Genauso denke ich auch. Mit einer Ausnahme: Für mich ist die Union wegen dieser Tatsache für lange Zeit unwählbar. Denn niemand sägt an Schäubles Stuhl. Man lässt ihn gewähren und macht sich damit in meinem Verständnis mitschuldig an allem, was dieser Rollstuhlattentäter verbricht. Möllemann wollte man wegen viel weniger zu Fall bringen. Gysi hat man den Arsch wegen ein paar Flugtickets zerfetzen wollen. Ich habe aber noch keine eindeutigen Distanzierungen von Schäubles Wahnvorstellungen aus den Reihen der Union gehört. Dass die Merkel kein Rückgrat hat, ist bekannt. Aber dass keiner sonst mit Rang und Namen aus der Union dem Schäuble auf die Finger klopft, hat mich schon schokiert.[...] Ich halte Schäuble für gefährlich für unsere Demokratie. [...] Wenn ein Herr Schäuble zusammen mit seiner dauergebärenden Kollegin dauernd fordert, dem BKA Rechte zu geben, die seit der Gestapo kein öffentliches Organ in Deutschland (Ost und West) mehr hatte, dann müsste die Presse eigentlich nur noch eine schwarze Titelseite drucken.
Solange Herr Schäuble in der CDU Verantwortung tragen darf, ist diese Partei für mich unwählbar.
Wenn ich mir also einen Schäuble und seine Möglichkeiten anschaue, dann frage ich mich, ob überhaupt ein Vertreter der NPD so gefährlich werden kann wie er. Denn
[...] da ist das, was die Braunen wollen, eine viel größere Gefahr -, sondern einfach daran, daß der Berufssitzer auf Grund seiner Position mehr Macht halt als die Rechten.
was wollen die Rechten denn genau? Werfen wir doch mal einen Blick auf die NPD: Mehr Demokratie, Raus aus der EU, Kriminelle Ausländer raus, Strengere Einbürgerungsverfahren, Mehr Rente, Mehr Kindergeld, Umweltschutz und Schutz der Heimat, Arbeit zuerst für Deutsche.
Was ich sehe ist, dass sie im Grunde alle aktuellen Parolen in ihrem Wahl- und Parteiprogramm vereinigt haben wie alle anderen Parteien auch. Den Blödsinn mit EU-Austritt klammere ich dabei mal aus. Ansonsten nichts besonderes. Wir vermuten, dass sich die NPD an der nationalsozialistischen Ideologie orientiert oder wenigstens mit ihr sympathisiert. Finden auch teilweise Bestätigung, weil wir auch im (Wähler-)Stamm der NPD zumeist eben jene Leute wiederfinden, die wir dort vermuten würden und die aus ihrer Sympathie zu Adolf gar kein Hehl machen.
Aber diese Leute sind in der absoluten Minderheit. Es gibt sie in jeder Partei und verstärkt natürlich in einer rechten Partei, weil die eben naturgemäß näher an die Vorstellungen des Nationalsozialismus heran reicht als eine Partei der Mitte oder gar Linken. Doch ich würde mich gern mal in das Gehirn eines Schäubles begeben. Sofern ich ohne Folgeschäden da wieder raus käme, würde es mich wirklich mal interessieren, welche dunklen Gedanken sich hinter der biederen Fassade des bodenständigen Innenministers verbergen. Und das würde ich nur zu gern mit den Mustern eines Herrn Mielke vergleichen. Wenn ich damit durch bin, würde ich noch die Reise zu Göring antreten und es würde mich kein Stück wundern, wenn ich ähnliche Denkmuster finden würde. Der gleiche Wahnsinn, gleiche Radikalität - nur der Name des Feindes ist ein anderer.
Ich für meinen Teil habe vor unseren "Volksvertretern" viel mehr Angst als vor allen radikalen Parteien und Gruppierungen in Deutschland zusammen. Das sind nur Maulhelden, kaum irgendwas von Substanz. Aber die Mittäterschaft vieler "Vorbildsdemokraten" an dem Projekt "Demokratiesturz zum Schutze der Freiheit und Demokratie" empfinde ich als wesentlich dramatischer und viel gefährlicher, als eine NPD jemals werden könnte - egal, welcher gegenteiligen Meinung die Medien auch sein mögen...

