Gehen oder Bleiben: Was tun?

Eisfee

Well-known member
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20 April 2006
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Hallo zusammen,

erstmal entschuldige ich mich für die Themen-Bezeichnung, aber nichts passt irgendwie so ganz...

Naja momentan beschäftigt mich eine ganze Reihe von Dingen und es wird nicht besser.
Ganz im Gegenteil eigentlich, ich hab immer öfter Tage, wo ich hier rumhäng und nicht weiß was ich tun soll.

Die Situation ist folgende:
Ich bin vor über einem Jahr wegen einer neuen Stelle 550km von meiner Familie und Freunden weggezogen.
Die Arbeit ist toll, die Firma und auch die Umgebung wo ich hier wohne, aber leider sind die Leute hier so unaufgeschlossen.
Die einzige Freundin, die ich hier habe, Susanne,ist selber eine Zugezogene aus dem Osten damals für ihre Ausbildung.
Ich verstehe mich super mit ihr, aber leider ist sie nicht die Art von Freundin wie ich es gern hätte.
Vielleicht einmal im Monat oder alle 2 Monate mal gehen wir einen Kaffee trinken oder abends ein Bierchen, aber das wars auch.
Verglichen mit Jenny, einer sehr guten Freundin aus Dortmund, die ich schon ewig kenne und mit der ich früher ziemlich viel unternommen habe ist das nichts. Mit ihr konnte ich auch so Zeit verbringen ohne irgendwo nen Kaffee oder ein Bier trinken zu gehen. Haben früher auch oft bei ihr einfach nur zusammen gekocht, Fernseh geschaut oder Karten gespielt. Susanne ist da irgendwie nicht der Typ für.

Abgesehen von dieser Freunde- und Menschen-Kennlern-Sache bin ich auch am überlegen, ob mir meine Ausbildung reicht.
Ich bin jetzt 21, habe den Realschulabschluß und eine Ausbildung zur Chemielaborantin. Ich fühle mich aber irgendwie noch zu jung um so weiter zu arbeiten, wie ich es derzeit tue.
Sehe das zur Zeit bei einigen Bekannten und Freunden von früher, die noch mit Mitte 20 einen anderen Studiengang anfangen oder ihr Abi nachholen um danach studieren zu gehen.
Vielleicht sollte ich auch mein Abi oder Fachabi nachholen und dann studieren. Aber auch daraus ergeben sich für mich wieder Probleme: Pack ich überhaupt das Abi und evtl ein Studium hinterher und was mach ich finanziell? Jetzt verdiene ich für einen Berufsanfänger sehr gut eigentlich und dann wäre ich quasi wieder bei 0. Wäre auf Wohngeld angewiesen, einen Nebenjob und hätte dann immer noch nicht viel Geld zum Leben.

Vielleicht habt ihr ja irgendwelche Ideen oder einen guten Rat für mich, wie ich mich entscheiden sollte oder auch einfach eigene Erfahrungen in Bezug auf Wegziehen von Freunden/Famielie oder nochmal Abi nachholen und studieren.
Würd mich sehr über Antworten von euch freuen :)

Bye,
Eisfee
 
meine Freundin macht grad ihr Abi nach, ich hab meins schon aber danach auch "nur" ne Ausbildung gemacht und überleg jetzt ob ich doch noch studieren soll

ich denke Du solltest Deine Entscheidung nicht vom Geld abhängig machen, denn Geld kommt und geht und alles was bleibt ist das was Du im Kopf hast

Das Abi nachholen ist auch nicht schwer, ist alles nur ne Lern-Und Motivationssache, wenn Du es willst und nen paar Stunden Zeit hast zum lernen dann schaffst Du das auch

nen Studium ist da manchmal schon härter (hab das mal 2. Semester getestet :mrgreen:)..wobei es nicht dauerhaft schwer ist, sondern sich die ganze Härte auf ca 1 Monat pro Semester konzentriert, nämlich dann wenn die Prüfungen anstehen- die restliche Zeit ist es eigentlich doch recht ruhig

Und wegen der Finanzierung- hast Du mal geschaut ob Du Bafög bekommen würdest ?

Achja Thema Freunde, ich glaub es gibt wenig Orte auf der Welt wo man so schnell neue Freunde finden kann wie bei nem Studium und besonders gut natürlich wenn man es mit den anderen grad frisch anfängt ;)
 
Danke schonmal für deine Antwort :)

Also Bafög wäre nicht drin, das weiß ich zu 90%.
Ich denk mir ja auch, dass ich nicht so aufs Geld achten sollte, andererseits sollte ich schon vorher genau wissen, was ich bekomme an Wohngeld etc etc damit ich weiß, was ich zur Verfügung hätte und ob das ganze überhaupt zu schaffen wäre.
 
Sie brauch nicht nachschauen, wenn sie eine abgeschlossene Ausbildung hat, dann steht ihr Elternunabhängiges BaFög zu in Höhe von 354€. Zudem bekommt man bis zu 150 € Wohngeld und die KV und PV werden bezahlt wenn man nicht über die Eltern versichert ist.

Wenn ich es richtig gelesen habe, kommst du aus Dortmund ( Also ursprünglich)? Essen und Oberhausen haben Weiterbildungskollegs und sind nicht so weit von Dortmund, aber ich vermute, dass Dortmund wohl auch eine normale Tagesschule haben wird zum Abitur machen. Aber innerhalb vom VRR ist ja auch eine kleine Distanz nicht das Problem. Mit schokoticket kämst du ja immer leicht nach Dortmund.

Zudem haben die Erwachsenenschulen häufig Wohnheime, so dass du mit dem Wohngeld auch meist gut hin kommst.

Prob wird nach dem Abi das Studium, denn da ist das BaFög nur sehr selten Elternunabhängig, aber mit einem Vollzeitjob und einem Studium an einer FOM ist es sicher finanzierbar.
 
Die Arbeit ist toll, die Firma und auch die Umgebung wo ich hier wohne, aber leider sind die Leute hier so unaufgeschlossen.

Ich habe keinen Vergleich zu anderen Regionen, aber so pauschal würde ich das nicht sagen. Versuch doch (wie in anderen Regionen Deutschlands auch) über Verein, etc. neue Freunde kennen zu lernern.

Abgesehen von dieser Freunde- und Menschen-Kennlern-Sache bin ich auch am überlegen, ob mir meine Ausbildung reicht.
Ich bin jetzt 21, habe den Realschulabschluß und eine Ausbildung zur Chemielaborantin. Ich fühle mich aber irgendwie noch zu jung um so weiter zu arbeiten, wie ich es derzeit tue.
Hast du deine Ausbildung ebenfalls bei BI gemacht? Falls ja frage doch deinen Ausbildungsleiter nach einem Rat... falls nicht, frage jemand aus der Personalabteilung, was du denn machen kannst. Vielleicht kannste auch in Teilzeit arbeiten und dich dann neben dem Beruf weiterbilden. Auf jeden Fall würde ich bei BI mein Anliegen vorbringen.

Jetzt verdiene ich für einen Berufsanfänger sehr gut eigentlich und dann wäre ich quasi wieder bei 0.
Deshalb beim Arbeitgeber ruhig nachfragen, ob sie da nichts anbieten. Da du gerne dableiben möchtest... aber dich gerne auch weiterbilden willst.

Gruß Scowl
 
Nein ich hab meine Ausbildung woanders gemacht.
Und eigentlich ist es so, dass ich dort in jedem Fall wieder weg will und in jedem Fall wieder ins Ruhrgebiet bzw nach NRW.
Das einzige was mich halt zögern lässt ist BI als super Arbeitgeber.
Zwar hat BI auch nen Standort in Dortmund, aber leider nicht mein Bereich wo ich arbeiten könnte.
Des weiteren habe ich eh nur einen befristetetn Vertrag bis nächstes Jahr im Juni/Juli. Ich würde mich dann intern weiter bewerben bzw meine derzeitige Überlegung halt extern ins Ruhrgebiet, nur dass es dort quasi keine Stellen gibt, also dann Abi und Studium.
 
Also ich habe mein Abi mit 18 abgebrochen um in die Welt hinauszuziehen:D, mit 21 bekam ich meinen Sohn und habe dann erst eine Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin gemacht, dann mein Abi nachgeholt und fange nächsten Monat an zu studieren, und das mit 26. Die Schule habe ich mit Bafög finanziert, werde ich jetzt auch im Studium tun, mit Kind ist ein Nebenjob leider unmöglich. Zum Abi kann ich sagen, dass es mir sehr leicht gefallen ist, das mag am Alter liegen. Mit 25 weiß man einfach mehr als mit 18. Die Finanzierung mit Bafög ist da nicht so lustig, man hat weniger als ein Hartz IV-Empfänger und bei mir wurde es trotz Ausbildung nicht elternunabhängig gefördert. Aber es geht alles...wie war das noch mit dem Willen und dem Weg..;)

Wünsch dir auf jeden Fall viel Glück bei deiner Entscheidungsfindung und wenn du in Gießen wohnen (oder studieren) würdest, ich ginge mit dir auf jeden Fall 'n Käffchen und 'n Bierchen trinken...:biggrin:
 
Was spricht eigentlich gegen das Abi an ner Abendschule? Ist zwar stressiger und man muss sich selber mehr motivieren, allerdings haste damit zumindest im ersten Schritt den finanziellen Aspekt nicht zu beachten.

Und zum Freunde finden, da schreibst du leider auch nicht, was du selber unternommen hast, um welche zu finden. Daher wäre mal interessant, was du so für Freizeitaktivitäten machst.

anddie
 
ich hätte jetzt auch abi an ner abendschule empfohlen. danach studieren. klar muß man da erstma vorher bissl kohle zur seite legen, aber du kannst ja zusätzlich in der vorlesungsfreien zeit jobben gehen. mit deiner ausbildung sollte das kein problem sein.

zieh nach marburg, dann geh ich mit dir cola trinken ;)
 
Naja Abendschule ist ja nur was, wenn ich nebei auch Arbeit habe, also richtige Arbeit als Chemielaborantin. Da ich in diesem Beruf in NRW wohl eher nichts bzw nur mit seh viel Glück finden werde, fällt das quasi schonmal weg.

Meine weitere Überlegung war nun meinen Techniker in Vollzeit 2 Jahre zu machen (sofern das mit dem finanziellen klappt) um damit mein Fachabi zu bekommen und zu sehen ob ich ein Studium überhaupt packen würde. Würde ich mich danach gegen ein Studium entscheiden hätte ich den Techniker ja immerhin trotzdem noch in der Tasche und könnte mich danach wieder auf eine Stelle bewerben.
Will ich dann aber doch studieren gehen, hab ich durch den Techniker eine relativ gute Grundlage geschaffen und habe einen etwas einfachereren Einstieg ins Studium als wenn ich nur normal das Fachabi/Abi nachhole.
 
Deshalb beim Arbeitgeber ruhig nachfragen, ob sie da nichts anbieten. Da du gerne dableiben möchtest... aber dich gerne auch weiterbilden willst.

Gruß Scowl


Genau dass ist es meiner Meinung nach.
Frag in deinem jetzigen Betrieb ob die Möglichkeiten haben sich zu entwickeln. Viele Betriebe bieten das an, aber es fragen nur wenige nach und so müssen dich sich oft Nachwuchs von außen holen.
Sie bei internen Ausschreibungen nach und frag in der Betriebsleitung oder bei deinem Vorgesetzten oder in der Personalabteilung nach.
Das sichert dein Einkommen und bietet dir auch auf lange Sicht einen festen Job.
 
Hm nee ich denke das hat sich bereits erledigt, ich glaube ich habe die Entscheidung getroffen zurückzugehen. Habe da zwar noch einige Monate Zeit zum nachdenken, aber ich denk so wirds laufen. Nur was ich dort genau und wie mache, weiß ich noch nicht, das wird sich noch zeigen.
 
Hm nee ich denke das hat sich bereits erledigt, ich glaube ich habe die Entscheidung getroffen zurückzugehen. Habe da zwar noch einige Monate Zeit zum nachdenken, aber ich denk so wirds laufen. Nur was ich dort genau und wie mache, weiß ich noch nicht, das wird sich noch zeigen.

Nunja wenn Du Dich schon entschieden hast, dann versuch doch trotzdem einen Arbeitgeber zu finden, bei dem Du vielleicht auf diese Art eine Weiterbildung bekommst und genug Einkommen.
 
Ja, das in jedem Fall. Ich habe ja noch genug Zeit mich zu informieren und das beste aus der Situation zu machen.
 
Nunja wenn Du Dich schon entschieden hast, dann versuch doch trotzdem einen Arbeitgeber zu finden, bei dem Du vielleicht auf diese Art eine Weiterbildung bekommst und genug Einkommen.

Das würde ich ehrlich gesagt nur dann in Betracht ziehen, wenn diese Weiterbildung dann ähnlich qualifiziert wie ein Studium.
Vertrete persönlich die Ansicht, dass man versuchen sollte, den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu erlangen ... fehlende Qualifikation kann einem irgendwann zum Verhängnis werden - und das scheint sich in Zukunft ja eher zu verstärken.
 
Oh ja natürlich, ein besserer Bildungsabschluß ist wichtig, aber sorry, essen und leben auch!
Man muß Prioritäten setzen, wenn es nicht möglich ist, einen Kompromiss zu schließen. Man kann sich natürlich auf Kosten des Staats weiterbilden, denn es gibt ja alle möglichen Zuschüsse, oder eben auch nicht.
 
Ich kenne die Gegend, in der Du gerade lebst recht gut - es ist ja meine Heimat. Ehrlich gesagt - ich bin erschüttert, daß Du die Leute als verschlossen erlebst. Bislang habe ich eher anderes gehört - gerade über die Oberschwaben.8O

Andererseits fällt mir gerade ein, daß man in Ravensburg (also noch etwas weiter im Süden) sagt, die Biberacher hätten ihren eigenen Herrgott. Damit will man zum Ausdruck bringen, daß die Biberacher scheinbar dazu neigen, sich selbst für etwas besseres zu halten und deshalb verschlossener sind. :(
Ich habe einen Kollegen aus Warthausen: bei dem merke ich die gleichen Oberschwäbischen Wesenszüge wie bei mir, aber eben auch eine gewisse Verschlossenheit, er ist ein bisserl ein Eigenbrötler.:ugly:

Ich würde Dich ja gerne überreden, in Oberschwaben zu bleiben, denn ich kann mir keine attraktivere Gegend zu leben vorstellen, aber ich kann verstehen, wenn Du Dich dort einsam fühlst. In Ravensburg würdest Du Dich bestimmt wohler fühlen, davon bin ich überzeugt. Ravensburg hatte als wichtige Handelsstadt ja immer mit Fremden zu tun, deshalb sind die Leute dort offener als in Biberach.

Du könntest in Ravensburg das Abitur machen (es gibt dort auf einem Schulgelände drei Gymnasien) und dann an der Berufsakademie studieren. Das Finanzielle wäre dann während der Schulzeit über Bafög geregelt und für die Zeit des Studiums eh kein Problem, weil Du als BA Studentin ja immer bei einer Firma angestellt bist. Und nach drei Jahren hast Du Dein Diplom.

Wenn Du in der Pharma-Industrie bleiben willst, wäre eventuelle Vetter-Pharma in RV als Arbeitgeber geeignet *überleg*.
Wie auch immer - egal ob Du wieder in den Pott gehst oder in meiner Heimat bleibst - ich hoffe Du wirst glücklich.

Wenn Du denkst, daß ich als Einheimischer etwas für Dich tun kann -> PN.;)
 
Man muß Prioritäten setzen, wenn es nicht möglich ist, einen Kompromiss zu schließen. Man kann sich natürlich auf Kosten des Staats weiterbilden, denn es gibt ja alle möglichen Zuschüsse, oder eben auch nicht.

Es gibt durchaus Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren.
Das Finanzielle wäre dann während der Schulzeit über Bafög geregelt und für die Zeit des Studiums eh kein Problem, weil Du als BA Studentin ja immer bei einer Firma angestellt bist.

Da muss man eben abschätzen, wie wichtig einem die Sache ist ... und sollte dabei evtl. mal einen Blick auf die Aussichten in der eigenen Branche werfen.