Der Papst als Diplomat und Staatsmann


Schade, mir wäre lieber, wenn jemand anderes Geantwortet hätte... :mrgreen:

Die kritischen Anmerkungen zu den Begründungen hast du aber gelesen?

Das die "Kultische Reinheit" für das Christentum wenig Relevant ist, das die Ökonomischen Gründe durch den Wegfall der Ämtervererbung hinfällig ist, und das der Punkt gesellschaftliche Stellung durch den Stellenwert der Kriche heutzutage auch nur relative Bedeutung hat?

Besonders gefällt mir der Bereich "Einsatzfähigkeit":

Kritiker des Zölibats meinen jedoch, dass es wiederum Kraft braucht, die von Priestern in die Aufrechterhaltung der zölibatären Lebensform und das Sublimieren der darin nicht erwünschten Gefühle und Gedanken investiert werden muss, die ihrerseits dem pastoralen Engagement abhanden kommt. Von seiten der kirchlichen Laien kommt eine Kritik, die eine andere Form der Beschränkung zölibatär-priesterlichen Wirkens anspricht: ehelos lebende Priester besitzen demnach nicht genügend Empathie für die Sorgen und Nöte der Laien, weil sie die Erfahrungen eines Ehelebens nicht machen können/dürfen.

Der Punkt "Zeichenhaftigkeit" wird auch sehr plastisch relativiert, meinst du nicht? Einzig das "Charisma" kann man einem zölibatär lebendem Menschen nicht absprechen, Wenn man sich allerdings ansieht, zu was diese Anstrengung führen kann, ist mir ein weniger Charismatischer Kirchenmann doch viel lieber...
 
Es gibt übrigens einen schönen Witz zu dieser Thematik.

Ein katholischer Priester und ein Rabbi gehen gemeinsam essen. Als sie die Karte studieren, fragt der Priester den Rabbi: "Wann essen sie eigentlich endlich mal Schweinefleisch?" Sagt der Rabbi: "Auf ihrer Hochzeit, Hochwürden".
 
Das wirksamste Mittel dagegen wird ja von der Kirche propagiert... Und es führt beispielsweise in Südafrika dazu, dass die Menschen im Durchschnitt weniger Geschlechtspartner haben... Und damit wird auch aktiv gegen die Verbreitung des HI-Virus vorgegangen...

Was meinst du denn als wirksamstes Mittel? Enthaltsamkeit?

Dein zweiter Satz widerspricht dem aber irgendwie? Weniger Sexualpartner? Hm, ein falscher kann einer zuviel sein, denen sieht man das auch nicht an, solange die Krankheit nicht ausgebrochen ist, und das kann Jahre dauern.

50 mit Gummi sind vielleicht nach deiner und der katholischen Kirche 50 zu viel, aber frage mal einen Arzt?

Zum Thema Zölibat fällt mir übrigens auch ein Witz ein:

Der Arzt ist nach der Untersuchung mit seinem Patienten sehr zufrieden, und meint: "Und mit dem S*x klappt es doch sicher auch gut." Antwortet der Patient: "Na so dreimal in der Woche geht es schon..." Arzt: "Was? Bei Ihrer Konstitution müßte es aber dreimal am Tag gehen." Patient: "Ich tu ja mein bestes, aber als katholischer Priester auf dem Land ist das nicht so einfach."

oder auch

Unterhalten sich zwei Priester" meinst Du, das wir das Ende des Zölibats noch erleben?" Wir nicht, aber unsere Kinder...

Und das die katholische Kirche Alimente für uneheliche Kinder von Priester zahlt, sollte nichts Neues sein, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist ja eher so zu verstehen: Wenn 30% enthaltsam leben, senkt das den Durchschnitt der Sexualpartner statistisch für alle und damit das Risiko für die Verbreitung des HI-Virus! Und es ist ja nunmal Fakt, dass nur das wirklich zu 100% vor dieser menschlichen Seuche schützt... Insofern finde ich es nicht verwerflich, dass die Kirche an die Vernunft der Menschen appelliert, da man sich ja nicht wie ein Tier seinen Trieben ergeben muss...
 
Ich habe die dunkle Ahnung, du glaubst wirklich, was du schreibst. :roll:

Falls du mal einen neuen Benutzertitel benötigst: ohne Triebe. ;)
 
Natürlich glaube ich an das, was ich schreibe...

Hier zwei Artikel dazu...
Die wirkliche Alternative: Enthaltsamkeit
Kondome ermutigen generell zur Fortsetzung eines unverantwortlichen Lebensstils und sind eine falsche und unzureichende, nur „technische“ Antwort auf ein moralisches Problem. Natürlich ist es wahr, dass innerhalb eines sexuell freizügigen Lebensstils, der sich nicht nach den Geboten Gottes richtet, im Hinblick auf eine HIV-Infektion der so genannte „geschützte“ Geschlechtsverkehr mit Kondom „sicherer“ und „verantwortlicher“ ist als jener ohne Kondom. Aus dieser Feststellung kann jedoch keine Unterstützung der Kirche für den in sich unverantwortlichen sexuell freizügigen Lebensstil wie auch für die Anwendung von Kondomen abgeleitet werden. Vielmehr ist eine grundlegende Bekehrung und Verhaltensänderung nötig!
Sambia: Kirche erfolgreich im Kampf gegen AIDS
Pater Mbanda beschrieb, wie die Kirche der Krise die Stirn geboten habe, indem sie Medikamente verteilt und in ihrer Katechese Enthaltsamkeit und das Bewusstsein der Aids-Gefahr gefördert habe – mit Erfolg. Vor allem dank des Laienapostolats sei es der Kirche gelungen, wirksame Jugendprogramme zu entwickeln, in denen die Jugendlichen über den Wert der Enthaltsamkeit, die AIDS-Ansteckungsgefahr sowie die damit verbundenen Folgen aufgeklärt werden.
 
Oh weia.
Ein Kommentar des Moraltheologen Josef Spindelböck zur Debatte über Aids und die Verwendung von Kondomen.

Ist sich da eigentlich die Kirche, selbst die Katholische, einig? Oder gibt es da auch andere Meinungen?

Und warum will der Papst jetzt eigentlich Kondome erlauben? Verstehe ich nicht.
 
Natürlich gibt es andere Ansichten auch in der katholischen Kirche...
Wer glaubt, daß sich Jugendliche, heterosexuell wie homosexuell überall auf der Welt, durch fromme Wünsche der kreuznet-Schreiber hier im Forum vom Verzicht auf sexuellen Verkehr überzeugen lassen- der irrt.

Dieser Thread sollte wieder zur eingangs aufgeworfenen Grundfrage zurückkehren, ob es gerechtfertigt ist, Kondome zum Schutz vor HIV-Infektionen zu gestatten.
Das Thema ist zu dringend, um Nebendebatten zu führen.
https://www.kreuz.net/article.3084.html

Und Papst Benedikt hat bis jetzt noch nichts entschieden... Aber das Thema Verwendung von Kondomen "bereitet dem Papst große Sorgen" (Kardinal Javier Lozano Barragan)
Ob die Kirche eine Antwort auf die Frage der Verwendung von Kondomen geben und wie diese ausfallen werde, konnte der Vorsitzende des Päpstlichen Rates nicht beantworten. Doch "keine Antwort der Kirche könnte als Billigung sexueller Freiheit ausgelegt werden", meinte Barragan.

In letzter Zeit haben wichtige kirchliche Würdenträger, wie etwa Kardinal Carlo Maria Martini, Kardinal Cormac Murphy O'Connor oder der südafrikanische Bischof Kevin Dowling die Verwendung von Kondomen als "geringeres Übel" bezeichnet, falls es die Infizierung mit dem tödlichen HI-Virus verhindert.
https://www.kurier.at/nachrichten/ausland/40941.php
 
Die Frage ist nicht, "ob ihm das Sorgen" bereitet, sondern ob eine Sachliche Entscheidung gefällt wird, die es NICHT bei "frommen Wünschen" belässt - und die Forderung nach Enthaltsamkeit IST nun mal heutzutage ein Frommer Wunsch....
 
Soll eine moralische Instanz wie die Kirche ihre Wertvorstellungen verändern, wenn die Welt dekadenter wird? :roll:
 
Soll eine moralische Instanz wie die Kirche ihre Wertvorstellungen verändern, wenn die Welt dekadenter wird? :roll:

Sollen die Schwächsten in der Welt an antiquierten Moralvorstellungen (die, nicht zu einem unerheblichen Maße, in Wirklichkeit eine bigotte Scheinmoral ist) zu Grunde gehen? AIDS und ungewollte Schwangeschhaft als "göttliche Prüfungen bzw. Bestrafungen für "unkeusches Leben"?

Da kocht mir ehrlich gesagt die Galle hoch bei so viel Engstirnigkeit.

Es mag sein, das die Kirche eine moralische Instanz ist, das enthebt sie aber nun mal nicht davon, sich den Veränderungen der Welt zu stellen und darauf zu reagieren.
 
Soll eine moralische Instanz wie die Kirche ihre Wertvorstellungen verändern, wenn die Welt dekadenter wird? :roll:

Sorry, da kann ich sauer werden.

Seit wann ist denn den Papst die moralische Instanz für die Kirche?

Was ist überhaupt die "Kirche"

Ist dieser Hitlerjunge (wozu er genötigt wurde, keine Frage) der Stellvertreter Gottes?

Schreibe bitte in Zukunft "für die Katholische Kirsche", die ca. XX Prozent der Christen darstellt.
 
Also ich erinnere an Theodesius 473 n. Chr. (glaub ich) machte er das Christentum zur alleinigen Staatsreligion. Alle Nichtchristen durften keine hohen Beamte mehr werden, also herrschte dort die Zwangs- Christianisierung.

Es ist höchster Schwachsinn die religiösen Motive der Kreuzzüge herunter zu spielen.

Die religiösen Motive waren an vorderster Stelle. Ich zitiere Papst Urban II. in Clermont:"Wenn nicht wir, wer dann soll das heilige Land Jerusalem von den Gottlosen befreien...", "Gott will es", "Anstatt euch gegenseitig zu bekriegen, solltet ihr euch die Gottlosen in Jerusalem unterordnen..".

@Phip

Heisst das, dass du nur S*x hast, wenn du Kinder zeugen willst :kiss: brav... Wir sind nicht wie Tiere, wir sind Tiere, bloß etwas weiter entwickelt.. Die Tierart Mensch ist die am Besten entwickelste aller Tiere...

Übrigens verstehe ich jetzt, wieso du Flanders als Bild hast bloß ist Flanders ein freundlicher und toleranter Springfielder.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich erinnere an Theodesius 473 n. Chr. (glaub ich) machte er das Christentum zur alleinigen Staatsreligion. Alle Nichtchristen durften keine hohen Beamte mehr werden, also herrschte dort die Zwangs- Christianisierung.

Es ist höchster Schwachsinn die religiösen Motive der Kreuzzüge herunter zu spielen.

Die religiösen Motive waren an vorderster Stelle. Ich zitiere Papst Urban II. in Clermont:"Wenn nicht wir, wer dann soll das heilige Land Jerusalem von den Gottlosen befreien...", "Gott will es", "Anstatt euch gegenseitig zu bekriegen, solltet ihr euch die Gottlosen in Jerusalem unterordnen..".

Hätte der Islam nicht Jerusalem erobert und die Christen von den heiligen Städten ferngehalten, wären die Kreuzzüge unnötig gewesen.


Es geht aber hier eigentlich nicht um die Kreuzzüge. Es geht um einen Papst, den viele, wenn nicht die Meisten, für erzkonsevativ gehalten haben.
Nun hat sich ausgerechnet dieser Papst ein paarmal weniger konsevativ gezeigt und schon geht es nicht mehr um den Papst, sondern um die Kirche oder gar um die ganzen Religionen allgemein.
Klar gibt es bei den Christen, wie in allen anderen Religionen auch Fanatiker, die nichts Anderes neben sich zulassen. Das sind aber trotz der augenscheinlichen Masse, nur Minderheiten. Daran eine ganze Religionsgemeinschaft zu messen, ist vollkommen fehl am Platze.

@Darkkurt: Auch wenn du in jeden Beitrag von dir schreibst, das der Papst die inneren Probleme seiner Kirche lösen soll, ehe er sich medienwirksam im Ausland sehen lässt, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass er genau dieses macht.
Wie jedes weltliche Machtzentrum, ist auch der Vatikan ein Hort der Intrigen und Intriganten. Der Papst, obwohl er wie ein absulotistischer Herrscher scheint, hat keinesflls die Macht, eimfach über die Köpfe seiner Würdenträger hinweg, solch brisante Dinge wie das Zölibat, einfach zu ändern.
Er kann nur versuchen seine Kardinäle davon zu übezeugen, das es Zeit wird, die Traditionen zu ändern. Ob das geschieht wissen wir nicht mit letzter Sicherheit, aber ich persönlich denke das schon.
Das es im Endeffekt auch nur eine Minderheit der Geistlichen ist, die sich irgendeines Fehlverhalten schuldog gemacht haben, sollte auch nicht vergessen werden. Das sich die Kirche schwertut solche Dinge aufzuklären, ist sicher mehr als nur bedauerlich, hängt aber sicher auch vielfach damit zusammen, das es inzwischen eine große Mehrheit gibt, welche die Religion als das größte Übel auf Erden hinstellt. Dass das so ist, kann man ja in den Kommentaren sehen, die zu Hauf hier auftauchen, wenm eine News nur den Hauch von Religiösität beinhaltet.
Dass es seit Jahren Massenaustritte aus den Kirchen gibt, hängt sicher nicht damit zusammen, dass die Menschen unzufrieden sind, mit ihrer Religion, sondern liegt hauptsächlich an der wirtschaftlichen Lage. Immerhin kann man je nach Verdienst, ein erkläckliches Sümmchen einsparen, ohne das man sich großartig einschränken muss.
Das der Papst nach einer, von den entsprechenden Leute absichtlich missverstanden Rede, sich anschickt die Hand der Versöhnung zu reichen, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Das Reisen speziell für den Papst nicht ungefährlich sind und schon gar nicht in ein islamisches Land, hat sich ja bei seinem Vorgänger in drastischer Weise gezeigt. Trotzdem ist er diesen Weg gegangen und sollte auch entsprechend bewertet werden.
 
Es ist höchster Schwachsinn die religiösen Motive der Kreuzzüge herunter zu spielen.

Die religiösen Motive waren an vorderster Stelle. Ich zitiere Papst Urban II. in Clermont:"Wenn nicht wir, wer dann soll das heilige Land Jerusalem von den Gottlosen befreien...", "Gott will es", "Anstatt euch gegenseitig zu bekriegen, solltet ihr euch die Gottlosen in Jerusalem unterordnen..".

Religiöse Motive, vorgeschoben für weltliche Machtspielchen. Wenn Du ihn schon zitierst, empfehle ich zum Einstieg:

https://de.wikipedia.org/wiki/Urban_II.

Urban II. galt schon unter Gregor VII. als besonnener Kirchenpolitiker, der durch Konzilianz und diplomatisches Geschick dann auch viel der Arbeit Gregors, die zunehmend mit dem Reformpapsttum insgesamt in Bedrängnis geriet, zu retten vermochte [...]Hinter dem Aufruf zum heiligen Kreuzzug in Gottes Namen verbarg sich mehr, als nur die Rückeroberung des heiligen Landes und Jerusalems. Er war ein geschickt initiiertes machtpolitisches Instrument in einem zersplitterten und von Machtkämpfen erschütterten Europa.

SeelenQuell schrieb:
Hätte der Islam nicht Jerusalem erobert und die Christen von den heiligen Städten ferngehalten, wären die Kreuzzüge unnötig gewesen.

Das ist meines Wissens unzutreffend, unter den Muslimen war allen Konfessionen der Zugang nach Jerusalem erlaubt, später unter Saladin auch wieder.
 
[...] Wir sind nicht wie Tiere, wir sind Tiere, bloß etwas weiter entwickelt.. Die Tierart Mensch ist die am Besten entwickelste aller Tiere...
Ich bemitleide jeden, der das wirklich glaubt!
Übrigens verstehe ich jetzt, wieso du Flanders als Bild hast bloß ist Flanders ein freundlicher und toleranter Springfielder.
Ich bin tolerant... ;)
 
@Darkkurt: Auch wenn du in jeden Beitrag von dir schreibst, das der Papst die inneren Probleme seiner Kirche lösen soll, ehe er sich medienwirksam im Ausland sehen lässt, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass er genau dieses macht.

jepp, ich schrieb ja auch, dass er darüber hinaus die Innerkirlichen Probleme nicht vergessen soll... Natürlich sind seine reisen und seine Diplomatischen Vorstöße wichtig, aber sie sollten nciht von dr Kriche und ihren Problemen selber ablenken...

Wie jedes weltliche Machtzentrum, ist auch der Vatikan ein Hort der Intrigen und Intriganten. Der Papst, obwohl er wie ein absulotistischer Herrscher scheint, hat keinesflls die Macht, eimfach über die Köpfe seiner Würdenträger hinweg, solch brisante Dinge wie das Zölibat, einfach zu ändern.
Er kann nur versuchen seine Kardinäle davon zu übezeugen, das es Zeit wird, die Traditionen zu ändern. Ob das geschieht wissen wir nicht mit letzter Sicherheit, aber ich persönlich denke das schon.

Inwieweit ein Papst zu Veränderungen fähig ist, hat Benedikts Vorgänger doch gezeigt, und zwar in zweierlei Hinsicht: "Außenpolitisch" durch seine Herkunft sehr gut, "innenpolitisch"... naja. Ich bin der meinung, benedikt sollte diesen fehler nicht weiterführen. Verknöcherte Dogmen kann gerade der Papst durchaus verändern - er hat in der Frage, wer denn überhaupt Kardinal wird, jede Menge mitzureden...