TheRockMan
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- 25 April 2008
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Nun, auf Deinem Grundstück darfst Du ihm verbieten, sich neben Dich zu setzen. Anderswo hat er nicht mehr und nicht weniger Recht, sich dahin zu setzen, wo er will, als Du oder jeder andere. Nachdem Ihr beide sitzt, sagst Du, er sitzt neben Dir, und er sagt, Du sitzt neben ihm.Warum kann ich jemanden verbieten mein Grundstück zu betreten, ihm aber nicht verbieten sich direkt neben mich zu setzen?
Die begründet sich auf die Überzeugung von Wenigen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Einiges von den heutgen Moralvorstellungen ist aus dem Mittelalter, anderes noch aus archaischen Zeiten. Nicht alles, was gegen Moralvorstellungen verstößt, ist strafbar, und einiges, was wider jede Vernunft geht, ist trotzdem nicht strafbar - wofür die Todesstrafe imho ein gutes Beispiel ist. Selbst der Bezirksstaatsanwalt in Utah hat neulich in einem Fernseh-Interview zugegeben, daß die Gewaltkriminalität nicht sinkt, weil die Todesstrafe NICHT abschreckt.Wie du schon sagst, Moral ist von Menschen gemacht, aber worauf begründet sich die? Warum darf ich nicht nackt durch die Stadt laufen, aber wenn ich mit Spinnen überseht durch die Stadt laufe könnte man mir meines Wissens nach wenig anlasten.
Du sprichst von Notwehr. Du darfst auch den, der Dein Haus angezündet hat, schlagen, wenn Du ihn damit an der Flucht hinderst, oder natürlich erstrecht, wenn Du das Anzünden nur dadurch verhindern kannst. Alles, was darüber hinausgeht, verbietet das Gesetz, weil es pure Rache wäre, die der Staat sich gern selbst vorbehält.Warum darf ich keinen Menschen schlagen, der mich schlägt (eingeschränkt gültig) aber keinen, der mein Haus angezündet hat?
Doch, das darfst Du, auch wenn Du ihn kennst. Du darst ihm aber nicht das Diebesgut mit Gewalt wieder abnehmen, sondern mußt ihn der Polizei übergeben. Bis zu deren Eintreffen darfst Du ihn an der Flucht hindern.warum darf ich jemanden, der mit etwas klaut nur festhalten, wenn ich ihn nicht kenne?
Natürlich argumentiert ein jeder aus seiner Sicht; ist ja hier nicht anders. Erinnerst Du Dich noch an den Schwulen-Paragraphen (§ 176 StGB), den es ja mittlerweile nimmer gibt? Frag mal die Ober-Katholen, was sie davon halten, daß der abgeschaft wurdeNatürlich gibt es für alles Begründungen, aber diese sind rein subjektiv gewählt und ändern sich dementsprechend auch.
Daß die Rechtssprechung auf dem Willen einer Mehrheit beruht, würd ich nicht so laut sagen. Außer in der Schweiz wüßte ich nicht, wo die Mehrheit ihren Willen kundtun dürfte. Die indirekte (parlamentarische) Demokratie ist zu personenbezogen, als daß sie Einzel-Entscheidungen repräsentativ machen würde.Spätestens wenn man fragt: "Warum gibt es in den USA teilweise die Todesstrafe und hier nicht?" Ist klar, dass es eine willkürliche Rechtssprechung sein muss, diktiert von einer Mehrheit.
So blöd es ist: Manchmal ist das kleinere Übel halt das Beste, was man erreichen kann. Kritisch wird's imho dann, wenn man nicht mehr aufstehen und sagen darf, daß es nur das kleinere Übel ist.Aber ums hier auch nochmal zu sagen: Ich habe kein Problem mit dieser Willkür, ich finde es nur wichtig, dass man sich ihrer bewusst ist. Es ist meiner Meinung nach aktuell keine bessere Möglichkeit, nur gut ist die Möglichkeit halt auch nicht.
Mordversuch ist nicht Mord, auch nicht in den USA. Da aber einer der Schüsse nicht den auf's Herz geklebten Stoff-Fetzen traf, sondern daneben einschlug, glaube ich, daß einer der 5 Schützen ganz genau wissen wollte, ob er eine "scharfe" Kugel oder die Platzpatrone im Gewehr hatte.@Cybo: ich würd sagen, sie würden trotzdem wegen Mordes verurteilt, da der Versuch strafbar ist.*klugscheiß*
