Sammelthread ELENA - ELektronischer EinkommensNAchweis

Es ist trotzdem mit zweierlei Maß gemessen.

Sich auf der einen Seite über die Speicherung von Krankheitstagen aufzuregen (in meinen Augen ist die Aufregung übrigens absolut berechtigt - das geht das Amt nichts an, ebenso wie Einträge in die Personal(sic!)-Akte), auf der anderen Seite aber für jedermann (also auch für Sozialbeamte und potentielle Arbeitgeber) den Video vom letzten Alkohol-Exzess ins Netz zu stellen... :wall:

es gibt ja auch leute, die sich über den mangelden datenschutz beschweren und dann zBsp. geschlechtskrankheiten oder pornos googeln. deshalb sage ich ja auch:

es ist ja jedem selbst überlassen, was er wem an daten anvertraut. es zwingt dich ja keiner dein privatleben offen zu legen. das verhält sich bei staatlich verordneten maßnahmen freilich etwas anders. ;)

manche denken halt nicht weiter, als ein schwein sch***t! ;)
 
Es ist trotzdem mit zweierlei Maß gemessen.

Aber nur in dem Fall, wenn derjenige der sich über ELENA beschwert auch Videos mit seinen Alkoholexzessen ins Netz stellt.

Im Normalfall kann man aber davon ausgehen, dass wenn jemand so ein Video ins Netz stellt ohne darüber nachgedacht zu haben, wahrscheinlich auch nicht darüber nachdenkt was ELENA alles speichert.

Und davon mal ab: Darf man sich jetzt nicht über sowas aufregen, weil es Menschen gibt die ihre Daten völlig freiwillig allen möglichen Leuten zur Verfügung stellen?
 
Und davon mal ab: Darf man sich jetzt nicht über sowas aufregen, weil es Menschen gibt die ihre Daten völlig freiwillig allen möglichen Leuten zur Verfügung stellen?

Natürlich ist das verboten... :yawn:

Datenschutz fängt nun mal bei jedem selber an! Und je mehr Datensätze erstellt werden, desto mehr Begehrlichkeiten danach werden geweckt.

Das die Elena-Daten teilweise weit über das Notwendige herausgehen sage ich doch auch, nur halte ich es für zu einfach gedacht, dem Staat da böse Absichten zu unterstellen.
Die Daten sind eben da! Warum nicht zentral speichern? Im Endeffekt ist es nur konsequentes Weiterdenken der el. Datenverarbeitung.

Klar, dass man dagegen was tun muss. Aber man sollte sich in dem Zusammenhang halt immer wieder Gedanken machen, Wieviele persönlichen Daten man wo und wann angibt.
 
nix! die frage die du dir stellen solltest ist eher, was ist daran gefährlich, dass alle fehlzeiten, krankschriften, streiktage, fehlverhalten, abmahnungen etc. von einer zentralen stelle erfasst und gespeichert werden.

Viele der Daten werden doch schon von zentralen Stellen erfasst.

Bitte berichtige mich umgehend, wenn ich was falsches schreibe.

Aber soweit wie ich weiß, sind weder die Streikgelder, noch Krankengelder (nach sechs Wochen) weder steuer- noch sozialabgabenpflichtig.

Somit lässt sich rückwärts über die Sozialbeiträge bzw. das Steueraufkommen sofort Fehltage ableiten.

Von daher sehe ich da kein Problem.
Abgesehen davon, bewirbst Du Dich aus der Arbeitslosigkeit auf eine öffentliche Stelle, dann hat das Arbeitsamt diese Daten eh, da sie zur Berechnung der Ansprüche abgefragt werden.

Und was Abmahnungen und Fehlverhalten angeht: Schuld eigene!

So, jetzt noch ganz zu schweigen, dass ich an die Daten eh rankomme, wenn ich will, es ist nur die Frage, welche Datenbank ich abgreife:
- Gewerkschaften
- Krankenkassen
- Arbeitgeber
...

Und noch was zu den Streiktagen:
Es würde mir reichen zu wissen, welcher Mensch bei seiner Steuererklärung Gewerkschaftsbeiträge abrechnet, um diese renitenten Individuen nicht einzustellen... :ugly:

Und das ist es ja, warum ich diese Aufregung nicht verstehe, mal abgesehen von darkkurts Hinweisen:
Die Leute wehren sich gegen die Speicherung von Streiktagen, schmeißen dann aber den Finanzämtern den Gewerkschaftsausweis auf den Tisch.

gruss kelle!
 
Zuletzt bearbeitet:
So, jetzt noch ganz zu schweigen, dass ich an die Daten eh rankomme, wenn ich will, es ist nur die Frage, welche Datenbank ich abgreife:
- Gewerkschaften
- Krankenkassen
- Arbeitgeber
...

kannst du das so ohne weiteres? oder können das die behörden so ohne weiteres? nein! und genau DAS ändert sich damit.

Und noch was zu den Streiktagen:
Es würde mir reichen zu wissen, welcher Mensch bei seiner Steuererklärung Gewerkschaftsbeiträge abrechnet, um diese renitenten Individuen nicht einzustellen... :ugly:

genau darum geht es doch. ;)

Und das ist es ja, warum ich diese Aufregung nicht verstehe, mal abgesehen von darkkurts Hinweisen:
Die Leute wehren sich gegen die Speicherung von Streiktagen, schmeißen dann aber den Finanzämtern den Gewerkschaftsausweis auf den Tisch.

gruss kelle!

ja gut, diese informationen hat das finanzamt dann. was aber andere behörden diese und viele andere daten angehen, die dann ja ohne weiteres ausgelesen werden können und wofür das wieder "gut" ist, werden wir vielleicht bei akte 09 oder besser akte 10 erfahren und uns darüber aufregen. ;)
 
kannst du das so ohne weiteres?

Das kann ich genau so gut, wie ich auf ELENA zugreifen können werde...

oder können das die behörden so ohne weiteres?

Warum sollten Behörden willkürlich darauf zugreifen können wollen?

nein! und genau DAS ändert sich damit.

Wie gesagt, die Informationen lassen sich anhand der Steuer/Versicherungseingänge ermitteln, ohne dass man auf etwas anderes zugreifen muss.

ja gut, diese informationen hat das finanzamt dann. was aber andere behörden diese und viele andere daten angehen, die dann ja ohne weiteres ausgelesen werden können und wofür das wieder "gut" ist, werden wir vielleicht bei akte 09 oder besser akte 10 erfahren und uns darüber aufregen. ;)

Jetzt bau mir doch mal bitte ein konkretes Bedrohungsszenarium, was die "Behörden" mit diesen Daten anfangen kann.
Wo kann mir ganz konkret Schaden entstehen, nur weil die Daten, die bisher eh vorhanden sind, anders aufgewertet werden?

Ich meine, worum geht es?

Ich bin damals, als ich arbeitslos wurde, zum Amt.
Dann wurde ein Formular nach Berlin geschickt, dort hat eine Mitarbeiterin der alten Firma Daten aus einer Datenbank geholt, diese auf das Papier geschrieben, dieses zum Arbeitsamt geschickt, dort wurden die Daten vom Formular wieder in eine Datenbank übertragen, mit 99%iger Wahrscheinlichkeit waren da auch Krankheits- und Streiktage dabei.

Und genau dieser bürokratische Overhead soll abgeschafft werden.

Und als EDVler bin ich der Meinung, dass man analogen Overhead einfach mal eliminieren kann, wenn die Sicherheit der Daten gewährleistet wird.

Alle Firmen speichern alles mögliche in Rechnersystemen, obwohl es zu Missbrauch kommen kann, versuchen dafür aber, diese Daten so sicher wie möglich zu halten.

Wenn Bundesbehörden diese Daten geklaut werden können, können diese auch dem Arbeitgeber, wo sie eh gespeichert sind, geklaut werden.
Wenn der Arbeitgeber damit Dummfug baut, kann es der Staat auch.

Also, einmal bitte ein ganz konkretes Szenarium, wo die gefährlichen Punkte dieses Systems liegen.

gruss kelle!
 
Jetzt bau mir doch mal bitte ein konkretes Bedrohungsszenarium, was die "Behörden" mit diesen Daten anfangen kann. Wo kann mir ganz konkret Schaden entstehen, nur weil die Daten, die bisher eh vorhanden sind, anders aufgewertet werden?

:nö: das kann und will ich garnicht. aber darum geht es mir auch nicht. sondern darum, dass man alles missbrauchen kann. und gerade da wo viele daten gebündelt werden, wird es zu missbrauchsfällen kommen. wie die im einzelnen aussehen, kann ich dir nicht sagen.

Tagesschau.de schrieb:
Ver.di-Chef Frank Bsirske sprach von einer Detailversessenheit, bei der "Missbrauch fast programmiert" sei. Sinn mache ELENA, wenn Beschäftigte nicht mehr bei ihrem Arbeitgeber vorstellig werden müssen, weil sie Wohngeld beantragen wollen - das gehe den Chef nichts an. Aber die Liste der an ELENA zu meldenden Daten umfasse mittlerweile 41 Seiten.

und das wird jeder bearbeitenden behörde in form einer chipkarte zugänglich gemacht. in meinen augen problematisch.

Und als EDVler bin ich der Meinung, dass man analogen Overhead einfach mal eliminieren kann, wenn die Sicherheit der Daten gewährleistet wird.

du hast ja nicht unrecht. ich lehne das ja auch nicht grundsätzlich ab und das ganze hat auch gute seiten. neben dem bürokratieabbau ja auch den schutz vor sozialbetrug. ob die daten aber so sicher sind und ob jede behörde, die darauf zugreift auch gleich alles von mir wissen soll/muss, was auf dieser karte gespeichert ist, ist fraglich. zumindest für mich..

Wenn Bundesbehörden diese Daten geklaut werden können, können diese auch dem Arbeitgeber, wo sie eh gespeichert sind, geklaut werden.Wenn der Arbeitgeber damit Dummfug baut, kann es der Staat auch.

völlig richtig. nur kann er das viel besser, wenn er ALLE relevanten daten per mausklick zu verfügung hat. von datenpannen, die es in der vergangenheit ja auch schon zur genüge gab, will ich erst garnicht anfangen.
 
:nö: das kann und will ich garnicht. aber darum geht es mir auch nicht. sondern darum, dass man alles missbrauchen kann.

Ich hoffe nur, Du gehst nicht mehr auf die Straße, weil jemand dort ein Auto missbrauchen könnte, um Dich tot zu fahren... :ugly:

Wenn wir jedes System ablehnen, weil es missbrauchsanfällig ist, dann säßen wir noch auf den Bäumen, weil auf zwei Beinen auf der Erde, da könnte uns ja einer ein Bein stellen.

und gerade da wo viele daten gebündelt werden, wird es zu missbrauchsfällen kommen. wie die im einzelnen aussehen, kann ich dir nicht sagen.

Die Daten liegen jetzt schon komplett bei den Arbeitgebern vor, und das seit Jahren.
Sind daran deutsche Bürger gestorben? ;)

und das wird jeder bearbeitenden behörde in form einer chipkarte zugänglich gemacht. in meinen augen problematisch.

Naja, Du gibst sie mittels einer Chip Karte frei.
D.h. die Behörden kommen nur dann an die Daten, wenn Du sie sowieso auf den Tisch legen müsstest.
Keine Behörde kann ohne Deine Zustimmung zugreifen.
Tut es doch jemand, macht er sich strafbar.

ob die daten aber so sicher sind und ob jede behörde, die darauf zugreift auch gleich alles von mir wissen soll/muss, was auf dieser karte gespeichert ist, ist fraglich. zumindest für mich..

Sobald Du Daten aus der Hand gibst, vertraust Du darauf, dass sie nicht missbraucht werden.
Ich kenne keinen, der meinte, "Neee, ich verzichte auf ne Steuererklärung, weil der Staat könnte Daten von mir bekommen."

Mir ist so aus dem Stand kein Fall bekannt, wo die Daten der Finanzämter missbraucht wurden, so in den letzten 60 Jahren, warum sollte das nur wegen ner anderen Ablage anders sein?

gruss kelle!
 
Es ist trotzdem mit zweierlei Maß gemessen.

Sich auf der einen Seite über die Speicherung von Krankheitstagen aufzuregen (in meinen Augen ist die Aufregung übrigens absolut berechtigt - das geht das Amt nichts an, ebenso wie Einträge in die Personal(sic!)-Akte), auf der anderen Seite aber für jedermann (also auch für Sozialbeamte und potentielle Arbeitgeber) den Video vom letzten Alkohol-Exzess ins Netz zu stellen... :wall:


Du wirfst aber ganz klar 2 Dinge zusammen. Das eine sind alle, ohne Möglichkeit auf Gegenwehr, das andere sind Idioten, die nicht nachdenken bzw. Leute, denen alles egal ist.

Generell:
Es ist immer ein schöner Grundsatz zu sagen, dass man ja nichts zu verbergen hat, wenn man nichts Unrechtes tut. Allerdings muss auch nicht jeder alles über einen Wissen, nur damit etwas weniger Unrecht in der Welt passiert....
 
@ Befürworter: Was würdet ihr eigentlich von einer zentralen Meldestelle für alle Bankauskünfte halten, auf welche dann Eure zuständige Steuerbehörde Zugriff hat, ohne dass ihr davon wisst?

Damit könnte man sicher einige Fälle von Steuerbetrug aufklären.

Vielleicht geben wir auch noch dem Zoll darauf Zugriff, zwecks Aufdeckung von Schwarzarbeit?

Klingt das gut? :think:
 
Doch sicher. Sobald ich mich bei der Arbeitsagentur anmelde, hat der Sachbearbeiter Zugriff auf alle ELENA-Daten.

So habe ich es jedenfalls verstanden.
 
@ Befürworter: Was würdet ihr eigentlich von einer zentralen Meldestelle für alle Bankauskünfte halten, auf welche dann Eure zuständige Steuerbehörde Zugriff hat, ohne dass ihr davon wisst?

Wie gesagt:
Welche Daten werden dort gespeichert, die nicht jetzt schon nachvollziehbar sind?

Und wo sind die Unterschiede zu den Daten, die ich im Falle einer Arbeitslosigkeit eh angeben muss?

Doch sicher. Sobald ich mich bei der Arbeitsagentur anmelde, hat der Sachbearbeiter Zugriff auf alle ELENA-Daten.

So habe ich es jedenfalls verstanden.

Für die Transaktion die der Kunde mit seinem Token frei gibt.

gruss kelle!
 
Wie gesagt:
Welche Daten werden dort gespeichert, die nicht jetzt schon nachvollziehbar sind?

Und wo sind die Unterschiede zu den Daten, die ich im Falle einer Arbeitslosigkeit eh angeben muss?

Der Unterschied besteht darin, dass die Daten nicht zentral vorliegen.

D.h. ich selbst habe die Kontrolle darüber, was ich dem Sachbearbeiter vorlege und was nicht. Die Daten über Fehlzeiten oder Abmahnungen sind bislang überhaupt nicht zugänglich (Warum auch? für den Anspruch auf ALG II völlig irrelevant).

Für die Transaktion die der Kunde mit seinem Token frei gibt.

gruss kelle!

Das musst Du mir als Nicht-EDVler erklären. Muss ich dann bei jedem Informationsabruf zustimmen (sagen wir mal 1. Gehaltsabrechnungen, 2. Fehlverhalten; 3. Krankmeldungen)?
 
Ich finde es nur traurig, sich als EDVler zu bezeichnen und gleichzeitig von "sicheren" Daten zu sprechen. Es müsste doch wirklich jedem bewusst sein, dass es nirgendwo eine völlige Sicherheit gibt!
 
Der Unterschied besteht darin, dass die Daten nicht zentral vorliegen.

Wie gesagt, sie liegen schon zentral vor, wenn auch in anderer Form.
Wenn jemand streikt, zahlt der AG kein Sozialversicherungen.
Wenn jemand Krankengeld von der KK bezieht, zahlt der Arbeitgeber auch keine SV (wenn ich mich nicht irre).

D.h. ich selbst habe die Kontrolle darüber, was ich dem Sachbearbeiter vorlege und was nicht. Die Daten über Fehlzeiten oder Abmahnungen sind bislang überhaupt nicht zugänglich (Warum auch? für den Anspruch auf ALG II völlig irrelevant).

Ein gaz klares Jein ;-)
ALG II lass ich mal raus, da ja das ehemalige Einkommen darauf kein Einfluss hat.
Interessant wäre es bei ergänzendem ALG II.

Was z.B. ALG I anbelangt.
Erstmal ist man nicht frei in seiner Entscheidung, wenn dem Sachbearbeiter ein Beleg fehlt, wird halt der Antrag nicht weiterbearbeitet.
Und was der ehemalige AG der AA meldet, hat man auch nicht im direkten Zugriff.
Zumindest kann ich mich nicht dran erinnern, dass mich die Personalabteilung fragte, was sie melden sollte...

Das musst Du mir als Nicht-EDVler erklären. Muss ich dann bei jedem Informationsabruf zustimmen (sagen wir mal 1. Gehaltsabrechnungen, 2. Fehlverhalten; 3. Krankmeldungen)?

Jeder Bürger bekommt eine Identifikationskarte.
Beantragt man eine staatliche Leistung, muss sich der Bearbeiter authentifizieren, und der Antragsteller muss die Transaktion mit seiner Karte freigeben.
Somit ist nachvollziehbar, wer wann auf die Daten zugegriffen hat.

Was die Teilbereiche der Daten anbelangt...
Keine Ahnung, aber ich würde das System so bauen, dass die Mitarbeiter nur die Daten bekommen, die für die Antragsbearbeitung notwendig sind.

Ob das auch so realisiert ist, weiß ich nicht.

gruss kelle!
 
Wie gesagt, sie liegen schon zentral vor, wenn auch in anderer Form. Wenn jemand streikt, zahlt der AG kein Sozialversicherungen. Wenn jemand Krankengeld von der KK bezieht, zahlt der Arbeitgeber auch keine SV (wenn ich mich nicht irre).

Damit liegen verschiedene Daten bei verschiedenen Leistungsträgern (Krankenkasse, Rentenversicherungsträger) vor. Und zwar bei jeder Stelle die Daten, die dort zur Berechnung der Leistungen benötigt werden. Aber eben nicht alle Daten in in einer zentralen Datenbank.

Ein gaz klares Jein ;-)
ALG II lass ich mal raus, da ja das ehemalige Einkommen darauf kein Einfluss hat. [...]

Erstmal ist man nicht frei in seiner Entscheidung, wenn dem Sachbearbeiter ein Beleg fehlt, wird halt der Antrag nicht weiterbearbeitet.
Und was der ehemalige AG der AA meldet, hat man auch nicht im direkten Zugriff. [...]

Natürlich ist man frei. Wie Du schon sagst, dann wird evtl. der Antrag nicht weiterbearbeitet. Man hat aber immer noch die Entscheidungsfreiheit.

Anhand des Bogens den mir die Agentur für meinen Arbeitgeber mitgibt kann ich übrigens auch ersehen, welche Daten der Arbeitgeber mitteilen muss. Das kann ich dann demnächst wohl nicht mehr.

Und das ehemalige Einkommen hat evtl. schon einen Einfluß auf die Zahlung von ALG II. Aber lassen wir das mal hier. Denn auch in diesem Fall entscheide ich immer noch, ob ich dem Sachbearbeiter Informationen gebe oder nicht. Er muss mir dann ggf. auch erklären, wozu er bestimmte Daten benötigt.

Jeder Bürger bekommt eine Identifikationskarte.
Beantragt man eine staatliche Leistung, muss sich der Bearbeiter authentifizieren, und der Antragsteller muss die Transaktion mit seiner Karte freigeben.
Somit ist nachvollziehbar, wer wann auf die Daten zugegriffen hat.

Aber wohl nur für denjenigen, der Zugriff auf diese Daten hat und dazu werde ich selbst wahrscheinlich nicht gehören, oder?


Was die Teilbereiche der Daten anbelangt...
Keine Ahnung, aber ich würde das System so bauen, dass die Mitarbeiter nur die Daten bekommen, die für die Antragsbearbeitung notwendig sind.

Ob das auch so realisiert ist, weiß ich nicht.

gruss kelle!

Und genau das ist es, was mich stört. Wer weiß das schon... :roll:
 
Damit liegen verschiedene Daten bei verschiedenen Leistungsträgern (Krankenkasse, Rentenversicherungsträger) vor. Und zwar bei jeder Stelle die Daten, die dort zur Berechnung der Leistungen benötigt werden. Aber eben nicht alle Daten in in einer zentralen Datenbank.

Wobei ein Teil davon unter staatlicher Kontrolle sind.

Zum Glück bemüh ich nicht jedesmal die Bilderberger :ugly:

Und da das hiesige Steuer/SV System prozentual aufeinander aufbaut, kann jeder der Pronzetrechnung beherrscht und die aktuellen Steuertabellen hat, schon viel recherchieren.

Natürlich ist man frei. Wie Du schon sagst, dann wird evtl. der Antrag nicht weiterbearbeitet. Man hat aber immer noch die Entscheidungsfreiheit.

Ist nur die Frage, welcher Einwohner in Deutschland bereit wäre, auf Grund einer Angabe, z.B. Fehltage auf staatliche Leistungen im bis zu fünfstelligen Bereich verzichten würde.

Klar, die Freiheit besteht auf dem Papier, nur nutzt sie keiner.

Anhand des Bogens den mir die Agentur für meinen Arbeitgeber mitgibt kann ich übrigens auch ersehen, welche Daten der Arbeitgeber mitteilen muss. Das kann ich dann demnächst wohl nicht mehr.

Vor Freigabe der Transaktion wirst Du bestimmt nachfragen können.
Und ich glaube kaum, dass eine Informationsverweigerung gerichtsfest ist.

Aber wohl nur für denjenigen, der Zugriff auf diese Daten hat und dazu werde ich selbst wahrscheinlich nicht gehören, oder?

Da Du ja jede Transaktion freigeben musst, bleibt darüber hinaus nur ein illegaler Zugriff ohne Deine Zustimmung über.
Und auf die entsprechende Ermittlungsergebnisse hat auf alle Fälle Dein Anwalt direkten Zugriff.

Und genau das ist es, was mich stört. Wer weiß das schon... :roll:

Laut wiki: Behördenmitarbeiter können dem Konzept nach nur die für die beantragte Leistung erforderlichen Daten, die zudem für die jeweilige Behörde freigeschaltet sein müssen, abrufen.

Hätte mich ehrlich gewundert, wenn jemand das anders bauen würde, schließlich sind solche Entscheidungen von mehreren Faktoren abhängig, die nun mal für den Aufbau von Datenbanken universell gelten, ob der Auftraggeber ne staatliche Behörde ist, eine große AG oder ein kleiner Familienbetrieb.

Weiterhin, sinngemäß aus wikipedia:
- jeder hat das Recht, die gespeicherten Daten einzusehen
- die Staatsanwaltschaft ist ausgesperrt
- Finanzbehörden haben keinen Zugriff

Für mich stellt sich einfach die Frage:
Will man eine gefühlt höhere Datensicherheit für einen dreistelligen Millionenbetrag der in Bürokratie versenkt wird?
Oder will man den Apparat entbürokratisieren, damit der Volkswirtschaft dementsprechend Kosten ersparen, für einen gefühlt schlechteren Datenschutz?

Und nachdem was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, entscheide ich mich für zweiteres.

Eventuelle Fehler und vorsätzlicher Missbrauch fällt für mich nicht ins Gewicht.
Ich könnte diverse Software nach irgendwo verkaufen, natürlich widerrechtlich, aber trotzdem stellt man die Softwareentwicklung nicht ein, oder buchtet nicht alle betroffenen Mitarbeiter für Projektlaufzeit +20 Jahre ein.
Und ich könnte da einen deutlich höheren volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, als ein Datenloch, wo rauskommt, dass (Bier)Kelle 5 Tage gestreikt hat, drei Wochen krank war, und jeweils ne Abmahnung wegen Unpünktlichkeit und Unfreundlichkeit erhalten habe.

Zweifelsohne sind Daten schützenswert.
Anhand der Einstufung dementsprechend stark durch entsprechend ausgebildetes Personal.
Die Systeme müssen auch dementsprechend ausgelegt und geschützt sein.

Zweifelsohne muss auch jeder Zugriff auf die über ihn gespeicherten Daten haben.

Womit ich aber nicht klar komme, mal vom STASI 2.0 Pöbel abgesehen, ist einfach der Fakt, dass die Leute erst wach werden, wenn Daten anders gespeichert werden, ohne zu wissen, was bisher überhaupt gespeichert wurde, wer was speichert, wo Leuten wie mir, die Daten verwalten, blind vertraut wird, wenn man in der Wirtschaft unterwegs ist, ich aber zum quasi Berufsverbrecher werde, wenn ich zu nem Amt wechseln würde.

Etwas überspitzt ausgedrückt, aber das kann man alles locker in ein "Wer weiß das schon..." hinein interpretieren... ;)

Alle Personen, die mit Daten jeglicher Art zu tun haben, unterliegen den gleichen Gesetzen, dem gleichen Datenschutz und wahrscheinlich der gleichen Angst, bei nem Fehler mit einem Bein im Knast zu stehen.

Gute Nacht 8)

gruss kelle, der morgen wieder daten verwalten muss. :winke:
 
Im Augenblick sieht es so aus, dass die Daten nur jeweils an einer Stelle gespeichert sind (immer nur die, die auch für die Leistung notwendig sind). Es sind zwar teilweise Auskunftsersuchen zwischen den Behörden vorgesehen, aber im Grunde sieht jeder Sachbearbeiter nur das, was er auch unbedingt sehen muss.

Durch das Erfordernis, dass ich als Antragsteller die einzelnen Informationen für die jeweiligen Stellen angeben und belegen muss, habe ich eine direkte Kontrolle über das, was ich bei der jeweiligen Stelle angebe.

Jemand der im Augenblick vorsätzlich rechtswidrig so viel über mich wissen will wie hier gespeichert werdensoll, muss (gesetzt den Fall ich bin nicht arbeitslos) mindestens drei Datenbanken hacken. Für die Information über Verfehlungen an meiner Arbeitsstelle wird das im Augenblick wahrscheinlich noch nicht mal überall gehen.

In Zukunft reichen dafür die Daten aus ELENA.

Was den Bürokratieaufwand angeht bin ich mir gar nicht so sicher, dass der wirklich geringer wird. Die Sachbearbeiter werden nun ein weiteres Programm zu händeln haben. Dieses kann ausfallen. Oder die Daten von Arbeitgebern nicht oder nur unvollständig gemeldet worden sein.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Daten auch trotzdem noch von Hand in die bestehenden Programme der Arbeitsverwaltung umgetragen werden müssen.

Andererseits hast Du durchaus Recht damit, dass viele Leute sich für die Sicherheit ihrer Daten nicht die Bohne interessieren. Es gibt auch nicht wenige Leute, die davon ausgehen, dass es solche Datenbanken schon längst gibt.