News Tchibo und Esso stoppen Aktion «Jedem den Seinen»

Ich glaube man dürfte es alls Religiöse Zeichen auch in Deutschland nutzen im zusamenhang mit Hindu oder so.
 
Ich wundere mich immer wieder, wieso die Leute auf manche Konnotationen reagieren und auf andere nicht. Immerhin, wie richtig bemerkt wurde, fand sich "Jedem das Seine" schon als Rechtsgrundsatz im alten Griechenland (Platon). Es ist doch vollkommen überzogen, sich wegen EINES Gebrauchs einer Phrase so anzustellen, ganz gleich, wie merkwürdig verquer dieser Gebrauch war...

Und selbst, wenn man mit der ewigen Masche des unvergesslich unverzeihlich grausigen Jahrzehnts des Nationalsozialismus, welches die Juden für alle Zukunft jedem kritischen Vorwurf enthoben hat, argumentiert, sollte man doch zugestehen: es wäre löblich, die pervertierte Version im KZ wieder durch die ursprüngliche Sinnhaftigkeit zu überstrahlen...
 
Und selbst, wenn man mit der ewigen Masche des unvergesslich unverzeihlich grausigen Jahrzehnts des Nationalsozialismus, welches die Juden für alle Zukunft jedem kritischen Vorwurf enthoben hat, argumentiert, sollte man doch zugestehen: es wäre löblich, die pervertierte Version im KZ wieder durch die ursprüngliche Sinnhaftigkeit zu überstrahlen...

Nur wird man das sicherlich nicht durch die Verwendung in der Werbung erreichen... ;)
 
Aber man erreicht es noch viel weniger, wenn man anfängt, sich zu beschweren, obwohl es keinerlei Zusammenhang oder gar persönliche Berührungspunkte gibt...


Wenn ein Slogan wie dieser unreflektiert einsetzt, dann darf man sich nciht wundern, wenn ihn jeder so auffasst, wie er es für richtig hält. Und der Buchenwald-Zusammenhang ist ebenso mit dem Satz verknüpft wie der griechische Rechtsgrundsatz.

Diesen Zusammenhang kannst du nicht wegdiskutieren.
 
Diesen Zusammenhang kannst du nicht wegdiskutieren.

Braucht man auch gar nicht. Genau so ist mit Staat aber auch einmal der gute Staat gemeint, aber auch der böse Staat. Also, lasst uns alle das Wort Staat verpönen. Kann ja nicht ansehen, dass sowas genutzt wird... tztztz...

Oder was ist mit Messer? Klar, ist ein Gebrauchsgegenstand der Küche aber nicht etwa auch ein brutales Mordwerkzeug?

usw...

Mit jeder Bemerkung die man in der Öffentlichkeit macht tritt man jemanden auf den Schlips. Shit happens. Darf man sich deshalb jetzt nicht mehr öffentlich äußern?

Dazu fällt mir nur ein, wie eine Politikerin erzählte, dass sie mal auf die Frage hin, was ihr an ihrem Job nicht gefällt gesagt hatte, dass sie den wenigen Schlaf nicht so gut findet, worauf hin zig Verbände ihr vorgeworfen haben, dass sie den Bezug zur Realität verloren hat und froh sein soll, dass sie überhaupt schlafen kann und und und... SO KRANK IST DEUTSCHLAND!
 
Wenn ein Slogan wie dieser unreflektiert einsetzt, dann darf man sich nciht wundern, wenn ihn jeder so auffasst, wie er es für richtig hält. Und der Buchenwald-Zusammenhang ist ebenso mit dem Satz verknüpft wie der griechische Rechtsgrundsatz.

Diesen Zusammenhang kannst du nicht wegdiskutieren.


Jeder kann alles so auffassen, wie es ihm beliebt...ich will auch die Konnotationen nicht wegdiskutieren. Aber ich vertrete den Standpunkt, dass es bei Redewendungen/Aphorismen u.Ä. vor allem auf ihren Ursprung ankommt. Parolen, die die Nationalsozialisten erst entwickelt haben, sind deswegen heute vollkommen unbrauchbar. Aber einen juristischen, ja, sogar philosophischen Grundsatz (den die Reklame, ohne Frage, in banalisierter Form verwendet) zu verdammen, weil er missbraucht wurde, das halte ich für übertrieben.
Außerdem zeigt sich hier wieder einmal die überzogene Haltung des Zentralrats...hier besteht ja gerade mal eine Ähnlichkeit der Phrasen, keine Gleichheit...der Punkt ist einfach, dass ich nicht einsehe, wieso eine Schuldfrage für jede Generation neu gestellt werden muss, und wieso man späteren Ereignissen, die in keinerlei Zusammenhang stehen, frühere Ereignisse zum Vorwurf macht...
 
...der Punkt ist einfach, dass ich nicht einsehe, wieso eine Schuldfrage für jede Generation neu gestellt werden muss, und wieso man späteren Ereignissen, die in keinerlei Zusammenhang stehen, frühere Ereignisse zum Vorwurf macht...
Ich schmeiß mal ein unhöfliche "HÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!?" in den Raum. Wieso wird eigentlich immer die "Schuldfrage" von den Leuten ins Spiel gebracht, sobald der ZdJ einfach nur "Guten Tag" sagt?! Wäre nett, wenn du mir erklären könntest, wie du aus den Äußerungen "nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit" bzw. "totaler Geschichtsunkenntnis" ableitest, daß eine "Schuldfrage" gestellt wird. Danke.

Und den Ursprung mehr zu wichten als die 1. Assoziation halte ich auch für den falschen Weg. Wie im Artikel geschrieben haben die Nazi Symbole, Gesten, Redewendung usw. mißbraucht. Das hat (unsere) Gesellschaft eben stark geprägt, so das ein Hakenkreuz uns eben nicht als erstes an Hinduismus denken läßt.
 
Ich frage mich auch immer, was der Müll mit der Schuldfrage soll.

Mein Opa war schon kein Nazi und mein ältester Onkel ist mit 17 bestimmt
nicht freiwillig nach Russland, mein Vater ist 1940 geboren. Ich fühle also in vielerlei Hinsicht überhaupt keine Schuld.

Ich nenne es geschichtliches Bewusstsein, das wohl leider einigen abhanden gekommen ist, falls sie es jemals hatten.
 
Ich schmeiß mal ein unhöfliche "HÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!?" in den Raum. Wieso wird eigentlich immer die "Schuldfrage" von den Leuten ins Spiel gebracht, sobald der ZdJ einfach nur "Guten Tag" sagt?! Wäre nett, wenn du mir erklären könntest, wie du aus den Äußerungen "nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit" bzw. "totaler Geschichtsunkenntnis" ableitest, daß eine "Schuldfrage" gestellt wird. Danke.

Und den Ursprung mehr zu wichten als die 1. Assoziation halte ich auch für den falschen Weg. Wie im Artikel geschrieben haben die Nazi Symbole, Gesten, Redewendung usw. mißbraucht. Das hat (unsere) Gesellschaft eben stark geprägt, so das ein Hakenkreuz uns eben nicht als erstes an Hinduismus denken läßt.

Die Sache ist doch ganz einfach: der Zentralrat fühlt sich angegriffen durch eine Werbung, die einen Spruch in abgewandelter Form benutzt, der sich auch in einem KZ fand. Das beinhaltet natürlich die Schuldfrage, die man ja kaum wegdenken kann, heutzutage. Sie wird nicht im eigentlichen Sinne gestellt, aber sie klingt an, denn durch diesen Streit stellt der Zentralrat einen Bezug her, der einfach nur unsinnig und irreal ist. Wie Columbus eben schon richtig andeutete: diese Reklame hat weder für den Nationalsozialismus gearbeitet noch sonst in irgendeiner Weise damals seines Ideologie unterstützt. Sie bewegt sich zeitlich, thematisch, intentional und politisch in ganz anderen Bereichen, und eben deswegen halte ich diesen Aufstand, der veranstaltet wird, für hoffnungslos übertrieben....

Symbole, ohne Frage, sind sehr stark durch die damit verbundenen Assoziationen bedingt. Symbole haben eine sehr viel stärkere, da direktere Wirkung, als Redewendungen. Und deswegen gebe ich dir teilweise Recht: was Symbolik betrifft, so muss man die stärksten Assoziationen berücksichtigen. Was Phrasen angeht, nicht. Das Wort an sich ist erstmal wertungsfrei, und als solches sollte man es auch erstmal ansehen...Wertung erhält es erst durch gesellschaftliche, sprachliche Konvention.
 
Wie im Artikel geschrieben haben die Nazi Symbole, Gesten, Redewendung usw. mißbraucht. Das hat (unsere) Gesellschaft eben stark geprägt, so das ein Hakenkreuz uns eben nicht als erstes an Hinduismus denken läßt.
Es gibt sicherlich gewisse Symbole die wir alle sofort mit dem Nationalsozialismus verbinden, das ist keine Frage. Das Hakenkreuz steht dabei an erster Stelle.

Aber ist es denn wirklich noch zeitgemäß, wenn man bei jedem Satz den man in die Öffentlichkeit bringt überlegen muss, ob ihn mal ein Nationalsozialist ausgesprochen oder aufgeschrieben hat? Muss sich unsere Generation so intensiv mit etwas auseinandersetzen, was wir alle nicht miterlebt haben und wofür wir überhaupt keine Schuld tragen?

Ich persönlich halte solche Debatten für übertrieben. Der Zentralrat der Juden beschäftigt sich den ganzen Tag mit nichts anderem als auf solche Faux-Pas zu warten, die in meinen Augen aber überhaupt keine sind.

"Jedem das Seine." Wie oft habe ich den Satz schon gesagt!? Und noch nie, aber wirklich noch nie, habe ich ihn mit dem Dritten Reich in Verbindung gebracht. Nicht mal mein Geschichtslehrer ist soweit gegangen... Und das will bei dem schon eine Menge heißen.
 
Meine volle Unterstützung

Es gibt sicherlich gewisse Symbole die wir alle sofort mit dem Nationalsozialismus verbinden, das ist keine Frage. Das Hakenkreuz steht dabei an erster Stelle.

Aber ist es denn wirklich noch zeitgemäß, wenn man bei jedem Satz den man in die Öffentlichkeit bringt überlegen muss, ob ihn mal ein Nationalsozialist ausgesprochen oder aufgeschrieben hat? Muss sich unsere Generation so intensiv mit etwas auseinandersetzen, was wir alle nicht miterlebt haben und wofür wir überhaupt keine Schuld tragen?

Ich persönlich halte solche Debatten für übertrieben. Der Zentralrat der Juden beschäftigt sich den ganzen Tag mit nichts anderem als auf solche Faux-Pas zu warten, die in meinen Augen aber überhaupt keine sind.

"Jedem das Seine." Wie oft habe ich den Satz schon gesagt!? Und noch nie, aber wirklich noch nie, habe ich ihn mit dem Dritten Reich in Verbindung gebracht. Nicht mal mein Geschichtslehrer ist soweit gegangen... Und das will bei dem schon eine Menge heißen.

Sehr gut geschrieben auch wenn ich dafür von allen Seiten dresche bekomme. Genauso empfinde ich es auch. Tut mir leid für alle die vor Wut schäumen sollten. Aber ich stehe dazu.
 
Das wird jetzt leicht OT im Newsthread, aber egal.

Hier bin ich ganz anderer Meinung als hfbk,

Muss sich unsere Generation so intensiv mit etwas auseinandersetzen, was wir alle nicht miterlebt haben und wofür wir überhaupt keine Schuld tragen?

selbstverständlich sollte sich jede Generation damit intensiv auseinandersetzen,
auch, vielleicht gerade wenn man sie nicht selbst miterlebt hat.

Die "Schuldfrage" kotzt mich an, und zwar in beiden Richtungen!

Ich lasse weder gelten, dass die heutige Generationen "Schuld" tragen, noch lasse ich gelten "ich habe keine Schuld, das interessiert mich alles gar nicht."

Neben der Schuld gibt es nämlich noch etwas wie Verantwortung, und die tragen wir alle. Vor allen Dingen, wenn ich hier die neuen Braunhemden fahnenschwingend über den Marktplatz laufen sehe.
 
Aber ist es denn wirklich noch zeitgemäß, wenn man bei jedem Satz den man in die Öffentlichkeit bringt überlegen muss, ob ihn mal ein Nationalsozialist ausgesprochen oder aufgeschrieben hat? Muss sich unsere Generation so intensiv mit etwas auseinandersetzen, was wir alle nicht miterlebt haben und wofür wir überhaupt keine Schuld tragen?
Ich lese schon wieder "Schuld". :roll:

Ich hab mit dem Spruch kein Problem, kann es aber absolut nachvollziehen, wenn das bei Juden anders ist.
 
selbstverständlich sollte sich jede Generation damit intensiv auseinandersetzen [...]
Mein "so intensiv auseinandersetzen" bezog sich darauf, ob man jetzt jedes Zitat kennen muss, was irgendwann mal ein Nationalsozialist gesagt hat, damit es bloß nie über die eigenen Lippen kommt.

Natürlich muss auch unsere junge Generation, zu der ich ja im Übrigen auch noch zähle, damit konfrontiert werden und das wird man ja auch. In der Schule behandelt man den Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht zu drei oder vier verschiedenen Zeitpunkten, insgesamt also durchaus intensiv.

Ich lasse weder gelten, dass die heutige Generationen "Schuld" tragen, noch lasse ich gelten "ich habe keine Schuld, das interessiert mich alles gar nicht."
Geht mir auch so. Es gibt ja noch die dritte Möglichkeit: Wir tragen zwar keinerlei Schuld, interessieren uns aber trotzdem dafür. Da stimme ich dir absolut zu.

Nur ist die Frage inwieweit jeder informiert sein sollte über die Ereignisse im Dritten Reich. Da man natürlich nicht jedem ein Interesse für Geschichte aufzwingen kann, egal ob es die des Heimatlandes ist oder nicht, kann man auch nicht von jedem verlangen ein umfassendes Wissen darüber zu haben. Aus meiner Sicht reicht ein solides Grundwissen völlig aus.

Neben der Schuld gibt es nämlich noch etwas wie Verantwortung, und die tragen wir alle.
Findest du? Wofür trage ich denn jetzt konkret die Verantwortung? Mach mal eine Liste mit ein paar Punkten, damit ich mir darunter etwas mehr vorstellen kann.

Weil immer wieder herauszustellen, dass auch die heutige Generation in irgendeiner Weise für den Nationalsozialismus verantwortlich ist, das ist doch echt übertrieben. Ich kann nichts dafür was da war. Und auch in der Geschichte anderer Länder sind schlimme Dinge geschehen, von denen heute aber keiner mehr redet. Und ich darf in den USA oder sonstwo immer noch nicht sagen, dass ich ein Deutscher bin? Nee, das passt irgendwo nicht.
 
Hm,

mir war der Spruch in Buchenwald sehr wohl bekannt, ich weiß jetzt nicht, wie intensiv ich mich damit beschäftigt habe.

Was die Verantwortung angeht, hast oder willst du mich nicht verstehen!

Ich ich sagen wollte, wir wären verantwortlich für das, was geschehen ist, würde ich mich ja der "Schuldgeber oder Nehmer" Fraktion anschließen.

Ich denke aber schon, dass man im Kontext herauslesen kann, dass damit die Verantwortung gemeint ist, dass ähnliches nicht mehr geschehen darf.

Und damit gehört für mich auch die Beschäftigung mit der Vergangenheit, zunächst einmal ganz sachlich, soweit es möglich ist.
 
Ich denke aber schon, dass man im Kontext herauslesen kann, dass damit die Verantwortung gemeint ist, dass ähnliches nicht mehr geschehen darf.
Sorry, ich konnte das jetzt nicht unbedingt herauslesen.

Ich denke aber das sollte klar sein und ist auch jedem in Deutschland bewusst. Zumal es heute sicherlich auch nicht mehr so schnell passieren könnte. Einmal mit dem Wissen, was wir durch den Nationalsozialismus haben und auch durch die komplett anderen Verhältnisse heute. Du kannst ja nicht die Gesellschaft und die Lebensumstände der 20er und beginnenden 30er Jahre mit denen von heute vergleichen.

Und damit gehört für mich auch die Beschäftigung mit der Vergangenheit, zunächst einmal ganz sachlich, soweit es möglich ist.
Wenn nicht sachlich, wie dann?
 
Hm,

wenn ich aber heute noch, auch in diesem Forum lese, der H****r hat doch die Autobahnen gebaut und den Tierschutz eingeführt und überhaupt war nicht alles schlecht, dann scheint mir das Bewusstsein einiger doch etwas getrübt zu sein.