der Tod - Was macht ihr?

everdream

der rationale
7 November 2007
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Hallo,
ich würde gerne mal wissen was ihr alle so kurz vor und nach eurem Tod geplant habt. Soll euer Körper in der Hoffnung auf Genesung so lange wie möglich versorgt werden oder lehnt ihr schon eine Reanimation nach einem Herzinfakt ab? Habt ihr euch Gedanken gemacht wo ihr sterben möchtet? Was soll mit eurem Körper geschehen? Soll er zukünftigen Heilern als Vorbereitung auf ihr Handwerk dienen, sollen Eure Organe in X anderen Menschen recycelt werden oder möchtet ihr auf eine bestimmte Art und Weise eure letzte Ruhe an einem bestimmten Ort finden?

Ich möchte nicht wissen, was ihr bereits geregelt habt. Wenn ihr das schon habt ist es natürlich schön, aber ich möchte wissen was ihr wollt, auch wenn ihr bis jetzt keine Lust hattet euch damit zu beschäftigen.

Ich für meinen Teil würde gerne Als Organspender und Forschungs-/Lehrobjekt dienen. Mir ist es letzten Endes egal was man mit mir macht, denn ich bekomme es ja nicht mehr mit. Zudem kann ich mir so sicher sein, dass ich tot bin: der Gedanke lebendig begraben zu werden ist zwar heute fernab von der Realität, aber trotzdem ist es für mich ein Grund mehr mich zerlegen zu lassen.

Wäre schön ein paar Meinungen lesen zu können

lg, everdream
 
Hab mir letztens überlegt als Organspender zu dienen, mit gewissen Aussnahmen.
Aber das weiß ich noch nicht genau.

Ansonsten 5 Meter tief unter die Erde und gut ist. ;)
 
Solange mich man nochmal zusammenflicken kann, soll das der Doc auch gefälligst tun. Jedoch monate-/ jahrelang an irgendwelchen Maschinen hängen ohne das was passiert, da können sie auch abschalten. ;) Zerlegen lassen nach dem Tod mag ich allerdings nicht, also keine Spende oder so nen Kram. Ich will in einem Teil unter die Erde (zum Glück hab ich keinen Motorradführerschein, sonst weiß ich nicht ob ich das hinbekommen würde :ugly:).

Champ
 
Das ist gar keine so einfache Frage - unter den heutigen Umständen würde ich sagen "Ich will niemals an irgendwelche Maschinen angeschlossen werden - das ist doch kein Leben" aber wer weiß wie es ist wenn es wirklich mal so weit ist...ich denke komplett ablehnen werde ich lebenserhaltende Maßnahmen nicht, ich stelle aber meinem Mann frei die Maschinen abschalten zu lassen sollte es keinerlei Hoffnung mehr geben.

Meine Organe möchte ich auf jeden Fall spenden, ich brauch sie ja nun wirklich nicht mehr und so lange dadurch nur ein einziger Mensch weiter leben kann hat mein Tod schon etwas gebracht.
 
Ich habe vor, meinen Körper zum "Ausschlachten" freizugeben. Was verwendet werden kann, kann verwendet werden, der Rest geht dann zur Uni, Studenten wollen schliesslich auch mal am "toten" Objekt üben.

Das spart meiner Familie eine Menge Aufwand und Kosten. Sie bekommen nachher eine hübsche Urne, die sie sich, soweit das bis dahin erlaubt wird, zuhause auf den Schrank stellen können.

Für die Zeit vor meinem Tod habe ich keine Pläne. Eigentlich sollte man doch immer so leben, als wenn es morgen vorbei sein könnte.

Gruss
Marty
 
Sie bekommen nachher eine hübsche Urne, die sie sich, soweit das bis dahin erlaubt wird, zuhause auf den Schrank stellen können.
Auf in die Niederlande. :mrgreen:


Ich habe mir noch keine großartigen Gedanken über mein Ableben gemacht, weiß aber wohl das ich meine letzten Tage/Wochen/Monate nicht halb-leblos in irgendeinem Bett verbringen möchte, hat mir gereicht was ich bis jetzt sehen musste wie es bei Bekannten und Verwandten war.
 
lebenserhaltende Maßnahmen nicht, ich stelle aber meinem Mann frei die Maschinen abschalten zu lassen sollte es keinerlei Hoffnung mehr geben.
Kann ich nicht nachvollziehen.
Du willst deinem Mann die Entscheidung über Leben oder Tod geben?

Meine Organe möchte ich auf jeden Fall spenden, ich brauch sie ja nun wirklich nicht mehr und so lange dadurch nur ein einziger Mensch weiter leben kann hat mein Tod schon etwas gebracht.

Lobenswerte Ansichten :yes:
Ich glaub, ich hol mir auch mal nen Organspendeausweis.

Als Lehrobjekt will ich nicht dienen, der Gedanke, dass dann an mir herumgeschnippelt werden würde, bekommt mir gar nicht.
Und ich kann mir denken, dass es für die Angehörigen auch ned unbedingt der schönste Gedanke ist :think:
 
Als Lehrobjekt will ich nicht dienen, der Gedanke, dass dann an mir herumgeschnippelt werden würde, bekommt mir gar nicht.
Und ich kann mir denken, dass es für die Angehörigen auch ned unbedingt der schönste Gedanke ist :think:

Und wenn deine "noch verwertbaren" Organe transplantiert werden, soll der Rest dann auf den Müll? Damit kann immer noch geforscht werden und das hilft im Endeffekt auch Menschen.
Ich arbeite tagtäglich mit Organen/Organteilen, die wir aus Amerika geliefert bekommen von Unfallopfern, wo die Organe nicht mehr zu einer Transplantation geeigenet waren. Für unsere Zwecke reichen die.
Man stelle sich mal vor, wir würden keine mehr bekommen und alle anderen forschenden Pharma-Unternehmen auch nicht. Da kann man die Forschung direkt bleiben lassen, weil diese Arbeit essentiell ist für die Zulassung.
 
Wem sonst? Dem Gesetz, das sonst sagt "du musst weiterleben!"?

Nein, per Patientenerfügung selbst die Verantwortung dafür übernehmen.

Inwieweit die rechtlich gestützt ist, weis ich leider nicht.

Und wenn deine "noch verwertbaren" Organe transplantiert werden, soll der Rest dann auf den Müll? Damit kann immer noch geforscht werden und das hilft im Endeffekt auch Menschen.
Ich hab es mir bisher so vorgestellt, dass die dann im Normalfall den ganzen Körper bekommen.
Mit einzelnen Organen hätt ich kein Problem, nur den kompletten Körper will ich nicht dafür hergeben.
 
Mein Traum nach dem Ableben wäre es wenn meine Asche bei Grootkolk in der Kalahari zerstreut wird. Der Ort hat eine mystische Schönheit für mich. Die Einsamkeit und Ruhe sind irgendwie mystisch für mich.
 
Nein, per Patientenerfügung selbst die Verantwortung dafür übernehmen.
Darauf mag ich mich eigentlich nicht verlassen, dass ich damals, ohne Wissen meiner zukünftigen Situation, die richtige Wahl für diesen Fall getroffen habe... meinem Partner traue ich das dann eher zu... (entsprechend gute Beziehung natürlich vorausgesetzt)
 
Es kann doch nicht dein ganzer Körper verwendet werden und wird auch bei Transplantationen nicht alles benötigt.
Deine Familie bekommt dich dann schon hinterher in nem Sarg oder ner Urne, halt nur paar Gramm/Kilogramm leichter, wenn halt die Leber, Niere, Lunge o.ä fehlt.

edit: wie es mit dem zur Verfügung stellen für Medizinstudenten ist weiß ich nicht, kann nur davon reden, was wir in der Firma haben. Und da wird nicht ein "ganzer" Körper benötigt.
 
Solange mich man nochmal zusammenflicken kann, soll das der Doc auch gefälligst tun. Jedoch monate-/ jahrelang an irgendwelchen Maschinen hängen ohne das was passiert, da können sie auch abschalten.

So ähnlich sehe ich das auch. Solange noch Hoffnung auf ein humanes Weiterleben besteht, soll der Doc ruhig mal machen.
Aber auch ich habe keine Lust an irgendwelchen lebenserhaltenen Maschinen zu hängen. Und schon gar nicht habe ich Lust darauf, dass ich auf fremde Hilfe angewiesen sein muß. Das bringt doch nur Frust für einen selbst und auch für die Angehörigen. Wer, als Angehöriger, sieht schon gerne zu, wie man dahinsiecht?!? Zumal das dann immer die letzten "Momente" sind, die man von dem zukünftigen Toten sieht.


... aber wer weiß wie es ist wenn es wirklich mal so weit ist...

Und das, glaube ich, ist der ausschlaggebende Punkt. Jetzt sage ich mir: was? dahinsiechen?....nein danke, lieber sterben (für den Fall, dass keine Hoffnung besteht). Nun bin ich aber derzeit ohne Familie, kein Partner, keine Kinder. Da ist es einfach, sowas von sich zu geben. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde, wenn letzteres vorhanden ist.

Aber eines weiß ich, sofern es bis dahin die hiesigen Gesetze erlauben: Wenn ich tot bin, möchte ich auf jeden Fall verbrannt werden und meine Asche soll irgendwo (den Ort werde ich noch finden) verstreut werden.... so nach dem Motto: gone with the wind. Eventuelle Angehörige haben somit keinen Stress mit Friedhof usw. Denn ich bin der Meinung, dass man im Herzen der lebenden Menschen weiterlebt. Ich brauche keinen Friedhof um meiner toten Ahnen zu gedenken. Das ist für mich eine Kopf- und Herzsache.

Da ich ja verbrannt werde (der Gedanke, Maden und Käfer fressen mich auf, ist ekelhaft :sick: ), können meine Organe ruhig weitergegeben werden. Bis auf mein Herz, das soll mitverbrannt werden. Da bin ich Egoist... das soll mein Körper behalten. Wenn man das so regeln könnte und sich sicher sein kann, dass das alles so auch nach dem Sterben abläuft, dann beantrage ich sofort ein Organspendeausweis.

Gruß, Poo
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich nicht mehr Heil gemacht werden kann, Geräte aus und ab innen Ofen mit mir. Wegen Organspender hab ich mir auch schon überlegt, kann sein das ich das nochmal machen werde, aber sonst will ich nicht ewig am Leben erhalten werden, wenn es sich nicht mehr lohnt zu leben, also wenn ich nur noch da bin und mehr net. Dann lieber weg.
 
Ich hab das letztes Jahr für mich entschieden. Nach meinem Tod diene ich als Organspender (sofern möglich), werde dann eingeäschert und in einem "Ruheforst" begraben. Aktuell habe ich damit genau meine Vorstellung getroffen.

Es ist aber durchaus noch möglich das ich meine Meinung irgendwann ändere bzw. mich umstimmen lasse falls da mal eine Ehepartnerin mitredet.

Edit: Was Reanimation und Lebensverlängernde Maßnahmen angeht dem stehe ich skeptisch gegenüber, habe das als Kranken- und Altenpfleger selbst oft genug erlebt und möchte selbst nicht künstlich am Leben erhalten werden wenn die chance auf ein späteres normales leben nicht über 80% liegt.
 
Wenn mein Leben am seidenen Faden hängt und nur die Maschinen mein Leben erhalten, würde ich dies ablehnen. Es ist auch eine Qual für die Familie und sogleich eine Erlösung. Meinen Körper möchte ich nicht für wissenschaftliche Zwecke spenden auch nicht um Menschenleben zuretten. Ich möchte auch nicht das jemand mit meinen Tod haufen Geld macht, weil was bringt mir ein Sarg Kiefer milano, poliert oder nicht für xxxx€, wenn ich eh schon tot bin und dies nicht mehr mitbekommen. Für mich steht schon die Streuwiese fest ohne Grabstein und das drum herum. Was bleibt ist doch eh die Erinnerung.

Aber gut meine Meinung kann sich auch noch ändern, weil so wirklich habe ich mir noch nicht Gedanken gemacht, obwohl es eig. jeden Tag zu Ende gehen kann, weil was man so in den Medien liest. Aber jetzt lebe ich noch und genieße das schöne Wetter.
 
Das ist gar keine so einfache Frage - unter den heutigen Umständen würde ich sagen "Ich will niemals an irgendwelche Maschinen angeschlossen werden - das ist doch kein Leben" aber wer weiß wie es ist wenn es wirklich mal so weit ist...ich denke komplett ablehnen werde ich lebenserhaltende Maßnahmen nicht, ich stelle aber meinem Mann frei die Maschinen abschalten zu lassen sollte es keinerlei Hoffnung mehr geben.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, niemals im Leben, sollte man diese Entscheidung einem Angehörigen wie Mann, Kind, Eltern aufdrücken.

Ich habe gerade in den letzten 5 Monaten genau das durchgemacht, was ihr euch hier so theoretisch denkt. Mein Mann hatte einen Herzinfarkt, gefolgt von Lungenentzündung, die seinen ganzen Körper, Kreislauf und Organe flachgelegt hat. Was mein Mann durchgemacht hat, kann sich niemand vorstellen, was ich durchgemacht habe, war die Hölle.

Im Endeffekt lag die Entscheidung, die Maschinen abzuschalten, nicht bei mir. Aber ich hätte diese Entscheidung nicht tragen können. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Bei mir war die Sache zum Schluß klar, es ist und war das Beste für ihn, friedlich im Beisein seiner Familie einzuschlafen. Die Maschinen abzustellen, war richtig. Nur ich hätte das nicht sagen können, ich hätte mit dieser Entscheidung nicht leben können. Und auch meine Stieftochter nicht.

Wem sonst? Dem Gesetz, das sonst sagt "du musst weiterleben!"?

Nein. Die Entscheidung liegt schon irgendwo bei dir. Es gibt viele medizinische Zwischenwege. Man kann nicht pauschal sagen, man ist abhängig von Maschinen, wenn z.B. eine Herz-Lungen-Maschine dir aber kruzfristig helfen kann, dich wieder aufzubauen. Und auch eine Nierendialyse ist nicht das Ende der Welt oder die Beatmung.
Auch wenn jemand im Koma liegt und die Ärzte dir noch nicht sagen können, ob ein Hirnschaden vorliegt, heißt das nicht, dass er nicht wieder "voll da" sein könnte.
So ein Patiententestament ist eine schwierige Sache und sollte gründlich durchdacht werden. Am Besten mit einem Hausarzt sowie weiteren ärztlichen Beistand durchsprechen.


Ich habe das alles durchgemacht, sämtliche Höhen und Tiefen. Auch wenn es meinem Mann nicht vergönnt war, dieses durchzustehen, so waren die Ärzte doch verantwortungsbewußt und haben "rechtzeitig" abgeschaltet, als wirklich alle Hoffnung verloren war. Mein Mann wußte es. Er war mit sich und allem im Reinen und er war fast bis zum Schluß noch so voll da, dass er selbst sagen konnte, er will nicht mehr.
Wir haben einer Autopsie zugestimmt, weil er es auch so wollte, in der Hoffnung, anderen Kranken durch diese Lehren vielleicht eines Tages besser helfen zu können. Er wurde gestern beigesetzt in seinem Sinne und auch in dem Sinne der Angehörigen.
Auch wenn man selber z.B. kein Grabstein möchte, so möchten es doch vielleicht die Angehörigen. Auch wenn mein Mann in meinem Herzen weiterlebt, so ist es doch ein tröstlicher Gedanke, dass ich ihn besuchen kann. Ob ich es machen werde, weiß ich nicht. Aber es gibt einen Ort, wo ich hin könnte.


Man kann so ein Thema nicht mit "wenn zusammenflicken geht - will ich leben" oder so ähnlich abtun. Das würde dem nicht gerecht werden. Es ist so schwierig und vielfältig, dieses Ausmass von lebenswerten Leben und doch krank sein ist zu groß, das kann man nicht pauschalisieren.
 
Auch wenn man selber z.B. kein Grabstein möchte, so möchten es doch vielleicht die Angehörigen. Auch wenn mein Mann in meinem Herzen weiterlebt, so ist es doch ein tröstlicher Gedanke, dass ich ihn besuchen kann. Ob ich es machen werde, weiß ich nicht. Aber es gibt einen Ort, wo ich hin könnte.

Ich fühle sehr mit dir. Vor gut einem halben Jahr gab es auch in meiner Familie einen langwierigen und schweren Todesfall. Er wurde auf einer Wiese ohne Grabstein bestattet. Seine Frau hat diesen Ort, an dem sie hingehen kann/könnte.
Natürlich ist es für die Angehörigen ein tröstlicher Gedanke, demjenigen "näher" zu sein.

Wenn ich sage, ich möchte irgendwo verstreut werden, so ist dieser Ort ja auch vorhanden. Ich möchte einfach nur nicht unter die Erde. Ich möchte auch nicht, dass Angehörige sich verpflichtet fühlen, Grabstätten in Ordnung zu halten usw. Ich will selbst nach dem Sterben niemand zur Last fallen.

Ich bin eh der Meinung, dass es sowas wie eine Seele gibt. Und solange sich kein anderer Körper für die Seele findet, wird die Seele eh immer um einen rum sein. Haltet mich für verrückt, aber ich hatte schon öfter das Gefühl, dass meine Großeltern einfach da sind, obwohl einer von ihnen schon seit 15 Jahren tot ist.

Gerade in liebenden Partnerschaften hat man ja auch sowas wie "gemeinsame Orte". Das sind für mich so die Anlaufstellen. Und wenn man zu Lebzeiten schon diesen Ort immer wieder aufsuchte, so wird es die Seele erst recht tun.

Gruß, Poo

P.S.: Auch ich möchte nicht die Verantwortung über Leben und Tod tragen, auch wenn es mein Partner ist. Damit könnte ich auch nicht leben.
 
Ich werde es so halten, dass ich verbrannt werden möchte.

Durch einen erblichen Nierendefekt kann ich sowieso nicht spenden (sonst würde ich das tun).

Also verbrennen. Mein großer Wunsch ist es jedoch, dass man meine Asche dann aus einem kleinen Flugzeug über Hamburg schüttet.
Leider ist so etwas (noch) nicht möglich. Vielleicht in einigen Jahrzehnten, wenn ich wirklich ins Grass beisse *hoff*