Wahlen Superwahljahr 2011

Ich lass mich tatsächlich lieber von aktuellen Nachrichten "blenden" als von 58 Jahren Parteifilz, der mich als kritischen Bürger so offensichtlich nicht für voll nimmt, dass es mir graut ... .

Vielleicht habe ich es falsch rüber gebracht, aber ich meinte damit die Wähler,
die sich sonst nie groß für Politik interessieren und keine Ahnung haben
(ich kenn ja meine Leutchen in Facebook) und dann aber groß auf der
"grünen Welle" mitschwimmen und auf einmal alles bisherige als schlecht
und böse darstellen. Und bei dieser Wahl gab es meiner Meinung eine
sehr große Zahl von Wählern, die so agiert haben. Ich glaube kaum, dass
diese Leute überhaupt auch nur einen kurzen Blick in das weitere
Wahlprogramm der Grünen gemacht haben.


Ich bin so dankbar, dass dieser Art von Politik endlich ein Denkzettel gegeben wurde - aber klar: Wenn Baden-Württemberg in drei Monaten noch nicht untergegangen ist, dann liegt das sicher an dem weise vorausgeplanten 4,7 Milliarden-Deal Ende letzten Jahres, der nur dem Wohle des Volkes dienen sollte ...

Und ich bin äußerst undankbar, weil der Regierungswechsel meiner Meinung
nach völlig unnötig ist. Bezüglich S21 sei gesagt, dass bei einem Volks-
entscheid inzwischen mehr Bürger dafür statt dagegen stimmen würden (Quelle).
Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, sobald S21 im Landtag auf der Tagesordnung steht und grün/rot auf keinen (vernünftigen) Nenner kommen wird..

In keinem Bundesland deutschlands hängt die Bildung sio sehr vom Elterneinkommen ab wie in BaWü.
Alleine das reicht als Grund um Schwarz-Gelb abzuwählen.

Würde ich nicht so unterschreiben. Auch die Quelle, die du von der
Tagesschau verlinkt hast, finde ich da nicht sehr aufschlussreich.
Das einfach so vom Elterneinkommen abhängig zu machen, erscheint
mir etwas zu einfach...
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur von wem soll denn das Kind zweier Hauptschüler Hilfe bekommen, wenn es um Winkelfunktionen, Differentialrechnung etc. geht?

Nur das Problem behebe ich nichtt durch die Frage, ob Kinder nun 4 Jahre oder 8 Jahre gemeinsam zu Schule gehen.

Da muss man sich Gedanken machen, wie man den Schülern nach dem Unterricht Wissen vermittelt.

gruss kelle!

Das sehe ich auf den ersten Blick auch so - und dem wäre meines Erachtens am ehesten durch eine Art verpflichtende Hausaufgabenbetreuung zu begegnen.
Diese Problematik nimmt aber von Schuljahr zu Schuljahr zu und da kann man schon einen Fünftklässler nicht mit einem Achtklässler gleichsetzen.

Bei gemeinsamem Unterricht von Starken und Schwachen gibt es ja beide Phänomene: Schwache ziehen Starke runter und Starke ziehen Schwache mit. Allerdings sind die Kinder, die ich erlebt habe - insbesondere Jungs - in den ersten sechs, sieben Jahren noch gar nicht recht in der Lage die Notwendigkeiten der Schule zu begreifen und streckenweise extrem "verspielt". Da schwanken die Leistungen und die Ernsthaftigkeit. Insofern macht ein längeres gemeinsames Lernen plötzlich doch Sinn. Der Zeitpunkt des Schulwechsels wirkt auf mich im Moment aus pädagogischer Sicht recht willkürlich und in Kombination mit gezielter Förderung der "Besseren", dann würde eine verlängerte Grundschulzeit durchaus helfen, eine Chancengleichheit zu erzielen ohne die Lernqualität zu vernachlässigen. Zumal ich erlebt habe, wie Akademikerkinder trotz zu niedrigen Notendurchschnitts aufs Gymnasium gepusht wurden - frei nach dem Motto "bei den Eltern könnte es doch gut gehen" - was zwar faktisch richtig sein kann, aber eben nicht gerecht ist ... dabei hat die Haltung, dass man nur auf dem Gymnasium "was werden kann", im Vergleich zu früher extrem zugenommen und viele Eltern geraten nahezu in Panik, wenn ihr Kind in der Vierten noch nicht soweit ist ...

... dann aber groß auf der
"grünen Welle" mitschwimmen und auf einmal alles bisherige als schlecht
und böse darstellen. Und bei dieser Wahl gab es meiner Meinung eine
sehr große Zahl von Wählern, die so agiert haben. Ich glaube kaum, dass
diese Leute überhaupt auch nur einen kurzen Blick in das weitere
Wahlprogramm der Grünen gemacht haben.

So schick ist "grün sein" doch gar nicht. Mit Sicherheit gab es viele Protestwähler, aber die haben bei dem momentanen Wischiwaschi-Hin- und Her und der überheblichen Ignoranz gegenüber dem, was der Bürger denkt schlicht die Partei gewählt, die bislang am geradlinigsten aufgetreten ist (sei jetzt dahingestellt ob zurecht).
Ich wage allerdings zu behaupten, dass prozentual mehr Wähler der Grünen und der FDP in deren Wahlprogramme geschaut haben als bei der Union und der SPD. (wobei mir schwerfällt die jeweiligen Wählergruppen gleichzusetzen ;))

Und ich bin äußerst undankbar, weil der Regierungswechsel meiner Meinung
nach völlig unnötig ist.

Allein der Demokratie zuliebe war ein Regierungswechsel mehr als nötig... da muss das Netzwerk der Vetterlesgeflechte von Zeit zu Zeit durchbrochen werden.


Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, sobald S21 im Landtag auf der Tagesordnung steht und grün/rot auf keinen (vernünftigen) Nenner kommen wird..

Ist schon relativ unspektakulär verhandelt worden - beide Seiten wissen, dass sie bezüglich S21 nur über den Volksentscheid eine glaubhafte Koalition bilden können ... andere Streitpunkte sind da spannender.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und bei dieser Wahl gab es meiner Meinung eine
sehr große Zahl von Wählern, die so agiert haben. Ich glaube kaum, dass
sich diese Leute überhaupt auch nur einen kurzen Blick in das weitere
Wahlprogramm der Grünen gemacht haben.

Der Anteil der Wähler_innen, die tatsächlich alle Programme durchgelesen und abgewägt haben liegt wohl bei allen Parteien unter 1%. Das ist kein pur-grüner Effekt, sondern etwas, dass parteiübergreifend überall stattfindet. Habe gestern einen CDU Wähler getroffen. Argumentation, warum CDU? Ja die haben hier 58 Jahre regiert, deshalb haben alle anderen keine Erfahrung und würden nur Fehler machen. Solche uninformierten gibts überall und das wird sicherlich nicht die Erklärung für den phänomenalen Wahlsieg sein.



Bezüglich S21 sei gesagt, dass bei einem Volks-
entscheid inzwischen mehr Bürger dafür statt dagegen stimmen würden (Quelle).

Das schwankt und schwankt...
Bspw hier:
https://www.swp.de/ulm/nachrichten/...Mehrheit-gegen-Stuttgart-21;art1157835,886236
 
So langsam versteht man endlich, was man unter dem neuen Politikstil der Grünen zu verstehen hat.

Man macht Wahlkampf mit einem großen Thema, was Stimmen sichert, hält sich bei unangenehmen Themen aber bedeckt.

Spätestens seit Kretschmann heute BaWü als Kandidaten für ein Atommüllendlager ins Rennen schickte, dürften die Grünen Werte anfangen zu purzeln.
So eine Art der Unaufrichtigkeit kann man zwar nicht als Wahllüge bezeichnen, aber der Wähler wurde mächtig hinters Licht geführt.

gruss kelle!
 
Spätestens seit Kretschmann heute BaWü als Kandidaten für ein Atommüllendlager ins Rennen schickte, dürften die Grünen Werte anfangen zu purzeln.
So eine Art der Unaufrichtigkeit kann man zwar nicht als Wahllüge bezeichnen, aber der Wähler wurde mächtig hinters Licht geführt.

Hier in meinem Wahlkreis hat der Kandidat der Grünen vor der Wahl deutlich gesagt, dass bei einer offenen Endlagersuche Baden-Württemberg klar dazugehört, während die Kandidaten von CDU und FDP ausschließlich und die der SPD vorläufig auf Gorleben verwiesen haben ...

... so viel dazu ...
 
Spätestens seit Kretschmann heute BaWü als Kandidaten für ein Atommüllendlager ins Rennen schickte, dürften die Grünen Werte anfangen zu purzeln.
So eine Art der Unaufrichtigkeit kann man zwar nicht als Wahllüge bezeichnen, aber der Wähler wurde mächtig hinters Licht geführt.


Wieso? Irgendwo muss das Zeug ja hin, und die besten Lagerstätten liegen nun mal da in der Ecke, wenn ichs richtig im Kopf habe.

Was hat das jetzt überhaupt mit Politik zu tun, wenn man mal Politik von der Standortfrage subtrahiert (die heutigen Standorte sind ja auch politisch, nicht wissenschaftlich gewählt)?

(Ich hab von der Landespolitik da keine Ahnung, also bitte mal erklären)
 
Was hat das jetzt überhaupt mit Politik zu tun, wenn man mal Politik von der Standortfrage subtrahiert (die heutigen Standorte sind ja auch politisch, nicht wissenschaftlich gewählt)?

Kretschmann versprach groß und breit einen Wechsel im Politikstil.
Vor der Wahl stand nirgends geschrieben, dass die Grünen BW zum Kandidaten für ein Atommüllendlager machen wollen. Das wurde erst danach gesagt.

Auch versprach er mehr Mitbestimmung durch die Bevölkerung.
Anstatt die Bevölkerung wählen zu lassen, welches Auto sie sich kaufen, will er den Autobauern Vorschriften machen, welche und wie viele Autos sie bauen dürfen.

Das sind Sachen, ide nichts, aber auch gar nichts mit den Wahlversprechen zu tun haben.

gruss kelle!
 
Vor der Wahl stand nirgends geschrieben, dass die Grünen BW zum Kandidaten für ein Atommüllendlager machen wollen. Das wurde erst danach gesagt.

Im Wahlprogramm steht aber die ergebnisoffene Standortsuche statt einer Vorfestlegung auf Gorleben. Dass man mit "möglicher Endlagerstandort BW" keinen Wahlkampf macht, ist ja wohl kaum verwerflich - gesagt wurde es aber definitiv auch vor der Wahl und ich nehme an, dass das nicht nur vom Kandidaten im Landkreis Konstanz geäußert wurde!

Auch versprach er mehr Mitbestimmung durch die Bevölkerung.
Anstatt die Bevölkerung wählen zu lassen, welches Auto sie sich kaufen, will er den Autobauern Vorschriften machen, welche und wie viele Autos sie bauen dürfen.

Klar - wie die Grünen zum Thema Auto stehen ist ja das große Geheimnis! Weniger und dafür klimafreundlichere Fahrzeuge sowie die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Mal abgesehen davon, dass es die heimischen Autobauer mit ihrem Beharren auf mehr PS statt Verbrauchseffizienz geschafft haben, dass andere an ihnen vorbeigefahren sind. Ausgerechnet in diesem Punkt deutest Du also auf die Mitbestimmung der Bevölerung und meinst gleichzeitig die Autobauer? Wäre schön, wenn die Vetterleswirtschaft diesbezüglich ein wenig weniger einseitig wird ...
Dass die Grünen keine "Anarchie" propagiert haben ist Dir hoffentlich klar.


Das sind Sachen, ide nichts, aber auch gar nichts mit den Wahlversprechen zu tun haben.

Entschuldige, aber das sieht schon nach sehr verzweifelter Suche aus ... warte doch einfach ein Weilchen ab, bis tatsächlich auf ernstzunehmende Weise mit Wahlversprechen gebrochen wird. Das Programm ist letztlich zu ambitioniert, als dass es dem Realitätstest über die ganze Wahlperiode standhalten kann ... S21 lässt grüßen ...
 
Mal abgesehen davon, dass es die heimischen Autobauer mit ihrem Beharren auf mehr PS statt Verbrauchseffizienz geschafft haben, dass andere an ihnen vorbeigefahren sind.
Liest sich irgendwie komisch, wenn man gleichzeit liest, das Deutschlands Autobauer mit guten Absatzzahlen das ersten Quartal abschließen. Und gerade die, die besonders auf PS setzen wie BMW oder Merzedes, zählen doch zu den erfolgreichsten Autobauern weltweit. Sicher, deutsche Autobauer haben eine Entwicklung verpennt und den Rückstand noch nicht aufgeholt, aber anderseits muss man doch klar sagen: Autofahrer sind immer noch Ökomuffel oder gar -Verweigerer. Ja, man schaut auf den Verbrauch, aber primär wegen den Kosten. Das Auto muß vor allem gut aussehen, Power haben und/oder funktional sein. Trotz diverser Hypes hat sich doch bisher Hybrid, Elektro & Co. nicht durchgesetzt. Und von Biosprit brauchen wir nicht reden.
 
Liest sich irgendwie komisch, ...

Stimme Dir vollkommen zu und klar ist gerade der Exportmarkt in letzter Zeit sehr erfolgreich - ich denke er könnte nicht weniger erfolgreich und gleichzeitig verantwortungsvoller sein ... und da haben sich bisherige Regierungen meiner Meinung nach in die falsche Richtung bearbeiten lassen.
 
Im Wahlprogramm steht aber die ergebnisoffene Standortsuche statt einer Vorfestlegung auf Gorleben.

Für die möglichen Folgen, die so eine Entscheidung haben kann, ist es aber ganz schön derb im Kleingedruckten verschwunden.

Dass man mit "möglicher Endlagerstandort BW" keinen Wahlkampf macht, ist ja wohl kaum verwerflich ...

Doch, wenn man einen neuen Politikstil verspricht, dann sollte man das schon rechtzeitig zeigen, meiner Meinung nach.

Klar - wie die Grünen zum Thema Auto stehen ist ja das große Geheimnis! Weniger und dafür klimafreundlichere Fahrzeuge sowie die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs.

Das ist soweit nix neues und ix schlimmes.

Mal abgesehen davon, dass es die heimischen Autobauer mit ihrem Beharren auf mehr PS statt Verbrauchseffizienz geschafft haben, dass andere an ihnen vorbeigefahren sind.

Ach, deshalb hat Porsche Absatzsteigerungen von 13% - ich verstehe. ;)

Ausgerechnet in diesem Punkt deutest Du also auf die Mitbestimmung der Bevölerung und meinst gleichzeitig die Autobauer? Wäre schön, wenn die Vetterleswirtschaft diesbezüglich ein wenig weniger einseitig wird ...

Ich weiß nicht, wie Du jetzt auf den Trip Vetterleswirtschaft kommst.
Bis dato kann jeder Bürger selbst bestimmen, ob bzw. welches Auto er sich kauft.
Wenn Kretschmann jetzt den Firmen vorschreiben will, weniger Autos bzw. andere Autos zu bauen, dann verlieren diese Firmen, gerade die beiden Stuttgarter massiv Marktanteile international, was dann zu Entlassungen in Stuttgart führen würde.

warte doch einfach ein Weilchen ab, bis tatsächlich auf ernstzunehmende Weise mit Wahlversprechen gebrochen wird.

Jaja:
Wir versprechen eine Volksabstimmung!!!
Nach der Wahl: Die können wir nicht gewinnen, das Problem wird sich von allein erledigen, ach wir machen doch eine Volksabstimmung, aber wenn uns das Ergebnis nicht passt, müssen wir drüber reden, wie wir das Projekt trotzdem vom Hals kriegen.

Welch schöner neuer Politikstil. :ugly:

gruss kelle!
 
Doch, wenn man einen neuen Politikstil verspricht, dann sollte man das schon rechtzeitig zeigen, meiner Meinung nach.

Zum dritten Mal: Im Wahlkampf wurde das deutlich ausgesprochen - zumindest vor Ort - stand nur nicht dick auf Plakaten und es sollte letztlich eine Selbstverständlichkeit sein und es bleibt ein Unding, dass sich der Rest der Parteien dermaßen auf das nachgewisen ungeeignete Gorleben versteift. Das liest sich ja beinahe so, als ob Du ausgerechnet die Grünen für die Existenz des Mülls verantwortlich machst ...


Ach, deshalb hat Porsche Absatzsteigerungen von 13% - ich verstehe. ;)

Schließt sich nicht aus - s.o.

Ich weiß nicht, wie Du jetzt auf den Trip Vetterleswirtschaft kommst.

Das ist wohl beim Thema Autobauer und Politik kein Geheimnis.


Bis dato kann jeder Bürger selbst bestimmen, ob bzw. welches Auto er sich kauft.

So? Gewisse steuerliche Lenkungen gibt es auch jetzt schon ... oder kauf mal ein Auto mit überbreiten Reifen und Unterbodenbeleuchtung ... Es ist einfach notwendig, dass zwecks Verkehrssicherheit Grenzen gesetzt werden und genauso wichtig ist es in der heutigen Zeit, die Energieeffizienz zu steuern.


Wenn Kretschmann jetzt den Firmen vorschreiben will, weniger Autos bzw. andere Autos zu bauen, dann verlieren diese Firmen, gerade die beiden Stuttgarter massiv Marktanteile international, was dann zu Entlassungen in Stuttgart führen würde.

Das klassische Totschlagargument, das aber nicht zwingend richtig ist (Weshalb braucht ein verbrauchsarmes Auto weniger Arbeitsplätze und schadet dem internationalen Absatz? Weshalb führt der Bau von neuen Nahverkehrsmitteln in Stuttgart zu Entlassungen?)


Jaja:
Wir versprechen eine Volksabstimmung!!!
Nach der Wahl: Die können wir nicht gewinnen, das Problem wird sich von allein erledigen, ach wir machen doch eine Volksabstimmung, aber wenn uns das Ergebnis nicht passt, müssen wir drüber reden, wie wir das Projekt trotzdem vom Hals kriegen.
Welch schöner neuer Politikstil.

So ungefähr - wobei die gegebenen Umstände, welche die Durchführung JEDER Volksabstimmung in Baden-Württemberg absurd machen, wiederum nicht den Grünen anzulasten sind. Anlasten kann man ihnen allerdings die Arroganz, vor den Wahlen nicht auf das Angebot der Absenkung des Quorums eingegangen zu sein (auch wenn 25% beim heutigen Politikinteresse immer noch Unfug sind).
 
Doch, wenn man einen neuen Politikstil verspricht, dann sollte man das schon rechtzeitig zeigen, meiner Meinung nach.

Zum dritten Mal: Im Wahlkampf wurde das deutlich ausgesprochen - zumindest vor Ort - stand vielleicht nicht dick auf Plakaten, aber es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und bleibt ein Unding, dass sich der Rest der Parteien dermaßen auf das nachgewiesen ungeeignete Gorleben versteift. Das liest sich ja beinahe so, als ob Du ausgerechnet die Grünen für die Existenz des Mülls verantwortlich machst ...


Ach, deshalb hat Porsche Absatzsteigerungen von 13% - ich verstehe. ;)

Schließt sich nicht aus - s.o.

Ich weiß nicht, wie Du jetzt auf den Trip Vetterleswirtschaft kommst.

Das ist doch beim Thema Autobauer und Politik kein Geheimnis und wrd sich wohl auch nicht ändern ...


Bis dato kann jeder Bürger selbst bestimmen, ob bzw. welches Auto er sich kauft.

So? Gewisse steuerliche Lenkungen gibt es auch jetzt schon ... oder kauf mal ein Auto mit überbreiten Reifen und Unterbodenbeleuchtung ... Es ist einfach notwendig, dass zwecks Verkehrssicherheit Grenzen gesetzt werden und genauso wichtig ist es in der heutigen Zeit, die Energieeffizienz zu steuern.


Wenn Kretschmann jetzt den Firmen vorschreiben will, weniger Autos bzw. andere Autos zu bauen, dann verlieren diese Firmen, gerade die beiden Stuttgarter massiv Marktanteile international, was dann zu Entlassungen in Stuttgart führen würde.

Das klassische Totschlagargument, das aber nicht zwingend richtig ist (Weshalb braucht ein verbrauchsarmes Auto weniger Arbeitsplätze und schadet dem internationalen Absatz? Weshalb führt der Bau von neuen Nahverkehrsmitteln in Stuttgart zu Entlassungen?)


Jaja:
Wir versprechen eine Volksabstimmung!!!
Nach der Wahl: Die können wir nicht gewinnen, das Problem wird sich von allein erledigen, ach wir machen doch eine Volksabstimmung, aber wenn uns das Ergebnis nicht passt, müssen wir drüber reden, wie wir das Projekt trotzdem vom Hals kriegen.
Welch schöner neuer Politikstil.

So ungefähr - wobei die gegebenen Umstände, welche die Durchführung JEDER Volksabstimmung in Baden-Württemberg absurd machen, wiederum nicht den Grünen anzulasten sind. Anlasten kann man ihnen allerdings die Arroganz, vor den Wahlen nicht auf das Angebot der Absenkung des Quorums eingegangen zu sein (auch wenn 25% beim heutigen Politikinteresse immer noch Unfug sind).
 
Zum dritten Mal: Im Wahlkampf wurde das deutlich ausgesprochen - zumindest vor Ort - stand vielleicht nicht dick auf Plakaten, aber es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und bleibt ein Unding, dass sich der Rest der Parteien dermaßen auf das nachgewiesen ungeeignete Gorleben versteift. Das liest sich ja beinahe so, als ob Du ausgerechnet die Grünen für die Existenz des Mülls verantwortlich machst ...

Die Grünen sind für eine ergebnisoffene Suche.
Schick, wird so irgendwo stehen.

Nur was bedeutet das?
Im Endeffekt kann nur dort gesucht werden, wo es Bundesländer zulassen.
Da kein normal denkender Mensch so ein Endlager vor der Tür haben will, wird sich freiwillig kein Land bereit erklären, selbst zu suchen.

Meinen es die Grünen also ernst, müssen sie BW zum Standort für ein Endlager erklären.
Alternativ lassen sie das Volk abstimmen, und sagen dann, wir wollten ja, das Volk aber nicht, also ein Hoch auf Gorleben. :ugly:

Das ist doch beim Thema Autobauer und Politik kein Geheimnis und wrd sich wohl auch nicht ändern ...

Was meinst Du damit?
Die Mineralölsteuererhöhung zur Finanzierung der Einheit?
Oder die Ökosteuer?

So? Gewisse steuerliche Lenkungen gibt es auch jetzt schon ...

Zweifelsohne.
Um neue Technik a la Kat bzw. neue Emissionsgrenzen zu erreichen

Das klassische Totschlagargument, das aber nicht zwingend richtig ist (Weshalb braucht ein verbrauchsarmes Auto weniger Arbeitsplätze und schadet dem internationalen Absatz? Weshalb führt der Bau von neuen Nahverkehrsmitteln in Stuttgart zu Entlassungen?)

Weil immer noch der Verbraucher bestimmt, was er kauft, bzw. welches Verkehrsmittel er nutzt.
Und ein Hersteller baut nun mal bevorzugt das, was er am besten absetzen kann.
Versucht man darauf politisch Einfluss zu nehmen, produziert der Hersteller am Markt vorbei. Vor allem wenn die bayrische Konkurrenz bauen kann, was sie will.
Und schon geht einiges Krachen.

...(auch wenn 25% beim heutigen Politikinteresse immer noch Unfug sind).

Gerade bei dem heutigen Politikinteresse bin ich froh über jedes Quorum.
Unterbindet man doch so, dass extremistische Ansätze durch einfache Mehrheiten am Volk vorbei entschieden werden.

gruss kelle!
 
Meinen es die Grünen also ernst, müssen sie BW zum Standort für ein Endlager erklären.

Ironie der Geschichte - ja....

Was meinst Du damit?
Die Mineralölsteuererhöhung zur Finanzierung der Einheit?
Oder die Ökosteuer?

Letztlich alles, was Einfluss darauf hat, auch wenn der propagierte Zweck nicht immer zum Ergebnis passt.

Und ein Hersteller baut nun mal bevorzugt das, was er am besten absetzen kann.
Versucht man darauf politisch Einfluss zu nehmen, produziert der Hersteller am Markt vorbei.

Wir verdienen auch gut am Waffenexport, weil der gut läuft und Arbeitsplätze sichert - gut heissen will ich das dennoch nicht.
Übrigens auch ein Thema, das für die Grünen gerade in BW schwierig werden müsste, aber bislang still unter dem Teppich schlummert.

Vor allem wenn die bayrische Konkurrenz bauen kann, was sie will.
Und schon geht einiges Krachen.

Richtig, aber das darf doch nicht von einem ersten Schritt abhalten! Wobei ich immer noch glaube, dass in den Chefetagen von Daimler und Co die Verbrauchsfrage gegenüber den PS unter der Haube unterschätzt wird - bei Porsche dürfte das klientelgemäß anders aussehen.

Gerade bei dem heutigen Politikinteresse bin ich froh über jedes Quorum.
Unterbindet man doch so, dass extremistische Ansätze durch einfache Mehrheiten am Volk vorbei entschieden werden.

Da bin ich ein Stück weit bei Dir. Allerdings verhindert letztlich ein zu hohes Quorum nur jede Volksabstimmung und eine Volksabstimmung ist immerhin ein Weg, auf dem sich die Bevölkerung ein Stück weit ernsthafter mit politischen Themen auseinandersetzt, weil die eben nicht abstrakt bleiben sondern den Bürger mit einbeziehen und ihn eine andere Verantwortung übernehmen lassen. Stammtischmeinungen sind immer eine Gefahr, auch bei ganz normalen Wahlen! Deshalb brauchen wir eine Verfassung, die extremistische Ausschläge verhindert und da auch Volksentscheiden einen stabilen Rahmen gibt. In der Schweiz gibt es positive und negative Beispiele aus denen man lernen kann. Ein hohes Quorum gibt ja leider nur denen recht, denen alles am Hintern vorbei geht und ist dann beinahe so, wie wenn ne Wahl ungültig ist, wenn weniger als die Hälfte der Bevölkerung hingeht und dann die alte Regierung weitermachen darf - Politikverdrossenheit als Belohnung für etablierte Parteien.

Was für mich von Bedeutung ist, ist dass die Parteien bei einem Volksentscheid eher gezwungen sind, mit harten Fakten von ihrer Position zu überzeugen als es sonst der Fall ist. Die Bevölkerung wird dadurch auf jeden Fall informierter sein, als es bei der Hinter-verschlossener-Tür-Politik passiert, auch wenn es naiv wäre, zu glauben, dass Polemisierer dadurch verhindert werden könnten ...
 
Trotz diverser Hypes hat sich doch bisher Hybrid, Elektro & Co. nicht durchgesetzt. Und von Biosprit brauchen wir nicht reden.
Das ist nicht ganz so. Es gibt einige Hybrids, die sich gut verkaufen - aber ich glaube nur einer aus deutscher Produktion.
Wer da ganz groß im Kommen ist, ist BYD aus China. Auch bei reinen Elektroautos, die längere Fahrstrecken erlauben als alles von deutschen Herstellern. Ich glaube BMW(?) hat sich vor nem Jahr wegen einer Kooperation an die gehängt.
Und auch nur wegen China sind die deutschen Autobauer im Moment so gut, die Chinesen sind halt extrem - wie man das in der Werbebranche nennt - markenbewusst, und der größte Abnehmer im Ausland. Aber chinesische Autos stehen den deutschen kaum noch nach. BYD möchte bis 2015 Chinas größter Autobauer werden (die haben erst 2003 oder so angefangen mit Autos!) und 2025 der größte der Welt. Könnte auch durchaus klappen. Warren Buffett ist jedenfalls groß eingestiegen, und der schaut immer langfristig ;)

Außerdem: Wie beliebt große PS sind, hat man ja bei der Abwrackprämie gesehen: Die deutschen Autobauer haben fast gar nichts davon gehabt, gut gingen nur die ganz wenigen Modelle mit geringem Verbrauch.


Für die möglichen Folgen, die so eine Entscheidung haben kann, ist es aber ganz schön derb im Kleingedruckten verschwunden.
Das Wichtige steht immer im Kleingedruckt, solltest du eigentlich wissen :D

Um neue Technik a la Kat bzw. neue Emissionsgrenzen zu erreichen
Oder steuerliche Begünstigungen für Großboliden als Firmenwagen ;)
 
Wir verdienen auch gut am Waffenexport, weil der gut läuft und Arbeitsplätze sichert - gut heissen will ich das dennoch nicht.
Übrigens auch ein Thema, das für die Grünen gerade in BW schwierig werden müsste, aber bislang still unter dem Teppich schlummert.

Man muss es sicherlich nicht gutheißen.
Nur gibt es nicht weniger Kriege oder Tote, wenn wir Krauss-Maffei plattmachen. (selbst wenn die in Bayern sitzen)
Dann kommen die Waffen nur wo anders her.

Richtig, aber das darf doch nicht von einem ersten Schritt abhalten! Wobei ich immer noch glaube, dass in den Chefetagen von Daimler und Co die Verbrauchsfrage gegenüber den PS unter der Haube unterschätzt wird - bei Porsche dürfte das klientelgemäß anders aussehen.

Nur der erste Schritt kann einzig und allein sein, die Nachfrage zu verändern.
Und da sind wir, spätestens dank der hohen Spritpreise, auf dem richtigen Weg, der ja auch von den Automobilherstellern mit gegangen wird.
Selbst Daimler kriegt kein Auto mehr verkauft, was so 20 Liter weg säuft.

Zweifelsohne haben die Stuttgarter Hersteller eine Klientel, die nicht auf einen Verbrauch von 5 Litern angewiesen ist.

Allerdings verhindert letztlich ein zu hohes Quorum nur jede Volksabstimmung und eine Volksabstimmung ist immerhin ein Weg, auf dem sich die Bevölkerung ein Stück weit ernsthafter mit politischen Themen auseinandersetzt, weil die eben nicht abstrakt bleiben sondern den Bürger mit einbeziehen und ihn eine andere Verantwortung übernehmen lassen.
...
Was für mich von Bedeutung ist, ist dass die Parteien bei einem Volksentscheid eher gezwungen sind, mit harten Fakten von ihrer Position zu überzeugen als es sonst der Fall ist. Die Bevölkerung wird dadurch auf jeden Fall informierter sein, als es bei der Hinter-verschlossener-Tür-Politik passiert, auch wenn es naiv wäre, zu glauben, dass Polemisierer dadurch verhindert werden könnten ...

Ein Quorum ist nicht zu hoch, weil sich ein Großteil nicht für Themen interessiert.
Und da muss man meiner Meinung nach ansetzen.

Und das mit den harten Fakten, naja...
Man kann ja nur über die Zukunft entscheiden, und somit ist die Basis jeder Faktenlage Kaffeesatzleserei, vielleicht etwas fundierter, aber im Endeffekt bleibt es stochern im Trüben.

Das sieht man ja auch bei den aktuellen Debatten um den Atomausstieg.
Der Ausstiegstermin hängt im wesentlichen davon ab, wie sich der Energieverbrauch entwickeln wird.
Sinkt der Bedarf geht es am schnellsten.
Länger dauert es, wenn der Verbrauch konstant bleibt, und am längsten, wenn der Bedarf steigt.

Gutachter A: Die Bevölkerungszahl sinkt, demzufolge sinkt der Energiebedarf.
Gutachter B: Die Bevölkerungszahl sinkt, man muss mehr automatisieren, der Bedarf bleibt konstant.
Gutachter C: Die Bevölkerungszahl sinkt, man muss mehr automatisieren, die Anzahl der Elektroautos wird steigen, man benötigt mehr elektrische Energie.

Und jetzt kommst Du mit harten Fakten. ;)

gruss kelle!
 
Ein Quorum ist nicht zu hoch, weil sich ein Großteil nicht für Themen interessiert.
Und da muss man meiner Meinung nach ansetzen.

Weniger Politikverdrossenheit und mehr Selbstbeteiligung der Bevölkerung ist da die Hoffnung und da es damit im Moment nicht so prickelnd aussieht, dürfen doch die Hürden nicht so hoch gesetzt sein, dass sie nicht erreichbar sind ... aber das mag eine Glaubensfrage sein....


Und jetzt kommst Du mit harten Fakten. ;)

Ja komme ich, aber ich akzeptiere auch Dein "etwas fundierter" ;)

Fakten bedeutet ja nicht, dass diese ein klares Ergebnis zur Folge haben. Wenn das Ergebnis dann eindeutig ist, sollte man ja eigentlich niemanden mehr fragen müssen ...
 
So, Bremen hat gewählt.
Eine starke Mehrheit für Rot/Grün, FDP, Linke und CDU verlieren an Stimmen, die FDP ist raus, und die BIW schaffen trotz "prominenter Wahlempfehlung" von Stadtkewitz nicht die 5% Hürde.

gruss kelle!