In Remember

07. Oktober 1928:
Die Deutsche Reichsbahn bietet mit dem Fahrplanwechsel ihren Kunden keine vierte Wagenklasse mehr an, um höhere Einnahmen zu erzielen.
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Die Deutsche Reichsbahn schaffte am 7. Oktober 1928 die vierte Wagenklasse ab, um durch eine Vereinfachung des Tarifsystems und die Einsparung von Fahrzeugtypen wirtschaftlicher zu arbeiten. Obwohl über 80 Prozent der Fahrgäste diese billige „Stehklasse“ nutzten, war sie für die Bahn unrentabel geworden.

Hintergründe zur Abschaffung:
Unwirtschaftlichkeit:

Die vierte Klasse kostete nur zwei Reichspfennige pro Kilometer (die Hälfte der 3. Klasse), warf aber kaum Gewinn ab.
Fahrzeugvereinheitlichung:
Durch neue Einheitswaggons schwand der bauliche Unterschied zwischen der 3. Klasse (Holzbänke) und der 4. Klasse (viele Stehplätze).
Klassenreform:
Die vierte Klasse wurde in die dritte Klasse aufgewertet. Die Fahrpreise für die 3. Klasse wurden gleichzeitig um 25 Prozent gesenkt, um den Protest der Bevölkerung abzufedern.

Historischer Kontext der Wagenklassen:
Die Abschaffung war Teil einer schrittweisen Reduzierung der Klassen im deutschen Schienenverkehr:
Bis 1928:
Vier Wagenklassen (1. bis 4. Klasse).
1928 bis 1956:
Drei Wagenklassen (Die 1. Klasse wurde im Binnenverkehr kaum noch genutzt).
Ab 1956:
Internationales Zwei-Klassen-System in Europa. Die alte 3. Klasse (Holzklasse) wurde zur heutigen 2. Klasse aufgewertet.
 
08. Oktober 1856:
Chinesische Beamte entern die im Hafen von Hongkong liegende Arrow und verhaften die Besatzung des unter britischer Flagge segelnden Schiffes unter dem Verdacht auf Piraterie, Schmuggel und Opiumhandel. Nachdem Großbritannien vergeblich die Freilassung der festgehaltenen Besatzung gefordert hat, kommt es in der Folge zum Zweiten Opiumkrieg.
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Der „Arrow-Zwischenfall“:
Der Vorwand für den Krieg:
Der Status der Arrow:

Das Schiff gehörte einem chinesischen Reeder, war aber in Hongkong (seit dem Ersten Opiumkrieg britische Kolonie) registriert. Die Registrierung war zum Zeitpunkt der Kaperung eigentlich schon abgelaufen.
Die britische Reaktion:
Der britische Konsul in Guangzhou (Kanton), Harry Parkes, nutzte den Vorfall gezielt aus. Er behauptete, die chinesischen Behörden hätten die britische Flagge beleidigt und britisches Recht gebrochen.
Das Ziel:
Großbritannien suchte ohnehin nach einem Grund, die Verträge von 1842 (Vertrag von Nanking) zu revidieren, um den Opiumhandel vollständig zu legalisieren und ganz China für den westlichen Handel zu öffnen.
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Verlauf und Beteiligte:
Die Allianz:

Frankreich schloss sich Großbritannien an. Als Vorwand diente den Franzosen die Hinrichtung des Missionars Auguste Chapdelaine durch chinesische Behörden.
Militärische Überlegenheit:
Die technologisch weit überlegenen britisch-französischen Truppen nahmen Guangzhou ein, stießen bis nach Peking vor und brannten 1860 den kaiserlichen Sommerpalast (Yuanmingyuan) nieder.

Die Folgen (Verträge von Tianjin und Peking):
Vollständige Öffnung:

China musste elf weitere Häfen für den westlichen Handel öffnen.
Legalisierung:
Der Handel mit Opium wurde offiziell erlaubt und besteuert.
Christentum:
Die christliche Missionierung im Landesinneren wurde gestattet.
Gebietsverluste:
Großbritannien annektierte zusätzlich Kowloon (die Halbinsel gegenüber von Hongkong-Insel).

Der Zweite Opiumkrieg zählte zu den einschneidendsten Ereignissen des sogenannten „Jahrhunderts der Demütigung“ aus chinesischer Sicht und schwächte die herrschende Qing-Dynastie entscheidend.
 
08. Oktober 1992:
Willy Brandt, deutscher Politiker, MdB, MdL, Regierender Bürgermeister von Berlin, Außenminister und Bundeskanzler, Nobelpreisträger stirbt.
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Willy Brandt (geboren am 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm; gestorben am 8. Oktober 1992 in Unkel) war ein herausragender deutscher SPD-Politiker und von 1969 bis 1974 der vierte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er gilt als einer der bedeutendsten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Weltweite Berühmtheit erlangte er durch seine wegweisende Entspannungspolitik im Kalten Krieg. Für seine „Neue Ostpolitik“ wurde er 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Wichtigste Lebensstationen:
Widerstand und Exil:

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 floh er nach Norwegen und Schweden. Aus Schutz vor der Gestapo legte er seinen Geburtsnamen ab und wählte das Pseudonym Willy Brandt.
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Regierender Bürgermeister:
Von 1957 bis 1966 leitete er die Geschicke des geteilten West-Berlins. Er stand während des Baus der Berliner Mauer 1961 an vorderster Front.
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Außenminister:
In der ersten Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger diente er von 1966 bis 1969 als Außenminister und Vizekanzler.
Bundeskanzler:
1969 bildete er die erste sozialliberale Koalition aus SPD und FDP. Unter dem Leitmotiv „Mehr Demokratie wagen“ stieß er weitreichende gesellschaftliche und innenpolitische Reformen an.
Die Neue Ostpolitik & Der Kniefall von Warschau:
Seine Regierungszeit stand im Zeichen des Mottos „Wandel durch Annäherung“. Brandt strebte den Ausgleich und die Normalisierung der Beziehungen mit der DDR, der Sowjetunion und den Staaten des Ostblocks an. Im Zuge der Ostverträge kam es im Dezember 1970 zu einem historischen Moment: Der Kniefall von Warschau am Ehrenmal für die Helden des Ghettos wurde weltweit als Demutsgeste und starkes Zeichen für die deutsche Bitte um Versöhnung verstanden.
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Rücktritt und spätes Wirken:
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Im Mai 1974 trat Willy Brandt nach der Enttarnung seines engen Referenten Günter Guillaume als DDR-Spion (Guillaume-Affäre) vom Amt des Bundeskanzlers zurück. Er blieb jedoch bis 1987 SPD-Parteivorsitzender. Als Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission engagierte er sich im späteren Leben leidenschaftlich für die Entwicklungshilfe und den globalen Frieden. Nach dem Mauerfall im Jahr 1989 prägte er das unvergessene Zitat: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“
 
08. Oktober 1920:
Frank Herbert, US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasyautor wird geboren.
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Frank Herbert (1920–1986) war ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor, der vor allem als Schöpfer des monumentalen Dune-Universums (Der Wüstenplanet) weltweite Berühmtheit erlangte. Seine sechsteilige Romanreihe gehört zu den meistverkauften und einflussreichsten Werken der Science-Fiction-Geschichte und prägt das Genre bis heute.

Leben und Werdegang:
Frank Patrick Herbert Jr. wurde in Tacoma, Washington, geboren. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmen konnte, führte er ein äußerst facettenreiches Leben und arbeitete unter anderem als Journalist, Fotograf, TV-Kameramann, Radiomoderator und Austerntaucher. Seine vielseitigen Lebenserfahrungen, insbesondere sein tiefes Interesse an Ökologie, Psychologie und Religion, flossen maßgeblich in die komplexe Weltgestaltung seiner späteren Romane ein. Er verstarb 1986 im Alter von 65 Jahren in Madison, Wisconsin.

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Das Dune-Universum:
Der 1965 erschienene Roman Dune (dt. Der Wüstenplanet) markierte Herberts literarischen Durchbruch und gewann die renommiertesten Preise des Genres, den Hugo Award und den Nebula Award. Herbert schrieb insgesamt sechs Dune-Romane, die als die Original-Chroniken bekannt sind:
Der Wüstenplanet (Dune, 1965)
Der Herr des Wüstenplaneten (Dune Messiah, 1969)
Die Kinder des Wüstenplaneten (Children of Dune, 1976)
Der Gottkaiser des Wüstenplaneten (God Emperor of Dune, 1981)
Die Ketzer des Wüstenplaneten (Heretics of Dune, 1984)
Die Ordensburg des Wüstenplaneten (Chapterhouse: Dune, 1985)
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Dune (1984 – mit Sting) Dune (2021)
Die Saga untersucht komplexe Themen wie das langfristige Überleben der Menschheit, Ökologie, die Verflechtung von Religion und Politik sowie die Gefahren, die von messianischen Anführern ausgehen. Das Universum wurde nach Herberts Tod von seinem Sohn Brian Herbert gemeinsam mit Kevin J. Anderson durch zahlreiche Prequels und Sequels erweitert. Zudem erfuhr das Werk berühmte Verfilmungen, unter anderem von David Lynch (1984) und Denis Villeneuve.




Weitere bedeutende Werke:
Obwohl Dune seine Karriere dominierte, verfasste Herbert über 20 weitere Romane sowie zahlreiche Kurzgeschichten:
The Dragon in the Sea (1956) – Sein Debütroman, ein psychologischer Sci-Fi-Thriller an Bord eines U-Boots vor dem Hintergrund des Kalten Krieges.
Das Santaroga-Barriere-Experiment (The Santaroga Barrier, 1968 ) – Eine Untersuchung über das Massenbewusstsein und gesellschaftliche Isolation.
Die Augen von Heisenberg (The Eyes of Heisenberg, 1966) – Ein Roman über Genmanipulation und Unsterblichkeit.
Das Dosadi-Experiment (The Dosadi Experiment, 1977) – Teil seines ConSentiency-Zyklus, der sich mit Bürokratie, juristischen Systemen und psychologischen Extremen befasst.
Die weiße Pest (The White Plague, 1982) – Ein dystopischer Thriller über einen Molekularbiologen, der nach einer Tragödie eine biologische Waffe freisetzt
 
09. Oktober 1989:
In Leipzig findet die erste große Montagsdemonstration mit ca. 70.000 Teilnehmern und damit die zweite (nach der Plauener Demonstration am 7. Oktober) von Massen getragene Protestveranstaltung in der DDR seit 1953 statt. Es kommt nicht wie befürchtet zu bewaffneten Gegenmaßnahmen.
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Der 9. Oktober 1989 war das historische Datum dieser entscheidenden Montagsdemonstration in Leipzig.

Wichtigste Fakten zum Tag:
70.000 Menschen
demonstrierten friedlich auf dem Leipziger Innenstadtring.
„Wir sind das Volk!“ wurde zum zentralen Ruf des Protestes.
Keine Gewalt: Trotz hoher Polizeipräsenz und der Befürchtung einer „chinesischen Lösung“ blieben bewaffnete Gegenmaßnahmen der DDR-Staatsmacht aus.
Historische Wende: Dieses Ereignis gilt als der Durchbruch für die friedliche Revolution, der genau einen Monat später zum Fall der Berliner Mauer führte.
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