Strato will Backups nicht rausgeben..

@Photon: Ich kann nicht nachvollziehen auf welche Grundlage oder Rechte du dich hier stützt. Denn Hintergrund ist: Der Kunde ist vertragsbrüchig geworden.
Das ist richtig. Deshalb ist der Kunde zunächst in der Verpflichtung, die Forderungen zu erfüllen - also die offenen Rechnungen fristgemäß zu begleichen.

Nun gibt es Websitesysteme, die auch der Datenerfassung dienen und in einer Datenbank gespeichert werden. Vielleicht Kundenneuanmeldungen etc. Nehmen wir an, diese Datenbanken werden täglich abgeglichen mit einem lokalen System, überlicherweise irgendwann in der Nacht, meinetwegen 3 Uhr. Weil es schon häufiger passiert ist, dass bei Strato die Webserver nach einem "Update" alle Daten vergessen haben, hat es auch schon etliche Klagen gehagelt. Da war allerdings Strato der Verursacher und wollte keine Entschädigung zahlen. Aber einige dieser Klagen sind mit Sicherheit vor Gericht gegangen, weswegen Präzedenzfälle existieren müssten.

Nun habe ich (obwohl ich auch lange Zeit Kunde bei Strato war und nie Probleme hatte) nicht alle Fälle mitverfolgt. Aber Strato hat wahrscheinlich die Daten noch nicht physikalisch gelöscht, auch um selbst nicht unter Umständen in Beweisnot zu kommen.

Nun ist eigentlich nur noch die Frage, welche Daten den Aufwand eines Anwalts rechtfertigen würden. Wenn es beispielsweise ein OnlineShop ist, können in mehreren Stunden (also die Zeit, die seit dem letzten Backup verstrichen ist bis zur Abschaltung durch Strato) einige Bestellungen im zehn- oder hunderttausend Euro-Bereich getätigt worden sein, die nun auf Erfüllung warten. Oder andere Geschäftsvorfälle, die noch nicht verbucht worden sind, wo die Kunden ihrerseits Schadensersatzansprüche geltend machen könnten. Wie gesagt: Was bei den Klagen herausgekommen ist, weiß ich nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass bis zur Sperrung der Domain und des Webspace der Vertrag gültig war und bis zu diesem Zeitpunkt die (gesammelten) Daten auch Eigentum des Betreibers sind.

Ich weiß ja nicht, um welche Daten es sich handelt. Wenn es nur die geliebte GIF-Sammlung ist, wird es wohl mit einer Klage schlecht aussehen. Aber wie gesagt: Das sollte sich lieber mal ein Anwalt anschauen, sofern sich der Gegenwert an Daten lohnt.

Gruß,
Photon
 
4.5 Der Kunde erstellt Sicherungskopien von allen Daten, die er auf STRATO Server überspielt, auf anderen Datenträgern, die nicht bei STRATO liegen.

Nun hier sollte man auch überlegen, was das genau bedeutet. Schließt das alle daten die auf einem Server sich befinden ein? Diese Formulierung würde meiner meinung nach nur die von ihm selbst auf den Server übertragenen Dateien etc. beinhalten. Was sind mit Daten die er nicht selber überspielt? DBeinträge z.b.?
 
Fakt ist doch: Am 23.01. wurde von Strato der Space gesperrt und zum 28.01. gekündigt. Wenn die offenen Rechnungen sofort gezahlt worden wären, hätte Strato zumindest bis 28.01. den Zugang wieder entsperren müssen. Dann hätte man die Daten sichern können.

Da aber heute der 29.01. erst und die Kündigung somit wahrscheinlich durch, lässt sich da nichts machen. Offene Fragen bezgl. eines Schadenersatzanspruch wären:

1. Hat Strato in den AGB einen Passus, der diese kurze Kündigungsfrist bei Nichtzahlung zulässt?
2. Darf Strato nach seinen AGB bei Nichtzahlung den Zugang sofot sperren?

Marty
 
Fakt ist doch: Am 23.01. wurde von Strato der Space gesperrt und zum 28.01. gekündigt. Wenn die offenen Rechnungen sofort gezahlt worden wären, hätte Strato zumindest bis 28.01. den Zugang wieder entsperren müssen. Dann hätte man die Daten sichern können.

Da aber heute der 29.01. erst und die Kündigung somit wahrscheinlich durch, lässt sich da nichts machen. Offene Fragen bezgl. eines Schadenersatzanspruch wären:

1. Hat Strato in den AGB einen Passus, der diese kurze Kündigungsfrist bei Nichtzahlung zulässt?
2. Darf Strato nach seinen AGB bei Nichtzahlung den Zugang sofot sperren?

Marty

Die Fragen wären vll für andere Strato kunden auch sehr interessant.

Sowies aussieht, hat derjenige der den Vertrag bei Strato hatte, nicht bezahlt obwohl er Extra Geld dafür bekommen hatte.
Mahnverfahren von Strato in form von Inkassounternehmen läuft.

Was den besitzer des Projektes nun ärgert, ist dass alle Backup daten auf den Extra von Strato bereitgestellten Backup Server liegen..

Naja das Thema hat sich soweit wohl nun für ihn erledigt.
Und ich hoffe dass der Typ der die Rechnungen nicht bezahlt hat, ein schönes dickes Mahnverfahren mit Schufaeintrag etc. bekommt.
 
Ja, das wird sich sicherlich für ihn lohnen. Denn die Kostennoten der Inkasso-Unternehmen sind recht ordentlich. Und um so länger er es liegen lässt und je öfters das Inkasso-Unternehmen Ihre Forderungen stellen müssen, werden die Kosten immer höher.
 
Ja, das wird sich sicherlich für ihn lohnen. Denn die Kostennoten der Inkasso-Unternehmen sind recht ordentlich. Und um so länger er es liegen lässt und je öfters das Inkasso-Unternehmen Ihre Forderungen stellen müssen, werden die Kosten immer höher.

Dann sag ich mal selber schuld, wenn man seinen Partner bezüglich des Geldes anlügt.

Wie gut das mir selber sowas nicht passieren könnte.
 
Moin,

Nun hier sollte man auch überlegen, was das genau bedeutet. Schließt das alle daten die auf einem Server sich befinden ein? Diese Formulierung würde meiner meinung nach nur die von ihm selbst auf den Server übertragenen Dateien etc. beinhalten. Was sind mit Daten die er nicht selber überspielt? DBeinträge z.b.?

DB Einträge sind pratisch Daten, die er überspielt hat, da es sein Vertrag ist und er daher auch von der DB eine Sicherung erstellen muß, wenn er ein Backup braucht.

;)
 
DB Einträge sind pratisch Daten, die er überspielt hat, da es sein Vertrag ist und er daher auch von der DB eine Sicherung erstellen muß, wenn er ein Backup braucht.
OnlineShop -> Neukundenregistrierung / Bestellung / etc.

DB-Backups werden überlicherweise bei normalem Traffic ein mal täglich gemacht und das meist in der Nacht oder den frühen Morgenstunden. In dem Fall (der Webspace wurde 5 Tage vor dem eigentlichen Datum der Kündigung gesperrt) hat er keine Chance mehr, an die Daten zu kommen und ein Backup anzufertigen. Sauerei von Strato.

Gruß,
Photon
 
Um das nochmal ins rechte Licht zu rücken. Der Kunde hat aufeinander folgende Rechnungen nicht gezahlt. Und daher sehe ich das Verhalten seitens Strato in diesem Fall als legitim.
3.6 Gerät der Kunde in Zahlungsverzug, kann STRATO ihre Dienste sperren. Der Entgeltanspruch besteht fort.[...]
3.7 Kommt der Kunde für zwei aufeinander folgende Monate mit der Bezahlung eines nicht unerheblichen Teils der Vergütung oder in einem länger als zwei Monate dauernden Zeitraum mit einem Betrag, der einem monatlichen Entgelt entspricht, in Verzug, kann STRATO das Vertragsverhältnis aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Frist kündigen.
Und genau das ist ja eingetreten.
4.5 Der Kunde erstellt Sicherungskopien von allen Daten, die er auf STRATO Server überspielt, auf anderen Datenträgern, die nicht bei STRATO liegen.
Wann und insbesondere wie regelmäßig und in welchem Umfang der Kunde die Daten sichert ist sein Problem. Wenn er das nur Samtags macht und Strato am Freitag zuvor die Leistungen sperrt, so ist das nicht das Problem von Strato, sondern das des Kunden.

An was machst du die 5 Tage nun fest? An den Abrechnungszeiträumen? Wenn ja, dann liegt da der Fehler. Ein Beispiel: Die Rechnung haben ein Zahlungsziel von 10 Tagen. Die erste Rechnung wurde nicht beglichen und es folgt nach 30 Tagen die Mahnung mit der Aufforderung die ausstehenden Kosten binnen 7 Tagen auf eines der Konten von Strato zu begleichen.
Die zweite Rechnung ein. Wird diese ebenfalls binnen 10 Tagen nicht gezahlt, so ist der Kunde schon für zwei Monate in Verzug. Sprich die Sperrung kann bereits am 41. Tag erfolgen und nicht wie angenommen, erst nach Ablauf von zwei Monaten, was ja i.d.R. min. 60 Tage sind.
Nehmen wir zum leichteren Verstandnis den 1.1. als Rechnungsdatum:
RE1: 10 Tage Zahlungsziel laut Rechnung -> Fälligkeit spätestens am 11.1.
MA1: 30 Tage Verzug, gerechnet vom 1.1. an. Fälligkeit spätestens am 08.2. (1.2. + 7 Tage
RE2: 10 Tage Zahlungsfirst -> Fälligkeit spätestens am: 11.2.
MA2: Erfolgt nach dem 11.2. und gibt den Zahlungsverzug von zwei Monaten und die damit verbundene Sperrung und gleichzeitige fristloses Kündigung bekannt.

Wenn ich mir die AGB bei Strato ansehe, so sind die eigentlich klar und verständlich geliedert und es stehen Punkte drin, die dem Kunden klar Aufzeigen, was passiert, wenn der Vertrag nicht eingehalten wird.

Wem das mit den Datensicherungen nicht gefällt, der muss wohl ein paar Euro mehr investieren und zum Beispiel ein Paket mit automatischer Datensicherung nehmen, was sämtliche Daten extern auf einem anderen FTP-Server ablegt, welcher dann Privat betrieben wird oder bei einem anderen Anbieter liegt.
 
Moin,



DB Einträge sind pratisch Daten, die er überspielt hat, da es sein Vertrag ist und er daher auch von der DB eine Sicherung erstellen muß, wenn er ein Backup braucht.

;)

Naja, ob das ein Richter so sieht weiß ich net... Könnte mir gut vorstellen, das er es anders sieht, auch das er unter einer Sicherung einem Backup etwas anderes Versteht. Denn diese ist eigentlich dafür vorgesehen, das man im Falle eines Defektes, die daten wieder einspielen kann. Ein Defekt leigt aber ja nicht vor.

Bei anderen Hostern weiß ich, dass die in so einem Fall nur den Kundenbereich zunächst sperren, aber man dennoch zugiff auf den Server hat. Man kann nur halt keine weiteren Leistungen (Domainbestellen etc.) in anspruch nehmen.
 
[...] An was machst du die 5 Tage nun fest? [...]
An Strato selbst. Nach dem, was hier gepostet wurde, hat Strato den Vertrag zum 28. Januar gekündigt und hat sich und dem Kunden damit selbst eine Frist von 5 Tagen eingeräumt. Dann jedoch den Webspace sofort gesperrt und damit die selbt eingeräumte Frist wieder ausgehebelt. Wie gesagt: Sauerei von Strato.

Gruß,
Photon
 
Nun, aber es wurde doch keine Frist gesetzt, sondern der Dienst gesperrt und die fristlose Kündigung ausgesprochen. So wie es in den AGB steht. Strato ist daher an keine Frist gebunden.
 
"Wir kündigen Ihnen gemäß unseren AGB den Webspace fristlos." -> Sofort gesperrt und sofort nicht mehr erreichbar. Vertrag endet zu diesem Zeitpunkt, also fristlos.

"Wir kündigen Ihnen gemäß unseren AGB den Webspace zum 28. Januar..." -> Frist von X Tagen, in denen man seine Daten sichern und löschen kann. Vertrag endet zum Ziel vom 28. Januar, also mit Frist, deren Grund nicht näher definiert ist.

Strato hatte zwar laut seinen eigenen AGB das Recht, den Webspace fristlos zu kündigen, hat es aber nicht getan und eine Frist eingeräumt - und sich selbst an diese Frist nicht gehalten. Was soll das? 5 Tage zusätzlich kassieren und keine Leistung erbringen wollen?

Und weißt Du, warum ich so denke? Weil ich schomal mit Domainfactory im Rechtsstreit lag. Ich bin umgezogen und hatte vergessen, meine Daten zur Domain dort zu ändern. Und jetzt kommt's: Domainfactory hat meine damalige Domain um ein weiteres halbes Jahr verlängert, das Geld kassiert und mich gleich danach wegen Verstoß gegen ihr AGB fristlos gekündigt (falsche Daten zur Person). Natürlich wollten sie mir mein Geld nicht zurückgeben, obgleich ich die Domain 6 Monate bezahlt habe, aber nicht einen Tag davon nutzen konnte. Ich konnte mir damals leider noch keinen Anwalt leisten, aber dieser Name "Domainfactory" hat sich bei mir tief im Schädel eingebrannt. Sollte ich jemals im Leben nochmal mit diesen Verbrechern Leuten zu tun haben, hoffe ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt 10 Anwälte aufbringen kann, die diese Firma in die Steinzeit zurück klagen. Wenn ich das hier von Strato lese, erinnert mich das sehr an derartige Geschäftsgebaren. Obwohl natürlich im vorliegenden Fall Strato alles Recht der Welt hat, so zu handeln. Ich bin auch nicht zimperlich, wenn einem Kunden die Zahlmoral abhanden kommt :)

Gruß,
Photon
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich finde es mehr als witzig, das alle nur sagen, och meine Daten, hilfe meine Daten.

Wist Ihr eigentlich, wieviel es kostet, wenn ein Kunde nicht zahlt? Denkt mal drüber nach und wenn der Kunde selbst keine Backups erstellt, sein Pech in meinen Augen, dafür steht es ja in den AGB.

Ich kann es gerne mal aufzählen:
- Kunde zahlt Rechnung nicht, Zahlungsziel 10 +3 Karenz Tage...
- Kunde antwortet auf Mahnung nicht, weitere 10 Tage...
- Kunde antwortet immer noch nicht, Inkasso?
- Inkassogebühren, sofern es ein Anwaltsinkasso ist, muß vorgelegt werden, kosten um die 40-80 Euro, je nacn Anwalt und Summe.

- Kunde zieht ggf. um? :arrow: Kosten in Höhe von 7,- Euro entstehen für die Nachforschung der neuen Adresse.

- Hierbei hab ich nicht mal die kosten mit reingebracht, die man an Zeit verliert und man das Geld selbst vorleisten muß.

Im Grunde für jeden Kunden, der in Mahnlauf kommt, muß entsprechend ein Polster vorhanden sein, damit man selbst nicht zum Sozialfall wird...

Das sind nur mal ein paar Zeilen, worüber man sich mal gedanken machen sollte, niemand denkt heute an die Firma...

...
 
1. Im Regelfall, bekommt die Firma ihr Geld, Die Kosten erhält die Firma zudem dazu, denn die Mahngebühren etc. müssen ebenfalls vom Kunden übernommen werden.

2. Es gibt viele Inkassofirmen, die ohne Vorleistung arbeiten! Somit brauch die Firma sogar kein Polster. Dumm nur wenns am ende ncihts zu holen gibt. Aber das ist Unternehmerisches Risiko und ist in den Preisen einberechnet (Die Unternehmen arbeiten ja nicht auf +-0).

3. Eine Firma wie Strato sollte einiges an Polster haben um sich sowas leisten zu können. Aber wie schon geschrieben (2.) nicht jedes inkasso will eine vorleistung.

Klar ist scheiße wenn nicht gezahlt wird, aber sowas ist ebenfalls scheiße und schadet eher dem Ruf der Firma, denke nach diesem Thread würdn es sich andere zwei mal überlegen sich dort einen Server zu holen.

Was kostet die also Wohl mehr? Das nicht zahlen oder der Image verlust?

Denke das Nokia da momentan ein sehr gutes Beispiel ist.
 
Hallo,

ich sag es mal so, der Trend ist eher so, das bei den meisten nichts zu hohlen ist, das was ich vorhin aufgezählt hatte, ging in richtung eines Kunden von mir, der mir eigentlich sogar nicht frech ins gesicht lacht, wenn ich sage, Inkasso bzw. Mahnbescheid... Ganz nach dem Motto:
Wo nichts ist kann man auch nichts hohlen...
Soviel dazu...

Naja und Image...
Ich bin schon so lange im I-Net und auch Selbstständig, das ich mich selbst immer wieder verwundere, wieviel Leute sich irgend wo anmelden obwohl es durch die Presse gegangen ist...

Mit Nokia ist das ein gutes Beispiel, aber auch hier werden sich einige denken, soll ich mir jetzt ein Samsung hohlen nur weil Nokia dies mit seinen Mitarbeitern abzieht?

Meine klare meinung: :arrow: NÖ!
Ich hab selbst ein Nokia Handy und werde es bestimmt nicht gegen ein anderes tauschen...

Image ist natürlich wichtig, aber es kommen jeden Tag "Noobs" ins Netz... die nicht mal wissen, was ein Forum ist, somit werden diese auch zu Strato und Co gehen...

Und wenn man den Fall mal diplomatisch betrachtet, gebe ich Strato recht, alleine weil ich die leute nicht abhaben kann, die ihre Rechnungen nicht zahlen oder XX Tage zuspät und sich dann noch beschwerren... ;)
 
Nun ich habe kein Nokia und werde es auch nie haben.
Aber es haben ja bereits Behörden reagiert, das keine Diensthandys mehr von nokia gekauft werden. Und auch andere werden denke ich so reagieren. Sicherlich ncht alle, aber halt einige.

Gut, wird nokia sicherlich nciht stören, bei dem gewinn den sie haben. Aber es ist schon ein imageverlust.

Ich sage ja selbst, scheiße wenn der Kunde nciht zahlt. Aber dann sollte mans etwas anders Handhaben...
 
Moin,

im Grunde nicht ganz unrecht, aber man sollte mal überlegen, wie die Kunden heute mit einem umspringen...

Bitte jetzt nicht meinen, das ein Kunde, wenn dieser 5 tage im Verzug ist, das ich den dann kündige, aber irgendwo muß man auch mal einen Strich ziehen.
 
@csskoeln: Du triffst den Nagel auf den Kopf.


Von den Kunden die nicht zahlen und wo auch das Inkassobüro nichts erreicht, liegt bei einer Quote von ca. 40% und ist verdammt hoch. Die dabei entstandenen Auslagen trägt dann erstmal das Unternehmen. Und pfändbare Titel sind ja schön und gut, aber was meint Ihr eigentlich wieviele säumige Kunden es gibt, bei denen man die aufgelaufenen Kosten auch Pfänden kann? Und ein pfändbarer Titel fällt auch in die Erfolgsquote von ca. 60%. Abzüglich der Pfändbaren Titel, deren späteren Erfolgschancen, bleibt da nicht viel übrig. Und von den Inkassokosten erhält das Unternehmen nichts. Lediglich seine Forderung zzgl. Mahngebühr und Verzugszinsen.

Der Imageverlust ist auch nicht unbedeutend. An Mahnverfahren und Inkassoaufträgen hat kein Unternehmen interesse. Sie bedeuten mehr Arbeit, ein schlechtes Image, was eigentlich unberechtigt ist, jedoch fühlen sich die Schuldner ja in den meisten Fällen zu unrecht angemahnt und angeprangert. Zudem kommen nicht unerhebliche Kosten hinzu.

@Bububoomt:
Sowas kann man nur bedingt in die Preise einfließen lassen. Und Unternehmerisches Risiko ist in meinen Augen etwas anderes. Der größere Teil des Geldes wird für die Deckung der Personalkosten, der Betriebsausgaben für den grundsätzlichen Erhalt des Unternehmens, sowie die Kosten welche für die Leistungen selber benötigt werden. Nicht umsonst kommen auf die meisten Waren und Dienstleistungen ein Teuerungszuschlag von mehreren Hundert Prozent.
Wir haben vor längerem noch ein Webpaket geführt für 20 EUR / Jahr und haben es aus dem Programm genommen, weil es sich nicht rechnet. Weil es nicht wirtschaftlich ist. Man muss mehr in dieses Paket mehr Geld reinstecken, als man damit erwirtschaftet.
Ein kleines Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Warum sollen wir uns mit 300 Kunden je 20 EUR beschäftigen, wenn wir uns mit 200 zu je 30 EUR doch wirtschaftlich wesentlich besser stehen? Unterm Strich kommen rein rechnersich 6000 EUR ins Unternehmen, wobei der Gewinn pro Kopf 10 EUR höher ist und der Aufwand mehr als ein Drittel geringer ist und die damit verbundenen Unterhaltskosten noch geringer sind, weil damit weniger Personal und weniger Arbeit verbunden ist. Und die Qualität der Leistungen, wie Kundenbetreuung sind bedeutend höher.
Preisdumping ist daher nur Sinnvoll, wenn man damit Werben will und eine hohe Quote an Neukunden erreichen will. Klar, Kleinvieh macht auch Mist, aber steht das überhaupt noch in Relation zur Wirtschaftlichkeit? Ist ein Kunde nicht wirtschaftlich, wird er abgestoßen. Beste Beispiele dafür sind doch zum Beispiel Nutzer von Flatrates bzw. Pauschalangeboten:
- Trafficflatrate: gekündigt oder gedrosselt wegen zu hohem Datentransfers
- Telefonflatrate: gekündigt wegen zu viel Telefonaten
- u.s.w.
Oder das Unternehmen verdient anderweitig am Kunden. Zum Beispiel durch Zusatzleisten wie Supportdienstleistungen oder andere dubiose Mittel:
Warum wohl sonst fliegen viele Kunden nach 20 bis 30 Minuten aus der Warteschleife der Servicerufnummern oder fallen aus der Leitung, wenn diese zu einem anderen Mitarbeiter oder andere Abteilung durchgereicht werden? Damit der Kunde nochmal anruft und erneut dafür zahlt, das er warten muss.

Die Schäden durch säumige Kunden in der Wirtschaft sind enorm. Die bewegen sich im mehrstelligen Milliardenbereich und die tatsache das Unternehmen Insolvent werden geschehen nicht, weil Kunde A nicht zahlt. Sondern weil es auch noch Kunde B und C und viele andere gibt. Die Summe macht es. Der Kunde selber sieht sich nur als kleines Licht. Aber man überlegt, was auch ein paar Sandkörner in einem Getriebe anstellen und für Schäden hinter sich herziehen?
 
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