News Kurt Beck (SPD): "Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job."

das ist doch nicht dein ernst, oder? man geht doch in erster linie dafür arbeiten, um seinen lebensunterhalt zu bestreiten, oder du etwa nicht?
Für sehr viele Dauerarbeitslose ist das erste Problem das fehlende Geld, direkt danach kommt das von mir geschilderte Problem. Das hört man ständig von den Arbeitswilligen. Du brauchst das nicht zu glauben, es ist aber so und mein voller Ernst.

Hast Du einen Dauerarbeitslosen in der Bekanntschaft, der händeringend Arbeit sucht und unbedingt arbeiten will? Dann frag ihn doch mal, was ihn so an seinem Leben stört. Er wird Dir was von "fehlenden Aufgaben", "vertaner Zeit", "Langeweile" etc. sagen...

Richtig lustig, besonders die Vergleiche mit den USA.
Das Leben ist den USA wesendlich billiger, als das in Deutschland.
https://www.haffapartner.de/html/prservice/eca/171105eca.htm
Deutschland Platz 11, USA Platz 20... "wesentlich" ist dafür wohl nicht das richtige Wort.

Macht das mal. Der Erste Besucher ist dann von der Polizei oder vom Ordnungsamt, der will dann erst mal den Gewerbeschein sehen.

Solche aufgeblähten Umstände gibt es in den USA nicht
Ach so, in den USA muss man nichts anmelden, keine Steuern zahlen etc.? Da kann man ganz legal in die City gehen, sich irgendwo hinhocken, den Leuten die Schuhe putzen und muss das nicht anmelden, keine Platzmieten zahlen und keine Steuern? Wenn man das legal betreibt, versteht sich. Das kann ich nicht glauben.

Der Irrtum besteht einfach darin, das es heisst, es gibt Arbeiten die nicht es nicht Wert sind anständig bezahlt zu werden. Jemand der 40Std/Woche regulär arbeitet, der muss auch von der Arbeit einigermaßen vernünftig Leben können, ganz egal was er auch immer für eine Arbeit macht.
Wo fängt für Dich "vernünftig" an? Kannst Du das an einem Stundelohn festmachen? Kann ein Frisör mit 3,50€/Stunde schon "vernünftig" leben? Kann ein Geschäftsführer mit 30€/Stunde "vernünftig" leben?

Wenn eine Friseurin jetzt 6€ oder 7€/Std, verdient, dann kann sie da kaum von Leben.
Ich kenne welche, die "leben" von deutlich weniger.

Würde sie 9€ verdienen, dann ginge es schon besser.
Mit 12€ ginge es ihr dann noch besser. Problem:
Dann kostet der Haarschnitt eben 2€ mehr, ja und?
Bei uns unterbieten sich die Frisöre. Ein Trockenhaarschnitt für 6€ ist keine Seltenheit. Waschen, Schneiden, Fönen 9,50€. Und die Leute gehen da hin, wo es billig ist, das wird sich nicht ändern.

Wie oft geht man zum Friseur? Alle 3 oder 4 Wochen?
Wären dann 24 Euro Mehrkosten im Jahr. Dazu dann bei allen anderen, die zuwenig bekommen, auch noch mal die Mehrkosten, Bäckereriverkäuferinnen müssen ja auch mehr haben, Regaleinräumer im Supermarkt etc... dann wird das schon teuer.

Marty
 
Wieso braucht man sie nicht? Warum selbst tanken und das Auto verlassen während das ein anderer für dich erledigen kann?

Gefällt dir nicht die Vorstellung, was? ;)

was übrigends in den meisten anderen europäischen Ländern der Fall ist. Nur mal nebenbei bemerkt. In Griechenland z.B. wirst du blöd angeschaut, wenn man überhaupt mal beim Tanken aus dem Auto aussteigt, gezahlt wird an der Autotür.
An deutschen Tankstellen könnte man schon fast glauben der Kunde muss einen Hindernisparkour durch irgendwelche Warenregale bewältigen bevor er überhaupt mal zur Kasse kommt, wo man dann von irgendwelchen gelangweilten Angestellten eher wenig freundlich bedient wird.
(zur verteidigung, die meisten Tankstellenangestellten die ich kenne sind freundlich, es gibt aber auch ausnahmen - kenne ich ebenfalls.)
 
https://www.stern.de/politik/panorama/:Henrico-Frank-Meine-Mutter/579206.html
gerade gefunden

hat 4 handys aber kein geld zum telefonieren... warum kauft er sich nicht ein handy und 4 simkarten? Naja... die argumente von dem kerl sind nicht gerade treffend... vorallem kann man kostenlos von jedem arbeitsamt aus telefonieren, das wird ihm seine "managerin" sicherlich bereits mitgeteilt haben, der kerl stellt sich dümmer als er ist. Die ausreden sind einfach schwach, er hat sich nichtmal die jobangebote angeschaut bzw. zu einem vorstellungsgespräch erschienen... arm sowas...
aber wie gesagt, ich kenns, und wenn so jemand mal vorbei kommt dann "bitte geben sie mir den stempel, ich will mich garnicht bewerben"... die leute mag ich besonders, dafür haben wir schon eine spezielle faxnummer, um das Arbeitsamt über solche Leute zu informieren.
 
MartyMcFly schrieb:
Für sehr viele Dauerarbeitslose ist das erste Problem das fehlende Geld, direkt danach kommt das von mir geschilderte Problem. Das hört man ständig von den Arbeitswilligen. Du brauchst das nicht zu glauben, es ist aber so und mein voller Ernst.

Hast Du einen Dauerarbeitslosen in der Bekanntschaft, der händeringend Arbeit sucht und unbedingt arbeiten will? Dann frag ihn doch mal, was ihn so an seinem Leben stört. Er wird Dir was von "fehlenden Aufgaben", "vertaner Zeit", "Langeweile" etc. sagen...

gut, dann hast du dich vielleicht ein bissel missverständlich ausgedrückt. für mich las sich das so, dass man nicht wegen des geldes arbeiten gehen sollte, sondern viel mehr damit man eine beschäftigung hat. vielleicht habe ich dich auch bloß falsch verstanden. für leute die eine aufgabe brauchen, gibt es ja genug möglichkeiten, sich z.b. auch ehrenamtlich zu betätigen.
 
Hm ... ich besitze zwei Handy´s mit jeweiligem Vertrag und niemand kennt die Nummer ... ergo kann mich niemals jemand anrufen ist das übertrieben !?

Kommt es mir nur so vor das die Interviewführung etwas voreingenommen und in einem Ton ist in dem ich jedes Interview abbrechen würde !?

Lass mich raten wer der Reporter war der mit ihm zum Friseur gegangen ist ... ach, schade ... ich weiß es ja schon ... :biggrin:

Ich habe im Jahr 2000 im Rahmen meiner politischen Tätigkeit abgefragt wieviele Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger in unserer Kreisstadt erfasst sind. Dann bin ich mit diesen Daten zum Arbeitsamt gegangen und habe gefragt ob es nicht zumindest eine Teillösung in Form von Aushilfsstellen, Teilzeitstellen etc. gäbe. Die Antworten sind positiv ausgefallen. Wer einen Job haben wollte hätte am gleichen Tag noch beginnen können ... zwar kein Traumjob aber immerhin (Kabelreste zur Entmantelung in eine Maschine werfen). Gesundheitliche Eignung vorausgesetzt.

Der gleiche Test im letzten Jahr brachte die pure Verzweifelung der Sachbearbeiter zum Vorschein. Kernaussage ; "Noch nie war es schwer wie heute". Auf die Frage ob es irgendeinen Job gerade gäbe bei dem man direkt eine Chance auf Arbeitsbeginn habe wurde verneint.

Im vorliegenden Fall ist es übrigens so das viele Fakten auch unterschlagen werden. Tatsachen die für den "Vorzeige-Arbeitslosen" sprechen werden nicht zur Kenntnis genommen oder gar nicht veröffentlicht. Aber man scheint sich bereits eingeschossen zu haben. Es werden irgendwie keine Gegenargumente hinterfragt. Man kann den Eindruck gewinnen das hier gegen Hartz IV Empfänger gehetzt werden soll oder sogar Hartz IV Empfänger gegen Hartz IV Empfänger ausgespielt werden sollen.

Jede Beteiligte Zeitung vergibt Jobs die den Anforderungen und dem Lohnniveau dieses "vorgeführten Arbeitslosen" entsprechen ... aber angeboten hat dies noch keine ;)

Mit nachdenklichen Grüßen
Bernd

PS: Wer sich auch mal andersrum informieren möchte kann mal im elo-forum.org schauen oder auch mal bei bildblog.de :biggrin:
 
https://www.haffapartner.de/html/prservice/eca/171105eca.htm
Deutschland Platz 11, USA Platz 20... "wesentlich" ist dafür wohl nicht das richtige Wort.


Ach so, in den USA muss man nichts anmelden, keine Steuern zahlen etc.? Da kann man ganz legal in die City gehen, sich irgendwo hinhocken, den Leuten die Schuhe putzen und muss das nicht anmelden, keine Platzmieten zahlen und keine Steuern? Wenn man das legal betreibt, versteht sich. Das kann ich nicht glauben.

Wo fängt für Dich "vernünftig" an? Kannst Du das an einem Stundelohn festmachen? Kann ein Frisör mit 3,50€/Stunde schon "vernünftig" leben? Kann ein Geschäftsführer mit 30€/Stunde "vernünftig" leben?

Ich kenne welche, die "leben" von deutlich weniger.

Mit 12€ ginge es ihr dann noch besser. Problem:Bei uns unterbieten sich die Frisöre. Ein Trockenhaarschnitt für 6€ ist keine Seltenheit. Waschen, Schneiden, Fönen 9,50€. Und die Leute gehen da hin, wo es billig ist, das wird sich nicht ändern.

Wären dann 24 Euro Mehrkosten im Jahr. Dazu dann bei allen anderen, die zuwenig bekommen, auch noch mal die Mehrkosten, Bäckereriverkäuferinnen müssen ja auch mehr haben, Regaleinräumer im Supermarkt etc... dann wird das schon teuer.

Marty

Du bezahlsz also lieber immer höhere Steuern und Abgaben, die im Endeffekt überhaupt nichts bringen, als für Leistungen, die es vielen Ermöglichen würden, von ihrer Arbeit auch ein einigermaßen gutes Leben zu führen?
Bezahlen wirst du so oder so müssen.
Das du etliche Leute kennst die von weniger Leben müssen, als meine Beispielfriseurin, untermauert meine Argumentation ja eher.
Deine Argumentation das mit noch mehr Lohn noch besser ginge, ist gelinde gesagt fürn Ar....
Es geht nicht darum, das meine Beispielfriseurin ein Leben im absoluten Luxus führen kann, sondern nur darum nicht am 20 überlegen zu müssen, wovon man denn die letzten 10 Tage Leben soll.
Es heisst ja immer das Hartz4 zu hoch ist, weil der Abstand zum Verdienst zu gering ist und es sich somit nicht lohnt eine "niedere" Arbeit zu verrichten. Deshalb schreien viele, wie auch hier im Forum, dass diese Unterstützung, die ja nun wirklich nur zum Überleben taugt, aber keineswegs zum Leben, noch weiter heruntergeschraubt werden muss. Arbeit muss sich eben lohnen.
Dem stimme ich vollkommen zu. Arbeit muss sich lohnen. Sie muss mehr bringen als nur das Überleben. Das ist ja jetzt mit Hartz4 der Fall.
Also kann man nur die Löhne heraufsetzen, zumindest die der unteren Klassen, damit die Menschen von ihren 40Std/Woche Job, auch Leben können.
Hartz4 zu kürzen bringt dem, der in Lohn und Brot steht nämlich überhaupt nichts. Selbst wenn die Kürzung von Hartz4 mit einer Kürzung der Lohnnebenkosten um 10% einhergeht, wobei sich die Frage stellt, wovon Diese kommen soll, bekäme ein Arbeiter der jetzt 5€ verdient, 5,25€. Das so eine Steigerung nicht wirklich was bringt, ist ja wohl unstrittig.
Von lohnender Arbeit kann da ja nun wirklich immer noch nicht die Rede sein.
Gleichzeitig muss aber bei gleichbleibender Lohnstruktur immer weiter an der Steuerschraube gedreht werden und damit ist dann das Ersparte, zum Beispiel beim Friseurbesuch auch weg.
Geiz ist Geil bringt also unterm Strich überhaupt nichts. Was man auf der einen Seite spart, wird einem von der anderen Seite wieder abgenommen.
Da denke ich wäre es besser, man wäre etwas weniger geizig und ermöglicht damit vielen Menschen ein vernünftiges Leben zu führen.
Wenn dann nebenbei noch 1000de von Arbeitsplätzen entstehen würden, wie bei dem Beispiel mit den Bedienungstankstellen, dann hat das sogar noch einen zusätzlichen Effekt. Der Staat müsste weniger Hartz4 zahlen, etliche Menschen hätten mehr Geld für Konsum und würden dadurch der Wirtschaft zusätzliche Impulse geben, die dann möglicher Weise wirklich für einen dauerhafteren Aufschwung sorgen würden.

Sicherlich wird man auch in USA nicht einfach so ohneweiteres Schwarzarbeiten dürfen. Aber so einen Aufwand wie er speziell hier in Deutschland betrieben wird, gibt es dort nicht. Deshalb machen das in den USA auch relativ Viele.
Mich würde ja mal interessieren was du bereit wärst fürs Schuheputzen hinzublechen. Oder würdest du dir dann doch lieber weiter die Schuhe selber putzen? Mit 1€ fürs putzen ist es sicher nicht getan. Dazu sind die fixen Kosten die man hier in Deutschland hat, wenn man ein Gewerbe anmeldet einfach zu hoch. Wer aber wäre bereit dafür 5€ auszugeben? Sicherlich sehr, sehr Wenige.
 
Ein Teil der Arbeitslosen will aber auch einfach nicht arbeiten. Oder nicht die Arbeit annehmen, die da ist. Besonders wenn man auch noch nicht wesentlich mehr verdient als wenn man auf der Couch liegt.

Aber gibt es etwas Schlimmeres (relativ gesehen) als nur herumzulungern und jeden Morgen ohne Ziel aufzuwachen?? Ich glaub ich würde lieber irgendetwas arbeiten als überhaupt nichts zu tun haben.
 
Du bezahlsz also lieber immer höhere Steuern und Abgaben, die im Endeffekt überhaupt nichts bringen, als für Leistungen, die es vielen Ermöglichen würden, von ihrer Arbeit auch ein einigermaßen gutes Leben zu führen?
Ich rede nicht von mir. Ich kaufe nicht ein nach dem Motto "Geiz ist geil!" und ich nutze auch Dienstleistungen nicht danach.

Ich hatte mit meiner Beschreibung die Allgemeinheit gemeint. Und wenn Du Dich mal vor Discounter stellst und siehst, wieviele Leute immer noch das billigste Fleisch aus der Theke kaufen um sich direkt danach über Gammelfleisch-Skandale zu wundern, dann weißt Du, welche Leute Du von Deiner Meinung überzuegen musst. Mich hast Du auf Deiner Seite.

Es geht nicht darum, das meine Beispielfriseurin ein Leben im absoluten Luxus führen kann, sondern nur darum nicht am 20 überlegen zu müssen, wovon man denn die letzten 10 Tage Leben soll.
Und deshalb habe ich Dich gefragt, bei welchem Stundelohn das Deiner Meinung nach so ist. Da gibt es nämlich unterschiedliche Meinungen. Der Staat redet da von 345 Euro im Monat als Beispiel.

Also kann man nur die Löhne heraufsetzen, zumindest die der unteren Klassen, damit die Menschen von ihren 40Std/Woche Job, auch Leben können.
Meine Meinung. Du musst jetzt nur noch die Arbeitgeber finden, die das machen. Oder willst Du das gesetzlich festlegen?

Sicherlich wird man auch in USA nicht einfach so ohneweiteres Schwarzarbeiten dürfen. Aber so einen Aufwand wie er speziell hier in Deutschland betrieben wird, gibt es dort nicht. Deshalb machen das in den USA auch relativ Viele.
Weiß ich nicht. Vielleicht weiß hier ja jemand, was man in den USA alles machen muss, um legal selbständig zu sein.

Mich würde ja mal interessieren was du bereit wärst fürs Schuheputzen hinzublechen. Oder würdest du dir dann doch lieber weiter die Schuhe selber putzen?
Beantworte doch erst mal meine Fragen, wo für Dich ein fairer Mindeststundenlohn wäre, der allen gerecht wird.

Ich habe dem letzten Schuhputzer übrigens 2 Euro gegeben, die wollte er von mir haben, die hat er bekommen. Dafür sahen die Schuhe aus wie neu. Dafür würde ich die niemals selber putzen. Das war allerdings nicht in Deutschland.

Mit 1€ fürs putzen ist es sicher nicht getan. Dazu sind die fixen Kosten die man hier in Deutschland hat, wenn man ein Gewerbe anmeldet einfach zu hoch.
Welche Fixkosten hat man in Deutschland, die man in den USA z.B. nicht hat?

Wer aber wäre bereit dafür 5€ auszugeben? Sicherlich sehr, sehr Wenige.
Korrekt, bei 10 Minuten Arbeit kämen da 30 Euro Stundenlohn bei rum. Das läge über meinem als IT-Fachkraft.

Marty
 
Ich rede nicht von mir. Ich kaufe nicht ein nach dem Motto "Geiz ist geil!" und ich nutze auch Dienstleistungen nicht danach.

Ich hatte mit meiner Beschreibung die Allgemeinheit gemeint. Und wenn Du Dich mal vor Discounter stellst und siehst, wieviele Leute immer noch das billigste Fleisch aus der Theke kaufen um sich direkt danach über Gammelfleisch-Skandale zu wundern, dann weißt Du, welche Leute Du von Deiner Meinung überzuegen musst. Mich hast Du auf Deiner Seite.
Das ich auf deinen Post geantwortet habe, bedeutet nicht, dass ich nur von Dir rede. Einer alleine bringt eh nichts.
Das mit dem Gammelfleisch habe ich hier schon öffter gelesen. Eine schwachsinnige Behauptung nicht wahrer, je öffter man sie verkündet.
Es besteht ein Riesenunterschied, zwischen minderwertiger Qualität, oder vergammeltem Mist.
Kauft jemand billiges Fleisch, dann ist es klar, dass darin evtl. mehr Sehnen oder Fett sind, kann auch sein, dass es zäh ist, oder einfach beim braten auf ein Zehntel des Kaufvolumens zusammenschmilzt. Deshalb ist das Fleisch aber immer noch genießbar. Ganz im Gegensatz zum gammelfleisch, welches Jahrelang über den Haltbarkeitsdaten liegt, oder sogar umetikettiert werden, damit man den Dreck noch meistbietend verkaufen kann. Das ist schlicht und einfach kriminell und man sollte solche Machenschaften nicht als Wohltätigkeit hinstellen, die es den armen Hartz4-Empfängern ermöglicht, öffter mal an Fleisch zu kommen.
Und deshalb habe ich Dich gefragt, bei welchem Stundelohn das Deiner Meinung nach so ist. Da gibt es nämlich unterschiedliche Meinungen. Der Staat redet da von 345 Euro im Monat als Beispiel.
Die 345€ sind eben nicht dazu geeignet nicht jeden Cent 2mal herumdrehen zu müssen. Die reichen zum Überleben, aber nicht zum Leben.
Die 7,50€ die schon vor Monaten als Mindestlohn vorgeschlagen worden sind, halte ich da für eine gute Alternative.
Meine Meinung. Du musst jetzt nur noch die Arbeitgeber finden, die das machen. Oder willst Du das gesetzlich festlegen?
Wenn die Arbeitgeber nicht bereit sind sind, anständige Arbeit, anständig zu bezahlen, dann würde ich auch eine gesetzliche Regelung ins Auge fassen.
Das klappt in anderen Ländern auch ganz gut, warum also nicht auch in Deutschland?
Weiß ich nicht. Vielleicht weiß hier ja jemand, was man in den USA alles machen muss, um legal selbständig zu sein.
In den USA machst du ein geschäft auf, egal ob einen Laden, oder unter einem Sonnenschirm. Außer dem Zwang deine Steuern zu zahlen, steckt da nichts hinter. Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo du erst mal ein halbes Jahr zu tun hast, alle bürokratischen Hindernisse zu überwinden. Dann kommt der Wandergewerbeschein (kostet Geld), dann der Kammerzwang (kostet Geld), die Krankenkasse und das Finanzamt. Sollten deine Geschäfte gut laufen, dann wirst du MWSt.-Pflichtig, ansonsten reicht eine vereinfachte Umsatzsteuererklärung, die dich 4% Umsatzsteuerkostet. Dazu dann natürlcih die normale Einkommensteuer.
Beantworte doch erst mal meine Fragen, wo für Dich ein fairer Mindeststundenlohn wäre, der allen gerecht wird.
Siehe weiter oben.
Ich habe dem letzten Schuhputzer übrigens 2 Euro gegeben, die wollte er von mir haben, die hat er bekommen. Dafür sahen die Schuhe aus wie neu. Dafür würde ich die niemals selber putzen. Das war allerdings nicht in Deutschland.

Welche Fixkosten hat man in Deutschland, die man in den USA z.B. nicht hat?

Korrekt, bei 10 Minuten Arbeit kämen da 30 Euro Stundenlohn bei rum. Das läge über meinem als IT-Fachkraft.

Marty

Mal rechnen. Du klopfst dir auf die Schulter, weil du 2€ gegeben hast.
2€, deiner Rechnung nach mal 6, macht 12€ die Stunde.
Klar, guter Verdienst, könnte man meinen.
Wären da nicht solche Unwägbarkeiten, wie schlechtes Wetter, was ja hier in Deutschland wohl überwiegend so ist. Den Zwang in fast allen deutschen Städten, der einem Wandergewerbetreibenden verbietet, länger als 10 Minuten an einer Stelle zu bleiben, der Ummut der Geschäftleute, die meinen ihre Kundschaft würde belästigt, wenn so einer in der Nähe ihres Ladens seiner Tätigkeit nachgeht. Ein bisschen Wareneinsatz ist auch da, nicht zu vergessen die oben aufgeführten Kosten.
Da sieht es dann mit 2€ schon reichlich mau aus. Das reicht dann vielleicht gerade so, um mit einem Hartz4ler gleichzuziehen.
Ich hörs schon wieder. Hartz4 ist eben doch zu viel. Es ist aber nur zu viel, weil Arbeit eben nicht wie Arbeit bezahlt wird. Wenn man von der Arbeit, als Arbeitnehmer, 40/Woche, nicht oder kaum besser Leben kann, als ein Hartz4ler, dann ist das keine Arbeit gegen Lohn, sonder so gut wie Sklaverei.
Wir Leben nun mal nicht im tiefen Busch, in einem Negerkral, in dem man zur Not mit 2€ am Tag Überleben kann, sondern in Deutschland, wo der Lebensstandart etwas höher ist. An diesem Lebenstandart sollte jeder der eine volle Arbeitsstelle ausfüllt, in gewissem Maße teilhaben können.
 
Für mehr sind oder waren sie allerdings aber auch nie gedacht...
Bingo.
Es ist mir immernoch unbegreiflich, wie es manche schaffen, von diesem Geld besser zu leben als ich als Student, und andere es kaum schaffen damit zu überleben... wenn man mal den knotenpunkt finden würde, wo es da hapert, dann wäre das problem wohl gelöst und wir hätten endlich einen gerechten Staat.
Ich bin immernoch für ein Bürgergeld, was die Mindestbedürfnisse aller Menschen deckt. Wer mehr haben will muss dafür arbeiten, wenn auch nur halbtags oder ähnliches. Wer behindert ist oder Krank und daher mehr Geld benötigt, soll dieses auch extra bekommen. Tatsachen, wie die, dass bei manchen Hartz IV Empfängern mal einfach der Schrank kaputt gemacht wird, damits ein neuer finanziert wird, fällt somit komplett weg, da jeder mit seinem Geld selbst wirtschaften muss.
Eigenverantwortung wird hierzulande immer mehr zum Fremdwort... wozu auch, gibt ja noch das Netz des Sozialstaates, der für mich denkt und lenkt. :evil:
 
Für mehr sind oder waren sie allerdings aber auch nie gedacht...


Das habe ich ja nie behauptet, aber Marty meinte es und ich habe nur auf seinen Post geantwortet.
Es ging ja darum, wie sich die Arbeit auf den Lebensstandart auswirken soll. Wenn jemand Vollzeit arbeitet und trotzdem nicht oder nur geringfügig mehr hat, als diese Überlebenshilfe, dann stimmt etwas mit dem Lohn nicht.
 
Btw,

wer aktuelle Zitate dieses vaterlandslosen Gesellen lesen möchte, dem sei der neue Spiegel empfohlen.

Letztlich war es doch nur wieder so ein antisozialer, arbeitsscheuer Typ der etwas Ärger machen wollte. Von den 8 offerierten Arbeitsangeboten konnte der Herr leider krankheitsbedingt nicht einen annehmen. ;)

Frohes Fest Henrico. :D
 
Henrico Frank und die mit ihm verbundene Pressehetze zieht den Ruf aller ehrlichen Arbeitssuchenden in den Dreck. Das finde ich sehr schade, denn ich weiß aus eigener Erfahrung (mein Vater war lange Zeit selbst arbeitslos) mit wie wenig Geld man mit Hartz IV auskommen muß und wie schwer es ist wieder einen Job zu finden.
 
Henrico Frank und die mit ihm verbundene Pressehetze zieht den Ruf aller ehrlichen Arbeitssuchenden in den Dreck. Das finde ich sehr schade, denn ich weiß aus eigener Erfahrung (mein Vater war lange Zeit selbst arbeitslos) mit wie wenig Geld man mit Hartz IV auskommen muß und wie schwer es ist wieder einen Job zu finden.

bingo, das ist genau der punkt der mich auch stört.
 
Das ich auf deinen Post geantwortet habe, bedeutet nicht, dass ich nur von Dir rede.
Ich hatte Dein häufiges "Du" als direkte Anrede interpretiert, dazu kam, dass Du mich zitiert hast.

Das mit dem Gammelfleisch habe ich hier schon öffter gelesen. Eine schwachsinnige Behauptung nicht wahrer, je öffter man sie verkündet.
Es besteht ein Riesenunterschied, zwischen minderwertiger Qualität, oder vergammeltem Mist.
Für mich ist es dasselbe, ob ich gammliges Fleisch bekomme, oder Sehnen und Abfall als Fleisch vorgesetzt bekomme. Beides ist Müll und verdient den Begriff nicht. Die Leute kaufen es aber trotzdem, weil es billiger ist und trotzdem "Fleisch" draufsteht.

Die 345€ sind eben nicht dazu geeignet nicht jeden Cent 2mal herumdrehen zu müssen. Die reichen zum Überleben, aber nicht zum Leben.

Deine Aussage war:
Es geht nicht darum, das meine Beispielfriseurin ein Leben im absoluten Luxus führen kann, sondern nur darum nicht am 20 überlegen zu müssen, wovon man denn die letzten 10 Tage Leben soll.
Und der Staat sagt, bei 345 Euro ist genau diese Fall gegeben. Oder ist das in Deinen Augen etwas anders?


Wenn die Arbeitgeber nicht bereit sind sind, anständige Arbeit, anständig zu bezahlen, dann würde ich auch eine gesetzliche Regelung ins Auge fassen.
Und die Kunden? Zwingst Du die auch zu den Gesetzen. Wenn der Frisör gesetzlich 7,50 Euro verdienen muss, dann kann es passieren, dass viele Kunden nicht mehr gehen. Dann hast Du einige gut bezahlte und viele arbeitslose Frisöre.
Das klappt in anderen Ländern auch ganz gut, warum also nicht auch in Deutschland?
Wo klappt das "ganz gut"?

In den USA machst du ein geschäft auf, egal ob einen Laden, oder unter einem Sonnenschirm. Außer dem Zwang deine Steuern zu zahlen, steckt da nichts hinter.
Keine Anmeldung? Nichts? Einfach Zeug schnappen, Schuhe putzen wo immer ich will und dann Steuern zahlen? Kann man das irgendwo nachlesen, ich glaube das noch nicht so ganz.

Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo du erst mal ein halbes Jahr zu tun hast, alle bürokratischen Hindernisse zu überwinden.
Also, meine Gewerbeanmeldung hat insgesamt mit allen Formularen zwei Wochen gedauert, aber nur knapp 5 Stunden Zeit gekostet. Loslegen konnte ich nach 10 Minuten, da hatte ich die Anmeldung gemacht.

Dann kommt der Wandergewerbeschein (kostet Geld)
Einmalig 200-400 Euro.
dann der Kammerzwang (kostet Geld)
Reisegewerbetreibende sind keine Mitglieder der IHK. Fällkt also weg.

Seit wann muss man als Selbständiger krankneversichert sein? Und was ist daran in den USA anders?

und das Finanzamt. Sollten deine Geschäfte gut laufen, dann wirst du MWSt.-Pflichtig, ansonsten reicht eine vereinfachte Umsatzsteuererklärung, die dich 4% Umsatzsteuerkostet.
Ist das im Resiegwerbe anders als bei normalen Gewerbeanmeldungen? Entweder ist man umsatzsteuerpflichtig oder nicht.

Dazu dann natürlcih die normale Einkommensteuer.
Und nochmal: Was ist da in den USA anders? Die haben auch eine Mehrwertsteuer und eine Einkommenssteuer.

Mal rechnen. Du klopfst dir auf die Schulter, weil du 2€ gegeben hast.
Aus welcher meiner Aussagen interpretierst Du dieses "Schulterklopfen"?
2€, deiner Rechnung nach mal 6, macht 12€ die Stunde.
Klar, guter Verdienst, könnte man meinen.
Jip, zumindest über Deinen geforderten 7,50€.
Wären da nicht solche Unwägbarkeiten, wie schlechtes Wetter, was ja hier in Deutschland wohl überwiegend so ist.
Dann sind mehr Kunden in den Gebäuden mit dreckigen Schuhen zum Putzen.

Den Zwang in fast allen deutschen Städten, der einem Wandergewerbetreibenden verbietet, länger als 10 Minuten an einer Stelle zu bleiben
Quelle?
der Ummut der Geschäftleute, die meinen ihre Kundschaft würde belästigt
Quelle?

Ein bisschen Wareneinsatz ist auch da, nicht zu vergessen die oben aufgeführten Kosten.
Ein Arbeitnehmer zahlte auch Steuern, Krankenversicherung etc. und soll sogar mit 7,50€ auskommen nach Deiner Forderung.
Da sieht es dann mit 2€ schon reichlich mau aus. Das reicht dann vielleicht gerade so, um mit einem Hartz4ler gleichzuziehen.
Glaube ich nicht. Ist aber Spekulation.

Marty
 
Für mich ist es dasselbe, ob ich gammliges Fleisch bekomme, oder Sehnen und Abfall als Fleisch vorgesetzt bekomme. Beides ist Müll und verdient den Begriff nicht. Die Leute kaufen es aber trotzdem, weil es billiger ist und trotzdem "Fleisch" draufsteht.
So, für dich ist es also dasselbe, ob Fleisch zäh, oder mit Sehnen durchzogen ist, oder ob es schlichtweg vergammelt ist? Seltsame Logik. Ich finde schon das es da erhebliche Unterschiede gibt.Es gibt eben mehr als nur schwarz oder weiss.

Deine Aussage war:
Und der Staat sagt, bei 345 Euro ist genau diese Fall gegeben. Oder ist das in Deinen Augen etwas anders?
Stimmt, das war meine Aussage.
Genau diese 345€ sind das Minimum um Überleben zu können. Das ist weit weg von den Cent nicht 2 mal umdrehen zu müssen.

Und die Kunden? Zwingst Du die auch zu den Gesetzen. Wenn der Frisör gesetzlich 7,50 Euro verdienen muss, dann kann es passieren, dass viele Kunden nicht mehr gehen. Dann hast Du einige gut bezahlte und viele arbeitslose Frisöre.
Achso, dann lassen sich alle Leute die Haare wachsen? Halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wie gesagt, die 2€, die man beim Frisör dann spart, weil man meint, was geht mich die Friseurin an, legt man bei der nächsten Steuer-oder Abgabenerhöhung wieder drauf.

Wo klappt das "ganz gut"?
https://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/kombilohn/mindestlohn-eu.html
Mal eine nette Lektüre.

Auf einer anderen Seite habe ich Folgendes gefunden.
In 18 der 25 EU-Länder gibt es über die Absprachen der Tarifpartner hinaus einen Mindestlohn, der von der Regierung autonom festgesetzt wird. Der monatliche Brutto-Mindestlohn variiert zwischen 1467 Euro in Luxemburg und 116 Euro in Lettland. In der Regel betrifft er alle Branchen und alle Arbeitnehmer als absolute Untergrenze. Der Grundgedanke: Andernfalls bestünde bei hoher Arbeitslosigkeit die Gefahr, dass die Menschen notgedrungen Löhne akzeptieren, die unter den tariflich vereinbarten Sätzen liegen und womöglich gar das Existenzminimum unterschreiten.
Nur in Deutschland wehrt man sich mit Händen und Füßen dagegen.

Keine Anmeldung? Nichts? Einfach Zeug schnappen, Schuhe putzen wo immer ich will und dann Steuern zahlen? Kann man das irgendwo nachlesen, ich glaube das noch nicht so ganz.

Also, meine Gewerbeanmeldung hat insgesamt mit allen Formularen zwei Wochen gedauert, aber nur knapp 5 Stunden Zeit gekostet. Loslegen konnte ich nach 10 Minuten, da hatte ich die Anmeldung gemacht.

Einmalig 200-400 Euro.
Reisegewerbetreibende sind keine Mitglieder der IHK. Fällkt also weg.
In den USA braucht man natürlich auch eine Anmeldung. Es gibt aber kaum Auflagen was Art und Ausführung des Gewerbes angeht. Keinen Meister- und keinen Kammerzwang.
Zum Kammerzwang habe ich keine direkte Quelle gefunden. Allerdings kann man bei Google eingeben: >> Muss ein Reisegewerbetreibender in die IHK? <<
Erstaunlicher Weise bekommt man zig Suchtreffer, alle von Seiten irgendwelcher IKHs, auf denen genau erklärt wird, was ein Reisegewerbtreibender darf und was er nicht darf. Das bringt mich zu dem Schluss, das es zwar keine Zwangsmitgliedschaft in einer HWK besteht, aber sehr wohl bei einer IHK. Hätte mich auch gewundert wenn es nicht so wäre.

Seit wann muss man als Selbständiger krankneversichert sein? Und was ist daran in den USA anders?
Nichts. Man braucht auch hier als Selbständiger keine Krankenversicherung, es sei denn man wird in einer IHK zwangsrekrutiert.
Allerdings was macht man wenn man dann mal Krank wird?

Ist das im Resiegwerbe anders als bei normalen Gewerbeanmeldungen? Entweder ist man umsatzsteuerpflichtig oder nicht.
Da besteht kein Unterschied. Evtl. nur der Verdienst.

Und nochmal: Was ist da in den USA anders? Die haben auch eine Mehrwertsteuer und eine Einkommenssteuer.
Klar gibt es die Steuern auch in den USA. Allerdings wesentlich weniger als es hier üblich ist.

Aus welcher meiner Aussagen interpretierst Du dieses "Schulterklopfen"?
Jip, zumindest über Deinen geforderten 7,50€.
Dann sind mehr Kunden in den Gebäuden mit dreckigen Schuhen zum Putzen.
Immerhin hast du ja geschrieben, das du großzügig wie bist 2€ fürs Schuheputzen gegeben hast.
Es besteht ja auch ein Unterschied, ob ich die 2€ in Portugal, Spanien oder Lettland bezahle, oder ob ich die hier in Deutschland bezahle.
Von welchen Gebäuiden redest du? Ich glaube nicht das ein Geschäftsmann es einem Schuhputzer gestattet, in seinen Räumen Schuhe zu putzen, es sein denn er wird ordentlich am Umsatz beteiligt. Ob sich das aber dann für den Putzer noch lohnt?

Ein Arbeitnehmer zahlte auch Steuern, Krankenversicherung etc. und soll sogar mit 7,50€ auskommen nach Deiner Forderung.
Glaube ich nicht. Ist aber Spekulation.
Marty
Immerhin wären diese 7,50€ mehr als viele bereit sind ihren Arbeitern zu bezahlen. Kann ja sein das du das Korrekt findest. Ich finde aber, wie ich schon mehrfach geschrieben habe, dass jemand der einen Vollzeitjob macht, von dem Verdienst dieses Vollzeitjobs auch Leben können muss. Besser Leben, als jemand der nur Hartz4 bekommt.
Da wären wir dann wieder bei meiner Beispielfriseurin.

345€ Hartz4 + 350€ Mietekosten + 165€ legaler Zuverdienst macht 860€ Netto für einen Hartzler. 860€/165Std. macht 5,21€ Netto

Die Friseurin bekommt vielleicht 6€/Std Brutto. Bei nur einen Drittel Abzüge, was viel zu wenig ist, aber der einfachen Rechnung wegen, mache ich das mal hat dann 4€ Netto.
Ist das gerecht oder in irgendeiner Art und weise angemessen?
Ich denke nein. Ihr bleiben nach Abzug der Miete nicht mal mehr die 345€ + 165€ Zuverdienst, des Hartz4lers. Das ist selbst bei dem von mir vorgeschlagenen Verdienst von 7,50€ noch nicht gegeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
So, für dich ist es also dasselbe, ob Fleisch zäh, oder mit Sehnen durchzogen ist, oder ob es schlichtweg vergammelt ist?
Ja, genau so ist das.

Stimmt, das war meine Aussage.
Genau diese 345€ sind das Minimum um Überleben zu können. Das ist weit weg von den Cent nicht 2 mal umdrehen zu müssen.
Das ist ja auch wieder was anderes, als Deine Aussage "am 20. schon nicht mehr wissen, wovon man die letzten 10 Tage leben soll!", auf die ich mich bezog.

Achso, dann lassen sich alle Leute die Haare wachsen? Halte ich für sehr unwahrscheinlich.
ich auch. Ich gehe eher davon aus, dass die Leute sich wieder die Haare selber schneiden oder von Familienmitgliedern schneiden lassen. Das mag bei Mutti nicht so sein, aber der Student/Single/Durchschnittsmann, der bisher für 10 Euro noch einmal im Monat gegangen ist, geht für 20 Euro vielleicht nicht mehr und kauft sich eine Maschine um das selber zu machen... Ich weiß, Du weißt es anders.

Wie gesagt, die 2€, die man beim Frisör dann spart, weil man meint, was geht mich die Friseurin an, legt man bei der nächsten Steuer-oder Abgabenerhöhung wieder drauf.
Das schreiben wir am besten auf jeden Aldi-prospekt: "Das Geld, was sie hier sparen, müssen sie bei der nächsten Steuererhöhung eh abgeben. Deshalb wird Aldi jetzt teurer, damit sie weniger Steuern zahlen müssen!". Unlogisch, oder nicht?

Muss ich erst lesen, ist ne Menge Text mit den ganzen Verweisen.

Auf einer anderen Seite habe ich Folgendes gefunden.
Der monatliche Brutto-Mindestlohn variiert zwischen 1467 Euro in Luxemburg und 116 Euro in Lettland.
Wenn man Länder wie England oder Frankreich mit knapp 1100 Euro Mindestlohn als Vergleich ranzieht, dann wäre das für Deutschland immer noch zu wenig. Und die Folgen solch eines Mindestlohnes sehe ich eben anders. Da gibt es halt zwei Meinungen.

Andernfalls bestünde bei hoher Arbeitslosigkeit die Gefahr, dass die Menschen notgedrungen Löhne akzeptieren, die unter den tariflich vereinbarten Sätzen liegen und womöglich gar das Existenzminimum unterschreiten.
Dann muss man Arbeitgeber einfach dazu zwingen, sich an Tarifverträge zu halten. Fall erledigt.

In den USA braucht man natürlich auch eine Anmeldung. Es gibt aber kaum Auflagen was Art und Ausführung des Gewerbes angeht. Keinen Meister- und keinen Kammerzwang.
Den gibt es in Deutschland auch nur bei ausgewählten Berufen, das kannst Du nicht verallgemeinern. Gegen einen Meisterzwang bin ich übrigens auch.
Zum Kammerzwang habe ich keine direkte Quelle gefunden.
https://www.buhev.de/1997/0000_rgw10.html Punkt 6 und 7. Die Quelle sollte stimmen und nachprüfbar sein.

Nichts. Man braucht auch hier als Selbständiger keine Krankenversicherung, es sei denn man wird in einer IHK zwangsrekrutiert.
Allerdings was macht man wenn man dann mal Krank wird?
Was macht ein selbständiger US-Amerikaner, wenn er krank wird? Es ist exakt null Unterschied. Halt, doch. Es existiert ein Unterschied: In Deutschland muss eine gestzliche Krankenkasse ihn versichern, wenn er will, in den USA nicht. Und in den USA ist eine Krankenversicherung, kurz gesagt, schweineteuer.

Da besteht kein Unterschied. Evtl. nur der Verdienst.
Dann stimmen Deine 4% Umsatzsteuer ja nicht, wenn man die auch nicht ausweist.

Klar gibt es die Steuern auch in den USA. Allerdings wesentlich weniger als es hier üblich ist.
Tja, das ist, soweit mir bekannt, in jedem Staat anders und mit anderen Sätzen. Wie schön ist es da doch in Deutschland.

Immerhin hast du ja geschrieben, das du großzügig wie bist 2€ fürs Schuheputzen gegeben hast.
Auch das nicht. Ich habe geschrieben, er wollte 2 Euro und die habe ich gezahlt. Weder schrieb ich "grosszügig", noch was von Schulterklopfen. Hätte er mehr gefordert für seine Dienstleistung, dann hätte ich evtl. auch mehr gezahlt, weil die Dienstleistung sehr gut war. Aber ich zahle beim Aldi auch nicht freiwillig 5 Euro für das Schoko-Müsli, weil mir das so gut schmeckt. Ich zahle das, was gefordert wird.
Es besteht ja auch ein Unterschied, ob ich die 2€ in Portugal, Spanien oder Lettland bezahle, oder ob ich die hier in Deutschland bezahle.
Naja, es war in den Niederlanden, kein Billilohnland also.
Von welchen Gebäuiden redest du? Ich glaube nicht das ein Geschäftsmann es einem Schuhputzer gestattet, in seinen Räumen Schuhe zu putzen, es sein denn er wird ordentlich am Umsatz beteiligt. Ob sich das aber dann für den Putzer noch lohnt?
Tja, das weiss ich nicht, ob er was abgeben musste und ob er die Genehmigung hatte. Es sah zumindest so aus, weil der Stand in dem Einkaufszentrum (so ein Palast mit vielen Geschäften) ziemlich zentral aufgebaut war. Evtl. war er sogar im Auftrag des Betreibers da, weil der Kunden etwas bieten wollte. Wer weiß das schon.

Ich finde aber, wie ich schon mehrfach geschrieben habe, dass jemand der einen Vollzeitjob macht, von dem Verdienst dieses Vollzeitjobs auch Leben können muss. Besser Leben, als jemand der nur Hartz4 bekommt.
Da sind wir uns doch absolut einig. Das sehe ich zu 100% genauso. Trotzdem frage ich dann immer wieder: "Wie macht man das der Kundschaft klar, die es zahlen muss?". Ich kann diese Frage nicht beantworten. Du tendierst zu einem Mindestlohn, den ich nicht für sinnvoll halte.

Da wären wir dann wieder bei meiner Beispielfriseurin.

345€ Hartz4 + 350€ Mietekosten + 165€ legaler Zuverdienst macht 860€ Netto für einen Hartzler. 860€/165Std. macht 5,21€ Netto
Naja, meine Frisörin arbeitet deutlich länger, hat deshalb einen noch niedrigeren Lohn.

Die Friseurin bekommt vielleicht 6€/Std Brutto. Bei nur einen Drittel Abzüge, was viel zu wenig ist, aber der einfachen Rechnung wegen, mache ich das mal hat dann 4€ Netto.
Im Osten Deutschlands arbeiten die teilweise für 3,50 Euro brutto. Aber dann 100 Stunden / Woche.
Ist das gerecht oder in irgendeiner Art und weise angemessen?
Ich denke nein.
Ich denke da genau wie Du.

Womit wir wieder am Anfang wären: Wie soll man das ändern? Oder vielmehr: Wie bekommen wir den Verbraucher wieder dazu, Dienstleistung vernünftig zu bezahlen? Durch Zwang? Sicher nicht.

Marty