Todesfall in der Familie - wie damit umgehen?

mrldog

Hei ho, hei ho
ID: 105000
L
22 April 2006
20.720
696
Die Nacht durchgemacht, eben aufm Weg ins Bett, dann klingelts Telefon... wer is dran? Meine Tante, die mit weinerlicher Stimme nach meiner Mum fragt... Hab ihr gesagt, dass sie da falsch is, weil ich allein wohn... einfach aufgelegt 8O Da meine Oma herzkrank ist, dachte ich, da wäre was passiert, und hab gleich angerufen. Doch zum Glück meldete sie sich, und ich war total happy, bis sie dann anfing zu weinen und mir erzählte, dass ihr Sohn... also mein Onkel, gestorben ist... an irgendeiner Krankheit? Niemand wusste davon...

In dem Moment ist man einfach wie vor den Kopf geknallt. Ich wusste nich was ich sagen soll... Ich war total überfordert... Wie kann ich sie trösten? Jemand, der mir sonst immer Trost und Hoffnung spendete... Und nun braucht sie ihn... was kann man denn da großartig sagen... vor allem durchs Telefon (wohnt weit weg)...

Oder meine mum... wie soll ich sie trösten, außer mal umarmen? Kommt ja auch sicher toll, wenn man jemand trösten will, und dann selber losheult :(

Wie sind eure Erfahrungen? Wie seid ihr mit euren Gefühlen umgegangen? Konntet ihr trösten...?

Mögen recht seltsame Fragen sein, aber ich kanns immer noch nich fassen...

euer verwirrter, trauriger ldog
 
Trost muss man nicht immer mit Worten ausdrücken. Manchmal hilft es einen schon ziemlich wenn man jemanden hat den man umarmen kann und der einen versteht und es gibt keine Anleitung zum trösten ich denk das kann jeder :D
Wie meine Oma gestorben ist war es für mich wichtig sehr viel darüber zu reden. Kann zwar nicht jeder aber mir hat es gut getan.

Gruß Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
ja, es geht mir auch nich um ne ANleitung... aber es interessiert mich einfach, wie ihr es bewältigt habt...

danke trotzdem für das statement
 
einfach dasein hilft schon ungemein. bei mir ist das jedenfalls so. du brauchst dir da erst mal keine großen Reden oder Strategien einfallen lassen, denk ich =) viel Glück wünsch ich dir dabei.
 
Erstmal mein aufrichtiges Beileid :( Es ist immer schwer, einen Verlust zu verkraften...

Beim Thema Trösten denke da ähnlich wie Schnecke. Ich find es wichtig, dass man für denjenigen da ist und seine eigene Trauer trotzdem nicht versteckt. So kann man das vielleicht zusammen bewältigen...
Ich denke, reden brauchst du nicht viel, einfach die Betroffenen in den Arm nehmen und drücken...

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft!
 
Mein Beileid.. Sei offen, zeig Gefühle.. Auf stark zu machen, wenn dus nicht bist, halte ich für falsch. Trauert ehrlich zusammen und redet, so viel ihr mögt.. Sowas spendet allen (auch dir, vergiss dich selbst nicht - du bist ja auch traurig) Kraft..

Alles Gute,
phil
 
Mein Beileid.. Sei offen, zeig Gefühle.. Auf stark zu machen, wenn dus nicht bist, halte ich für falsch. Trauert ehrlich zusammen und redet, so viel ihr mögt.. Sowas spendet allen (auch dir, vergiss dich selbst nicht - du bist ja auch traurig) Kraft..

Alles Gute,
phil

Der Meinung bin ich auch. In solchen Situationen muss man einfach zu
seinen Emotionen stehen. Bei mir war das ähnlich als mein Opa verstorben ist.
Normal bin ich ja nicht der Typ, der bei sowas losheult, aber wenn das
dann jemand direkt aus der Familie ist, gibts da glaube ich kein halt mehr.

Von mir auch mein aufrichtiges Beleid.
 
Hi MRLdog
Ich bin eine langjährige Bekannte von Medico und ich muss mich
daran gewöhnen selber früh zu sterben!:( Aber ich finde es wirklich
nicht mehr ganz so schlimm, es gibt uns doch keiner die Garantie auf
70-80 Lebensjahren. Ich glaube an einer Existenz nach dem biologichen
Tod! Der Gedanke macht es mir einfacher früher zugehen auf die andere Seite des Weges.
Ich bin mir sicher wo immer die Seele deines Onkels auch ist, es geht ihm gut;)

Ich habe übrigens zum drittenmal Krebs.


krasil (Mein nick aber nicht bei klamm)8)
 
Zum Trost am Telefon kann ich leider nichts sagen, da hab ich keine Erfahrung,
Aber als Meine Oma letztes Jahr Starb war ich Leider der Dumme der es meiner Mutter beibringen musste.
Sie wusste zwar gleich das es was schlimmes war weil sie es in meinem Gesicht gesehen hat, aber hätte DAMIT niemals gerechnet, weil es ihr paar Tage vorher noch richtig Gut ging.
Fjedenfall ist sie regelrecht zusammen gebrochen als ich es ihr sagte und da hat es echt geholfen das sie sich bei mir ausweinen Konnte. Ich habs kurz durchgehalten und musste dann zwar mitheulen, aber irgendwie war es für uns beide Befreiend, denn der Schmerz ist zwar da, aber wir konnte gemeinsam den ersten Schock überwinden.
 
das thema is soooo traurig:(


hallo ich bin 28 Jahre alt, mutter von drei kindern und seit september 2004 verwitwed. Und ja das hört sich blöd an aber ist es nicht. meine jüngste tochter war damals gerade mal 6 monate alt als ihr papa an krebs verstorben ist. sie hatte nie chancen ihn kennenzulernen.

ich hatte starke freunde und eine große familie die mich gestützt und getröstet haben.

meine kinder haben mir kraft gegeben......
.....und jetzt ist es wieder in ordnung.

das leben geht weiter.
ich habe meinen weg gefunden.

ich wünsche dir viel kraft für deine trauerbewältigung.
 
Also ersteinmal von mir auch mein aufrichtiges Beileid.
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Am besten ist es wirklich, wenn man dem Trauernden einfach nur zuhört, ihn in den Arm nimmt und halt für ihn da ist, viel zu sagen braucht man da eigentlich net. Meine Oma ist ums Leben gekommen, als i 7 war, habs erst mehrere Monate später erfahren und mir hats dann immer geholfen, daran zu glauben, dass sie im Himmel ist und"mit ihr zu reden". Genau das gleiche drei Jahre später bei meinem Opa und letztes Jahr bei meinem anderen Opa. I bin net religiös oder so und vielleicht klingts auch kindisch, aber das war eben meine Art von Trauerbewältigung...