Sammelthread Papst-Äußerungen zum Islam

Ich habe noch nie gehört, daß ein Moslem sich als Muselmann bezeichnet hat, werde mich aber mal erkundigen, was von dieser Bezeichnung gehalten wird.

Warum ich das Zitat gebracht habe? Weil ich es als eine Beleidigung bzw. hier völlig falsch ansehe bzw. angesehen habe. Aber gut. Lassen wir das sein.
 
Was ich nicht verstehe, warum er dieses Zitat überhaupt gebracht hat, wenn's überhaupt nicht seine Meinung widerspiegelt. :roll:

Hast Du Dir die Rede angehört, oder gelesen?

Es ging schlichtweg um den Zusammenhang von Verstand und Glaube und um das zu verdeutlichen erzählte er von einem Verhör, indem dieses Zitat fiel ;)

EIgentlich hat er an keiner Stelle in irgendeiner Weise gesagt, dass er dieses Zitat sympathisieren würde.

Ich selbst denke, dass der Aufrur schlichtweg daher kommt, da viele Menschen nicht die Möglichkeit haben sich zu informieren und so leichte Opfer von Propaganda sind.
Ich denke, 90% der Leue, die sich drüber aufregen haben die Rede nichteinmal mitbekommen!
Aber ich dneke kaum, dass man deswegen die Leute beshculdigen sollte, sondern viel eher sich Gedanken darüber machen sollte, warum diese sich nicht informieren können.

Auch hier in Deutschland ist der Unmut gegenüber den Muslimen wieder groß, aber wer weiß wirklich, was der Papst sagte?
Ich dneke auch locker 50% derjenigen, die hier oder auch an anderen Stellen sich über dne Aufrur aufregen haben selbst keine Ahnung, wie die rede aussah...
 
Eigentlich hat er an keiner Stelle in irgendeiner Weise gesagt, dass er dieses Zitat sympathisieren würde.

Die Frage ist, ob dieses Zitat im Zuge der Veranschaulichung des Inhalts gebraucht wurde. Ich sage mal ganz klar nein, und deshalb bleibt ein komischer Beigeschmack, obwohl die Reaktionen vieler islam(ist)ischer Kreise zweifelsohne maßlos und unsachlich sind.
 
... wie gesagt ... wenn man sich die Rede komplett durchliest kommt man an diesem Punkt an ...

Damit komme ich zum Schluß. Die eben in ganz groben Zügen versuchte Selbstkritik der modernen Vernunft schließt ganz und gar nicht die Auffassung ein, man müsse nun wieder hinter die Aufklärung zurückgehen und die Einsichten der Moderne verabschieden.

Das Große der modernen Geistesentwicklung wird ungeschmälert anerkannt: Wir alle sind dankbar für die großen Möglichkeiten, die sie dem Menschen erschlossen hat und für die Fortschritte an Menschlichkeit, die uns geschenkt wurden.
Das Ethos der Wissenschaftlichkeit – Sie haben es angedeutet Magnifizenz – ist im übrigen Wille zum Gehorsam gegenüber der Wahrheit und insofern Ausdruck einer Grundhaltung, die zu den wesentlichen Entscheiden des Christlichen gehört.
Nicht Rücknahme, nicht negative Kritik ist gemeint, sondern um Ausweitung unseres Vernunftbegriffs und -gebrauchs geht es. Denn bei aller Freude über die neuen Möglichkeiten des Menschen sehen wir auch die Bedrohungen, die aus diesen Möglichkeiten aufsteigen, und müssen uns fragen, wie wir ihrer Herr werden können.
Wir können es nur, wenn Vernunft und Glaube auf neue Weise zueinanderfinden; wenn wir die selbstverfügte Beschränkung der Vernunft auf das im Experiment Falsifizierbare überwinden und der Vernunft ihre ganze Weite wieder eröffnen.
In diesem Sinn gehört Theologie nicht nur als historische und humanwissenschaftliche Disziplin, sondern als eigentliche Theologie, als Frage nach der Vernunft des Glaubens an die Universität und in ihren weiten Dialog der Wissenschaften hinein.

Nur so werden wir auch zum wirklichen Dialog der Kulturen und Religionen fähig, dessen wir so dringend bedürfen.
In der westlichen Welt herrscht weithin die Meinung, allein die positivistische Vernunft und die ihr zugehörigen Formen der Philosophie seien universal.
Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird gerade dieser Ausschluß des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen angesehen.
Eine Vernunft, die dem Göttlichen gegenüber taub ist und Religion in den Bereich der Subkulturen abdrängt, ist unfähig zum Dialog der Kulturen.

Dieser Absatz wurde scheinbar von den Islamisten nicht gelesen ...
Genau so wenig die Schlusspassage ...

Der Westen ist seit langem von dieser Abneigung gegen die grundlegenden Fragen seiner Vernunft bedroht und könnte damit einen großen Schaden erleiden.
Mut zur Weite der Vernunft, nicht Absage an ihre Größe – das ist das Programm, mit dem eine dem biblischen Glauben verpflichtete Theologie in den Disput der Gegenwart eintritt.
„Nicht vernunftgemäß, nicht mit dem Logos handeln ist dem Wesen Gottes zuwider“, hat Manuel II. von seinem christlichen Gottesbild her zu seinem persischen Gesprächspartner gesagt.
In diesen großen Logos, in diese Weite der Vernunft laden wir beim Dialog der Kulturen unsere Gesprächspartner ein.
Sie selber immer wieder zu finden, ist die große Aufgabe der Universität.

Wenn man angesichts dieser Worte dem Papst immer noch eine bewusste islamfeindliche Äusserung unterstellen will, sollte man vielleicht nochmal zur Schule gehen oder sich behandeln lassen ...

:edit: Hier nochmal der Link zur kompletten Rede
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieser Absatz wurde scheinbar von den Islamisten nicht gelesen ...
Genau so wenig die Schlusspassage ...

Natürlich nicht, die Idioten, die flaggenverbrennend auf die Straße rennen, lassen sich doch lieber vorbeten, was sie zu denken haben. Wahrscheinlich kann ein Großteil von ihnen noch nicht mal lesen. Und die, die es gelesen haben, haben schon ihre Gründe, einige Passagen lieber zu verschweigen.
 
Natürlich nicht, die Idioten, die flaggenverbrennend auf die Straße rennen, lassen sich doch lieber vorbeten, was sie zu denken haben. Wahrscheinlich kann ein Großteil von ihnen noch nicht mal lesen. Und die, die es gelesen haben, haben schon ihre Gründe, einige Passagen lieber zu verschweigen.

Leider sind es aber nicht nur die flaggenverbrennenden Schwachmaten ... ;)

Auch hier bei Klamm haben sich viele User nicht die Mühe gemacht und sich durch den Text gearbeitet ...
Dann aber das Zitat [des Zitats ;) ] anprangern ... :ugly:
 
... wie gesagt ... wenn man sich die Rede komplett durchliest kommt man an diesem Punkt an ...

In diesem Fall würde ich aber sagen, dass jede Rede nur so gut ist wie ihre schwächste Stelle. Es geht ja darum, dass die Rede hervorragend war, das Zitat aber völlig deplatziert. Aber vielleicht musste das ja sein, um erstmal die Aufmerksamkeit zu erregen, damit nach dem Sturm eine Nachlese stattfindet. Ich meine, Hand aufs Herz. Wer liest und hört in Deutschland wissenschaftlich-philosophische Exkurse des Papstes? An dieser zweifelsohne geringen Zahl lässt sich dann ablesen, wieviele es in der arabischen Welt sein dürften.
 
... als Protestant lese ich normalerweise keine vatikanischen Veröffentlichungen ...

In diesem Fall aber ist es aber extrem wichtig den ganzen Text der Rede zu lesen und [versuchen] zu verstehen.

Das Zitat, welches der Papst anführt, sehe ich nicht als Anfeindung oder Beleidigung des Islam.
Es ist ein Diskurs über Vernunft in Religionen und der Welt und zeigt zum Schluss, dass eher die westliche Welt an ihrem Glauben zu arbeiten hat.

Vielleicht deute ich das aber auch falsch ...

Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird gerade dieser Ausschluß des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen angesehen.
Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird gerade dieser Ausschluß des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen angesehen.
 
Ich habe gerade in der SZ einen Artikel eines iranischen Theologen gelesen, der sich am meisten über die angebliche Arroganz des Papstes aufregte, der der Ansicht sei, das Christentum würde Glauben und Vernunft am besten vereinigen und danach hätte es keinen Fortschritt mehr gegeben... (seine These: Vor allem gemäßigte Muslime brauchen einen "Vernunftsansatz"... Beispiel: Diese gemäßigten Muslime glauben, dass Menschenrechte vernunftgegeben sind, das heißt in einer außerreligiösen Sphäre entstanden sind... Diese stößt der Papst laut diesem Theologen (sorry, bin zu faul die Zeitung zu holen) vor den Kopf...)

Aber wenn jetzt nicht einmal der Papst mehr der Ansicht sein darf, seine Religion sei die richtige... Wer denn dann noch? :-?
Ich glaube kein anderer Religionsführer würde beanstandet werden, wenn er die besondere Stellung seiner eigenen Religion darstellen will...
 
...

Aber wenn jetzt nicht einmal der Papst mehr der Ansicht sein darf, seine Religion sei die richtige... Wer denn dann noch? :-?
Ich glaube kein anderer Religionsführer würde beanstandet werden, wenn er die besondere Stellung seiner eigenen Religion darstellen will...

Schön, jetzt musst du diese Erkenntnis nur noch umsetzen und begreifen, dass jeder einzelne Religionsanhänger dies auch darf.
 
Schön, jetzt musst du diese Erkenntnis nur noch umsetzen und begreifen, dass jeder einzelne Religionsanhänger dies auch darf.

Jeder darf seine Religion gerne als die einzig richtige für sich ansehen. Und das ein Oberhaupt einer Religion natürlich "seine" Religion als richtig ansieht will ich mal hoffen :evil:
Aber bitte:Ohne Gewalt gegen andere und ein Disput bitte nur verbal und als Diskussion.

Davon abgesehen war dies ein Zitat aus einer Gesamtrede und auch wenn es manchen stören mag-bleibt eine Frage: Wie politisch/religiös korrekt muss man heute sein? Darf man wirklich noch nicht mal Zitate nutzen ohne Angst zu haben dass sich irgendjemand angep*** fühlt, weil er/sie nur das Zitat hört und sich nicht mit dem Rest der Rede beschäftigen will. Sorry, das geht mir dann persönlich etwas zu weit mit political correctness.

Davon abgesehn ist der randalierende Mob im Islam genauso gut informiert wie Stammtischbrüder die ausschließlich die Bildung lesen - nämlich genauso weit informiert wie der, der die Infos rausgibt es haben will. Und wie kann man von Problemen im eigenen Land besser ablenken als wenn man die Massen dazu anstachelt gegen ein Feind von aussen (egal ob ein Land oder eine Religion) anzugehen. Wer sich schonmal mit Geschichte beschäftigt hat wird schnell erkennen das so gut wie jeder Krieg und/oder Verfolgung auch eine passende Ablenkung von inneren Problemn war.

Das einzige was ich leider vermisse ist eine stärkere Ablehnung der Gewalt durch islamische Geistliche. Zwar höre ich von muslimischen Freunden und Bekannten durchweg das diese idiotische randale abgelehnt wird doch von offizieller Seite fehlt mir da noch ein wenig mehr Eisnatz.
 
Das einzige was ich leider vermisse ist eine stärkere Ablehnung der Gewalt durch islamische Geistliche. Zwar höre ich von muslimischen Freunden und Bekannten durchweg das diese idiotische randale abgelehnt wird doch von offizieller Seite fehlt mir da noch ein wenig mehr Eisnatz.

Wer ist denn die "offizielle Seite"? Vielleicht liegt es an mangelnder Bildung, aber da bin ich gern bereit, dazuzulernen. Mir scheint es so, daß der Islam kein wirkliches "Oberhaupt" hat und es niemanden gibt, der auch nur ansatzweise für eine signifikante Mehrheit sprechen kann.
 
Wer ist denn die "offizielle Seite"? Vielleicht liegt es an mangelnder Bildung, aber da bin ich gern bereit, dazuzulernen. Mir scheint es so, daß der Islam kein wirkliches "Oberhaupt" hat und es niemanden gibt, der auch nur ansatzweise für eine signifikante Mehrheit sprechen kann.

Für Deutschland gibt es keinen Vertreter, nciht mal eine einheitliche Interessenvertretung (wie z.B. der ZdJ für Juden). Generell gibt es jede Menge Glaubenströmungen im Islam, nicht jede hat ein Oberhaupt, aber viele sehen bestimmte Ayatollas als ihre "Oberhäupter" an.

Analog ist es aber im Christentum: Ich bin Evangelisch, und sehe den Papst NICHT als Oberhaupt des Christlichen Glaubens an - im Gegenteil: Ich halte einige seiner Thesen und dogmatischen Glaubensgrundsätze für absolut unchristlich! Ähnlich wird es Anglikanern, Baptisten, Adventisten etc. gehen. Sie haben und akzeptieren nicht unbedingt den Römischen Bischof als Stellvertreter Christi auf Erden, ebensowenig wie es die Orthodoxen tun. Die haben sogar mit den Popen ein eigenes Oberhaupt.
 
Jeder darf seine Religion gerne als die einzig richtige für sich ansehen. Und das ein Oberhaupt einer Religion natürlich "seine" Religion als richtig ansieht will ich mal hoffen :evil:
Aber bitte:Ohne Gewalt gegen andere und ein Disput bitte nur verbal und als Diskussion.

Davon abgesehen war dies ein Zitat aus einer Gesamtrede und auch wenn es manchen stören mag-bleibt eine Frage: Wie politisch/religiös korrekt muss man heute sein? Darf man wirklich noch nicht mal Zitate nutzen ohne Angst zu haben dass sich irgendjemand angep*** fühlt, weil er/sie nur das Zitat hört und sich nicht mit dem Rest der Rede beschäftigen will. Sorry, das geht mir dann persönlich etwas zu weit mit political correctness.

Davon abgesehn ist der randalierende Mob im Islam genauso gut informiert wie Stammtischbrüder die ausschließlich die Bildung lesen - nämlich genauso weit informiert wie der, der die Infos rausgibt es haben will. Und wie kann man von Problemen im eigenen Land besser ablenken als wenn man die Massen dazu anstachelt gegen ein Feind von aussen (egal ob ein Land oder eine Religion) anzugehen. Wer sich schonmal mit Geschichte beschäftigt hat wird schnell erkennen das so gut wie jeder Krieg und/oder Verfolgung auch eine passende Ablenkung von inneren Problemn war.

Das einzige was ich leider vermisse ist eine stärkere Ablehnung der Gewalt durch islamische Geistliche. Zwar höre ich von muslimischen Freunden und Bekannten durchweg das diese idiotische randale abgelehnt wird doch von offizieller Seite fehlt mir da noch ein wenig mehr Eisnatz.

1. Versteht sich das nicht von selbst?
Jetzt komm mir nicht mit "Für die Moslems aber nicht. Die haben eine Nonne getötet...".
Wenn du mir beweisen kannst, dass mehr als 200 Muslime als Reaktion auf die Papstrede, einen Anhänger des christlichen Glaubens angegriffen, körperlich verletzt oder getötet haben, dann lasse ich dir sogar dieses Argument durchgehen.


2. Nimm eine Person, die sowieso schon schlecht drauf ist (und mit dir auf "Kriegsfuß"), und sag ihr, dass alles was es tut, schlecht ist. Mal sehen wie sie reagiert

3. Es kommt überall vor, und ist damit kein islamspezifisches Problem. Ebenso könnte man die "westlichen" Medien anprangern, dass sie zu einseitig berichten. Das sind alles nur Vermutungen.

4. Du verlangst also ein scheinheiliges und bedeutungsloses Statement seitens der Führungspersonen in muslimischem Ländern?
Wenn du dich durch eine solche Distanzierung beruhigen lässt, dann tust du mir Leid. Das wär dasselbe Spielchen wie in Deutschland. Der Staat sagt "Wir sind gegen Rassismus!" und doch zieht die NPD in immer mehr Landtage ein.
Durch eine solche Erklärung würdest du diese Leute nur anstacheln.
 
1. Versteht sich das nicht von selbst?....
.... durchgehen.

Es versteht sich leider für Fundamentalisten nicht von selbst - und ich beziehe das nicht nur auf den Islam. Das habe ich zu keiner Zeit behauptet-es gibt auch Radikale in anderen (fast allen anderen) Religionen. Davon abgesehen ist mit egal ob auf grund von Religion eine Nonne von 2 Muslimen getötet wurde oder ein Moslem von 30 Christen. Für mich ist jede Tötung eine zuviel und ein Zeichen für einen Stillstand im Mittelalter.

2. Nimm eine .....reagiert
3. Es kommt ...ur Vermutungen.
Sorry, aber habe ich das nicht genauso ausgedrückt? Ich habe dieses Problem des Ablenken von inneren Problemen und der gezielten Fehlinformation extra allgemein gehalten, da auch ich das nicht als islamspezifisches Problem ansehe. Möchtest du mir jetzt also zustmmen? Wenn ja freut es mich :mrgreen:

4. Du verlangst also ein scheinheiliges und bedeutungsloses Statement seitens der Führungspersonen in muslimischem Ländern?

Nein! Die Führungspersonen der muslimischen Länder sind mir toal egal. Da es denen um Machtwerhalt geht erwarte ich kein solches Statement. Mir geht es um die muslimischen Geistlichen die auch z.B. in Deutschland leben und hier predigen. Von denen erwarte ich aufgrund ihrer Kenntnisse des Islams ein solches Statement.
Wenn du dich durch eine solche Distanzierung beruhigen lässt, dann tust du mir Leid.
Schön das ich dir leid tue, aber das ist wirklich nicht nötig :evil: