Songs Und Ihre Hintergründe

„Paul Revere & The Raiders“: „Indian Reservation“
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Jahr: 1971

„Orlando Riva Sound“: „Indian Reservation“
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Jahr: 1979

Der Pfad der Tränen:
28. Mai 1830: US-Präsident Andrew Jackson unterzeichnet den Indian Removal Act zur zwangsweisen Umsiedlung der Indianer Nordamerikas. Der Indian Removal Act war ein am 28. Mai 1830 von Präsident Andrew Jackson unterzeichnetes Gesetz, das die systematische Vertreibung indigener Völker aus dem Südosten der USA einleitete. Der Kernpunkte des Gesetzes ist das Ziel, die Stämme östlich des Mississippi aus ihren fruchtbaren Gebieten zu vertreiben. Sie sollen in kleinere Reservate in unfruchtbaren Gebieten vertrieben werden. Dadurch werden für weiße Siedler neue Gebiete frei. Es entsteht der neue Bundesstaat Oklahoma - nach der Vertreibung beginnt der „Land Run“ - Tausende Siedler warteten an einer imaginären Startlinie auf das Signal, um sich die besten Grundstücke zu sichern.
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Der Name Oklahoma leitet sich von den Wörtern „okla“ (Menschen) und „humma“ (rot) aus der Sprache der Choctaw-Indianer ab und bedeutet übersetzt so viel wie „Land der roten Menschen“.
Offiziell autorisierte das Gesetz „Indian Removal Act“ den Präsidenten, mit Stämmen östlich des Mississippi über den Tausch ihres angestammten Landes gegen Gebiete im Westen (dem heutigen Oklahoma) zu verhandeln. Die betroffenen Völker sind vor allem die allem die „Fünf Zivilisierten Stämme“ – Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen. Jedoch wird aus den „Verhandlungen“ mit den Indianern ein Zwang: Obwohl das Gesetz einen „freiwilligen“ Landtausch vorsah, nutzte die Regierung Druckmittel wie Bestechung, Drohungen und schließlich militärische Gewalt, um die Umsiedlung zu erzwingen.
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Der „Pfad der Tränen“ (Trail of Tears):
Die gewaltsame Umsetzung des Gesetzes führte zu mehreren Massendeportationen, am bekanntesten ist die der Cherokee (1838–1839). Von etwa 16.000 deportierten Cherokee starben ca. 4.000 Menschen an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Insgesamt wurden über 60.000 Indigene vertrieben, um rund 100.000 Quadratkilometer Land für weiße Siedler und die Ausweitung der Sklavenwirtschaft freizumachen.
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Rechtlicher Widerstand
Die Cherokee wehrten sich juristisch und siegten 1832 vor dem Obersten Gerichtshof im Fall Worcester v. Georgia. Das Gericht urteilte, dass die Bundesstaaten keine Befugnisse über indigenes Territorium hätten. Präsident Jackson ignorierte dieses Urteil jedoch.

Heute bewerten Historiker den Indian Removal Act und seine Folgen oft als staatlich sanktionierte ethnische Säuberung oder Genozid. Er gilt als einer der dunkelsten Momente der US-Geschichte und als drastisches Beispiel für die Umsetzung der Ideologie des Manifest Destiny.

Lyrics:
They took the whole Cherokee nation
Put us on this reservation
Took away our ways of life
The tomahawk and the bow and knife
Took away our native tongue
And taught their English to our young
And all the beads we made by hand
Are nowadays made in Japan

Cherokee people Cherokee tribe
So proud to live so proud to die

They took the whole Indian nation
Locked us on this reservation
Though I wear a shirt and tie
I'm still part redman deep inside

But maybe someday when they've learnt
The Cherokee nation will return
Will return, will return, will return, will return

Übersetzung:
Sie nahmen die ganze Cherokee-Nation
und steckten uns in dieses Reservat
sie nahmen uns unsere Lebensweise,
den Tomahawk, den Bogen und das Messer
sie nahmen uns unsere Muttersprache
und lehrten unseren Jugendlichen ihr Englisch
und all die Perlstickereien, die wir einst von Hand fertigten
werden heutzutage in Japan hergestellt

Das Volk der Cherokee, der Stamm der Cherokee
so stolz im Leben, so stolz im Tod

Sie nahmen die ganze Indianernation
und sperrten uns in dieses Reservat ein
auch wenn ich Hemd und Krawatte trage
bin ich tief im Herzen doch noch ein Roter

Doch vielleicht eines Tages, wenn sie gelernt haben
wird die Cherokee-Nation zurückkehren
wird zurückkehren, wird zurückkehren, wird zurückkehren, wird zurückkehren.

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Auch lesenswert:
Songs und ihre Hintergründe:
„Don Fardon“: „Indian Reservation“
Mit dem Beitrag über die indianische Besetzung von „Alcatraz“
(Auch wenn die Vorschau einen falschen Beitrag zeigt: Einfach den blauen Link "Songs und ihre Hintergründe"anklicken und man kommt zum richtigen Beitrag.)
 
„John Waite“: „Missing You“
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Jahr: 1984

Schleppender Karrierestart in den USA:
John Waite ist in Lancaster, einer Hafenstadt im Nordwesten Englands geboren. Er ist also Brite. 1981 trennt sich Waite von seiner Band "The Babys" und sucht seinen Erfolg in den USA. Doch die Solokarriere gestaltet sich zunächst einmal schwierig. Sein erstes Album "Ignition" und die ausgekoppelte Single "Change" verkaufen sich 1982 in den Staaten nur sehr schleppend und wie so oft gibt es dann auch noch Streit mit der Plattenfirma.

Zurück nach England und wieder in die USA:
Frustriert geht er mit seiner Frau zurück nach England. Doch das ruhige Eheleben ist nichts für ihn. Er will es nochmal wissen. Nach nicht einmal zwei Jahren unterschreibt er einen neuen Plattenvertrag, lässt seine Frau in England zurück und bastelt in New York an einem neuen Album mit dem Titel "No Brakes".

Cover Single John Waite – "Missing You":
Auf John Waites Album fehlt die Hit-Single. Acht Songs sind fertig, einer fehlt noch – eine richtige Single. Einer seiner Musiker kommt mit einer Instrumental-Idee. John Waite ist Feuer und Flamme:
"Spiel mir das im Studio ein und ich singe dazu!" Also legt John ganz spontan los und nimmt eine Textzeile aus einem alten Lied seiner ersten Band The Babys: "Everytime I Think of You…"

Der Hit "Missing You" entsteht völlig spontan
Bei dieser Zeile muss er sofort an seine Frau in England denken und wie sehr er sie vermisst. Ein Gefühlsdilemma auch deswegen, weil John Waite doch ganz froh ist, dass seine Ehefrau weit weg ist, denn er ist nicht gerade der Erfinder der ehelichen Treue.

Dieses Gefühlschaos der Fernbeziehung bringt er in dem Song zum Ausdruck. Ganz spontan. Es floss regelrecht aus ihm heraus. Innerhalb von einigen wenigen Durchgängen hatte er den kompletten Song im Kasten und wusste instinktiv: Das ist ein Hit!


"Missing You" ein Hit – John Waites Ehe ein Flop
1984 schafft er es damit auf Platz 1 in den USA, das ganze Album landet auf Platz 14 der US-Albumcharts. Beruflich war das sein größter Erfolg. Privat stand wenig später die Scheidung an.

Lyrics:
Missing you
Missing you
Missing you
Missing you
Missing you
Missing you
Missing you
Missing you

Every time I think of you
I always catch my breath
And I'm still standing here
And you're miles away
And I'm wonderin' why you left

And there's a storm that's raging
Through my frozen heart tonight

I hear your name in certain circles
And it always makes me smile
I spend my time
Thinking about you
And it's almost driving me wild

And it's my heart that's breakin'
Down this long distance line tonight

I ain't missing you at all (Missing you)
Since you've been gone (Missing you)
Away
I ain't missing you (Missing you)
No matter, what my friends say (Missing you)

Well, there's a message in the wire
And I'm sending you this signal tonight
You don't know
How desperate I've become
And it looks like I'm losing this fight

In your world
I have no meaning
Though I'm trying hard to understand

And it's my heart that's breakin'
Down this long distance line tonight

I ain't missing you at all (Missing you)
Since you've been gone (Missing you)
Away
I ain't missing you (Missing you)
No matter what I might say (Missing you)

And there's a message that I'm sending out
Like a telegraph to your soul
And if I can't bridge this distance
Stop this heartbreak overload

I ain't missing you at all (Missing you)
Since you've been gone (Missing you)
Away
I ain't missing you (Missing you)
No matter what my friends say (Missing you)
Ain't missing you (Missing you)
No way I could lie to myself these days

And there's a storm that's raging
Through my frozen heart tonight

I ain't missing you at all (Missing you)
Since you've been gone (Missing you)
Away
I ain't missing you (Missing you)
No matter what I might say

Ain't missing you (Missing you)
I ain't missing you
I ain't missing you
I could lie to myself

Ain't missing you (Missing you)
I ain't missing you
I ain't missing you
I ain't missing you
I ain't missing you

No way

No matter what my heart might say
I ain't missing you at all

Übersetzung:
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich
Ich vermisse Dich

Jedes Mal, wenn ich an Dich denke
bleibe ich atemlos
und ich stehe immer noch hier
und Du bist meilenweit entfernt
und ich frage mich, warum Du gegangen bist

Und ein Sturm tobt
heute Nacht durch mein gefrorenes Herz

Ich höre Deinen Namen in bestimmten Kreisen
und es zaubert mir immer ein Lächeln ins Gesicht
ich verbringe meine Zeit damit
an Dich zu denken
und es macht mich fast verrückt

Und es ist mein Herz, das bricht
heute Abend entlang dieser Fernbeziehung.

Ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
seit Du weg bist (Ich vermisse Dich)
weg
ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
egal, was meine Freunde sagen (Ich vermisse Dich)

Nun, da ist eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter
und ich sende Dir dieses Signal heute Abend
Du weißt nicht
wie verzweifelt ich geworden bin
und es sieht so aus, als würde ich diesen Kampf verlieren

In Deiner Welt
bin ich bedeutungslos
obwohl ich mich sehr bemühe, Dich zu verstehen

Und es ist mein Herz, das bricht
heute Abend entlang dieser Fernbeziehung

Ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
seit Du weg bist (Ich vermisse Dich)
weg
ich vermisse Dich überhaupt nicht (Vermisse Dich)
egal, was ich sage (Ich vermisse Dich)

Und da ist eine Botschaft, die ich aussende
wie ein Telegramm an Deine Seele
und wenn ich diese Distanz nicht überbrücken kann
beende diese Herzschmerz-Überdosis

Ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
seit Du gegangen bist (Ich vermisse Dich)
weg
ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
egal, was meine Freunde sagen (Ich vermisse Dich)
ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
ich könnte mich heutzutage unmöglich selbst belügen.

Und da ist ein Sturm, der heute Nacht
durch mein gefrorenes Herz tobt

Ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
seit Du weg bist (Ich vermisse Dich)
weg
ich vermisse Dich nicht (Ich vermisse Dich)
egal, was ich sage

Ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
ich vermisse Dich überhaupt nicht
ich vermisse Dich überhaupt nicht
ich könnte mich selbst belügen

Ich vermisse Dich überhaupt nicht (Ich vermisse Dich)
ich vermisse Dich überhaupt nicht
ich vermisse Dich überhaupt nicht
ich vermisse Dich überhaupt nicht
ich vermisse Dich überhaupt nicht

Auf keinen Fall.

Egal, was mein Herz mir sagt
ich vermisse Dich überhaupt nicht
 
„Elvis“: „That´s All Right (Mama)“
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Jahr: 1954

Die Geschichte des Songs „That’s All Right“ markiert die Geburtsstunde des modernen Rock ’n’ Roll. Ursprünglich ein Blues-Stück, wurde es in der schnellen Coverversion des damals 19-jährigen Elvis Presley im Jahr 1954 zum weltweiten Meilenstein der Musikgeschichte.

Das Original von Arthur Crudup (1946):
Der Song stammt ursprünglich aus der Feder des afroamerikanischen Blues-Musikers Arthur „Big Boy“ Crudup.Als erste Aufnahme nimmt Crudup das Stück im September 1946 in Chicago für das Label RCA Victor auf. Im März 1949 wird das Lied als eine der ersten Rhythm-and-Blues-Schallplatten im damals brandneuen 45-rpm-Single-Format unter dem Namen „That’s All Right (Mama)“ neu aufgelegt. Trotz Crudups prägender Rolle im Blues bleibt der kommerzielle Erfolg der Originalfassung zunächst auf die regionale R&B-Szene beschränkt.

Elvis:
Im Juli 1954 sucht der Besitzer von Sun Records in Memphis, Sam Phillips, nach einem neuen Sound. Er hat die Vision eines „weißen Sängers mit der bluesigen Stimme und dem Gefühl eines Schwarzen“. Er arrangierte eine Session zwischen dem jungen Lastwagenfahrer Elvis Presley, dem Gitarristen Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black.Am 5. Juli 1954 nehmen die drei Musiker mehrere traditionelle Balladen auf. Die Atmosphäre ist sehr steif, und Phillips zeigt sich mehr als unbeeindruckt.
Während einer Aufnahmepause kommt es zu dem „magischen Moment: Elvis beginnt aus reinem Übermut herumzualbern. Er stimmte Crudups „That’s All Right“ an, verdoppelte jedoch spontan das Tempo und singt es mit einer völlig neuen, energetischen Leichtigkeit. Moore und Black stiegen sofort mit ihren Instrumenten ein. Sam Phillips erkennt im Regieraum sofort das enorme Potenzial dieses neuartigen, Genregrenzen sprengenden Sounds. Er lläßt die Band das Stück direkt noch einmal spielen und nahm es live auf einer einzigen Tonspur auf. Phillips erkennt die Sprengkraft der Aufnahme und bringt eine Acetat-Kopie sofort zum lokalen Memphis-Radiosender WHBQ und dem DJ Dewey Phillips.
Als der DJ den Song am 7. Juli 1954 in seiner Sendung Red, Hot and Blue spielte, steht das Telefon nicht mehr still. Hörer forderten begeistert Wiederholungen, sodass die Platte am selben Abend noch ein Dutzend Mal gespielt werden muß. Viele Hörer glauben aufgrund des Musikstils, Elvis sei ein afroamerikanischer Sänger. Um das Missverständnis aufzuklären, läd der DJ den sichtlich nervösen Elvis noch in derselben Nacht ins Studio ein. Er fragt ihn im Interview ganz gezielt, auf welche Highschool er gegangen ist. Es war die Humes High School, die als rein weiße Schule bekannt ist.

Veröffentlichung:
Am 19. Juli 1954 erscheint „That’s All Right“ offiziell als Elvis Presleys Debütsingle bei Sun Records (mit dem Song „Blue Moon of Kentucky“ auf der B-Seite). Obwohl der Song 1954 kein nationaler Nummer-eins-Hit in den Pop-Charts wird, gilt er heute als Urknall des Rockabilly und Rock ’n’ Roll. Er beweist, dass die Verschmelzung von schwarzem Rhythm & Blues mit weißem Country-and-Western-Stil eine revolutionäre Anziehungskraft besitzt. Das renommierte Musikmagazin Rolling Stone listet den Song auf Platz 112 der 500 besten Songs aller Zeiten.

Lyrics:
Well, that's all right, mama that's all right for you
That's all right mama, just anyway you do
That's all right, that's all right
That's all right now mama, anyway you do

Well, now my mama she done told me, papa done told me too
"Son, that gal you're foolin' with she ain't no good for you"
That's all right, that's all right
That's all right now mama, anyway you do

I say, I'm leaving town, baby, I'm leaving town for sure
Then you won't be bothered with me hanging 'round your door
That's all right, that's all right
That's all right now mama, anyway you do

We gotta need your lovin', that's all right
That's all right now mama, anyway you wanna wanna do

Übersetzung:
Nun, das ist in Ordnung, Mama, das ist in Ordnung für Dich
das ist in Ordnung, Mama, ganz gleich, wie Du es machst
das ist in Ordnung, das ist in Ordnung
das ist in Ordnung, Mama, ganz gleich, wie Du es machst

Nun, meine Mama hat’s mir gesagt, und mein Papa auch:
„Junge, das Mädel, mit dem Du Dich einlässt, das tut Dir nicht gut.“
Ist schon in Ordnung, ist schon in Ordnung,
ist schon in Ordnung, Mama – mach nur, wie Du denkst.

Ich sag's Dir: Ich verlasse die Stadt, meine Liebe, ich verlasse die Stadt, ganz sicher
dann musst Du Dich nicht mehr daran stören, dass ich vor Deiner Tür herumlungere
ist schon in Ordnung, ist schon in Ordnung
ist schon in Ordnung, Mama – ganz wie du willst

Wir brauchen deine Liebe, das ist schon in Ordnung
das ist in Ordnung, Mama – ganz wie du willst