News Kurt Beck (SPD): "Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job."

Ein Freund von mir hat dieses jahr eine ganz bezeichnende Geschichte in Bezug auf Arbeitsamt, Jobsuche etc. erlebt:

Durch die Insolvenz des Betriebes, in dem er 25 Jahre als gelernter Werkzeugmacher beschäftigt war, drohte ihm nun die Arbeitslosigkeit. Der Termin wäre der 30. 9. gewesen. Mitte August ging er also zum Arbeitsamt, um sich nach seinen Möglichkeiten zu erkundigen..... Aussage der "Arbeitsvermittler": "Ja was glauben Sie den ??? Wir haben 4 Mio Arbeitssuchende... aber Sie können sich ja im Vorfeld schoneinmal mit den Anträgen befassen..." Er lies sich in die Job-DB als arbeitssuchend aufnehmen. Prompt erfolgten auch einige telefonische Angebote von "Personaldienstleistern", die allerdings Konditionen anboten, die vom Verdienst her inetwa einem Azubi im 3. Lehrjahr entsprachen....

Dann der Anruf eines Ingenieurbüros aus Norddeutschland: " Hallo Herr xxx, wir suchen seit drei Jahren gestandene Werkzeugmacher, kein Arbeitsamt war bisher fähig, uns Leute zu vermitteln.... , wenn Sie Interesse haben, kommen Sie bitte am Samstag bei uns vorbei,- DB Fahrkarte wird Ihnen zugeschickt.."

Langer Rede kurzer Sinn: Seit dem 21. August ist er bei der neuen Firma zu Top-Konditionen beschäftigt und konnte noch 3 seiner Ex-Kollegen mitnehmen. Sie arbeiten z.Zt. in China, Anschlußaufträge liegen für die nächsten 3 Jahre vor...

Es werden übrigens weiterhin Leute gesucht, die auch bereit sind wirklich zu arbeiten.

Und die Moral von der Geschicht:

Das Arbeitsamt weiß von Arbeit nicht !!
 
von den deutschen wird verlangt, dass man entweder bei einem lokalen dienstleister arbeitet (also supermarkt um die ecke, kfz werkstatt um die ecke usw. usw.) oder Ingenieur wird oder in der Forschung arbeitet. Produziert wird ja bekanntlich inzwischen wo anders. Dass man die Menschen allerdings nicht dazu zwingen kann etwas für die bildung zu tun (vorallem nicht in frühen jahren), wird allerdings wohl erst später verstanden werden.
Jedoch sind die Studiengänger um einiges mehr geworden... Naja, wie heisst es so schön, jede "Fachkraft" zieht 6 "normale" Arbeitsplätze mit sich... da bin ich mal gespannt... ich glaubs ehrlichgesagt nicht so ganz.... :roll:
Jedoch ist es heutzutage wirklich schwer jemanden zum z.B. Reifenwechseln zu finden... :( Das gibts doch nicht, 4 Mio. Arbeitslose, und niemand dabei der Autoreifen wechseln will/kann...

Das ändert nichts an der Tatsache, dass es einem Ingeneur passieren kann, wenn er keine Arbeit als Ingeneur bekommt, das er einen Job annehmen muss, der Qualifikation eines Baumschülers hat.
Das man aber niemanden zwingen kann, eine Arbeit in China oder sonstwo anzunehmen, das dürfte ja auch klar sein.
 
Casinomeister schrieb:
Morgens in die Krankenhausküche & abends Burger bei Mc Donalds falten. Solche und ähnliche Jobs die vielen offen stehen werden hier regelmäßig in den Schaufenstern offeriert.

um mal bei deinem bsp. zu bleiben, müsste es ca. 2 mio mc donalds filialen in D geben, wenn in jeder filiale 2 stellen zu besetzten sind :LOL:

phip schrieb:
Warum gibt es in Deutschland keine Schuhputzer...

wieviel würdest du denn dafür bezahlen, dir die schuhe von jemanden putzen zu lassen ? warscheinlich genau soviel wie du dem typen gibst, der dir an der ampel die scheibe putzt. ;)

phip schrieb:
Oder warum wird in Tschechien das Auto betankt?

vielleicht weil in tchechien nicht auf jeden liter 70 % abgaben an den staat gehen und somit der sprit billiger ist.

Phip schrieb:
Sind wir zu fein niedere Arbeiten zu verrichten? Arbeit gibt es immer genug, die Frage ist nur: Lohnt sich diese oder jene Arbeit, wenn ich anders auch leben kann... Wer keine Ausbildung bzw. Schulabschluss hat, sollte eben keine hohen Ansprüche haben...

wir sind uns aber darüber einig, dass wir von ca. 4,5 mio menschen reden, die arbeitslos sind, oder? auch sollte sich jeder hier mal fragen, ob er beispielsweise für 2-3 euro die stunde 10 stunden am tag, 5 tage die woche auf dem feld zum spargelstechen fahren würde, bevor man schlaue sprüche klopft. ist alles eine frage der betroffenheit, denke ich. ;)

phip schrieb:
Daher meine Forderung: Ohne Schulabschluss => Keine staatliche Unterstützung (bis auf extreme Ausnahmen wie geistige Behinderung)!

auch ein guter vorschlag !!! :LOL: in einem land, in dem das durchgesetzt wird, sollte man nur noch bewaffnet das haus verlassen ;)
 
Ich glaube du hast nicht ganz verstanden was Phip meinte.

Ich bin am Wochenende aus den USA heimgekehrt und dort wird einem vorgeführt wie gut & teuer wir es uns doch gehen lassen.
Schuhputzer, Packer, Autoparker, Menschen die am Straßenrand mit Schildern auf und ablaufen, Tankwarte Service Leute wie Security in Massen in jedem Geschäft oder einfach nur Angestellte deren Job das Beobachten einer Tür ist (in Vollzeit): man könnte die Liste ewig fortführen.

Das alles sind Jobs die hier nicht entstehen können weil die Arbeitskräfte zu teuer sind. Sozialabgaben runter, den Kuschelstaat der jeden noch so Unfähigen & Lustlosen mitschleift auf ein Minimum reduzieren. Das zwingt a) die Leute zur Arbeit & b) schafft es natürlich zahlreiche neue Jobs.

Der knallharte Linke kann dem ruhig unterstellen das die Lohnspriale nach unten geht und alles schlechter wird. Aber wer das nicht versteht, insbesondere im Zuge einer flexibleren Welt ist noch nicht ganz oder überhaupt nicht in der Gegenwart angekommen.

Gruss,
Polli
 
Mich schaudert das wirklich ganz heftig, dass ich das jetzt schreiben muss, aber ich muss Casinomeister da zustimmen.

Solange Nichtarbeit höher bezahlt wird als solche Jobs, wird sie keiner annehmen. Und der Bedarf an Arbeitskräften, die solche Jobs ausführen, wäre enorm.

Ich würde das ganze, wenn es dann gar nicht anders machbar sein sollte, über die staatliche Arbeitsvermittlung machen: Der Staat zahlt wie bisher ALG I, danach bekommt der Arbeitslose entweder Sozialhilfe (wenn er dazu berechtigt ist wegen z.B. Arbeitsunfähigkeit) oder er wird für solch einen Arbeitsplatz vermittelt, bekommt sein Geld vom Amt und der Arbeitgeber zahlt ans Amt.

Damit könnte man Jobs im Bereich 3-4 Euro / Stunde abdecken und wäre das Problem der Finanzierung los. Dazu eine Pauschale für die Sozialversicherung, damit wir nachher nicht in ein Rentenloch laufen, wo das Problem wieder auftritt.

Ein Schnellschuss von mir, nicht komplett durchdacht. Schwachstellen?

Marty
 
Naja, da forderst du knallhart eine weitere Spaltung der Gesellschaft, richtig? Denen, die immer reicher werden, soll noch einer für 1 Euro den Arsch abwischen, damit dieser nicht verhungert.

Da ist eben die Frage: Waren alle Gedanken und Änderungen seit dem Manchester-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts falsch?

Außerdem: Unsere Gesellschaft funktioniert ganz eindeutig auch ohne diese Jobs. (Sonst wären die Tankwarte nicht aus Gründen der Gewinnmaximierung! in den 80ern abgeschafft worden.) Sie dann nur, um der Arbeit willen wieder einzuführen, ist doch Blödsinn.
Es gibt immer weniger Arbeit und langfristig müssen wir uns über neue Wege der Verteilung Gedanken machen. Aber gut, Polli, darüber haben insbesondere wir zwei uns schon so oft unterhalten, darauf habe ich jetzt keine Lust mehr ;)

Irgendwie ist diese ominöse "Leistung" in unserer Gesellschaft im Moment der maßgebliche Wert zur Beurteilung einer Person. Das ist absolut menschenverachtend. Auf jemanden, der erwerbslos ist und z.B. ehrenamtlich arbeitet, wird noch herabgeschaut, obwohl er womöglich die größere Leistung vollbringt. Solidarität an sich ist kein Wert mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, da forderst du knallhart eine weitere Spaltung der Gesellschaft, richtig? Denen, die immer reicher werden, soll noch einer für 1 Euro den Arsch abwischen, damit er nicht verhungert.
Ich glaube du hast da irgendwas nicht ganz verstanden: nicht ohne Grund verdient der eine viel und der andere wenig Geld. Leistung macht sich bezahlt, Versagen oder unverschuldetes Pech führen nach unten.

Darauf baut alles auf. Dein gewünschter sozialistischer Kuschelstaat ist weder erstrebenswert noch gerecht. Und ja: die Gesellschaft besteht aus Klassen (Schichten) was nicht nur natürlich sondern auch normal ist. :D

EDIT: Tankwarte würde es immer noch geben, wären ihre Jobs nicht zu teuer. Das ist so, schau dich mal im Ausland um (nicht nur bei den bösen kapitalistischen amerikanischen Untermenschen).
 
Ich glaube du hast da irgendwas nicht ganz verstanden: nicht ohne Grund verdient der eine viel und der andere wenig Geld. Leistung macht sich bezahlt, Versagen oder unverschuldetes Pech führen nach unten.
Die Krankenschwester (oder besser: Klinikarzt) verdient weniger Geld, als einer, der sich den Popo in irgendeinem Frankfurter Bankenturm plattdrückt. Wirklich gerecht?

Darauf baut alles auf. Dein gewünschter sozialistischer Kuschelstaat ist weder erstrebenswert noch gerecht. Und ja: die Gesellschaft besteht aus Klassen (Schichten) was nicht nur natürlich sondern auch normal ist. :D
Nein. Es gibt in der Wirtschaft keine Naturgesetze. Die gesamte Gesellschaft ist menschengemacht und also auch veränderbar. Wenn nur die, die vom System profitieren nicht auch immer die mächtigsten wären.

EDIT: Tankwarte würde es immer noch geben, wären ihre Jobs nicht zu teuer. Das ist so, schau dich mal im Ausland um (nicht nur bei den bösen kapitalistischen amerikanischen Untermenschen).
Aber man braucht sie doch gar nicht, wie man bei uns sieht?
 
Darauf baut alles auf. Dein gewünschter sozialistischer Kuschelstaat ist weder erstrebenswert noch gerecht. Und ja: die Gesellschaft besteht aus Klassen (Schichten) was nicht nur natürlich sondern auch normal ist. :D

Eben, es hat immer Schichten gegen und die wirds auch immer geben. Auch in einer Anarchie, was sich ja viele extrem Linke wünschen, wird es das geben. Denn es gibt immer Menschen die mächtiger sind als andere. Sei es weil sie mehr Geld haben, mehr Waffen oder mehr Freunde mit Grips.
Deswegen wird meiner Meinung nach Anarchie immer in Diktatur ausarten. Denn wenn es keine Gesetze oder Regeln gibt, werden die Mächtigen (die mit den vielen Freunden und Waffen) ihre eigenen Regeln aufstellen und wer die net einhält wird halt bestraft, verjagt oder umgebracht.
Okay, aber das ist ein ganz anderes Thema und passt hier net wirklich rein.
Aber wollt das nur mal loswerden, das war meine einzige Philosophiearbeit, wo ich eine 1 bekommen habe und die mir Spaß gemacht hat zu schreiben ;)

Und zwischen Brauchen/Nutzen und tatsächlich Haben liegt schon je her n Unterschied cmdr. Brauchen wir MP3-Player, brauchen wir neue Klamotten, nur weil die alten 2cm zu kurz sind, oder ggf Löcher haben? Eigentlich brauchen wir da dann keine neuen, aber in unserer (westlichen) Gesellschaft kaufen wir uns dann halt neue...

Schaut euch Japan an. Da gibt es viele Jobs die nur daraus bestehen einen auf Portier zu machen: Die Leute zu grüßen und denen die Tür aufzumachen. Braucht man sowas? Ich mein wir können uns die Tür auch selber aufmachen und wenn mir niemand einen schönen Tag wünscht sterb ich auch nicht. Aber sowas ist nunmal ein Job und bringt demjenigen der ihn verrichtet Arbeit und Geld...
 
Euch ist hoffentlich auch klar, dass eine derartige "staatliche Subvention" mehr
Arbeitsplätze vernichten als schaffen würde... dieses liegt einfach in der "Gewinnmaximierungsmentalität" der Arbeitgeber. Warum soll ich jemandem 10€/Std zahlen, wenn ich durch die "Zwangsvermittlung" durch eine staatl. Institution die gleiche Arbeitskraft für 5,50€/Std. bekommen kann??
 
In Deutschland fehlt ganz einfach auch der Dienstleistungsgedanke für diverse Jobs. Einpacker, Einparker usw. wird es bei uns nicht geben, weil wir es garnicht gewohnt sind.

konkretes Beispiel:

ein bekannter von mir kommt aus den USA, kauft bei Aldi Schokolade, im Gespräch mit einer Freundin schiebt die Kassiererin die Tafeln weiter und weiter. Tja, der Kerl hat leider vergessen, dass am Ende des Laufbandes keine Einpacker warten, stattdessen hat die Kassiererin die Schokoladen so lange geschoben bis die ersten Tafeln auf dem Boden lagen.

Konkretes Beispiel von heut (2 Stunden ago):
Saturn Filiale Münchner Fussgängerzone (wohl der meist besuchte Saturn der Stadt) - Abteilung für PC Speaker von ca. 80 Produkten waren etwa 60 ausgepreist.
Also frage ich den Verkäufer: Wieviel kosten die Boxen hier?
Verkäufer: Ähm.... keine Ahnung...
Ich: Warum ist das denn hier nicht ausgepreist? (obwohl ich es ehrlichgesagt von Saturn und Mediamarkt nicht besser gewohnt bin, aber ich frag immer wieder)
Verkäufer: Ähm... hat wohl jemand abgerissen.
Ich: Wieviel kostet denn das den nun? Können Sie mal nachschauen?
Verkäufer: Dafür ist mein Kollege zuständig.

Hallo? Wir haben 4 Mio. arbeitslose, ich bin mir sicher an diversen Fließbändern steht besseres Personal für den Service als bei Saturn, aber man muss ja auch gerade die Leute einstellen, die am wenigsten Ahnung von DIENST-LEISTUNG haben...
Danke Metro AG.

In Deutschland ist der Kunde oft nurnoch Last, die man bedienen muss, in Ländern wie den USA ist soetwas ganz anders, auch wenn die Leute weniger verdienen sind sie trotzdem zu 90% freundlicher als in deutschen Geschäften.

da können die arbeitskräfte noch so billig sein, der dienstleistungsgedanke muss sich ändern, damit hier solche jobs entstehen.
Jedoch geht es in eine ganz andere Richtung: Selbst kassieren, ohne kassiererin... so ne maschine ist viel umgänglicher als dieses "Menschenpack" wobei wir wieder bei der Metro AG wären...
 
Naja, da forderst du knallhart eine weitere Spaltung der Gesellschaft, richtig? Denen, die immer reicher werden, soll noch einer für 1 Euro den Arsch abwischen, damit dieser nicht verhungert.
Es geht nicht um "Arsch abwischen", sondern um sinnvolle Arbeit, die zur Zeit niemand macht, bzw. die nicht gemacht wird, weil dafür zu wenig gezahlt werden könnte.

Außerdem: Unsere Gesellschaft funktioniert ganz eindeutig auch ohne diese Jobs. (Sonst wären die Tankwarte nicht aus Gründen der Gewinnmaximierung! in den 80ern abgeschafft worden.)
Und mittlerweile werden sie wieder eingeführt. Kostet dann 2 Cent pro Liter extra und viele Kunden nehmen das gerne an. Problem dabei: Der Arbeitgeber kann nicht 10-15 Euro pro Stunde für solche Jobs zahlen, also führt er sie nicht ein.

Sie dann nur, um der Arbeit willen wieder einzuführen, ist doch Blödsinn.
Arbeit bedeutet nicht nur, Geld zu verdienen, für viele ist sie Erfüllung, sie brauchen die Akzeptanz als Arbeitnehmer, für manche gibt es Arbeit als Therapie. Frag doch mal Arbeitslose, was sie mit am meisten stört: Es dürfte der fehlende Sinn im Dasein sein, die viele Zeit etc.

Auf jemanden, der erwerbslos ist und z.B. ehrenamtlich arbeitet, wird noch herabgeschaut, obwohl er womöglich die größere Leistung vollbringt. Solidarität an sich ist kein Wert mehr.
Warum dann nicht das Ansehen erhöhen, in dem man die Leistung auch bezahlt?

Marty
 
Casinomeister schrieb:
Ich glaube du hast nicht ganz verstanden was Phip meinte.

die art und weise seiner argumentation, ließen mir keine wahl es anders zu kommentieren. :D

Casinomeister schrieb:
Ich bin am Wochenende aus den USA heimgekehrt und dort wird einem vorgeführt wie gut & teuer wir es uns doch gehen lassen.
Schuhputzer, Packer, Autoparker, Menschen die am Straßenrand mit Schildern auf und ablaufen, Tankwarte Service Leute wie Security in Massen in jedem Geschäft oder einfach nur Angestellte deren Job das Beobachten einer Tür ist (in Vollzeit): man könnte die Liste ewig fortführen.

du hast ja recht! aber für solche jobs muss a) die nachfrage da sein und b) auch die sozialen vorraussetzungen geschaffen werden. und man muss auch die lebenserhaltungskosten berücksichtigen, die in den usa glaube ich (korrigiere mich, falls ich da falsch liege) um einiges günstiger sind als in deutschland. dass deutschland eine service-wüste ist, dürfte ja schon jedem irgendwann mal aufgefallen sein. ob dieser service auch nachgefragt wird, ist eine ganz andere frage. stell dich doch mal auf den supermarkt - parkplatz und biete jemandem an, sein auto einzuparken oder seine einkaufstüte zum auto zu tragen. der ruft doch glatt die polizei, weil er denkt du willst ihm sein auto klauen oder dich mit seinem einkauf aus dem staub machen. das hat auch was mit unserer mentalität zu tun. ;)

Casinomeister schrieb:
Ich glaube du hast da irgendwas nicht ganz verstanden: nicht ohne Grund verdient der eine viel und der andere wenig Geld. Leistung macht sich bezahlt, Versagen oder unverschuldetes Pech führen nach unten.

aber das ist nicht in jedem falle so. ich denke das preis/leistungsverhältnis ist dahingehend schon ein bissel aus den fugen geraten. mal mehr, mal weniger das hat auch nicht unbedingt was mit sozialismus zu tun. aber es ist schon erstaunlich, dass z.b. körperlich schwere arbeit nicht sehr viel besser entlohnt wird.

MartyMcFly schrieb:
Und mittlerweile werden sie wieder eingeführt. Kostet dann 2 Cent pro Liter extra und viele Kunden nehmen das gerne an.

das glaube ich eher nicht ! es mag vielleicht sein, das es für bestimmte regionen, wo geld nicht so die rolle spielt, auf akzeptanz stößt. aber durchsetzten wird sich das nicht. "geiz ist geil", wie es uns die werbung tag für tag vor macht.

MartyMcFly schrieb:
Arbeit bedeutet nicht nur, Geld zu verdienen, für viele ist sie Erfüllung, sie brauchen die Akzeptanz als Arbeitnehmer, für manche gibt es Arbeit als Therapie. Frag doch mal Arbeitslose, was sie mit am meisten stört: Es dürfte der fehlende Sinn im Dasein sein, die viele Zeit etc.

das ist doch nicht dein ernst, oder? man geht doch in erster linie dafür arbeiten, um seinen lebensunterhalt zu bestreiten, oder du etwa nicht? es mag sein, dass es leute gibt, denen es nicht so wichtig ist, wieviel sie verdienen, wenn sie nur spaß haben an ihrem job. das ist aber wohl eher die ausnahme. oder meintest du rentner und pensionäre ? da ist diese phänomen häufiger zu beobachten ;)
MartyMcFly schrieb:
Warum dann nicht das Ansehen erhöhen, in dem man die Leistung auch bezahlt?

weil dafür wohl keine gelder da sind. es heißt ja nicht umsonst "EHRENAMTLICH".
 
und man muss auch die lebenserhaltungskosten berücksichtigen, die in den usa glaube ich (korrigiere mich, falls ich da falsch liege) um einiges günstiger sind als in deutschland.
Nein, eher auf demselben Niveau.


aber das ist nicht in jedem falle so. ich denke das preis/leistungsverhältnis ist dahingehend schon ein bissel aus den fugen geraten. mal mehr, mal weniger das hat auch nicht unbedingt was mit sozialismus zu tun. aber es ist schon erstaunlich, dass z.b. körperlich schwere arbeit nicht sehr viel besser entlohnt wird.
Was ist daran erstaunlich? Auf dem Bau kann fast jeder arbeiten. Aber nicht jeder kann an der Uni lehren oder einen Fond bei der Deutschen verwalten. Harte Arbeit bedeutet nicht nur körperlich hart: z.B. MdB und andere Spitzenpolitiker arbeiten verdammt hart, mitunter regelmäßige 100h die Woche bei einer miesen Bezahlung.

das glaube ich eher nicht ! es mag vielleicht sein, das es für bestimmte regionen, wo geld nicht so die rolle spielt, auf akzeptanz stößt. aber durchsetzten wird sich das nicht. "geiz ist geil", wie es uns die werbung tag für tag vor macht.
Geiz ist geil ist so eine Sache. ;) Das setzt sich in erster Linie bei Menschen durch die dazu neigen, relativ unabhängig vom Geld. Ich für meinen Teil vergleiche auch, scheue mich aber nicht mal ein paar Euro mehr im Elektronikmarkt meiner Wahl (Fernseh - Berlet) auszugeben: dort finde ich gut geschultes Personal, freundlich & ehrlich sind sie auch noch - das Paket stimmt. Billig ist nicht immer gut.
Und um auf die Tankstelle zurückzukommen: 2cent mehr pro Liter, es geht hier doch um erster Linie um den Service: das sind sie sicherlich auch denen wert die nicht "reich" sind.

das ist doch nicht dein ernst, oder? man geht doch in erster linie dafür arbeiten, um seinen lebensunterhalt zu bestreiten, oder du etwa nicht? es mag sein, dass es leute gibt, denen es nicht so wichtig ist, wieviel sie verdienen, wenn sie nur spaß haben an ihrem job. das ist aber wohl eher die ausnahme. oder meintest du rentner und pensionäre ? da ist diese phänomen häufiger zu beobachten ;)
Marty hat Recht! Arbeiten ist doch ein wesentlicher Teil unseres Lebens der auch erfüllen sollte. Wer ohne Spaß und Zukunftsblick nur schaffen geht um zu überleben, naja der hat wahrscheinlich falsch gewählt oder verweigert sich grundsätzlich.


weil dafür wohl keine gelder da sind. es heißt ja nicht umsonst "EHRENAMTLICH".
Nö, ehrenamtlich bedeutet das man es aus freien Stücken tut um eine besondere Sache (rein subjektiv) zu unterstützen. Ich helfe in der Suppenküche um den homeless zu helfen und nicht: verdammt, ich muss wieder in die Suppenküche weil keiner Geld bereitstellt um einen anderen Idioten hinzuschicken.

Gruss,
Polli
 
Casinomeister schrieb:
Was ist daran erstaunlich? Auf dem Bau kann fast jeder arbeiten. Aber nicht jeder kann an der Uni lehren oder einen Fond bei der Deutschen verwalten. Harte Arbeit bedeutet nicht nur körperlich hart: z.B. MdB und andere Spitzenpolitiker arbeiten verdammt hart, mitunter regelmäßige 100h die Woche bei einer miesen Bezahlung.

gut, nun musst du aber auch berücksichtigen, dass es auch anspruchsvolle bauberufe gibt, wo man 3,5 jahre lang in die lehre gehen muss. wenn du von allgemeinen helfertätigkeiten redest, hast du natürlich recht. trotzdem ist die mitunter miese bezahlung für, bsp. weise einen betonbauer oder eisenflechter in meinen augen nicht gerechtfertigt, was das P/L - verhältnis betrifft. das eine entsprechende qualifikation (ausbildung/studium etc.) entsprechend honoriert werden soll, ist ja nicht die frage. was spitzenpolitiker betrifft, vermag ich nicht zu beurteilen, ob die mies bezahlt werden. für einen fußballprofi mag das so sein. das sieht für den normalen bankangestellten wahrscheinlich schon anders aus ;)

Casinomeister schrieb:
Geiz ist geil ist so eine Sache. Das setzt sich in erster Linie bei Menschen durch die dazu neigen, relativ unabhängig vom Geld. Ich für meinen Teil vergleiche auch, scheue mich aber nicht mal ein paar Euro mehr im Elektronikmarkt meiner Wahl (Fernseh - Berlet) auszugeben: dort finde ich gut geschultes Personal, freundlich & ehrlich sind sie auch noch - das Paket stimmt. Billig ist nicht immer gut.

das sehe ich genauso. allerding werden die prioritäten heutzutage nicht immer in erster linie auf die qualität gesetzt. das ist zumindest meine erfahrung. wer sich heute beispielsweise ein technisches gerät kauft, schaut meißtens als aller erstes auf den preis. ich habe das auch schon gemacht und es später dann bereut. mein letzter fehlkauf war ein dvd - player von medion. das passiert mir nicht nochmal.

zur tankstelle nochmal. es kommt immer darauf an. leute die sich alle 14 tage mal an die tanke verirren, wird es vielleicht nicht stören, wenn sie für den service 1-2 euro zusätzlich zahlen. das sieht bei leuten, die alle 2-3 tage tanken müssen schon anders aus. z. b. kraftfahrer. wenn man dann noch einen großen tank hat, in meinem falle passen da 80 liter rein, kommen da schnell ein paar euros zusammen, die ich nicht bereit wäre zu zahlen ;)

Casinomeister schrieb:
Marty hat Recht! Arbeiten ist doch ein wesentlicher Teil unseres Lebens der auch erfüllen sollte. Wer ohne Spaß und Zukunftsblick nur schaffen geht um zu überleben, naja der hat wahrscheinlich falsch gewählt oder verweigert sich grundsätzlich.

das stimmt natürlich, aber von 100 arbeitnehmern wirst du wahrscheinlich nicht mal 10 finden, die behaupten sie machen das nur, damit ihnen nicht die decke auf den kopf fällt. als therapie so zu sagen. das war seine aussage.

Casinomeister schrieb:
nö, ehrenamtlich bedeutet das man es aus freien Stücken tut um eine besondere Sache (rein subjektiv) zu unterstützen. Ich helfe in der Suppenküche um den homeless zu helfen und nicht: verdammt, ich muss wieder in die Suppenküche weil keiner Geld bereitstellt um einen anderen Idioten hinzuschicken.

ich weiß, die definition steckt ja auch schon im wort. dass das freiwillig und UNENTGELTLICH geschieht sollte eigentlich klar sein. aber marty hat ja auch von bezahlun gesprochen ;)
 
Richtig lustig, besonders die Vergleiche mit den USA.
Das Leben ist den USA wesendlich billiger, als das in Deutschland. Deshalb ist natürlich auch das Lohngefüge ein ganz anderes.
Tankwarte ist ein gutes Beispiel.
Es ist ja nicht so das hier in Deutschland keine Tankwarte mehr gibt.
Selbst in der Kleinstadt wo ich wohne gibt es noch eine Tankstelle mit Bedienung. Der Preisunterschied beträgt 2 ct zur Selbstbedienungstankstelle.
Der Betreiber kann aber gerade mal so überleben, denn diese 2ct. sind schon soviel, das sich die Autofahrer lieber in die Schlange an den 3 anderen Tankstellen anstellen, weil es eben 2ct. billiger ist.
Dann kommt der Schuhputzer, Einparker oder was ich noch.
Ist ja nicht so, dass man sich einfach einen Stuhl und Schuhputzzeug schnappen könnte und dann rollt das große Geld.
Macht das mal. Der Erste Besucher ist dann von der Polizei oder vom Ordnungsamt, der will dann erst mal den Gewerbeschein sehen. Der Gewerbeschein führt aber gleichzeitig dazu, das man als nächstes Post von der IKH bekommt, weil es in Deutschland den Kammerzwang gibt. Geringster Beitrag in SH 65€/Jahr, abhängig vom Umsatz, nicht vom Verdienst, kann es auch mehr werden. Dann kommt die Krankenkasse und will auch Geld, ist ja auch wichtig, denn Krank werden kann jeder. Dann kommt das Finanzamt und will seinen, noch 16% Anteil haben.
Was bitteschön seid ihr denn bereit, für so eine Diensstleistung zu zahlen?
Dazu kommt dann, wenn sich so ein Schuhputzer eine schöne belebte Ecke aussucht, gleich die umliegenden Ladenbesitzer angelaufen kommen und sich beschweren, weil dadurch angeblich ihre Kundschaft belästigt wird. In der Regel wird solchen Beschwerden nachgekommen.
Ist sicher ähnlich wie bei Straßenmusikanten, die dürfen sogar nur 10 Minuten an einer Stelle bleiben, es sein denn sie eine Sondergenehmigung, die aber wiederum richtig Geld kostet.
Solche aufgeblähten Umstände gibt es in den USA nicht und evtl. sind auch die potentiellen Kunden bereit für diesen Service anständig zu bezahlen.
Es ist zwar einfach solche Vorschläge zu machen, besonders wenn man selber so was nicht ausprobieren muss, es ist aber etwas Anders diese Vorschläge auch zu realisieren.
Der Irrtum besteht einfach darin, das es heisst, es gibt Arbeiten die nicht es nicht Wert sind anständig bezahlt zu werden. Jemand der 40Std/Woche regulär arbeitet, der muss auch von der Arbeit einigermaßen vernünftig Leben können, ganz egal was er auch immer für eine Arbeit macht.
Klar wird dann einiges teurer, aber es ist ja nicht so, dass die Kostendiverenz, zwischen Sklavenlohn und anständigem Lohn nur einer bezahlen muss.
Wenn eine Friseurin jetzt 6€ oder 7€/Std, verdient, dann kann sie da kaum von Leben. Würde sie 9€ verdienen, dann ginge es schon besser. Dann kostet der Haarschnitt eben 2€ mehr, ja und? Wie oft geht man zum Friseur? Alle 3 oder 4 Wochen? Dann ginge es Allen etwas schlechter, aber Vielen ginge es besser. Würde man wieder mehr Tankstellen mit Bedienung einführen, wäre es dasselbe. Der Sprit würde 2ct. teurer, aber es würden tausende von Arbeitsplätzen entstehen, mit den dazugehörigen Abgaben und was daran sonst noch hängt. Das wäre besser als dauernde Erhöhungen der Mineralölsteuer, nur damit der Staat genau diese Arbeitsplätze, die nicht entstehen, bezahlen kann in Form von Hartz4 zum Beispiel.