Wirtschaft Steht eine neue Welt-Wirtschafts-Krise bevor?

dApLaYa

Loseverleiher
ID: 219696
L
20 April 2006
4.514
222
Hallo,

habe vorhin einen hoch interessanten Artikel in einer Zeitung gelesen, der ziemlich gut auf den Punkt bringt, was uns wirtschaftlich bevorstehen könnte.

Der Titel war: Wann crasht der Dollar?

Nun die Frage, wieso sollte der Dollar crashen, also rapide an Wert verlieren wie 1929 und wie auch in der Mitte der 80er Jahre?
Angesichts der Tatsache, dass die Chinesische Zentralbank Anfang dieses Jahres angekündigt hat ihre 1000 Milliarden US Dollar an Reserven zu diversifizieren, könnte dieses Szenario Wirklichkeit werden. Die Folge wäre, dass die USA finanziell pleite wären, zwar könnten sie weiter neues Geld drucken, aber dadurch würde die Inflation enorm steigen. Die US Wirtschaft würde einbrechen und damit auch die Importe zu anderen Ländern. Wichtige Handelspartner der USA wie die EU und Japan würden einen drastischen Exportrückgang beobachten und würden schnell ein Handelsdefizit erreichen. Weitere Volkswirtschaften würden zusammenbrechen und die Welt steht vor einer neuen globalen Finanzkrise unvorstellbaren Ausmaßes. Massenarbeitslosigkeit wäre nur eine drastische Konsequenz dieses Szenarios.

Soweit das Horrorszenario, aber wie wahrscheinlich ist es.

China hätte 3 gute Gründe seine Reserven zu diversifizieren.

1. Da der US $ innerhalb von 1-2 Jahren knapp 30% an Wert verloren hat, hat China alleine dadurch, dass seine Reserven größtenteils in Dollar sind, bereits geschätzte 300 Milliarden US $ verloren.

2. Die USA haben ein massives Handelsdefizit. Täglich müssen ca. 2,5 Mrd $ in die USA fließen, bzw. gedruckt werden, damit die US Wirtschaft nicht einbricht. China will das nicht länger mitmachen.

3. Die Federal Reserve System, die US Zentralbank, veröffentlich nicht mehr die vorhandene Geldmenge M3. Offizielle Begründung ist, dass es zu aufwendig sei das weiterhin zu tun. Der wahre Grund ist wohl, dass sich die FED nicht mehr länger dabei über die Schultern sehen lassen will, wie weiter Milliarden und Billionen von US $ gedruckt werden und die Inflation dadurch steigt.

China hätte also gute Gründe die Reserven zu diversifizieren, allerdings hat der Chinesische Zentralbank-Chef kurz nachdem eine Top-Delegation der USA nach Peking gereist ist dementiert so etwas vorzuhaben.
Kann also Entwarnung gegeben werden?

Davon ist nicht auszugehen. Finanzexperten sind sich einig, dass der US $ auf kurz oder lang so oder so einbrechen wird, da die USA nicht ewig ihr gewaltiges Handelsdefizit dadurch decken können indem neue $ gedruckt werden. Gemäß der Quantitätstheorie des Geldes steigt aber mit steigender Geldmenge die Inflation und damit die Preise. Es wird der Punkt kommen, an dem ein Schein, was ja nur ein Stück Papier ohne richtigen Wert ist, nichts mehr wert sein wird. In diesem Zusammenhang wird auch davon berichtet, dass dieses sogenannte Fiat Money nicht gedeckt ist. Der Wert von Geld, wie wir es benutzen, beruht nur auf dem guten Glauben, dass es ein anderer in Waren und Dienstleistungen eintauschen wird. Bei Hyperinflation allerdings, wird das Geld massiv an Wert verlieren.

Ein Aspekt soll nicht unerwähnt bleiben. Das gewaltige Handelsdefizit der USA ist zu einem großten Teil mit China. China hat ein sogenanntes "fixed exchange rate regime", das bedeutet, dass der Wert des Yuan bzw RemnantB gegenüber einem Warenkorb der in US $ denomminiert ist, festgelegt ist. Das bedeutet, dass das Preisniveau von in China produzierten Gütern künstlich niedrig gehalten wird und US Exporte tendeziell teurer sind. Dadurch werden natürlich vermehrt inländische Güter nachgefragt und die USA erzielen ein enormes Handelsdefizit mit China. Alle Versuche seitens der USA China davonabzubringen sind kläglich gescheitert!

Wie kann man dem nun entgegenwirken?

Der Artikel argumentiert, dass die Lösung ist, dass man vermehrt Gold und Silber hält, da Gold und Silber immer einen Wert haben und nur begrenzt sind. Kommt es zur gefürchteten Hyperinflation, steigt der Wert von Gold und Silber, deswegen sollte man jetzt, wo der Wert von Gold und Silber relativ niedrig ist, vermehrt sein Vermögen in "Bullion" halten.


Ich fand diesen Artikel hoch interessant, bin mir aber nicht sicher, ob das jetzt alles zu spekulativ und unrealistisches ist oder ob das wirklich so passieren kann.
Ich tendiere zu letzterem, da die Argumente an sich stichhaltig sind. China verliert Milliarden von Dollarn, da der Dollar sinkt, deswegen wollen sie diversifizieren. Die USA haben ein massives Handelsdefizit und können es nur durch das Drucken von weiteren $ finanzieren. Es scheint, als sei der globale Crash nur eine Frage der Zeit.

" Es ist nicht die Frage, ob es passieren wird, sondern nur wann"

Was haltet ihr von diesem Szenario?

© by daplaya, 2007
 
Zuletzt bearbeitet:
hmmm, fragen wir doch mal so, was passiert mit china wenn die ihre us-dollar auf den markt werfen und damit eine wirtschaftskrise auslösen? dürfte wohl das gleiche mit den chinesen passieren, was mit uns europäern passiert. von daher wird der chinese das nicht tun, zumindest nicht zu schnell.....
 
Ich denke nicht, dass das im Interesse der Chinesen liegt, und die kennen sich gut genug aus, um zu wissen was sie tun. Allerdings sind sich viele Experten in dem Punkt einig, dass der Dollar auch ohne eine solchen plötzlichen Einfluss langsam noch schwächer werden wird. Die Chinesen könnten langsam Dollar abstossen oder Reserven nur noch in anderen Währungen aufbauen, würde zur jetzigen Entwicklung der "sanften Landung" des Dollars beitragen.

Apropos, zum Goldkurs oder gar zum Silberkurs, als niedrig würde ich den nicht bezeichnen, haben beide über die letzten Jahre massiv zugelegt. Wieviel da noch an Steigerung drinliegt kann man selbstverständlich nicht sagen, könnte durchaus sein dass sich die Investition dennoch lohnt, aber einen "Schnäppchen"-Preis haben wir nicht mehr.
 
Die Erkenntnis ist schon älter, grundsätzlich hat Leoric recht, es gitb aber auch theretische Szenarien in denen den Chinesen das egal sein könnte, da sie nach dem Abflauen der Krise die ultimative Welmachtstellung hätten, da Krisen in Ländern, wo es den Menschen schlecht geht nicht so schlimm aufgefasst werden.

Ich denke es wird wohl irgendwann dazu kommen, das alles ein Stück einbricht, denk einfach mal an google, wo zum Aktienwert nicht ansatzweiße ein materieller Gegenwert besteht, ob das zur Zeit im Interesse Chinas liegt wage ich zu bezweifeln, aber kommt Zeit, kommt China...

Rohstoffe sind eigentlich immer eine recht sichere Bank, allerdings im Falle einer richtigen Krise auch nur bedingt sicher, da du ja nicht den Barren Gold kaufst sondern Optionen und Zertifikate...

Freue mich auf andere Impressionen =)
 
Ich finde diese Argumente nachvollziehbar und durchaus plausibel. Die Frage ist aber erstmal nicht, ob und wann die Krise kommt, sondern, ob sie überhaupt kommt.

Ich gehe stark davon aus, dass Europa den Dollar massiv stützen wird, damit es nicht zu einem Verfall kommt. Fast die gesamte europäische Exportwirtschaft hängt am Dollar. Wer vom Export lebt, hat es jetzt schon extrem schwer, schwarze Zahlen zu schreiben.

Den europäischen Regierungen ist viel an einem starken Dollar gelegen, evtl. werden die den Markt noch bremsen könne.

Trotzdem ist einzige Lösung der sofortige Stopp der weiteren Verschuldung in den USA. Um das zu schaffen, sollten die Staaten sofort und ganz regide Kosten senken, gerade der Verteidigungsetat fährt das Land gerade an die Wand.

Marty
 
hmmm, fragen wir doch mal so, was passiert mit china wenn die ihre us-dollar auf den markt werfen und damit eine wirtschaftskrise auslösen? dürfte wohl das gleiche mit den chinesen passieren, was mit uns europäern passiert. von daher wird der chinese das nicht tun, zumindest nicht zu schnell.....

Ja, es ist ja nicht so, dass China plötzlich seine hunderten Milliarden an US $ auf den Markt wirft, sondern das das langsam geschieht. Das Problem ist nur, dass wenn China seine Reserven diversifiziert, wird das die Finanzwelt bemerken, indem der Dollar weiter an Wert verliert. Dadurch verlieren aber auch wieder die Chinesen Milliarde um Milliarde. Es ist die Frage, was sollte China tun, still zusehen wie der Dollar fällt und damit seine massiven Reserven schrumpfen oder aktiv die Reserven diversifizieren, dadurch fällt zwar auch der $, allerdings sollte dann die USA zum Handeln gezwungen werden.

Ich denke nicht, dass das im Interesse der Chinesen liegt, und die kennen sich gut genug aus, um zu wissen was sie tun. Allerdings sind sich viele Experten in dem Punkt einig, dass der Dollar auch ohne eine solchen plötzlichen Einfluss langsam noch schwächer werden wird. Die Chinesen könnten langsam Dollar abstossen oder Reserven nur noch in anderen Währungen aufbauen, würde zur jetzigen Entwicklung der "sanften Landung" des Dollars beitragen.

Das sehe ich genauso, aber auch eine sanfte Landung des Dollars ist nicht wirklich sanft. Alleine in den letzten 2 Jahren hat er 30% an Wert verloren, das ist enorm und als sanft würde ich das nicht bezeichnen. Und umso mehr Schulden die USA aufnehmen um ihr gigantisches Handelsdefizit zu finanzieren, umso schlimmer wird die ganze Situation.

Apropos, zum Goldkurs oder gar zum Silberkurs, als niedrig würde ich den nicht bezeichnen, haben beide über die letzten Jahre massiv zugelegt. Wieviel da noch an Steigerung drinliegt kann man selbstverständlich nicht sagen, könnte durchaus sein dass sich die Investition dennoch lohnt, aber einen "Schnäppchen"-Preis haben wir nicht mehr.

Ja, das stimmt auch, es ist sicher nicht mehr eine Insider-Investition, die war es anfangs des Jahrtausends, denn in den 80er und 90er Jahren wurde der Gold-und Silberkurs sehr niedrig gehalten, legt jetzt aber langsam zu. Die Investition wird sich aber vlt. dennoch lohnen, angesichts des spekulativen Szenarios.

Die Erkenntnis ist schon älter, grundsätzlich hat Leoric recht, es gitb aber auch theretische Szenarien in denen den Chinesen das egal sein könnte, da sie nach dem Abflauen der Krise die ultimative Welmachtstellung hätten, da Krisen in Ländern, wo es den Menschen schlecht geht nicht so schlimm aufgefasst werden.

Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Warum sollte China eine Weltmachtstellung einnehmen? Es würden schließlich auch Chinas Exporte einbrechen, wenn der Dollar einbricht, der große Vorteil der Chinesen ist jedoch, dass ihre eigene Währung gegenüber einem Warenkorb, der in US $ denomminiert ist, festgelegt ist.

Rohstoffe sind eigentlich immer eine recht sichere Bank, allerdings im Falle einer richtigen Krise auch nur bedingt sicher, da du ja nicht den Barren Gold kaufst sondern Optionen und Zertifikate...

Das stimmt schon, aber auf jeden Fall sicherer als bloßes Fiat Money :yes:

Ich gehe stark davon aus, dass Europa den Dollar massiv stützen wird, damit es nicht zu einem Verfall kommt. Fast die gesamte europäische Exportwirtschaft hängt am Dollar. Wer vom Export lebt, hat es jetzt schon extrem schwer, schwarze Zahlen zu schreiben.

Den europäischen Regierungen ist viel an einem starken Dollar gelegen, evtl. werden die den Markt noch bremsen könne.

Wie sollte die EZB das erreichen können, dass sie den Dollar stabilisieren. Den Euro abwerten, um die eigenen Exporte anzukurbeln, ist schwer vorstellbar, da in Zuge dessen, wie in den 20er Jahren, es zu einer "competitive devaluation" von allen wichtigen Währungen kommen könnte, da jedes Land darauf bedacht ist die Exporte und damit die Arbeitsplätze zu sichern.

Trotzdem ist einzige Lösung der sofortige Stopp der weiteren Verschuldung in den USA. Um das zu schaffen, sollten die Staaten sofort und ganz regide Kosten senken, gerade der Verteidigungsetat fährt das Land gerade an die Wand.
Marty

Das ist richtig. Man kann es schon fast als exponentielles Wachstum bezeichnen, wie sich das Handelsdefizit der USA entwickelt hat. In jedem Fall ist das Geldmengenwachstum exponentiell, nicht nur des Dollars auch des Euros. So hat sich die im Umlauf befindliche Geldmenge des € M3 seit Einführung des Euros schon mehr als verdoppelt!

Hier noch 2 sehr interessante Links zu dem Thema:

https://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18902/1.html
https://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=29

Zum Gold-und Silberpreis:
https://www.ad-hoc-news.de/DerGoldmarkt/10672977/Gold+steigt+weiter
https://www.kitco.com/

Hier mal zum Vergleich die Entwicklung des Goldpreises seit 5 Jahren, das wäre die Investition schlechthin gewesen:

au1825nyb.gif


© by daplaya, 2007
au1825nyb.gif
 
Zuletzt bearbeitet:
Das sehe ich genauso, aber auch eine sanfte Landung des Dollars ist nicht wirklich sanft. Alleine in den letzten 2 Jahren hat er 30% an Wert verloren, das ist enorm und als sanft würde ich das nicht bezeichnen.
Naja, man könnte jetzt sagen, der Dollar-Kurs schwankt halt. Er war 1995 schon einmal umgerechnet bei 1,43$ / 1€. Da sind wir noch nicht. Und er war auch Anfang und Mitte der 80er schon mal auf ähnlichen Ständen. Also nicht wirklich besorgniserregend würde ein Charttechniker jetzt sagen.

Das ist richtig. Man kann es schon fast als exponentielles Wachstum bezeichnen, wie sich das Handelsdefizit der USA entwickelt hat. In jedem Fall ist das Geldmengenwachstum exponentiell, nicht nur des Dollars auch des Euros. So hat sich die im Umlauf befindliche Geldmenge des € M3 seit Einführung des Euros schon mehr als verdoppelt!
Das ist allerdings das Besorgniserregnde an der Sache. Und im Moment bin ich skeptisch, ob die bestehenden Regierungen diesen Zug überhaupt sehen, der da auch die Wand zufährt.

Marty
 
Ich glaub die Regierungen wissen noch nicht mal was von der Wand, die es da geben könnte. Das Wahlvolk lässt sich leider von trockenem wirtschaftswissenschaftlichem Können nicht so beeindrucken wie von ein paar hohlen aber wohlklingenden Parolen, dementsprechend qualifiziert sind die Volksvertreter meistens... Aber das ist eine andere Geschichte ;-)

Der Dollarkurs ist in der Tat auch schon mit einer solchen Geschwindkeit nach oben geschnellt wie er jetzt nach unten geht, so aussergewöhnlich ist er im Moment also nicht. Das soll aber nicht heissen, dass es nicht jederzeit zu einem "Crash" kommen könnte.
 
Ich glaub die Regierungen wissen noch nicht mal was von der Wand, die es da geben könnte.
Eigentlich sollte man meinen, dass es für Regierungen Berater gibt, so wie in Deutschland die Wirtschaftsweisen. Das sind ja nun in der Regel sogar VWL- oder BWL- Professoren. Die sollten das eigentlich wissen.

Meine Vermutung: Die wissen es, aber es wird nicht öffentlich gemacht. Was hat man schon davon, die Wähler in Panik zu versetzen?

Marty
 
vielleicht sind wir auch einfach an einem punkt angekommen, an dem sich die währung us-dollar langsam verabschiedet, dafür aber einen hoffentlich würdigen nachfolger im euro hat. jaja, schwer vorzustellen, das weltweit dann der handel in euro abgeht, aber passieren kann das durchaus. und da wir in einer sehr kleinen welt leben, wird dies auch sehr schnell bzw. einfach passieren können. währung ist und bleibt ein tauschmittel, also kann man auch die eine währung gegen die andere währung austauschen. ändern tut sich am handel nicht viel...... ausser das die konzerne dann halt das konto nicht mehr in $ führen sondern in €
 
Eigentlich sollte man meinen, dass es für Regierungen Berater gibt, so wie in Deutschland die Wirtschaftsweisen. Das sind ja nun in der Regel sogar VWL- oder BWL- Professoren. Die sollten das eigentlich wissen.

Meine Vermutung: Die wissen es, aber es wird nicht öffentlich gemacht. Was hat man schon davon, die Wähler in Panik zu versetzen?

jo, so schaut´s aus.

1999 befasste sich der amerikanische kongress mit dem handelsbilanzdefizit und ernannte eine us-trade deficit review commission: sechs republikaner, darunter donald rumsfeld, robert zoellick (handelsbeauftragter der us-regierung), und anne krueger (nummer 2 beim IWF), sowie sechs demokraten, darunter lester thurow.

der in dieser kommission erarbeitete bericht machte deutlich, dass kein land (allein schon aus finanz-arithmetischen gründen) auf dauer mit einem hohen handelsbilanzdefizit leben kann. Zwar könne niemand sagen, wann das ende kommen werde, trotzdem sei es unvermeidlich. die frage ist nur, ob die notwendige anpassung in form einer "weichen" oder "harten" landung erfolgt

(sinngemäss aus lester thurow: die zukunft der weltwirtschaft, S.173)

welche massnahmen danach getroffen wurden, um das handelsbilanzdefizit auszugleichen, ob eine harte oder weiche landung wahrscheinlicher ist, und wie das ganze sich in zukunft fortsetzen wird (z.B.: stichwort (welt-)reservewährung, ölhandel in euro, diversifikation (oder -fizierung?:ugly: ) der reserven wie im falle der chinesischen regierung ==> Wenn das schon Regierungen machen, wie verhalten sich dann private spekulaten) steht auf einem anderen blatt
 
vielleicht sind wir auch einfach an einem punkt angekommen, an dem sich die währung us-dollar langsam verabschiedet, dafür aber einen hoffentlich würdigen nachfolger im euro hat.

Dazu mal kurz bei wikipedia geschaut:

Die Europäische Union (EU) ist ein aus 27 europäischen Staaten bestehender Staatenverbund eigener Prägung (sui generis). Die Bevölkerung der EU umfasst derzeit rund 493 Millionen Einwohner. Im EU-Binnenmarkt erwirtschaften die Mitgliedstaaten zusammen das größte Bruttoinlandsprodukt der Welt.

Klar haben nicht alle Länder den Euro eingeführt, aber hinter dem Euro verbirgt sich die größte Wirtschaftsmacht der Welt.

Bis zur Einführung des Euros war die Reihenfolge der wichtigen Währungen n etwa parallel zu der Reihenfolge der Länder, was den Dollar damit zur Währung Nummer 1 gemacht hat.

Nun haben aber 13 Länder den Euro, und deren Wirtschaftsmacht dürfte größer sein, als die der USA.
Somit ist es bloß eine logische Folge, wenn der Dollar vom Euro abgelöst wird.

gruss kelle!
 
Ich glaub die Regierungen wissen noch nicht mal was von der Wand, die es da geben könnte. Das Wahlvolk lässt sich leider von trockenem wirtschaftswissenschaftlichem Können nicht so beeindrucken wie von ein paar hohlen aber wohlklingenden Parolen, dementsprechend qualifiziert sind die Volksvertreter meistens... Aber das ist eine andere Geschichte ;-)

Da ist viel wahres dran, das ist echt traurig, wenn man mal drüber nachdenkt, aber die meisten Medien berichten über so etwas einfach nicht und es lesen nicht allzu viele Leute in Deutschland die Financial Times. Erschwerend hinzu kommt, dass die deutschen Zeitungen die Meldung der Chinesischen ZB die Reserven zu diversifizieren unisono verpennt hat.

Der Dollarkurs ist in der Tat auch schon mit einer solchen Geschwindkeit nach oben geschnellt wie er jetzt nach unten geht, so aussergewöhnlich ist er im Moment also nicht. Das soll aber nicht heissen, dass es nicht jederzeit zu einem "Crash" kommen könnte.

Ja, das war z.B. Mitte der 80er Jahre der Fall, nur waren da die Bedingungen anders. Die USA hatten in dieser Zeit ein fulminantes Wirtschaftswachstum, alle Welt hat in Dollar investiert und der Kurs des USD $ schoss rapide in die Höhe, nur dann platzte die Blase und der USD $ fiel wieder genauso schnell. Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass das keinerlei mit der Reservenpolitik eines anderen Landes zu tun hat.

Eigentlich sollte man meinen, dass es für Regierungen Berater gibt, so wie in Deutschland die Wirtschaftsweisen. Das sind ja nun in der Regel sogar VWL- oder BWL- Professoren. Die sollten das eigentlich wissen.

Meine Vermutung: Die wissen es, aber es wird nicht öffentlich gemacht. Was hat man schon davon, die Wähler in Panik zu versetzen?

Marty

vielleicht sind wir auch einfach an einem punkt angekommen, an dem sich die währung us-dollar langsam verabschiedet, dafür aber einen hoffentlich würdigen nachfolger im euro hat. jaja, schwer vorzustellen, das weltweit dann der handel in euro abgeht, aber passieren kann das durchaus. und da wir in einer sehr kleinen welt leben, wird dies auch sehr schnell bzw. einfach passieren können. währung ist und bleibt ein tauschmittel, also kann man auch die eine währung gegen die andere währung austauschen. ändern tut sich am handel nicht viel...... ausser das die konzerne dann halt das konto nicht mehr in $ führen sondern in €

Tja, wenn es nach Keynes im Jahre 1945 gegangen wäre, hätten wir längst eine globale Währung und wären einen Riesenschritt weiter. In Bretton Woods im Jahre 1945/46 schlug Keynes dies vor, aber sein Vorschlag wurde von den USA nicht akzeptiert und nicht befolgt, so dass letztendlich der USD $ die internationale Währung geworden ist. Dies aber hat für die USA vier extrem große Vorteile, diese aufzugeben wäre für die USA eine wirtschaftliche Katastrophe und ich könnte mir vorstellen, dass sie das auch durch militärische Intervention zu verhindern versuchen würden. Nun aber die 4 Vorteile:

1) Investitionen aus den USA sind nicht anfällig für Wechselkursschwankungen, da die Währung der USA nunmal auch die Währung ist in der internationale Investitionen denommiert sind. Dadurch wird das Risiko bzw. "uncertainty" verringert.

2) Preise für wichtige Handelsgüter, wie ÖL, Gold und Kuper sind in USD $. Dadurch müssen die USA nie mehr für diese Güter ausgeben, wenn der USD $ fällt. Deutschland z.B. müsste mehr € ausgeben um 1 Barrel Öl zu kaufen, wenn der € fällt.

3) Die Schulden der USA sind in USD $ angegeben. Fällt der USD $, müssen die USA nicht mehr ausgeben um die Schulden zurückzuzahlen, da 1 $ immer noch 1 $ ist ;)

4) Andere Länder sind gewillt einen Großteil ihrer Reserven in USD $ zu halten.

Es ist schwer vorstellbar, dass die USA diese Privilegien ohne erbitterten Widerstand aufgeben würden.

jo, so schaut´s aus.


welche massnahmen danach getroffen wurden, um das handelsbilanzdefizit auszugleichen, ob eine harte oder weiche landung wahrscheinlicher ist, und wie das ganze sich in zukunft fortsetzen wird (z.B.: stichwort (welt-)reservewährung, ölhandel in euro, diversifikation (oder -fizierung?:ugly: ) der reserven wie im falle der chinesischen regierung ==> Wenn das schon Regierungen machen, wie verhalten sich dann private spekulaten) steht auf einem anderen blatt

Sehr interessant, was du da aus dem Buch von Lester Thurow hast. Was glaubst du denn wie es weiter geht. Gibt es eine harte oder weiche Landung? Werden die USA die oben genannten Privilegien aufgeben müssen?

Dazu mal kurz bei wikipedia geschaut:


Nun haben aber 13 Länder den Euro, und deren Wirtschaftsmacht dürfte größer sein, als die der USA.
Somit ist es bloß eine logische Folge, wenn der Dollar vom Euro abgelöst wird.

gruss kelle!

Von der Import-/Exportseite aus betrachtet hast du Recht. Die Importe und Exporte aus der Eurozone sind höher als die aus den USA. Gäbe es die USE (United States of Europe), wäre dies die wirtschaftlich stärkste VWL.
Diese gibt es aber noch nicht, und wenn es sie je geben wird, wird das noch eine Weile dauern. Das ändert aber nichts daran, dass die USA militärisch gesehen bei weitem die stärkste Nation sind und wenn es hart auf hart kommt, wird es die militärische Supermacht USA sein, die wohl weiterhin dominieren wird. Eine Aufgabe des USD $ als internationale Währung erscheint für mich ausgeschlossen, man betrachte die oben genannten Vorteile einer solchen Stellung.
 
Sehr interessant, was du da aus dem Buch von Lester Thurow hast. Was glaubst du denn wie es weiter geht. Gibt es eine harte oder weiche Landung? Werden die USA die oben genannten Privilegien aufgeben müssen?

kann ich dir so pauschal nicht beantworten, weil ich mit der Handelsbilanzdefizit-/Dollar- entwicklung in der vergangenheit und dem heutigen stand nicht so wirklich vertraut bin. sprich, ich habe keine ahnung, ob wir uns schon auf dem weg einer "weichen" anpassung befinden, oder ob sich die probleme noch verschärft haben.

das ding ist: Bei einer weichen landung würde das handelsungleichgewicht durch ein allmähliches sinken des dollarkurses sowie durch die reduktion der amerikanischen wachstumsrate, verglichen mit der übrigen welt, behoben. Allerdings spricht einiges dafür (auch wirtschaftsgeschichtlich), dass eine weiche höchstwahrscheinlich rasch zu einer harten landung eskalieren würde.

propheten der weichen landung argumentieren auf mehreren ebenen:

einerseits können die usa ihre eigene währung borgen, daher können die devisenreserven, die zur rückführung von kapital notwendig sind, nie ausgehen ==>Das Risiko einer Nichtzahlung der amerikanischen Schulden ist nicht gegeben, aber es ist weniger die Möglichkeit eines totalen zahlungsausfalles als das risiko hoher verluste, das die investoren die flucht ergreifen lässt

daran anknüpfend wird argumentiert, es gebe keinen anderen fluchtort für personen, die ihr geld aus den usa abziehen möchten ==> Japan und Europa besitzen eine Wirtschaft, die grösser ist als die der vereinigten staaten, yen und euro sind brauchbare alternativen.


der dritte punkt, der vorgebracht wird, ist, wie marty schon erwähnt hat, dass ausländische regierungen eine harte landung nicht zulassen würden, da sie wissen , dass der schaden für ihre volkswirtschaften grösser wäre als für die amerikanische ==> Es sind nicht die ausländischen regierungen, die die flucht aus dem dollar beginnen werden. es sind privatanleger und zwar amerikaner und ausländer. Ausserdem müssten die ausländischen regierungen zügig und umfassend intervenieren und ihren steuerzahlern erklären, warum sie geld zur verfügung stellen sollten, um den amerikanischen lebensstandard zu sichern, obwohl sie im durchschnitt ärmer sind als die amerikaner.


wie man sieht, gibt es einige gründe, die aus einer weichen landung eine harte machen könnten. und was ich bis jetzt zu diesem thema gelesen habe, unterstreicht diese these.

allerdings hat man sich dazu entschieden, nichts zu tun. anstatt höhere sparquoten zu forcieren, wie von den eigenen kabinettsmitgliedern vorgeschlagen, führte die bush regierung steuersenkungen durch, welche eine verringerung der regierungsüberschüsse bewirkte und damit definitionsgemass zu weniger ersparnissen führte.
auch die empfehlung an andere staaten, ihre etwaigen überschüsse abzubauen, ist sinnvoll, da die usa nur dann über ein defizit verfügen können, wenn andere länder handelsüberschüsse verzeichnen. aber auch diese empfehlungen verhallen weitgehend ungehört.

(alle argumente pointiert aus dem buch vom guden lester)

fakt ist, wenn es zu einer "harten" anpassung kommen sollte, geht es heftig zur sache. ich les grad von joseph stiglitz das buch "schatten der globalisierung" (wie ich in dem anderen thread schon geschrieben habe), in dem er auch detailliert auf die asienkrise und deren auswirkungen auf russland (er beschreibt auch den übergang zur marktwirtschaft nach dem fall des eisernen vorhangs, ist sehr interessant) und lateinamerika eingeht.

wenn du kuckst, was da abgelaufen ist, vor allem aufgrund der interventionen und konditionen des iwf, dreht sich einem der magen um. ich werde mich aber an dieser stelle nicht weiter dazu auslassen, das würde zu weit führen.

nur kurz noch zu den 4 vorteilen, die du angesprochen hast:

wenn einige länder die struktur ihrer währungsreserven diverzifizieren und damit nicht mehr ausschlieslich das haushaltsbilanzdefizit der usa finanzieren
oder gewisse handelswaren wie z.b. öl in euro statt dollar fakturiert werden, wie es seinerzeit diskutiert wurde, verschärfen sich die probleme noch
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, wenn es nach Keynes im Jahre 1945 gegangen wäre, hätten wir längst eine globale Währung und wären einen Riesenschritt weiter. In Bretton Woods im Jahre 1945/46 schlug Keynes dies vor, aber sein Vorschlag wurde von den USA nicht akzeptiert und nicht befolgt, so dass letztendlich der USD $ die internationale Währung geworden ist. Dies aber hat für die USA vier extrem große Vorteile, diese aufzugeben wäre für die USA eine wirtschaftliche Katastrophe und ich könnte mir vorstellen, dass sie das auch durch militärische Intervention zu verhindern versuchen würden. Nun aber die 4 Vorteile:

1) Investitionen aus den USA sind nicht anfällig für Wechselkursschwankungen, da die Währung der USA nunmal auch die Währung ist in der internationale Investitionen denommiert sind. Dadurch wird das Risiko bzw. "uncertainty" verringert.

2) Preise für wichtige Handelsgüter, wie ÖL, Gold und Kuper sind in USD $. Dadurch müssen die USA nie mehr für diese Güter ausgeben, wenn der USD $ fällt. Deutschland z.B. müsste mehr € ausgeben um 1 Barrel Öl zu kaufen, wenn der € fällt.

3) Die Schulden der USA sind in USD $ angegeben. Fällt der USD $, müssen die USA nicht mehr ausgeben um die Schulden zurückzuzahlen, da 1 $ immer noch 1 $ ist ;)

4) Andere Länder sind gewillt einen Großteil ihrer Reserven in USD $ zu halten.

Es ist schwer vorstellbar, dass die USA diese Privilegien ohne erbitterten Widerstand aufgeben würden.

Ok, nun stellen wir uns aber vor, das der Rest der Welt nicht die USA fragen, sondern es einfach tun.... Die USA mögen nun einen Menschen an der Macht haben, der schnell seinen Säbel auspackt, aber er wird wohl kaum gegen den Rest der Welt, vorallem gegen Europa loshauen wollen..... Theorie und Praxis sind manchmal doch eher sehr fremd...
 
Hallo,


" Es ist nicht die Frage, ob es passieren wird, sondern nur wann"

Was haltet ihr von diesem Szenario?

© by daplaya, 2007

und da tippe ich auf ehr märz-mai/08


ich hab natürlich keine Glaskugel, Fakt ist die "Putzfrauen sind immer noch nicht drin", der Iran schockiert nicht mehr, der Öl-Preis ist egal...
Dax 8000 ist nicht unrealitisch


Das dumme "geseier" - Amerika bringt uns in die Scheisse, kursiert schon seit 25 Jahren.
Fakt ist doch, das uns Amerika aus der scheisse holt, und das sehr sehr oft.
Im Prinzip würde es auch irgendenwo reichen wenn, unsrer Altienhandel 15.30 starten würde...

Thomas
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
*lol* wat? - bring ma beispiele dafür :ugly: ...

Einige würden jetzt sicher sagen 2. Weltkrieg.
Dazu läuft übrigens der tolle Film "Die Flucht" in der ARD in der endlich mal die sowjetischen Kriegsverbrechen und Ermordungen dargestellt werden.
Aber ganz sicher in den antikommunistischen Bemühungen, allen voran Ronald Reagan.
 
Einige würden jetzt sicher sagen 2. Weltkrieg.

Ich lach mich scheckig.
Die sind doch erst angekommen, als Russland Deutschland schon im Schwitzkasten hatte...

Aber ganz sicher in den antikommunistischen Bemühungen, allen voran Ronald Reagan.

Ohja, welch Wunder.
Es waren immer noch die Völker der (osteuropäischen) Staaten, die den Kommunismus abgeschafft haben.

gruss kelle!
 
Ich lach mich scheckig.
Die sind doch erst angekommen, als Russland Deutschland schon im Schwitzkasten hatte...
Aha, erste Kampfhandlungen zwischen Deutschen und amerikanischen Soldaten gab es Ende 1942 in Nordafrika, etwa zeitgleich mit der Grossoffensive der russischen Kräfte auf den Kessel in Stalingrad. So ganz passt Deine Aussage da wohl nicht.

Marty