicht nachdenken. Aber dem ist nicht so. Die Menschheit an sich war noch nie so, egal wieviele Jahrhunderte man zurückgeht. Und egal wo man hinsieht, hat niemand die ideale Lösung gefunden. Man hat versucht das Beste daraus zu machen, um von dem Auge um Auge wegzukommen und zwar mit Hilfe von Rechten und Gesetzen, mit Hilfe von Anwälten und Gerichten. Nicht in jedem Land, aber zumindest in solchen Ländern, die sich zivilisiert schimpfen. Und so hat auch ein Täter noch die Möglichkeit sich in einem Verfahren zu verteidigen um vielleicht der Todesstrafe zu entgehen.
Ist für mich ein kleiner Fortschritt, wenn auch nicht der Beste.

Und wie ist deine Verantwortung dabei, wenn Täter hier eingesperrt werden, in den Gefängnissen, dann wiederum mißhandelt werden, ggf. getötet werden usw.? Lastet das nicht auch auf deinen/unser aller Schultern?
Egal wie wir es drehen und wenden, um die Schuld und Verantwortung kommen wir trotzdem nicht herum, auch wenn wir keine Todesstrafe verhängen. Wir nehmen Menschen die Freiheit. Wenn du gegen die Todestrafe bist, gegen Vergeltungssucht (und eine Anklage, Urteil etc. ist nichts anderes) dann bist du dafür, dass niemand für das was er tut bestraft werden sollte.
Und dagegen bin ich wiederum. Wer Unrechtes tut - im Sinne unseres Staates, unserer Gesetze und unseren allgemeingültigen Moralvorstellungen, sollte bestraft werden.

Deine frommen Wünsche können nur dann Realität werden, wenn du selber was tust - im Konkreten Fall: Stellung beziehen! Wenn du Rache, Hass, Vergeltungswünsche und deren Ausführung durch staatliche Gewalt - sagen wir mal - zumindest nicht ausschließen kannst, wie willst du denn was ändern? Eine neue Moral muss gelten, ohne Ausnahmen und konsequent. Und zwar zuerst für Dich selber. Nur dann kannst du solche Werte auch weitergeben.

Weißt du, ich glaube meine Morallatte hängt ziemlich hoch. Wenn ich in eine Situation käme um Stellung beziehen zu müssen, dann weiß ich auch, wie sie aus sieht und ich weiß auch genau, wie ich meine Tochter erzogen habe und wie ich ihr genau das alles beigebracht habe. Ohne Wenn und Aber.

Es mag sich widersprechen, aber wenn meinem Kind etwas geschieht und mein Leben dadurch keinen Sinn mehr hat, meine Moral, meine Einstellung, mein ganzes Wesen keinen Sinn mehr hat und ich vor Schmerz wirklich durchdrehe, dann ist mir auch jegliche Konsequenz völlig egal. Ich treffe mein Kind eh nicht wieder und wenn es eine Hölle geben sollte, wo ich dann hinkomme, dann soll es so sein. nd wenn mein Kind dann den Kopf über mich schüttelt, kann ich es nicht mehr ändern.
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich in so einer Situation nicht für mich garantieren kann. Reden wir also weiter, wenn es soweit sein sollte und ich gebe so etwas zumindest zu, im Gegenteil zu vielen, die sich einbilden, zu wissen, was sie tun würden.
Vor ein paar Jahren war ich genauso überzeugt wie du. Aber die Dinge ändern sich, weil ich weiß, was Schmerz in einem Menschen anrichten kann, so moralisch und "gutdenkend" er auch immer sein sollte.


@LordRoscommon
Das wußte ich nicht. Dann hoffe ich mal, dass es bei mir niemals dazu kommt. :-?
 
Ein Geschworener entscheidet nur über schuldig oder nicht schuldig. Das Urteil fällen die Richter, damit hat der Geschworene nichts zu tun.

Das stimmt so nicht, da das von Bundessstaat zu Bundesstaat unterschiedlich ist. In einem Staat, legt der Richter das Strafmaß fest. In einem anderen Staat, bestimmt die Jury über das Strafmaß. Und eine dritte Möglichkeit gibt es auch noch: die Jury bestimmt das Strafmaß, aber der Richter hat das letzte Wort und entscheidet, ob er mit der Jury-Entscheidung konform geht ja/nein (kann also die Strafe erhöhehn oder runtersetzen).
 
Das sagst du jetzt so schön, aber wenn du den Typen noch über deine tote Tochter gebeugt siehst, mit runtergezogener Hose, dann wirst du nicht ruhig dastehen.
Ich stehe zu meinem Wort - grundsätzlich. Und solche Suggestiv-Diskussionen führe ich nicht!

Wenn die Gewalt und das Menschen Menschen töten, Folter oder mißhandeln eine neuere Entwicklung wären, würde ich wahrscheinlich darüber gar nicht nachdenken. Aber dem ist nicht so. Die Menschheit an sich war noch nie so, egal wieviele Jahrhunderte man zurückgeht. Und egal wo man hinsieht, hat niemand die ideale Lösung gefunden. Man hat versucht das Beste daraus zu machen, um von dem Auge um Auge wegzukommen und zwar mit Hilfe von Rechten und Gesetzen, mit Hilfe von Anwälten und Gerichten. Nicht in jedem Land, aber zumindest in solchen Ländern, die sich zivilisiert schimpfen. Und so hat auch ein Täter noch die Möglichkeit sich in einem Verfahren zu verteidigen um vielleicht der Todesstrafe zu entgehen.
Solange wir kein "allwissendes Auge" haben, dass jeden Schuldigen sofort als solchen erkennt, werden Schuldige davonkommen und Unschuldige büßen müssen. Aber das ist nicht Kern der Diskussion. Sondern, ob "Auge um Auge" DAS Mittel der Bestrafung sein kann und darf.

Und wie ist deine Verantwortung dabei, wenn Täter hier eingesperrt werden, in den Gefängnissen, dann wiederum mißhandelt werden, ggf. getötet werden usw.? Lastet das nicht auch auf deinen/unser aller Schultern?
Deshalb bin ich absolut für das Prinzip "In dubio pro reo". Wie soll das bei der Todesstrafe angewandt werden?

Egal wie wir es drehen und wenden, um die Schuld und Verantwortung kommen wir trotzdem nicht herum, auch wenn wir keine Todesstrafe verhängen. Wir nehmen Menschen die Freiheit. Wenn du gegen die Todestrafe bist, gegen Vergeltungssucht (und eine Anklage, Urteil etc. ist nichts anderes) dann bist du dafür, dass niemand für das was er tut bestraft werden sollte.
Das ist Quatsch und das weißt du auch. ein Todesurteil ist final, und es verfolgt nur ein Ziel: Rache. Und wenn es heißt, es diene der Abschreckung, dann ist es Quatsch. Abschreckung funktioniert im Rechtssystem kaum.

Jede andere Bestrafung bietet die Möglichkeit, weitere Ziele zu erreichen: Läuterung, Erziehung, ggf. Heilung. Vielleicht auch nicht, und dafür gibt es allerdings auch wirksame Instrumente diesseits der Todesstrafe.

Weißt du, ich glaube meine Morallatte hängt ziemlich hoch. Wenn ich in eine Situation käme um Stellung beziehen zu müssen, dann weiß ich auch, wie sie aus sieht und ich weiß auch genau, wie ich meine Tochter erzogen habe und wie ich ihr genau das alles beigebracht habe. Ohne Wenn und Aber.

Es mag sich widersprechen, aber wenn meinem Kind etwas geschieht und mein Leben dadurch keinen Sinn mehr hat, meine Moral, meine Einstellung, mein ganzes Wesen keinen Sinn mehr hat und ich vor Schmerz wirklich durchdrehe, dann ist mir auch jegliche Konsequenz völlig egal.
Du hast Recht: Es widerspricht sich. Demnach hängt deine "Morallatte" genau so hoch, wie du unter Schmerzen springen wolltest. Du hältst Dir das Hintertürchen der Affekt- bzw. Instinkthandlung offen.

Das wußte ich nicht. Dann hoffe ich mal, dass es bei mir niemals dazu kommt. :-?
Keine Angst, es gibt vorher ein Interview, bei dem die persönlich Eignung geprüft wird... ;)