Sammelthread "Loveparade"-Katastrophe von Duisburg

Naja, Menschen sind gestorben und der Sicherheitsplan für den Notfall hat nicht funktioniert. Wäre die Veranstaltung wie geplant verlaufen, hätte es bestimmt anders ausgesehen.

Aber was ist nicht nach Plan verlaufen?
Es sind nicht mehr Menschen gekommen als erwartet.
Die Rampe ist nicht eben plötzlich aus dem Boden geschossen.
Es gab keinen Amoklauf.
Keinen Brand.
Nichtmal die Bahn kam zu spät.
 
Da der OB sich bei einer wie geplant verlaufenen Veranstaltung mit dem Erfolg und dem Imagegewinn der Stadt geschmückt hätte, ist das wohl nur billig, oder?

Er hätte weder nen höher stehenden Job noch mehr Kohle bekommen.
Warum sollte er jetzt nen Job aufgeben und auf die Kohle verzichten?

In dem Tunnel gab es keine Toten, die gab es vor dem Tunnel. Ich denke mal schon das der Tunnel ein Grund für das Unglück ist, er war einfach zu klein um diese Menschenmassen da durch zu führen, deshalb kam es vor dem Tunnel zu dem Gedränge, welches für einige tödlich war.

Von der Hauptstromrichtung der Menschen gab es die Toten hinter dem Tunnel.
Die Tunnel als Gebäude/Bauwerke sind absolut irrelevant, wären das zwei Straßen mit Häusern an der Seite gewesen, sähe es nicht anders aus.

gruss kelle!
 
Er hätte weder nen höher stehenden Job noch mehr Kohle bekommen.
Warum sollte er jetzt nen Job aufgeben und auf die Kohle verzichten?
"Ruhm" kann man nciht unbedingt mit Geld bezahlen. Und es ist nicht meine Aufgabe, ein psychologisches Profil vom Duisburger OB zu erstellen.

Fakt ist: Er hat die politische Gesamtverantwortung - ein Wort hätte genügt, und die Sache wäre abgeblasen gewesen - siehe Bochum!

Und er hat die moralische Verantwortung, zusammen mit dem Veranstallter. Das allein reicht in meinen Augen, das er gar keine Kohle mehr kriegen dürfte (ich hoffe übrigens, das AXA dem Veranstallter wegen grober Fahrlässigkeit die Versicherung nicht ausbezahlt!).
 
[...]
Und er hat die moralische Verantwortung, zusammen mit dem Veranstallter. Das allein reicht in meinen Augen, das er gar keine Kohle mehr kriegen dürfte (ich hoffe übrigens, das AXA dem Veranstallter wegen grober Fahrlässigkeit die Versicherung nicht ausbezahlt!).

Und dann? Dann hat AXA 7,5 Mio gespart und die betroffenden Menschen haben nicht einmal eine geldwerte Entschädigung. Soweit ich weiß muss der Veranstalter der LP nicht privat haften, also sähe es für die Angehörigen und Betroffenden düster aus.
 
Und er hat die moralische Verantwortung, zusammen mit dem Veranstallter

Weil? Sorry, ich würde mich nicht dafür verantwortlich fühlen, wenn sich andere gegenseitig Tottrampeln/Zerren oder was auch immer. Das ist immernoch deren Verantwortung. Ob er politisch Verantwortung übernehmen muss, darüber kann man sicher diskutieren, aber moralisch gesehen ist es nicht sein Bier, für das Handeln anderer gerade zu stehen, die ihm nicht unterstehen.
 
Weil? Sorry, ich würde mich nicht dafür verantwortlich fühlen, wenn sich andere gegenseitig Tottrampeln/Zerren oder was auch immer. Das ist immernoch deren Verantwortung. Ob er politisch Verantwortung übernehmen muss, darüber kann man sicher diskutieren, aber moralisch gesehen ist es nicht sein Bier, für das Handeln anderer gerade zu stehen, die ihm nicht unterstehen.

Kommt ganz darauf an.

Hat er bewusst Fakten verdrängt oder besseren Wissens gehandelt, so kann ihm das schon nachgetragen werden. Er als Kopf der Stadt segnet indirekt auch die Veranstaltung und die Pläne ab und nun bleibt abzuwarten, was die Gutachter wirklich zu Tageslicht fördern.

Irgendwo ist ein Fehler passiert, die Frage ist, ob er vermieden hätte werden können, bei dem Wissensstand vor der LP.
 
Weil? Sorry, ich würde mich nicht dafür verantwortlich fühlen, wenn sich andere gegenseitig Tottrampeln/Zerren oder was auch immer. Das ist immernoch deren Verantwortung.

Er hat es dazu kommen lassen. DAS ist seine moralische Verantwortung. Auch, wenn er nciht von hinten gedrückt oder vorne die Gitter geschlossen hat.

Bei einer Veranstaltung, die nicht in einer Katastrophe geendet hätte, hätte er sich in diesem Erfolg gesonnt. In dem Falle wäre die moralische und die Gesamtverantwortung kein Problem für ihn gewesen...
 
Bei einer Veranstaltung, die nicht in einer Katastrophe geendet hätte, hätte er sich in diesem Erfolg gesonnt. In dem Falle wäre die moralische und die Gesamtverantwortung kein Problem für ihn gewesen...

Nein, dann hätte er den politischen Lohn eingeheimst. Es hätte keiner gesagt, dass er moralisch doch ein ach so toller Mensch ist, weil er ein Freudespender ist... Man hätte maximal die politische Arbeit gelobt so ein Fest nach Duisburg zu bekommen.
 
Bei einer Veranstaltung, die nicht in einer Katastrophe geendet hätte, hätte er sich in diesem Erfolg gesonnt. In dem Falle wäre die moralische und die Gesamtverantwortung kein Problem für ihn gewesen...
Du meinst so wie die Dortmunder. Wenn ich mich recht erinnere, gab es da am Bahnhof katastrophale Zustände. Bochum hat vermutlich daraus eine Lehre gezogen, denn der Grund, warum Bochum die Veranstaltung abgesagt hat, waren mögliche Probleme am/im Bahnhof. Und ich glaube (Bier)Kelle hat hier ja auch schon die Situationen in den Berliner U-Bahn-Stationen erwähnt, die nicht groß anders war.
 
Damals in Essen war es von der Verkehrssituation nicht besser. Jeder normale Bahnhof ist zu klein, wenn 250k Leute relativ zeitnah zur selben Veranstaltung wollen. Die 1.4 Millionen sind ja scheinbar auch massiv übertrieben gewesen.

Der Vorteil in Essen war halt, das die Masse sich nach links und rechts ausdehnen konnte, sobald sie aus dem Bahnhof raus war, da die Innenstadt sich weit verzweigte und es so viele Wege zur Parade gab.
 
Ich bin dafür, dass der Oberbürgermeister jetzt erstmal die Aufgabe hat, auf komplette Aufklärung der Geschehnisse hinzuwirken und dabei zu helfen. Das IST seine Aufgabe als Oberbürgermeister. Zurücktreten kann er immer noch, wenn das Thema gegessen ist.

Es hilft niemandem, wenn die Stadt jetzt auch noch ohne Führung dasteht. Und es hilft auch nicht, wenn jemand durch Rücktritt zu erkennen gibt, dass er eine Mitverantwortung trägt. Das könnte die anderen Schuldigen vielleicht dazu verleiten, alle Schuld auf diesen Einen abzuladen.

Also: Ereignisse klären, Schuldige und Verantwortliche feststellen und die dann in die Wüste jagen. Gehört der Oberbürgermeister dazu, in die Wüste jagen.

Zu den Warnungen vor der Veranstaltung: Es gab ja nun letztes Jahr schon Kritik des damaligen Polizeipräsidenten. Den hat man dann mal schnell in den Ruhestand verabschiedet. Es gab also sehr wohl qualifizierte Kritik, die man schnell mundtot gemacht hat.

Ich habe so meine Zweifel, ob die Geschehnisse aufgeklärt werden können. Es ist gerade keine unabhängige Institution bei der Aufklärung der Dinge am Werke. Die Polizei Köln kann man nun auch nicht wirklich als unabhängig bezeichnen.

Marty
 
Ich habe so meine Zweifel, ob die Geschehnisse aufgeklärt werden können. Es ist gerade keine unabhängige Institution bei der Aufklärung der Dinge am Werke. Die Polizei Köln kann man nun auch nicht wirklich als unabhängig bezeichnen.

An der Aufklärung der Geschehnisse, was passierte wann wo, daran zweifel ich nicht, dass dieses festgestellt wird, sprich die Kausalkette von vorne bis hinten durch, ähnlich wie das oben in Wannabe's verlinkten Artikel ja für eine Person gemacht wurde.

Wo ich eher dran zweifele, dass es eine saubere juristische Aufarbeitung geben kann.
Nicht weil ich an der Justiz zweifele, sondern weil bei so einem Ereignis viele Faktoren Einfluss hatten, da kann man nicht sagen: "Der ist schuld weil..."

Wie damals in Eschede. 101 Opfer, aber kein Verurteilter, weil es war keiner greifbar.

gruss kelle!
 
Stand im Plan: "21 Menschen sind totzuquetschen?, Die Loveparade für alle Zeiten mit dieser Katastrophe in verbindung zu bringen?" :roll:

nein, aber so eine Massenpanik ist vollends berechenbar.

Das Verhalten eines Menschen kann nicht vorhergesehen werden,
aber eine Herde Menschen verhält sich immer gleich.

Am Plan ist nichts schiefgelaufen - er war einfach nur beschissen.


Warum trifft den Oberbürgermeister keine Schuld?
Soll er mit seinem Halbwissen (mehr kann er als Oberbürgermeister nicht erlangen, Zeitmangel) die Leute, die vollends mit allem vertraut sind, missachten, wenn sie ihm sagen, dass alles glatt läuft?
Wär doch Schwachsinn. Dafür hat man ja Berater.

Mir scheißegal ob ihn rechtliche Schuld trifft, aber moralisch kann ich diesem Verhalten nichts absprechen.
 
Soll er mit seinem Halbwissen (mehr kann er als Oberbürgermeister nicht erlangen, Zeitmangel) die Leute, die vollends mit allem vertraut sind, missachten, wenn sie ihm sagen, dass alles glatt läuft?
Selbst der Bericht der Stadt sagt ja nun eindeutig, dass nicht alles glatt lief und der Veranstalter quasi am Vortag noch nicht die gesetzlichen Auflagen erfüllt hat. Es gab Tage vor der Veranstaltung noch Diskussionen zwischen Stadt, Polizei und Veranstalter, weil Fluchtwege zu klein waren, die Fläche zu klein, der Zugang nicht geregelt etc., es qurden gesetzliche Vorgaben nicht erfüllt.

Irgendwer hat da also sein OK gegeben, obwohl er es nicht hätte geben dürfen. Und Frage ist jetzt, wer war das?

Marty
 
nein, aber so eine Massenpanik ist vollends berechenbar.

Das Verhalten eines Menschen kann nicht vorhergesehen werden,
aber eine Herde Menschen verhält sich immer gleich.

Das ist Quark. Es war abzusehen (aber schön gerechnet), dass die Zugänge zu dem ohnehin zu kleinen Gelände nicht ausreichen. nicht jeder Menschenstau in engen Räumen führt von vorn herein zu einer Massenpanik. Kann man jeden Tag in der Tokioter U-Bahn sehen.

Und deine "Herde Menschen" ist auch nur berechenbar, solange die äußeren Umstände unter Kontrolle sind.

Warum trifft den Oberbürgermeister keine Schuld?
Wenn ich Mist baue, ist mein Chef auch in der Verantwortung. Egal, ob ich aufgrund meiner Ausbildung von meinem Bereich mehr verstehe als er. :roll:

Wir sind mal wieder an dem Punkt, das nicht getrennt wird zwischen Schuld und Verantwortung. Er muss zurücktreten, nicht weil er Schuld hat, sondern, weil er verantwortlich ist. Sollte doch jedem einleuchten...:-?
 
Ich war mir grade echt mal die Stelle ansehen. Also um mir mal ein genaueres Bild von den Gegebenheiten zu machen. Dabei ist mir etwas ganz anderes aufgefallen, dass die Kränze von den Politikern immer ausgewiesen sind. Also auf dem der Ministerpräsidentin steht, Ministerpräsidenting auf dem Band, das immer an so einem Kranz dran ist. Ist das Normal? Ich mein, bei einer Beerdigung schreibt man doch auch nicht den eigenen Namen auf die Kränze, damit jeder sieht, von wem der Kranz ist?!

Machen das Politiker immer so? Oder wollen die sich hier nur Medienwirksam presentieren?
 
Und dann? Dann hat AXA 7,5 Mio gespart und die betroffenden Menschen haben nicht einmal eine geldwerte Entschädigung. Soweit ich weiß muss der Veranstalter der LP nicht privat haften, also sähe es für die Angehörigen und Betroffenden düster aus.

Komisch, Schaller hat doch schon Geld in einen Soforthilfefond gegeben? :think:
 
Ist das Normal? Ich mein, bei einer Beerdigung schreibt man doch auch nicht den eigenen Namen auf die Kränze, damit jeder sieht, von wem der Kranz ist?!
Nicht? Wir machen das immer so. Da steht immer drauf, wer sich da verabschiedet. Habe ich auch nie anders gesehen.

Marty
 
Nicht? Wir machen das immer so. Da steht immer drauf, wer sich da verabschiedet. Habe ich auch nie anders gesehen.

Naja hätte ich nicht gedacht. Muss aber auch sagen, dass ich nicht wirklich auf Beerdigungen gehe. Aber im Fernsehen sieht man meistens eher so Sprüche wie "Ruhe in Frieden", daher hatte mich das verwundert und ich dachte ich frag mal.