Weißt Du, eigentlich ist es scheißegal, welche Argumente angebracht werden. Wenn die Mehrheit es nicht wünscht, ist es zu berücksichtigen. Und wenn einer sagt, ich habe heute früh verschlafen und meine Milch war sauer, dann ist es auch gut. Oder habe ich "Demokratie" und "Mehrheitsentscheidungen" falsch verstanden?Doch, ist diskussionswürdig. Es gibt eine ganze Reihe von Bauten neben denen man nicht unbedingt wohnen will.[...]Solche Einrichtungen müssen aber gebaut werden. Irgendjemand wird auch daneben wohnen. Ich kann verstehen, wenn man sich als Anwohner dagegen wehrt. Die Frage ist mit welchen Argumenten man das macht.
Haben sie ein einklagbares Recht auf den Standort? Sie haben das Recht, ihre Religion auszuüben. Dieses Recht haben sie genau so lange, wie sie damit keine anderen Menschen stören. Hatten wir ja oft genug das Thema. Ist ja ähnlich wie mit der Meinungsäußerung. Man kann so lange seine Meinung frei äußern, wie man andere Meinungen nicht unterdrückt, andere beleidigt oder belästigt und so weiter und so fort. So weit ich weiß, ist der Glaube nicht verboten. Und auch der Bau eines entsprechenden Gebäudes ist nicht verboten. Doch wenn bei der Wahl des Standortes eine eindeutige Mehrheit gegen den Bau stimmt (die eindeutige Mehrheit der Anwohner innerhalb eines festgelegten Radius um das Gebäude), dann darf das Gebäude dort nunmal nicht gebaut werden, völlig egal mit welchen Argumenten die Leute dagegen sind. Dann muss eben ein neuer Standort gesucht werden. Und wenn sie keinen finden, dann können sie eben nicht bauen. Wo ist das Problem? Deswegen nimmt ihnen aber niemand das grundsätzliche Recht, ein Gebäude zu bauen. Schließlich könnten sie sich ja auch die Mühe machen, die Bürger für ihre Sache zu überzeugen. Aber daran ist man als Parallelgesellschaft möglicherweise nicht interessiert? Ich weiß es nicht.Was aber ganz wichtig ist: die Muslime haben offensichtlich ein Recht auf ihre Moschee und irgendwo wird sie gebaut werden müssen - genau wie das Krankenhaus, die Sonderschule oder die Irrenanstalt. Dagegen zu protestieren ist ok - aber man sollte sich immer bewusst sein, dass hin und wieder das Interesse der Allgemeinheit schwerer wiegt als die eigenen Belange.
In dem Fall kann ich aber auch nur mit dem Kopf schütteln. Andererseits stellt sich mir die Frage, wer überhaupt gegen den Bau ist, wenn dort niemand wohnt? Derjenige, der eine halbe Autostunde entfernt wohnt?Drollig wird es aber, wenn der entsprechende Bau in einem Gewerbegebiet entstehen soll - da wohnen Erfahrungsgemäß eher weniger Menschen (und ich möchte wiederholt anmerken, dass ich "in Hörweite" einer Moschee lebe, und es ruft KEIN Muhezin)![]()
Offensichtlich gibt es dafür keine messbaren Grenzen. Weil "Lebensqualität" nunmal nicht messbar ist. Ich werde im Leben nicht verstehen, weswegen gerade Architekten und Künstler gern nach Kreuzberg ziehen, in die billigste und versiffteste Ecke von Kreuzberg. Parken ihren Benz vor der Tür, lassen den sich ein Mal pro Jahr abfackeln und sagen dann, dass es die schönste Gegend von Berlin ist. Aber für mich käme ein Leben dort nicht in Frage. Dann lieber Knast oder Brücke. Offensichtlich beurteilen es andere aber anders.Und es ist nunmal so, dass ein Einspruch durch Anwohner nur dann erfolg haben kann, wenn ihre Lebensqualität deutlich unter dem Neubau zu leiden hätte - Und da es für alles in Deutschland irgendwie Regelungen gibt, gibt es dafür eben auch messbare Grenzen.
Und wenn sich jemand durch ein muslimisches Gebäude in seiner Lebensqualität beeinträchtigt fühlt, dann ist das nunmal so. Dafür wird es andererseits auch Gegenden geben, da würde man sich dafür nicht interessieren oder es sogar begrüßen. Ich verstehe das Problem noch immer nicht.
Nicht ganz. Ein Einkaufszentrum dient erstmal jedem. Was nutzt eine Moschee einem Christen? Oder einem Heiden? Einem Atheisten? Einem Buddhisten? Einem Hindu? Ein Einkaufszentrum fragt nur, ob Du Geld hast. Es dient also jedem, denn auch ein Arbeitsloser muss essen und einkaufen. Und nur anhand der Frequentierung kann man den Nutzen eines Gebäudes nicht messen. Dann könntest Du das Brandenburger Tor schließen und jedes Polizeirevier zum Kulturerbe erklärenMeiner Ansicht nach ist eine Moschee am besten mit einem Einkaufszentrum zu vergleichen. Bei grossen Moscheen sind sowieso Gewerbeflächen mit dabei und eine Moschee wird ähnlich stark frequentiert wie ein Einkaufszentrum.[...]
Gruß,
Photon