News Tchibo und Esso stoppen Aktion «Jedem den Seinen»

Da steht Suum cuique im Lateinbuch! Ah, ein Nazi-Buch, schnell vernichten!

Ich denke, dass man das schon etwas übertrieben hat, weil es ja erstens nicht exakt derselbe Spruch ist und zweitens nicht jeder gleich an die nationalsozialistische Auffassung denkt... Ich zumindest nicht!
 
"Jedem das Seine." Wie oft habe ich den Satz schon gesagt!? Und noch nie, aber wirklich noch nie, habe ich ihn mit dem Dritten Reich in Verbindung gebracht. Nicht mal mein Geschichtslehrer ist soweit gegangen... Und das will bei dem schon eine Menge heißen.

Und heisst das jetzt, dass diese Verbindung nicht besteht? 250.000 Menschen haben diesen Spruch zu lesen bekommen, während sie gefoltert und ermordet wurden, und zwar um sie zu verhöhnen. Das ist zumindest nicht uninteressant, ich hoffe, Du stimmst mir da zu.

Ich persönlich halte solche Debatten für übertrieben. Der Zentralrat der Juden beschäftigt sich den ganzen Tag mit nichts anderem als auf solche Faux-Pas zu warten, die in meinen Augen aber überhaupt keine sind.

Die Debatte mag in Deinen und anderen Augen übertrieben sein, aber das ist noch lange kein Grund, die üblichen Diffamierungen des Zentralrats vorzunehmen. Wenn Du Interesse an der Tätigkeit des ZdJ und seinen Führungspersönlichkeiten hast, schreib Ihnen doch mal eine Mail und lass Dir zeigen, was sie so den ganzen Tag machen und Du wirst sehen, dass ihr Engagement sehr vielfältig ist und mitnichten nur mit diesen unangenehmen Themen zu tun hat. Und wenn sie sich doch damit zu beschäftigen haben, ist das ihr Recht als Interessenvertretung von Menschen, von denen nicht Wenige Angehörige in Buchenwald und Co verloren haben.
 
Und heisst das jetzt, dass diese Verbindung nicht besteht? 250.000 Menschen haben diesen Spruch zu lesen bekommen, während sie gefoltert und ermordet wurden, und zwar um sie zu verhöhnen. Das ist zumindest nicht uninteressant, ich hoffe, Du stimmst mir da zu.

Und deswegen muss auf diese Verbindung immer Rücksicht genommen werden?

Die Debatte mag in Deinen und anderen Augen übertrieben sein, aber das ist noch lange kein Grund, die üblichen Diffamierungen des Zentralrats vorzunehmen.

Er hat wohl kaum jemanden diffamiert.
Es geht doch nur darum, dass der Zentralrat nach 60 Jahren immer noch wegen eines Ereignisses auf Sonderrechte und Vorzugsbehandlungen pocht, wenn ihm irgendwo irgendetwas nicht passt. Keine andere Vereinigung genießt diesen Vorzug. Schlichtweg, weil er sich nicht begründen lässt. Mit welcher Begründung (außer der ungeheuren Grausamkeit, die damals begangen wurde - was aber, wie man doch einsehen muss, heute kaum noch Grund genug sein kann) soll ein Unternehmen im 21. Jahrhundert dafür büßen, dass in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein seit der Antike bekannter Spruch missbraucht wurde? Und wie rückständig muss der Zentralrat denken, wenn er immer wieder damit anfängt, sobald er gegen etwas vorgeht?
 
Und deswegen muss auf diese Verbindung immer Rücksicht genommen werden?

Da der Ausspruch im Gegensatz zu Nazi-Parolen wie "Unsere Ehre heisst Treue" nicht verboten ist, muss man darauf nicht Rücksicht nehmen. Die Frage, ob man das sollte, ist eine andere.

Er hat wohl kaum jemanden diffamiert. Es geht doch nur darum, dass der Zentralrat nach 60 Jahren immer noch wegen eines Ereignisses auf Sonderrechte und Vorzugsbehandlungen pocht, wenn ihm irgendwo irgendetwas nicht passt. Keine andere Vereinigung genießt diesen Vorzug.

Wie sehen denn Deiner Meinung nach diese "Sonderrechte" und "Vorzugsbehandlungen" aus und welches Zitat eines ZdJ-Mitglieds lässt den Rückschluss zu, dass diese gefordert werden? Oder ist das vielleicht nur Deine Wahrnehmung?
 
Man mag über den ZdJ denken, wie man will, unbestritten ist er auch unter Juden keinesfalls, da er oft als inoffizieller Regierungssprecher Israels angesehen wird, aber das ist nun mal deren Job.
 
Und deswegen muss auf diese Verbindung immer Rücksicht genommen werden?

Zumindest die Werbemacher sollten darauf achten, welche Botschaft sie mit ihrer Aussage in die Welt tragen, wenn sie so einen belasteten Spruch für ihre Werbekampagne benutzen - kann mir keiner erzählen, dass die Werbemacher keine Geschichtsbücher lesen.
 
Ja, aber einige im Zentralrat scheinen das nicht zu wissen, dahingehend auch die Kritik, aber das ist ein anderes Thema.

Nur hat DIESE Kritik aber mal gar nichts mit dem Werbe-"Fall" zu tun... :roll:

Der ZdJ erinnert an die pervertierte Verwendung einer klassischen Rechtsregel und die Schlüsse, die man daraus ziehen sollte - was hat das mit der politischen Lobbyarbeit zu tun, die er auch leistet? :think:
 
Habe ich nicht geschrieben, dass dies ein anderes Thema ist? Aber wenn du noch ein wenig darüber reden möchtest.....

Du hast übrigens meine Satz falsch verstanden, waren wohl zu viele Kommas drin, entweder generell oder für dich im speziellen. ;)
 
Da der Ausspruch im Gegensatz zu Nazi-Parolen wie "Unsere Ehre heisst Treue" nicht verboten ist, muss man darauf nicht Rücksicht nehmen. Die Frage, ob man das sollte, ist eine andere.

Eben diese Frage stelle ich. Und ich beantworte sie (begründet) mit "Nein" ;)

Wie sehen denn Deiner Meinung nach diese "Sonderrechte" und "Vorzugsbehandlungen" aus und welches Zitat eines ZdJ-Mitglieds lässt den Rückschluss zu, dass diese gefordert werden? Oder ist das vielleicht nur Deine Wahrnehmung?

Du hast ganz Recht, sie in Anführungszeichen zu setzen. Aber man sieht es doch immer wieder: sobald sich der Zentralrat über eine Äußerung, eine Werbekampagne oder eine Veranstaltung ereifert, wird schnellstmöglich nachgegeben. Keine andere Vereinigung schafft das.
Und natürlich ist das meine Wahrnehmung, über nichts anderes kann ich mich äußern, aber meine Wahrnehmung muss sich ja auf Dinge gründen, die ich wahrgenommen habe, die also passiert sein müssen...
 
Und heisst das jetzt, dass diese Verbindung nicht besteht? 250.000 Menschen haben diesen Spruch zu lesen bekommen, während sie gefoltert und ermordet wurden, und zwar um sie zu verhöhnen.
Ja, das war extrem grausam und ein absoluter Schandfleck der deutschen Geschichte. Wie schon zig mal in den letzten Jahren in diesem Forum betont wird dir da jeder zustimmen.

Dennoch muss irgendwann einfach mal gut sein. Oder denkst du auch 60 Jahre danach noch jeden Tag darüber nach was für Greueltaten damals geschehen sind?

Ich kann es nicht ändern, du kannst es nicht ändern und es ist Vergangenheit.

Die Debatte mag in Deinen und anderen Augen übertrieben sein, aber das ist noch lange kein Grund, die üblichen Diffamierungen des Zentralrats vorzunehmen.
Ich diffamiere hier niemanden, ich lege nur meine Meinung über diese Vereinigung dar.

Und ich finde es generell immer etwas nervig, wenn jemand, in diesem Fall der ZdJ, immer nur Kritik übt und sagt was man noch besser machen könnte, dagegen aber nie ein Lob ausspricht oder mal irgendetwas anerkennt.
 
Es gibt noch mehr als genug Leute, die durch ein Tor gehen durften, wo dieser Spruch stand.
Dahinter erlebten diese Unterdrückungen, Misshandlungen, Morde, Folterungen.

Kannst Du Dir ansatzweise vorstellen, was den Leuten durch den Kopf geht, wenn sie jetzt an ne Esso kommen?
Klar, der Lehrspruch wurde von den Nazis nur zitiert weil er ihnen grade in die Propangada passte - erfunden haben sie ihn nicht. Damit wird der Spruch an sich nicht schlechter oder besser, sondern nur das was ein Einzelner subjektiv erfahrungsgemäß damit verbindet.

Aber ist es denn wirklich noch zeitgemäß, wenn man bei jedem Satz den man in die Öffentlichkeit bringt überlegen muss, ob ihn mal ein Nationalsozialist ausgesprochen oder aufgeschrieben hat? Muss sich unsere Generation so intensiv mit etwas auseinandersetzen, was wir alle nicht miterlebt haben und wofür wir überhaupt keine Schuld tragen?
Klares ja. Die Propaganda der Nazis stellt sich als eine riesige Werbekampagne dar und man sollte sich schon Gedanken machen und prüfen wie weit es heutige Werbung treibt.

und zwar um sie zu verhöhnen.
Es drückt vermutlich eher den Wahn der Nazis aus, zu erwarten ihre Opfer würden ihrer Propaganda folgen. :?:
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Propaganda der Nazis stellt sich als eine riesige Werbekampagne dar und man sollte sich schon Gedanken machen und prüfen wie weit es heutige Werbung treibt.

Naja, Werbung ist ja keine politisch-ideologische Propaganda...


Es drückt vermutlich eher den Wahn der Nazis aus, zu erwarten ihre Opfer würden ihrer Propaganda folgen. :?:

Wage ich jetzt zu bezweifeln....welchen Sinn sollte es haben, das Opfer in die eigenen Ideologie zu zwingen? Damit es einsieht, wieso es Opfer ist? Ô.o
 
Naja, Werbung ist ja keine politisch-ideologische Propaganda...
Die Art des "Produkts" ändert doch nichts an der Qualifikation, oder?

Wage ich jetzt zu bezweifeln....welchen Sinn sollte es haben, das Opfer in die eigenen Ideologie zu zwingen? Damit es einsieht, wieso es Opfer ist? Ô.o
Man kann in jedem Geschichtsbuch nachlesen: Die Nazis haben die Herrenrasse erfunden und alle anderen Rassen müssten sich unterordnen, Der Führer war H****r und alle mussten seinen Ideen folgen. Das war der Kern des Wahns und wurde von den Nazis für richtig gehalten - nein sie waren davon sogar ganz und gar durchdrungen. Deshalb spricht auch mancher von einer Art Sekte.
 
Dennoch muss irgendwann einfach mal gut sein. Oder denkst du auch 60 Jahre danach noch jeden Tag darüber nach was für Greueltaten damals geschehen sind?

Was sollen diese Übertreibungen? Etwas nicht zu vergessen, heisst nicht, jeden Tag daran zu denken. Geschichtsvergessenheit ist Geistlosigkeit.

Ich diffamiere hier niemanden, ich lege nur meine Meinung über diese Vereinigung dar.

Meinungen und Darstellungen sind zwei verschiedene Paar Schuh. Wenn Du sagst, der ZdJ mache "nichts anderes", als darauf zu warten, loszumeckern, dann ist das keine Meinung, sondern bestenfalls eine subjektive Wahrnehmung, die Dich dazu verleitet, objektiv gesehen danebenzuliegen. Genau wie hier:

Und ich finde es generell immer etwas nervig, wenn jemand, in diesem Fall der ZdJ, immer nur Kritik übt und sagt was man noch besser machen könnte, dagegen aber nie ein Lob ausspricht oder mal irgendetwas anerkennt.

Hier wirst Du Opfer Deiner selektiven Wahrnehmung. Man muss nicht lange suchen, um dafür eines (von vielen) Gegenbeispielen zu finden. Dieses hier ist vielleicht besonders gut geeignet. Quelle ist die Homepage des ZdJ:

Berlin – Die Initiative der CDU zur Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz findet Zustimmung beim Zentralrat der Juden. Er halte es für legitim und möglicherweise hilfreich, denn die deutsche Sprache Verfassungsrang bekomme, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, dem Düsseldorfer Handelsblatt. „Die deutsche Sprache gehört auch zur nationalen Identität." Eine solche Festlegung im Grundgesetz diene der „Identifikation mit unserem Land", betonte Kramer. Nur wer selbstbewusst eine gefestigte Identität habe, könne anderen mit Respekt und Anerkennung begegnen. „Ein bisschen mehr gesunder Patriotismus, aber natürlich kein chauvinistischer Nationalismus, würde uns Deutschen gelegentlich gut tun. Wir sind eine gesunde Demokratie, sollten stolz darauf sein und dürfen dies auch zeigen", sagte Zentralrats-Generalsekretär Stephan J. Kramer. (04. 12. 2008)

DocTrax schrieb:
Es drückt vermutlich eher den Wahn der Nazis aus, zu erwarten ihre Opfer würden ihrer Propaganda folgen.

"Jedem das Seine" war kein Wahlspruch, sondern lediglich der Spruch der Eingangstür des KZs Buchenwald, von innen lesbar. Es diente also tatsächlich nur der Verhöhnung der Insassen.
 
Die Art des "Produkts" ändert doch nichts an der Qualifikation, oder?

Das müsstest du mir jetzt doch noch etwas weiter ausführen....Produktmarketing ist doch etwas anderes als politisch/ethische Propaganda....


Man kann in jedem Geschichtsbuch nachlesen: Die Nazis haben die Herrenrasse erfunden und alle anderen Rassen müssten sich unterordnen, Der Führer war H****r und alle mussten seinen Ideen folgen. Das war der Kern des Wahns und wurde von den Nazis für richtig gehalten - nein sie waren davon sogar ganz und gar durchdrungen. Deshalb spricht auch mancher von einer Art Sekte.

Das habe ich nicht gemeint (Die Nationalsozialisten haben übrigens nur bestehende Hypothesen und Meinungen übernommen und ausgebaut, sie aber nicht erfunden). Ich wage nur zu bezweifeln, dass die Wahlsprüche der Konzentrationslager die Insassen in die Ideologie zwingen sollten, sondern tendiere zu der von dir abgelehnten Ansicht, dass sie jedwede Moral und Zuversicht brechen sollten.
 
Das müsstest du mir jetzt doch noch etwas weiter ausführen....Produktmarketing ist doch etwas anderes als politisch/ethische Propaganda....
https://de.wikipedia.org/wiki/Werbung schrieb:
Werbung dient der gezielten und bewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken.
Brauche ich nicht, das hat schon jemand anders getan. ;)

Ich wage nur zu bezweifeln, dass die Wahlsprüche der Konzentrationslager die Insassen in die Ideologie zwingen sollten, sondern tendiere zu der von dir abgelehnten Ansicht, dass sie jedwede Moral und Zuversicht brechen sollten.
Nein! Ich würde eben noch weiter gehen, bis hin zum Bestreben nach Akzeptanz der Ideologie durch ihre Opfer, wie es das eigentliche Ziel von Propaganda sein sollte. Ich bestehe auf die Aussage aber nicht unbedingt, deshalb hab ich auch ein Fragezeichen dazu gemacht.
Nur zu sagen das sei eine Verhöhnung ist mir zu einfach - man sollte das schon aufarbeiten und nicht nur als so oberflächliche Nachricht durch die Medien geistern lassen.
Wir uns wohl einig dass es sich sich bei dem Spruch am Eingang von Buchenwald um Propaganda handelt?!

Hier wirst Du Opfer Deiner selektiven Wahrnehmung. Man muss nicht lange suchen, um dafür eines (von vielen) Gegenbeispielen zu finden. Dieses hier ist vielleicht besonders gut geeignet. Quelle ist die Homepage des ZdJ:
Genau, und wenn jemand Kritik übt dann darf man denjenigen auch kritisieren, denn davon lebt die Demokratie, was im in dem fall den krassen Gegensatz zu einer Diktatur darstellt. Ein Diskussionsforum wäre in einer Diktatur ebenso undenkbar.

"Jedem das Seine" war kein Wahlspruch, sondern lediglich der Spruch der Eingangstür des KZs Buchenwald, von innen lesbar. Es diente also tatsächlich nur der Verhöhnung der Insassen.
Wie wurden die "Insassen" durch den Spruch verhöhnt?
 
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