Irgendwo schwirrte in diesem Thread die Zahl von 1,2 Mio Arbeitnehmer umher, die auf unterstützendes ALG II angewiesen sind.
Bei 40 Mio Arbeitnehmer ist das nicht viel.

Natürlich sieht das auf den ersten Blick nicht viel aus ...
Aber !

Rechne mal einfach den [untertriebenen] Betrag von 100 Euro pro Empfänger.

Macht monatlich 120 Millionen Euro [jährlich 1,44 Milliarden !!!] Ausgaben für die Staatskasse - und das bei einem unrealisitischen Beispiel !

Meines Wissens nach sind Beträge zwischen 300 und 500 Euro pro Empfänger näher an der Realität.
Das wären pro Jahr mehr als 3 Milliarden Euro.

Findest Du das immer noch "nicht viel" ???
 
Bezogen auf ein BIP von 2,1 Billionen € reichlich wenig.

Was hat das mit den Staatsausgaben zu tun ?

Bezogen auf ein Bundeshaushalt von 280 Mrd. € zuckt es kurz im Prozentbereich.

Hmmm ... wie ist Deine Haltung zum Thema Haushaltskonsolidierung, Schuldenabbau usw. ?

Pro Bundesbürger irgendwo 10 Cent am Tag.

Das ist natürlich der Inbegriff des Solidarprinzips ... :ugly:
 
Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma
Da hat man mir sagenhafte 7,38€ die Stunde angeboten .

Das wären dann im Monat 1119,32 € brutto gewesen da die Firma eine 35 std. Woche hat
Überstunden gehen bis man 200 std. zusammen hat aufs Zeitkonto .

Nicht nur das man einen Hungerlohn bekommt die Firma erwartet das man bei diesem Lohn Mobil ist d.h. ein Auto hat.
Desweiteren trägt man einen Teil des unternehmerischen Risiko da man in der Auftragslosen Zeit die Stunden vom Zeitkonto abbummeln muß.

Geiler Aufschwung!
 
Darf man fragen auf welche Stelle Du Dich beworben hast ?

Ich hatte mich dort nicht selbst beworben weil die Fa. einen schlechten Ruf hat das AA hat mich hingeschickt die Fa. sollte gucken für was ich verwendet werden kann.
Angeblich tauge ich nur was als einfacher Produktionshelfer da ich aus dem Beruf den ich gelernt habe schon 8 Jahre raus bin und den Beruf den ich 8 Jahre gemacht habe nicht gelernt habe.
 
Ich hatte mich dort nicht selbst beworben weil die Fa. einen schlechten Ruf hat das AA hat mich hingeschickt die Fa. sollte gucken für was ich verwendet werden kann.
Angeblich tauge ich nur was als einfacher Produktionshelfer da ich aus dem Beruf den ich gelernt habe schon 8 Jahre raus bin und den Beruf den ich 8 Jahre gemacht habe nicht gelernt habe.

Nun ja ... ohne Dir zu nahe treten zu wollen ist der Stundenlohn für einen Produktionshelfer zwar nicht berauschend aber ich hab da schon schlimmere Angebote gesehen.

Zum Thema Beruf ...
Meiner Erfahrung nach ist es den meisten Firmen egal, was man mal vor Ewigkeiten gelernt hat.
Die meisten interessiert es, was man kann und die letzten Jahre geschafft hat.
 
Nun ja ... ohne Dir zu nahe treten zu wollen ist der Stundenlohn für einen Produktionshelfer zwar nicht berauschend aber ich hab da schon schlimmere Angebote gesehen.

Schlimmer geht immer aber wer soll davon leben können?
Wenn ich mir überlege das ich 1991 als ungelernter für 13 DM + Prämie + Trinkgelder angefangen habe.

Für mich sind viele Firmen nur noch abzocker!
Schmeißen eigene Leute raus und nehmen dann Zeitarbeitnehmer und Subunternehmer.

Zum Thema Beruf ...
Meiner Erfahrung nach ist es den meisten Firmen egal, was man mal vor Ewigkeiten gelernt hat.
Die meisten interessiert es, was man kann und die letzten Jahre geschafft hat.

Naja wenn einer einen Gesellenbrief hat und 8 Jahre in einem Beruf gearbeitet hat dann kann er schon was nur reden das viele einfach nur schlecht.
 
Schlimmer geht immer aber wer soll davon leben können?

Deshalb ja die Forderung nach einem Mindestlohn. ;)
Ich wollte nur Dein Beispiel nehmen da sich der angebotene Stundenlohn schon nahe am geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro/Stunde bewegt und etliche andere Beispiele existieren, bei denen der Stundenlohn weit unter diesem liegt.

Für mich sind viele Firmen nur noch abzocker!
Schmeißen eigene Leute raus und nehmen dann Zeitarbeitnehmer und Subunternehmer.

Das würde ich nicht pauschalisieren denn es kommt auf die Branche & die Tätigkeiten an.
Bei mir in der Firma sind zwar auch eine Menge Zeitarbeiter, diese aber meistens in Assistenzstellen oder Sekretariaten.
Bei Fachleuten ist solch ein Gebaren eher schädlich für die Firma.

Naja wenn einer einen Gesellenbrief hat und 8 Jahre in einem Beruf gearbeitet hat dann kann er schon was nur reden das viele einfach nur schlecht.

Auch das würde ich so nicht unterschreiben.
Bei uns haben sich im vergangenen Jahr eine Menge Leute beworben (IT-> Stelle als Anwendungsentwickler) ...
Diverse Ausbildungen und diverse Jahre an Erfahrungen.
Bekommen hat einer die Stelle, der als Quereinsteiger (gelernter Koch) über 5 Jahre den selben Job wie die anderen Bewerber gemacht hat.
 
Ich kenne nur die beispiele aus der Industrie im gewerblichem Bereich und da ist es in sehr vielen Firmen so.

Und zum Thema Mindestlohn habe ich meine Meinung schon geschrieben das ist nicht Aufgabe des Staates zumindes nicht in der Form das er einen Stundenlohn vorschreibt.
 
Und zum Thema Mindestlohn habe ich meine Meinung schon geschrieben das ist nicht Aufgabe des Staates zumindes nicht in der Form das er einen Stundenlohn vorschreibt.

Weshalb nicht ?
Wer ansonsten würde eine "Mindest" / "Untergrenze" definieren ?
Die Unternehmen ??? 8O

Was dabei herauskommt siehst Du ja selbst an dem Dir unterbreiteten Angebot.
 
Deutschland ist eins der Länder in dem sich die Schere zwischen Arm und Reich am schnellsten öffnet. Ich denke auch dieses Phänomen hat zumindest teilweise mit einem fehlenden Mindestlohn zu tun.

Cya Nightfire
 
Weshalb nicht ?
Wer ansonsten würde eine "Mindest" / "Untergrenze" definieren ?
Die Unternehmen ??? 8O

Was dabei herauskommt siehst Du ja selbst an dem Dir unterbreiteten Angebot.

Das stelle ich mir vor:

3. Mindestlohn einen Gesetzlichen sollte es nicht geben aber es sollte die möglichkeit geben das man ohne nachteile einen Arbeitsplatz mit zunidrigen Lohn ( d.h. sobald man zuschüsse vom Staat bekommt) ohne Nachteile ablehnen kann. Auch sollte der bezug von ALG I verlängert werden wenn man nachweist das man sich um einen Arbeitsplatz bemüht.

Natürlich sollte man auch jederzeit kündigen dürfen wenn der Lohn sich so endwickelt das man auf staatliche Zuschüsse angewiesen ist ohne das man durch die Kündigung eine Sperre bekommt.

Es kann, wie ich in einem Beispiel schon geschrieben habe nicht sein das der Post Mitarbeiter mit seinen Beiträgen den Dumpinglohn der Pin Mitarbeiter bezahlt und nachher dann arbeitslos ist.

Ansonsten bin ich der Meinung das jeder Lohn unter 10€/std. viel zuwenig ist.

Was ist deine Vorstellung wie hoch der Mindestlohn sein sollte und wie soll man das machen?
 
Das ist doch schon mal der Ansatz ...

Ansonsten bin ich der Meinung das jeder Lohn unter 10€/std. viel zuwenig ist.

Ich bin mir sicher, dass Du mit dieser Meinung nicht allein bist sondern ein Großteil von Arbeitnehmern sich dieser anschliesst.

Warum diese "Meinung" nicht per Gesetz manifestieren und 10 Euro/Stunde als Untergrenze gesetzlich festschreiben.
Jeder Arbeitgeber hätte sich dann daran zu halten.


Was ist deine Vorstellung wie hoch der Mindestlohn sein sollte und wie soll man das machen?

Ich persönlich sehe einen Mindestlohn von 10 Euro/Stunde zwar als erstrebenswertes Ziel, leider aber wohl nicht durchsetzbar und realisitisch.

Meiner Meinung nach wäre ein gesetzlicher Mindestlohn von 8 Euro/Stunde vertretbar.
Der Staat spart dadurch die genannten (mindestens) 3 Milliarden Euro an aufstockendem Arbeitslosengeld 2.

Würde man die Unternehmen in die Verantwortung nehmen und sich auf Tarifverträge etc. verlassen, würde nichts dergleichen passieren.
Man sieht ja die "lustigen" Beispiele der Umgehung des Mindestlohns im Reinigungsgewerbe.
Auf einmal gibt es keine Stundenlöhne mehr in den Arbeitsverträgen sondern Reinigungskräfte werden z.B. "pro Zimmer" bezahlt.
Ergo verdient eine Zimmerfrau im Hotel weniger als 3 Euro/Stunde.
Und das kann es nicht sein.
 
Der Staat spart dadurch die genannten (mindestens) 3 Milliarden Euro an aufstockendem Arbeitslosengeld 2.

1.) Diese Einsparung funktioniert nur unter der Annahme, dass das Thema komplett neutral am Arbeitsmarkt vorbei geht.

2.) Der Staat müsste im Zuge eines übergreifenden Mindestlohn Abgaben senken, da es sonst durch Preiserhöhung zu einem Reallohnverlust der breiten Bevölkerung kommt.

gruss kelle!
 
1.) Diese Einsparung funktioniert nur unter der Annahme, dass das Thema komplett neutral am Arbeitsmarkt vorbei geht.

... wie andere Staaten gezeigt haben.

2.) Der Staat müsste im Zuge eines übergreifenden Mindestlohn Abgaben senken, da es sonst durch Preiserhöhung zu einem Reallohnverlust der breiten Bevölkerung kommt.

Das muss der Staat so oder so.
Oder ist Dir der Reallohnverlust deutscher Arbeitnehmer in den vergangenen 10 Jahren fremd ?

Zum anderen war noch die Frage, wie Du angesichts von mehr als [geschätzten] 3 Milliarden Euro Staatsausgaben als aufstockendens ALG2 und Deiner Aussage, dass das "nicht viel" ist, zu Haushaltskonsolidierung und Schuldenabbau stehst.
Mehr als 3 Milliarden jährlich ausschliesslich für ergänzendes ALG2 [da kommen noch die Ausgaben für das "reguläre" ALG2 oben drauf] wären z.B. in der Familien- und Bildungspolitik sicherlich besser angelegt als damit Dumpinglöhne zu fördern und Unternehmensgewinne zu maximieren.
Findest Du nicht ?
 
..so als "aufmerksamer Mitleser" mal eingeworfen: gab es nicht in 2007 mal die Meldung, dass jeder 5. in Vollzeit beschäftigte Erwerbstätige auf staatl. Transferleistungen angewiesen ist ??

Dann nähern wir uns in kommerzhasis Rechnung mit den 100€/Kopf schon der 10 Mrd. Grenze.... :(
 
..so als "aufmerksamer Mitleser" mal eingeworfen: gab es nicht in 2007 mal die Meldung, dass jeder 5. in Vollzeit beschäftigte Erwerbstätige auf staatl. Transferleistungen angewiesen ist ??

Wenn man nicht nur das ergänzende ALG2 betrachtet sondern u.a. solche Sachen wie Wohngeld kann das gut hinkommen.
 
..das erinnert ein wenig an die 60-80er Jahre, in denen jeder Arbeitsplatz im Steinkohlebergbau zum Erhalt der Arbeitsplätze mit ca. 1 Mio DM / Jahr subventioniert wurde.. Immerhin konnte der Vollbeschäftigte "Ruhrpottkumpel" somit inetwa 60.000 DM brutto / Jahr verdienen...

Allerdings wurde in dieser Zeit, wie heute auch, nicht etwa die heimische Steinkohle zur Stahl- und Energieerzeugung genutzt... nein, 80% des Bedarfs wurde natürlich durch Importe aus China, Australien etc. gedeckt, da diese Kohle weitaus günstiger war... ;)

Seinerzeit wurden Kritiker disese Systems, die ein Gegenmodell aufstellten ("..zahlt dem Kumpel 1 Mio als Einmalabfindung, - ist billiger..") mit Blick auf die Beschäftigungszahlen an die Wand geredet.

Sicher kann man jezt einwänden, dass jeder dieser Arbeitsplätze auf der anderen Seite außerhalb des Bergbaus 3-7 Areitsplätze gesichert hat - das war im übrigen in der Zeit auch ein Hauptargument. Z.B. war ich in der Zeit bei "unser aller Mutter" Siemens (..Moin Kelle :mrgreen:) im Bereich Maschinenbau ( Fördertechnik/Kraftwerksbau) beschäftigt und wir hatten volle Auftragsbücher.

Genau das macht mich bei einer Forderung nach einem Mindestlohn auch unschlüssig. Wir können die damaligen Verhältnisse wahrscheinlich nicht auf die heutige Zeit beziehen. Im Rahmen der "Globalisierung" wird die europäische Wirtschaftszone wohl nur eine Möglichkeit haben: Schaffung angeglichener Strukturen im gesamten EU-Raum und ein weitaus agressiveres vorgehen auf dem Weltmarkt. Gefühlsmäßig denke ich, dass sich die Wirtschaften der Kernländer der EU schon mitten in dieser Phase befinden: Die Wirtschaften der schwächeren EU-Staaten werden stärker zulegen, paralell dazu wird das Niveau der Kernländer sinken - und das geht nicht spurlos an den jeweiligen Lohnstrukturen und Lebensstandards in den Einzelstaaten vorbei - ergo: Wir in D haben noch einen langen, beschwerlichen Weg mit vielen Abstrichen vor uns
...:(

Hunderte von Gynäkologen werden jetzt jubeln. Meine Herren: "Es ist nicht so, wie Sie es verstehen...." :ugly::ugly: (wg. der Abstriche...... )
rofl1.gif


Edit: Vllt. wäre es sinnvoller, statt über einen Mindestlohn zu debattieren,
eine Absenkung der allg. Lebenshaltungskosten (Wohnungsmieten, Energie, Grundnahrungsmittel...) über staatl. Eingriffe ins Auge zu fassen. Wo zum Bsp. sind die staatlichen Wohnungsbauprogramme abgeblieben ??
 
Zuletzt bearbeitet:
Vllt. wäre es sinnvoller, statt über einen Mindestlohn zu debattieren,
eine Absenkung der allg. Lebenshaltungskosten (Wohnungsmieten, Energie, Grundnahrungsmittel...) über staatl. Eingriffe ins Auge zu fassen. Wo zum Bsp. sind die staatlichen Wohnungsbauprogramme abgeblieben ??

Sicher könnte man das ...

Aber !

Lebensmittel sind trotz Preiserhöhungen im letzten Jahr immer noch europaweit ziemlich günstig.
Wenn man berücksichtigt, dass die Erzeugerpreise ohne EU-Subventionen weit höher liegen würden, ist eine weitere Preissteigerung sogar nicht nur vorhersehbar sondern auch notwendig.
Wie sonst sollen deutsche Erzeugern überleben ?

Wohnungsmieten unterliegen noch viel stärker dem Markt.
Dabei sind aber die regionalen Unterschiede schon exorbitant (Vergleich Bayern - Meck-Pomm.).
Staatliche Wohnungsbauprogramme sind weder nützlich noch sinnvoll da es dafür kommunale Einrichtungen gibt.
Da allerdings die Kommunen chronisch pleite sind passieren dann solche Sachen wie in Dresden (kompletter Verkauf der komm. Wohnungen).

Im Energiesektor wird ein staatliches Eingreifen nur etwas bringen wenn die Politik bereit ist, drastisch durchzugreifen und die Monopolstellung der 4 Energieriesen in Deutschland zu zerschlagen. (Trennung des Netzes)
Energie wird sich zukünftig trotzdem verteuern denn immer noch erzeugen die Energiekonzerne den Grossteil des Stroms durch endliche Rohstoffe wie Kohle, Gas und Uran.