Wirtschaft Neue Gesellschaftsordung

Na wo sind denn die Fräuleins vom Amt geblieben (ironischerweise von Post und Telekom), die Tankwarte die die Autos betankt haben, die Schuhputzer, Scherenschleifer, die Lehrjungen die den Einkauf nach Hause trugen? Von Tante Emma die noch selbst im Laden stand mal abgesehen?

Wegrationalisiert, weil geiz geil ist, der Kunde nicht zu viel zahlen will.

Ich behaupte mal für jeden Webdesigner der neu 'entstanden' ist sind mindestens 10 Leute im Printgewerbe und Druck durch Rationalisierung weggefallen.

Jaja, behaupten kann man viel, mit Fakten belegen kannst Du gar nix.

Leute wie Du denken viel zu beschränkt.

gruss kelle!
 
Wegrationalisiert, weil geiz geil ist, der Kunde nicht zu viel zahlen will.

Die Beweggründe spielen doch hier in der Diskussion überhaupt keine Rolle, Fakt ist und da richten auch Deine paar Webdesign-Hanseln nix aus das jede Menge Arbeitsplätze verschwunden sind, und es diese 'neuen' Dienstleistungsjobs alle schon mal da waren. Und wer und wovon diese Dienstleisungen bezahlen soll hat mir auch noch niemand erklären können.
Aber vermutlich bist Du Mitglied in einem 'deutsches Produkt des Monats Klub' von dem ich nur noch nichts gehört habe. Könntest ja mal einen Ref-Link in Deine Signatur aufnehmen, vielleicht melde sich der ein oder andere ja auch da an ;-)

Jaja, behaupten kann man viel, mit Fakten belegen kannst Du gar nix.

Na dann man los Kelle, bislang hast auch Du nur behauptet. Wann war denn die prozentuale Arbeitslosigkeit das letzte mal so hoch wie heute, oder sollten wir die Erfolge der großen Koalition mit dem Attribut niedrig würdigen?

Und vergiss bitte nicht die versteckte Arbeitslosigkeit durch nicht berufstätige Hausfrauen, Dir dürfte das christliche Leitbild 'Die Frau erzieht daheim die Kinder' geläufig sein, zu berücksichtigen.

Leute wie Du denken viel zu beschränkt.

Klasse Rhetorik. Du gäbest einen prima FDJ-Agitator ab. Der sah auch immer die Erfolge in der sozialistischen Produktion.

Na dann belege mal die vielen neuen Jobs die entstanden sind. Viel Spaß bei der geistigen Selbstbefriedigung. Aber Deine Rechenweise ist mir schon klar:

Meldung: großer deutscher Elektronikhersteller entläßt Mitarbeiter die anschliessend in einer Zeitarbeitsfirma angestellt werden und dann bei eben jenrm Hersteller arbeiten (die 20% geringeren Personalkosten lassen wir mal aussen vor):

Und nun rechnet unser unbeschränkter Denker:

die Arbeitsplätze beim Hersteller sind ja nach wie vor vorhanden und zusätzlich wurde nochmal dieselbe Anzahl an Stellen in der Zeitarbeitsfirma geschaffen. Man muss wirklich zu beschränkt denken um nicht zu erkennen das glatt die Anzahl der Stellen verdoppelt wurde. Da gönnen wir doch glatt dem Zeitarbeitschef seine Marge und den Aktionären das Dividendenplus.
 
Die Beweggründe spielen doch hier in der Diskussion überhaupt keine Rolle,

Gründe spielen nie eine Rolle, wirklich nie... :wall:

Fakt ist und da richten auch Deine paar Webdesign-Hanseln nix aus das jede Menge Arbeitsplätze verschwunden sind,

Zum einen sind Webdesigner ein Beispiel, ich könnte auch meinen Ausbildungsberuf angeben, den es noch keine zehn Jahre gibt...

Zum anderen, Du sollst doch nicht mit nem stumpfen Messer zur Schießerei kommen.
Zeig mir mal da: https://www.destatis.de/basis/d/erwerb/erwerbtab310.php die Arbeitsplätze, die verschwunden sind...

Aber vermutlich bist Du Mitglied in einem 'deutsches Produkt des Monats Klub' von dem ich nur noch nichts gehört habe. Könntest ja mal einen Ref-Link in Deine Signatur aufnehmen, vielleicht melde sich der ein oder andere ja auch da an ;-)

Ich war zumindest in ner Abteilung, die es Mitte der 90er noch gar nicht gab, die jetzt ca. 400 Mitarbeiter hat.

Wann war denn die prozentuale Arbeitslosigkeit das letzte mal so hoch wie heute, oder sollten wir die Erfolge der großen Koalition mit dem Attribut niedrig würdigen?

https://www.destatis.de/indicators/d/arb210ad.htm

Die war zumindest seit Januar letzten Jahres immer höher als im Oktober...

Und vergiss bitte nicht die versteckte Arbeitslosigkeit durch nicht berufstätige Hausfrauen, Dir dürfte das christliche Leitbild 'Die Frau erzieht daheim die Kinder' geläufig sein, zu berücksichtigen.

Zum einen nehme ich an, dass diese Zahl abnimmt, zum einen gibt es immer weniger Großfamilien, zum anderen ist die Zahl der Christen generell rückläufig.
Abgesehen davon, sollte so ein prinzipielles Grundrauschen in etwa immer gleich bleiben.

die Arbeitsplätze beim Hersteller sind ja nach wie vor vorhanden und zusätzlich wurde nochmal dieselbe Anzahl an Stellen in der Zeitarbeitsfirma geschaffen. Man muss wirklich zu beschränkt denken um nicht zu erkennen das glatt die Anzahl der Stellen verdoppelt wurde. Da gönnen wir doch glatt dem Zeitarbeitschef seine Marge und den Aktionären das Dividendenplus.

Guck Dir obige Statistik an, da steht zumindest, dass die Anzahl in etwa konstant ist, bezogen auf Anfang der neunziger.
Wo jetzt was entstanden und wo was weggefallen ist, hab ich gerade nicht da, aber geh mal davon aus, IT Branche im Millionenbereich.

gruss kelle!
 
Kelle kennt die Zahlen, ein Hoch auf Kelle. Endlich mal Fakten und nicht "ich hab aber in der Bildzeitung gelesen..." :) Das gibt nen grünen Popel :)
 
Kelle kennt die Zahlen, ein Hoch auf Kelle. Endlich mal Fakten und nicht "ich hab aber in der Bildzeitung gelesen..." :) Das gibt nen grünen Popel :)

Mit dem Lese- Sach- und Textverständnis hast Du so Deine Problem, ebenso wie Kelle oder?

https://www.destatis.de/indicators/d/lrarb01ad.htm

Zu dumm das Arbeitslosigkeit nicht nur von der absoluten Anzahl der Arbeitsstellen abhängt sondern auch noch von der Anzahl der Marktteilnehmer. Und wenn ich mir da die Zahlen ansehe und mit denen aus den 70er vergleiche dann frage ich mich schon was man da wohl rauchen oder trinken muss um von einer Kompensation wegfallender Arbeitsplätze durch neue Jobs zu reden.

Ich bestreite ja nicht das im letzten Jahr die Arbeitslosigkeit um ein ganzes Prozent zurückgegangen ist. nur: wer mit einem Zeitraum von einem Jahr für einen Trend argumentiert möge mir doch bitte auch sagen welchen Ausbildungsberuf es vor einem Jahr noch nicht gab.

Im übrigen hat ein gewisser Lothar Späth Anfang der 90er berechnet das bei Ausschöpfung der Automatisierung 20% Arbeitslosigkeit aufgrund mangelnder Nachfrage nach Arbeitskraft 'drin' wäre.
 
Zu dumm das Arbeitslosigkeit nicht nur von der absoluten Anzahl der Arbeitsstellen abhängt sondern auch noch von der Anzahl der Marktteilnehmer.

Zweifelsohne.
Aber steigende Arbeitslosigkeit aufgrund steigender Anzahl Marktteilnehmer hat nix, aber auch gar nix mit Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung zu tun.

gruss kelle!
 
Und der Dienstleistungssektor. Wie sieht der denn aus? Der Handel setzt verstärkt auf Selbstbedienung, um so wenig wie möglich Berater zu beschäftigen. Das senkt die Personalkosten, letztlich den Preis der Ware um so noch "saubilliger" sein zu können (obgleich der sauteure Mediamarkt ein schlechtes Beispiel ist). Die Online-Bestellungen gewinnen allerdings immer mehr an Bedeutung, wo durch ein Minimum an Personal viel mehr Gewinn gemacht werden kann.

Einzige Gewinner sind hier die Logistikunternehmen. Aber die brauchen auch keine Millionen an Auslieferungsfahrer. Versteht mich mal richtig. Mir ist schon klar, dass es Verlierer und Gewinner gibt. Aber wie gesagt: Das Verhältnis stimmt einfach nicht...

Gruß,
Photon

Naja die Gastronomie springt wieder an, dass merk ich ganz deutlich und hör das auch von Kollegen, es kommt langsam wieder Geld unter die Leute, woran das nun genau liegt, kann ich nicht sagen...
Das Personal wird langsam knapp, auf einmal werden Überstunden ohne Disskusion bezahlt...
Vom Bau hört, liest man ähnliches.

Tomsen
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja die Gastronomie springt wieder an, dass merk ich ganz deutlich und hör das auch von Kollegen, es kommt langsam wieder Geld unter die Leute, woran das nun genau liegt, kann ich nicht sagen...
Das Personal wird langsam knapp, auf einmal werden Überstunden ohne Disskusion bezahlt...
Vom Bau hört, liest man ähnliches.
Also ich höre nach wie vor das genaue Gegenteil. Und dabei haben wir noch nicht mal Januar, wo auf uns die "gesegneten" 19% zukommen.

Nun sind aber auch alle, die ich kenne und die irgendwie in der Gastronomie beschäftigt oder selbstständig waren, inzwischen arbeitslos oder pleite (also auch arbeitslos). Vom Bau höre ich allerdings nach wie vor nur, dass entweder gar nicht oder nur für sehr wenig Geld eingestellt wird. Mit einer Ausnahme: Einer meiner Kumpels hat seit Kurzem wieder eine Arbeit als Parkettleger bekommen, allerdings auf Akkord. Dafür aber gut bezahlt. Von einem Aufschwung würde ich aber noch lange nicht reden.

Gruß,
Photon
 
Photon, wir können uns seit Neustem vor Arbeit auch kaum retten. Soweit ich weiß, hat unsere Firma zum nächsten Ersten 15 neue Leute (unbefrisstet) eingestellt.
Momentan nehmen unsere Chefs RICHTIG Geld in die Hand und schicken uns von einer Fortbildungsmaßnahme auf die Nächste:mrgreen: .

Ich find's einfach nur geil!!
 
Zweifelsohne.
Aber steigende Arbeitslosigkeit aufgrund steigender Anzahl Marktteilnehmer hat nix, aber auch gar nix mit Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung zu tun.

Ich muss zugeben, Du hast einfach recht.
Allerdngs gibt es nun ein Problem für mich: spart die Automatisierung am Ende gar keine Arbeitsplätze ein? Deine Behauptung?
Wo ist denn der Zusammenhang zwischen den neu entstandene Jobs und der Automatisierung? Wären denn diese Jobs evtl. auch so entstanden? Du behauptest das da ja so viele neue Jobs entstanden sind, na dann ok. Nur das Problem ist das

a) scheinbar das Netto-Familieneinkommen dermaßen gesunken ist das beide Partner arbeiten müssen, zuweilen auch noch in mehreren Jobs
b) die Sozialsysteme durch den Trend zu Jobs unterhalb bzw. im Einganssatz der Beitragspflichten liegen keine gesicherte Finanzierung mehr haben. Von der geringen Konsumkraft und dem Zwang zum 'Geiz ist Geil' mal ganz abgesehen.
c) die Zugangsmöglichkeiten zu angemessenen Einkommensverhältnissen sehr unbefriedigend ist.
 
Hallo,

vielleicht mag ich als Utopist erscheinen, aber ...

Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe eine gut bezahlten und festen Arbeitsplatz und mir tut JEDER leid, der heute in das Berufsleben einsteigen muß....


Sehr geehrter Plitschiplatsch,
Deine Gedanken ehren Dich - zeigen aber auch, dass Du Dich mit der Arbeitsmarkttheorie noch nicht beschäftigt hast.

Es ist seit Jahren bekannt, dass es keine Vollbeschäftigung nach alten Vorbild mehr geben wird. Eine " theoretische Lösung" haben die Wirtschaftwissenschaftler auch schon vor Jahren gefunden: Das Jobscharing, d.h. Leute wie Du - gutbezahlte vollbeschäftigte Angestellte oder Arbeiter - werden auf eine halbe Stelle zurück gestuft, und die frei werdende 2. Hälfte dieser Stelle mit einem neuen Arbeiter oder Angestellten besetzt.

So würden die Arbeitsplätze grob gesagt verdoppelt und die Arbeitslosenzahl verringert.

Seltsamerweise sind weder die Gewerkschaften noch die Angestellten und/oder Arbeiter von dieser Initiative begeistert. Vielleicht ändert sich das ja, wenn Du den Anfang machst und freiwillig auf die Hälfte Deines gut bezahlten Gehaltes verzichtest, um eine neue Halbtagsstelle zu schaffen. Dein soziales Leiden hätte dann sicher ein Ende.

Viele Grüße an den zukünftigen sozialen Wohltäter
Katzee
 
Zuletzt bearbeitet:
Seit jahren bekannt .... das ich nicht lache.
Rosarote Spinnereien sind das. :yawn:

Ich wohne an der Grenze zu Dänemark. Es ist ganz offensichtlich, dass dieses Land, ich spreche von Dänemark, sich in einem seit Jahren anhaltendem Aufschwung befindet und händeringen, auch in Deutschland, nach Arbeitskräften sucht. Sie haben eine Arbeitslosenquote von rund 5%. Fährt man nun 5 km über die deutsch/dänische Grenze nach Flensburg kann man über eine Arbeitslosenquote von bummelig 20% staunen.

In Dänemark, nur als ein Beispiel, herrscht faktische Vollbeschäftigung. Und die schaffen das sogar ohne Arbeistzeitverkürzung und Kündigungsschutz.

:yes:
 
[...]
Es ist seit Jahren bekannt, dass es keine Vollbeschäftigung nach alten Vorbild mehr geben wird. Eine " theoretische Lösung" haben die Wirtschaftwissenschaftler auch schon vor Jahren gefunden: Das Jobscharing, d.h. Leute wie Du - gutbezahlte vollbeschäftigte Angestellte oder Arbeiter - werden auf eine halbe Stelle zurück gestuft, und die frei werdende 2. Hälfte dieser Stelle mit einem neuen Arbeiter oder Angestellten besetzt.
Man nennt mich ja schon einen Sozialromantiker aber diese Theorie ist nicht
umsetzbar. Das würde eine Reduzierung (Halbierung) der Löhne bedeuten.
Die Kosten sind aber die Gleichen. Damit ich das Minus wieder reinholen
kann, suche ich mir eben einen zweiten Job. Der Effekt wäre also gleich
Null.

So würden die Arbeitsplätze grob gesagt verdoppelt und die Arbeitslosenzahl verringert.
Aber nur dann wenn du es schaffst die Kosten aller Produkte und Dienstleistungen günstiger zu machen

Seltsamerweise sind weder die Gewerkschaften noch die Angestellten und/oder Arbeiter von dieser Initiative begeistert. Vielleicht ändert sich das ja, wenn Du den Anfang machst und freiwillig auf die Hälfte Deines gut bezahlten Gehaltes verzichtest, um eine neue Halbtagsstelle zu schaffen. Dein soziales Leiden hätte dann sicher ein Ende.
Seltsamerweise? Logischerweise trifft es besser!

Viele Grüße an den zukünftigen sozialen Wohltäter
Katzee

Naja, ich hoffe nur das du deinen Post nicht erst gemeint hast.;)
 
Hallo das_Makro,
nein, 100%ig ernst war mein Beitrag nicht gemeint. Ich habe damit eigentlich nur meinem Unwillen über den Originalposter zum Ausdruck bringen wollen: Einerseits weist er daraufhin, dass er einen gutbezahlten Job hat, andererseits bedauert er jeden, der frisch ins Berufsleben einsteigt und grob gesagt ist ja ohnehin alles sooo schlecht. Sorry, aber für solche Einstellungen habe ich wenig Verständnis.

Viele Grüße
Katzee
 
Zur Mythos der Schuld der Automatisierung an der Arbeitslosigkeit:

Laut Wirtschaftswissenschaft, und diese Meinung Teile ich, ist die Automatisierung auf lange Sicht überhaupt kein Faktor für die Arbeitslosigkeit. Sie sorgt lediglich für eine Verlagerung der Arbeitsplätze, was höchstens zu einem Problem wird wenn in einem Bereich nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind.

Arbeit ist wie Rohstoff, für das Anbieten eines Rohstoffs zahlt man Geld, wer ihn (Arbeit oder ein anderer Rohstoff) hat bietet ihn an und verdient damit Geld.
Wenn ein Produkt nur noch durch Maschinen hergestellt wird, ändert sich einiges:
Die Arbeit, die die Herstellung, Wartung, etc erzeugt gleicht die Reduzierung der Arbeit die sonst nötig wäre natürlich noch nicht aus. Auch die Arbeit im Zusammenhang mit den Rohstoffen gleicht es nicht aus. ABER der Preis des einzelnen Produkts sinkt, wodurch der Konsument mehr Geld für anderes hat, und genau DADURCH werden die Arbeitsplätze ausgeglichen, da andere Produkte gekauft werden in denen Arbeit steckt, die sonst nicht gekauft worden wären.

Auch dass mehr Rohstoffe gebraucht werden ist überhaupt kein Problem, da auch dafür Arbeit benötigt wird (Gewinnung, Handel, Verarbeitung, etc).

Die Automatisierung schreitet schon seit sehr langer Zeit voran, gäbe es einen direkten Zusammenhang zwischen ihr und der Arbeitslosigkeit, hätten nur noch ein paar Prozent der Bevölkerung Arbeit. Manche Arbeitnehmer von heute ersetzen mit Hilfe von Maschinen tausende Arbeitnehmer von vor 100 Jahren, das ist völlig bedeutungslos.

Die Arbeitslosigkeit hängt von anderen Faktoren ab.
 
Zur Mythos
Die Arbeitslosigkeit hängt von anderen Faktoren ab.

Und zwar von vielen incl. Stimmungen usw.
Niemand kann sagen, wir müssten genau das und jenes tun oder lassen, um einen positiven Effekt zu erreichen.

Ist es eigtl. überhaupt erstrebenswert, Vollbeschäftigung auf Sozialhilfe-Nivau oder wenig darüber zu erreichen?

Macht das nicht vielleicht mehr Schaden, als es nützt?

Eventl. regelt ja das der Markt positiver als man bisher glaubt/hofft.


Tomsen
 
Zur Mythos der Schuld der Automatisierung an der Arbeitslosigkeit:

Laut Wirtschaftswissenschaft, und diese Meinung Teile ich, ist die Automatisierung auf lange Sicht überhaupt kein Faktor für die Arbeitslosigkeit. Sie sorgt lediglich für eine Verlagerung der Arbeitsplätze, was höchstens zu einem Problem wird wenn in einem Bereich nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind.

Auch dass mehr Rohstoffe gebraucht werden ist überhaupt kein Problem, da auch dafür Arbeit benötigt wird (Gewinnung, Handel, Verarbeitung, etc).

Die Automatisierung schreitet schon seit sehr langer Zeit voran, gäbe es einen direkten Zusammenhang zwischen ihr und der Arbeitslosigkeit, hätten nur noch ein paar Prozent der Bevölkerung Arbeit. Manche Arbeitnehmer von heute ersetzen mit Hilfe von Maschinen tausende Arbeitnehmer von vor 100 Jahren, das ist völlig bedeutungslos.

Die Arbeitslosigkeit hängt von anderen Faktoren ab.

Die da wären?
Vom Preis. Aha, wie billig darfs denn sein?
Zu dumm das auch in China (wo ja bekanntlich chinesische Löhne gezahlt werden) ca. 20% Arbeitslosigkeit herrschen.

Ein Land, in dem praktisch alles neu aufgebaut werden musste, wofür zudem kaum männliche Arbeitskräfte zur Verfügung standen, hat zu tun – keine Frage. Doch nie gab es Vollbeschäftigung in ganz normalen Zeiten. Bereits 1966 musste der Konstrukteur der Währungsreform und des mystischen Wirtschaftswunders, Ludwig Erhard, von seiner Kanzlerschaft zurücktreten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik war es nicht gelungen, das Bruttoinlandsprodukt zu steigern. Und die Arbeitslosigkeit, die seit 1949 als besiegt galt, stieg auf 0,7 Prozent.

Hallo, 0,7 Prozent? Heute haben wir in Deutschland die 25fache Arbeitslosigkeit. Soviel zu gleicht sich aus.

Tatsächlich ist es keineswegs nötig, dass in Deutschland noch 26,5 Millionen unselbstständig Erwerbstätige ihrer Erwerbsarbeit nachgehen. Lothar Späth und der frühere McKinsey-Manager Herbert A. Henzler haben im Jahr 1993 eine Berechnung angestellt: Was würde passieren, schöpfte man das technisch machbare Automationspotenzial in der Bundesrepublik voll aus? Die Antwort: Eine Arbeitslosigkeit von 38 Prozent wäre normal. Eindrucksvoll bestätigte eine weitere Studie der Universtität Würzburg im Jahr 1998 die Annahme der Autoren: Allein im Bankensektor liegt das Automationspotenzial bei mehr als 60 Prozent, im Handel immer noch bei mehr als der Hälfte des gegenwärtigen Beschäftigungsstands. In diesen und vielen anderen Sektoren ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Potenziale ausgenutzt werden.

Jetzt ist es raus, Lothar Späth, McKinsey und die Uni Würzburg sind wirtschaftswissenschaftliche Nullen, wie gut das das hier mal jemand offen anspricht.

Der ganze Artikel übrigens: https://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1763
 
@enenda: Ich weiss ja nicht was du in meine Aussage reininterpretierst, aber nichts was du geschrieben hast hängt irgendwie mit meiner Aussage zusammen.
 
@enenda: Ich weiss ja nicht was du in meine Aussage reininterpretierst, aber nichts was du geschrieben hast hängt irgendwie mit meiner Aussage zusammen.

Aha, also ich nahm Deinen Text wörtlich.

Zum ersten:

Laut Wirtschaftswissenschaft, und diese Meinung Teile ich, ist die Automatisierung auf lange Sicht überhaupt kein Faktor für die Arbeitslosigkeit.

Späth und Co. haben etwas ganz anderes berechnet. Aber nun gut, Du sprichst von Umverteilung von Arbeitsplätzen.

Sie sorgt lediglich für eine Verlagerung der Arbeitsplätze, was höchstens zu einem Problem wird wenn in einem Bereich nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte vorhanden sind.

Darf ich aus dieser Aussage schliessen das das Bildungsniveau seit den 60er Jahren in Korellation mit den steigenden Arbeitslosenzahlen gesunken ist? Dann würde ich in Analogie zu Deinem 'wir müssten alle Arbeitslos sein' ein 'wir müssten alle Analphabeten sein' behaupten.

Dann kam die immer gern gebrachte These:

ABER der Preis des einzelnen Produkts sinkt, wodurch der Konsument mehr Geld für anderes hat, und genau DADURCH werden die Arbeitsplätze ausgeglichen, da andere Produkte gekauft werden in denen Arbeit steckt, die sonst nicht gekauft worden wären.

Absatzschwierigkeiten, Überproduktion, mangelnde Nachfrage - schon mal diese Begriffe gehört? Zudem der Trend ja eher in Richtung Mehrarbeit und Überstunden geht. Welche Produkte sollen das sein? Zweitauto, Zweitfernseher, Dritthandy, der vierte Computer? Gern wird da was von Dienstleistungsgesellschaft erzählt aber in einem Post in diesem Thread habe ich gezeigt das in Deutschland Dienstleistungsjobs verloren gegangen sind um mal Kelle zu zitieren: 'Das dürfte in die Millionen gehen'.

So, und nun nochmal die Frage:

Die Arbeitslosigkeit hängt von anderen Faktoren ab.

Die da wären? Und dann möchte ich noch bitte wissen wo ich Deinen Text falsch interpretiert haben

Vielen Dank