Wirtschaft Neue Gesellschaftsordung

Hab ich gesagt, dass Bildung ein Faktor ist oder dass sie schlechter geworden ist? Nein, und wenn man über meine Worte mal kurz nachdenkt, sieht man das auch.
Ich sagte Arbeitsplätze werden verlagert, was nur ein Problem ist wenn in dem Bereich nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind. Das sollte nur eine Randnotiz sein, und keine Erklärung für die Hohe Arbeitslosigkeit.
Um es zu verdeutlichen, in meinem Kommentar bin ich überhaupt nicht auf irgendwelche Ursachen für die Arbeitslosigkeit eingegangen, nicht im Geringsten, ich habe lediglich die Automatisierung als eine solche ausgeschlossen, nichts weiter. Jeder Schluss vom meinem Kommentar auf eine Meinung über eine mögliche Ursache der Arbeitslosigkeit ist eine Fehlinterpretation.

Was haben Absatzschwierigkeiten, Überproduktion oder mangelnde Nachfrage mit meinem Kommentar zu tun? Was haben sie mit der angeblichen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung zu tun? Und damit meine ich nicht, dass sie dadurch auftreten, sondern den ursächlichen Zusammenhang mit der eigentlichen Reduzierung von Arbeitsplätzen. Ein Zusammenhang besteht nur auf den ersten Blick, unterm Strich sind sie aber nur ein Nullsummenspiel.

Mit anderen Produkten kann alles gemeint sein, du kannst mir nicht ernsthaft erzählen, dass jeder Mensch eigentlich alles hat was er haben will und wenn er mehr Geld hätte wüsste er nicht was er damit kaufen soll. Das kannst du nach 5 Sekunden Nachdenken nicht mehr ernsthaft behaupten. Wird ein Produkt billiger, dann hat der Konsument mehr Geld, damit kauft er irgendwas, sei es in neues Handy, einen Urlaub den er sich sonst nicht leisten kann, was auch immer, irgendwas wozu er sonst nicht genug Geld hätte. Er kauft auch neue Produkte / Dienstleistungen die erst gerade entwickelt werden bzw. sich etablieren.
Es gibt so unglaublich viele Dinge die man mit Geld kaufen kann, und ich glaube der Durchschnittsmensch kennt eine Fülle von Dingen die er sich leisten würde hätte er mehr Geld für sie. Ich werd mal weiter ausholen um das zu verdeutlichen:

Diese Dinge würden sonst nicht gekauft werden und Arbeitsplätze in dem Bereich nicht entstehen. Glaubst du jeder hätte ein Handy wenn Nahrung teurer wäre? Früher konnten sich die Menschen gerade mal was zu Essen leisten.
Durch neue Erkenntnisse in der Landwirtschaft und neue Technologien können schon wenige Menschen die Nahrung von vielen produzieren, das hat im Grunde genommen unglaubliche viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft vernichtet, wenn man betrachtet, dass früher ein Grossteil der Menschen Bauern waren, heute nur noch ein paar Prozent. Hier hat die Automatisierung und technologische Entwicklung Arbeitsplätze vernichtet.
ABER: Früher konnte man sich mit seiner Arbeitskraft gerade mal was zu Essen leisten, jetzt kann man sich mit der durchschnittlichen Arbeitskraft so einiges mehr leisten, Strom, Handies, Fernseher, U-Bahn Tickets, mehr als nur ein oder zwei Kleidungsstücke, Computer, (nur Beispiele, die Liste ist nahezu unendlich) selbst die heute simpelsten Dinge waren damals entweder noch nicht entwickelt oder für den Durchschnittsmenschen unbezahlbar. Auch wenn es z.T. heute überlebenswichtige Dinge sind, dennoch hängen an ihnen neue Arbeitsplätze, die es nicht gäbe, würde jeder sich nur Nahrung für seine Arbeitskraft leisten können. So gut wie alle der heutigen Arbeitsplätze sind überhaupt NUR durch Automatisierung entstanden, denn Automatisierung und neue Produktionserkenntnisse sind der Ursprung des Überschusses an Kaufkraft und somit der Ursprung der Entwicklung neuer Produkte und damit neuer Arbeitsplätze. => Die Automatisierung verlagert die Arbeitskräfte nur, da sie auf lange Sicht nichts an der Kaufkraft ändert und damit gleich viel Geld für den einzig wirklichen Rohstoff, Arbeit, aufgewendet wird.

Wenn eine Dienstleistung durch Automatisierung einfacher wird und daher weniger Arbeitskräfte braucht, wird sie zumindest auf lange Sicht billiger, das ist wie ein Naturgesetz und die Geschichte hat es zur Genüge bewiesen. Was glaubst du macht der Konsument mit dem Geld, das er dadurch über hat? Er bringt es auf die eine oder andere Art wieder in Umlauf (selbst wenn er es auf der Bank lässt, es ist im Umlauf) und schafft damit genau so viele Arbeitsplätze wie durch die Ersparnis vernichtet wurden. Das einzig schädliche ist, wenn er das Geld bar zuhause lagert.

Ich wiederhole, ich behaupte nicht eine absolute Lösung für die Arbeitslosigkeit zu kennen, jedoch schliesse ich die Automatisierung als Ursache aus.

Ich sehe ehrlich gesagt nicht den Grund warum ich andere Faktoren für die Arbeitslosigkeit nennen muss um meine Aussage zu beweisen. Ich tu es nicht, weil das die Diskussion verlagern würde und ich eigentlich auf die Automatisierung eingehen will.
 
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Heiße Luft in leeren Tüten

Hab ich gesagt, dass Bildung ein Faktor ist oder dass sie schlechter geworden ist? Nein, und wenn man über meine Worte mal kurz nachdenkt, sieht man das auch.
Ich sagte Arbeitsplätze werden verlagert, was nur ein Problem ist wenn in dem Bereich nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind. Das sollte nur eine Randnotiz sein, und keine Erklärung für die Hohe Arbeitslosigkeit.

Da wir ja wohl keinen Mangel an Arbeitskräften haben, es sind ja genug Arbeitskräfte da, wird es wohl an der Qualifikation liegen. Qualifizierung nennt man durchaus auch Ausbildung. Na klingelts wie ich auf Bildung gekommen bin?

Im übrigen setzt die Verlagerung auch eine entsprechende Nachfrage vorraus. Und die ist derartig hoch das es sich Firmen leisten können jahrelang vakante Stellen offen zu lassen.

Um es zu verdeutlichen, in meinem Kommentar bin ich überhaupt nicht auf irgendwelche Ursachen für die Arbeitslosigkeit eingegangen, nicht im Geringsten, ich habe lediglich die Automatisierung als eine solche ausgeschlossen, nichts weiter. Jeder Schluss vom meinem Kommentar auf eine Meinung über eine mögliche Ursache der Arbeitslosigkeit ist eine Fehlinterpretation.

Beweis durch Behauptung? Automatisierung ist nicht schuld, da nicht sein kann was nicht sein darf. Ich gebe ja zu das es sich mit heruntergelassenen Hosen schlecht große Sprünge machen lassen. Aber wenn Du die Automatisierung ausschliesst solltest Du doch mit Leichtigkeit die wahren Gründe benennen können. Kann doch nicht so schwer sein.

Was haben Absatzschwierigkeiten, Überproduktion oder mangelnde Nachfrage mit meinem Kommentar zu tun? Was haben sie mit der angeblichen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung zu tun? Und damit meine ich nicht, dass sie dadurch auftreten, sondern den ursächlichen Zusammenhang mit der eigentlichen Reduzierung von Arbeitsplätzen. Ein Zusammenhang besteht nur auf den ersten Blick, unterm Strich sind sie aber nur ein Nullsummenspiel.

Darf ich Deinen Einblick in betriebswirtschaftliche Zusammenhänge mal kurzerhand in Zweifel ziehen? Wieso sollte ein Unternehmen in einen in vielen Bereichen gesättigten Markt noch mehr Produkte pumpen? Das gilt im übrigen auch für hochwertige Investitionsgüter. Nur weil die Werkzeugmaschinenbauer eine Monatgestrasse für Automobile jetzt 20% günstiger anbieten können wird sich wohl weder VW noch Porsche noch Daimler Crysler eine neue installieren lassen.
Es sind ja wohl offensichlich jetzt schon genügend Arbeitskräfte vorhanden um derartig viel zu produzieren das der Absatz schon schwierig ist. Und wie ich eben erwähnte, der Trend geht zu Arbeitszeitausweitung und Überstunden.

Mit anderen Produkten kann alles gemeint sein, du kannst mir nicht ernsthaft erzählen, dass jeder Mensch eigentlich alles hat was er haben will und wenn er mehr Geld hätte wüsste er nicht was er damit kaufen soll.

Kennst Du die Geschichte von Hemmingway oder auch Böll wo der alte Fischer im Schatten seinen Bootes sitzt und angelt? Es gibt irgendwann einen Punkt an dem man 'alles' hat. Und selbst wenn nicht, dann geht man in ein Geschäft oder bei ebay gucken und kauft es sich, das ist doch gar kein Problem. Vorrausgesetzt man hat das nötige Kleingeld. Und das bekommt man eben nur für Arbeit die, und ich erwähne es für Dich extra nocheinmal, nicht nachgefragt wird. Jedenfalls nicht in dem Maße in dem es nötig wäre um die Arbeitslosigkeit auf annähernd null zu senken. Du erinnerst Dich? 1966 0,7%

So gut wie alle der heutigen Arbeitsplätze sind überhaupt NUR durch Automatisierung entstanden, denn Automatisierung und neue Produktionserkenntnisse sind der Ursprung des Überschusses an Kaufkraft und somit der Ursprung der Entwicklung neuer Produkte und damit neuer Arbeitsplätze. => Die Automatisierung verlagert die Arbeitskräfte nur, da sie auf lange Sicht nichts an der Kaufkraft ändert und damit gleich viel Geld für den einzig wirklichen Rohstoff, Arbeit, aufgewendet wird.

Es sind nicht nur fast alle heutigen Jobs durch die Automatisierung entstanden, sondern auch die Arbeitslosen. Mangels Nachfrage. Und keine Dienstleistung und kein neues Produkt weit und breit in Sicht das diese Menschen mit Arbeit versorgen könnte. Die Automatisierung verlagert eben nicht nur, sie setzt Arbeitskraft und Arbeitskräfte frei. Und zwar in dem Maße das ein Verteilen auf alle Teilnehmer des Arbeitsmarktes rein organisatorisch nicht machbar ist. Bei Deinen Ausführungen hast Du nämlich den Sonnabend und die tägliche Arbeitszeitdifferenz unterschlagen. Nochmal: es geht nicht um Qualität sprich Berufsbilder die sich geändert haben sondern um Quantität. Mannstunden eben.

Wenn eine Dienstleistung durch Automatisierung einfacher wird und daher weniger Arbeitskräfte braucht, wird sie zumindest auf lange Sicht billiger, das ist wie ein Naturgesetz und die Geschichte hat es zur Genüge bewiesen. Was glaubst du macht der Konsument mit dem Geld, das er dadurch über hat? Er bringt es auf die eine oder andere Art wieder in Umlauf (selbst wenn er es auf der Bank lässt, es ist im Umlauf) und schafft damit genau so viele Arbeitsplätze wie durch die Ersparnis vernichtet wurden. Das einzig schädliche ist, wenn er das Geld bar zuhause lagert.

Sehr schön, sehr schön. Die Erklärung gefällt mir. Naja, vielleicht nicht ganz, weil ich jetzt ganz sauertöpfisch frage: Und woher hat der Konsument das Geld? Von der Omma geerbt. Mamma zahlt. Vater Staat auch, allerdings sehr sparsam. Das ist gut für die Lohnnebenkosten, aber mit Zweithandy ist da gewollter Maßen nix. Ach ja - vom Arbeiten natürlich. Aber da hat der olle Lothar Späth ausgerechnet das 38% der Arbeitskräfte im Grunde über sind. 17 Prozent sitzen schon zu Hause rum. Und etliche haben nachfrageneutrale Jobs, will heißen es reicht zum Leben, leider nicht so ganz zum Konsumieren. Ist ja auch nichts schlechtes bei, schafft nur leider keine Nachfrage nach Arbeitskräften.

Ich wiederhole, ich behaupte nicht eine absolute Lösung für die Arbeitslosigkeit zu kennen, jedoch schliesse ich die Automatisierung als Ursache aus.

Man möchte ja fast geneigt sein Dir ein 'die Automatisierung an sich ist ja nicht schlecht' zuzubilligen. Allerdings, und das ist eben mit ein der Grund für diesen Thread die Frage wie man die Allgemeinheit am allgemeinen Wohlstandswachstum teilhaben lassen kann. Herkömmliche Erwerbsarbeit scheint es ja nicht zu sein. Und wenn man das erst einmal begriffen hat muss man auch nicht zwanghaft neue Produkte und Dienstleistungen herbeifantasieren.

Dann kannst Du die auch diesen Schmarrn

Ich sehe ehrlich gesagt nicht den Grund warum ich andere Faktoren für die Arbeitslosigkeit nennen muss um meine Aussage zu beweisen. Ich tu es nicht, weil das die Diskussion verlagern würde und ich eigentlich auf die Automatisierung eingehen will.

sparen. Ich empfehle Dir mal Äsops Fabeln zur Lektüre. Insbesondere 'Der Fuchs und die Trauben'. Und um Nachfragen vorzubeugen, es geht um Deinen Diskussionstil. 'Das hab ich nicht nötig'.
 
Qualifikation in einem Bereich hat nichts mit der allgemeinen Bildung zu tun, wenn's in Deutschland zu wenig technische Ingenieure gibt, kann man daraus schliessen, dass die Bildung schlechter geworden ist? Nein. Deswegen ist dein Schluss falsch.

Dein Beispiel mit der Montagestrasse zeigt einen Fall in dem Arbeitskraft ja gerade NICHT durch Automatisierung ersetzt wird, sondern durch andere menschliche Arbeitskraft, und das soll ein Beispiel dafür sein wie Automatisierung Arbeitsplätze vernichtet??? Arbeitszeitausweitung und Überstunden können wohl kaum der Automatisierung angelastet werden.

Ich bezweifle, dass es den Punkt gibt, an dem der Durchschnittsmensch alles hat, was er will, nicht in den nächsten paar hundert Jahren. Denn, sollte er wirklich (und allein das bezweifle ich schon) mit seiner Arbeitskraft mehr Geld verdienen als er ausgeben kann, dann wird er sich von Arbeitszeit "freikaufen". Er würde schlichtweg weniger arbeiten, die Folgen davon kannst du dir ja selbst ausmalen. Hier kommt auch die reduzierte Arbeitszeit von heutzutage ins Spiel, in reiner Theorie gesagt, kauft sich der Arbeiter seine eigene Arbeitskraft (verzichtet auf Arbeit) da er schon mit weniger genug verdienen kann und der Teil seiner Zeit ihm wertvoller ist als die Produkte die er für die Arbeit kriegen kann. (Was allerdings nicht heisst, dass jeder so fühlt, das Gesetz zwingt Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zu diesem "kauf")

Und du glaubst, dass es 1966 nicht viel Automatisierung gab? Wäre die Automatisierung so ein starker Faktor, ja geradezu DER Faktor der Arbeitslosigkeit hätte sie damals nie so niedrig sein können.
In der Zeit wurde der deutsche Arbeitsmarkt geöffnet, so weit, dass selbst dann Arbeitskräfte aus dem Ausland reinkonnten wenn die Arbeitslosigkeit nicht mehr so niedrig war. Man hat schlichtweg vergessen auf eine Regulierung zu achten weil die damalige Generation dachte es würde immer alles so rosig weitergehen. Dabei kann es gar nicht gutgehen wenn von aussen ständig mehr Arbeitskraft dazukommt als benötigt wird. <= Hier hast du einen deiner so sehr verlangten Gründe, und so wie ich das kenne wird bald auch nur noch über diesen diskutiert.

Ob der Konsument heutzutage das Geld hat oder nicht ist für meine Aussage irrelevant, ich nehme einen Musterkonsumenten der hat insgesamt gleich viel Geld zur Verfügung, woher er es hat kann da keine Rolle spielen. Ich beziehe ihn nur auf die Automatisierung, der billigere Preis macht ihn sicher nicht ärmer, nein, er gibt ihm die Möglichkeit sein Geld auch noch für was anderes auszugeben. Wenn der Konsument heute zu wenig Geld hat, dann ist genau das ein Missstand, der aber nicht auf die Automatisierung als Ursache schliessen lässt.

Zum Schluss, das sollte kein "ich hab das nicht nötig" sein, allein das Thema mit der Automatisierung ist komplex genug, würden wir parallel über andere Ursachen sprechen, würde die Automatisierung untergehen, allein das wollte ich verhindern, da ich das Thema Automatisierung doch das interessanteste finde. Tut mir leid, wenn das irgendwie arrogant geklungen hat.
 
Ich möchte mal einwerfen, dass der prozentuale Anteil von der Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland bei Menschen mit Hauptschulabschluss und bei menschen OHNE Schulabschluss am höchsten ist...

... das gilt im Übrigen analog bei Jugenlichen auf Lehrstellensuche...

Demnach wäre die Bildung nicht schlechter geworden, sondern Nichtbildung gravierender...
 
Da hast du völlig recht, es fallen durchaus viele Jobs weg die "Jeder" verrichten kann und werden durch Arbeitsplätze ersetzt, für die man spezialisiertere Qualifikationen braucht. Der Trend wird sich sicherlich auch weiter fortsetzen.
 
Qualifikation in einem Bereich hat nichts mit der allgemeinen Bildung zu tun, wenn's in Deutschland zu wenig technische Ingenieure gibt, kann man daraus schliessen, dass die Bildung schlechter geworden ist? Nein. Deswegen ist dein Schluss falsch.

Wenn es so einfach wäre wie Du es Dir machst hättest Du recht. Ich kenne die Schlagzeile mit dem Ingenieurmangel, die macht sich gut und bildet eine schöne Begründung sowohl für die Zustände wie sie gerade sind als auch die nächste green-card Welle. Aber hast Du Dich mal in Foren umgesehen in denen Ingenieure und Techniker über ihre Erfahrungen berichten? Da gibt es viele Stellen die mal eben so auf Verdacht dauerausgeschrieben werden, da braucht eine Firma die Hardwareentwickler sucht im Beratungsgespräch 'ja eigentlich' jemand für Software oder noch besser jemand der alles kann. Oder es scheitert an 10% Differenz bei den Lohnvorstellungen oder einer sicherlich auch zu erwerbenden Zusatzqualifikation.

Und was den Ingenieursmangel angeht, so liegst Du falsch. Einerseits halte ich die Zahl für gewollt übertrieben, (in der Hoffnung das auch dort noch Lohnkosten durch Mehrangebot gesenkt werden können). Aber eben auch als Folge mangelder Allgemeinbildung. Frage doch mal einen Studenten der Fachbereiche Informatik, Elektronik, Nachrichtentechnik und ähnlichen nach den 'Zuständen'. Da gibt teilweise ein Drittel schon im Grundstudium wegen zu hoher Anforderungen in Mathematik o.ä. auf (ganz hart formuliert, das Abitur das eigentlich als Voraussetzung gilt ist keinesfalls ausreichend). Und ja, ich behaupte das dies eine Folgeerscheinung unzureichender mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung ist. Da ist ein Jahrgang der mit sagenhaften 2 Zügen gestartet ist im zweiten Semester nun noch einen Zug stark. Dann wechseln noch einige aus Aufwandsgründen oder wegen der Frauenquote in Richtung BWL ab und dann gibts teilweise im Hauptstudium das Problem das Vorlesungen in Vertiefungsrichtungen nicht angeboten werden weil die Teilnehmerzahl zu gering ist.

Das gilt dann entsprechend auch für Facharbeiter die ebenfalls fehlen sollen.

Dein Beispiel mit der Montagestrasse zeigt einen Fall in dem Arbeitskraft ja gerade NICHT durch Automatisierung ersetzt wird, sondern durch andere menschliche Arbeitskraft, und das soll ein Beispiel dafür sein wie Automatisierung Arbeitsplätze vernichtet??? Arbeitszeitausweitung und Überstunden können wohl kaum der Automatisierung angelastet werden.

Der Witz an meinem Beispiel ist aber nun das diese zusätzliche Montagestrasse eben nicht gebaut wird. Weil man eben durch Ausweitung der Arbeitszeit eine bessere Auslastung erreicht. Vor einiger Zeit hat sogar ein führende Industrie-Vertreter über die Widereinführung des Arbeits-Sonnabends philosophiert. Auch bei den Investoren ist das Geld nicht so locker ...

Ich bezweifle, dass es den Punkt gibt, an dem der Durchschnittsmensch alles hat, was er will, nicht in den nächsten paar hundert Jahren. Denn, sollte er wirklich (und allein das bezweifle ich schon) mit seiner Arbeitskraft mehr Geld verdienen als er ausgeben kann, dann wird er sich von Arbeitszeit "freikaufen". Er würde schlichtweg weniger arbeiten, die Folgen davon kannst du dir ja selbst ausmalen. Hier kommt auch die reduzierte Arbeitszeit von heutzutage ins Spiel, in reiner Theorie gesagt, kauft sich der Arbeiter seine eigene Arbeitskraft (verzichtet auf Arbeit) da er schon mit weniger genug verdienen kann und der Teil seiner Zeit ihm wertvoller ist als die Produkte die er für die Arbeit kriegen kann. (Was allerdings nicht heisst, dass jeder so fühlt, das Gesetz zwingt Arbeitnehmer wie Arbeitgeber zu diesem "kauf")

Der Trend geht doch eindeutig weg von der 35 Stundenwoche, die angedachte 30 Stundenwoche ist zwar theoretisch eine Möglichkeit Arbeitskraft gleichmäßiger aufzuteilen aber unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ungünstig. Da gibt es Reibungsverluste duch Schichtwechsel, der 7 Tage Rythmus mit 5 Arbeitstagen läßt sich schwer auf mehr Arbeitnehmer ausweiten, mehr Urlaub bringts auch nicht. Ausserdem fallen ggf. höhere Kosten für die Mitarbeiterqualifikation an etc.
Freiberufler sind da evtl. besser dran, nur ist da nicht jeder geeignet und im Zweifel kann auch ein Selbstständiger nicht mal eben Aufträge ablehnen.

Und du glaubst, dass es 1966 nicht viel Automatisierung gab? Wäre die Automatisierung so ein starker Faktor, ja geradezu DER Faktor der Arbeitslosigkeit hätte sie damals nie so niedrig sein können.
In der Zeit wurde der deutsche Arbeitsmarkt geöffnet, so weit, dass selbst dann Arbeitskräfte aus dem Ausland reinkonnten wenn die Arbeitslosigkeit nicht mehr so niedrig war. Man hat schlichtweg vergessen auf eine Regulierung zu achten weil die damalige Generation dachte es würde immer alles so rosig weitergehen. Dabei kann es gar nicht gutgehen wenn von aussen ständig mehr Arbeitskraft dazukommt als benötigt wird. <= Hier hast du einen deiner so sehr verlangten Gründe, und so wie ich das kenne wird bald auch nur noch über diesen diskutiert.

1966 dürfte der Grad der Automatisierung deutlich geringer gewesen sein als heute, mit Sicherheit. Zu der Gastarbeiterproblematik kann ich nichts sagen, da bin ich ehrlich überfragt welche offenen und geheimen Intentionen zu den Regelungen wie sie damals getroffen wurden geführt haben.

Ob der Konsument heutzutage das Geld hat oder nicht ist für meine Aussage irrelevant, ich nehme einen Musterkonsumenten der hat insgesamt gleich viel Geld zur Verfügung, woher er es hat kann da keine Rolle spielen. Ich beziehe ihn nur auf die Automatisierung, der billigere Preis macht ihn sicher nicht ärmer, nein, er gibt ihm die Möglichkeit sein Geld auch noch für was anderes auszugeben. Wenn der Konsument heute zu wenig Geld hat, dann ist genau das ein Missstand, der aber nicht auf die Automatisierung als Ursache schliessen lässt.

Bitte? Mangelnde Kaufkraft aufgrund fehlender Jobs oder niedrigstbezahlter Rest- und Hilfsjobs ist irrelant? Es geht doch nicht nur um Produktion, und die ergibt nur Sinn wenn der Absatz der Produkte auch gegeben ist. Und vielleicht sind die Löhne nominell höher, dafür sind aber deutlich höhere Sozialabgaben fällig. Was nützt es dem Konsumenten das er durch geringere Produktpreise mehr kaufen könnte wenn er zumindest teilweise die Leute deren Jobs weggefallen sind alimentieren muss. Und der Rest geht mit Sicherheit für Rücklagen für die Altersvorsorge drauf. Übrigens auch ein durch die Automatisierung hervorgerufener Sachverhalt. Es werden zuwenig Rentenbeiträge durch Arbeitseinkommen generiert, die Konsequenz ist die Rente mit 67 die den Arbeitskräfteüberhang ganz sicher nicht veringert.
 
Das mit den Ingenieuren war nur zur Veranschaulichung, war ein zufälliges Beispiel, dass nicht selbst eine Aussage sein soll, sondern meine frühere nur verdeutlicht. Ich wollte damit sagen, dass ich nicht behaupte die Bildung sei konstant schlechter geworden und deswegen die Arbeitslosenzahl gestiegen. Durch eine Veränderung der Arbeitsanforderungen kann die bisherige Bildung entweder nicht ausreichen oder nicht spezialisiert genug sein. Aber auch das wird nicht der Grund für die hohe Arbeitslosigkeit sein, es ist eher ein Randproblem.

Zur Montagestrasse, das mag ja alles stimmen, aber wenn eine Montagestrasse nicht gebaut wird weil man die bisherigen Arbeitnehmer stärker belastet ist das nicht ein Problem der Automatisierung. Ich würde eher sagen, dass es ein Problem der Globalisierung ist, der Gesetzgeber könnte dem ja Einhalt gebieten, ist aber gezwungen der Wirtschaft nachzugeben da die Arbeitsbedingungen im Ausland sonst eine zu starke "Konkurrenz" sind, aber selbst unter diesen Umständen halte ich das Philosophieren über einen "Arbeits-Sonnabend" für nicht ernst zu nehmend.

Mit der Reduzierung von Arbeitszeit hab ich nicht an eine Lösung für die Arbeitslosigkeit gedacht, so einfach geht das nicht, es ist nichts das man forcieren kann. Es soll nur verdeutlichen, dass es nicht möglich ist an das Ende der Wünsche eines Durchschnittsmenschen zu kommen, sollte er wirklich überhaupt nicht mehr wissen was er mit seinem Geld machen soll (ich bestreite ja dass es überhaupt jemals so weit kommt), dann wird er weniger arbeiten. (Durchschnittsmensch, keine Ausnahmefälle) Nur für diesen utopischen Fall, den du als schon naheliegend dargestellt hast, gilt das.

Dass die Automatisierung am maroden Sozialsystem (Pensions-) schuld ist, kann man nur als sebstverständlich sehen, wenn man bewiesen hat, dass die Automatisierung auch schuld an der Arbeitslosigkeit ist. Ich glaube es ist zweifellos, dass die Automatisierung keinen direkten Einfluss auf die Sozialsysteme hat, wenn dann nur indirekt über die Arbeitslosigkeit, und gerade dieser ursächliche Zusammenhang ist zwischen uns strittig.

Die allgemeine Kaufkraft ist für den Gedankengang irrelevant, wenn man nur den einen Konsumenten vor und nach der Automatisierung betrachtet. Ich abstrahiere das Beispiel nur, um nicht auf tausend weitere Faktoren eingehen zu müssen. Ich betrachte nur die direkte Einwirkung der Automatisierung, da alles andere sowieso auf genau dieser Einwirkung beruhen müsste und ich ja behaupte die Automatisierung sei an allen anderen Problemen gar nicht schuld.