Atomausstieg ja oder nein?

  • Ja

    Stimmen: 50 64,1%
  • Nein

    Stimmen: 28 35,9%

  • Umfrageteilnehmer
    78
  • Umfrage geschlossen .
Ist das eine bornierte Prognose oder Deine feste Überzeugung?
Ja, wenn sich der Reaktorinhalt über halb Japan verteilt hätte, wie wäre das viel schlimmer gewesen.

Wenn ich so nach Biomassekraftwerk google und mir die anschaue, die es schon gibt, dann bauen die nicht extra Mais an, um Biomasse zu schaffen, die nehmen das, was eh schon da ist.
Moment, ich meinte jetzt nur die, die ihre Rohstoffe extra unter hohen Aufwand anbauen. Das sind meistens Biogasanlagen, aber es gibt auch Fälle in denen es tatsächlich Sinn macht, wenn nur Reststoffe verwertet werden, die sowieso entsorgt werden müssen. Biogas wird z.B. auch Kläranlagen gewonnen, was früher ungenutzt abgefackelt wurde.
Wenn jetzt aber extra angebaut wird, fällt die Effizienz um 90% hinter die Solarzellen - man braucht 10 mal mehr Fläche. Diese Förderungen wurden aber eh schon wieder gekürzt - ist eigentlich ein alter Hut.
https://de.wikipedia.org/wiki/Biogasanlage
So was wie das hier: https://www.bollmer.de/img_files/allgemein/.2/biogasanlage.jpg
Rechts sieht man die Maissilage, links sind die Gasfermenter und hinten in der Scheune müsste der Gasmotor stehen.
 
Sollte Deine Auffassung daher tatsächlich so von Deutschland (Wer ist denn das im einzelnen?) vertreten werden, halte ich das für eine schwache Leistung.

Also ich hab da mal einen Link, da steht dann nach längeren Text auch, was Deutschland macht und die EU in diesem Bereich

https://ueberhauptgarnix.blogspot.com/2011/02/atommullbeseitigung-durch-transmutation.html

Interessant ist auch ein Artikel in der Welt

https://www.welt.de/wissenschaft/article9637790/Atommuell-wird-in-20-Jahren-nicht-mehr-strahlen.html

Lustig finde ich folgendes Zitat

Auch wenn die Transmutation im öffentlichen Diskurs über die Atomkraft, über den Millionen-Jahre-Müll, keine Rolle spielt: Fachmagazine, auch die Wissenschaftsseiten der Zeitungen informieren ab und zu über den Stand der Forschung. Auch taucht der Begriff in den Diskussionen der Blogs von Umweltverbänden auf, etwa bei Greenpeace.
Teils durchaus in sachlich abwägendem Ton. Der Energiesprecher von Greenpeace indes lehnte die Transmutation ab, er ziehe die Endlagerung vor. Ein Schelm, wer dabei denkt, das Problem der Entsorgung solle als Druckmittel vorerst ungelöst bleiben. Was wäre die Anti-Atom-Bewegung ohne Castortransport?

Die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet wird vorallem vom CEA in Frankreich und in den USA vorangetrieben. Deutschland ist nur wenig und mit sehr kleinen Arbeitsgruppen von den Forschungszentren Jülich und Karlsruhe daran beteiligt. Mit der Forschung stehen wir ganz am Anfang. Selbst so einfache Dinge, wie die Bestimmung der Umsetzungsraten (cross section) bei diesen Neutronenenergien müssen erst in Experimenten bestimmt werden.

Wobei es natürlich auch kritische Stimmen gibt. Ich selber bin aber kein Physiker. Aber grundsätzlich finde ich schon, dass sich die Seite plausibler anhört, die Transmutation für möglich hält in Zukunft.
 
Ja, wenn sich der Reaktorinhalt über halb Japan verteilt hätte, wie wäre das viel schlimmer gewesen.

Was die USA ja schon befürchten und eine 80km-Evakuierungszone fordern... Die IAEA will ja die Meßwerte von TEPCo auch nochmal nachmessen.

INES 5 heiß übrigens: "Unfall mit großflächigen Auswirkungen" (bis zu 1000 TBq) Sollte es bei Fukushima (hoffentlich) dabei bleiben, reiht sich der Vorfall dennoch in Unfälle wie Windscale 1957, Lucens 1969 oder https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Three_Mile_Island#Der_Unfall_vom_28._M.C3.A4rz_1979 ein...

Schlimmer waren laut Klassifizierung bislang nur 2 Unfälle, und die Franzosen (Weiß Gott keine Atom-Verächter) sprechen sogar schon von INES 6!
 
Ja, wenn sich der Reaktorinhalt über halb Japan verteilt hätte, wie wäre das viel schlimmer gewesen.

Wer sagt Dir zum aktuellen Zeitpunkt, dass dies nicht mehr passieren wird?
Wind und Regen, vom Meer ganz zu schweigen, verteilen das Zeug früher oder später so lange die zerstörten Gebäude nicht unter einer dicken Schicht Sand und Beton verschwunden sind.

Alles was momentan dort unternommen wird ist nichts anderes als "trial and error" gepaart mit einer riesigen Portion Glück.
 
@komerzhasi: Treffen wir uns am Sonntag in Biblis? :ugly: Meine Große will am Sonntag mit ein paar Schulkameraden aus der 4. Klasse auf die Straße. :)

Könnte glatt passieren wenn ich mein Schwimmtraining etwas vorverlegen kann. RTL und ARTE drehen wohl ne Reportage, auf die [zumindest RTL] bin ich aber weniger scharf.
Am Montag ist in DA auf dem Marktplatz auch wieder was geplant.
 
Ich finde das klasse, dass darkkurt seinen Kindern schon Verantwortung beibringt und sie über die unkalkulierbaren Risiken von Atomkraft aufklärt.

Das klappt bei meinem noch nicht. Der weiß aber schon: Braune Haufen auf der Strasse sind meist Hundekacke, reintreten ist nicht gut. Das ist aber ja vergleichbar.

Marty
 
Naja, kein Wunder, dass die auf die Straße will... Sie wird ja zu Hause wahrscheinlich genügend instrumentalisiert. Die geht da so freiwillig hin wie gleichaltrige, andere Mädchen Kopftuch tragen.

Nur um etwas an Deinem Weltbild zu rütteln: Ich war mit 10 Jahren mal auf einer Anti-Atomkraft-Demo. Ich mußte damals meine Mutter anlügen um dort hingehen zu können, sie hätte das nicht erlaubt. Aber ich wollte gegen eine Technologie demonstrieren, deren Rückstände (nach damaligem wie nach heutigem Stand der Technologie) für mit dem menschlichen Verstand nicht fassbare Zeiträume gefährlich bleiben.

Heute, gut 30 Jahre später, wäre ich dafür, überirdische Hallen zur Endlagerung zu bauen. Diese müßten natürlich Flugzeugabstürzen standhalten. Man könnte darin aber den Mist regelmäßig kontrollieren und falls notwendig den Inhalt aus defekten Castoren in neue umpacken. Solch eine Lagerstätte könnte weitgehend risikofrei betrieben werden.

Man könnte leicht per Gesetz die Betreiber von AKW dazu verpflichten, über einen großzügig ausgelegten Fonds, die Mittel für den Betrieb und die Überwachung des Abfalls und seiner Lagerhallen bereitzustellen. Man könnte nun solch ein Lager an einem Ort bauen, der Fernab jeglicher Siedlung ist (z.B. mitten in der Sahara). Wenn man noch einen armen Staat aussucht, der eine regelmäßige Miete für die genutze Fläche bekommt, könnte man damit noch ein gutes Werk tun. Der Müll würde ja die Umwelt dort nicht verschmutzen, allenfalls würde etwas Fläche Versiegelt und ein mehr oder minder häßliches Bauwerk entstehen.

Mein Traum ist es, als alter Mann in einem Deutschland zu leben, in dem es keine AKWs mehr gibt - nicht einmal mehr als Ruinen.
 
Mein Traum ist es, als alter Mann in einem Deutschland zu leben, in dem es keine AKWs mehr gibt - nicht einmal mehr als Ruinen.

...und dann blickst du nach rechts und nach links über die Bundesgrenzen und siehst KKW´s die schon jenseits von gut und böse sind. So schön das klingt aber es bringt absolut nichts wenn unsere Nachbarn nicht mitziehen.
 
[...]So schön das klingt aber es bringt absolut nichts wenn unsere Nachbarn nicht mitziehen.

Dieses "Argument" kann ich auch nicht mehr hören. Natürlich muss die Anti-Atomkraft-Initiative weitergehen, wenn Deutschland ausgestiegen ist. Ebenso natürlich ist es weiterhin eine Gefahr, wenn andere Länder KKW nutzen und dabei schlechtere Sicherheitsstandards haben als wir.

Aber: Was in aller Welt hat das mit dem Wunsch zu tun, in Deutschland schon mal anzufangen?
 
Stop! Ich habe das nicht als Argument gegen den Atomausstieg anbringen wollen sondern wollte damit eben nur zum Ausdruck bringen das selbst wenn wir den Ausstieg denn mal geschafft haben die Problematik an sich noch nicht gelöst ist.

Eine Atomare Wolke macht vor Grenzen nicht halt. Nicht mehr und auch nicht weniger wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
Da muss global betrachtet ein Umdenken stattfinden.
 
Man könnte leicht per Gesetz die Betreiber von AKW dazu verpflichten, über einen großzügig ausgelegten Fonds, die Mittel für den Betrieb und die Überwachung des Abfalls und seiner Lagerhallen bereitzustellen.
Man kann es eben nicht mehr so bald die AKW abgeschaltet sind. Die Kosten fallen dann der Allgemeinheit zur Last.
Die Reserven an Uran enden eh in ein paar Jahrzehnten und dann kann man nur noch den Atommüll als Brennstoff nutzen.

Wind und Regen, vom Meer ganz zu schweigen, verteilen das Zeug früher oder später so lange die zerstörten Gebäude nicht unter einer dicken Schicht Sand und Beton verschwunden sind.
Im Moment siehte s so aus als wenn das nicht nötig wäre.
https://www.heise.de/tp/blogs/2/149488
0,0035 mSv bedeuten man kann sich dort nach deutschen Arbeitsschutzrecht rund ein 3/4 Jahr aufhalten. (Grenzwert 20 mSv)
Dieser weiße Rauch ist vermutlich Dampf, der schwach radioaktiv ist.

Über die neuen türkischen AKWs würde ich mir mal Gedanken machen - "Radioaktiver Tee schmeckt noch besser.":
https://www.sueddeutsche.de/politik...-radioaktiver-tee-schmeckt-leckerer-1.1073335
Da gibts keine Demonstrationen.

Quellen die eine glaubhafte Berichterstattung vermuten lassen sind rar.
Die hier ist z.B. totaler Quatsch:
https://archiv.c6-magazin.de/06/news/?neuigkeit=4335
"Wert von 1000 Millisievert (1 Tausendstel Sievert) gemessen worden" - 1000 mSv sind natürlich 1 Sv. Aber bei 1000 mSv (pro Stunde?) stirbt ein Mensch nach 6 Stunden. Dann wäre die Belegschaft des Kraftwerks längst tot und man könnte auch niemanden reinschicken. Andere sprechen von 3 bis 200 Mikrosiervert, also 0,003 bis 0,2 mSv.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute, gut 30 Jahre später, wäre ich dafür, überirdische Hallen zur Endlagerung zu bauen. Diese müßten natürlich Flugzeugabstürzen standhalten. Man könnte darin aber den Mist regelmäßig kontrollieren und falls notwendig den Inhalt aus defekten Castoren in neue umpacken. Solch eine Lagerstätte könnte weitgehend risikofrei betrieben werden.

Man könnte leicht per Gesetz die Betreiber von AKW dazu verpflichten, über einen großzügig ausgelegten Fonds, die Mittel für den Betrieb und die Überwachung des Abfalls und seiner Lagerhallen bereitzustellen.
Auf den ersten Blick würden sich die Sahara oder die russische Tundra dafür eignen. Einen Flugzeugabsturz auszuhalten erfordert aber bautechnisch eine enorm teure Konstruktion, wenn es denn oberirdisch sein soll. Von der Form her wäre ein Kuppelbau wohl am besten geeignet (ähnlich der Form einiger AKWs). Aber wie dick müßten die Mauern dieser "Halle" sein? Die Frage, ob man sowas nicht besser mehrere hundert Meter im Boden versenkt, stellt sich da schon, finde ich.

Zur Frage Finanzierung per Fonds: Dann muß man den AKW-Betreibern aber auch gleich gesetzlich verbieten, die Kosten auf Kunden umzulegen, die sich für andere Energiequellen entschieden haben. Sonst finanziert umweltfreundliches Verhalten nämlich Umwelt-Sauereien.

@darkkurt & komerzhasi: Ich wünsch Euch viel Erfolg in Biblis. Bei uns ist Montag (18 Uhr) Demo. Natürlich kommt mein Sohn mit und hat am Dienstag in der Schule sicherlich interessante Gespräche mit Mitschülern und Lehrern. Daß phip Kopftücher mit AKWs vergleicht ist wieder mal einfach nur :ugly:
 
Mein Traum ist es, als alter Mann in einem Deutschland zu leben, in dem es keine AKWs mehr gibt - nicht einmal mehr als Ruinen.

Und du in NRW an der Nordsee sitzen kannst, da Holland überflutet wurde ;) Ich finde diese Gutmenschenbehauptung immer gut, dass das Abschalten der AKW's zu noch mehr regenrativer Energie führen wird. Es wird eh darauf hinauslaufen, dass wir Umweltschädlichen Strom prouzieren in der Übergangszeit bis es dann mal soweit ist. Oder eben anderen Atomstrom einkaufen. Und wenn wir wirklich auskommen werden, dann werden die Länder, die bis jetzt unsere Überschüsse beziehen ja einen Mangel haben und diesen eben mit AKW's kompensieren oder mit umweltschädlichen Strom.

Ein bedachter Ausstieg und Umstieg ist immernoch besser als ein Hauruckausstieg ohne Sinn und Vertstand.
 
Das rot-grüne Ausstiegsszenario war also ein Hauruck-Ausstieg? :yawn:

Deine Argumente zielen aber ja ohnehin auf Unverzichtbarkeit von KKW.

Wir sehen ja im Augenblick, wie weh es uns tut, wenn "hauruck" mal eben die Hälfte der Kraftwerke stillgelegt wird. Bei einem Anteil der Kernkraft an der Gesamtstromproduktion von 22 % müssen die erneuerbaren in den nächsten knapp 10 Jahren also noch 10 - 12 % mehr Leistung übernehmen.

Und das ist unrealistisch?