[...]
Warum werden die Videos in den Bussen nicht länger gespeichert (oder genauso lange wie die Verbindungsdaten?) Wenn der Bus Abends in Ordnung ist, braucht man das Video nicht mehr und es kann überspielt werden. Wenn keine sonstigen Vorfälle im Bus passierten, ebenso.[...]
So weit ich weiß und sofern sich inzwischen nichts geändert hat, zeichnen die Kameras im Bus erst auf, wenn der Busfahrer einen Knopf drückt. Da der aber meist auf die Straße schauen muss, kommen die wahrscheinlich erst dann zum Einsatz, wenn es einen Tumult im Bus gibt, sodass es der Fahrer auch mitbekommt. Was ja wohl auch das Problem war, als letztens in Berlin der Busfahrer (der aussah, wie eine Schwuchtel) verdroschen wurde und es keine Videoaufnahmen gab.

Gruß,
Photon
 
... und erhält dann die personenbezogenen Daten. Das ist schon heute möglich und wird auch getan.

Welcher personenbezogenen Daten erhältst Du denn?
Die von dem der gesurft hat, oder die des Kunden?

Beispiel Proxy: Wieviel anonymisierende Proxies gibt es wirklich?

Verkompliziere doch nicht alles...
Von Anonymisieren etc. spricht doch keiner.
Konkretes Beispiel:
Wir hatten über Jahre auf nem PC eine Proxysoftware laufe, um das ganze Haus (5 - 7 Rechner) mit Internet zu versorgen.

Was bringt da die Aufzeichnung von Verbindungsdaten?
Selbst wenn man auf dem Proxy mitloggt, welcher Rechner welche Verbindungen aufbaute, fehlt noch die Zuordnung Person - Rechner.

gruss kelle!
 
Welcher personenbezogenen Daten erhältst Du denn?
Die von dem der gesurft hat, oder die des Kunden?
Die des Anschlussinhabers, also des Kunden. Aber der sollte zumindest wissen, wer seinen Zugang benutzt hat. Wenn Du jetzt vielleicht das Beispiel mit Inet-Café anbringen möchtest, läuft es da auch nicht viel anders. Man hat zumindest die Adresse des Cafés, da kann man ermittlungstechnisch ansetzen. So wird es ja auch gemacht.

Aber das hat ja mit der Speicherung von Daten auf Vorrat nichts zu tun. Viel entscheidener ist der Eingriff in die Privatsphäre bei natürlichen Personen. Es gab mal eine Zeit, da gab es ein Postgeheimnis. Und es gab mal eine Zeit, da gab es ein Telekommunikationsgeheimnis. Und es gab irgendwann auch mal eine Zeit, da gab es Datenschutz. Wieviel ist davon noch geblieben?

Letztens kaufte ich ein neues Handy mit Vertrag. Neue Nummer gegeben, Vertrag bei T-Mobile. Bis heute habe ich niemandem die Nummer gegeben, rufe auch immer unterdrückt damit an. 14 Tage war die Karte drin, da klingelt das Handy. Ich war natürlich sehr erstaunt, niemand hat die Nummer außer ich. Sofern ich nicht im Schlaf spreche und hier Mikrofone in der Wohnung sind, müsste ich auch der Einzige sein. Jedenfalls war eine nette Dame von einem Call-Center dran. "Gewinnen Sie gerne, Herr [Photon]? Wir möchten ihnen als treuen T-Mobile-Kunden heute ein ganz besonderes Angebot machen. Wir haben für sie X extra für sie reservierte Lotto-Reihen, die sie, wenn Sie jetzt bestellen, für einmalig XX Euro, dann monatlich XX Euro spielen können. [Bla Bla Bla]". Na ups...

Und da frage ich mich schon, ob ich ein Fan von Vorratsdatenspeicherung bin, wenn dann irgendwann ein Call-Center bei mir anruft und sagt: "Telefonieren Sie gern, Herr [Photon]? Sie haben ja vor 6 Monaten häufig nach London und Cambridge telefoniert. Wir können Ihnen da ein Angebot machen, [Bla Bla Bla]". Und das ist wohl noch die harmloseste Variante des Missbrauchs...

[...]
Konkretes Beispiel:
Wir hatten über Jahre auf nem PC eine Proxysoftware laufe, um das ganze Haus (5 - 7 Rechner) mit Internet zu versorgen.

Was bringt da die Aufzeichnung von Verbindungsdaten?
Selbst wenn man auf dem Proxy mitloggt, welcher Rechner welche Verbindungen aufbaute, fehlt noch die Zuordnung Person - Rechner.
Das bedeutet, dass eine Person zum Zeitpunkt X von Firma Y aus eine Verbindung zu Punkt Z hergestellt hat. Ein guter Proxy sagt nun auch aus, von welchem Terminal aus. Zu diesem Zeitpunkt stand dieses Terminal im Büro von Herrn/Frau ABC, also muss diese erstmal einer intensiven Befragung unterzogen werden. Entweder sie hat die Verbindung selbst hergestellt oder hat ihr Büro / Ihren Rechner nicht ordnungsgemäß verlassen, um Dritten den Zugang zu verweigern. Das war vor 6 Monaten. Da man das jetzt weiß, schaut man sich die Protokolle der letzten X Monate an.

Ach was, er/sie surft während der Arbeit auch bei Ebay? Und ach sieh her, Online-Banking von Arbeit aus? Hmm, na mal schauen, wem er/sie wieviel überwiesen hat. Und er/sie hat Emails ins Nicht-Europäische Ausland verschickt. Ziemlich häufig sogar. Das Killerspiel "Moorhuhn" ist ja auch auf dem Rechner drauf. Den/Die werden wir mal im Auge behalten, mal schauen ob er/sie beim nächsten Einkauf Putzmittel kauft, die in der Mischung explosiv wirken könnten. Und dann müssten wir auch mal den Privatanschluss kontrollieren, mit wem und wie lange er/sie wohl in den letzten X Monaten telefoniert hat. Und wem er/sie Emails geschrieben hat. Eine Telefonüberwachung ist zu empfehlen. Die Kontrolle des Email-Verkehrs wäre auch wünschenswert. Und so ganz politisch korrekt ist er/sie sowieso nicht. Machte in den letzten Monaten auch häufiger krank. Weswegen eigentlich? Mal schauen: Erkältung als am Bahnhof eine Kofferbombe gefunden wurde. Migräne als Bush zu Besuch war. Ganze 2 Wochen als eine Demo für/gegen XXX war. Hmm, also in jedem Fall: Höchst verdächtig. Vielleicht bringt eine Hausdurchsuchung neue Erkenntnisse?

Ja, es ist übertrieben. Oder doch nicht? Wie gläsern möchtest Du als "freier" Mensch sein? Wie gläsern wem gegenüber? Wem gestattest Du, Dein Privatleben zu protokollieren und Einsicht in Deine Finanzen, Deinen Freundes- und Bekanntenkreis? Wie sehr stört Dich eine aktenkundliche Erfassung Deiner Meinung und Ansichten (wohl gemerkt: elektronische Erfassung!)? Und weswegen kritisiert man eigentlich bis heute die DDR und Staatssicherheit?

Du sagst vielleicht, dass sowas die Geheimdienste schon immer gemacht haben. Mag sein, aber es war nicht einfach. Jetzt wird es einfacher und mit der Einfachheit entsteht auch jede Menge Missbrauchspotenzial. Stellte man mich vor die Wahl: 10% Wahrscheinlichkeit, irgendwann einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen, dafür aber eine gesicherte Privatsphäre zu haben; Oder 5% Wahrscheinlichkeit, dafür aber weitestgehende Offenlegung meines Lebens. Im Endeffekt würde ich wahrscheinlich schweren Herzens auf die Sicherheit verzichten, aber dafür keinen Verfolgungswahn haben :)

Gruß,
Photon
 
Wenn man die Bestimmungen der Vorratsdatenspeicherung stark genug pervertiert, so das es nicht mehr um Terroristen, sondern auch um zB Urheberrechtsverletzer geht, dann wird es bei der Aufklärung solcher von "mittels Telekommunikation begangenen" Taten auch Fälle geben, wo die exakte Zuordnung Person<->Rechner als nicht notwendig angesehen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie gläsern möchtest Du als "freier" Mensch sein? Wie gläsern wem gegenüber?

Das ist eine Frage, die sehr schwer zu beantworten ist, gerade deshalb, weil jeder überall und jederzeit Daten hinterlässt, denen er sich nicht bewusst ist.

Ich kann Dir genau sagen, wie viele Zeilen Quellcode ein Softwareentwickler im Transrapid Projekt in den letzten fünf Jahren geschrieben hat.
Auf Deinen besonderen Wunsch natürlich auch wochenweise gestaffelt.

Über die Sicherheitslogdateien von Rechnern und Server lässt sich ohne weiteres Dein ganz persönliches Zeit Profil erstellen.

Über die Auswertung unserer Lizenzstatistiken könnte ich genau sagen, wann wer welches System genutzt hat.

Ich brauch keine Vorratsspeicherung, um zu wissen, wo ein normaler User überall rumgesurft ist.

Als Selbstständiger bzw. Inhaber einer Firma muss man sämtliche Rechnungsbelege 10 Jahre aus Steuergründen aufbewahren. Dazu zählen auch Hotel, Flug, und Bahntickets.

Jeder selbst betreibt Vorratsspeicherung, bestes Beispiel sind Kontoauszüge.

Und das alles ist deutlich personenbezogener als eine reine Protokolldatei mit einer ewig langen IP Liste.

gruss kelle!
 
[...] Über die Sicherheitslogdateien von Rechnern und Server lässt sich ohne weiteres Dein ganz persönliches Zeit Profil erstellen.
Die werden gespeichert. Oder auch nicht. Schließlich kann man bislang der Speicherung nach Rechnungsversand widersprechen. Zukünftig wird es Pflicht, dieserlei Dateien mindestens X Monate aufzubewahren. Gerechtfertigt?

[...] Als Selbstständiger bzw. Inhaber einer Firma muss man sämtliche Rechnungsbelege 10 Jahre aus Steuergründen aufbewahren. Dazu zählen auch Hotel, Flug, und Bahntickets.

Jeder selbst betreibt Vorratsspeicherung, bestes Beispiel sind Kontoauszüge.
Ja, aber diese Daten habe ich inne. Soll bedeuten; ich weiß jederzeit, in wessen Hände sich diese Daten gerade befinden und wer darauf Zugriff hat. Weiß ich das auch bei den Daten, die dauerhaft irgendwo von irgendwem in irgendeiner Form gespeichert werden?

Es geht doch letztlich darum, dass man blind darauf vertrauen muss, dass der Verwalter meiner vorratsgespeicherten Daten (der mir wahrscheinlich unbekannt ist), diese vor unbefugtem Zugriff während des gesamten Zeitraums der Speicherung schützt. Außerdem weiß ich nicht, ob und wann meine Daten wieder gelöscht werden. Weil ich weder Einsicht (und sei es nur um zu sehen, in welchem Umfang die Daten wirklich gesammelt wurden), noch Verfügungsgewalt über meine gespeicherten Daten habe, bleibt mir nur das blinde Vertrauen in die Fähigkeiten desjenigen, den ich nicht kenne.

Außerdem habe ich keinen Einfluss darauf, welchem Spanner der Verwalter meine Daten zur Verfügung stellt. Also ganz ehrlich: Nein, danke.

Gruß,
Photon
 
Photon, mich würde mal sehr interessieren, wie du kontrollierst, wer in der Bank auf dein Konto schaut. (Von den Angestellten)

Auch würde mich interessieren, wie du in den Büchern von Hotels und Autovermietungen kontrollierst, wer sich wann anschaut was du gebucht hattest.
 
Photon, mich würde mal sehr interessieren, wie du kontrollierst, wer in der Bank auf dein Konto schaut. (Von den Angestellten)
Gar nicht. Aber die haben sich dem Bankgeheimnis verpflichtet. Kommt was raus, kriege ich sie an den Arsch. Und letztlich kann ich auch selbst steuern, welches Geschäft ich wie und auch bei welchem Institut abwickle.

Auch würde mich interessieren, wie du in den Büchern von Hotels und Autovermietungen kontrollierst, wer sich wann anschaut was du gebucht hattest.
Habe schon ewig nicht mehr unter meinem Namen in einem Hotel eingecheckt. Eine Autovermietung ist mir wurscht, die können nur sehen, wieviel ich gefahren bin, nicht wohin. Abgesehen davon habe ich ein eigenes Auto und gute Freunde.

Ich bin ja nicht mal bei diesen Bonus-Systemen angemeldet. Was geht es PayBack oder HappyDigits an, was ich wann und in welcher Menge gekauft habe. Naja, noch kann ich weitestgehend bestimmen, wer meine Daten bekommt und wie lange sie gespeichert werden. Darauf möchte ich nicht verzichten.

Gruß,
Photon
 
Logische Konsequenz: Du kannst deinen Internetprovider wählen oder eben keinen benutzen.

Ein Handy ist auch keine Pflicht heutzutage und wo dein Festnetztelefon angeschlossen ist, weiß der Anbieter auch.

Die Nutzung der Daten unterliegt auch Gesetzen, nicht jeder kann zu AOL gehen und sagen, ey Jungs, ich will mal in Eure Datenbanken sehen.

Warum vertraust du den Bankmitarbeitern aber nicht den Providern, dass die mit deinen Daten vertraulich umgehen und diese nicht mißbrauchen?
 
[...] Ein Handy ist auch keine Pflicht heutzutage und wo dein Festnetztelefon angeschlossen ist, weiß der Anbieter auch.
Ok Cybo, kommen wir also zum Anfangspunkt zurück. Ich bin jetzt mal für den Augenblick ein böser Bube. Ich bekomme natürlich den ganzen Rummel um die Datenspeicherung mit. Ist schließlich mein Job, mit aktuellen Ermittlungstechniken vertraut zu sein. Ok, dann telefoniere ich nicht mehr oder sage anstatt von "Banküberfall" eben "Besuch bei Tante Helga". Und nun? Und ich werde einen Teufel tun, mit meinen Komplizen zu telefonieren, ich treffe mich halt an öffentlichen Orten mit ihnen. Und man vereinbart andere Kommunikationswege, schließlich gibt es ja noch grob sowas wie ein Postgeheimnis. Oder man nutzt halt SMS-Dienstleister aus dem Netz. Oder oder oder. Tausend Möglichkeiten.

Und dafür muss ich (ich bin jetzt mal wieder ein braver Junge) jetzt in Kauf nehmen, dass mein Leben protokolliert wird? Tolle Wurst.

[...] Die Nutzung der Daten unterliegt auch Gesetzen, nicht jeder kann zu AOL gehen und sagen, ey Jungs, ich will mal in Eure Datenbanken sehen.
Und laut dieser Gesetze darf wer genau diese Daten einsehen? Den kenne ich aber auch nicht. Und wie es in der Realität umgesetzt wird, weiß ich auch nicht. Aber ich weiß, dass meine Daten irgendwo bei irgendwem liegen. Und was damit geschieht, weiß ich letztlich auch nicht.

Warum vertraust du den Bankmitarbeitern aber nicht den Providern, dass die mit deinen Daten vertraulich umgehen und diese nicht mißbrauchen?
Weil es der Job von Banken ist, das Bankgeheimnis zu wahren und die Daten entsprechend zu schützen. Ich hätte sonst schon gern das eine oder andere Mal ein Bit meines Kontostandes nach links verschoben. Welcher andere Datenspeicher kann mir die gleiche Sicherheit garantieren?

Und wenn es mir (jetzt mal wieder als böser Bube) zu heiß werden sollte und ich deutschen Banken nicht mehr traue, lege ich mein Geld im Ausland an. Ich kann es steuern. Kann ich nicht bei Telekommunikation und Internet.

Weißt Du, es geht mir eigentlich nur darum, dass in der Realität der Verdacht genügt, um mein Leben der letzten X Monate aufzurollen. Und ich bin dafür, dass bei konkreten Verdachtsmomenten auch die Justiz Möglichkeiten der überwachung hat. Aber ich bin dagegen, dass dann jemand mein gesamtes Leben aufrollt, statt zum Zeitpunkt des Verdachtes einen Schnappschuss meines Lebens macht.

Gruß,
Photon
 
Warum vertraust du den Bankmitarbeitern aber nicht den Providern, dass die mit deinen Daten vertraulich umgehen und diese nicht mißbrauchen?
Weil ich meine Bank mit bedacht gewählt habe und ich weiss, das die weiss, dass das Bankgeheimnis wichtig ist. Von meinem Internet Provider kann ich das nicht sagen. Und ich wüsste auch gerade spontan keinen Internet Provider bei dem das anders aussieht.
 
Ich hab ja jetzt schon viel gelesen, versteh aber den ganzen Trubel um die Vorratsdatenspeicherungen nicht wirklich. Vielleicht is mir aber auch nur eine Info entgangen.
Korrigiert mich mal bitte einer, wenn ich mit folgender Ausführung falsch liege:
  • Es wird ab nächstes Jahr geloggt, wann ich (der Anschluss) mit welcher IP zum Internet verbunden war.
    War das nicht schon vorher der Fall, nur dass jetzt noch die Daten nach Rechnungsversand - wenn gewünscht - oder spätestens 80 Tage später gelöscht werden mussten ? Neu also nur, dass das Speicherungsintervall auf 6 Monate angehoben wurde ?
  • Es wird ab nächstes Jahr geloggt, wann ich (Anschluss 1) mit wem (Anschluss 2) wie lange über Festnetz oder VoIP telefoniert habe.
    siehe oben; Neu, dass jetzt für VoIP geloggt wird ?
  • Wenn ich mit meinem Handy telefoniere, wird ab nächstes Jahr gespeichert, mit wem (dessen Handy) ich (mein Handy) wann wie lange und wo telefoniert hab.
    auch siehe ganz oben; Neu hier nur, dass geloggt wird, wo mein Handy grade war ?
  • Selbiges gilt für SMS und MMS.
  • Neu ab nächsten Jahr: Jede eMail (also Datenverkehr über SMTP) wird mit Zeitpunkt des Absendens, IP-Adressen und Empfänger- und Absender-Adresse geloggt.
  • Ebenso neu: Jedes Abrufen von eMails (Datenverkehr über POP3(/IMAP ?) wird mit Zeitpunkt des Abrufen und IP-Adresse geloggt.
Sollte ich mit obigem richtig informiert sein - mir kommt das irgendwie für die große Kritik so wenig vor -, schließe ich doch folgendes:
  • Die Verbindungsdaten, die jetzt auch schon geloggt werden, sollte ich nicht ausdrücklich widersprechen, werden nicht mehr 80 Tage, sondern 6 Monate gespeichert.
    Das kann mir persönlich eigentlich egal sein, wie lange die jetzt auf irgendeiner Festplatte rumgammeln.
  • Es werden nur Verbindungsdaten der Kommunikation aufgezeichnet, keine konkreten Inhalte.
    Niemand weiß, wie oft ich klamm.de am Tag aufrufe, keiner weiß, was in der SMS stand und aus meinen eMails - meinen Vi***a-Spam, wo ich täglich um die 200 Stück krieg, können sie gerne aufzeichnen :ugly: :LOL: - is weder der Text, noch überhaupt mal der Betreff bekannt.
  • Es werden allgemein nur Verbindungsdaten aufgezeichnet.
    Weiter gefasst: Ich kann fleißig illegale Dienste anbieten, Pornos laden, Filesharing betreiben, mit meinen Homo-Kumpels versaute eMails schreiben, vertrauliche Daten an Andere senden, mein Vi***a übers Internet bestellen, bei amazon einkaufen, was ich will ... und niemand kriegt es mit !
Ich versteh ehrlich gesagt dann das Problem ned. So großartig wird meine Privatsphäre doch nun wirklich nicht eingeschnitten.

Das einzige, was ich jetzt auf mich erkennen kann, was mich betrifft: Die Standort-Aufzeichnung bei Handybenutzung. Wenn das nicht nur Telefonate, sondern auch Internetverbindungen umfasst, dann kann man 6 Monate in die Vergangenheit blicken, wie lange ich jeden Tag an der Uni war. Ich ruf nämlich immer, wenn ich heimfahr, mit'm Handy den Fahrplan auf. Eine sehr wichtige Information. Oder gestern Abend kann man ablesen, dass ich vom Kino aus geguckt hab, wann der Bus heimfährt. Klasse. Wenn's ihnen Spaß macht, das zu protokollieren, bitte :roll:

Und was der ganze Spaß für die Verbrechensbekämpfung soll, erschließt sich mir auch nicht. Solange ich keine Inhalte protokollier, bringt das in meinen Augen überhaupt nix.
 
Ja, aber diese Daten habe ich inne. Soll bedeuten; ich weiß jederzeit, in wessen Hände sich diese Daten gerade befinden und wer darauf Zugriff hat.

Das ist doch Augenwischerei Photon.
Spätestens nach einem Einbruch weißt Du es nicht mehr.
Und wenn die Staatsanwaltschaft mit nem Durchsuchungsbefehl ankommt, bist Du die auch unkontrollierbar los.

Es geht doch letztlich darum, dass man blind darauf vertrauen muss, dass der Verwalter meiner vorratsgespeicherten Daten (der mir wahrscheinlich unbekannt ist), diese vor unbefugtem Zugriff während des gesamten Zeitraums der Speicherung schützt.

Ich bin nunmal Admin und habe dadurch unausweichlich mit enormen Datenmengen zu tun.
Was zur Folge hat, dass ich stets und ständig mit einem Fuß im Knast stehe.
Alleine eine personenbezogene Auswertung von Daten, siehe Beispiel mit den Quellcodezeilen, kostet mich meinen Job.
Dabei habe ich die Daten noch nichtmal an dritte gegeben.
Ich habe auch noch keine streng geheimen Dokumentationen an extern verhökert.

Glaubst Du allen Ernstes, ein renommiertes Unternehmen würde sich der Gefahr einer öffentlichen Ächtung wegen Verstoßes gegen den Datenschutz aussetzen?
Oder irgendein EDV Mitarbeiter würde seinen Job riskieren, nur damit er irgendwelche nichtssagenden Statistiken erstellt?

gruss kelle!
 
theHacker, zur Zeit werden (zumindest bei TOnline) die Daten 7 Tage, nicht 80 Tage lang gespeichert. Die Speicherung ist bisjetzt sogar rechtswidrig.

Du hast noch die Unverhäntnismäßigkeit übersehen; denn sie bringt nicht viel, angeblich laut Heise gerade mal eine um 0,006% höhere Aufklärungsrate. Für diese auch kostenintensive Datenspeicherung werden in D "eben mal" 82 Mio. Bürger pauschal verdächtigt.

Ein weiteres Problem sehe ich eine daraus resultierende zunehmende Aufweichung des Datenschutzes. Am Anfang wird man sicher nicht viel merken, aber nach dieser einschneidenen Regelung ist es wahrscheinlich, das weitere derartige Regelungen folgen, die dann uns in ein Totalüberwachungsstaat führen.

Es wird schon drüber beraten, ob man diese Regelung, die eigendlich nur gegen Terroristen bestimmt ist, auch genutzt werden, um Filesharer und andere kleine Fische zu jagen. Die Tatsache, das die Musikindustrie schon in der Vergangenheit Interesse an den Daten gezeigt hat, lässt mich zweifeln, ob es die Regelung wirklich nur wegen der Terrorgefahr gibt oder ob man sogar schon von vorne rein wusste, das man damit keine Terroristen schnappen kann.

Heute weiß ich, wir haben noch ein recht ausgeprägten (zwar schon gelockerten) Datenschutz, es wird illegalerweise 7 Tage lang gespeichert, aber ich kann mir relativ noch sicher sein, das nicht jede Hinz&Kunz-AG alles intime über mich erfahren kann. Aber durch die zunehmende Aufweichung kann ich mir nicht mehr sicher sein, totaldurchleuchtet zu werden und das finde ich beängstigend. Und die Regierung macht mir mehr Angst als die Terroristen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sollen sie die Daten doch gegen Filesharer verwenden!

Wer illegale Dinge dreht, braucht sich nicht zu wundern, wenns irgendwamm Bumm macht und die Tür nur noch gesiebte Luft durchlässt.

gruss kelle!
 
Wegen sowas war offiziell das Gesetz für die menschenverachtende Vorratsdatenspeicherung gar nicht gedacht worden. Und das ist ziemlich dreist und verlogen vom Staat.
 
menschenverachtende Vorratsdatenspeicherung

Ich lach mich scheckig...

Ich werde demnächst zu meinem Chef gehen...
"Hallo Herr L., ich kann hier leider nicht mehr arbeiten, da ich die Logdateien unserer Server und die Speicherprinzipien der Entwicklungsdaten menschenverachtend finde."

:mrgreen::mrgreen::mrgreen:

Bei diesem Verfahren gibt es NICHT einen personenbezogenen Datensatz.

gruss kelle!
 
Ja ja ist schon gut, ich hätte das nicht so krass ausdrücken sollen.

Bei diesem Verfahren gibt es NICHT einen personenbezogenen Datensatz.
Welches Verfahren? Du meinst die Vorratsdatenspeicherung? Da gibts doch die Zuweisung (IP+Datum) <-> Anschlussinhaber.



wer nichts verbrochen hat, braucht auch nicht überwacht werden
 
Glaubst Du allen Ernstes, ein renommiertes Unternehmen würde sich der Gefahr einer öffentlichen Ächtung wegen Verstoßes gegen den Datenschutz aussetzen?
Oder irgendein EDV Mitarbeiter würde seinen Job riskieren, nur damit er irgendwelche nichtssagenden Statistiken erstellt?
Ja.
Icy schrieb:
Und die Regierung macht mir mehr Angst als die Terroristen.
Und sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart geben dir recht.

theHacker,
Klar sind IP Adressen grundsätzlich mal nichts sagend. Zur Rasterfahndung nach politischen Gegnern jedoch geeignet. Und beim besten willen finde ich keinen anderen Zweck für diese Daten. Wie man damit Verbrecher fangen will ist mir schleierhaft. Auch wie man damit Filesharer fangen will ist mir nicht ganz klar. Auch da kann ich nur auf gefährliche pauschal Verdächtigungen schliessen (Lasst und heute mal eine Hausdurchsuchung bei allen Anschlussinhabern mit Verbindungen zu einer IP von Pirate Bay machen).
 
Auch wie man damit Filesharer fangen will ist mir nicht ganz klar.
Der Anschlussinhaber wird einfach verdächtigt. Und solange auch nur ein mittelgroßer Teil lieber außergerichtlich die Zeche zahlt statt ein wesentlich teueren Prozess zu riskieren, ist das für die Musikindustrie zufriedenstellend.