Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Ich formuliere es mal so: Wenn mir jemand etwas von einer sauberen Umwelt vorjammert und während des Gesprächs seine Zigarettenkippe in die Botanik wirft, dann muss ich sagen, dass ich diesen Menschen in einem gewissen Sinn für verlogen halte. Und das ist genau das, was ein Atomkraftgegner macht, wenn er gleichzeitig seinen PC mit Atomstrom betreibt.
 
Aber darum geht es nicht. Sehr viele Atomkraftfreunde (schon mehrfach in diesem Thread) behandeln inkonsequente Atomkraftgegner so, als sei ihre Meinung weniger wert, bloß weil sie sie nicht konsequent umsetzen.

Also meine Frage: Wieso? Ist das die Flucht vor Argumentlosigkeit, oder hat es wirklich einen Grund?

Das ist ja drollig. Man führt misstände auf und es wird als Flucht ausgelegt. Ist das die Flucht davor, dass du keine Argumente mehr hast?

Die Meinung ist weniger wert, weil sie scheinheilig ist. Die Proseite argumentiert mit der Gefährlichkeit. Wenn etwas gefährlich ist muss es unterbunden werden. Das so schnell wie es geht, weil ich sonst länger in der Gefahr lebe. Wenn ich es hinnehmen kann, dass durch meinen Konsum der Umstieg länger dauert, dann kann ich die Atomkraft doch gar nicht so gefährlich finden, also geht eines der Hauptargumente verloren.
 
Die Meinung ist weniger wert, weil sie scheinheilig ist.

Richtig, aber nicht nur auf der einen Seite zu finden. Sonst müsste die Proseite spätestens jetzt auch auf die Straße gehen und demonstrieren ...

Dass viele auf der einen Seite motzen und jammern und auf der anderen Seite den Arsch nicht hoch kriegen, um zu handeln ist leider eine Volkskrankheit. Alles soll die Politik regeln, auch das, was diese gar nicht allein leisten kann. Bequemlichkeit rules ...

Allerdings ist es immerhin ein erster Schritt öffentlich für seine Meinung gerade zu stehen, auch wenn das mittlerweile für AKW-Gegner verhältnismäßig einfach geworden ist.
 
Dass die Meinung verlogen oder scheinheilig ist will ich ja gar nicht bestreiten. Aber warum ist sie dann weniger wert?
 
Ich formuliere es mal so: Wenn mir jemand etwas von einer sauberen Umwelt vorjammert und während des Gesprächs seine Zigarettenkippe in die Botanik wirft, dann muss ich sagen, dass ich diesen Menschen in einem gewissen Sinn für verlogen halte. Und das ist genau das, was ein Atomkraftgegner macht, wenn er gleichzeitig seinen PC mit Atomstrom betreibt.

[...]

Die Meinung ist weniger wert, weil sie scheinheilig ist. Die Proseite argumentiert mit der Gefährlichkeit. Wenn etwas gefährlich ist muss es unterbunden werden. Das so schnell wie es geht, weil ich sonst länger in der Gefahr lebe. Wenn ich es hinnehmen kann, dass durch meinen Konsum der Umstieg länger dauert, dann kann ich die Atomkraft doch gar nicht so gefährlich finden, also geht eines der Hauptargumente verloren.

Ich bin also scheinheilig und verlogen? :think:

Die Atomkraftbefürworter argumentieren doch unter anderem folgendermaßen:

Ein Ausstieg ist sinnvoll, aber ad hoc nicht zu realisieren.

Dieses Argument kann ich nachvollziehen und konnte deshalb auch mit dem Ausstiegsszenario von rot-grün sehr gut leben.

Die Produktion von regenerativer Energie ist teurer und daher werden die Strompreise steigen, wenn man aus der Atomenergie ausgestiegen ist.

Gut, auch mit dieser Folge der Entwicklung könnte ich leben (Zumal die Strompreise in der Vergangenheit ohnehin auch nicht sanken).

Warum soll ich aber bereits jetzt teureren Öko-Strom beziehen, wenn dadurch weder das Risiko gemindert wird, noch der Müll verringert, ja vermutlich nicht einmal der Ausstieg beschleunigt wird?
 
Warum soll ich aber bereits jetzt teureren Öko-Strom beziehen, wenn dadurch weder das Risiko gemindert wird, noch der Müll verringert, ja vermutlich nicht einmal der Ausstieg beschleunigt wird?

Der Ausstieg wird evtl. nicht beschleunigt (hängt ja scheinbar von Regierungsstimmung ab :ugly:), aber der Ausbau der regenerativen Energien.

Denn mit der bewussten Entscheidung einen Ökotarif zu nehmen, fördert man den Ausbau.

Erst wenn mehr Ökostrom gekauft werde, als eingespeist wird, könne es eine echte Energiewende geben, sagt Bardt. Ökostromtarife würden vor allem für ein gutes Gewissen sorgen, sagt der Experte. Er sieht aber noch einen weiteren Sinn: "Sie sind auch ein Signal an Politik und Produzenten."

So beschleunigen Stromkunden die Energiewende

Darüber hinaus könnten einige mit einem Wechsel zu Ökostrom sogar Geld sparen. Wenn das kein Grund ist.
 
Es ging um die AUssage, dass nicht alle Menschen in Deutschland Ökostrom beziehen können.
Aber es ging/geht doch nicht um alle, sondern nur um diejenigen, die gegen Atomstrom sind. Und da stimmte zumindest im Oktober 2010 das Verhältnis Gegner zu Ökostrombezieher nicht annähernd.

Ich habe nie behauptet, dass es eine solche Mehrheit gibt.
Es ging um Mehrheiten, die die Regierenden zu berücksichtigen haben. Wenn es also eine Mehrheit gegen Ökoabgaben gibt, warum sollte diese nicht berücksichtigt werden?

Nein, der Aufwand ist sogar ziemlich groß. Geld mal außen vor gelassen (und bis vor kurzem war Ökostrom definitiv teurer, was für rund 10 Mio Rentner, ALG-Bezieher etc. schlicht hieß: geht nicht)
Dann lass es doch aussen vor.
Du musst dich durch einen Tarifdschungel schlagen, diverse Dokumente lesen und verstehen, das ausfüllen und abschicken und dann sehr oft noch dreimal nachhaken, weil es nicht klappt (Ich habe auch mal zum 1.1 gewechselt. Umgesetzt war das dann zum 1.5.).
Du mußt nur ein Häkchen bei "Nur Ökostrom anzeigen" setzen und die anderen (ggf. bis auf "Bonus berücksichtigen) deaktivieren. Was ist daran schwierig? Erst wenn man richtig konsequent sein will (ist es "richtiger Ökostrom", welche Konzerne stehen hinter dem Anbieter, usw.), dann wird es etwas schwieriger.
Und bei meinen zwei Wechsel hin zu Ökostromanbieter in den letzten drei Jahren hab ich ein Onlineformular ausgefüllt und - das war das anstrengendste - hab im Keller den Zählerstand abgelesen.

Ich bin also scheinheilig und verlogen? :think:
Wer nicht? :mrgreen:

Die Atomkraftbefürworter argumentieren doch unter anderem folgendermaßen:
Ein Ausstieg ist sinnvoll, aber ad hoc nicht zu realisieren.
Interessante (gesellschaftliche) Entwicklung: Wer gegen den ad hoc Ausstieg bzw. gegen den rot-grünen Ausstiegsplan ist, weil er ihn zeitlich für nicht realisierbar ist; aber generell ein Ende dieser Eneergieform begrüßt, ist ein "Atomkraftbefürworter".

Warum soll ich aber bereits jetzt teureren Öko-Strom beziehen, wenn dadurch weder das Risiko gemindert wird, noch der Müll verringert, ja vermutlich nicht einmal der Ausstieg beschleunigt wird?
Daran krankt es in dieser Gesellschaft: "Es bringt doch eh nix, wenn ich was mache" und "ich will veränderungen, aber bitte ohne (finanzielle) Opfer".

Ansonsten resultiert der Vorwurf wohl aus den üblichen Verallgemeinerungen. In der momentanen Hysterie entseht der Eindruck, Atomenergie sei die größte Bedrohung wo gibt auf der Welt. Manch Verwirrte sprechen von "menschenverachtender Energieform". Verallgemeinernd: Alle Gegner halten AKWs für akut lebensbedrohlich. Dann ist es unglaubwürdig und scheinheilig, wenn man auch noch weiterhin Atomstrom nutz.
Gänzlich haltlos finde ich den Vorwurf nicht. Zumindest ist er nicht so absurd wie der Vorwurf, dass man als "Befürworter" nach Japan reisen und da aufräumen solle.
 
Die Produktion von regenerativer Energie ist teurer und daher werden die Strompreise steigen, wenn man aus der Atomenergie ausgestiegen ist.

Keineswegs.

Der Weg zum Ökostrom ist teuer. Die Entwicklung, die Aufrüstung.

Aber was kann denn günstiger sein als gratis Wind? Geschenkte Gezeiten?

Und gewartet werden müssen Atommeiler und Windräder gleichermaßen - wenn nicht sogar die KKW mehr, schließlich will man (ausgenommen Betreiber) ja das "Restrisiko" so klein wie möglich halten.
 
Für mich sind 12% Anteil der Gesamtproduktion immer noch rund die Hälfte von 22% der Gesamtproduktion.
Warum nur fällt so vielen Leuten das Rechnen/Denken so schwer, sobal hinter Zahlen ein % steht?
Also noch mal absolut: 12 ist ungefähr die Hälfte von 22.
Wenn dir das rechnen/denken in % so schwer fällt, dann bleib doch bei absoluten Zahlen. ;)
17 mrd kWh sind nicht die Hälfte von 140,5 mrd kWh.
12% Anteil im direkten Vergleich zur Kernenergieproduktion. Kernenergie wiederum hat 22% Anteil an der Gesamtproduktion. Ergo liegt der Import/Export-Überschuss bei ~2,7% der gesamten Bruttostromerzeugung.

Nochmal in kurz und absolut:
Stromaustauschsaldo Ausland: -17 mrd kWh
Bruttotstromerzeugung Kernenergie: 140,5 mrd kWh
Bruttostromerzeugung Gesamt: 621 mrd kWh
 
Welche Lehren ziehen wir aus der Atomkatastrophe? Die Kettenreaktion auslösen!

Es ist die Kettenreaktion, mit der alles beginnt, in Bewegung bleibt und ihre Wirkung erzielt. Die Kettenreaktion ist die Quelle der Energieerzeugung. So liegt auch die innere Erklärung der Atomkraft in der Kettenreaktion von Kernspaltungen. Die Katastrophe in Japan zeigt uns die schier unermessliche Kraft dieser Kettenreaktion.
Bei nahezu jeder Katastrophe wird eine Verkettung von scheinbar zufälligen Ereignissen als Ursache angeführt. Häufig wird der Schluss gezogen, dass die vorliegende Verkettung von Ereignissen so einzigartig war, die Katastrophe in dieser Form sich somit nicht wiederholen würde, die meisten sich daher ohnmächtig fühlen und keine Lehren und Konsequenzen daraus ziehen.
Wenn es um Klimakatastrophen, Wirtschaftskrisen oder gesellschaftliche Zerstörungen geht, konfrontieren wir uns ständig mit der Einstellung, dass wir als Einzelne oder Einzelner nichts dazu beitragen können.

Doch es gibt Grundprinzipien in der Natur, die überall Gültigkeit haben! Die Kettenreaktion ist ein solches Grundprinzip! Ein tieferer Sinn der Atomkatastrophe ist jener, uns bewusst zu machen, wie machtvoll das Grundprinzip der Kettenreaktion ist, wie viel Energie eine Kettenreaktion in Bewegung setzt, wie viele Menschen eine Kettenreaktion berührt und zu welch ungeahnten Auswirkungen eine solche Kettenreaktion führen mag. Wenn wir wirklich das Wesen und die unermessliche Kraft der Kettenreaktion verstanden haben – wie dramatisch muss uns diese noch vor Augen geführt werden – begreifen wir, was für eine persönliche und ganz individuelle Verantwortung wir haben, eine Verpflichtung dieses Prinzip selbst zu nutzen und eine Kettenreaktion anzustoßen.
Die Geschichte hat gezeigt, dass große Veränderungen immer von Einzelpersonen ausgegangen sind. Gleichzeitig waren diese auch immer ein Glied in der Kette.

Ich schreie es förmlich aus mir heraus: Begreifen wir es: Es ist die Kettenreaktion, die wir als Lehre aus der Atomkatastrophe in Gang setzen müssen! Diese Erkenntnis bringt mich schlagartig in meine Selbstverantwortung im Umgang mit der Natur, mit der Familie, den Mitmenschen, den Arbeitsprozessen, den Medien…
Wir sollten alles, was in unserer Macht steht, einsetzen, um Bedingungen zu schaffen, die unseren Planeten und die Menschen erstarken lassen. Die Kettenreaktion setzt immer ein, ob wir wollen oder nicht. Je klarer wir uns fühlen, desto stärker ist die Kraft, die von uns ausgeht. Lassen wir uns von belebenden, heilenden und inspirierenden Einflüssen leiten und setzen wir unsere Fähigkeiten zum Wohl von Mensch und Natur ein.
Die Umwälzungen im arabischen Raum sind ein Beispiel für eine große Kettenreaktion, tagtägliche Abläufe in der Familie ebenso, selbst die permanenten Gedanken-, Gefühls- und Zustandsprozesse basieren auf dem Phänomen der Kettenreaktion. Beim näheren Betrachten vermag jede einzelne Handlung, die ich setze, eine Kettenreaktion auslösen. Legen wir unsere gesamte Kraft in diese Möglichkeit.
Die Lehre von Japan ist nicht Ohnmacht und Hilflosigkeit gegenüber Katastrophen, sondern die ganz persönliche Macht und Verantwortung jedes Einzelnen für unser Zusammenleben auf diesem Planeten.
Ich bin es selbst, der die Kettenreaktion anstoßen muss: Tagtäglich, überall wo ich kann, dort wo meine Fähigkeiten sind, mutig, selbstlos, mit Leidenschaft, von Liebe getragen… plötzlich entsteht eine neue Energie, eine Energie, die nicht auf Spaltung, sondern auf Zusammenhalt und Heilung beruht.
 
Zuletzt bearbeitet:
lobenswert ja, aber

sehr lobenswert deine Einstellung.
Wir Deutschen sind das Vorbild für eine Abschaffung der Atomenergieproduktion oder möchten es gerne sein?
Da habe ich aber leider im Fernsehen einen Sprecher der Atomenergiewirtschaft in Tschechien gesehen. Der hat sich schon riesig gefreut, dass er seine Atomenergie nach Deutschland für teure Euros verkaufen kann, wenn wir unsere
Atomenergieproduktion zurückfahren.
Sind wir Phantasten oder allein auf der Welt?
 
Fakt ist: Wir Deutsche können nicht so ohne weiteres ohne Atomstrom leben. Das würde uns noch tiefer in die finanzielle **** reiten, als es nötig währe. Wir machen Schulden und das jede Stunde eines jeden Tages. Der Schuldenberg ist momentan so groß, dass jedes Neugeborene Baby bereits Schulden in Höhe von 2000 Euro besitzt. (und das ist belegt)

Und jede Stunde, wie gesagt, wächst der Schuldenberg um mehrere tausend Euro an. Da kann man nicht einfach dem Geschwafel von den Grünen zuhören, ohne Bauchschmerzen zu bekommen. :-?

Sicher, es währe schön, wenn wir Deutschen endlich einmal grünen Strom produzieren und verbreiten würden. Aber die Realität sieht es nunmal vor, dass bei einer Komplettabschaltung der Reaktoren enorm viel Strom nachträglich verbraucht wird. Denn ohne die Wasserpumpen, die ständig kühles Wasser in den Reaktorkern pumpen, überhitzen sich die Brennstäbe.
Da diese aber noch Jahre (!!!) nach ihrer Abschaltung gewaltige Hitze produzieren, würde das bedeuten, dass mehr Energie zur Abschaltung benötigt wird, als durch die Restwärme reinkommt.

Der Rest ist eine reine Milchmädchenrechnung!... :-?
 
Ich fasse es einfach nicht wie dummdreist und populistisch jetzt von der Regierung versucht wird die Grünen links zu überholen... Hauptsache das deutsche Wahlvieh beruhigen und dann bei steigenden Kosten auf die asozialen Stromkonzerne wettern... Naja... Der deutsche Sonderweg ist aber nicht umsonst ein Sonderweg.
 
12% Anteil im direkten Vergleich zur Kernenergieproduktion. Kernenergie wiederum hat 22% Anteil an der Gesamtproduktion.
Ich weiß nicht, was 12% der Kernenergieprdoktion sein soll - Photovoltaik?
Ich rede von allen regenerativen Energien. Und die düften voriges Jahr 14% der deutschen GESAMTproduktion gehabt haben.

Hauptsache das deutsche Wahlvieh beruhigen und dann bei steigenden Kosten auf die asozialen Stromkonzerne wettern...
Trifft dich die richtigen. Wer hat denn trotz Rekordgewinn die Preise erhöht?
Ich bin jedenfalls ab nächsten Monat bei 100% Ökostrom - wobei der Wind 1/6 des Stroms bringt. Und noch Geld in den Bau neuer Anlagen geht. Und wo ich sogar weniger bezahle als bei allen Anietern mit dem "dreckigen" oder "strahlenden" Strom bei vergleichbaren Konditionen. (monatliche Zahlung, monatlich Kündigung möglich)
 
Und wo ich sogar weniger bezahle als bei allen Anietern mit dem "dreckigen" oder "strahlenden" Strom bei vergleichbaren Konditionen. (monatliche Zahlung, monatlich Kündigung möglich)

Lächerlich... Überleg mal, warum du weniger zahlst... Der Großhandelspreis für Windkraft ist 3mal höher als der "normale" Strompreis, der an der Börse gebildet wird... Und in dem ist auch schon der teure Ökostrom enthalten... Kernkraft/Kohle/Gas ermöglicht daher erst "günstigen" Ökostrom... Sonne beispielsweise ist mindestens 8mal teurer und das ohne stetige Verfügbarkeit... Das heißt es müssen sowieso gleichzeitig Gaskraftwerke und Kohlekraftwerke gebaut werden.