In Remember

10. Januar 1927:
In Berlin wird der Spielfilm Metropolis von Fritz Lang uraufgeführt. Metropolis ist ein wegweisender deutscher expressionistischer Stummfilm und gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Science-Fiction-Filme der Filmgeschichte. Er wurde 1927 unter der Regie von Fritz Lang veröffentlicht und basiert auf dem gleichnamigen Roman seiner damaligen Ehefrau Thea von Harbou.
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Inhalt:
Der Film spielt in der futuristischen Stadt Metropolis, die in zwei stark voneinander getrennte Gesellschaftsklassen unterteilt ist: Die privilegierte Elite lebt in luxuriösen Wolkenkratzern an der Oberfläche, während die Arbeiterklasse unter der Erde in harten Bedingungen schuften muss, um die Maschinen der Stadt am Laufen zu halten.
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Die Handlung beginnt, als Freder, der naive Sohn des Stadtbeherrschers Joh Fredersen, die Arbeiterin Maria sieht, die eine Gruppe Arbeiterkinder an die Oberfläche bringt. Fasziniert von ihr, folgt er ihr in die Unterstadt und wird Zeuge der entbehrungsreichen Existenz der Arbeiter. Er ist entsetzt über die Gleichgültigkeit seines Vaters gegenüber ihrem Leid.

Maria predigt den Arbeitern in den Katakomben von der Ankunft eines "Mittlers", der Herz (die Liebe) und Hände (die Arbeiterschaft) mit dem Hirn (der Führungsschicht) verbinden wird. Fredersen beauftragt den exzentrischen Erfinder Rotwang, eine Roboter-Doppelgängerin von Maria zu erschaffen, um die Arbeiter zu manipulieren und ihre Hoffnung auf einen friedlichen Wandel zu zerstören. Die falsche Maria schürt daraufhin die Revolution, was zu Chaos und der Zerstörung der Herz-Maschine führt, wodurch die Arbeiterstadt zu überfluten droht. Freder und die echte Maria retten gemeinsam die Kinder der Arbeiter, während der Roboter verbrannt wird und Rotwang im Kampf mit Freder zu Tode stürzt. Am Ende fungiert Freder als der erwartete Mittler und führt seinen Vater und den Vorarbeiter der Arbeiter, Grot, zusammen.

Bedeutung und Einfluss:
Metropolis ist bekannt für seine bahnbrechenden visuellen Effekte, die monumentale Art-Déco-Architektur und das ikonische Roboter-Design, die Generationen von Filmemachern beeinflussten, darunter die Macher von Blade Runner, Star Wars und Das fünfte Element. Die Produktion war mit immensen Kosten verbunden und trieb die Ufa beinahe in den Ruin.

Trotz anfänglich gemischter Kritiken wurde der Film 2001 als erster Film überhaupt in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Eine nahezu vollständige, restaurierte Fassung, die verschollene Szenen aus einer 2008 in Buenos Aires gefundenen Kopie integriert, feierte 2010 Premiere.

„Moderne“ Fassungen:
Es gibt mehrere moderne Fassungen von Metropolis mit unterschiedlicher Musik, die über die Originalpartitur von Gottfried Huppertz hinausgehen.

Giorgio Moroder Fassung (1984)
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Die bekannteste alternative Version ist die von Giorgio Moroder aus dem Jahr 1984. Der italienische Komponist und Produzent, bekannt für seine Pionierarbeit in der elektronischen Popmusik, restaurierte den Film in seiner eigenen, verkürzten Schnittfassung und unterlegte ihn mit einem pulsierenden Synthesizer-Soundtrack.

Diese Version enthielt auch Pop-Songs von Künstlern wie Freddie Mercury ("Love Kills"), Pat Benatar, Jon Anderson (Yes) und Adam Ant. Moroders Fassung ist für ihren markanten 80er-Jahre-Stil bekannt und war maßgeblich daran beteiligt, ein neues Publikum für den Stummfilmklassiker zu begeistern, stieß bei Filmhistorikern jedoch auch auf Kritik.

 
10. Januar 1929:
Die Comicfiguren Tim und Struppi (im französischsprachigen Original Les aventures de Tintin) des belgischen Zeichner Hergé werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
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Tim und Struppi (im Original: Les Aventures de Tintin) ist eine der weltweit erfolgreichsten Comic-Serien, erschaffen vom belgischen Zeichner Hergé (Georges Remi).

Kernfakten zur Serie:
Protagonisten: Der junge belgische Reporter Tim und sein treuer Foxterrier Struppi.

Wichtige Begleiter: Der impulsiv-herzliche Kapitän Haddock, das zerstreute Genie Professor Bienlein sowie die tollpatschigen Detektive Schulze und Schultze.

Stil: Hergé prägte die Ligne Claire (klare Linie), die durch präzise Umrisslinien, realistische Hintergründe und den Verzicht auf Schraffuren gekennzeichnet ist.


Umfang: Es gibt 24 Alben, erschienen zwischen 1929 (Tim im Lande der Sowjets) und 1983 (das unvollendete Werk Tim und die Alphakunst).

Beliebte Bände:
Der blaue Lotos: Ein Wendepunkt der Serie hin zu sorgfältiger Recherche und politischem Realismus.

Das Geheimnis der Einhorn / Der Schatz Rackhams des Roten: Das klassische Piraten-Abenteuer, in dem Haddock und Tim das Schloss Mühlenhof entdecken.

Schritte auf dem Mond: Erschien bereits 1954 – also 15 Jahre vor der tatsächlichen Mondlandung – und gilt als technisch erstaunlich akkurat.

Tim in Tibet: Gilt als Hergés persönlichstes und emotionalstes Werk.