Buddha - Dharma - Sangha

das stimmt zum teil. aber da wären wir beim thema ob religion der menschheit moralische werte gibt, oder andersrum ;)

Das Problem, was sich bei dieser Frage auftut, ist die Definition von Religion.
Religion wird von Menschen erschaffen, verändert und dem Zeitgeist angepasst, wie z.B. durch Luther, sodass die Beziehung "Menschen - Religion" einer Wechselwirkung unterliegt. Dass es Menschen gibt, die sich an religiöse Vorgaben klammern und die Bibel nach wie vor wörtlich nehmen, und dadurch zur Stagnation neigen, ist bedauerlich.

da sich richard dawkins (sehr bekannter atheist) auch viel mit dem thema moral beschäftigt
Von dem ich seit seiner überwiegend polemischen und unfundierten Argumentation gegen Religion in "Der Gotteswahn" nicht viel halte.

nehmen wir z.b. die bibel. derzeit ist es so, dass man sich stellen suchen muss, damit man aus diesen zeilen dann seine moral für die heutige gesellschaft bilden kann :LOL: (sklaverei,homosexualität,umgang von authoritätspersonen etc.)deswegen finde ich ein einheitliches gesetzsystem wie wir es haben besser, als eine bibel ;)

Nun, dabei übersieht manch einer aber gern, dass die Bibel aus dem AT, korrektes Verhalten aus Angst, und NT, korrektes Verhalten durch Einsicht, besteht, welche sich grundlegend in ihrer Lehre unterscheiden. Jahwe, aus dem AT, zeigt zweifellos sadistische und herrschsüchtige Charakterzüge, welche sich im NT so keineswegs wieder finden.
Zum Punkt "einheitliches Gesetzessystem" würde ich hinzufügen, dass du unser aktuelles Gesetzessystem besser findest, welches Homosexualität erlaubt, Sklaverei verbietet und die "Macht" von Authoritätspersonen einschränkt, nicht aber das von z.B. vor 9 Jahren, da die homosexuelle Lebenspartnerschaft erst 2001 eingeführt wurde.

Abgesehen davon ist es quark, dass man in der Bibel ständig zwischen den Zeilen lesen muss um irgendeinen Nutzen für die Moral zu ziehen. So gibt es Lev. 18 klare Vorschriften, welche sexuellen Kontakt o.ä. betreffen und sogar heute noch weitgehend eingehalten und als anständig angesehen werden.

Übrigens ist es für mich selbstverständlich, dass man sich nicht an Die Bibel klammert, um damit seinen Lebensweg zu bestimmen. Reflexion und Selbstkritik sind nunmal grundlegende Bestandteile einer gesunden Entwicklung, doch gilt das ebenso für Gesetze.

Im Endeffekt geht es, für mich, einfach nur darum, sich weiter zu entwickeln, indem man Dinge, darunter auch seinen Glauben, sowie die Gesellschaft, (mitsamt ihren Gesetzen, Werten und Normen) hinterfragt. Und wenn jemand zu dem Schluss kommt, dass der Glaube an einen Gott, wie z.B. in der Bibel beschrieben, ihm/ihr besser durchs Leben hilft, sehe ich nichts schlechtes darin.
 
Ach wie schade ... nun finde ich hier das gleiche vor, wie es auch in anderen Buddhistischen Foren zu finden ist: Intellektuelle und höchst intelligente Grabenkämpfe. Dabei sollte es doch eigentlich um den Buddhismus und seine Philosophie gehen.

Das Wort ist nichts gegen den Gedanken und der Gedanke nichts gegen die Erfahrung.

Viel lieber würde ich über Achtsamkeit, das auslöschen des Begehren und die friedliche Welt lesen, die es geben würde wenn sich alle Menschen dieser Philosophie anvertrauen würden.
 
Ist nicht jeder Schaden den man Menschen, Lebewesen oder Umwelt zufügt unnötig?

Naja...
es ist ein Unterschied, ob ich beim (achtsamen) Spaziergang versehentlich auf eine Ameise latsche oder ob ich zulasse, das Kaninchen Nagellackentferner in die Augen geträufelt wird.

Man kann schon eine Menge Leid ersparen, wenn man sich fragt: "Ist das nötig, das ich durch mein Begehren (meine Lust, mein Verlangen) anderen Lebewesen Leid zufüge?"

Im Buddhismus wird nicht zwischen dem Leid der anderen und dem eigenen Leid unterschieden. Je mehr man begehrt, umso mehr fügt man anderen (und oft sich selbst) Leid zu.

Auf den Nagellack zu verzichten fügt den Ladys Leid zu. Auf den Nagellack nicht zu verzichten fügt den Kaninchen Leid zu.
Die Lösung kann also nur sein, dass die Ladys trainieren, ihr Begehren nach lackierten Fingernägeln abzulegen. Das gleiche gilt natürlich auch für die Männer. Nur das es da wohl eher um spritfressende Autos als um Nagellack geht (meistens).

Loslassen ist die Lösung der Buddhisten um das Leid zu verringern.
 
"Leid" kann auch einfach Unbehagen bedeuten. Das ich Nagellack als Beispiel benutzt habe war purer Zufall.

Wobei es manchen sicher sehr schwer fällt und fast schmerzhaft ist auf solche Kleinigkeiten zu verzichten. Wie kann man sich sonst erklären, dass so wenige auf Produkte verzichten, die "nur" der Körperverschönerung dienen und von denen jeder, der auch nur ab und zu Zeitung ließt oder fernsieht weiß, dass Tiere dafür leiden müssen...