das_makro

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20 April 2006
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https://magazine.web.de/de/themen/n...rt-Einsatz,cc=000005507900037689461MeFMr.html

Was haltet ihr von dem Oberstleutnant, der den Dienst mit seinem Tornado in Afgahnistan verweigert?
DARF ein Soldat einen solchen Einsatz verweigern, wenn er durch unsere Volksvertreter abgesegnet worden ist?
DARF ein Soldat eine solche Entscheidung von höchster Ebene anzweifeln UND verweigern?
Besteht nicht die Möglichkeit, dass dieser Soldat einfach Angst hat und sich auf Recht und Gesetz beruft um dem Einsatz zu entgehen?

Ich halte mich mit meiner Wertung zu diesem Thema extra zurück und warte auf eure Meinungen dazu!
 
Wer Berufssoldat geworden ist, hat gefälligst den Anweisungen zu folgen.
Zumindest so lange diese nicht gegen geltendes Recht und Gesetz verstoßen, was nicht der Fall ist.

Soldaten werden zum Töten und Getötet werden ausgebildet, aber nicht zu so komischen Aktionen.

gruss kelle!
 
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Er kann und er darf, weil er kann. Klar, oder?

Afghanistan war schon von Anfang an heftig umstritten und auch nicht alle Abgeordneten des Bundestages sind für für die Ausweitung zum Kampfeinsatz gewesen. Wir haben in D ja kein Regime, das alles gleichschalten will.

Zumindest so lange diese nicht gegen geltendes Recht und Gesetz verstoßen, was nicht der Fall ist.
Ob es wirklich so ist muss erst noch ein Gericht entscheiden.
Bisher hat er nur einen Antrag bei seinen Vorgesetzten eingereicht - hat damit auch nichts zu tun.
 
Nichtsdestotrotz finde ich, dass man einem Soldaten aufgrund seiner Ausbildung nicht das Abschalten sämtlicher moralischer und eigenverantwortlicher Entscheidungen absprechen darf.

Warum gibts da immer so nen Wind drum. Wenn er nicht will, dann kann er ja auch woanders eingesetzt werden. Gibt sicher genug andere, die seine Stelle gerne einnehmen. Finanziell werden Auslandseinsätze nicht gerade schlecht bezahlt...

Der Disziplinarvorgesetzte des Offiziers hat eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Er kann den Antrag zur Kenntnis nehmen und es dabei bewenden lassen. Er könnte darin aber auch einen Straftatbestand erkennen und diesen zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bringen.
Auch in diesem Fall, wie man sehen kann, ein breites Spektrum, wie man damit verfahren kann.
Ich wüsste nicht, warum ich gegen mein Gewissen Dinge ausführen müsste, nur weil sie von mir verlangt werden.
Klar, is sein Job, aber wenn er nich will. Kann doch genausogut ein anderer machen :roll:
 
Um eines mal ganz klar festzuhalten:
Soldaten verteidigen die Demokratie, praktizieren tun sie Andere.
Wo kämen wir denn hin wenn jeder kleine Lanzer anfängt Marschbefehle zu Mißachten, weil er sie für rechtlich bedenklich hält?

Natürlich spreche ich Soldaten nicht das Recht ab, an passender Stelle und zur rechten Zeit einen Befehl kritisch zu hinterfragen aber so geht das nicht.
Ich wäre einfach vorläufig festgenommen worden...fertig!
 
Naja, wir haben ja keinen Verteidigungsfall - das wäre was anderes.

ich meine, gehört zu haben, dass die sicherheit deutschlands auch am hindukusch verteidigt wird :ugly:

ansonsten bin ich voll bei kelle: soldaten sind zum töten und getötet werden ausgebildet worden. ausserdem ordnen sie sich mit ihrer tätigkeit einer strikten befehlskette unter.

gehorsamsverweigerung, bzw. wie das_makro es formuliert, das kritische hinterfragen eines befehls, der z.b. gegen die menschenwürde etc. verstösst, ist eine ganz andere sache
 
Mal davon abgesehen das ich diesen deutschen Einsätzen generell nichts abgewinnen kann, finde ich das dieser Soldat nicht das Recht hat diesen Befehl in Frage zu stellen...
Er hat sich verpflichtet und wusste was auf ihn zukommen kann. Davon gehe ich zumindest aus, da er keine 20 mehr ist... Er hätte sich seiner moralischen Zweifel vorher bewusst sein müssen... Jetzt sollte er auch in den sauren Apfel beissen.
 
Du wirst lachen - ein deutscher Soldat HAT DIE PFLICHT, einen solchen Befehl zu hinterfragen.

Es geht nicht ja nicht darum, das der Soldat Prinzipiell seinen Job nicht machen will (dann könnte er einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen - ja, auch als Oberst-Leutnant!), sondern das er bezweifelt, das der Einsatzbefehl auf einer sicheren Informationsbasis beruht und korrekt zustandekam.

Und eingedenk der Vergangenheit der Deutschen Armeen hat jeer Soldat die Pflicht, einen Befehl auf Rechtmäßigkeit zu prüfen, Verbrecherische Befehle MÜSSEN verweigert werden (z.B. Schießen auf Kriegsgefangene etc.).

Es soll sich, anders bals nach dem 2. Wk, keiner mehr auf Befehlsnotstand berufen können. Kadavergehorsam soll es bei der Bundeswehr nicht geben.
 
Sorry, aber wenn jeder Soldat DIE PFLICHT hat, Befehle zu hinterfragen... Kann da nicht jeder kommen???
Wie gesagt, ich halte von solchen Einsätzen ja eh nichts aber ich glaube schon das dieser Befehl rechtsmäßig beschlossen wurde...
 
Sorry, aber wenn jeder Soldat DIE PFLICHT hat, Befehle zu hinterfragen... Kann da nicht jeder kommen???
Wie gesagt, ich halte von solchen Einsätzen ja eh nichts aber ich glaube schon das dieser Befehl rechtsmäßig beschlossen wurde...

Es ist eine Frage der Verhältnismßigkeit. Kein Soldat wird den befehl "gehe von A nach B" hinterfragen.

Im Vorliegenden Fall heißt der Befehl aber Gehe von A nach B und Fliege dort KAMPFEINSÄTZE, im Klartext: Bringe im Zweifelsfall Menschen um. Und das darf sehr wohl hinterfragt werden.

Sicherlich mag der eine oder andere Soldat da andere Schlussfolgerungen ziehen. Und ich bezweifele auch, das der betreffende Soldat NICHT nach Afghanistan gehen wird. Aber er tut seine Meinung kund, und das ist vollkommen legitim und richtig!

UNd was die rechtmäßigkeit angeht - es soll ja auch GIs gegeben haben, die geglaubt haben, sie suchen im Irak nach B- und C-Waffen :evil:
 
Smile... oki, zu den GI´s äusser ich mich jetzt mal nicht :mrgreen:

Dennoch bin ich der Meinung das dieser Solat eine Ausbildung genossen hat (die bestimmt nicht ohne ist) und schon ein paar Jahre "Berufserfahrung" hat. Sorry, und wenn zu diesen Kampfeinsätzen gehört das dabei Menschen ums Leben kommen, dann ist es so. Wenn er das nicht von Anfang an in Kauf genommen hätte, wäre er heute vielleicht Tierpfleger oder was weiss ich...
Aus jeden Handeln folgt eine Konsequenz.
 
Leute, ihr müsst mal den Hintergrund überdenken. Die Tornados sollen dort Aufklärungsflüge durchführen. So ist das vom Bundestag abgesegnet. Nichts anderes. Kein Kampfeinsatz, das war der klare Auftrag.

Jetzt verlangen die Befehlshaber von den Piloten, dass sie während der Aufklärungsflüge die Daten sofort auswerten, um damit Kampfjets der US-Streitkräfte und Bodentruppen zu navigieren. Das IST aber ein Kampfeinsatz.

Ein Pilot der das trotzdem macht, missachtet den klaren Auftrag des Bundestags. Er macht sich unter Umständen strafbar.

Ich finde es völlig in Ordnung, wenn ein Oberstleutnant sich darüber Gedanken macht.

Marty
 
Nur sieht die Konsequenz eben so aus, das ein Kampfeinsatz die Frage aufwirft, ob es ein legitimer Angriff auf Kombatanten ist oder Mord an Nichtkombatanten... letzteres ist nach der Genfer Konvention ein Kriegsverbrechen, für das der Soldat PERSÖNLICH haftet - nicht seine Vorgesetzten, nicht der Bundestag, sondern ER SELBST.
 
Dennoch bin ich der Meinung das dieser Solat eine Ausbildung genossen hat (die bestimmt nicht ohne ist) und schon ein paar Jahre "Berufserfahrung" hat. Sorry, und wenn zu diesen Kampfeinsätzen gehört das dabei Menschen ums Leben kommen, dann ist es so. Wenn er das nicht von Anfang an in Kauf genommen hätte, wäre er heute vielleicht Tierpfleger oder was weiss ich...
Dass er so eine Ausbildung hat und damit gerechnet hat heisst aber nicht, dass er es auch tun muss.
 
Der Offizier kann aber aus seiner Sicht gar nicht wissen ob durch seine Aufklärung Nichtkombattanten ums Leben kommen würden. Dies hat die Politik im Vorfeld prüfen zu lassen und eine dementsprechende Entscheidung zu treffen.
Diese Entscheidung hat der Soldat ZUERST mal nicht zu hinterfragen. Wenn der Soldat nun im laufe des Einsatzes feststellt, dass da was garnicht rund läuft, DANN hat er die die Pflicht dies zu melden und ggf auch das RECHT den Befehl zu mißachten.

Meiner Meinung nach gehört dieser Soldat aus der Truppe entfernt. Er hat zur falschen Zeit und unter jeglicher Missachtung der Verhältnismäßigkeit die Entscheidung der Volksvertreter in Frage gestellt (was ja als normaler Bürger erwünscht und gewollt ist) und somit deren Autorität in der Armee der Bundesrepublik völlig untergraben.

Man kann sicherlich über den Sinn und Unsinn solcher Einsätze streiten aber einem Soldaten spreche ich dieses Recht einfach ab.
 
Das ganze erinnert mich an die Zeit Ende der neunziger, Kosovo und Co.

Anfang der Neunziger gab es viele Arbeitslose, da waren so bis zu 12 Jahren Armee ne nette Alternative, und nach dem kalten Krieg hatte man ja eh nichts zu befürchten. Geld gabs ausreichend, man machte sich nicht tot...

99 marschierte dann die Bundeswehr in den Kosovo ein.
Was rannten da die SAZ12er zum Arzt um sich irgendwelche Leiden attestieren zu lassen, bloß damit sie nicht für einen Auslandseinsatz in Frage kommen.

So, und bei dem Oberstleutnant scheint die Sache nicht anders zu liegen.
Er ist Logistiker, hat also nix mit den Aufklärungsflügen und der Verwertung der Daten zu tun.
Der hätte im schlimmsten Fall in Afghanistan zu sitzen, und Kerosin- und Schmierölbestände zu überwachen.

Das hat in etwa die Qualität wie wenn ich sagen würde, ich mach meinen Job nicht mehr, weil das System was ich betreue wird benutzt, um Eisenbahntechnik zu entwickeln, womit die Bundeswehr die Möglichkeit hat, Truppenverbände von A nach B zu verlegen, und da ich Pazifist bin, mach ich das nicht.

gruss kelle!
 
Wenn er schon den Fehler macht und Berufssoldat wird, dann sollte er auch die Konsequenzen tragen und tun, was man ihm sagt .. is nunmal so.
 
In der freien Wirtschaft hat man auch die alternativen sich auszusuchen wo man arbeitet. Wenn mein Chef sagt, fahr nach X und mach Y dann muß ich das auch machen oder ich kann mir meine Papiere holen.
Er ist der Chef und entscheidet das. Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich mein eigener Chef.
Genau so sehe ich das in dem Fall des BW Soldaten.
Er hat sich seinen Job nun mal so ausgesucht.