Darum lieben die Deutschen so sehr ihre Autos

Warum?

Gerade in einer Stadt macht das Auto mehr Aufwand als nutzen.

gruss kelle!

Einkäufe kann man in überfüllten Büssen/Bahnen sehr schlecht transportieren.
Kinderwagen sind nicht immer mitzunehmen weil kein Platz vorhanden (Marty hatte das auch schon erwähnt)
Schlechte Luft in den überfüllten Bussen
Bsp. 5 KM (mein alter Wohnort) zu meiner Arbeit. Mit Auto knapp 15 Minuten. Mit Bus und Bahn ca. 45 Minuten. Also wenn die Anbindungen nicht gut sind ist das teils echt sehr viel länger
Ab einer gewissen Uhrzeit sind die Anbindungen in einige Teile der Stadt noch schlechter
Im Winter erhöhte Ansteckungsgefahr bei Grippewellen
Generell selten Sitzplätze

Soll ich wirklich noch mehr aufführen? Ich kenne nun nicht alle Großstädte. Aber hier im Ruhrgebiet würde glaub ich keiner mit dem nötigen Kleingeld freiwillig mit Bus und Bahn fahren. Mag in anderen Großstädten anders sein, weil das Parken dort vielleicht auch schwieriger ist und dann die Nachteile des Autos vielleicht überwiegen?! Also in München war ich mal zu besuch, da empfand ich den ÖPNV als weniger schlimm. Da waren die wesentlich geräumiger, sauberer und die Menschen waren auch recht normal.
 
Siehe oben. Wer das Geld nicht hat, überlegt nicht 2 mal, wie von dir geschrieben. Er macht es, weil er es finanziell muss. Aber ich denke jeder der Entscheiden kann nimmt innerhalb der Stadt gerne das Auto :)

Ich hab das Geld um meinen Arsch mit dem Auto durch die Gegend zu fahren aber ich fahre nicht gern Auto in Berlin. Klar ist es billiger mit den Öffis, aber da es mit dem Auto meist schneller geht und wenn ich meine Zeit mitrechne + die 885 Euro jährlich für die Fahrkarte könnte ich je nach Stundensatz schnell darauf kommen das sich Auto fahren lohnt. Aber ich finde es bequemer, stressfreier und sicherer mit den Öffentlichen und habe in darin auch ein paar Bekanntschaften gemacht die mich weiter gebracht haben. Für das Auto spricht dann halt die Flexibilität und die Geschwindigkeit also muss man nur die Vor- und Nachteile mit den persönlichen Prioritäten abwägen und wird sicher eine vernünftige Entscheidung finden :)
 
Einkäufe kann man in überfüllten Büssen/Bahnen sehr schlecht transportieren.
Wie unterscheidet denn sich der Transport in überfüllten Bussen/Bahnen (als ob die immer überfüllt wären) von dem in leeren? Entscheidend ist doch ehern die Menge, die man einkauft. Wer eine Familie hat und/oder pro Woche einen Großeinkauf macht, für den ist das Auto die bequemere Wahl. Aber in den Städten ist mittlerweile die "Supermarktdichte" so hoch, dass es weder öffentliche Verkehrsmittel noch Auto bräuchte. Aber da vermutlich die meisten Bürger einen Supermarkt(-Kette) bevorzugen, fahren sie ehern ein paar Kilometer mit dem Auto auch wenn es einen Supermarkt nebenan gibt.

Ich hab das Geld um meinen Arsch mit dem Auto durch die Gegend zu fahren aber ich fahre nicht gern Auto in Berlin. Klar ist es billiger mit den Öffis, aber da es mit dem Auto meist schneller geht und wenn ich meine Zeit mitrechne + die 885 Euro jährlich für die Fahrkarte könnte ich je nach Stundensatz schnell darauf kommen das sich Auto fahren lohnt.
In Berlin meist mit dem Auto schneller? Hängt sicherlich stark von der Strecke ab. Innerhalb des Rings bezweifle ich das, besonders wenn man die Parkplatzsuche berücksichtigt.
 
In Berlin meist mit dem Auto schneller? Hängt sicherlich stark von der Strecke ab. Innerhalb des Rings bezweifle ich das, besonders wenn man die Parkplatzsuche berücksichtigt.

Klar hängt von der Strecke ab, ich habe halt einige dabei wo ich nicht besonders weit fahre und dafür 3 mal umsteigen + noch laufen muss. Zusätzlich einige Strecken in Randberlin wo sich nur mal alle 20 Min ein Bus vorbei bequemt
 
Soll ich wirklich noch mehr aufführen?

Ja bitte.

Ich frage mich nämlich, wie es diverse Leute schaffen, trotz ausreichend Geld ohne Auto in Großstädten wie Berlin, Braunschweig oder Köln klarzukommen. Teile von denen haben - wie ich auch - nichtmal ne Dauerkarte für die Öffis.

Weiterhin frage ich mich, warum diverseste Kollegen statt mit ihrem Auto mit ihrem Rad zur Arbeit kommen.

Klar gibt es auch Kollegen, die fahren 1,5 Kilometer zum Job mit dem Auto.

Ich habe einiges an Selbstexperimenten durch:
Als Großstadtbewohner (mit Job in selbiger) ohne Familie benötigt man einen PKW in zwei Fällen:
- Fahrten in die Botanik
- Transportkapazität

Alles andere ist, lass es mich freundlich ausdrücken, persönlicher Wohlfühlfaktor.

gruss kelle!
 
Ich bin ja weder repräsentativ noch Durchschnitt, aber vielleicht kann ich mal erläutern, warum wir in einer Großstadt sogar zwei Autos haben. Auf meinen Arbeitsweg möchte ich dabei gar nicht eingehen.

Wir haben jetzt drei Kinder, zwei gehen in verschiedene Kindergärten, 3 km und 8 km weg. In dem Kindergarten 100 Meter von unserem Haus entfernt, gab es trotz Anmeldung zwei Jahre vor Start des Kindergartens keinen Platz.

Ich bin derzeit morgens 45 Minuten mit dem Auto unterwegs, um die zwei Kinder in die Kita zu bringen. Der Bus vor unserer Haustür fährt stündlich, da könnte man sich anpassen, blöderweise fährt der erstmal zum Bahnhof, also in die verkehrte Richtung, dort müsste ich umsteigen in einen anderen Bus, mit dem zur ersten Kita. Dort 10 Minuten Fussweg, Kind abgeben, 10 Minuten zurück, mit dem zweiten Kind wieder mit dem Bus halbe Strecke zurück zu einem Busbahnhof, dort umsteigen, nächster Bus. Dann wieder 10 Minuten Fussweg zur Kita, 10 Minuten zurück, dann kann ich alleine mit der Schwebebahn fahren, von der Haltestelle brauche ich alleine ca. 20 Minuten zu Fuß, mit Kleinkindern quasi ewig...

Fazit: ich müsste morgens um 7:15 aus dem Haus, das erste Kind wäre um kurz nach 8 im Kindergarten, das zweite Kind um kurz vor 9 Uhr. Ich wäre dann um kurz vor 10 wieder zu Hause und müsste dann nachmittags dasselbe noch mal durchziehen, nur der Rückweg würde noch länger dauern.

Und das soll dann demnächst meine Frau machen mit noch einem Säugling dabei? Im Winter? Niemals! Da würde ich eher die Kinder zu Hause lassen und Herdprämie kassieren. :D

Und wenn ich mir dann vorstelle, dass meine Frau auch mal wieder arbeiten möchte...

Auch das Einkaufen ginge natürlich zu Fuss, Aldi, Netto, Lidl und ein Edeka sind innerhalb von 20 Minuten zu Fuss erreichbar. Problem: Das müsste quasi täglich erfolgen, weil man kaum mehr als einen Tagesvorrat transportiert bekommt.

Marty
 
Wir haben jetzt drei Kinder, zwei gehen in verschiedene Kindergärten, 3 km und 8 km weg. In dem Kindergarten 100 Meter von unserem Haus entfernt, gab es trotz Anmeldung zwei Jahre vor Start des Kindergartens keinen Platz.

Das ist etwas in diesem Land, was ich nie verstehen werde.
Denkt da überhaupt mal wer im Büro nach, bevor da die Kinder quer über die Stadt verteilt werden?

Ich gehe stark davon aus, dass die Kinder in der 100 Meter entfernten Kita zu großen Teilen auch durch die Stadt chauffiert werden, oder?

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo in Teilen Deutschlands bei der Schaffung von Wohnraum gleich die benötigte Infrastruktur a la
- KiTa
- Schule(n)
- Einkaufsmärkte
- in besonderen Fällen auch Kirchen
in fußläufiger Entfernung mitgebaut wurden, um schwachsinnige Fahrten zu vermeiden.

Ist glaube ich aber zu einfach.

gruss kelle!
 
Das ist etwas in diesem Land, was ich nie verstehen werde.
Denkt da überhaupt mal wer im Büro nach, bevor da die Kinder quer über die Stadt verteilt werden?
Nein, da denkt niemand nach, weil das niemand mehr muss. Kindergartenplätze werden von den Eltern direkt beim Träger beantragt. Die guten und begehrten Plätze werden meist mit der Geburt schon beantragt. Solche Kitas haben dann gute Öffnungszeiten, gute Ausstattung, viel Personal etc... die Lage ist dann nicht so wichtig.

Blöd nur, wenn solch eine Kita jetzt am Stadtrand ist, wo sonst wenig ist, die dort Wohnenden schauen dann gerne schnell in die Röhre. Dann kommt es morgens zu Situationen, dass jemand 10km zu der Kita bei uns um die Ecke fährt und wir 10 km zu der Kita bei denen um die Ecke... Tauschen wollen die blöderweise nicht.

Eine zentrale Vergabe wäre sinnvoll, würde aber für viel Arbeit sorgen, weil Betreuungszeiten etc. stark differieren.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo in Teilen Deutschlands bei der Schaffung von Wohnraum gleich die benötigte Infrastruktur a la
- KiTa
- Schule(n)
- Einkaufsmärkte
in fußläufiger Entfernung mitgebaut wurden, um schwachsinnige Fahrten zu vermeiden.
Schön wärs. Viele Kitas sind kirchlich kontrolliert, die suchen sich gezielt Kinder aus... und viele davon werden jetzt geschlossen, weil angeblich die Finanzierung nicht mehr gedeckt sei.

Bei Schulen ist das jetzt für uns auch ein Problem. Fussläufig keine Grundschule mehr vorhanden, zu wenig Kinder. Zur nächsten Grundschule fährt aber zum Glück ein Bus, mein Sohn darf dann nächstes Jahr 10 Minuten zur Bushaltestellte laufen, 5 Minuten Bus fahren zur Schule fahren. Der Rückweg muss noch geklärt werden, der Schulbus fährt nur einmal...

Zu einem Gymnasium ginge es dann nur mit mehrfachem Umsteigen.
Aber bitte, ich will nicht motzen, wir sind ja nur mal freiwillig nach hier gezogen, das wussten wir vorher.

Marty
 
Immer wieder nett zu lesen so Argumente wie - "zu Fuß muss man dann aber ja täglich einkaufen gehen" und "die Öffis sind alle überfüllt".

Ich denke, dass man in vielen Fällen mit ein wenig Kreativität und Eigeninitiative auch ohne Auto sehr viel weiter kommt:

2 Kinder eben nicht in verschiedene Kindergärten stecken
Einkaufen mit Fahrrad und Hänger bzw. mit Einkaufswagen
Beim täglichen Spaziergang mit Kleinkind eben öfters mal ne kleinere MEnge einkaufen (Übrigens: klassische Kinderwagen sind echte Packwunder!)
Gleitzeit nutzen und außerhalb der Haupverkehrszeit fahren (oft reicht ein Zug früher/später, um nicht mit den ganzen Schülern zusammen zu stecken, und dann ist auch genügend Platz da)
Teilstreckemit dem Rad fahren, spart möglicherweise Zeit und Geld und man bleibt fit.

Aber eins muss allen Nicht-Autofahrern klar sein: So flexibel und komfortabel wie mit einem eigenen Auto komme ich mit anderen Verkehrsmitteln in der Regel nicht durch den Alltag.
 
Aber eins muss allen Nicht-Autofahrern klar sein: So flexibel und komfortabel wie mit einem eigenen Auto komme ich mit anderen Verkehrsmitteln in der Regel nicht durch den Alltag.

Ich brauch im Standard 08/15 Alltag gar kein Verkehrsmittel - noch flexiblererer und komfortablererer. ;)

Schusters Rappen sind auch noch nach dem dritten Halben rechtlich problemlos einsetzbar. :mrgreen:

Und wenn ich an dieses Jahr denke:
Die Westtangente ist wegen Erneuerungsarbeiten auf eine Spur reduziert. Daraus resultierend versuchen die Verkehrsteilnehmer über den Stadtring auszuweichen, wo freundlicherweise auch auf einspurige Verkehrsführung umgestellt wurde.
An der Ausfallstraße gen Süden steht nur eine Fahrspur zur Verfügung, da dort die Strapazenbahn renoviert wird.

Zum Glück hat man sich mit den Bauarbeiten Zeit gelassen, bis der Umbau vom Südwest Kreuz fertig war, was von 2008 bis 2012 umgebaut wurde, was auch zu einem täglichen Stau führte.

Ganz normaler Alltag.

Ist dann noch die A2 auf Grund eines Unfalls dicht, ist das Chaos perfekt. Da sagt dann meine Bekannte, die ne Fahrschule hat, in schöner Regelmäßigkeit Fahrstunden ab.

Unter Komfort versteh ich dann die Möglichkeit, mit meinem Mopped, sagen wir etwas unkonventionell, aus dem Staus rauszukommen.

gruss kelle!
 
2 Kinder eben nicht in verschiedene Kindergärten stecken
Einkaufen mit Fahrrad und Hänger bzw. mit Einkaufswagen
Beim täglichen Spaziergang mit Kleinkind eben öfters mal ne kleinere MEnge einkaufen (Übrigens: klassische Kinderwagen sind echte Packwunder!)
kurze Zwischenfrage bevor ich antworte: wieviel Kinder hast du?

Wenn du auch drei kleine Kinder hast und das ohne Auto schaffst, dann hätte ich starkes Interesse an verschiedenen Infos zum z täglichen Ablauf bei dir.

Marty
 
Meine Eltern haben das von ich glaub 84 bis 87 mit zwei kleinen Kindern hinbekommen, ABER da gab es etwas andere Randbedingungen.

Ortschaft mit ca. 1.700 Einwohnern
KiTa mit ausreichend Plätzen
Schule bis zur zehnten Klasse im Ort
Drei Lebensmittelläden
Zwei Fleischereien
Zwei Bäckereien
Postfiliale
Schuh- und Kramsladen

Mutter hatte nen Halbtagsjob im Nachbarort (3 km Entfernung), der Weg wurde mit Fahrrad erledigt.
Vater war in ner Kleinstadt angestellt (6 km Entfernung), der Weg wurde mit ner Simson zurückgelegt.

Für Kleinkinder kam regelmäßig nen Kinderarzt ins Dorf, in der Schule war ne zahnärztliche Praxis eingerichtet, die nächsten Ärztehäuser waren simpel per Bus zu erreichen (4 - 6 km).

Eingekauft wurde im Ort nach Bedarf. Je nachdem wie Öffnungszeiten und Schulzeiten zueinander lagen, hatten wir als Kinder nen Beutel und Geld mit nem Einkaufszettel im Schulranzen. Zwei Flaschen Milch durch den Ort zu tragen, haben damals keinen Zweitklässler umgebracht. ;-)
Die Lebensmittel damals waren aber auch noch nicht so auf Haltbarkeit gezüchtet, wie sie es heute sind. Ne Flasche Milch am Samstag gekauft, sollte Montag zum Frühstück weg sein. Da kam keiner auf die Idee, nen Wocheneinkauf zu machen.
Da man typischerweise noch Obst und Gemüse selbst anbaute und einlagerte, reduzierte sich das Einkaufsvolumen zusätzlich.

Kurz und gut:
Da der Staat damals seinen Bürgern ein Auto quasi vorenthalten hat, hat er andersherum für eine Infrastruktur gesorgt, dass man ohne Auto im Alltag zurechtkommen konnte.

Firmen hatten eigene Busse, die die Angestellten einsammelten, je nach Größe gab es eigene Bahnhaltestellen, wenn es keine Schule am Ort gab, waren die Bahn/Busfahrzeiten auf die Schulzeiten abgestimmt, für weiterführende Schulen ebenso.

Nur heutzutage?
Da hat jeder seine Freiheiten, und, wie Du beim Beispiel KiTa Auf/Verteilung schreibst, kümmert sich keiner um übergreifende Themen.
Der Sozialdezernent macht es sich einfach und lässt den Eltern die freie Wahl, ohne wie auch immer steuernd einzugreifen (macht ja Arbeit), dafür flucht dann der Verkehrsdezernent über Verkehrsprobleme rund um KiTas, weil die Eltern ihre Kinder quer durch die Stadt kutschieren (müssen).

Hier in Braunschweig wird zumindest drauf geachtet, dass im Stadtzentrum genug Läden des alltäglichen Bedarfs bestehen bleiben, und nicht alle aufs Land flüchten, dafür schafft man es nicht, beim Schichtwechsel von VW mal den Strapazenbahntakt zu erhöhen, geschweige denn den Strapazenbahntakt an den ICE Takt zu koppeln, so dass Fernreisende auch mal direkt mit den Öffis weiterfahren könnten.

Nur glaube ich kaum, dass sich hier im Autofahrerland schnell was ändert in der Richtung, Verkehr zu vermeiden.
Denn die hundert Meter zur nächsten KiTa bringen dem Staat ja weniger Steuern, als Deine tägliche Tingelei zu den anderen beiden KiTas. :mrgreen:

gruss kelle!
 
3 KInder - in der Zwischenzeit zw. 10 und 14 JAhren. Aber wir haben sie ohne eigenes Auto erzogen, alle im gleichen Kindergarten, in der gleichen Grundschule, alles vor Ort, immer zu Fuß erreichbar :)
 
Gut. Dann erklärt mir als Erstes, wie hoch die Bestechungsgelder an die evangelische Kirche sein müssen, damit alle Kinder in den selben Kindergarten dürfen. Wir mussten ja froh sein, überhaupt einen Platz bekommen zu haben ohne zu klagen.

Und den Einkauf für die ganze Familie im Kinderwagen unterzubringen halte ich für gewagt, zumindest, wenn man nicht gerade täglich zum Supermarkt rennt.

Und Kinderarzt, Apotheke, baumarkt etc. haben wir leider auch nicht fussläufig. Aber das kann meine Frau problemlos zwischen zwei Stillvorgängen erledigen. Muss sie ja auch, weil ich ja nicht mehr verfügbar bin, mein Arbeitsplatz ist ja nun auch nicht zu Fuß zu erreichen.

Ist sicherlich im Idealfall machbar, bei uns sicher nicht.
 
Ich hab nie behauptet, dass es für alle immer und ohne Auto geht.
Bei der Aufnahme im Kindergarten war es bei uns so, dass Geschwisterkinder immer bevorzugt aufgenommen werden. Ist ja eine win-win Situation für alle Beteiligten. Deswegen verstehe ich das bei dir auch nicht... (Übrigens wurden wir nicht mal gefragt, ob wir Kirchenmitglieder sind bei der Aufnahme)
Einkaufen: Obst und Gemüse wurde frei Haus geliefert, dazu 2-3x bei Spaziergängen eingekauft oder mal mit FAhrradhänger. Hat immer iwi geklappt.
Tja, wir leben halt in einer mittelgroßen Stadt, da sind die meisten Sachen fußläufig und eben erreichbar. Und dann noch Großeltern vor Ort, damit privates Carsharing und seit etlichen JAhren auch "reguläres" Carsharing, ordentlicher ÖPNV... sicher geht das nicht überall. Aber wie du schreibst: Du hast es dir ja ausgesucht.
Im übrigen wurden wir auch oft darauf angesprochen, wie wir das so ohne eigenes Auto schaffen - und oft wäre es mit einfacher und bequemer gewesen.
 
Gut. Dann erklärt mir als Erstes, wie hoch die Bestechungsgelder an die evangelische Kirche sein müssen, damit alle Kinder in den selben Kindergarten dürfen. Wir mussten ja froh sein, überhaupt einen Platz bekommen zu haben ohne zu klagen.

Es waren und sind auch noch heute einfach genug KiTa Plätze vorhanden.
Ich meine, Du musst ja ne verkackte Familienpolitik mittels Auto ausbaden, obwohl es genug Bundesländer vormachen, wie es richtig gehen kann.

Und den Einkauf für die ganze Familie im Kinderwagen unterzubringen halte ich für gewagt, zumindest, wenn man nicht gerade täglich zum Supermarkt rennt.

Kinderwagen wird eng, wir hatten damals einfach nen Handwagen, wie gesagt, bei anderen Haltbarkeitszeiten war es einfach notwendig, aller zwei Tage im Laden aufzutauchen.

Und bei 200 Meter Entfernung zwischen Haus und Laden war das eh eher entspannt.

Und Kinderarzt, Apotheke, baumarkt etc. haben wir leider auch nicht fussläufig.

Auch so nen Detail an was ich mich grad erinnere:
Entweder war in der Poliklinik gleich ne Apotheke mit integriert oder die nächste war im Umkreis weniger Meter. Einfach Wegeoptimiert.

Ist sicherlich im Idealfall machbar, bei uns sicher nicht.

Du, wenn die KiTa Plätze ohne Rücksicht auf Geschwister ausgewürfelt werden, dann kannst Du als Familienvater wirklich nur wählen zwischen Auto und Zeit ans Knie nageln oder Herdprämie.

gruss kelle!
 
Moment, das muss ich korrigieren. Der ortsnahe Kindergarten hat nicht abgelehnt, obwohl schon ein Kind dorthin ging. Wir haben 2009 in einer 3-Zimmer Wohnung gelebt, den Grossen dann im nächstgelegenen Kindergarten angemeldet und dort einen Platz bekommen. Da konnten wir ihn jeden Tag zu Fuss hinbringen und abholen. Beim dritten Kind wurde uns klar, dass 3 Zimmer irgendwann zu wenig sind und wir haben ein Haus gebaut in einem anderen Stadtteil. Alle Fachleute rieten uns, den Grossen nicht auf einen anderen Kindergarten umzumelden (hätten ja eh keinen Platz bekommen ortsnah), sondern in seiner gewohnten Umgebung zu lassen im letzten Kita-Jahr.

Unsere Hoffnung, für den zweiten wenigstens ortsnah was zu bekommen, zerschlug sich schnell, weil wir dann bei der Geburt schon hätten anmelden müssen...

PS: Zum Thema Fahrrad: Wer schon mal in Wuppertal war, der kann sicher nachvollziehen, dass man hier nicht viel mit dem Fahrrad erledigt, wenn man nicht gerade auf der Talsohle wohnt. Und den Bollerwagen wird meine Frau sicher auch nicht den Berg hoch ziehen müssen, solange wir uns das Auto leisten können. Da kommt zur nichtvorhandenen Liebe zum Auto die Liebe zur Frau dazu. :D

Marty