Ist die GEZ-Abgabe gerechtfertigt?


  • Umfrageteilnehmer
    128
Was auf National Geographic und History Channel läuft (seltener auch bei SyFy), ist meiner Ansicht nach hochwertig, gut bis sehr gut recherchiert und umgesetzt. Für mich stimmt da sowohl die Informationstiefe, als auch die Didaktik (heißt, ich brauche kein Lexikon, um die Informationsflut zu verstehen und schlafe auch nicht ein vor Langeweile). Das macht beispielsweise die BBC genauso gut. Müssten sie aber nicht, weil ich alles schon einmal gesehen habe.
Ich denke es gibt so Themenblöcke wie z.B. Natur oder Reise, bei denen sich inhaltlich wirklich nix tut und auch herzlich egal ist, wer das produziert. Bei politischen oder wirtschaftlichen Themen merkt man aber schon für welche Zielgruppe das vorrangig produziert wurde und ob so eine Doku nur für die Nebeneinnahmen auch international ausgestrahlt werden. Da will ich eigentlich ungern nur die amerikanisch/britische Sicht auf das Weltgeschehen haben. Selbst wenn die Bilder und Interviews zum großen Teil eh aus dem selben Archiv bezogen werden, macht ein französischer Journalist daraus etwas anderes als ein britischer. Und je weiter du thematisch regionaler wirst, desto dünner wird halt auch das Angebot (mengenmäßig und inhaltlich) von National Geographic, BBC und Co. Ich kann mir nicht vorstellen, dass National Geographic z.B. zu europäischen Themen eine ähnlich große Auswahl produziert oder BBC zur deutschen Geschichte.

Klar gibt es auch "Dokus", die keiner braucht. Wie etwa "Pawn Shop" oder "Axe Men". Aber ist doch schön, dass selbst die Privaten was für die einfachen Geister anbieten.
Naja, sowas fällt für mich eher unter Entertainment und vermittelt höchstens die Illusion was sinnvolles zu gucken.
 
Dann stelle ich mal die Gegenfrage: Ist es denn notwendig, dass Parlamentsdebatten live übertragen werden? Wenn sich die Damen und Herren im Parlament dort einer mehr oder weniger spannenden Debatte hin geben, bin ich normalerweise arbeiten. Höchstens im Urlaub kann ich da mal was verfolgen, wozu ich aber meist auch aus Zeitgründen gar nicht komme. Am Ende schaut man es sich dann doch auf YouTube oder in der Mediathek irgendwo an. Reicht mir voll und ganz. Ich denke, den meisten geht es ähnlich oder die haben erst gar kein Interesse daran.

Setzt man den letzten Satz als Eichwert für die deutsche Gesellschaft, weiß man plötzlich, woher die Politikverdrossenheit kommt und wie es möglich ist, dass der Parlamentarismus schleichend ausgehöhlt werden kann...

Ja, es IST notwendig, dass man alle Parlamentsdebatten live verfolgen können, und ich für meinen Teil würde es sogar begrüßen, dass diese nicht in einem Nischensender wie Phoenix versteckt werden.

@alphaa: "Dokus" :LOL: von N24 oder NTV ("Geheimakte Ufo" oder "Reichsflugscheiben" etc.) Kann man doch nicht ernsthaft mit dem Angebot vergleichen, dass bei Arte, Phoenix oder 3sat zu finden ist.
 
Bei politischen oder wirtschaftlichen Themen merkt man aber schon für welche Zielgruppe das vorrangig produziert wurde und ob so eine Doku nur für die Nebeneinnahmen auch international ausgestrahlt werden. Da will ich eigentlich ungern nur die amerikanisch/britische Sicht auf das Weltgeschehen haben.
Ich auch nicht. Aber das sagt ja noch nichts darüber aus, vom wem es produziert wird. Es könnte ja auch in Deutschland produziert werden. Kinofilme und Serien bekommen wir ja auch hin. Da sollten auch Dokus möglich sein. Der weitestgehend talentfreie Uwe Boll war ja auch oft genug bei Kickstarter und hat um Geld für sein nächstes Projekt gebettelt. Könnte mir so eine Aktion auch gut für eine Dokumentation vorstellen.

Ich will auch gar nicht leugnen, dass mir die Serie "Die Deutschen" vom ZDF sehr gut gefallen hat und für deutsche Verhältnisse beinahe aufwändig produziert aussah. Nun hat es das ZDF es nach rund 60 Jahren ÖR geschafft, eine solche Dokuserie zu produzieren. Wer weiß, ob es nach 30 Jahren Privatfernsehen nicht auch eine entsprechende Serie von Pro7 gegeben hätte. Und ich glaube nicht, dass die inhaltlich anders ausgefallen wäre.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass National Geographic z.B. zu europäischen Themen eine ähnlich große Auswahl produziert
Stimmt schon. Auf National Geographic laufen mehrheitlich amerikanische Themen. Grand Canyon, Indianer, Alaska, Yellowstone, ... . Selbst bei Weltraum-Dokus werden immer die Errungenschaften und Beiträge der NASA hervor gehoben (die vermutlich auch einen Teil der Finanzierung übernommen hat). Das sollte doch aber Bertelsmann (oder eben Burda), Springer oder Funke nebst ESA nicht davon abhalten, was deutsches (oder europäisches) zu produzieren. Das gleiche gilt natürlich auch für den History Channel, der vor allem die amerikanische Geschichte (und das deutsche Dritte Reich aus amerikanisch-patriotischer Sicht) behandelt, wo die Fäden halt zusammen laufen. Aber auch hier verbietet doch niemand jemandem, entsprechendes aus Deutschland/Europa zu produzieren.

Und sag mal, wenn der deutsche ÖR Rundfunk Dokus produziert; meinst Du, dass die Inhalte andere sind als wenn die Dokus aus den USA kommen? Natürlich werden in amerikanischen Dokus vor allem die großartigen amerikanischen Erfindungen und Beiträge zur Weltgeschichte hoch gejubelt. Aber das bin ich inzwischen so dermaßen gewohnt, dass ich schon immer nur noch müde schmunzeln muss, wenn in einer wissenschaftlichen Doku irgendwo in Großaufnahme eine Stars-And-Stripes-Flagge frei im Wind weht. Finde es eher schon peinlich und inzwischen auch lächerlich.

Aber ansonsten? Geschichtlich hat man sich international auf eine Version geeinigt. In der Wissenschaft zählen harte Fakten, egal wie und unter welcher Flagge sie transportiert werden. Aktuellpolitisch unterscheiden sich die "Freund-/Feindbilder" in Deutschland nicht von denen der USA. Folglich wären auch die Inhalte der Dokus etwa die gleichen.

Was Kabarett und intelligente(!) Satire angeht - naja. Die vermisse ich bei den Privaten schmerzlich, muss ich sagen. Da wagen die ÖR tatsächlich mehr und werden sogar zum Teil dafür sogar bestraft (Folgen von "Die Anstalt", die aus der Mediathek nach politischem Druck entfernt wurden, Druck gegen Böhmermann seitens der Alternativlosen, ...). Aber auch hier gilt meiner Meinung nach, das sowas alles auch von einem (oder mehreren) selbstfinanzierten Offenen Kanälen abgefrühstückt werden könnte. Das wäre zwar ein gänzlich anderer Weg, aber würde vielleicht auch die Palette der freien Beiträge extrem erweitern.
 
Folgen von "Die Anstalt", die aus der Mediathek nach politischem Druck entfernt wurden...
Vielleicht habe ich da was nicht mitbekommen, aber IMHO gab es nur eine Folge, die auf richterlichen Druck (einstweilige Verfügung) entfernt wurde, weil sich 2 Journalisten auf den Schlips getreten gefühlt haben - und da hat sich das ZDF im übrigen auf die Seite der Anstaltsmacher geschlagen (Anwalt bezahlt etc.), und das Verfahren ist eingestellt worden (Die "verbotene" Folge gab und gibt es die ganze Zeit bei Youtube)
 
YouTube ist aber nicht die ZDF-Mediathek und das ZDF hat die Folge entfernt.

Bei YouTube habe ich die Folge auch damals geschaut, als das ZDF den Schwanz eingezogen und es auch nachher nicht wieder eingestellt hat.

Moment. Es gab, wie geschrieben, eine einstweilige Verfügung durch einen Richter. Das ZDF hat sich an geltendes Recht gehalten - nicht mehr, nicht weniger. Seltsam, dass du das mit "den Schwanz einziehen" gleichsetzt. Und nicht wieder eingestellt wurde die Folge, weil die Folge nicht mehr angeboten werden durfte. Der Rundfunk-Staatsvertrag verbietet den Ö-Re, sämtliche Inhalte unbeschränkt vorzuhalten. Im Übrigen eine Maßnahme, um die Privaten zu schützen. In letzter Instanz hat das ZDF erst im Januar 2017 gewonnen, die "Verfallszeit" für Beiträge in der Mediathek liegt bei einem Jahr, soweit ich weiß...
 
[...] die "Verfallszeit" für Beiträge in der Mediathek liegt bei einem Jahr, soweit ich weiß...
Davon weiß ich nichts. Es gab vor Jahren mal diese 7-Tages-Frist. Das war die Zeit, als die Mediatheken von ARD und ZDF fast immer so gut wie leer waren. Man konnte nicht mal Links zu Freundschaften verschicken, denn wenn die erst am Wochenende dazu gekommen sind sich einen Beitrag anzuschauen, war der oft nicht mehr verfügbar.

Diese total bescheuerte 7-Tage-Vorhaltezeit wurde allerdings schon vor einigen Jahren aufgehoben. Die Vorhaltezeit jetzt sieht mir eher willkürlich aus. Ein paar Kindersendungen gibt es ein paar Wochen, Folgen vom letzten Tatort oder anderem Blödsinn ein paar Tage. Aber die bereits von mir zitierte Doku "Die Deutschen" (Produktionsjahr 2010) ist aktuell noch immer in der ZDF-Mediathek verfügbar (ZDF Mediathek).

Offensichtlich bist Du da fehlinformiert.
 
Die Folgen der Anstalt sind ein Jahr verfügbar. Einfach mal selber nachsehen - in der ZDF-Mediathek gibt es keine Folgen von 2016
 
Die Folgen der Anstalt sind ein Jahr verfügbar. Einfach mal selber nachsehen - in der ZDF-Mediathek gibt es keine Folgen von 2016
Gut, von mir aus. Will mich wegen so einem Quatsch nicht streiten.

Was "den Schwanz einziehen" betrifft: Natürlich muss das ZDF einem richterlichen Beschluss folgen. Nur wenn sie dann schon in letzter Instanz gewinnen, würde ich erwarten, dass man dann eben diese eine Folge auch für ein Jahr (oder wie lange auch immer die Folgen der Anstalt vorgehalten werden) in der Mediathek zugänglich macht wie üblich.

Zumal eben diese Folge die vermutlich am meisten geklickte (und gesehene) von "Die Anstalt" auf YouTube sein dürfte. Inhaltlich hat sich meines Wissens nach auch auch nichts geändert, sodass der Inhalt nicht obsolet, sondern nach wie vor aktuell ist.

Ach, auch mal interessant. Habe gerade nochmal ein wenig gegoogelt, aus welchem Grund es überhaupt damals diese 7-Tages-Vorhaltezeit gab. Das Argument war, dass man die Folgen so schnell wie möglich dem Markt zum Verkauf anbieten wollte. Nur hatte (verständlicherweise) kein Privatsender Interesse am letzten Tatort. Wohl auch nicht an den anderen Formaten. Das wirft doch die Frage auf, was man sich wohl denkt, wie oft ich für die gleichen Inhalte bezahlen soll. Erst wird irgendein Mist gegen meinen Willen von meinem Geld produziert, um dass es dann nochmal verkauft werden soll? Ist denn die Yacht der Intendanten noch zu klein oder die Nutten zu alt? :D
 
Und unter dem Strich werden solche Lizenzgeschäfte wohl die Gebühren eher senken.
Ganz genau. Aus diesem Grund erleben wir auch schon seit den 1960er Jahren immer wieder, wie die Gebühren zum Teil drastisch gesenkt werden. Und ich finde es auch sehr gut, dass solche Dinge an den Zuschauer weiter gegeben werden. So bleibt die extrem hohe Qualität des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks gesichert bei gleichbleibenden oder steigenden Einnahmen.

Und überhaupt: Die Erde ist und bleibt eine Scheibe.
 
Man darf nicht vergessen: Die jährliche öffentlich-rechtliche Intendanten-Regatta vor St. Tropez ist ein Erlebnis. Immerhin 98% aller Millionäre in D sind ja bei den Rundfunkanstalten beschäftigt.

Nur das Programm leidet etwas: seichte Spielshows, billige Daily-Soaps und Scripted Reality von allerniedrigstem Nivea. Dazu Endlosschleifen von "lustiger" US-Serienkost, 100x unterbrochene Kinofilme und "Dokumentationen", die sich mit Alien-Invasionen und Nazi-Ufos beschäftigen.... *ups*

Du siehst: Sarkasmus kann ich auch.

Keiner hat behauptet, dass der ö-re Rundfunk perfekt wäre. Natürlich gibt es dort Vetternwirtschaft, Seilschaften, Verschwendung, Misswirtschaft. Aber das alles ist doch kein Argument dafür, dass das Prinzip richtig ist und die Notwendigkeit FÜR solch ein Angebot besteht. Privatfernsehen ist keine Alternative - da abhängig von Interessen der Betreiber/Besitzer (siehe: USA), steuerfinanziertes Staatsfernsehen ist auch kritisch - (siehe: Russland).

Das Problem ist, das strukturelle Kritik immer als Argument zur Grundsatzdiskussion führt.
 
Aber das alles ist doch kein Argument dafür, dass das Prinzip richtig ist und die Notwendigkeit FÜR solch ein Angebot besteht.
Eben dieses Prinzip stelle ich in Frage. Weil es offenbart, dass es eben doch nicht funktioniert. Deshalb mein Alternativvorschlag mit einem (oder besser mehreren Offenen Kanälen).

Wenn man einer Firma (oder einer Person, Organisation, Verein, ...) beinahe beliebig viel Geld zur Verfügung stellt, wird auch beliebig viel Geld ausgegeben. Dass Sparsamkeit nicht unbedingt die erste Tugend eines Menschen ist, haben ja auch schon reichlich Könige, Pharaonen und Despoten in der Geschichte bewiesen. Am schlimmsten tritt Verschwendung immer dann auf, wenn es keinerlei Maßstäbe zur Kontrolle und Einflussnahme auf die erbrachte Leistung gibt. Genau das ist die Situation mit dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk!

Privatfernsehen ist keine Alternative - da abhängig von Interessen der Betreiber/Besitzer (siehe: USA),
Und die Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten sind stets ausgewogen, objektiv, unpolitisch (oder politisch neutral)? Da spielen die Interessen der Intendanten und/oder was-weiß-ich wem keine Rolle? Sicherlich ist ein aus Zwangsabgaben finanziertes System unabhängiger, weil es eben nicht von international tätigen Konzernen erpresst werden kann, die dann keine Werbung mehr buchen und so weiter. Aber objektiv ist er deshalb noch lange nicht und wessen Interessen da von wem verfolgt werden, weißt Du doch gar nicht. Außerdem sagt der Umstand, dass der ÖR nicht erpressbar ist, noch nichts darüber aus, dass die Mitarbeiter unbestechlich sind.

Ich erinnere nur mal an die Berichterstattung der Tagesschau während des Urkraine-Konfliktes. Sehr pro-ukrainisch und anti-russisch war das Bild, das vermittelt wurde - durch Videoclips, Formulierungen und Auswahl des Inhaltes. Und das, obwohl längst schon bekannt war, was für Verbrecher da den Präsidenten gestürzt haben. Die Motive Putins, die Krim zu beschützen, wurde auf ein simples "Machterhalt eines despotischen Aggressors" herunter gekürzt. Die Berichterstattung über Syrien und dem Nahen Osten im Allgemeinen ist seit ich denken kann nicht objektiv. Von Nordkorea ganz zu schweigen. Manchmal schaue ich mir nachts auch die Tagesschau von vor X Jahren an. Da fällt einem erst auf, dass es noch nie anders war. Egal ob Kuba, Panama, Afrika, ... Eigentlich hat sich kaum etwas verändert. Und da vermeide ich schon zu erwähnen, wie mit Pegida, der AfD oder anderen politisch unbequemen Themen umgegangen wurde und wird nebst den Nachrichten während der Flüchtlingskrise aus dem in- aber vor allem auch dem Ausland. Hör mir bloß auf!

steuerfinanziertes Staatsfernsehen ist auch kritisch - (siehe: Russland).
Soil ich Dir mal was als ehemaliger DDR-Bürger sagen? Sowas ist mir lieber. Da weiß man wenigstens, wer die Nachrichten geschrieben, editiert und frei gegeben hat und ist automatisch kritisch. Zweifelt man die Objektivität des heiligen ÖR an - ist man ein "Verschwörungstheoretiker" oder ein "Aluhutträger", im schlimmsten Fall ein Nazi. Auf jeden Fall anormal. So einfach ist das.

Das Problem ist, das strukturelle Kritik immer als Argument zur Grundsatzdiskussion führt.
Weil es eben nicht nur ein strukturelles Problem ist, wenn nur eine mehr oder weniger definierte "Selbstüberwachung" existiert und man nicht über Inhalte (mit-)entscheiden kann. Auch kann man nicht regulativ eingreifen über die Entscheidung, ob man dafür zahlen will oder nicht. Und schlimmer als in der Politik kann man weder die Sender, noch die Verantwortlichen oder die Inhalte (ab-)wählen. Es ist damit ein Grundsatzproblem.
 
Eben dieses Prinzip stelle ich in Frage. Weil es offenbart, dass es eben doch nicht funktioniert. Deshalb mein Alternativvorschlag mit einem (oder besser mehreren Offenen Kanälen).

Wenn man einer Firma (oder einer Person, Organisation, Verein, ...) beinahe beliebig viel Geld zur Verfügung stellt, wird auch beliebig viel Geld ausgegeben. Dass Sparsamkeit nicht unbedingt die erste Tugend eines Menschen ist, haben ja auch schon reichlich Könige, Pharaonen und Despoten in der Geschichte bewiesen. Am schlimmsten tritt Verschwendung immer dann auf, wenn es keinerlei Maßstäbe zur Kontrolle und Einflussnahme auf die erbrachte Leistung gibt. Genau das ist die Situation mit dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk!
"Beinahe unbegrenzt"? Gut, 8 Mrd pro Jahr (Für ARD und ZDF mit allen Untersendern, sämtliche Radioprogramme, Deutschlandfunk und Landsmedienanstalten) sind viel, wahrscheinlich auch ZU viel Geld, aber "Beinahe unbegrenzt"? (ProSieben/Sat1 hat ein Jahresbudget von 2,1 Mrd -mal als Vergleich...)

Und wie hier schon erwähnt - es gibt durchaus eine Kontrolle: Die ö-Re müssen ihren Bedarf vor der VEG rechtfertigen - die diese Wünsche bislang nicht einfach durchgewunken hat.

Und die Frage der Kontrolle ist doch der Knackpunkt: Kostenkontrolle IST Programmkontrolle. Von daher ist die Lösung "Budget für 4 Jahre, dann Überprüfung" doch prinzipiell der richtige Weg. Das mit dem Geld wirtschaftlicher umgegangen werden muss steht auf einem anderen blatt - das muss mit Steuergeld auch.

Und die Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten sind stets ausgewogen, objektiv, unpolitisch (oder politisch neutral)? Da spielen die Interessen der Intendanten und/oder was-weiß-ich wem keine Rolle? Sicherlich ist ein aus Zwangsabgaben finanziertes System unabhängiger, weil es eben nicht von international tätigen Konzernen erpresst werden kann, die dann keine Werbung mehr buchen und so weiter. Aber objektiv ist er deshalb noch lange nicht und wessen Interessen da von wem verfolgt werden, weißt Du doch gar nicht. Außerdem sagt der Umstand, dass der ÖR nicht erpressbar ist, noch nichts darüber aus, dass die Mitarbeiter unbestechlich sind.
Ist das jetzt ein anerkannter Automatismus? Verantwortlich im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk -> Verbrecher? Die Intendanten der Sender sind alle namentlich bekannt, die Rundfunkräte ebenso.

Ich erinnere nur mal an die Berichterstattung der Tagesschau während des Urkraine-Konfliktes. Sehr pro-ukrainisch und anti-russisch war das Bild, das vermittelt wurde - durch Videoclips, Formulierungen und Auswahl des Inhaltes. Und das, obwohl längst schon bekannt war, was für Verbrecher da den Präsidenten gestürzt haben. Die Motive Putins, die Krim zu beschützen, wurde auf ein simples "Machterhalt eines despotischen Aggressors" herunter gekürzt. Die Berichterstattung über Syrien und dem Nahen Osten im Allgemeinen ist seit ich denken kann nicht objektiv. Von Nordkorea ganz zu schweigen. Manchmal schaue ich mir nachts auch die Tagesschau von vor X Jahren an. Da fällt einem erst auf, dass es noch nie anders war. Egal ob Kuba, Panama, Afrika, ... Eigentlich hat sich kaum etwas verändert. Und da vermeide ich schon zu erwähnen, wie mit Pegida, der AfD oder anderen politisch unbequemen Themen umgegangen wurde und wird nebst den Nachrichten während der Flüchtlingskrise aus dem in- aber vor allem auch dem Ausland. Hör mir bloß auf!
Ich kann mich gut an unterschiedliche kritische Berichte über den Ukraine-Konflikt (Oder Syrien, Naher Osten) erinnern, zum Bleistift in der Anstalt (ZDF) und bei Monitor (ARD) etc.pp. Aber du brauchst ja nicht danach zu suchen, weil die ö-Re ja "den Schwanz eingezogen" und alles gelöscht haben ;)

Und ich frage mich, WAS du denn bei einer Berichterstattung über Pegida AfD und Konsorten denn vermisst hast? Hat man ihre Themen verschwiegen? Ihre Existenz? Sieht man im Ö-re nur freundlich-friedliche Flüchtlinge? Zeigen die Nachrichtensendungen nur ein zufriedenes La-La-Land, in dem alle von morgens bis Abends singen und tanzen? Oder ist dir das Bild einfach noch nicht düster genug?

Soil ich Dir mal was als ehemaliger DDR-Bürger sagen? Sowas ist mir lieber. Da weiß man wenigstens, wer die Nachrichten geschrieben, editiert und frei gegeben hat und ist automatisch kritisch. Zweifelt man die Objektivität des heiligen ÖR an - ist man ein "Verschwörungstheoretiker" oder ein "Aluhutträger". So einfach ist das.

Aber objektive Fakten erfährst du so auch nicht - Du SIEHST die Lüge (vielleicht), kannst sie aber nicht greifen. Es ist die Offline-Version der SocialMedia-Filterblase. Und die funktioniert AUCH in einer im Vergleich äußerst liberalen Gesellschaft. Wenn zu einer vorgefilterten "Wahrheit" auch noch mangelnde Alternativen kommen, kann sich ein Regime die Welt ganz schnell wiedewiedewie sie ihm gefällt machen. Woher KAM denn die Gewissheit in der DDR, dass nicht alles stimmte, was man so in der aktuellen Kamera zu sehen bekommen hat? Ich tippe mal auf die "Tagesschau"... :p

Weil es eben nicht nur ein strukturelles Problem ist, wenn nur eine mehr oder weniger definierte "Selbstüberwachung" existiert und man nicht über Inhalte (mit-)entscheiden kann. Auch kann man nicht regulativ eingreifen über die Entscheidung, ob man dafür zahlen will oder nicht. Und schlimmer als in der Politik kann man weder die Sender, noch die Verantwortlichen oder die Inhalte (ab-)wählen. Es ist damit ein Grundsatzproblem.
Ich sehe als Negativbeispiel dazu Facebook und auch YouTube. Da BIST du dein eigener "Programmchef" - kannst mit einem einfachen Klick entscheiden, WAS du sehen willst. Und das siehst du dann auch. Ausschließlich. Wenn DU das so willst, dann gibt es NUR noch grapschende Magrebiner, Terroristen aus Syrien und dem Irak, die Pegida wird zur Heilsarmee und die AfD ist die anständigste Partei der Geschichte. Das funktioniert dann ganz ohne Fakten, es basiert einfach nur auf DEINEN Vorlieben. Bei PayTV sind es keine "likes", sondern die Zahl der Abonenten, die entscheiden. Der Punkt ist doch, dass dich niemand zwingt, die von Dir so verhassten Sender zu sehen. Das wichtige ist, dass Sender, die nicht von einer gewissen Menge an Leuten gesehen werden, nicht einfach verschwinden. Nur SO entsteht Meinungsvielfalt. Es gibt keine objektive Berichterstattung, aber es muss die Möglichkeit geben, Zugang zu unterschiedlichen Meinungen zu haben. Die Meinungen dürfen sich nicht nach der Nachfrage richten.
 
Und wie hier schon erwähnt - es gibt durchaus eine Kontrolle: Die ö-Re müssen ihren Bedarf vor der VEG rechtfertigen - die diese Wünsche bislang nicht einfach durchgewunken hat.
VEG? Volkseigenes Gut?

Ist das jetzt ein anerkannter Automatismus? Verantwortlich im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk -> Verbrecher?
Soll ich Dir jetzt die Frage umdrehen und zurück schieben? Ist es ein Garant, dass wenn öffentlich finanziert wird -> qualitativ hochwertig / gut / unerlässlich?

Aber du brauchst ja nicht danach zu suchen, weil die ö-Re ja "den Schwanz eingezogen" und alles gelöscht haben ;) [...] Zeigen die Nachrichtensendungen nur ein zufriedenes La-La-Land, in dem alle von morgens bis Abends singen und tanzen? Oder ist dir das Bild einfach noch nicht düster genug?
Bei diesem Dir eigenen Tonfall ärgere ich mich schon wieder, dass ich Dir überhaupt geantwortet habe. Aber weil ich schon dabei bin:

Hat man sich denn auch nur ein einziges Mal die Mühe gemacht, das Phänomen von Pegida zu durchleuchten? Kann mich nicht erinnern. Den Fehler, das Volk zu unterschätzen, wenn es zu tausenden auf die Straße geht, hat schon die DDR-Führung gemacht, aber egal. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, alle Sendungen des ÖR zu diesem Thema gesehen zu haben, behaupte ich, dass Pegida mehr oder weniger als Neonaziaufmarsch (oder mindestens als Vorstufe davon) verkauft wurde. Nun kenne ich allerdings einige Leute in Dresden, die alles andere als Nazis sind. Und die waren zumindest am Anfang auch mit auf der Straße, als für die Medien schon längst klar war: Alles Nazis.

Bei der Flüchtlingskrise geht es mir nicht darum, dass Merkel entgegen internationaler Verträge und geltendes deutsches Recht gehandelt hat. Ob es moralisch richtig oder falsch war, ist eine völlig andere Debatte. Erstmal hat sie nach meiner Meinung naiv und unverantwortlich gehandelt. Aber medial war das nie ein Thema - zumindest nicht bei den etablierten Medien und so weit mir bekannt ist. Aber auch diese Sichtweise gehört meiner Meinung nach zu einer objektiven Betrachtung dazu.

Aber objektive Fakten erfährst du so auch nicht
Ok, schön. Nur wenn ich keine Objektivität von den Privaten erwarten kann, von Staatsfernsehen nun auch nicht von den ÖR - dann ist meiner Ansicht nach von den 3 Varianten der ÖR die schlechteste Wahl aus den genannten Gründen. Die Privaten finanzieren sich wenigstens selbst und da weiß man, dass dort auch Geschäftsinteressen gewahrt werden müssen. Beim Staatsfernsehen wären es politische Interessen der jeweiligen Regierung. Das ist zwar nicht transparent, aber wenigstens mit Ansage subjektiv.

Es ist die Offline-Version der SocialMedia-Filterblase. [...] Woher KAM denn die Gewissheit in der DDR, dass nicht alles stimmte, was man so in der aktuellen Kamera zu sehen bekommen hat? Ich tippe mal auf die "Tagesschau"... :p
Sicher nicht. In Dresden, wie überhaupt im gesamten Süden der DDR konnte man kein Westfernsehen empfangen. Aber genau hier gingen die Montagsdemos los. Die ersten, die den Mut aufbrachten mit Hilfe der Kirche auf die Straße zu gehen.

Und auch im meinem Fall habe ich schon zu Ostzeiten die Tagesschau kritisch gesehen. Da bei mir zuhause so gut wie nie Ostfernsehen lief, habe ich Ostnachrichten nur geschaut, wenn ich es als Hausaufgabe hatte und auswerten musste. Spannend war es nur, wenn mal was in Kuba passiert ist und man die Nachrichten beider Systeme vergleichen konnte. Wie gesagt: Meiner Ansicht nach ist die Mauer nur wegen asiatischen Videorekordern und Mallorca gefallen. Ich will jetzt und hier nicht wieder eine DDR-Debatte los treten, aber wenn ich mich an eine Sache erinnere, dann die Aussage von einem Klassenkameraden: "Meine Mutter verdient 850 Ostmark. Mein Onkel in West-Berlin ist arbeitslos und erhält 2000 DM vom Staat. Wenn der uns besuchen kommt und 100 DM zum Kurs von 1:10 umtauscht (das war ja etwa der offizielle Schwarzmarktkurs ein paar Jahre vor dem Mauerfall), dann hat er 1000 Ostmark und das merkt der nicht mal auf dem Konto". Und solche Beispiele könnte ich hundertfach bringen. Egal ob das Gesagte nun stimmt oder nicht - ich behaupte nach wie vor, dass es Neid und Gier waren, die die Mauer zu Fall brachten. Einfach nur durch das, was man von seinen Verwandten hörte (oder per stille Post getratscht wurde).

Und ich finde es schon ganz schön mutig, wenn man anderen Leuten Filterblasen vorwirft, dann aber die ÖR zum Maßstab nimmt. Überhaupt: Wie weit sind die News-Sendungen von RTL, der Pro7-Gruppe oder Tele5 inhaltlich eigentlich von den ÖR entfernt? Ich sehe keinen Unterschied. Nur in den anderen Formaten, wie eben von Dir zitiert "Monitor", "Die Anstalt" und dergleichen. Aber die vertreten ja auch eine klare, zum Teil extrem linke politische Linie. Damit ist Objektivität schon wieder ausgeschlossen, auch wenn sie mehrheitlich meine Meinung vertreten.


Ich sehe als Negativbeispiel dazu Facebook und auch YouTube. Da BIST du dein eigener "Programmchef" - kannst mit einem einfachen Klick entscheiden, WAS du sehen willst.
Selbst recherchieren statt zu fressen, was vorgesetzt wird. Beides kann problematisch sein. In einem Fall klickt man nur auf das, was einen interessiert und begibt sich damit eventuell in die Filterblase. Andererseits frisst man was serviert wird schluckt - ja was? Die Filterblase eines anderen?

Das wichtige ist, dass Sender, die nicht von einer gewissen Menge an Leuten gesehen werden, nicht einfach verschwinden. Nur SO entsteht Meinungsvielfalt. [...] Es gibt keine objektive Berichterstattung, aber es muss die Möglichkeit geben, Zugang zu unterschiedlichen Meinungen zu haben. Die Meinungen dürfen sich nicht nach der Nachfrage richten.
Wie viele Leute schauen täglich die Tagesschau und nur die? Das ist ganz ähnlich, als wenn man nur die BILD liest oder sich eben immer nur aus einer Quelle informiert. Nur wenn man sich selbst breit informieren möchte, zieht man auch mal andere Quellen heran und dann ist das Internet unerlässlich. Denn wie wir ja wissen, sind ja die Zeitungen letztlich auch alle in der Hand von nur 3 Familien. Nur das Internet bietet überhaupt die Möglichkeit, dass auch andere mal zu Wort kommen. Ja, zum Preis, dass hier auch viel Bullshit eingestellt wird. Aber damit kann ich besser leben als mit blindem Vertrauen in die "Qualität" des ÖR Rundfunks.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Beinahe unbegrenzt"?
Ja sicher! Bislang wurde der Beitrag immer nur erhöht, wenn man Geld brauchte. Wo steht schwarz auf weiß geschrieben, wo der Deckel drauf ist?

Und wie hier schon erwähnt - es gibt durchaus eine Kontrolle: Die ö-Re müssen ihren Bedarf vor der VEG rechtfertigen - die diese Wünsche bislang nicht einfach durchgewunken hat.
VEG? Volkseigenes Gut?

Ist das jetzt ein anerkannter Automatismus? Verantwortlich im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk -> Verbrecher?
Soll ich Dir jetzt die Frage umdrehen und zurück schieben? Ist es ein Garant, dass wenn öffentlich finanziert wird -> alles gut?

Aber du brauchst ja nicht danach zu suchen, weil die ö-Re ja "den Schwanz eingezogen" und alles gelöscht haben ;) [...] Zeigen die Nachrichtensendungen nur ein zufriedenes La-La-Land, in dem alle von morgens bis Abends singen und tanzen? Oder ist dir das Bild einfach noch nicht düster genug?
Bei diesem Dir eigenen Tonfall ärgere ich mich schon wieder, dass ich Dir überhaupt geantwortet habe. Aber weil ich schon dabei bin:

Hat man sich denn auch nur ein einziges Mal die Mühe gemacht, das Phänomen von Pegida zu durchleuchten? Kann mich nicht erinnern. Den Fehler, das Volk zu unterschätzen, wenn es zu tausenden auf die Straße geht, hat schon die DDR-Führung gemacht, aber egal. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit, alle Sendungen des ÖR zu diesem Thema gesehen zu haben, behaupte ich, dass Pegida mehr oder weniger als Neonaziaufmarsch (oder mindestens als Vorstufe davon) verkauft. Nun kenne ich allerdings einige Leute in Dresden, die alles andere als Nazis sind. Und die waren zumindest am Anfang auch mit auf der Straße, als für die Medien schon längst klar war: Alles Nazis.

Bei der Flüchtlingskrise geht es mir nicht darum, dass Merkel entgegen internationaler Verträge und geltendes deutsches Recht gehandelt hat. Ob es moralisch richtig oder falsch war, ist eine völlig andere Debatte. Erstmal hat sie nach meiner Meinung naiv und unverantwortlich gehandelt. Aber medial war das nie ein Thema - zumindest nicht bei den etablierten Medien und so weit mir bekannt ist. Aber auch diese Sichtweise gehört meiner Meinung nach zu einer objektiven Betrachtung dazu.

Aber objektive Fakten erfährst du so auch nicht
Ok, schön. Nur wenn ich keine Objektivität von den Privaten erwarten kann, von Staatsfernsehen nun auch nicht von den ÖR - dann ist meiner Ansicht nach von den 3 Varianten der ÖR die schlechteste Wahl aus den genannten Gründen. Die Privaten finanzieren sich wenigstens selbst und da weiß man, dass dort auch Geschäftsinteressen gewahrt werden müssen. Beim Staatsfernsehen wären es politische Interessen der jeweiligen Regierung. Das ist zwar nicht transparent, aber wenigstens mit Ansage subjektiv.

Es ist die Offline-Version der SocialMedia-Filterblase. [...] Woher KAM denn die Gewissheit in der DDR, dass nicht alles stimmte, was man so in der aktuellen Kamera zu sehen bekommen hat? Ich tippe mal auf die "Tagesschau"... :p
Sicher nicht. In Dresden, wie überhaupt im gesamten Süden der DDR konnte man kein Westfernsehen empfangen. Aber genau hier gingen die Montagsdemos los. Die ersten, die den Mut aufbrachten mit Hilfe der Kirche auf die Straße zu gehen.

Und auch im meinem Fall habe ich schon zu Ostzeiten die Tagesschau kritisch gesehen. Da bei mir zuhause so gut wie nie Ostfernsehen lief, habe ich Ostnachrichten nur geschaut, wenn ich es als Hausaufgabe hatte und auswerten musste. Spannend war es nur, wenn mal was in Kuba passiert ist und man die Nachrichten beider Systeme vergleichen konnte. Wie gesagt: Meiner Ansicht nach ist die Mauer nur wegen asiatischen Videorekordern und Mallorca gefallen.

Und ich finde es schon ganz schön mutig, wenn man anderen Leuten Filterblasen vorwirft, dann aber die ÖR zum Maßstab nimmt. Überhaupt: Wie weit sind die News-Sendungen von RTL, der Pro7-Gruppe oder Tele5 inhaltlich eigentlich von den ÖR entfernt? Ich sehe keinen Unterschied. Nur in den anderen Formaten, wie eben von Dir zitiert "Monitor", "Die Anstalt" und dergleichen. Aber die vertreten ja auch eine klare, zum Teil extrem linke politische Linie. Damit ist Objektivität schon wieder ausgeschlossen, auch wenn sie mehrheitlich meine Meinung vertreten.


Ich sehe als Negativbeispiel dazu Facebook und auch YouTube. Da BIST du dein eigener "Programmchef" - kannst mit einem einfachen Klick entscheiden, WAS du sehen willst.
Selbst recherchieren statt zu fressen, was vorgesetzt wird. Beides kann problematisch sein. In einem Fall klickt man nur auf das, was einen interessiert und begibt sich damit eventuell in die Filterblase. Andererseits frisst man was serviert wird schluckt - ja was? Die Filterblase eines anderen?

Das wichtige ist, dass Sender, die nicht von einer gewissen Menge an Leuten gesehen werden, nicht einfach verschwinden. Nur SO entsteht Meinungsvielfalt. [...] Es gibt keine objektive Berichterstattung, aber es muss die Möglichkeit geben, Zugang zu unterschiedlichen Meinungen zu haben. Die Meinungen dürfen sich nicht nach der Nachfrage richten.
Wie viele Leute schauen täglich die Tagesschau und nur die? Das ist ganz ähnlich, als wenn man nur die BILD liest oder sich eben immer nur aus einer Quelle informiert. Nur wenn man sich selbst breit informieren möchte, zieht man auch mal andere Quellen heran und dann ist das Internet unerlässlich. Denn wie wir ja wissen, sind ja die Zeitungen letztlich auch alle in der Hand von nur 3 Familien. Nur das Internet bietet überhaupt die Möglichkeit, dass auch andere mal zu Wort kommen. Ja, zum Preis, dass hier auch viel Bullshit eingestellt wird. Aber damit kann ich besser leben als mit blindem Vertrauen in die "Qualität" des ÖR Rundfunks.
 
Ja sicher! Bislang wurde der Beitrag immer nur erhöht, wenn man Geld brauchte. Wo steht schwarz auf weiß geschrieben, wo der Deckel drauf ist?
https://kef-online.de/de/startseite/

VEG? Volkseigenes Gut?
Die Korrekte Abkürzung ist KEF - mein Fehler, tut mir lied.

Soll ich Dir jetzt die Frage umdrehen und zurück schieben? Ist es ein Garant, dass wenn öffentlich finanziert wird -> alles gut?
Wenn ich auf meine Frage eine Antwort bekomme, kein Problem. Nein, es ist kein Garant. Im Gegenteil - es hat üble Formen von Untreue und Vetternwirtschaft gegeben. Das ist dokumentiert und aufgearbeitet. Wie viele der aktuellen Verantwortlichen haben sich in dieser hinsicht etwas zu schulden kommen lassen?

Bei diesem Dir eigenen Tonfall ärgere ich mich schon wieder, dass ich Dir überhaupt geantwortet habe.
Wäre schade gewesen, wenn du NICHT geantwortet hättest, aber über was ärgerst du Dich? Meinen Sarkasmus oder die Tatsache, dass ich dafür deine Worte benutzt habe?
Hat man sich denn auch nur ein einziges Mal die Mühe gemacht, das Phänomen von Pegida zu durchleuchten? Kann mich nicht erinnern. Den Fehler, das Volk zu unterschätzen, wenn es zu tausenden auf die Straße geht, hat schon die DDR-Führung gemacht, aber egal. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit, alle Sendungen des ÖR zu diesem Thema gesehen zu haben, behaupte ich, dass Pegida mehr oder weniger als Neonaziaufmarsch (oder mindestens als Vorstufe davon) verkauft.
Aufgrund der Tatsache, das quasi ab beginn der Demos das Wort "Lügenpresse" fiel, und Demoteilnehmer oder -Verantwortliche immer wieder mit Neonazi-Parolen oder -Kontakten aufgefallen sind und immer noch auffallen, ist das Bild vielleicht nicht vollständig, aber auch nicht verkehrt. Und zu Hochzeiten gab es durchaus den Versuch, sich sachlich mit den Themen auseinander zu setzen. Und meiner Erinnerung nach wurde das von der Pegida-Seite nicht gewünscht.

Nun kenne ich allerdings einige Leute in Dresden, die alles andere als Nazis sind. Und die waren zumindest am Anfang auch mit auf der Straße, als für die Medien schon längst klar war: Alles Nazis.
Glaub ich Dir. Nur war für mich der Tenor in den Medien eher: "Die Nazis geben den Ton an"

Bei der Flüchtlingskrise geht es mir nicht darum, dass Merkel entgegen internationaler Verträge und geltendes deutsches Recht gehandelt hat. Ob es moralisch richtig oder falsch war, ist eine völlig andere Debatte. Erstmal hat sie nach meiner Meinung naiv und unverantwortlich gehandelt. Aber medial war das nie ein Thema - zumindest nicht bei den etablierten Medien und so weit mir bekannt ist. Aber auch diese Sichtweise gehört meiner Meinung nach zu einer objektiven Betrachtung dazu.
Auch da hast du Recht - Ein Hauptaugenmerk in der Berichterstattung lag eher auf dem moralischen Aspekt. Allerdings ist die rechtliche Frage dank des GFK gar nicht so fraglich - zumindest was die syrischen Kriegsflüchtlinge angeht, die beim Beginn der Welle den Hauptteil der Ankommenden ausmachte, nicht wirklich fraglich - das wurde es erst später.

Ok, schön. Nur wenn ich keine Objektivität von den Privaten erwarten kann, von Staatsfernsehen nun auch nicht von den ÖR - dann ist meiner Ansicht nach von den 3 Varianten der ÖR die schlechteste Wahl aus den genannten Gründen. Die Privaten finanzieren sich wenigstens selbst und da weiß man, dass dort auch Geschäftsinteressen gewahrt werden müssen. Beim Staatsfernsehen wären es politische Interessen der jeweiligen Regierung. Das ist zwar nicht transparent, aber wenigstens mit Ansage subjektiv.
Darf ich es umformulieren? Dir ist eine EINDEUTIG subjektive Quelle lieber als eine, die MÖGLICHERWEISE subjektiv ist? Ich hab das jetzt bewusst negativ formuliert...

Sicher nicht. In Dresden, wie überhaupt im gesamten Süden der DDR konnte man kein Westfernsehen empfangen. Aber genau hier gingen die Montagsdemos los. Die ersten, die den Mut aufbrachten mit Hilfe der Kirche auf die Straße zu gehen.
Meines Wissens ging es in Leipzig los, und das lag nicht im "Tal der Ahnungslosen". Aber das nur nebenbei. Der Punkt, den ich meine ist, dass Hier wohl auch Mund-zu-Mund-Propaganda reicht, um Misstrauen zu sähen. In über 80% des DDR Staatsgebietes GAB es Westempfang.

Und ich finde es schon ganz schön mutig, wenn man anderen Leuten Filterblasen vorwirft, dann aber die ÖR zum Maßstab nimmt.
Nicht als Maßstab - als Basis.
Überhaupt: Wie weit sind die News-Sendungen von RTL, der Pro7-Gruppe oder Tele5 inhaltlich eigentlich von den ÖR entfernt?
Vergleiche die "Top-Themen" der Sendungen. Wenn es kein außergewöhnliches Ereignis (Anschlag, Naturkatastrophe etc.) gibt, liegt bei den Privaten Der Fokus oft auf Boulevard-Themen, bei den ö-Re meistens bei politischen Meldungen.
Ich sehe keinen Unterschied. Nur in den anderen Formaten, wie eben von Dir zitiert "Monitor", "Die Anstalt" und dergleichen. Aber die vertreten ja auch eine klare, zum Teil extrem linke politische Linie. Damit ist Objektivität schon wieder ausgeschlossen, auch wenn sie mehrheitlich meine Meinung vertreten.
Mal "Report - München gesehen? :LOL: Die sind alles mögliche, nur nicht Links...

Selbst recherchieren statt zu fressen, was vorgesetzt wird. Beides kann problematisch sein. In einem Fall klickt man nur auf das, was einen interessiert und begibt sich damit eventuell in die Filterblase. Andererseits frisst man was serviert wird schluckt - ja was? Die Filterblase eines anderen?
Die öffentlich-rechtlichen zu konsumieren schließt Recherche ja nicht aus

Wie viele Leute schauen täglich die Tagesschau und nur die? Das ist ganz ähnlich, als wenn man nur die BILD liest oder sich eben immer nur aus einer Quelle informiert. Nur wenn man sich selbst breit informieren möchte, zieht man auch mal andere Quellen heran und dann ist das Internet unerlässlich. Denn wie wir ja wissen, sind ja die Zeitungen letztlich auch alle in der Hand von nur 3 Familien. Nur das Internet bietet überhaupt die Möglichkeit, dass auch andere mal zu Wort kommen. Ja, zum Preis, dass hier auch viel Bullshit eingestellt wird. Aber damit kann ich besser leben als mit blindem Vertrauen in die "Qualität" des ÖR Rundfunks.
Wer spricht von "blindem Vertrauen"? Niemand. Das ist der essentielle Unterschied: Ich für meinen Teil sage, dass der ö-re nicht perfekt ist, und sicherlich an vielen Stellen reformiert und schlanker gemacht werden muss - aber dass das KONZEPT erhalten bleiben sollte. Ich halte nicht viel von den Verhältnissen, die in den USA oder Russland herrschen. Hier wie da ist Informationsbeschaffung ideologisch geprägt - in den USA vollkommen polarisiert, in Russland weitestgehend gleich geschaltet. Bei vielen habe ich den Eindruck, dass sie die ö-re ablehnen, weil sie eben NICHT die Linie vertreten, die man persönlich fährt. Ob das jetzt bei den Nachrichten ist oder bei der Programmgestalltung.
 
Wenn ich auf meine Frage eine Antwort bekomme, kein Problem. Nein, es ist kein Garant.
Genauso ist natürlich nicht jeder, der beim ÖR arbeitet, ein Verbrecher. Ein "Verbrechen" im Sinne des Gesetzes zu begehen, ist ja auch schwer möglich, wenn es nicht gerade um Untreue und dergleichen geht. Aber so Sachen wie "Nichterfüllung des Bildungsauftrages" oder "Zuwiderhandlungen im Sinne der Grundversorgung" kann es nicht geben, weil undefiniert. Oder anders gesagt: Egal was sie produzieren und senden, es wird alles auch im Nachhinein von den Gerichten abgesegnet.

Ich glaube, dass das der Stein des Anstoßes bei den meisten ist. Und bei vielen kommt eben (wie beispielsweise bei mir) dazu, dass sie die ÖR entweder gar nicht oder nur wenige ausgewählte Sendungen schauen - dafür aber im Vergleich horrend hohen Beitrag zahlen müssen. Wie schon mal irgendwann gesagt: Einfach mal schauen, was man beim ÖR für 17,50 Euro im Monat bekommt und was für 19,90 bei Sky. Da liegen Welten dazwischen. Aufgrund fehlender Definition ist Sky leider der einzige Maßstab, den man da anlegen kann.

Wie viele der aktuellen Verantwortlichen haben sich in dieser hinsicht etwas zu schulden kommen lassen?
Bis zum nächsten Skandal hoffentlich niemand.

über was ärgerst du Dich? Meinen Sarkasmus oder die Tatsache, dass ich dafür deine Worte benutzt habe?
Über die implizite Unterstellung.

Allerdings ist die rechtliche Frage dank des GFK gar nicht so fraglich - zumindest was die syrischen Kriegsflüchtlinge angeht, die beim Beginn der Welle den Hauptteil der Ankommenden ausmachte, nicht wirklich fraglich - das wurde es erst später.
Am Anfang wurde geprüft, wer ein Kriegsflüchtling ist und wer nicht? Das wäre ja die Grundvoraussetzung gewesen, damit das Abkommen überhaupt greift. Oder wurden die Tore aufgerissen und erst mal die Flut völlig kopflos aufgefangen - irgendwer wird sie schon irgendwann (aus-)sortieren? Von objektiven und unabhängigen Medien hätte ich erwartet, dass zumindest die Gefahren, die dieses Verhalten mit sich brachte, auch beleuchtet werden. Habe davon nichts gehört.

Und hat sich später dann die Berichterstattung dazu geändert? Was wird heute überhaupt noch berichtet, obgleich sich eigentlich nichts geändert hat?

Dir ist eine EINDEUTIG subjektive Quelle lieber als eine, die MÖGLICHERWEISE subjektiv ist? Ich hab das jetzt bewusst negativ formuliert...
Ehrlich gesagt ja. Mit solchen Quellen bin ich groß geworden und kann damit umgehen. Auf deutsch gesagt sind mir "Junge Welt" und "Junge Freiheit" parallel gelesen lieber als eine FAZ, ja. Denn wer sich als objektiv bezeichnet (und es doch nicht ist), der versteckt seine Ambitionen viel besser. Man findet die Wahrheit viel schwieriger oder gar nicht.

Liest man zwei Berichte über das gleiche Ereignis von betont gegensätzlich subjektiven Quellen, ist es viel einfacher, es auf das Notwendigste zu reduzieren. Das muss nicht immer brutal links-rechts sein. Es reicht schon wie beim Thema "Schließung des Flughafens Tempelhof" die Broschüre der Befürworter und daneben die der Gegner zu lesen. Eine "objektive" Quelle hätte mir die Arbeit bereits abgenommen und mir ihre "Filterblase" zum Fressen gegeben.

Nicht als Maßstab - als Basis.
Für mich stellen sich 2 Fragen:

  1. Benötigen wir einen ÖR?
  2. Ist es wichtig, einen ÖR zu haben?

Vielleicht hatte der ÖR (und die Tagesschau) zu Zeiten des Kalten Krieges und der de-facto-Besatzungszeit bis 1990 auch noch eine andere Bedeutung und Funktion als heute. Sicher hatte er einen anderen Stellenwert bis es in den 1980er Jahren dann die privaten Sender gab. Ohne die ÖR hätte es wohl keinen Haushalt mit einem Fernseher gegeben. Und als Kind habe ich oft so Sachen wie "EWG" mit Kuhlenkampff regelmäßig gesehen oder oder auch "Am laufenden Band", "Dalli Dalli", "Der grosse Preis" mit Toelke, "Sketchup" oder oder oder. Aber wenn ich mir heute ein paar Folgen davon nochmal bei YouTube anschaue, dann merke ich doch, dass sich mein Anspruch geändert hat. Der ÖR aber irgendwie nicht.

Also die Frage, ob wir den ÖR denn heute noch immer benötigen:

Nachrichten beziehe ich aus dem Internet aus vielen unterschiedlichen und so gut wie keinen festen Quellen. Unter anderem auch Klamm. Würden die ÖR fehlen, würde halt eine Quelle weg fallen. Schade, aber kein Drama weiter.

Für meine Unterhaltung sorgen Amazon Prime, Netflix und YouTube - hauptsächlich Filme, auch mal eine Serie. Ich schaue keine einzige Unterhaltungssendung des ÖR. Nicht aus Überzeugung, sondern weil mir bis heute nicht eine gefallen hat. ÖR Radiostationen spielen nichts anderes als die privaten. Überhaupt bieten sie nichts, was ihre Existenz rechtfertigen oder alternativlos machen würde.

Meine Bildung hole ich mir hauptsächlich aus dem Internet. Hauptsächlich natürlich fachbezogen zu meinem Beruf, aber auch Allgemeinwissen aus Wikipedia und diversen anderen Quellen. Alle kostenlos und frei zugänglich. Mir würde es schwerer fallen, 1 Tag auf Google zu verzichten als ein Leben lang auf alle ÖR Sender. Die produzierten und gesendeten Dokus von Privatsendern und Filmstudios (national und international) sind mindestens auf dem gleichen Niveau der ÖR und mit etwa gleichem Inhalt, oft sogar aufwändiger hergestellt. Egal ob Wissenschaft, Geschichte, Kunst, Kultur oder Allgemeinbildung. Genau genommen wird mit Pro7-Galileo und dergleichen sogar noch die Gruppe der Hauptschulabbrecher bedient, also eine wesentlich größere Zielgruppe als bei den ÖR.

Kindersendungen brauche ich keine, allerdings würden auch hier etliche internationale Produktionen auf meinen genutzten Unterhaltungsplattformen mehr als genug kostenlose oder kostenpflichtige Unterhaltung bieten.

Sport ist für mich fast komplett unwichtig. Gern habe ich American Football geschaut. Seit ich kein DVB-T mehr empfangen kann, ist auch "ran Football" (Sat1) weg gefallen. Hab ich nach 2 Wochen dann auch nicht mehr vermisst. Wie auch immer, die ÖR haben die NFL ohnehin nicht übertragen. Auch keine NBA, MLB oder sonstwas. Und wer sich für Sport interessiert, der schaut entweder Sportsender, hat ein Sky-Abo oder eben das Internet. Höchstens noch Olympie, aber auch das läuft ja de facto fast überall.

Eine Notwendigkeit sehe ich also nicht gegeben. Bleibt also die Frage, ob der ÖR eine wichtige Funktion erfüllt, ohne die uns was fehlen würde.

Ich verstehe Deine Argumentation durchaus: Nur wenn eine Institution (finanziell) unabhängig ist, kann sie überhaupt objektiv sein. Und nur dann kann sie sich auch mal unbequemen Themen annehmen und tiefer schürfen; ja sogar gegen die öffentliche Meinung stellen. Die ÖR Anstalten können experimentieren und andere Wege gehen ohne Gewinne erwirtschaften oder auf die Einschaltquoten schielen zu müssen. Kann eigentlich alles ganz unverhohlen tun ohne existenzielle Ängste haben zu müssen oder erpressbar zu sein.

Stimmt, aber all das tut der ÖR nicht. Wenn dem so wäre, würde ich vielleicht sogar nochmal meine Einstellung überdenken. Vermutlich wird es mir dann noch immer nicht gefallen, 17,50 Euro im Monat zahlen zu müssen, aber ich könnte die Befürworter besser verstehen. Im Augenblick ist der ÖR meiner Ansicht nach dem Privatfernsehen hoffnungslos unterlegen und kämpft um die eigene Daseinsberechtigung, die sie sich ständig von Gerichten bestätigen lassen müssen, um es selbst zu glauben.

Bei vielen habe ich den Eindruck, dass sie die ö-re ablehnen, weil sie eben NICHT die Linie vertreten, die man persönlich fährt. Ob das jetzt bei den Nachrichten ist oder bei der Programmgestalltung.
Aber von welcher "Linie" sprechen wir denn? Reden wir jetzt noch von Gusto und Geschmacksfragen oder sind wir gedanklich bei Politik?
 
Zuletzt bearbeitet:
Genauso ist natürlich nicht jeder, der beim ÖR arbeitet, ein Verbrecher. Ein "Verbrechen" im Sinne des Gesetzes zu begehen, ist ja auch schwer möglich, wenn es nicht gerade um Untreue und dergleichen geht. Aber so Sachen wie "Nichterfüllung des Bildungsauftrages" oder "Zuwiderhandlungen im Sinne der Grundversorgung" kann es nicht geben, weil undefiniert. Oder anders gesagt: Egal was sie produzieren und senden, es wird alles auch im Nachhinein von den Gerichten abgesegnet.
Selbst WENN die Grundversorgung definiert wäre, würde sie von den Kritikern wahrscheinlich nicht anerkannt - "Musikantenstadl" ist ja keine Grundversorgung ;).

Ich glaube, dass das der Stein des Anstoßes bei den meisten ist. Und bei vielen kommt eben (wie beispielsweise bei mir) dazu, dass sie die ÖR entweder gar nicht oder nur wenige ausgewählte Sendungen schauen - dafür aber im Vergleich horrend hohen Beitrag zahlen müssen. Wie schon mal irgendwann gesagt: Einfach mal schauen, was man beim ÖR für 17,50 Euro im Monat bekommt und was für 19,90 bei Sky. Da liegen Welten dazwischen. Aufgrund fehlender Definition ist Sky leider der einzige Maßstab, den man da anlegen kann.
Gut, mein Medienkonsum liegt vielleicht etwas anders, aber ich fühle mich selbst mit einem Komplettpaket von Sky (12 Monate 44,50 p.M., danach 66,50 p.M., HD +10€) NICHT vollständig versorgt. Ja, ich habe ein Überangebot Sport, Filme, Serien und Dokus, aber keine Kultur, keine Nachrichten, kein Bildungsfernsehen, dass über Dokus hinausgeht, keine lokalen Informationen, Nichts zu Politik und Gesellschaft - und kein Radio.

Bis zum nächsten Skandal hoffentlich niemand.
Fazit: Unschuldig biss zum Beweis der Schuld, Ohne Verdacht keine Beschuldigungen. Demnach ist der Vorwurf obsolet.

Über die implizite Unterstellung.
Deine Art der Argumentation ist für mich manchmal sehr dogmatisch - Und das treibt mich eben auch manchmal auf die Palme.

Und hat sich später dann die Berichterstattung dazu geändert? Was wird heute überhaupt noch berichtet, obgleich sich eigentlich nichts geändert hat?
Natürlich wird noch berichtet. Schon weil die gesellschaftliche Lage und die politische Diskussion sich geändert haben.
Ehrlich gesagt ja. Mit solchen Quellen bin ich groß geworden und kann damit umgehen. Auf deutsch gesagt sind mir "Junge Welt" und "Junge Freiheit" parallel gelesen lieber als eine FAZ, ja. Denn wer sich als objektiv bezeichnet (und es doch nicht ist), der versteckt seine Ambitionen viel besser. Man findet die Wahrheit viel schwieriger oder gar nicht.
Wer sich selbst als subjektiv bezeichnet, dem geht eine Lüge (und auch schon eine Übertreibung) deutlich leichter von der Hand. Und sie werden nicht zu Korrekturen gezwungen. Gerade ö-re und große, etablierte Zeitungen stehen hier klar im Fokus und reagieren zumeist auch darauf, wenn man ihnen Fehler nachweist. Ist mit SO von deinen Beispielen nicht bekannt.

Liest man zwei Berichte über das gleiche Ereignis von betont gegensätzlich subjektiven Quellen, ist es viel einfacher, es auf das Notwendigste zu reduzieren. Das muss nicht immer brutal links-rechts sein. Es reicht schon wie beim Thema "Schließung des Flughafens Tempelhof" die Broschüre der Befürworter und daneben die der Gegner zu lesen. Eine "objektive" Quelle hätte mir die Arbeit bereits abgenommen und mir ihre "Filterblase" zum Fressen gegeben.
Ging mich jetzt persönlich nicht direkt an, kann ich nicht viel dazu sagen. Ich meine jedoch das im Falle der Elbvertiefung (ist aktueller) die Argumente beider Seiten sowohl in den Nachrichten als auch in den Politik-Magazinen durchaus der ö-re kommuniziert wurden...


Für mich stellen sich 2 Fragen:

  1. Benötigen wir einen ÖR?
  2. Ist es wichtig, einen ÖR zu haben?

Vielleicht hatte der ÖR (und die Tagesschau) zu Zeiten des Kalten Krieges und der de-facto-Besatzungszeit bis 1990 auch noch eine andere Bedeutung und Funktion als heute. Sicher hatte er einen anderen Stellenwert bis es in den 1980er Jahren dann die privaten Sender gab. Ohne die ÖR hätte es wohl keinen Haushalt mit einem Fernseher gegeben. Und als Kind habe ich oft so Sachen wie "EWG" mit Kuhlenkampff regelmäßig gesehen oder oder auch "Am laufenden Band", "Dalli Dalli", "Der grosse Preis" mit Toelke, "Sketchup" oder oder oder. Aber wenn ich mir heute ein paar Folgen davon nochmal bei YouTube anschaue, dann merke ich doch, dass sich mein Anspruch geändert hat. Der ÖR aber irgendwie nicht.

Also die Frage, ob wir den ÖR denn heute noch immer benötigen:

Nachrichten beziehe ich aus dem Internet aus vielen unterschiedlichen und so gut wie keinen festen Quellen. Unter anderem auch Klamm. Würden die ÖR fehlen, würde halt eine Quelle weg fallen. Schade, aber kein Drama weiter.

Für meine Unterhaltung sorgen Amazon Prime, Netflix und YouTube - hauptsächlich Filme, auch mal eine Serie. Ich schaue keine einzige Unterhaltungssendung des ÖR. Nicht aus Überzeugung, sondern weil mir bis heute nicht eine gefallen hat. ÖR Radiostationen spielen nichts anderes als die privaten. Überhaupt bieten sie nichts, was ihre Existenz rechtfertigen oder alternativlos machen würde.

Meine Bildung hole ich mir hauptsächlich aus dem Internet. Hauptsächlich natürlich fachbezogen zu meinem Beruf, aber auch Allgemeinwissen aus Wikipedia und diversen anderen Quellen. Alle kostenlos und frei zugänglich. Mir würde es schwerer fallen, 1 Tag auf Google zu verzichten als ein Leben lang auf alle ÖR Sender. Die produzierten und gesendeten Dokus von Privatsendern und Filmstudios (national und international) sind mindestens auf dem gleichen Niveau der ÖR und mit etwa gleichem Inhalt, oft sogar aufwändiger hergestellt. Egal ob Wissenschaft, Geschichte, Kunst, Kultur oder Allgemeinbildung. Genau genommen wird mit Pro7-Galileo und dergleichen sogar noch die Gruppe der Hauptschulabbrecher bedient, also eine wesentlich größere Zielgruppe als bei den ÖR.

Kindersendungen brauche ich keine, allerdings würden auch hier etliche internationale Produktionen auf meinen genutzten Unterhaltungsplattformen mehr als genug kostenlose oder kostenpflichtige Unterhaltung bieten.

Sport ist für mich fast komplett unwichtig. Gern habe ich American Football geschaut. Seit ich kein DVB-T mehr empfangen kann, ist auch "ran Football" (Sat1) weg gefallen. Hab ich nach 2 Wochen dann auch nicht mehr vermisst. Wie auch immer, die ÖR haben die NFL ohnehin nicht übertragen. Auch keine NBA, MLB oder sonstwas. Und wer sich für Sport interessiert, der schaut entweder Sportsender, hat ein Sky-Abo oder eben das Internet. Höchstens noch Olympie, aber auch das läuft ja de facto fast überall.

Eine Notwendigkeit sehe ich also nicht gegeben. Bleibt also die Frage, ob der ÖR eine wichtige Funktion erfüllt, ohne die uns was fehlen würde.
Hier kommen wir auf den Punkt: Du geht von DEINEM Medienbedarf aus und projezierst ihn auf die Allgemeinheit. Im Endeffekt geht es doch überhaupt nicht um die Frage, ob du ARD und ZDF siehst, sondern darum, ob du anderen, deren Vorlieben sich von deinen unterscheiden und deshalb durchaus das Angebot nutzen, dieses gönnst oder nicht. In meinen Augen ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein soziologisches Umlagesystem - ALLE zahlen ein und alle KÖNNEN es nutzen - müssen aber nciht.

Ich verstehe Deine Argumentation durchaus: Nur wenn eine Institution (finanziell) unabhängig ist, kann sie überhaupt objektiv sein. Und nur dann kann sie sich auch mal unbequemen Themen annehmen und tiefer schürfen; ja sogar gegen die öffentliche Meinung stellen. Die ÖR Anstalten können experimentieren und andere Wege gehen ohne Gewinne erwirtschaften oder auf die Einschaltquoten schielen zu müssen. Kann eigentlich alles ganz unverhohlen tun ohne existenzielle Ängste haben zu müssen oder erpressbar zu sein.

Stimmt, aber all das tut der ÖR nicht. Wenn dem so wäre, würde ich vielleicht sogar nochmal meine Einstellung überdenken. Vermutlich wird es mir dann noch immer nicht gefallen, 17,50 Euro im Monat zahlen zu müssen, aber ich könnte die Befürworter besser verstehen. Im Augenblick ist der ÖR meiner Ansicht nach dem Privatfernsehen hoffnungslos unterlegen und kämpft um die eigene Daseinsberechtigung, die sie sich ständig von Gerichten bestätigen lassen müssen, um es selbst zu glauben.
Da tun sie durchaus, aber in Nischen- oder Lokalsendern. Viele "innovative" Sendeformate der ö-re haben ihre Anfänge in Sendern wie ZDF NEO, einsPlus, Arte oder 3Sat hinter sich, viele sind auch nie davon weg gekommen, aber trotzdem sehenswert.
Warum solche Experimente nicht zur Primetime in den Hauptsendern laufen, liegt ja auch auf der Hand: ARD und ZDF liegen in direkter Konkurrenz zu den Privaten. Würden die Quoten eklatant sinken, wäre die Diskussion über die "Grundversorgung" doch NOCH größer. Gefühlt 20 verschiedene parallele Tatort-Produktionen von den ARD-Stationen lassen sich doch nur rechtfertigen, weil JEDE Folge mindesten 6-8 Mio Zuschauer generiert. Würde zur selben Zeit eine Sendung laufen, die nur die Hälfte oder ein Viertel an Zuschauern generiert, wäre der Vorwurf, das man an den Sehgewohnheiten vorbei produziert. Und es ist ja nicht so, dass die ö-re nicht auf Änderungen im Sehverhalten reagieren: Die von dir angesprochenen großen Spielshows sind Geschichte. Weil sie heute nicht mehr funktionieren. Selbst die Formate, die in den privaten laufen, sind nicht mehr die überflieger.

Aber von welcher "Linie" sprechen wir denn? Reden wir jetzt noch von Gusto und Geschmacksfragen oder sind wir gedanklich bei Politik?
In meinen Augen sowohl als auch.
 
Ich denke der Größte Anstoß an dieser Steuer ist die Tatsache, das alle zahlen müssen und dafür keinerlei Rechte erhalten.
Die ÖR dürfen tun und lassen was Sie wollen und keiner der Zahler darf dagegen etwas tun.

Die Gehälter der Angestellten im ÖR sind nicht mit normalen Gehältern zu vergleichen, denn diese werden ja von den ÖR vorgenommen ohne das die Bürger darüber entscheiden können.

Wieso erhält z.B. eine Lottofee fast eine Halbe Million Euro pro Jahr ? ( Okay Sie wurde gekündigt.)
 
Zuletzt bearbeitet: