Glauben an Gott? Geister? Wahrsager?

Glauben an Gott?Geister?Wahrsager?


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    143
Das ist falsch, man kommt nicht in den Himmel, wenn man brav ist, sondern einzig und alleine, wenn man an Jesu glaubt. Nicht mehr - aber auch nicht weniger.

Stimmt, alles andere bekommt man ja vergeben...

Ich hab eigentlich nur eine Frage: Wenn dieser Gott der Bibel, der da oben im Himmer sitzt, so gütig ist und alle Menschen liebt, warum sterben dann jeden Tag unschuldige Kinder, während Massenmörder weiter draußen rumlaufen? Achja, Gott kann ja nicht eingreifen. Aber er konnte die Welt erschaffen? Aber jetzt kann er nicht mehr eingreifen?
 
Also, zuerst einmal, ich glaube an den Gott der Bibel.

Dann erkläre mir doch mal: Gott schafft den Menschen nach seinem Ebenbild. Er schafft ihn aber aus Lehm. (Sagt uns die Bibel).

Was heißt das? Ist Gott selbst auch aus Lehm? Wie kann er dann vollkommen, allmächtig, allgütig und allwissend sein? Und wenn er nicht aus Lehm ist, wie kann er uns nach seinem Ebenbild schaffen, aber Lehm benutzen?
 
Stimmt, alles andere bekommt man ja vergeben...

Ich hab eigentlich nur eine Frage: Wenn dieser Gott der Bibel, der da oben im Himmer sitzt, so gütig ist und alle Menschen liebt, warum sterben dann jeden Tag unschuldige Kinder, während Massenmörder weiter draußen rumlaufen? Achja, Gott kann ja nicht eingreifen. Aber er konnte die Welt erschaffen? Aber jetzt kann er nicht mehr eingreifen?

da geb dir Recht wenn unschuldige Kinder Sterben könnte ja, wenn es Gott gibt helfen.Oder wiso gibt es den Massenmörder, Kinderschänder usw???
Gott hätte ja alle Menschen Nett machen können und nicht paar so Verrückte.
Denke mal jeder hat seine Bestimmung was er im Leben erreicht manche werden Geboren als Kinderschänder,Massenmörder usw
 
Deswegen kann man der Bibel noch lange keinen Wahrheitsgehalt zuordnen...

hey, nix gegen die historisch belegbaren Tatsachen in der Bibel. Ganz so bei den Haaren herbeigezogen, wie du das denkst, is das Dingens nich ;)


da geb dir Recht wenn unschuldige Kinder Sterben könnte ja, wenn es Gott gibt helfen.Oder wiso gibt es den Massenmörder, Kinderschänder usw???
Gott hätte ja alle Menschen Nett machen können und nicht paar so Verrückte.
Denke mal jeder hat seine Bestimmung was er im Leben erreicht manche werden Geboren als Kinderschänder,Massenmörder usw

weiss net, ob ich lachen oder weinen soll... 8O





wenn wir der Bibel Glauben schenken - was ihr ja alle nicht tut und womit mein kurzer Ausflug nichtig is - hat Gott dem Menschen eine Seele verpasst. Wahrscheinlich habt ihr nicht danach gefragt, wie ich übrigens auch nicht.
Aber er hat uns die Wahl gelassen uns selbst zu entscheiden.
Würden wir diese Wahl nicht haben, würden wir über diese Dinge auch gar nicht nachdenken...

Ohne Böses gäbe es kein Gutes.
Vielleicht sind diese beiden Adjektive auch allein vom Menschen konstruiert, um mit sich und seiner Umwelt besser zurechtzukommen...

Ich kanns nicht beweisen, aber ich habe zumindest noch nie davon gehört, dass Tiere zwischen Gut und Böse unterscheiden können... vielleicht ist es das, was uns so "göttlich" macht...?

Als Ebenbild eines Gottes, der uns die Wahl überlässt uns zu entscheiden, wie wir es wollen...
ich gestehe, manchmal bin ich "ihm" schon böse wegen dieser Freiheit... :roll:
 
Aber er hat uns die Wahl gelassen uns selbst zu entscheiden.
Würden wir diese Wahl nicht haben, würden wir über diese Dinge auch gar nicht nachdenken...

so wird es wohl sein, wir haben die Freiheit erhalten in der wir über unser Leben selbst zu entscheiden haben und und es so gestalten wir wir es für richtig halten.

Ohne Böses gäbe es kein Gutes.
Vielleicht sind diese beiden Adjektive auch allein vom Menschen konstruiert, um mit sich und seiner Umwelt besser zurechtzukommen...

du sagst es wenn es Gutes gibt dann ist das Gegenteil nicht weit entfernt...

Als Ebenbild eines Gottes, der uns die Wahl überlässt uns zu entscheiden, wie wir es wollen...
ich gestehe, manchmal bin ich "ihm" schon böse wegen dieser Freiheit... :roll:

und genau deshalb steht die Menschheit jetzt dort wo die halt steht, besessen von Gier, Macht und Geld, traurig aber wahr.
 
Nun, und wie steht es mit dem Modell, nach dem diese Freiheit nicht existent ist? Da alle unsere Entscheidungen und Gedanken nur auf bestimmten Nervenverknüpfungen im Gehirn basieren, die durch diesen oder jenen Reiz zu diesem oder jenem Ergebnis hin ausgelöst werden? Was, wenn die Willensfreiheit nur eine Vorstellung ist, unser Wille aber vielmehr der Willkür seiner biologischen Zusammensetzung unterworfen ist?


Aber ich gebe mi-mo Recht: gut und böse sind menschliche, nur menschliche, Kategorien. Sie existieren nur, um dem Einzelnen eine Vorstellung zu vermitteln, die es ihm ermöglicht, seine Interessen zu vertreten...
 
Denke mal jeder hat seine Bestimmung was er im Leben erreicht manche werden Geboren als Kinderschänder,Massenmörder usw

Interessanter Gedanke, allerdings nicht haltbar, wenn man bedenkt, welchen Einfluss das Leben selbst auf einen Menschen hat. Bei allem, was die Wissenschaft heute weiß, wie soll das denn passieren? Enthält jedes Spermium eine bestimmte Information, wie das Leben zu leben ist?

Nein, ich glaube, jeder Mensch kann sich frei entscheiden, ob er Menschen mordet oder nicht. Und jeder, der es tut, hat keinerlei Mitleid verdient. Keine zweite Chance, kein garnix. Sein Opfer hat auch keine zweite Chance. Das soll übrigens weder ein Statement zur Selbstjustiz noch zur Todesstrafe sein.
 
Jeder Mensch kann sich frei entscheiden, ob er Menschen mordet oder nicht.

Ich finde dieser Satz hört sich knall hard an.Was heißt frei endscheiden?Ich denke es ist einfach nur krank von jemanden der solche Gedanken überhaubt entwickelt.Deshalb kommt ja jeder in eine Anstallt und dort lebt Er gemütlich weiter und wie ich denke,ohne jede Art von Strafe
 
Nein, ich glaube, jeder Mensch kann sich frei entscheiden, ob er Menschen mordet oder nicht. Und jeder, der es tut, hat keinerlei Mitleid verdient. Keine zweite Chance, kein garnix. Sein Opfer hat auch keine zweite Chance. Das soll übrigens weder ein Statement zur Selbstjustiz noch zur Todesstrafe sein.

Da kommen mir einige Fragen:

Menschenwürde - warum?
Ethik - warum?
Bestrafung für eine Tat des freien Willens - warum?
Mitleid - warum?
Gerechtigkeit - warum?
 
um das Leben in Gesellschaften/Gruppen erträglicher und einfacher zu machen.
Wir haben uns mittlerweile soweit entwickelt, dass die meisten sozialen Interaktionen institutionalisiert sind...

Aber PlaciD, was ist denn dann die logische Fortführung deines Gedankens, dass "Täter" keine zweite Chance verdient hätten. Eine zweite Chance wozu?
sich zu bessern?
oder können wir die überreden, sich selbst von ner Brücke zu stürzen? :-?
 
Da kommen mir einige Fragen:

Menschenwürde - warum?
Ethik - warum?
Bestrafung für eine Tat des freien Willens - warum?
Mitleid - warum?
Gerechtigkeit - warum?

Bestrafung für eine Tat des freien Willens: Weil sie den freien Willen eines anderen Wesens beträchtlich eingeschränkt hat.

Die anderen Warum's haben nicht viel mit meiner Darstellung zu tun. Wenn du diskutieren möchtest, stelle bitte konkrete Fragen oder mache konkrete Feststellungen. Ansonsten fällt es mir schwer, zu antworten.

Aber PlaciD, was ist denn dann die logische Fortführung deines Gedankens, dass "Täter" keine zweite Chance verdient hätten. Eine zweite Chance wozu?
sich zu bessern?
oder können wir die überreden, sich selbst von ner Brücke zu stürzen? :-?

Die logische Fortführung wäre Todesstrafe. Allerdings kann diese nur in einem wasserdichten System funktionieren, ansonsten besteht die Gefahr, das Unschuldige wissentlich oder unwissentlich hingerichtet werden.

Mit zweiter Chance meinte ich das, was Tätern z.B. hier in D zugebilligt wird. 15 Jahre Knast (oder meist weniger), danach eine zweite Chance.
 
Die anderen Warum's haben nicht viel mit meiner Darstellung zu tun. Wenn du diskutieren möchtest, stelle bitte konkrete Fragen oder mache konkrete Feststellungen. Ansonsten fällt es mir schwer, zu antworten.


Ich gebe zu, meine Gedanken führen z.T. weg von deinem Beitrag, ja...

Konkretisiere ich eben:

Warum nehmen wir an, dass es eine "Menschenwürde" gibt? An welchem Punkt messen wir, dass der Mensch eine Würde hat, die er sich nicht selbst verliehen hat - und wenn er sie sich selbst verliehen hat, wieso ist es Unrecht, wenn er sie sich wieder nimmt?

Und warum gehen wir davon aus, dass nur ethisch korrektes Verhalten "richtig" ist? Wie definieren wir, was ethisch korrekt ist, wie kommen wir überhaupt darauf, dass es ethische Grundsätze gibt? Hat sie einen Zweck, der über das bloß Soziale hinausgeht? Und wenn sie ihn nicht hat: wieso ordnen wir ihr alles unter?

Wie kann man den freien Willen für eine Tat bestrafen, die ihm frei stand? Wenn jemand jemanden schädigt, so geschieht das diesem Bilde nach aus freien Stücken. Er ist dazu in der Lage, es ist natürlich, dass er jemandem schaden kann, welches Recht hat ein anderer - ein abstraktes Gebilde, ein Staat! -, ihn dafür zu bestrafen?

Warum Mitleid mit den einen Menschen und kein Mitleid mit den anderen? Wieso verdient jener, dass wir mit ihm fühlen, und wieso sollen wir jenem gegenüber kalt sein? Diese Idee teilt die Menschen in zwei Klassen, in hoch- und minderwertig...Mitleid ist eine nur im beschränkten Maße natürliche Regung...

Und wieso streben wir Gerechtigkeit an? Ausgleich, Vergeltung, was auch immer? Wieso gehen wir davon aus, dass alles gerecht zu sein hat?


Ist das jetzt konkret genug, oder soll ich meine Antworten auch noch mitliefern? ^^
 
Ich gebe zu, meine Gedanken führen z.T. weg von deinem Beitrag, ja...

Konkretisiere ich eben:

Warum nehmen wir an, dass es eine "Menschenwürde" gibt? An welchem Punkt messen wir, dass der Mensch eine Würde hat, die er sich nicht selbst verliehen hat - und wenn er sie sich selbst verliehen hat, wieso ist es Unrecht, wenn er sie sich wieder nimmt?

Und warum gehen wir davon aus, dass nur ethisch korrektes Verhalten "richtig" ist? Wie definieren wir, was ethisch korrekt ist, wie kommen wir überhaupt darauf, dass es ethische Grundsätze gibt? Hat sie einen Zweck, der über das bloß Soziale hinausgeht? Und wenn sie ihn nicht hat: wieso ordnen wir ihr alles unter?

Wie kann man den freien Willen für eine Tat bestrafen, die ihm frei stand? Wenn jemand jemanden schädigt, so geschieht das diesem Bilde nach aus freien Stücken. Er ist dazu in der Lage, es ist natürlich, dass er jemandem schaden kann, welches Recht hat ein anderer - ein abstraktes Gebilde, ein Staat! -, ihn dafür zu bestrafen?

Warum Mitleid mit den einen Menschen und kein Mitleid mit den anderen? Wieso verdient jener, dass wir mit ihm fühlen, und wieso sollen wir jenem gegenüber kalt sein? Diese Idee teilt die Menschen in zwei Klassen, in hoch- und minderwertig...Mitleid ist eine nur im beschränkten Maße natürliche Regung...

Und wieso streben wir Gerechtigkeit an? Ausgleich, Vergeltung, was auch immer? Wieso gehen wir davon aus, dass alles gerecht zu sein hat?


Ist das jetzt konkret genug, oder soll ich meine Antworten auch noch mitliefern? ^^

Das ist sehr konkret, und nun verstehe ich auch, worauf du hinaus wolltest.

Zur Menschenwürde habe ich eine Gegenfrage: Was ist Menschenwürde?

Und was sind ethische Grundsätze? Welche Regeln gelten als ethisch? Für mich gibt es zwei Arten Regeln: Solche, die ich für mich selber entscheide und solche, die die Gesellschaft mir auferlegt. Über die Sinnhaftigkeit der zweiteren kann ich denken was ich möchte, wenn ich in der Gesellschaft leben möchte, so habe ich diese zu respektieren. Wenn ich es nicht tue, dann habe ich die Konsequenzen zu tragen.

Der freie Wille ist nicht nur tun und lassen können, was man will. Dieser freie Wille ist es auch, der dich verpflichtet, Regeln der Gesellschaft anzuerkennen, in der du lebst. Du hast dich frei entschieden, in ihr zu leben.

Mitleid ist ein Empfinden, über das ich selbst bestimmen kann. Die Frage auf deine Antwort lautet also: Weil ich es entschieden habe.

Die Welt ist nicht gerecht. Das war sie nie und sie wird es nie sein. Oder glaubst du, ich sehe den Tod eines Vergewaltigers als gerecht an? Gerecht wäre, wenn er schon vor seiner Tat sterben würde.

Aber, um alle Fragen mit einem Mal zu beantworten: Der Mensch ist sehr komplex, weshalb er komplexere Regeln braucht als viele Tiere. Unsere Welt ist komplexer, weshalb mehr Regeln benötigt werden, damit Zusammenleben überhaupt möglich wäre. Ohne Regeln würde Chaos ausbrechen. Einfacher gestrickte Tiere brauchen keine Regeln; Ihr Instinkt ist Regel genug. Sie verstecken sich vor größeren Tieren, töten zur Verteidigung oder als Futter und sind ansonsten für sich selbst. Wozu mehr Regeln? Der Mensch aber, mit seinem komplexen Drumherum, hat mehr als Instinkt; und das macht ihn so gefährlich!
 
Die logische Fortführung wäre Todesstrafe. Allerdings kann diese nur in einem wasserdichten System funktionieren, ansonsten besteht die Gefahr, das Unschuldige wissentlich oder unwissentlich hingerichtet werden.

Der Mensch ist aber nich perfekt, also funktioniert dieses System nicht.
Und selbst wenn. Haben wir immer noch die Frage nach dem '"Henker".
Was ist mit dem? Der hat - vllt. zu Recht - nur seine Pflicht getan, hat sich aber in dem moralischen Verständnis auch schuldig gemacht, weil er die Freiheit eines anderen oder sogar mehrerer generell einschränkt... :-?


Mitleid ist ein Empfinden, über das ich selbst bestimmen kann. Die Frage auf deine Antwort lautet also: Weil ich es entschieden habe.

Du oder dein Gewissen? dein moralisches Verständnis ist zu gewissen Teilen unabhängig von dem, was dein Verstand dir sagt, oder nicht?
Moral ist nicht nur Kopfsache, sondern auch Herzensangelegenheit.

Die Welt ist nicht gerecht. Das war sie nie und sie wird es nie sein. Oder glaubst du, ich sehe den Tod eines Vergewaltigers als gerecht an? Gerecht wäre, wenn er schon vor seiner Tat sterben würde.
Gerechtigkeit wird es nie geben, vollkommen richtig. Weil unsere Welt, wie wir sie kennen und so wie sie sich uns entgegenstellt nur so funktioniert.

Ein schnellwachsender Baum verdrängt die in seinem Schatten lebenden Pflanzen.
Ein Löwe frisst eine Gazelle, die vorher an nem Busch die Früchte abgeknabbert hat, die die Vögel auch fressen wollten...

Gerechtigkeit ist eine soziale Komponente, die auch wiederum von uns Menschen in die Welt gebracht wurde.


Aber, um alle Fragen mit einem Mal zu beantworten: Der Mensch ist sehr komplex, weshalb er komplexere Regeln braucht als viele Tiere. Unsere Welt ist komplexer, weshalb mehr Regeln benötigt werden, damit Zusammenleben überhaupt möglich wäre. Ohne Regeln würde Chaos ausbrechen. Einfacher gestrickte Tiere brauchen keine Regeln; Ihr Instinkt ist Regel genug. Sie verstecken sich vor größeren Tieren, töten zur Verteidigung oder als Futter und sind ansonsten für sich selbst. Wozu mehr Regeln? Der Mensch aber, mit seinem komplexen Drumherum, hat mehr als Instinkt; und das macht ihn so gefährlich!
Der Mensch hat die Möglichkeit sich von seinen Instinkten zu befreien. Das gibt ihm wiederum auch die Freiheit sich selbst zu entscheiden.
Ob er seinem Instinkt nachgibt, oder nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zur Menschenwürde habe ich eine Gegenfrage: Was ist Menschenwürde?

Gute Frage. Denn im Grunde ist es doch nichts weiter als das arrogante Selbstverständnis des Menschen, der glaubt, sein gesellschaftliches Leben damit absichern zu müssen, dass er sich selbst für würdig erachtet, dergestalt, dass niemand niemandem ein Leid antun darf. Es ist eine selbstgemachte Legitimation von Recht und Ordnung, mehr nicht...

Und was sind ethische Grundsätze? Welche Regeln gelten als ethisch? Für mich gibt es zwei Arten Regeln: Solche, die ich für mich selber entscheide und solche, die die Gesellschaft mir auferlegt. Über die Sinnhaftigkeit der zweiteren kann ich denken was ich möchte, wenn ich in der Gesellschaft leben möchte, so habe ich diese zu respektieren. Wenn ich es nicht tue, dann habe ich die Konsequenzen zu tragen.

Du glaubst, du hättest eine Alternative zur Gesellschaft? Wohl kaum...wo auch immer du bist, befindest du dich im Hoheitsgebiet irgendeines Staates (außer du lebst auf offener See, was du allerdings nicht sehr lange tätest..), unterliegst somit immer den Gesetzen einer Gesellschaft.
Ethische Grundsätze sind das Rückgrat einer Gesellschaft, die sich erhalten möchte...die Frage ist nur, ob diese Gesellschaft es wert ist, erhalten zu werden...

Der freie Wille ist nicht nur tun und lassen können, was man will. Dieser freie Wille ist es auch, der dich verpflichtet, Regeln der Gesellschaft anzuerkennen, in der du lebst. Du hast dich frei entschieden, in ihr zu leben.

Der freie Wille verpflichtet mich zu nichts, denn sobald er an Auflagen gebunden ist, ist er nicht mehr frei...und wie ich zuvor schon sagte: niemand entscheidet sich frei dafür, in der Gesellschaft zu leben: man wird in sie hineingeboren und man kann nicht aus ihr entkommen...auch deswegen sehe ich keine Verpflichtung für den Willen...

Mitleid ist ein Empfinden, über das ich selbst bestimmen kann. Die Frage auf deine Antwort lautet also: Weil ich es entschieden habe.

Du kannst nicht das Aufkommen eines Gefühls bestimmen. Du kannst höchstens dafür sorgen, dass es rasch wieder abklingt - insofern würdest du dich also nur dafür entscheiden, dass Gefühl zuzulassen. Die Frage aber bleibt: warum?

Die Welt ist nicht gerecht. Das war sie nie und sie wird es nie sein. Oder glaubst du, ich sehe den Tod eines Vergewaltigers als gerecht an? Gerecht wäre, wenn er schon vor seiner Tat sterben würde.

Warum dann das Gerede von Bestrafung, wenn eine Bestrafung nicht gerecht wäre?

Aber, um alle Fragen mit einem Mal zu beantworten: Der Mensch ist sehr komplex, weshalb er komplexere Regeln braucht als viele Tiere. Unsere Welt ist komplexer, weshalb mehr Regeln benötigt werden, damit Zusammenleben überhaupt möglich wäre. Ohne Regeln würde Chaos ausbrechen. Einfacher gestrickte Tiere brauchen keine Regeln; Ihr Instinkt ist Regel genug. Sie verstecken sich vor größeren Tieren, töten zur Verteidigung oder als Futter und sind ansonsten für sich selbst. Wozu mehr Regeln? Der Mensch aber, mit seinem komplexen Drumherum, hat mehr als Instinkt; und das macht ihn so gefährlich!

Der Mensch ist komplexer? Im Grunde nicht - er ist ein Tier, triebhaft, instinktiv, er unterliegt denselben biologischen Gesetzen wie alle anderen Lebewesen auch - der Unterschied ist die Vernunft. Und diese Vernunft gaukelt uns vor, komplexer zu sein, komplexer zu leben - dabei entspricht unsere geistige nicht unserer biologischen Natur. Das Chaos bräche nur aus, weil der Mensch eben nicht komplex, sondern triebhaft ist: es ist das "Animalische", welches die Regellosigkeit zum Chaos führen würde, nicht unsere Vernunft. Die Vernunft macht den Menschen nicht gefährlich, im Gegenteil...



Edit: @mi-mo: Wie kommst du darauf, dass Moral auch emotional sei?
 
Moral hat für mich was mit Empathie, mit Mitfühlen, sich in den anderen Hineinversetzen zu tun...

Wenn ich diese Fähigkeit nicht hätte, bräuchte ich keine Moral.
Dann wäre das Prinzip des Stärkeren allgegenwärtig und wir würden es so hinnehmen, wenn etwas in unserem Umfeld passieren würde.
Dann würden wir auch nicht darüber nachdenken, wenn wir einem Kind den Lolli wegnehmen, den wir selber haben wollen.

edit:
zu den Instinkten noch ein kurzer Ausflug. Sehr interessante Theorie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mängelwesen
 
Moral hat für mich was mit Empathie, mit Mitfühlen, sich in den anderen Hineinversetzen zu tun...

Wenn ich diese Fähigkeit nicht hätte, bräuchte ich keine Moral.
Dann wäre das Prinzip des Stärkeren allgegenwärtig und wir würden es so hinnehmen, wenn etwas in unserem Umfeld passieren würde.
Dann würden wir auch nicht darüber nachdenken, wenn wir einem Kind den Lolli wegnehmen, den wir selber haben wollen.

edit:
zu den Instinkten noch ein kurzer Ausflug. Sehr interessante Theorie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mängelwesen


Jetzt, da ich den Artikel gelesen habe, erinnere ich mich, mal einen Essay von Gehlen gelesen zu haben...er hat ja eigentlich nicht Unrecht: Kultur und Gesellschaft sind Gegenpole zur "wilden" Natur. Aber ich würde es nicht unbedingt auf einen Mangel zurückführen, sondern eher schlicht auf einen Unterschied, der nicht zu bewerten ist...

Ah, okay, Empathie als Voraussetzung für Moral. Klar, da hast du Recht. Aber das ändert ja nichts daran, dass ich moralisch empfinden kann, dieser Empfindung aber nicht folgen muss...weil der Kopf überlegen ist.
 
Der Mensch ist komplexer? Im Grunde nicht - er ist ein Tier, triebhaft, instinktiv, er unterliegt denselben biologischen Gesetzen wie alle anderen Lebewesen auch - der Unterschied ist die Vernunft. Und diese Vernunft gaukelt uns vor, komplexer zu sein, komplexer zu leben - dabei entspricht unsere geistige nicht unserer biologischen Natur. Das Chaos bräche nur aus, weil der Mensch eben nicht komplex, sondern triebhaft ist: es ist das "Animalische", welches die Regellosigkeit zum Chaos führen würde, nicht unsere Vernunft. Die Vernunft macht den Menschen nicht gefährlich, im Gegenteil...

Diese Vernunft ist doch das komplexere, jedenfalls für mich. Und warum das Chaos nun letzendlich ausbricht, darüber kann man nur spekulieren. Auf jedenfalls stimmen wir überein, das Chaos ausbrechen würde.

Und zum Thema Gesellschaft: Also es gibt mehrere Individuen der Black Metal Szene (Musiker), die in totaler Abgeschiedenheit leben, wo sie keinen Kontakt zu Menschen haben. Das wäre doch ne Alternative. Oder im Busch in Afrika, dort dürftest du auch nicht den Regeln der Gesellschaft unterliegen.

Ansonsten, nunja, die Mehrheit bestimmt. Ist so, war so, wird immer so sein. Das Recht des Stärkeren, wie man es gerne nennt.
 
meinst du die Black Metaler, die Kirchen anzünden und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen?

Nein, die sitzen im Knast. Ich meine Individuen, die nach meinem Wissen noch gegen keine Gesetze verstoßen haben, sondern lediglich die Menschheit verachten.
Aber schön, dass Verallgemeinerung auch bei dir zum Zuge kommt...